Spielplan

zur Übersicht

Die Passagierin

Mieczysław Weinberg 1919–1996

Oper in zwei Akten, acht Bildern und einem Epilog
Libretto von Alexander Medwedew
Szenische Uraufführung 2010

Premiere vom 1. März 2015

In mehreren Sprachen mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.

Bei Anklicken dieses Inhalts werden Daten von Ihnen an SoundCloud übertragen.
Näheres dazu in unserer Datenschutzbestimmung.

Musikalische Leitung Leo Hussain
Lisa Katharina Magiera
Walter AJ Glueckert
Marta Amanda Majeski
Tadeusz Mikołaj Trąbka
Katja Julia Stuart°
Krystina Corinna Scheurle
Vlasta Zanda Švēde
Hannah Kelsey Lauritano
Yvette Younji Yi°
Bronka Judita Nagyová
Alte Juanita Lascarro
Erster SS-Mann Aleksander Myrling
Zweiter SS-Mann Alfred Reiter
Dritter SS-Mann Abraham Bretón
Steward Jarrett Porter
Passagier Morgan-Andrew King
Oberaufseherin Barbara Zechmeister
Kapo Annabelle Krukow

°Mitglied des Opernstudios

(…) Das Orchester unter der Leitung des Briten Leo Hussain intonierte diese so empfindliche und sensible Partitur mit der nötigen Dringlichkeit, aber ohne jedes falsch moralisierende Pathos. So schlich sich der Schrecken des Gezeigten langsam in das Publikum hinein und tat seine Wirkung ganz ohne laute Töne.
Der Beifall des so herausgeforderten Publikums war begeistert aber zu Recht ohne jegliche Freudensäußerungen. Das galt auch für das Ensemble, das sich auf der Bühne jegliche Überschwänglichkeit versagte. Das hätte der Hintergrund dieser Inszenierung nicht zugelassen.

Frank Raudszus, www.egotrip.de


(…) Das insgesamt 19-köpfige Ensemble singt und spielt konzentriert, auf höchstem Niveau. Katharina Magieras Lisa kann, hin- und hergerissen, die Erinnerungen nur mühsam übertünchen. Walter (AJ Glueckert) fürchtet um seine Karriere, aber interessiert sich lebhaft für das Vorleben seiner Frau.
Mit dramatischer Wucht und zerbrechlicher Seele: Amanda Majeski (Marta); Mikolaj Trąbką ist ihr selbstbewusster Verlobter Tadeusz.
Alle halten den Atem an, wenn Julia Stewart (Katja) a-cappella ein russisches Volkslied singt – wehmütig und doch auch voller Freiheitspathos. Wohl vergeblich.
Betroffene Begeisterung im Publikum. Es gibt noch zwei Vorstellungen bis zum 21. Februar.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

»Wenn ich es schon überlebt habe und die anderen nicht, dann wohl, um zu bezeugen, was Auschwitz war.« Mit diesen Worten beschrieb Zofia Posmysz einer Schulklasse die Motivation für ihren Roman Die Passagierin. Der polnische Komponist Mieczysław Weinberg, der sowohl unter der Gewalt der SS als auch danach unter dem stalinistischen Terrorregime zu leiden hatte, fand in Dmitri D. Schostakowitsch einen Beschützer und Förderer. Von ihm erhielt er den Vorschlag, Zofia Posmysz’ Roman als Opernstoff zu vertonen. Regisseur Anselm Weber und Bühnenbildnerin Katja Haß ist die geschickte Verbindung verschiedener Zeitebenen und Räume – Gegenwart und Erinnerung – gelungen: Ende der 1950er Jahre, ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien. Gemeinsam mit ihrem Mann Walter reist Lisa in eine neue Zukunft. Doch plötzlich erwacht durch eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin in Auschwitz zum Leben. Ist die mitreisende Passagierin die ehemalige Gefangene Marta? Lisa war von deren Tod überzeugt und steht ihr nun gegenüber. Walter sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr und ist fassungslos – von der Vergangenheit seiner Frau wusste er nichts.