(…) Da ist kein Durchwinken, also leuchtet [Regisseurin] Katharina Thoma die Situation in ihrer Inszenierung hell aus, gutmütig, aber auch klug, mit Ironie und Humor. Während [GMD Sebastian] Weigle, Orchester, Chor und Solistenensemble die goldene Tiefe der Süße zum Funkeln bringen.
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Letzteres hängt auch stark mit der neuen Besetzung der Titelpartie zusammen, in der Kateryna Kasper ein wunderschönes Rollendebüt abliefert, ihre Stimme in einem eigenartigen Zwischenraum zwischen lieblichem Gezwitscher, der Fülle des Wohllauts, der kultivierten Simplizität (so im Schlager „Letzte Rose“). Als Vertraute Nancy steht erneut Katharina Magiera an Marthas Seite, deren jugendlicher, leichter Alt ideal für die Rolle einer hier keineswegs derb kontrastierenden Besten-Freundin ist. Thoma kann viele Probleme lösen, indem sie überzeugende Frauen zeigt, die sich eben selbst darüber wundern, ihnen das passieren könnte. Ihr steter Begleiter wird maßvoll karikiert von Iain MacNeil als Lord Tristan. Die Männer, mit denen sie den Handel abschließen, verlieren durch ihre Verliebtheit sympathisch den Vorsprung: Gordon Bintner mit schlankem Bariton, Gerard Schneider mit einem Tenor, der einem das Ohr verschließt für alle zweitklassigen Besetzungen des Lyonel. Das Vollendete ist möglich, also will man es auch künftighin bekommen.
Hübsche Pointe, dass Thoma im Januar eine weitere Liebesgeschichte in Frankfurt inszenieren wird, Tristan und Isolde.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
(…) und wer das große Leitmotiv in der vom Opern- und Museumsorchester so filigran gezeichneten Ouvertüre entgegennahm, der konnte schon nach wenigen Minuten ins Schwelgen geraten. Nicht ohne Grund hatte sich der Chef Sebastian Weigle entschieden, die Leitung gerade dieser Wiederaufnahme [erneut] zu übernehmen.
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Die Liebenden in der „zweiten Reihe" beglückten nicht minder: Katharina Magiera in der Rolle der Nancy und Gordon Bintner als Plumkett erscheinen wie füreinander gemacht. Iain MacNeil in der behäbigen Rolle des Lord Tristan und Franz Mayer als gestrenger Richter von Richmond vervollständigen das übersichtliche Solistenensemble, das freilich vom leistungsstarken Opernchor (mit Extrachor der Damen) angereichert wurde.
Dass es am Ende auch ein Abend für den oft vernachlässigten Friedrich von Flotow wurde, lag am ausgezeichneten Orchester mit seinem gefühlvollen, stilsicheren Generalmusikdirektor Weigle.
Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse