Spielplan

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Le roi Arthus

Ernest Chausson 1855–1899

Oper in drei Akten und sechs Bildern
Text vom Komponisten
Uraufführung 1903, Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel

In Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.

Musikalische Leitung Thomas Guggeis

Arthus Domen Križaj
Genièvre Magdalena Hinterdobler
Lancelot Thomas Blondelle
Mordred Erik van Heyningen
Lyonnel Andrew Kim
Allan / Ein Ritter Thomas Faulkner
Merlin Kihwan Sim
Ein Ackermann Sven Hjörleifsson

König Arthus herrscht als Gleicher unter Gleichen; Symbol dafür ist der Runde Tisch an seinem Hof. Doch seine zukunftsweisende Idee droht zu scheitern.

Zum einen sind die Ritter der Tafelrunde eifersüchtig auf Lancelot, den Arthus nach dem Sieg über die Sachsen preist. Zum anderen beginnt ausgerechnet Lancelot eine Affäre mit Genièvre, der Frau des Königs. Als Lancelots Widersacher Mordred die beiden in flagranti ertappt, streckt Lancelot ihn nieder. Doch Mordred überlebt und meldet Arthus die Untreue seines treuesten Freundes mit seiner geliebten Frau. Der König will zunächst nicht an deren Schuld glauben. Lancelot aber kann sich ein Leben am Hof in Lüge nicht vorstellen. Zögernd gibt er Genièvres Drängen nach, mit ihr zu fliehen. Nachdem die Flucht entdeckt wurde, kann Arthus sich der Wahrheit nicht länger verschließen. In einer Vision prophezeit der Zauberer Merlin ihm das Ende der Tafelrunde. So kommt es: Mordred erhebt sich gegen Arthus und strebt selbst nach der Krone. Lancelot bricht unter der Last seines schlechten Gewissens zusammen und sucht in der Schlacht den Tod, woraufhin sich auch Genièvre das Leben nimmt. Der König verzeiht dem sterbenden Freund, bevor er von Engeln zur sagenhaften Insel Avalon entrückt wird.

Ernest Chausson zeigt das Ende des Arthus-Reiches als Niedergang einer Hochkultur, die zugleich ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört: Frieden unter den Menschen und ein Leben im Einklang mit der Umwelt gehören zusammen. Das betont auch Merlin, der mit der Natur eng verbunden ist. Mit der Apotheose des Schlussbildes wird eine mögliche Wiederkehr des weisen und gutmütigen Herrschers in Aussicht gestellt. In seiner einzigen Oper fand der Hauptvertreter des französischen Wagnérisme betörende Klänge, in denen er seine Begeisterung für den Bayreuther Meister mit der Suche nach neuen Farben in der Musik vereinte, wie sie auch seinen Freund Claude Debussy zur gleichen Zeit umtrieb. Wir bringen das großformatige, selten gespielte Werk in seiner ganzen Opulenz auf die Bühne.