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Salome

Richard Strauss 1864-1949

Drama in einem Aufzug / UA 1905
Text von Richard Strauss nach Oscar Wilde.

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Joana Mallwitz

Salome Ambur Braid
Jochanaan Christopher Maltman
Herodes AJ Glueckert
Herodias Claudia Mahnke
Narraboth Gerard Schneider
Ein Page der Herodias Katharina Magiera
1. Jude Theo Lebow
2. Jude Michael McCown
3. Jude Jaeil Kim
4. Jude Jonathan Abernethy
5. Jude Alfred Reiter
1. Nazarener Thomas Faulkner
2. Nazarener Danylo Matviienko°
1. Soldat Dietrich Volle
2. Soldat Pilgoo Kang°

°Mitglied des Opernstudios

Salomes Wunsch nach dem Kopf des Propheten bringt das Drama ins Rasen. Um Rausch und Askese, Macht und Tod, um eine aufwühlende Zeitenwende geht es in Strauss’ Einakter.

Die Elementarkraft und Sinnlichkeit der Salome rüttelten eine ganze Epoche auf. Die Urquelle, der biblische Salome- Stoff, gewann durch die Jahrtausende mehr und mehr an Bedeutung: Die Wirkungsgeschichte reicht von einer Erzählung über das Ende Johannes des Täufers im Markus-Evangelium bis zum Fin de Siècle, in dem Salome zur Lieblingsfigur der bildenden Künstler, Literaten und Musiker avancierte.

Bei Oscar Wilde, dessen Drama Richard Strauss faszinierte und zu radikalen stilistischen Neuerungen inspirierte, zeigt sich der Mythos als Zusammenprall von Sinnlichkeit und religiöser Askese mit einer außergewöhnlichen Brisanz. Salome handelt in Wildes Drama selbstständig: Sie fordert von ihrem Stiefvater Herodes den Kopf des Propheten, weil ihre Liebe unerfüllt geblieben ist.

Strauss verzichtet auf eine atmosphärische Illustration des Textes und konzentriert sich auf den Konflikt zwischen Salome und Jochanaan, auf die Radikalität ihrer Unterschiede. In einer groß angelegten Steigerung lässt er Welten, Lebensentwürfe und Vorstellungen von Liebe aufeinanderprallen. Seine Musik galt als bahnbrechend und wurde von vielen Zeitgenossen als wichtigstes Ereignis in der europäischen Musik seit Wagners Tristan und Isolde gefeiert. Unter dem Einfluss der ihn faszinierenden Textvorlage hat Strauss seine Klangsprache in den Bereichen von Harmonik, Rhythmik und Instrumentation mit einer bis dahin noch nie gehörten Intensität angereichert. Ein Skandal und der spätere Welterfolg waren damit garantiert.

Mit freundlicher Unterstützung