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(…) Eine erfrischende, begeisternde Bühnenpräsenz ging von den beiden Strippenziehern aus: Sebastian Geyer als agiler Don Alfonso und Elizabeth Reiter als selbstbewusste und aufreizende Despina, als näselnder falscher Notar und als falscher Arzt mit Akupunkturnadeln statt Mesmer-Magneten.
Vor allem im zweiten Akt loteten Karolina Bengtsson (Fiordiligi), Kelsey Lauritano (Dorabella), Taehan Kim (Guglielmo) und Matteo Ivan Rašić (Ferrando) tiefgründig ihre Gefühlswelt aus. „Historisch informiert“ – und somit agil und drahtig – spielte das Opernorchester unter Takeshi Moriuchi auf.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

(…) Auf der Bühne mondlose Nacht über Peking, im Reich der Musik ein Hauptgewinn. Im Prolog glänzten bereits Chor und Kinderchor der Oper. Das Orchesterspiel unter der Leitung von Simone Di Felice stand im positiven Sinne unter nervöser Spannung und blieb stets im Fluss. Immer wieder betörte es mit exotischen Farben, als würden auch chinesische Mundorgeln und Bambusflöten mitspielen. In den wuchtigen Passagen entwickelte es enorme Macht, Schärfe und zugleich Transparenz.
Fantastisch ist die Sängerbesetzung mit Elza van den Heever, die sich die undankbar eisige Titelrolle souverän zu eigen macht. Julia Stuart berührt als Liù, Alfred Kim überzeugt als zuverlässiger und zudem stimmschöner Calaf. Liviu Holender, Sven Hjörleifsson, Michael Porter (Minister-Trio), Thomas Faulkner (Timur) und Michael McCown (Altoum) komplettieren das starke Ensemble.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse