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Tancredi
Gioachino Rossini 1792–1868
Melodramma eroico in zwei Akten
Text von Gaetano Rossi nach Voltaire
Uraufführung 1813, Teatro La Fenice, Venedig
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.
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(…) Der Regisseur Manuel Schmitt, sein Bühnenbildner Bernhard Siegl und der Lichtkünstler Joachim Klein haben an der Oper Frankfurt für Rossinis ernste Oper Tancredi, die 1813 dessen Weltruhm begründete, eine sehr kluge, wohldurchdachte Lösung gefunden. (…)
Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung
(…) Unter der musikalischen Leitung von Giuliano Carella ist es in allererster Linie ein Sängerinnen- und Sängerfest, das sich hier auftut. Mit jungen Kräften aus dem Haus oder dessen nächster Umgebung und in einem so innigen Miteinander, dass es auf den Gesamtkörper Oper Frankfurt zurückstrahlt.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
(…) Tancredi ist eine der großen Hosenrollen der Opernliteratur, also eine Rolle, in der üblicherweise eine Mezzosopranistin eine männliche Bühnenfigur spielt, und Ribas gibt eine gesanglich und schauspielerisch großartige Vorstellung. Die beiden Duette von Tancredi und Amenaide sind ein musikalischer Höhepunkt der ganzen Frankfurter Saison, denn auch die italienische Sopranistin Bianca Tognocchi, auch sie Ensemblemitglied, ist eine beeindruckende Amenaide, die den rossinischen Belcanto scheinbar mühelos beherrscht und mit gekonnter Leichtigkeit von den herrschenden Dur-Tonarten in das c-Moll der Gefängnisarie und dann zurück ins Dur wechselt. Sowohl Theo Lebow als Argirio und Kihwan Sim als Orbazzano tragen zum Gelingen der Aufführung bei.
Stefana Sabin, www.faustkultur.de
(…) Der Dirigent Giuliano Carella (…) legt (…) die Mechanik offen, dosiert klug die Geschwindigkeit, setzt Farbtupfer. Und auch später erweist er sich als flexibler Begleiter, der immer den Sängerinnen und Sängern dient, aber klare Tempovorstellungen hat. Und das Frankfurter Museums- und Opernorchester folgt ihm auf den Schlag. Besonders schön gelingen die Vorspiele zu einzelnen Arien, die die Melancholie des Geschehens betonen, und vor allem der Schluss, bei dem nicht nur Tancredi, sondern auch die Musik stirbt. (…)
Bernd Zegowitz, Allgemeine Zeitung Mainz
(…) Die Reaktion des Premierenpublikums am Ende, großer Applaus für Giuliano Carella, für das exquisite, fast kammermusikalisch besetzte Frankfurter Opern- und Museumsorchester und das Ensemble (…).
Die Betreuung von Kindern von 3–8 Jahren ist für Eltern, die die Vorstellung besuchen, kostenlos, jedoch auf 16 Kinder begrenzt. Eine Anmeldung unter gaesteservice@buehnen-frankfurt.de oder Tel. 069 212 37 348 (bitte Rückrufnummer angeben) ist erforderlich. Weitere Nachmittagsvorstellungen mit Kinderbetreuung finden Sie hier.
Während Syrakus sich auf einen Krieg gegen die Sarazenen vorbereitet, wird die Königstochter Amenaide des Hochverrats beschuldigt.
Man wirft Amenaide vor, sie habe einen Brief an Solamir, den Anführer der Sarazenen, geschrieben, in dem sie ihm ihre Liebe gesteht. Kurz vor ihrer Hinrichtung kehrt Tancredi, ein aus Syrakus verbannter Ritter und Amenaides heimlicher Geliebter, inkognito in die Stadt zurück. An ihn war der Brief eigentlich gerichtet. Zwar rettet Tancredi seine Geliebte vor der Hinrichtung, doch zweifelt er an ihrer Treue. Der Krieg mit den Sarazenen rückt näher, und Tancredi soll die Stadt in die entscheidende Schlacht führen.
So kompliziert sich das Libretto liest – neben dem abgefangenen Brief spielt auch die Beendigung einer Familienfehde und die damit verbundene Zwangsheirat eine Rolle –, so klar fasst Rossini das Geschehen in Musik. Mit Tancredi, seiner ersten Opera seria, startete der erst 20-Jährige seine internationale Karriere. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Werk von New York bis Wien viel gespielt. Heute steht es im Schatten der komischen Opern Rossinis. Ein Grund dafür ist die dem Ende des Kastraten-Zeitalters geschuldete Besetzung der Titelpartie als Hosenrolle mit einem Mezzosopran, die jedoch von ganz eigenem Reiz ist. Die Partitur ist dem Belcanto-Ideal des 18. Jahrhunderts verpflichtet und verströmt klassizistische Anmut, geht jedoch kompositorisch neue Wege. Trotz der tragischen Verwicklungen dominiert ein ausgewogener, fast heiterer Grundton von arkadischer Schwerelosigkeit.
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