Spielplan

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Capriccio

Richard Strauss 1864-1949

Konversationsstück für Musik in einem Aufzug
Text von Clemens Krauss und vom Komponisten

Premiere vom 14. Januar 2018

Mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung im Holzfoyer

Musikalische Leitung Lothar Koenigs
Gräfin Madeleine Kirsten MacKinnon
Graf Sebastian Geyer
Flamand AJ Glueckert
Olivier Iain MacNeil*
La Roche Alfred Reiter
Clairon Tanja Ariane Baumgartner
Monsieur Taupe Hans-Jürgen Lazar
Eine italienische Sängerin Florina Ilie*
Ein italienischer Tenor Michael Petruccelli*
Der Haushofmeister Gurgen Baveyan
Eine junge Tänzerin Katharina Wiedenhofer

*Mitglied des Opernstudios

»Keine Lyrik, keine Poesie, keine Gefühlsduselei«, hatte Richard Strauss sich für seine letzte Oper gewünscht und gemeinsam mit seinem Freund Clemens Krauss als Librettist das »Konversationsstück für Musik« entwickelt. Im Zentrum dieser selbsternannten »Kopfgrütze« steht die Gräfin Madeleine, umworben von zwei Künstlern: dem Dichter Olivier und dem Musiker Flamand. Wem gibt Madeleine den Vorzug? Personifiziert wird hier die ewige Musiktheaterfrage nach dem Primat von Wort oder Musik. Und das mitten im Zweiten Weltkrieg: 1942 wird Capriccio, das Werk zweier Günstlinge des nationalsozialistischen Regimes, uraufgeführt. Realitätsflucht? Gewiss. Und doch ist nicht zu überlesen, dass die beiden Schöpfer ihre Oper trotz der peinlich genauen Zensur ausgerechnet auf ein Schloss in der Nähe von Paris verlegen. Nicht zu überhören sind zudem die Seitenhiebe auf das Hier und Jetzt von Strauss und Krauss in einem Diskurs über das Theater, der immer wieder auch das Welttheater zu meinen scheint. Im Bühnenbild und mit Kostümen von Johannes Leiacker versetzt Regisseurin Brigitte Fassbaender die Oper in ihre Entstehungszeit: Die französische Hauptstadt in den 1940er Jahren unter deutscher Besatzung. Es herrscht weitgehende Kollaboration. Doch es regt sich auch Widerstand. In ihrer Inszenierung klopft Brigitte Fassbaender Capriccio auf seine Doppelbödigkeit hin ab und widmet sich zugleich mit großer Aufmerksamkeit den zahlreichen theaterinternen, mal kritischen, mal äußerst amüsanten Zügen des Werks, in dem Strauss nicht nur Operngeschichte aufruft, sondern sich auch vielfach selbst zitiert. Kein Wunder, dass er diese Oper als sein »Vermächtnis« betrachtete.