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Die lustige Witwe

Franz Lehár 1870-1948

Operette in drei Akten
Text von Victor Léon und Leo Stein nach der Komödie L'Attaché d'ambassade (1861) von Henri Meilhac
Uraufführung am 30. Dezember 1905, Theater an der Wien, Wien

Premiere vom 13. Mai 2018

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Hartmut Keil
Graf Danilo Danilowitsch Christoph Pohl
Hanna Glawari Kirsten MacKinnon / Juanita Lascarro (Januar)
Baron Mirko Zeta Barnaby Rea
Valencienne Elizabeth Reiter / Florina Ilie (06., 20.01.)
Camille de Rosillon Matthew Swensen / Martin Mitterrutzner (20.1.)
Vicomte de Cascada Theo Lebow
Raoul de St. Brioche Michael Porter
Bogdanowitsch Sebastian Geyer
Sylviane Angela Vallone
Kromow Dietrich Volle
Olga Kelsey Lauritano (15., 20.12.) Nina Tarandek
Pritschitsch Franz Mayer
Praskowia Margit Neubauer
Njegus Klaus Haderer
Ein Pianist Mariusz Kłubczuk
Ein Kameramann Stefan Biaesch
Ein Scriptgirl Vanessa Schwab

Oper Frankfurt: Die Wiederaufnahme der melancholischen Lustigen Witwe von Claus Guth gelingt temperamentvoll und reibungslos.
(…) [Es gibt] ein Wiedersehen mit dem wunderbar wuseligen Österreicher Klaus Haderer, der als Botschaftsfaktotum Njegus und enervierter Filmregisseur in Personalunion überzeugt und diesmal auch blendend zu verstehen ist. So dass keine seiner überkandidelt kredenzten „olde G’schicht“ und „Goscherl“-Schimpftiraden in Franz Lehár-Musikseligkeiten untergehen.
Noch überzeugender als in der Premierenserie malt Elizabeth Reiter ihre zickige Valencienne aus. Gerade ihre akrobatischen Sanges- und Tanzeinlagen als plüschige Grisette macht ihr so schnell keine nach. (…) Großes Lob den Leitern der komplizierten Wiederaufnahme Nina Brazier und Axel Weidauer, dem mitreißenden Chor und den perfekten Tänzern und Pariser Grisetten. Hartmut Keils Dirigat steht dem von Joana Mallwitz in nichts nach.
Einer fehlte beim frenetischen Schlussapplaus: Regisseur Claus Guth. Erst beim zweiten Besuch lassen sich all die kunstvoll verschachtelten Ebenen seiner klugen Kaleidoskop-Sicht auf Lehárs Operetten-Evergreen in ihrer ganzen Raffinesse erfassen.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Der Welterfolg der Lustigen Witwe kam für ihren Schöpfer Franz Lehár bei der Uraufführung 1905 in Wien durchaus überraschend. Schon damals hatte man die Operette, diese fünfzig Jahre zuvor in Paris entstandene Spielart des Musiktheaters, zum ersten Mal totgesagt. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, und so nahm das Genre mit diesem Startschuss in die sogenannte »silberne Epoche« erst so richtig Fahrt auf. Unwiderstehlich ist die Mischung aus hinreißender Musik, witzigen Dialogen, ernstzunehmenden Emotionen und allen möglichen Tanzformen. Die Gefühlslagen der Figuren drücken sich unverstellt im Tanz aus, gipfelnd im Walzer »Lippen schweigen«. Im Zentrum stehen zwei Menschen, die vor Jahren ein Paar waren, aber aus Standesrücksicht nicht heiraten durften: die Pächterstochter Hanna und Graf Danilo. Eitelkeiten, alte Verletzungen und Brüche in ihren Biografien verhindern zunächst, dass sie bei ihrer erneuten Begegnung zusammenkommen — bis sie sich am Ende doch finden. Claus Guth lässt die turbulente Handlung als Spiel im Spiel doppelbödig schillern. Der Tanz kommt dabei ebenso zu seinem Recht wie die Partitur Lehárs, in der eine Glanznummer auf die nächste folgt.

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