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Tancredi
Gioachino Rossini 1792–1868
Melodramma eroico in zwei Akten
Text von Gaetano Rossi nach Voltaire
Uraufführung 1813
Premiere vom 7. Juni 2026
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.
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Syrakus sieht sich von Sarazenen umzingelt. Einigkeit gegen den äußeren Feind ist oberstes Gebot. Doch in den eigenen Mauern scheint Verrat zu lauern: Ein abgefangener Brief wird falsch gedeutet; so wird Amenaide, die Tochter des Stadtoberhaupts Argirio, verdächtigt, heimlich den Sarazenenfürsten zu lieben. Des Hochverrats bezichtigt, wird sie vom eigenen Vater zum Tode verurteilt. Inkognito schleicht sich der wahre Adressat des Briefes ein: Tancredi, der vor Jahren verbannt worden war. Er erkämpft im Zweikampf gegen Orbazzano, dem Amenaide von Argirio als Braut versprochen war, ihre Begnadigung, glaubt jedoch selbst nicht mehr an ihre Liebe. Als Anführer wird Tancredi in der Schlacht mit den Sarazenen tödlich verwundet; erst auf dem Sterbebett erfährt er, dass Amenaide ihm immer treu war. Tancredi ist die erste Opera seria des erst 20-jährigen Rossini und begründete seinen Ruhm. Das selten gespielte Werk erlaubt einen schonungslosen Blick auf unsere heutige Gesellschaft in ihrem sich radikalisierenden Abschottungswahn und ist zugleich von ganz eigenem musikalischem Reiz. Ungewöhnlich ist die Besetzung der Titelpartie als Hosenrolle mit einem Mezzosopran. Die Partitur ist ganz dem Belcanto-Ideal des 18. Jahrhunderts verpflichtet und von klassizistischer Anmut, geht jedoch neue Wege. Gab es bei der Uraufführung in Venedig noch ein Lieto fine, so komponierte Rossini für die zweite Aufführung in Ferrara ein tragisches Finale, das auch der Frankfurter Inszenierung zugrunde liegt.
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