Spielplan

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Königskinder

Engelbert Humperdinck 1854–1921

Märchenoper in drei Aufzügen
Text vom Komponisten nach dem Märchendrama (1893) von Ernst Rosmer (Pseudonym für Elsa Bernstein-Porges)
Uraufführung 1910, Metropolitan Opera, New York

Premiere vom 30. September 2012

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video

Musikalische Leitung Sebastian Weigle

Der Königssohn Gerard Schneider
Die Gänsemagd Heather Engebretson
Der Spielmann Iain MacNeil
Die Hexe Katharina Magiera
Der Holzhacker Magnús Baldvinsson
Der Besenbinder Jonathan Abernethy / Jaeil Kim (14.11.)
Sein Töchterchen Binta Anne (6., 21.11.) / Sofia Foit (14., 19.11.)
Der Ratsälteste Franz Mayer
Der Wirt Božidar Smiljanić / Frederic Jost (14.11.)
Die Wirtstochter Kelsey Lauritano / Bianca Andrew (musikalisch 14.11.)
Die Stallmagd Judita Nagyová / Katharina Magiera (11.11.)
Der Schneider Carlos Andrés Cárdenas° / Michael Porter (musikalisch 14.11.)
1. Torwächter Thomas Charrois
2. Torwächter Garegin Hovsepian
Eine Frau Svea Verfürth

°Mitglied des Opernstudios

(…) GMD Sebastian Weigle und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester füllten bereits die Ouvertüre mit reichlich Melancholie und prägten den Abend mit einer atmosphärischen und gleichermaßen zurückhaltenden Interpretation. Der Fokus lag auf einen schwermütigen Schönklang, ließ durchaus heitere Phrasen zu, ging dann aber wieder ganz in der Tragik des Stücks auf. Besonders im Vorspiel zum dritten Akt betonte Weigle die Nähe der Musik Humperdincks zu Wagner.
Die Mezzosopranistin Katharina Magiera trat als gesanglich und visuell fast zu schön geratene Hexe auf. Mit wohlig samtener und klar artikulierter Mezzostimme zählte ihre Darstellung zu den besten des Abends. (…) Iain MacNeil gab in der Rolle des Spielmann ein Bild des unerschütterlichen Optimismus ab. Mit ansteckend frohmütiger Rollengestaltung und kraftvoll satter Baritonstimme überzeugte er sowohl szenisch als auch stimmlich auf ganzer Länge und schuf einen Schlussgesang auf die Königskinder, der direkt ins Herz stach.
Es scheint nicht zuletzt dem Frankfurter Intendant Bernd Loebe geschuldet zu sein, dass diese Oper erneut auf die Bühne in Frankfurt zurückkehrt. Bei seinen Tiroler Festspielen in Erl hat Loebe die Königskinder kürzlich in einer Neuinszenierung gezeigt – interessanterweise mit verblüffend ähnlicher Besetzung – so kann man ihm sicherlich eine persönliche Affinität zu diesem unterschätzten Werk zuschreiben. Es ist ihm und dem Frankfurter Opernhaus mit seiner einzigartigen Spielplanpolitik – mit unzähligen Raritäten, Wiederentdeckungen und Uraufführungen – zu verdanken, dass das Publikum erneut in den Genuss dieser anrührenden Inszenierung kommt und die zu Unrecht aus dem Repertoire verdrängte Oper von Humperdinck (…) erleben darf.

Alexandra Richter, www.bachtrack.com


(…) Die zweite Wiederaufnahmeserie soll nun bereits die letzte sein. Dass diese Produktion eine Frankfurter Herzensangelegenheit ist, zeigt sich in der erneuten Übernahme der musikalischen Leitung durch Generalmusikdirektor Weigle. Er animiert das gut aufgelegte Orchester wieder zu jenem warmen Sehnsuchtston, der bereits bei der Premiere einen unwiderstehlichen Sog erzeugt hatte: herrlich aufblühend bei der Erweckung von Liebesgefühlen zwischen den verkannten Königskindern und mit ans Herz rührender Wehmut bei ihrem tragischen Scheitern. Der Farbenreichtum der Partitur wird zur vollen Pracht entfaltet, ohne dass der Dirigent sich in Details verlöre. Das Orchester breitet für die Sänger einen opulenten Klangteppich aus, deckt sie aber niemals zu. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

In einer teils symbolistischen, teils naiven Kunstsprache erzählt Humperdincks Oper das düstere Märchen der Gänsemagd und des Königssohns. Seine Partitur, eine der schönsten der Jahrhundertwende, gehört zu den vierzehn Bühnenwerken des Komponisten, von denen sich nur eines (Hänsel und Gretel) auf den Spielplänen etablieren konnte. Ihrer Form nach baut sie auf Wagners Musikdramen auf und bezieht sich hörbar auf dessen Werke. Doch Humperdinck übernahm seine Leitmotivtechnik nicht, um Personen, Beziehungen oder Handlungen zu charakterisieren, sondern ersetzte sie durch »Erinnerungsmotive« und atmosphärisch-klangliche Verbindungen. Königkinder, die traurigste Märchenoper, reflektiert eine herzlose Gesellschaft, die außerhalb ihrer gewohnten Norm nichts zu tolerieren weiß: Das Märchenpaar, der Königssohn und die, von einer Hexe großgezogene Gänsemagd scheitern. Nur ein verlachter Spielmann, ein Mensch reinen Herzens, erkennt ihre ehrliche Liebe, ihren wahren Wert. Die habgierigen Bürger von Hellastadt schicken sie in den Tod. Die Königskinder gehen an einem vergifteten Zauberbrot zugrunde.

Mit Beteiligung des Kinderchores »Königskinder Kronberg«

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Samstag
06. November 2021
Beginn
19.00 Uhr
Dauer
ca. 3 ¼ Std. inkl. 1 Pause
Ort
Opernhaus
Preise
A

Besetzung

Musikalische Leitung
Sebastian Weigle
Inszenierung
David Bösch
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Hans Walter Richter
Bühnenbild
Patrick Bannwart
Kostüme
Meentje Nielsen
Licht
Frank Keller
Chor
Tilman Michael
Kinderchor
Álvaro Corral Matute
Kinderchor »Königskinder Kronberg«
Wolfram Gaigl
Kinderchorcoaching und Stimmbildung
Anna Ryberg
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Der Königssohn
Gerard Schneider
Die Gänsemagd
Heather Engebretson
Der Spielmann
Iain MacNeil
Die Hexe
Katharina Magiera
Der Holzhacker
Magnús Baldvinsson
Der Besenbinder
Jonathan Abernethy
Sein Töchterchen
Binta Anne
Der Ratsälteste
Franz Mayer
Der Wirt
Božidar Smiljanić
Die Wirtstochter
Kelsey Lauritano
Die Stallmagd
Judita Nagyová
Der Schneider
Carlos Andrés Cárdenas
1. Torwächter
Thomas Charrois
2. Torwächter
Garegin Hovsepian
Eine Frau
Svea Verfürth

Chor, Kinderchor der Oper Frankfurt, »Königskinder Kronberg«
Frankfurter Opern- und Museumsorchester