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Pressestimmen

(…) Mit seiner radikal neuen und dabei durch und durch werktreuen Sicht auf ein vermeintlich bekanntes Repertoirestück hat Barrie Kosky im Verbund mit Bühnen- und Kostümbildnerin Katrin Lea Tag und Lichtdesigner Joachim Klein Interpretationsgeschichte geschrieben. Durch herausragende Sängerdarsteller in den Hauptpartien, eine auch in den kleinsten Nebenrollen vorzügliche Besetzung und ein hellwach musizierendes Orchester bietet die Wiederaufnahme Musiktheater von geradezu atemberaubender Intensität.

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Die widersprüchliche Figur der Salome gibt die kanadische Sopranistin Ambur Braid stimmlich frisch und höhensicher. Überaus kraftvoll und wohltönend präsentiert sich der Jochanaan des Bassbaritons Nicholas Brownlee. Den von Salome paranoid besessenen Herodes verkörpert Tenor AJ Glueckert mit viel Leidenschaft. Schlaue Kommentare liefert die Herodias der Mezzosopranistin Zanda Švēde.
Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchester sorgt bei dieser Wiederaufnahmeserie Titus Engel für eine große atmosphärische Dichte der expressionistisch gefärbten Klangwelten.

Markus Gründig, www.kulturfreak.de

(…) Die Wiederaufnahme bietet insgesamt pralles, abwechslungsreiches und durchaus zu Kontroversen anregendes Musiktheater mit vorzüglichen Gesangsleistungen. Gerade eine Rarität wie die Iolanta sollte man sich in einer solch vorzüglichen Besetzung nicht entgehen lassen.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Die Oper Frankfurt hat tief gegraben, um in einer Zeit ohne Planungssicherheit, aber mit Startgarantie alle Gönner, Freunde und Kulturbedürftigen zu locken. Das befreiende Glucksen und Lachen des mehr oder wenig geduldig Masken tragenden Publikums, viel Zwischenapplaus und am Ende einmütiges Trampeln, Pfeifen und Bravi bestätigte das Konzept. Mit dem Intermezzo L’italiana in Londra“ von Domenico Cimarosa, komponiert für fünf Protagonisten und eine erweiterte Kammerbesetzung im Orchestergraben, gelang ein vielumjubelter Auftakt einer über diesen Abend hinaus vielversprechenden Saison. (…)

Christiane Franke, www.klassik.com


(…) Ohne den Regisseur R. B. Schlather wüsste man vermutlich nicht, weshalb man hier ist, ohne das grandiose Quintett auf der Bühne wüsste man es nicht, ohne das von dem britischen Dirigenten Leo Hussain zu behänder Leichtgängigkeit geführte Opern- und Museumsorchester wüsste man es nicht. Wie die Dinge aber liegen und wie es hier geplant und durchgeführt wurde, ist es ein bezwingender Abend. Dass er keine Cimarosa-Renaissance einleiten dürfte, macht ihn nicht kleiner, eher zu einer womöglich einmaligen Gelegenheit. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Allerdings triefen die amourösen Verwick­lungen in einer Londoner Pension, in der internationale Gäste ein und aus gehen, genüsslich vor na­tionalistischen Vorurteilen und platten Charakteren. Wundervoll, findet der New Yorker Regisseur R.B. Schlather, überdreht die Buffa zur fetzigen Farce und verdon­nert das Ensemble im Lockdown (Corona lässt grüßen) zum perma­nenten Sich-Begegnen und Sich- Begehren in der Lobby. Da ver­sucht Bassbariton Gordon Bintner als touristischer Latin Lover Don Polidoro, die geheimnisvolle Livia mit Goldketten, angeklebtem Brusthaar und schwingenden Hüften zu gewinnen – dabei stän­dig auf die steifen, witzlosen Eng­länder schimpfend –, zappelt aber seinerseits fest im Erotik-Netz der Hotelchefin Madama Brillante (zum Brüllen komisch in Raffines­se und Verzweiflung: Bianca Tognocchi). Ständig Tee servierend spielt sie im sexy Ingrid-Steeger-Look gezielt das dumme Frau­chen, verfolgt aber eigentlich den Plan, ihrer Hoteltristesse zu ent­fliehen und mit Polidoro nach Ita­lien auszuwandern. Irrwitzig dümmlich kann auch Theo Le­bow als vorgeblich stinkreicher niederländischer Kaufmann nicht bei Livia landen, da ständig im Kampf mit Mundgeruch und wiederborstigem Haupthaar begrif­fen. Das quirlige Quintett perfekt macht Iurii Samoilov als steifer Adelssohn Arespingh samt Schirm, Charme und Melone, der am Ende die Hosen runterlässt und Titelheldin Livia alias Angela Vallone, die als Einzige tragisch über ihr Klischee hinauswachsen darf, in einer winzigen Telefon­zelle vernascht. Herrlich albern auch Cimarosas Einfall, mit Zau­berkraft in Gestalt eines Steins, der angeblich unsichtbar macht, dem Verliebtsein Polidoros auf die Sprünge zu helfen. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Bereits in der Ouver­türe leuchteten die musikali­schen Parallelen zur Musik des sieben Jahre jüngeren Mozart deutlich auf. Leo Hussains Dirigat hob diesen musikalischen Déjà-vu-Effekt gekonnt hervor und unterstrich zugleich die Unvorhersehbarkeit der Musik und ihren unverwechselbaren Humor.
Der amerikanische Regisseur R.B. Schlather griff diesen wie in einem Ping-Ping-Spiel mit dem Orchester auf und zünde­te ein komödiantisches Feuer­werk, das in seiner artistischen Raffinesse mühelos über drei Stunden hinweg trug. (…)
(…) Dem stimmlich wie dar­stellerisch überragend aufge­legten Solistenensemble (Angela Vallone – Livia, Bianca Tognocchi – Madama Brillante, Theo Lebow –  Sumers, Iurii Samoilov – Milord Arespingh, Gordon Bintner – Don Polidoro) gelang es ausnahmslos, hinter der stereotypen Buffo-Maske glaubhafte menschliche Ge­sichter erkennen zu lassen.

Silvia Adler, Darmstädter Echo


(…) Eingepasst und doch frei abgezirkelt im Korsett der Cimarosa-Nummern, die sich besonders zu zwei fluffigen Kettenfinale genüsslich ausweiten, macht dieses muntere Quintett drei Stunden lang Zuhör- wie -schaulaune. Diese Musik träufelt galant, ist handwerklich brillant gemacht, hält mit architektonischen Unregelmäßigkeiten wach, die Leo Hussain mit Gusto, aber unerbittlich raschen Tempi vorantreibt. (…)

Manuel Brug, www.brugsklassiker.de


(…) Das Produktionsteam um Regisseur R.B. Schlather nimmt die Vorlage zum Anlass, um ein Feuerwerk des Humors abzubrennen, mal übermütig, mal hintersinnig. Von einer „Inszenierung“ zu sprechen, wäre eine Untertreibung: Die schauspielerisch ungemein geforderten Protagonisten bewegen sich vielmehr in einer genauestens kalkulierten Choreographie über die Bühne. Slapstick und Ironie werden in der exakt richtigen Dosis und mit perfektem Timing serviert. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Leo Hussain mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester meistert die Partitur durch durchsichtig-prickelndes, aber ebenso exaktes Spiel der Musiker, als wolle das gesamte Orchester den Abend nur Champagner ausschenken angesichts der Freude, dass man wieder Musik spielen und Theater machen darf.
Großer Jubel im wegen des Wahlabends nur mäßig besetzten Haus – die aber dort sind, denen ergeht es mit Sicherheit besser als vor dem Fernseher daheim.

Achim Dombrowski, O-Ton


(…) Die Oper Frankfurt hat mit L’italiana in Londra eine Rarität ausgegraben, die musikalisch und inhaltlich einen Platz im Repertoire verdienen würde.

Thomas Molke, www.omm.de


(…) Die Frankfurter Italienerin ist jedenfalls Unterhaltungstheater im besten Sinne: herrlich gespielt, schön gesungen und saukomisch inszeniert.

Bernd Zegowitz, Badische Neueste Nachrichten

(…) Viel dunkle Magie (…) in Händels Zauberoper Amadigi, in der ausschließlich vier hohe Stimmen gegeneinander antre­ten: [Regisseur] Andrea Bernard versetzt sie ins autoritäre Spa-Reich von Well­ness-Intrigantin Melissa, der Eli­zabeth Reiter mit Präzision und nicht nachlassender Rachsucht überragenden Ausdruck verleiht. Schön zu erleben, wie Ensemble und Gäste stimmlich und sze­nisch aufs Ganze gehen: Der schwarze Countertenor Brennan Hall ringt fesselnd echt mit Rivale Dardano (eindrückliches Debüt von Beth Taylor), der angeblichen Untreue seiner Geliebten (kraft­voll: Kateryna Kasper) und den Zudringlichkeiten Melissas. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Und um Verliebte und Verrückte geht es auch in den folgenden drei Stunden. Andrea Bernard löst recht geschickt das Libretto-Problem, dass hier nur gebarmt, gefleht und gelitten wird, und dass ein weiteres Paar fehlt, um die Verwirrung wirklich zu würzen. So beschränken sich die Hindernisse, bis Amadigi endlich seine Oriana in den Armen hat, auf die Zaubertricks von Melissa, die aber nicht als Bühnenmagie, sondern als psychologische Manipulationen vorgeführt werden. Am Ende geht die ins Wasser, auch Dardano kommt durch seinen Exfreund Amadigi zu Tode. Wird das Paar auf dieser Grundlage glücklich werden können? (…)

Manuel Brug, www.brugsklassiker.de


(…) Im Grunde aber passt die Produktion in die Reihe der Frankfurter Händel-Inszenierungen, die fast alle für einen modernen, dramaturgisch und theatralisch ambitionierten Umgang mit der Barockoper stehen. (…)

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz


(…) Roland Böer führt (…) das Frankfurter Opern- und Museumsorchester mit sicherer Hand durch die barocke Partitur, so dass es am Ende großen und verdienten Beifall für alle Beteiligten gibt. (…)

Thomas Molke, www.omm.de


(…) Das singende Quartett, vier Rollendebüts: höchst engagiert. Als Titelheld ist der außerordentlich jugendlich wirkende Brennan Hall zu erleben (…). Kateryna Kasper ist seine Oriana, die bei aller Sanftheit über einen beherrschenden Sopran verfügt – ein neckischer Kommentar zur Beziehung zwischen den beiden, die im Spiel nur zart angedeutet wird. (…) Mächtig und prächtig Elizabeth Reiter als Melissa, ein überzeugendes Rivalinnen-Duell auch der Soprane. Als Dardano spielt Beth Taylor das Androgyne großartig aus, dazu passt ihr Mezzo, die tiefste Stimme des Abends. Ihre Arie „Pena tiranna“, eine namhaftere dieser Opernrarität, erinnert ja zum Verwechseln an die Rinaldo-Arie „Lascia ch’io piango“ und ist damit ein Zugpferd des Abends. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Das Frankfurter Opern- und Mu­seumsorchester unter der Lei­tung von Roland Böer sorgte mit prägnantem, kontrastrei­chem Spiel für starke emotio­nale Impulse. (…)
Während Elizabeth Reiter als Melissa gleißende Koloraturen und rachedurstig explodieren­de Spitzentöne abfeuerte und Beth Taylor als Dardano mit glutvoller, männlich gefärbter Altstimme auftrumpfte, liefer­te Kateryna Kasper als Oriana mit ihrem hellen Sopran ein lyrisches Gegengewicht. (…)

Silvia Adler, Darmstädter Echo


(…) Die drei Frauen (…) sind eine Wucht: Beth Taylor als Dardano mit sattem, aber beweglich-ausgeglichenem Mezzosopran, Elizabeth Reiter als von Eifersucht zernagte Melissa, deren Abgang trotz alledem zu Tränen rührt, und Kateryna Kasper als zärtlich liebende, aber arg gebeutelte Oriana, die sängerisch alle Gefühlsgrenzen ausloten muss.

Bernd Zegowitz, Badische Neueste Nachrichten


(…) An vorderster Stelle zu nennen ist Kateryna Kasper in der Partie der Oriana. Die Frankfurter Stammsopranistin befindet sich aktuell auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Fähigkeiten. Mit einem herrlich runden, honigsüßen Ton umschmeichelt sie ihren Geliebten. Verzierungen, Melismen und Koloraturen werden mit einer staunenswerten Makellosigkeit dargeboten. Sie erscheinen bei der Kasper nicht als Vokalkunststückchen, sondern als selbstverständlicher, ja notwendiger Teil ihrer Gestaltungskunst. Schon diese beglückende Gesangsleistung wäre Grund genug für den Besuch der Produktion. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Elizabeth Reiter bewegt sich in dieser Rolle, als sei sie jene Melissa, die sich krampfhaft an ein im Glas herumschwimmendes Herz klammert und über ihre Ohnmacht, Amadigi nicht herumdrehen zu können, verzweifelt. Ihre Ausbrüche sind stimmgewaltig, mit Strahlkraft und aller geforderten Härte, dramatisch ihr Tod. Melissa taucht ein in die Quelle der wahren Liebe. Während sie untergeht, singt sie so hauchfein wie der Dunst über dem Wasser. Eine sanfte Welle spült ihren Körper weg, unendliche Ruhe breitet sich aus, das Orchester verklingt. Stille. Händel verstand sich darauf, menschliche Qualen in allen Schattierungen und über lange Schwelltöne hinweg in der Musik abzubilden. Elizabeth Reiter füllt diese Partie mit großartiger Stimmkunst und darstellerischer Überzeugung aus. (…)

Christiane Franke, www.klassik.com

(…) Mitterrutzner singt ohne Prätention, exzellent schlicht der lyrisch-weiche Ton. Auf der anderen Seite lässt er immer wieder einmal den Opernsänger hören. Gerade im ersten Drittel sind einige Stelle vergleichsweise „ausgesungen“. Das geht dann an die Grenze des Liedgesangs, sprengt sie aber nicht.
In der klaren rhetorischen Durchformung wahrt Mitterrutzner eine beobachtende Distanz, den Abstand eines Außenstehenden. Das ist nicht die schmerzhaft intime Offenbarung der Seele und auch kein Bad in der romantischen Melancholie. Alles wirkt unangestrengt, die Phrasierungsnuancen sitzen, die Textverständlichkeit ist beispielhaft.
Phänomenal luzide der Klavierpart von Gerold Huber, mit gelegentlichen Pointierungen in den Einleitungen und einer immer aufmerksamen Einlässlichkeit mit Blick auf den Sänger.

Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau


(…) Intensiver, lang anhaltender Applaus (…).

Markus Gründig, www.kulturfreak.de

(…) Mit (…) der Möglichkeit, vor einem ausgebuchten Haus zu spielen, startet die Oper Frankfurt gestärkt in die neue Spielzeit. Und mit dieser fulminanten Wiederaufnahme von Norma beweist sie, dass man auch weiterhin „ganz große Oper“ in der hessischen Bankenmetropole erwarten darf. So scheint die Krise zumindest an der Oper Frankfurt überwunden zu sein!

Alexandra Richter, www.bachtrack.com


Die Premiere der Frankfurter Norma am 10. Juni 2018 war ein Triumph von Elza van den Heever (…). Kann unter diesen Bedingungen eine Umbesetzung der Titelpartie gelingen? Sie kann, was sich gerade in der aktuellen Wiederaufnahmeserie zeigt. Die Oper Frankfurt hat mit Ambur Braid im eigenen Ensemble eine überzeugende Neubesetzung gefunden. (…)
(…) Das Publikum belohnt dieses überzeugende Rollendebüt mit starkem Schlussapplaus. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de