Spielplan

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Turandot

Giacomo Puccini 1858–1924

Dramma lirico in drei Akten
Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi
Uraufführung 1926, Teatro alla Scala, Mailand
Uraufführung des Prologs Io tacerò von Lucia Ronchetti, Auftragswerk der Oper Frankfurt

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.

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Musikalische Leitung Thomas Guggeis / Simone Di Felice  23., 29.5./4.6.)

Turandot Elza van den Heever / Olesya Golovneva ( 1., 23., 29.5./4.6.)
Calaf Alfred Kim
Liù Guanqun Yu
Ping Liviu Holender
Pang Magnus Dietrich
Pong Michael Porter
Ein Mandarin Erik van Heyningen
Altoum Michael McCown
Timur Inho Jeong / Thomas Faulkner (1., 23., 29.5./4.6.)

Andrea Breth verwandelte ihr spätes Debüt an der Oper Frankfurt am Sonntagabend in einen veritablen Musiktheatertriumph. Von stehenden Ovationen gefeiert, zeigte die 73-jährige Regielegende in nahtloser Übereinkunft mit Generalmusikdirektor Thomas Guggeis ihre zwingende politische Sicht auf Puccinis Turandot. (…)

Bettina Boyens / Wieland Aschinger, www.musik-heute.de


(…) Andrea Breth erzählt nicht von Liebe, sie erzählt von Macht.
Gleichwohl ist ihre Liù als einzige liebende Figur ein Dreh- und Angelpunkt, Guanqun Yu füllt ihn mit Zärtlichkeit aus und der einzigen lieblichen, süßen, nachher entsprechend bejubelten Gesangspartie. Turandot ist hingegen die große Elza van den Heever mit einem monströsen Auftritt und einer riesigen, eisigen, schneidenden Stimme, die bloß für Momente angeweicht ist. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz


(…) Das gesamte Solisten-Ensemble und die Chöre agieren auf Frankfurter – sprich hohem – Niveau. Thomas Guggeis sorgt mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester im Graben für genau die überraschend transparente, den Bombast meidende Klarheit, mit der auch die Inszenierung besticht.

Roberto Becker, www.orpheus-magazin.de

Schön und grausam ist die Prinzessin Turandot. Sie bricht mit allen Konventionen und bietet ihrem Volk ein blutiges Schauspiel.

Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Turandot zu heiraten. Sie stellt eine schier unmögliche Bedingung: Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer jedoch daran scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Auch Prinz Calaf, der als Flüchtling nach Peking gelangt, verfällt unmittelbar Turandots Aura. Als es ihm tatsächlich gelingt, alle drei Rätselfragen zu beantworten, wird die Prinzessin in ihren Grundfesten erschüttert. Turandot entfacht einen offenen Machtkampf, der am Ende auch unschuldige Opfer fordert.

Der aus Persien stammende Turandot-Mythos war für Giacomo Puccini eine willkommene Vorlage, um seine Musiksprache an die Entwicklungen der Moderne anzupassen. Seine Partitur besticht neben lyrischem Belcanto und buffoneskem Witz folglich mit rhythmischen Überlagerungen, beißenden Dissonanzen und schwebenden Klangfarben. In den zahlreichen Chorszenen hallt die Brutalität der politischen Massenbewegungen wider, die zur Entstehungszeit des Werkes Anfang der 1920er Jahre immer lauter wurden.

Inhaltlich verfolgten Puccini und seine Librettisten das Ziel, Turandots Wandlung von einer hassenden zu einer liebenden Frau plausibel zu erzählen. Ein Vorhaben, das nicht nur am hartherzigen Charakter der Protagonistin, sondern auch an Puccinis überraschendem Tod im Jahr 1924 scheiterte: Das abschließende Liebesduett zwischen Turandot und Calaf lag zu diesem Zeitpunkt lediglich als Skizze vor, die Oper blieb ein Fragment.

In unserer Neuinszenierung wird dem Werk ein neu komponierter Prolog aus der Feder von Lucia Ronchetti vorangestellt. Auf subtile Weise vermittelt sich darin das Vorgefühl einer Katastrophe, die schon in den ersten Takten von Puccinis Partitur ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt.

Mit freundlicher Unterstützung