Spielplan

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Martha oder der Markt zu Richmond

Friedrich von Flotow 1812-1883

Romantisch-komische Oper in vier Akten / UA 1847
Text von W. Friedrich.

Premiere vom 16. Oktober 2016

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer.

Von dieser Produktion ist eine CD bei Oehmsclassics entstanden.

 
 

Musikalische Leitung Sebastian Weigle

Lady Harriet Durham Kateryna Kasper (Nov) / Juanita Lascarro (Dez)
Nancy Katharina Magiera
Lord Tristan Mickleford Iain MacNeil (Nov) / Barnaby Rea (Dez)
Lyonel Gerard Schneider (Nov) / AJ Glueckert (Dez)
Plumkett Gordon Bintner
Der Richter von Richmond Franz Mayer

(…) Da ist kein Durchwinken, also leuchtet [Regisseurin] Katharina Thoma die Situation in ihrer Inszenierung hell aus, gutmütig, aber auch klug, mit Ironie und Humor. Während [GMD Sebastian] Weigle, Orchester, Chor und Solistenensemble die goldene Tiefe der Süße zum Funkeln bringen.
(…)
Letzteres hängt auch stark mit der neuen Besetzung der Titelpartie zusammen, in der Kateryna Kasper ein wunderschönes Rollendebüt abliefert, ihre Stimme in einem eigenartigen Zwischenraum zwischen lieblichem Gezwitscher, der Fülle des Wohllauts, der kultivierten Simplizität (so im Schlager „Letzte Rose“). Als Vertraute Nancy steht erneut Katharina Magiera an Marthas Seite, deren jugendlicher, leichter Alt ideal für die Rolle einer hier keineswegs derb kontrastierenden Besten-Freundin ist. Thoma kann viele Probleme lösen, indem sie überzeugende Frauen zeigt, die sich eben selbst darüber wundern, ihnen das passieren könnte. Ihr steter Begleiter wird maßvoll karikiert von Iain MacNeil als Lord Tristan. Die Männer, mit denen sie den Handel abschließen, verlieren durch ihre Verliebtheit sympathisch den Vorsprung: Gordon Bintner mit schlankem Bariton, Gerard Schneider mit einem Tenor, der einem das Ohr verschließt für alle zweitklassigen Besetzungen des Lyonel. Das Vollendete ist möglich, also will man es auch künftighin bekommen.
Hübsche Pointe, dass Thoma im Januar eine weitere Liebesgeschichte in Frankfurt inszenieren wird, Tristan und Isolde.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) und wer das große Leitmotiv in der vom Opern- und Museumsorchester so filigran ge­zeichneten Ouvertüre entgegen­nahm, der konnte schon nach we­nigen Minuten ins Schwelgen gera­ten. Nicht ohne Grund hatte sich der Chef Sebastian Weigle entschieden, die Leitung gerade dieser Wie­deraufnahme [erneut] zu übernehmen.
(…)
Die Liebenden in der „zweiten Rei­he" beglückten nicht minder: Ka­tharina Magiera in der Rolle der Nancy und Gordon Bintner als Plumkett erscheinen wie füreinan­der gemacht. Iain MacNeil in der behäbigen Rolle des Lord Tristan und Franz Mayer als gestrenger Richter von Richmond vervollstän­digen das übersichtliche Solistenensemble, das freilich vom leistungs­starken Opernchor (mit Extrachor der Damen) angereichert wurde.
Dass es am Ende auch ein Abend für den oft vernachlässigten Fried­rich von Flotow wurde, lag am aus­gezeichneten Orchester mit seinem gefühlvollen, stilsicheren General­musikdirektor Weigle.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Ein Hit vergangener Tage erweist sich als taufrisch: In der gefeierten Martha-Inszenierung von 2016 lässt sich erleben, wie kurzweilig Oper sein kann – und wie einem die Nöte der Figuren gleichzeitig zu Herzen gehen. Martha ist beides: romantisch und komisch. In letzter Zeit ist dieses einst so erfolgreiche Juwel aus dem Genre der Spieloper fast ganz von der Bühne verschwunden. Zu Unrecht! Es geht um stets aktuelle Themen; denn der »Markt von Richmond« ist nichts anderes als ein Heiratsmarkt. Zwanglos entfalten sich der Witz und die Emotionen rund um die Liebesgeschichte zwischen Lady Harriet Durham, Edelfräulein der Queen, und dem Landwirt Lyonel. Sie begegnen sich, als die Lady sich aus einer Laune heraus mit ihrer Vertrauten Nancy auf dem Markt als Magd andient. Und sie kommen sich näher, als Lyonel und sein Stiefbruder Plumkett die beiden vermeintlichen Mägde »Martha« und »Julia« mit auf ihren Hof nehmen. Die sich ergebenden Verwicklungen finden beredten Ausdruck in Flotows Musik, worin sich französische Eleganz, italienischen Schmelz und romantische Aufschwünge verbinden.