Presse

Pressestimmen

(…) Kontrastreich, regiehandwerklich souverän, darstellerisch lebendig und sängerisch durchweg vorzüglich bietet die Oper Frankfurt einen vergnüglichen und kurzweiligen Abend zum Saisonausklang.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Sehr sehenswert und als hauseigenes Gesangsfeuerwerk vor allem überaus hörenswert.

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Vier grundverschiedene Charaktere treffen als Allegorien in einem Streitgespräch aufeinander. Da ist die personifizierte Schönheit (sensitiv: Monika Buczkowska-Ward), der das Vergnügen (subtil: Younji Yi) ewige Jugend verspricht. Die Zeit (subversiv: Michael Porter) heilt nicht alle Wunden, sie verstärkt die Zweifel der Schönheit. Die Erkenntnis (symbolträchtig: Katharina Magiera) schließlich weiß, wie die Realität aussieht. Bis die Schönheit das kapiert, vergehen drei Stunden.
(…)

Manfred Merz, Frankfurter Neue Presse


(…) Musikalisch darf der Abend (…) als Triumph der Händelschen Musik bezeichnet werden. (...)

Dieter David Scholz, www.deropernfreund.de


(…) In diesem Ambiente erzählt Kastening in einer ausgeklügelten Personenregie eine Geschichte, die trotz der allegorischen Figuren einem heutigen Publikum großen Aktualitätsbezug bietet. (…)

Thomas Molke, www.omm.de

(…) Der Regisseur Manuel Schmitt, sein Bühnenbildner Bernhard Siegl und der Lichtkünstler Joachim Klein haben an der Oper Frankfurt für Rossinis ernste Oper Tancredi, die 1813 dessen Weltruhm begründete, eine sehr kluge, wohldurchdachte Lösung gefunden. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) Unter der musikalischen Leitung von Giuliano Carella ist es in allererster Linie ein Sängerinnen- und Sängerfest, das sich hier auftut. Mit jungen Kräften aus dem Haus oder dessen nächster Umgebung und in einem so innigen Miteinander, dass es auf den Gesamtkörper Oper Frankfurt zurückstrahlt.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Tancredi ist eine der großen Hosenrollen der Opernliteratur, also eine Rolle, in der üblicherweise eine Mezzosopranistin eine männliche Bühnenfigur spielt, und Ribas gibt eine gesanglich und schauspielerisch großartige Vorstellung. Die beiden Duette von Tancredi und Amenaide sind ein musikalischer Höhepunkt der ganzen Frankfurter Saison, denn auch die italienische Sopranistin Bianca Tognocchi, auch sie Ensemblemitglied, ist eine beeindruckende Amenaide, die den rossinischen Belcanto scheinbar mühelos beherrscht und mit gekonnter Leichtigkeit von den herrschenden Dur-Tonarten in das c-Moll der Gefängnisarie und dann zurück ins Dur wechselt. Sowohl Theo Lebow als Argirio und Kihwan Sim als Orbazzano tragen zum Gelingen der Aufführung bei.

Stefana Sabin, www.faustkultur.de


(…) Der Dirigent Giuliano Carella (…) legt (…) die Mechanik offen, dosiert klug die Geschwindigkeit, setzt Farbtupfer. Und auch später erweist er sich als flexibler Begleiter, der immer den Sängerinnen und Sängern dient, aber klare Tempovorstellungen hat. Und das Frankfurter Museums- und Opernorchester folgt ihm auf den Schlag. Besonders schön gelingen die Vorspiele zu einzelnen Arien, die die Melancholie des Geschehens betonen, und vor allem der Schluss, bei dem nicht nur Tancredi, sondern auch die Musik stirbt. (…)

Bernd Zegowitz, Allgemeine Zeitung Mainz


(…) Die Reaktion des Premierenpublikums am Ende, großer Applaus für Giuliano Carella, für das exquisite, fast kammermusikalisch besetzte Frankfurter Opern- und Museumsorchester und das Ensemble (…).

Christiane Franke, www.klassik.com

(…) Kaum ist sie auf der Bühne, schlägt die Manzel ein wie eine Naturgewalt. Mit dem Ergebnis, dass ihr das Haus schon zu Füßen liegt, bevor die wohl bedeutendste Barrie-Kosky-Muse Berlins ihren ersten Ton überhaupt gesungen hat. Und wenn sie erst mal richtig loslegt mit ihren sechs Musikern und ihren 20 Verwandlungen, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Die Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel, ein Star der Komischen Oper, war die Solistin dieses Abends des leichten, sentimentalen bis sacht kessen Tons. Ein fünfköpfiges Instrumental-Ensemble selbiger Herkunft bot jenen Klang, den der Operngesang und die Operninstrumentalität schwerlich zur Geltung bringt. Jener Klang, der Atmosphäre hat.
(…)
Nichts Grelles und Schrilles, sondern gelassene Heiterkeit ließ die Liederabend-Saison 2025/26 ausklingen.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Mit dieser symbolistischen Punktlandung lässt die Oper Frankfurt den dritten prachtvollen Premierenstern in Folge aufsteigen: Tatjana Gürbacas Written on Skin, Andrea Breths Turandot und jetzt Àlex Ollés Bluthochzeit. Vom Mittelalter-Femizid über die Nordkorea-Kälte der köpfenden Prinzessin bis hin zur Messerstecherei der Clans. Düstere Zeiten – antike Wucht.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) So karg wie stark: Wolfgang Fortners Oper Die Bluthochzeit nach Federico García Lorca überzeugt an der Oper Frankfurt sowohl musikalisch wie szenisch.


(…) Da ist sie wieder, die Stunde des Bluts. Wenn Claudia Mahnke das heraussingt, ist es so kalt wie markerschütternd. Die Frankfurter Mezzosopranistin ist hier in ihrer ganzen kultivierten Leidenschaft und Expressivität gefragt und bietet sie in einer von allen Allüren und Standardgesten befreiten Reinform.
(…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) In der unheimlichen Waldszene sorgen die Kostüme des Mondes (stimmgewaltig: AJ Glueckert) und der Bettlerin (Daniela Ziegler) jedoch für fantasiereiche Akzente. (…)

Silvia Adler, Darmstädter Echo


An der Oper Frankfurt formt Regisseur Alex Ollé Wolfgang Fortners Bluthochzeit nach Federico García Lorca zu einer bitterkalten, entseelten und gerade dadurch so präzisen psychologischen Studie. (…)

Patrick Erb, www.concerti.de


(…) Àlex Ollé inszeniert das Drama im sinnfällig düsteren Bühnenbild (Alfons Flores) und den in strenger Schwärze gehaltenen, perfekt stilisierenden Kostümen (Lluc Castells) mit dichter Personenführung stringent und eindringlich.

Jörg Riedlbauer, www.orpheus-magazin.de

(…) Die Verbindung aus gewichtiger Bewegung und aufgeräumter, sich gerade im Leisen und Zurückhaltenden bewährender Artikulation, die Bailey eigen ist, traf den Klangsinn genauso, wie es auch bei Liedern Franz Schuberts der Fall war.
(…)
Mit dem Ausbruch aus der moribunden Welt hoher Trübseligkeiten kam in „Auf der Bruck“ ein explosiv wirkender Impuls vonseiten des Klaviers ins Spiel, der von Anne Larlee, seit 2016 als Solo-Repetitorin und Coach der hiesigen Oper tätig, verantwortet wurde. Eine Pianistin, die die dramatischen, kommentierenden, quasi-szenischen Aspekte ihres Parts so bestechend klangfigürlich auf Augenhöhe mit dem Gesang zu bringen vermochte, dass der Liederabend auch eine idealtypische Parität in der Gesamtheit vokal-pianistischer Ausdrücklichkeit zeigte. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Viel Text, Melancholie, ja: Depression, schwere Kost, man musste gut aufpassen. Aber der polyglotte Bariton macht es dem Publikum (darunter viele junge Leute!) leicht, weil es dieser herrlich ausgeglichenen, kernigen, perfekt fokussierten und ausdrucksvollen Stimme einfach gerne zuhört. (…)

Anderas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Exakt traf das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Giacomo Sagripantis Leitung den Belcantoton des frühen Verdi, aber auch den untergründigen Rumor des Bösen, die Glasbläschen innerer Fäulnis. Sauber und aussagekräftig einmal mehr der Opernchor, von Manuel Pujol exzellent einstudiert.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Andrea Breth verwandelte ihr spätes Debüt an der Oper Frankfurt am Sonntagabend in einen veritablen Musiktheatertriumph. Von stehenden Ovationen gefeiert, zeigte die 73-jährige Regielegende in nahtloser Übereinkunft mit Generalmusikdirektor Thomas Guggeis ihre zwingende politische Sicht auf Puccinis Turandot. (…)

Bettina Boyens / Wieland Aschinger, www.musik-heute.de


(…) Andrea Breth erzählt nicht von Liebe, sie erzählt von Macht.
Gleichwohl ist ihre Liù als einzige liebende Figur ein Dreh- und Angelpunkt, Guanqun Yu füllt ihn mit Zärtlichkeit aus und der einzigen lieblichen, süßen, nachher entsprechend bejubelten Gesangspartie. Turandot ist hingegen die große Elza van den Heever mit einem monströsen Auftritt und einer riesigen, eisigen, schneidenden Stimme, die bloß für Momente angeweicht ist. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz


(…) Das gesamte Solisten-Ensemble und die Chöre agieren auf Frankfurter – sprich hohem – Niveau. Thomas Guggeis sorgt mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester im Graben für genau die überraschend transparente, den Bombast meidende Klarheit, mit der auch die Inszenierung besticht.

Roberto Becker, www.orpheus-magazin.de

Strahlend und selbstbewusst fällt er mit der Tür ins Haus. „Questa o quella“, heute die, morgen eine andere (gemeint sind Frauen!) – dem Herzog in Verdis Rigoletto ist‘s egal. Mit dieser beliebten Bravour-Nummer, der weitere Hits aus dem vergleichbaren Opernrepertoire folgen, begeistert Joseph Calleja seine zahlreich erschienenen Fans (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


Zu den Liederabenden im Frankfurter Opernhaus gehört etwa einmal in der Spielzeit auch die Übergröße, diesmal mit dem vor Kraft strotzenden maltesischen Tenor Joseph Calleja, Anfang des Jahres 48 geworden. Er bot auch keinen klassischen Liederabend, sondern eine Mischung aus Arien, Reisesouvenirs und Showtime-Krachern. Ein interessanter Gesamteindruck: einerseits die raumsprengende Größe der Stimme, andererseits die Erfordernis, ökonomisch mit ihr umzugehen.
(…)
Ausdrücklich bedankte sich Calleja bei seiner Begleiterin, der französischen Pianistin Sarah Tysman, für ihre Geduld, und in der Tat schritt sie stoisch und äußerst aufmerksam durch die muntere Abfolge, die sie selbst mit einigen filigranen Soli ergänzte. Schon Ruggero Leoncavallos Schlager „Mattinata“ hatte Zugaben-Verve, es folgten dann noch vier echte, darunter „Granada“ und „La vie en rose“. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Thomas Guggeis leitet das Opernorchester straff, sicher und transparent (…). Marco Jentzsch steht seinen Tristan klug haushaltend, angenehm timbriert und ohne Forcieren. Miina-Liisa Värelä überzeugt als solide Isolde. Sehr gut besetzt aus dem Ensemble: Claudia Mahnke als Brangäne, Andreas Bauer Kanabas als warmtönender Marke, Nicholas Brownlee als starker und präsenter Kurwenal. Zum rauschenden Applaus fand sich auch das Orchester oben auf der Bühne ein.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse


(…) So bietet diese starke Wiederaufnahme eine Gala der großen Wagnerstimmen mit einem hellwachen Dirigat und engagierten Darstellern in einer werkdienlichen Inszenierung.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) „The Rebellious Recital“ hat Coote (…) schon seit einigen Jahren im Repertoire. Rebellisch und aufsässig sind dabei nicht so sehr die Nummern selbst – beziehungsweise: Lieder und ihre Texte sind immer auch bereit, rebellisch und aufsässig zu sein, ohnehin. Waghalsig hingegen ist die Zusammenstellung, in der direkt auf Hugo Wolfs „Denk’ es, o Seele!“ David Bowies „Life on Mars“ folgt, dessen letzter Ton, von [Pianist Julius] Drake eine halbe Ewigkeit lang gehalten, in Gustav Mahlers „Ich bin der Welt abhandengekommen“ übergeht. Es wird Sie nicht überraschen, dass Joni Mitchells „Borderline“ und Leonard Bernsteins „Somewhere“ diese Liedgruppe abschlossen.
(…)
Insgesamt ist das ein tollkühner Mix, auch wenn sich natürlich hier und da Zusammenhänge anbieten. Folgt auf Richard Wagners Wesendonck-Lied „Schmerzen“ direkt Burt Bacharachs und Elvis Costellos „Thief“, zeigt sich – könnte man sagen – die Liebe in ihrer heillosen Kompliziertheit. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) John Osborn [Werther], ist eine sängerische Offenbarung (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Das Publikum bedankt sich mit begeistertem und langem Schlussapplaus und feiert insbesondere John Osborn, Bianca Andrew [Charlotte] und das Orchester.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Die Suche nach Schönheit in einer gottlosen, entzauberten Welt ist ein zwiespältiges Unterfangen. Es ist ein Theater des Schönen und der bitteren Grausamkeit. In diesem Sinne illuminiert Tatjana Gürbacas Inszenierung auch George Benjamins suggestive Klangfindungen zwischen hypnotischer Subtilität und geräuschhafter Gewalt. Die kaleidoskopartigen Farbwirkungen dieser Partitur sind beim Frankfurter Opern- und Museumsorchester in den besten Instrumentenhänden und der Dirigent Erik Nielsen akzentuiert die Zeitschichten mit präziser Prägnanz. Das vermeintliche Kammerspiel ist packende, mit neunzig Minuten Spieldauer konzentriert-spannende große Oper. 

Bernd Künzig, SWR Kultur am Morgen


(…) Getragen wird der Abend von zwei überragenden Sängerdarstellern: Ensemblemitglied Elizabeth Reiter, die Agnès mit überreicher Gefühlspalette zeichnet, und dem dänischen Meisterbariton Bo Skovhus als Protector. Wie die beiden sich in den 90 Premierenminuten begehren, zu besitzen trachten, sich eifersüchtig umkreisen und dabei immer wieder missverstehen, erzeugt glühende Reibungsflächen. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Elizabeth Reiter erscheint als Schwarzwaldmädel im schwarzen Kleid mit weißem Häubchen und Schürze – ein Unschuldslamm (und nicht einmal Gottes), das in Tatjana Gürbacas tiefschürfender, unter die Haut gehender Inszenierung anfangs sogar ein wenig zurückgeblieben wirkt. Reiter gestaltet schon diese erste Szene mit einer beeindruckenden darstellerischen Intensität und Variabilität. (…)

Jürgen Otten, Opernwelt


(…) Tolles Ensemble, wie eigentlich fast immer in diesem Opernhaus.
Fazit: Absolutely not to miss!

Andrea Richter, www.textor.online

(…) Der 38-jährige Grahl verfügt über einen plastischen, druck- und affektationsfreien Tenor bei dichtem und bruchlosem Timbre. Eine fast belcantistische Geschlossenheit. Sie bedeutete nicht nur große Textverständlichkeit, sondern passte auch bestens zur Distanz aller drei Komponisten gegenüber schwergewichtigen oder geschwollenen, auch dramatisierenden Klanggestaltungen.
(…)
Die vielfach schmucklose Diktion, die sich gerne mit einem parlandohaften Vortrag verband, war hervorragend. Sehr schön und eine pointierende Bereicherung darstellend: die Klarheit der korrespondierenden Klavierstimme von Klara Hornig. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Das alles hätte weniger überzeugt, wenn Grahl und Klara Hornig, seine empfindsam sekundierende Partnerin am Klavier, den erforderlichen Ton nicht so perfekt getroffen hätten. Makellos die Intonation des Tenors, seine Präzision und Textverständlichkeit, die Liebe zum Detail und die Scheu vor allzu großem Effekt.
Pianissimo schloss das Programm, ergänzt durch Eisler/Brechts „Kinderhymne“, die manche nach 1990 gerne als gesamtdeutsche Hymne gesehen hätten. Gänzlich unspektakulär und doch wunderbar!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Frankfurt ist das Mekka der Opernfans. Neuentdeckte barocke Gesangskunst von Agostino Steffani, modern Berührendes mit Mieczysław Weinbergs Passagierin, jetzt Emotion pur von Giacomo Puccini: ein Dreiklang im Zehn-Tage-Rhythmus, vor stets ausverkauftem Auditorium, mit ein und demselben Orchester und einem maximal leistungsfähigen Ensemble. Begeisternd. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Orchester unter der Leitung des Briten Leo Hussain intonierte diese so empfindliche und sensible Partitur mit der nötigen Dringlichkeit, aber ohne jedes falsch moralisierende Pathos. So schlich sich der Schrecken des Gezeigten langsam in das Publikum hinein und tat seine Wirkung ganz ohne laute Töne.

Frank Raudszus, www.egotrip.de


(…) Das insgesamt 19-köpfige Ensemble singt und spielt konzentriert, auf höchstem Niveau. Katharina Magieras Lisa kann, hin- und hergerissen, die Erinnerungen nur mühsam übertünchen. Walter (AJ Glueckert) fürchtet um seine Karriere, aber interessiert sich lebhaft für das Vorleben seiner Frau.
Mit dramatischer Wucht und zerbrechlicher Seele: Amanda Majeski (Marta); Mikolaj Trąbką ist ihr selbstbewusster Verlobter Tadeusz.
Alle halten den Atem an, wenn Julia Stewart (Katja) a-cappella ein russisches Volkslied singt – wehmütig und doch auch voller Freiheitspathos. Wohl vergeblich.
Betroffene Begeisterung im Publikum. Es gibt noch zwei Vorstellungen bis zum 21. Februar.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wo das Ensemble auf 99 Prozent kommt, schafft [Dirigent] Václav Luks die 101 Prozent. Mit zahlreichen Gästen in der Continuo-Gruppe, im Schlagwerk und in den Holzbläsern sorgen das barockaffine Frankfurter Opern- und Museumsorchester und er an der Spitze für eine kleine Steffani-Erweckung. Die Entdeckerfreude und Liebe zur tiefsinnigen Gestaltung ist Luks, der wie ein Feinmechaniker an jedem seiner Instrumente schraubt, dreht und zieht, schlicht nicht abzuerkennen. Freilich ist dieses genaustens getaktete orchestrale Uhrwerk die größte Sensation dieses Abends – auf den sich ein geduldiges und aufmerksames Premierenpublikum vollends eingelassen hat. Und belohnt wurde.

Patrick Erb, www.concerti.de


(…) Von großem Witz und auch ausgezeichnet vorbereitet sind die Begegnungen von Aeneas’ Diener Corebo und Lavinias Dienerin Nicea: der Bariton Pete Thanapat und der Tenor Theo Lebow, die umeinander herumgockeln und -turteln. [Regisseur R.B.] Schlather zeigt, wie man auf der Grenze zwischen einem gemeinsamen Riesenspaß und einer Lächerlichmachung ohne jeden Verzicht auf der Riesenspaß-Seite bleiben kann. Das ist ein menschenliebender Abend.
(…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Auf der Opernspielwiese haben alle Spielarten von Liebe Platz und die Zuschauenden haben ihre Freude daran. Warum Steffani ausgerechnet in Frankfurt begraben liegt? Er starb hier 1728 zufällig – auf der Durchreise!

Bernd Zegowitz, Darmstädter Echo


(…) Stimmen und Orchester greifen sehr gut ineinander. Für das Ensemble, das geschlossen auf einem sehr hohen Niveau agiert, ist es nicht unbedingt ein Stück zum Strahlen. Margherita Maria Sala begeistert vielmehr mit einem dunkel getönten, sehr geschmeidigen Alt. Ihr gehören die persönlichsten Momente des Abends. Karolina Makuła gibt im Kontrast dazu einen expressiven und spielfreudigen Turno. Michael Porter singt Enea mit tenoraler Power. Die Raffinesse aber steckt oft in den Duetten. „Warum liebst du mich eigentlich?“, fragt Lavinia Turnus – und da sind sie wieder, die ganz normalen Beziehungsfragen, auf die der Überrumpelte nichts so recht zu erwidern weiß.

Jesper Klein, Rhein-Neckar-Zeitung


(…) Das Bühnengeschehen changiert ausgesprochen unterhaltsam zwischen Leidenschaft, Sinnlichkeit und Humor. (…)

Silvia Adler, Opernwelt

(…) Bei vergleichsweise guter Textverständlichkeit war Hillebrands Stimme auch im Pianissimo noch tragfähig. Sie gefiel mit mühelos strahlender Höhe und bruchlos eingeflochtenen tieferen Lagen, so dass auch der fahle Rezitationston des Todes in „Der Tod und das Mädchen“ noch in der Höhe verankert blieb. (…)

Doris Kösterke, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Mit trefflicher Intonation war dem gestischen Charakter der Lieder, die manchmal noch einen mozartischen Habitus zeigen, bestens gedient. Ein Werk wie Goethes „Der Musensohn“ schien Hillebrand besonders zu liegen und ließ die musische Allgegenwart in jagender, fast atemloser Aufgebrachtheit gut zur Geltung kommen: „Ihr gebt den Sohlen Flügel“.
(…)
Simon Lepper, Professor für Liedbegleitung am Royal College of Music, glänzte mit einem, den Tempomodulationen der Solistin haargenau folgenden Spiel, das seinen Verlauf gestalterisch zugleich höchst plastisch machte. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Simon Lepper am Klavier begleitet zuverlässig, das Publikum ist begeistert. Viel Beifall, drei Zugaben.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Hugo Wolfs Vertonung des Goethe-Gedichts [„Grenzen der Menschheit“] stand am Anfang des Liederabends, den Franz-Josef Selig und Pianist Gerold Huber in der Oper Frankfurt gaben. Mit seiner großen Kunst der Deklamation verlieh der 1962 geborene Bass schon hier jedem Wort doppeltes Gewicht, weil er so genau, so verständlich artikulierte und zugleich mit seinem eleganten und profunden Bass so kantabel gestaltete. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Nach der Pause ein selten zu hörender Zyklus, Dmitri Schostakowitschs Suite nach Gedichten von Michelangelo Buonarroti (1974), für die Selig sich problemlos und äußerst überzeugend in einen russischen Bass verwandelte. Wenn das bisher finstere Texte waren, so erfolgte nun eine Neumondnachtschwärze. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) In der Fachterminologie ist Selig ein „seriöser Bass“, eine der seltenen, wirklich tiefen Stimmen mit Tönen, die dort Substanz haben, in der Mittellage enormes dynamisches Gestaltungspotential und Risiken beim Höhenflug nicht scheuen. Bewundernswert, wie Selig seine angenehm-füllige und weich schattierte Stimme für den Ausdruck einzusetzen weiß. (…)
Viel Beifall für den stets spannenden Vortrag.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Mit Farbereichtum wartet das Opernorchester auf, von Jader Bignamini glutvoll, wirkungssicher geführt. Glänzend erneut der von Álvaro Corral Matute vorbereitete Chor sowie der Kinderchor – ebenfalls ein starkes Plus dieser Aufführung. In der Choreografie Otto Pichlers spielt eine kleine Gruppe Balletttänzer großen griechischen Chor – kommentiert, kritisiert, karikiert. Wer die Charaktere kennenlernen und verstehen will, sollte diese außergewöhnliche Inszenierung ganz bewusst anschauen.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Ensemble ist teilweise mit stimmlicher Akrobatik gefragt, jedenfalls mit Beweglichkeit. Gespielt werden muss auf Teufel komm raus. Das funktioniert wunderbar. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Birtwistles Musik ist spielerisch, neobarock, fragmentiert. Das klein besetzte Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Alden Gatt spielt die über 100 Einzelnummern mit trockenem Witz und nüchterner Überdrehtheit. (…)

Bernd Zegowitz, Allgemeine Zeitung Mainz


(…) Dem im Werk angelegten tiefenpsychologischen Spiel gibt Wolfgang Nägele Raum […]. Dabei sind die im Programmheft angekündigten Stroboskop-Effekte sicherlich nicht das Verstörendste in dieser düster-tiefen und sehenswerten Produktion. (…)

Martina Jacobi, Die Deutsche Bühne


(…) Jarrett Porter ist mit hellem Bariton ein bei allem absurden Unfug klangschöner, wendiger Punch, Cecilia Hall eine lyrische, ein wenig brave Judy (was freilich der Rolle entspricht). Sven Hjörleifsson und Alfred Reiter als Anwalt und Doktor geben ein komödiantisches Paar ab […]. Danae Kontora bewältigt mit leichtem, agilem Koloratursopran überzeugend die halsbrecherischen Sprünge, die Birtwistle für Pretty Polly komponiert hat. Ebenso elegant wie souverän gestaltet Liviu Holender mit geschmeidigem Bariton den Puppenspieler Choregos. (…)

Stefan Schmöe, Online Musik Magazin
 

(…) Dass die [„nächste Show“], in der Brutalität wie in der Unsterblichkeit ihrer Figuren, auch ein Computerspiel sein könnte, bleibt der Phantasie des begeisterten Premierenpublikums überlassen. Das feiert die Produktion, vor allem die sechs Solisten (…).

Axel Zibulski, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main

(…) Tatsächlich ist die Frankfurter szenische Erstaufführung dieses letztlich zweitrangigen Mozartwerks in einer Inszenierung von Claus Guth ein atemberaubend spannendes musiktheatralisches Ereignis, für diese Oper speziell gewiss nicht mehr zu überholen, aber auch insgesamt von außergewöhnlichem Rang, was das Durchgefeilte in Theorie und Praxis betrifft. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit, die Opernhäuser in Madrid, Neapel und Barcelona waren beteiligt. In Frankfurt hat das nichts Abgespieltes oder Abgespultes, alles ist auf Draht, und wenn es einen Grund gibt, sich als Opernhaus auf das zwiespältige Arrangement von Koproduktionen einzulassen, so hat man ihn hier. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Die geschickte Lichtregie (Olaf Winter) lässt den Schatten des Königs, bevor er fällt, immer größer, bedrohlicher werden. Ein Spiegel möglicher Empfindungen des jungen Mozart gegenüber dem ihn schier erdrückenden Vater Leopold. Immerhin war der junge Mann erst vierzehn! Starker Beifall für eine hochinteressanten, gelungenen Abend.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Ein nicht zu groß besetztes Orchester, tolle Solostellen, eine Arie mit dem Solohornisten auf der Bühne – fantastisch. Transparenz, Brillanz, Kontraste und eine gute Balance zwischen Orchestergraben und Bühne. Der Lohn ist begeisterter und langer Schlussapplaus, für Musik und Regie. Wirklich sehenswert!

Meinolf Bunsmann, hr2-kultur / Frühkritik

Diese Aufführung im Juli 2023 war eine Sensation. Die ersten Menschen von Rudi Stephan, gut einhundert Jahre zuvor in Frankfurt uraufgeführt, ein singuläres Meisterwerk, dessen Modernität bestens zum derzeit vielzitierten „Neuen Frankfurt“ passt. (...)
Viele junge Leute im Saal – das Stück und sein Ambiente treffen einen Nerv auch unserer Zeit, die über menschliche Unvollkommenheit auch schmunzeln kann.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Bei der ersten Begegnung lebt die Inszenierung von ihren originellen Details und manch unerwarteter Wendung. Man ist bis zuletzt gespannt darauf, was die Regie als Nächstes zeigen wird, wie die Geschichte sich in das ungewöhnliche Setting einpassen wird. Beim Wiedersehen erkennt man nun besser, wie genau das alles gearbeitet ist und wie gut die Bilderfindungen sich zur Musik fügen. Man kann dieser szenisch originellen und spannenden Inszenierung mit ihrer in jeder Hinsicht großartigen Besetzung nur möglichst viele Zuschauer wünschen, damit dieses Schmuckstück nicht bereits nach der ersten Wiederaufnahme abgesetzt wird.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Warum der Schatzmeister (...) auf hessisch babbelt? Mer waas es net so genau. Ist wahrscheinlich ein Bänker aus Frankfott.
Besagter Antonio hatte seine Rollen- und Bühnenpremiere in Frankfurt, es ist Matthias Matschke, bekannt als Fernsehschauspieler in der Rolle des „Hagen Pastewka“. Er schlägt sich wacker und charmant durch die Rolle, in der er auch zu singen hat. (...)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse


(…) Wie schon in der Premiere animiert Karsten Januschke das auf Kammergröße reduzierte Orchester zu einer schwungvollen und transparenten Umsetzung der Partitur. (...)
Insgesamt hat die Produktion in der Wiederaufnahme szenisch wie musikalisch nichts von ihrem Schwung verloren und bietet die Gewähr für unbeschwertes Vergnügen. Mehr muß man von einer Operette nicht erwarten, aber auch nicht weniger.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Großen Jubel und teils stehende Ovationen ernten am Sonntagabend die vielen Mitwirkenden in Modest Mussorgskis russischer Nationaloper "Boris Godunow", die an der Oper Frankfurt Premiere feierte. Regisseur Keith Warner und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis hatten sich mit der selten gespielten Schostakowitsch-Version die längst mögliche Fassung aus dem Jahr 1939/40 vorgenommen. Und entrollen in viereinhalb Stunden auf der Dunkeldüster-Bühne Kaspar Glarners ein gewaltiges Panorama machtpolitischer Intrigen der russischen Geschichte. (…)

Bettina Boyens / Wieland Aschinger, www.musik-heute.de


(...) [Es gelingt] Guggeis, den großen Apparat – allein sechzehn Solisten in gewichtigen Rollen, dazu den von Álvaro Corall Matute unüberbietbar genau vorbereiteten Chor samt Kinderchor – zusammenzuhalten und einen packenden erzählerischen Sog zu erzeugen.
Die vorbildlich durchgearbeitete Beziehungsregie zwischen den Figuren, die das Frankfurter Publikum mit lautem Beifall quittiert, wird von durchweg vorzüglichen Sängern mit Leben erfüllt. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(...) Das brillant spielende Orchester unter Thomas Guggeis trifft zielgenau den sarkastischen Unterton dieser Bearbeitung mit stark vertretenem Schlagwerk. Mit uhrwerkartiger Präzision, aber immer wieder emotional ausbrechend, zeichnet das Orchester den Lauf der Geschichte als unberechenbares Spiel der Mächte und entlarvt die falsche Pracht des Despotismus. (...)

Silvia Adler, Opernwelt


(…) [Thomas Guggeis] dirigiert mit leidenschaftlicher, furchtloser Intensität, und das großartige Frankfurter Opern- und Museumsorchester wächst über sich hinaus. Keith Warners Inszenierung präsentiert die Handlung mit bewundernswerter Klarheit. Kaspar Glarners drehbares Bühnenbild besteht aus drei halbkreisförmigen Teilen, die sich geschickt an die Anforderungen jeder Szene anpassen lassen. (…)

Hugo Shirley, Opera Now (Übersetzung: Oper Frankfurt)


(…) Als Bindeglied fungiert der Gottesnarr, Michael McCown in einer wunderbar zarten Rolle. Er ist als erster und auch dann fast immer da und insofern anders als der durchaus eingriffige Chronist Pimen der wahre mitleidende Augenzeuge des Grauens. Er hat das letzte Wort. Seine Klage gibt auch den Ukrainerinnen recht, die vor der Premiere am Operneingang protestieren. Das ist kein Widerspruch zum Jubel im Haus, es gehört dazu. Auch davon handelt dieser große Abend.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(...) Frankfurt zeigt Boris Godunow in vitaler, üppig ausgestatteter, doch nie ins Kitschige kippender Form. Keith Warner bleibt Chronist. (…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, dieser so geniale und exzeptionelle Klangkörper, entfesselt unter Thomas Guggeis einen Klang von bezwingender Eleganz und eruptiver Energie. (…)

Patrick Erb, concerti.d

Die slowakische Sängerin Slávka Zámečníková vereint mit 33 Jahren eine jugendlich wirkende Silberglockenstimme mit genug Fülle, Schwere und Größe, um durch nur eine einzige Richard-Strauss-Zugabe („Zueignung“, natürlich) starken Bedarf nach sehr viel mehr davon zu wecken. Ihr Liederabend an der Oper Frankfurt, zugleich ihr Debüt am Haus – häufiger kann man sie in Wien und Berlin erleben –, ist aber gewiss auch für das mithörende Baby im Bauch geeignet: von leichter Süße nämlich und jener Zartheit, die die makellose Kultur von Zámečníkovás Sopran erst recht zur Geltung bringt. (...)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(...) Ohne [Pianist] Matthias Samuil Unrecht zu tun: Es hätte vollauf gereicht, ihr unbegleitetes, samten in die Luft gesetztes „La mi sola, Laureola“ zu genießen. Bereits dann wäre ihr Frankfurter Debüt in die Annalen eingegangen. Das zahlreich erschienene Publikum erklatscht sich zwei Zugaben: Ein Liebeslied des Slowaken Mikuláš Schneider-Trnavský (1881-1958) und Richard Strauss‘ „Zueignung.“

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Opernorchester bescherte ein Füllhorn musikalischer Genüsse, sei es in schmissigen Rachearien oder in Szenen samt-seidigen Klangzaubers. Da Händel abwechslungsreich die Arien mit den unterschiedlichsten obligaten Instrumenten bestückt, entstehen immer neue Klangeindrücke.
Und natürlich tragen die Sänger famos die Geschichte von Cäsar und Cleopatra in Etienne Pluss‘ anregendem „Zeitstrahl-Bühnenbild“. (...)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

(…) Die Oper Blühen von Librettist Händl Klaus und dem slowenischen Komponisten Vito Žuraj ist starker Tobak, den Regisseurin Brigitte Fassbaender weich auffängt und, szenisch dicht, in ruhigen Bildern vor karger Kulisse anlegt. Die Wiederaufnahme des Auftragswerks der Oper Frankfurt lockt reichlich Publikum ins Bockenheimer Depot. Das benötigt einige Gedenksekunden, ehe es nach dem tragischen  Ende eifrig applaudiert. (...)

Manfred Merz, Frankfurter Neue Presse

(…) Der von Álvaro Corral Matute einstudierte Chor der Oper Frankfurt ist vor allem im ersten Akt stark eingebunden und präsentiert sich sehr spielfreudig und klangstark.
Puccinis Musik mit ihrem hohen melodischen Gehalt verführt die Sinne immer wieder. Kapellmeister Simone Di Felice und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester geben dem Melos breiten Raum und setzen kraftvolle Akzente.
Am Ende große Beifallsbekundungen.

Markus Gründig, www.kulturfreak.de


(…) Unter der präzisen szenischen Wiederaufnahmeleitung von Nina Brazier gelingen auch drei Ensemblemitgliedern packende Rollendebüts (...).

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) In Frankfurt feierte Così fan tutte jetzt unter der wunderbar fokussierten, fein psychologischen Regie von Mariame Clément und der musikalischen Leitung von Thomas Guggeis Premiere – die erste der Saison. Der moderne Liebestest mit Irrungen und Wirrungen und einer großen Portion bitterem Humor wurde vom Publikum ausgiebig gefeiert, mit vielen „Bravos« und langem Applaus.
(...) Diese Inszenierung von Così fan tutte macht Spaß.

Martina Himmer, Main-Echo Aschaffenburg


(…) Thomas Guggeis ist ein Dirigent mit einem nahezu somnambulen Verständnis aller Nuancen dieser vielschichtigen Partitur mit ihren unterschwelligen Stimmungen und Emotionen. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) In Terzen schwelgen Magnus Dietrich (Ferrando) und Jonas Müller (Guglielmo), ganz gleich, ob sie die Liebe beschwören oder den Verrat provozieren. Gemeinsam mit Teona Todua (Fiordiligi) bildet Dietrich das stimmlich präsentere Paar. (...) Aber auch dem angenehm timbrierten, biegsamen Mezzosopran von Kelsey Lauritano (Dorabella) und Rollendebütant Müller hört und schaut man gern zu.
Sie machen es wie alle in Frankfurt an diesem Abend und agieren auf hohem Niveau. (...)

Christian Knatz, Wiesbadener Kurier


(…) Auch ist letztlich nicht eindeutig, ob [Regisseurin Mariame] Clément diesen Aufwand braucht, um den größten Vorzug ihrer Arbeit voll auszuspielen: selten wird die Gruppendynamik zwischen den vier Liebenden so sorgfältig und zugleich spielerisch vorgeführt. Das ist so durchdacht, dass die hanebüchene Ausgangssituation – erwachsene Frauen erkennen ihre eigenen Verlobten nicht, weil diese sich einen Schnurrbart angeklebt haben – dahinter zurücktritt. Und man dem Irrsinn der Liebe, der Anziehungskraft und der Lust, etwas zu erleben, zuschauen kann. (...)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Peter Grimes, die wohl bekannteste Oper von Benjamin Britten, steht zu Saisonbeginn als Wiederaufnahme von Keith Warners Inszenierung aus dem Jahre 2017 auf dem Programm der Oper Frankfurt. Mit einem überragenden Titelhelden (Allan Clayton), einem tollen Opernensemble, einem fulminanten Opernchor und einem großartig aufspielenden Orchester unter der Leitung des Generalmusikdirektors Thomas Guggeis, entsteht erstklassiges Musiktheater, das viel Vorfreude auf die neue Saison an der Oper Frankfurt aufkommen lässt.
(…)
Allen Mitwirkenden spendet das Frankfurter Publikum am Ende des Abends begeisterten Applaus, wobei neben Allan Clayton und Magdalena Hinterdobler, vor allem Chor und Orchester mit seinem Dirigenten den stärksten Zuspruch einheimsen.

Jean-Nico Schambourg, www.klassik-begeistert.de


(…) Zu der eindrücklichen, packenden Inszenierung passt die musikalische Seite, die vollends gelingt und mit einem hervorragenden Ensemble aufwartet. Allan Clayton mimt und singt einen Peter Grimes mit menschlichem Kern. (…) Magdalena Hinterdobler glänzte als warmherzige Ellen, grandios auch in der Quartett-Szene mit den frivolen Nichten Anna Nekhames und Julia Stuart und Katharina Magiera als Auntie. Starke und autonome Charakterzeichnungen auch in den weiteren wichtigen Rollen von Nicholas Brownlee, AJ Glueckert, Judita Nagyová, Michael McCown, Jarrett Porter, Morgan-Andrew King und dem Chor. [Generalmusikdirektor Thomas] Guggeis und das Opernorchester vereinen die kühle Modernität und romantischen Nachhall aufs Beste.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

(…) [Spielleiter] Alan Barnes hat mit den Darstellern Aktionen, Interaktionen, Gesten und Blicke gründlich einstudiert und damit die ursprüngliche Personenregie überzeugend wiederbelebt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Elias Grandy disponierte die Wucht und Klangschönheit des Museumsorchesters umsichtig mit lebendiger Tempodramaturgie.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse