(…) Auf der Bühne mondlose Nacht über Peking, im Reich der Musik ein Hauptgewinn. Im Prolog glänzten bereits Chor und Kinderchor der Oper. Das Orchesterspiel unter der Leitung von Simone Di Felice stand im positiven Sinne unter nervöser Spannung und blieb stets im Fluss. Immer wieder betörte es mit exotischen Farben, als würden auch chinesische Mundorgeln und Bambusflöten mitspielen. In den wuchtigen Passagen entwickelte es enorme Macht, Schärfe und zugleich Transparenz.
Fantastisch ist die Sängerbesetzung mit Elza van den Heever, die sich die undankbar eisige Titelrolle souverän zu eigen macht. Julia Stuart berührt als Liù, Alfred Kim überzeugt als zuverlässiger und zudem stimmschöner Calaf. Liviu Holender, Sven Hjörleifsson, Michael Porter (Minister-Trio), Thomas Faulkner (Timur) und Michael McCown (Altoum) komplettieren das starke Ensemble.
Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse