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In seinem Garten liebt Don Perlimplín Belisa

Wolfgang Fortner 1907–1987

Vier Bilder eines erotischen Bilderbogens in der Art eines Kammerspiels
Text von Federico García Lorca
Uraufführung 1962, Schlosstheater Schwetzingen

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audio

Musikalische Leitung Takeshi Moriuchi

Don Perlimplín Sebastian Geyer
Belisa Karolina Bengtsson
Marcolfa Karolina Makuła
Belisas Mutter Anna Nekhames
Erstes Koboldchen Idil Kutay°
Zweites Koboldchen Ursula Hensges

°Mitglied des Opernstudios

Der alte Mann und die junge Frau: Was sich wie ein uraltes Komödienmotiv liest, nimmt eine überraschende Wendung.

Der Bücherwurm Don Perlimplín lebt seit Jahren zurückgezogen mit seiner resoluten Haushälterin Marcolfa. Sie drängt den Junggesellen, auf seine alten Tage zu heiraten. Dazu bietet sich die Tochter seiner Nachbarin, die schöne Belisa an. Deren Mutter willigt rasch ein, denn der vermögende Don ist eine gute Partie. Was genau in der Hochzeitsnacht geschieht, bekommen wir nicht zu sehen; zwei Koboldchen ziehen einen Vorhang vor, lassen uns jedoch zugleich wissen: »Dinge, die man nicht versteckt, werden später nicht entdeckt!« Die offenbar unstillbare Sehnsucht der jungen Frau nach körperlicher Liebe hat der frischgebackene Ehemann wohl nicht erfüllen können. Hat sie ihn noch in derselben Nacht gleich mit fünf Männern betrogen? Und wer ist der mysteriöse Verehrer, der immer schon um die Ecke verschwunden ist, bevor Belisa sein Gesicht sehen kann?

Der spanische Dichter Federico García Lorca hat mit seinem Kammerspiel eine poetisch schillernde Mischung aus Farce, surrealen Szenen und tragischem Seelendrama geschaffen. Wolfgang Fortner hat dazu eine zwölftönig konstruierte Musik komponiert, die in verführerischen Klangfarben schwelgt und den grotesken ebenso wie den rätselvoll in der Schwebe bleibenden, sinnlichen Seiten von Lorcas Dichtung nachspürt. Instrumente wie Vibraphon, Celesta und Harfe, aber auch Gitarre und Cembalo schaffen ein eigenwilliges Kolorit. Gelegenheit, ein äußerst selten gespieltes Werk zu entdecken!

Mit freundlicher Unterstützung