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Salome

Richard Strauss 1864–1949

Drama in einem Aufzug
Text von Richard Strauss nach dem Drama Salome (1891) von Oscar Wilde
Uraufführung 1905, Königliches Opernhaus, Dresden

Premiere vom 1. März 2020

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video

Musikalische Leitung Titus Engel

Salome Ambur Braid
Jochanaan Nicholas Brownlee / Christopher Maltman (28.10., 7.11.)
Herodes AJ Glueckert
Herodias Zanda Švēde
Narraboth Brian Michael Moore
Ein Page der Herodias Judita Nagyová
1. Jude Jonathan Abernethy
2. Jude Michael McCown
3. Jude Carlos Andrés Cárdena
4. Jude Peter Marsh
5. Jude Kihwan Sim
1. Nazarener Gordon Bintner
2. Nazarener / Cappadozier Danylo Matviienko
1. Soldat Frederic Jost / Dietrich Volle (7.11.)
2. Soldat Pilgoo Kang°

°Mitglied des Opernstudios

(…) Mit seiner radikal neuen und dabei durch und durch werktreuen Sicht auf ein vermeintlich bekanntes Repertoirestück hat Barrie Kosky im Verbund mit Bühnen- und Kostümbildnerin Katrin Lea Tag und Lichtdesigner Joachim Klein Interpretationsgeschichte geschrieben. Durch herausragende Sängerdarsteller in den Hauptpartien, eine auch in den kleinsten Nebenrollen vorzügliche Besetzung und ein hellwach musizierendes Orchester bietet die Wiederaufnahme Musiktheater von geradezu atemberaubender Intensität.

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Die widersprüchliche Figur der Salome gibt die kanadische Sopranistin Ambur Braid stimmlich frisch und höhensicher. Überaus kraftvoll und wohltönend präsentiert sich der Jochanaan des Bassbaritons Nicholas Brownlee. Den von Salome paranoid besessenen Herodes verkörpert Tenor AJ Glueckert mit viel Leidenschaft. Schlaue Kommentare liefert die Herodias der Mezzosopranistin Zanda Švēde.
Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchester sorgt bei dieser Wiederaufnahmeserie Titus Engel für eine große atmosphärische Dichte der expressionistisch gefärbten Klangwelten.

Markus Gründig, www.kulturfreak.de

Die Elementarkraft und Sinnlichkeit von Strauss` erstem großen Opernerfolg rüttelten eine ganze Epoche auf. Seine Urquelle, der biblische Salome-Stoff, hatte durch die Jahrtausende mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Oscar Wilde, dessen Drama den Komponisten faszinierte und zu radikalen stilistischen Erneuerungen inspirierte, war nicht der erste, der sich des Salome-Sujets bedient hat. Doch bei Wilde zeigt sich der Mythos als Zusammenprall von Sinnlichkeit und religiöser Askese mit einer außergewöhnlichen Zuspitzung und Brisanz. Unter dem Einfluss der ihn faszinierenden Textvorlage reicherte Strauss seine Klangsprache in den Bereichen von Harmonik, Rhythmik und Instrumentation mit einer bis dahin noch nie gehörten Intensität an. Er verzichtete auf eine atmosphärische Illustration des Textes und konzentrierte sich auf den Konflikt zwischen Salome und Jochanaan, auf die Radikalität ihrer Unterschiede. Salomes Wunsch nach dem Kopf des Propheten bringt das Drama ins Rasen. Um eine aufwühlende Zeitenwende geht es in Strauss` hundertminütigem Einakter. In einer groß angelegten Steigerung lässt er Welten, Lebensentwürfe und Vorstellungen von Liebe aufeinanderprallen.

Mit freundlicher Unterstützung