(…) Mit dieser symbolistischen Punktlandung lässt die Oper Frankfurt den dritten prachtvollen Premierenstern in Folge aufsteigen: Tatjana Gürbacas Written on Skin, Andrea Breths Turandot und jetzt Àlex Ollés Bluthochzeit. Vom Mittelalter-Femizid über die Nordkorea-Kälte der köpfenden Prinzessin bis hin zur Messerstecherei der Clans. Düstere Zeiten – antike Wucht.
Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse
(…) So karg wie stark: Wolfgang Fortners Oper Die Bluthochzeit nach Federico García Lorca überzeugt an der Oper Frankfurt sowohl musikalisch wie szenisch.
Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung (www.faz.net)
(…) Sängerisch war die Produktion exzellent besetzt. (…)
Elisabeth Richter, Deutschlandfunk Musikjournal
(…) Da ist sie wieder, die Stunde des Bluts. Wenn Claudia Mahnke das heraussingt, ist es so kalt wie markerschütternd. Die Frankfurter Mezzosopranistin ist hier in ihrer ganzen kultivierten Leidenschaft und Expressivität gefragt und bietet sie in einer von allen Allüren und Standardgesten befreiten Reinform.
(…)
Die Frauen verstehen bei García Lorca, Fortner und Ollé etwas mehr von der Situation, zugleich können sie weniger dagegen unternehmen. Den Abend prägen sie stimmlich stark. Die Braut, Magdalena Hinterdobler, ist unruhig und unfroh, schön abschattiert dazu ihr Sopran. Auch sonst ist viel jugendliche, glimmende Dunkelheit zu hören, darunter die Mezzostimmen von Karolina Makuła als mitleidende, hilflose Magd und Zanda Švēde als glücklose Frau des Brautentführers Leonardo, Mikołaj Trąbka, der als Einziger einen Eigennamen hat, einen raubtierhaften.
Wie luxuriös und liebevoll an der Frankfurter Oper besetzt wird, zeigt sich übrigens auch, wenn Karolina Bengtsson dem „Kleinen Mädchen“ all ihren Sopranglanz mitgibt.
Kein Spektakel, ein gedämpfter, unerbittlicher Abend.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
(…) In der unheimlichen Waldszene sorgen die Kostüme des Mondes (stimmgewaltig: AJ Glueckert) und der Bettlerin (Daniela Ziegler) jedoch für fantasiereiche Akzente. (…)
Silvia Adler, Darmstädter Echo
An der Oper Frankfurt formt Regisseur Alex Ollé Wolfgang Fortners Bluthochzeit nach Federico García Lorca zu einer bitterkalten, entseelten und gerade dadurch so präzisen psychologischen Studie. (…)
Patrick Erb, www.concerti.de
(…) Aus dieser hermetisch abgeschotteten Welt kann niemand entkommen. Alles scheint erstarrt, verkrustet und verdorrt. Das Faszinierende an dem von Alfons Flores erdachten Bühnenbild ist es, dass es trotz der Starre, die es ausstrahlt, nur aus zarten Gazevorhängen besteht, die in bizarrem Faltenwurf über Metallgitter gespannt sind. In der raffinierten Lichtregie von Olaf Winter verwandeln sich die steinernen Innenräume in fantastische Waldlandschaften, einen Festsaal oder eine Kirche. Ein Konzept, welches das Spannungsfeld zwischen realistischer Dramatik und lyrischer Verdichtung, das Lorcas Textvorlage auszeichnet, klug einfängt. (…)
Silvia Adler, Allgemeine Zeitung Mainz
(…) Àlex Ollé inszeniert das Drama im sinnfällig düsteren Bühnenbild (Alfons Flores) und den in strenger Schwärze gehaltenen, perfekt stilisierenden Kostümen (Lluc Castells) mit dichter Personenführung stringent und eindringlich.
Jörg Riedlbauer, www.orpheus-magazin.de
(…) Dennoch verfehlt die Aufführung ihre Wirkung nicht. Denn sowohl das Darstellerensemble als auch das Orchester laufen bei dieser Opern-Wiederentdeckung zur Höchstform auf. Abgesehen von kleineren Kürzungen hat Fortner Lorcas Text vollständig umgesetzt. Dabei lässt er gesprochene mit gesungenen Passagen wechseln, was eine unmittelbare Dramatik erzeugt. Im Zentrum der Oper steht die Mutter. Sie bangt nicht nur um ihren Sohn, sondern hat bereits ihren Mann und ihren Erstgeborenen in der Familienfehde verloren. (…)
Silvia Adler, Wiesbadener Kurier