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Die Zauberin

Peter I. Tschaikowski 1840–1893

Oper in vier Akten
Text von Ippolit W. Schpaschinski
Uraufführung 1887, Mariinski-Theater, Sankt Petersburg

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Video

Musikalische Leitung Valentin Uryupin

Nastasja Asmik Grigorian
Fürst Iain MacNeil
Die Fürstin Claudia Mahnke
Prinz Juri Alexander Mikhailov
Mamyrow / Kudma Frederic Jost
Nenila Zanda Švēde
Iwan Schuran Božidar Smiljanić
Foka Dietrich Volle
Polja Nombulelo Yende°
Balakin Jonathan Abernethy
Potap Pilgoo Kang
Lukasch Kudaibergen Abildin
Kitschiga Magnús Baldvinsson
Paisi Michael McCown
Künstler Aslan Diasamidze

°Mitglied des Opernstudios

Die Macht der Liebe siegt über die Liebe zur Macht: eine Utopie, die scheitert.

Wie ein Thriller in vier Teilen entwickelt sich Tschaikowskis siebte Oper. Sie verbindet ein Liebes- und Eifersuchtsdrama mit politischen Ränkespielen und religiösen Verstrickungen, zeigt die Ohnmacht der Mächtigen ebenso wie den Opportunismus des Volkes. Um eine Außenseiterin kreist die Handlung. Die Witwe Nastasia, genannt Kuma, betreibt außerhalb der Stadt Nischni Nowgorod einen Gasthof, in dem alle Schichten der Gesellschaft zusammentreffen. Sie fasziniert die Gäste mit ihrer Offenheit und ihrem Freiheitsdrang. Mamyrow, ein intriganter Geistlicher und Berater des Fürsten, bezichtigt Kuma der Zauberei und klagt sie wegen Unsittlichkeit an. Er bringt den Fürsten dazu, Kumas Gäste zu inspizieren, doch es gelingt ihr, den Fürsten für sich zu gewinnen und seinen Berater lächerlich zu machen. Während Mamyrow die Eifersucht der Fürstin schürt, versucht der Fürst, Kuma zur Liebe zu zwingen. Doch sie hat sich in Juri, den Sohn des Fürstenpaares, verliebt. So wird Kuma zum Spielball einer zerrütteten Herrscherfamilie. Am Ende wird sie von der hysterischen Fürstin vergiftet. Der eifersüchtige Fürst wiederum tötet seinen Sohn und wird wahnsinnig.

Tscharodejka – wörtlich übersetzt »Die Bezaubernde« – entstand zwischen Eugen Onegin und Pique Dame und wird bis heute nur selten aufgeführt, obwohl sie Tschaikowski selbst für sein bestes Werk hielt. Die Partitur glänzt und zeigt einen progressiven Musikdramatiker mit verschiedenen Gesichtern: Der dramatischen Handlung entsprechend wählt er Akt für Akt andere musikalische Mittel. Leidenschaftliche Charaktere, einfühlsame Melodien, eine brilliante Orchestrierung und dramatische Ensembleszenen bestätigen seine bedingungslose Liebe zu »seiner« Zauberin.

Mit freundlicher Unterstützung