Spielplan

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Le vin herbé

Frank Martin 1890–1974

Weltliches Oratorium (1938/1941)
Text von Joseph Bédier
Uraufführung 1942

Neueinstudierung nach coronabedingter Premierenabsage / Frankfurter szenische Erstaufführung

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Video

Musikalische Leitung Takeshi Moriuchi

Iseut, die Blonde Juanita Lascarro
Iseut, die Weisshändige Cecelia Hall
Tristan Rodrigo Porras Garulo
Branghien Clara Kim
König Marc Kihwan Sim
Kaherdin Theo Lebow
Die Mutter von Iseut der Blonden Cláudia Ribas
Herzog Hoël Jarrett Porter°

°Mitglied des Opernstudios

Letzte Aufräumarbeiten. „Neueinstudierung nach coronabedingter Premierenabsage“ steht über der szenischen Aufführung, die kurz vor Spielzeitende über die Frankfurter Opernbühne geht. Die Inszenierung Tilmann Köhlers war fertig vorbereitet, als im Herbst 2020 die Pandemie den Betrieb stilllegte. Abstand halten hieß die Parole, bis die Impfungen die Türen allmählich wieder öffneten. Ein Zaubertrank spielt auch die Hauptrolle in Le vin herbé, dem 1942 uraufgeführten Oratorium von Frank Martin. Ein Konzertstück für Chor, Solisten und Instrumente auf eine Opernbühne zu bringen, Erzählung in Handlung zu übersetzen, überwindet einen ersten Abstand.   (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Mit Clara Kim als Branghien, Cláudia Ribas als Mutter von Iseut der Blonden und Jarrett Porter als Herzog Hoël haben Mitglieder des Opernstudios Gelegenheit, sich dem Publikum solistisch vorzustellen, was sie allesamt vorteilhaft nutzen. Theo Lebow als Kaherdin, Juanita Lascarro als Iseut die Blonde, Cecilia Hall als Iseut die Weißhändige und Rodrigo Porras Garulo [als Tristan] singen mit jugendlich schlanken, aber eindringlichen Stimmen, die dem Schmerz mit Würde nachspüren. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) Takeshi Moriuchi am Pult steuert dies alles eindreiviertel Stunden lang mit Umsicht und Präzision (…).

Andreas Bomba, Offenbach-Post


(…) Diese Form der Präsentation wahrt die Konzeption des Komponisten, der das Stück als Oratorium aufgefasst hat. Tilmann Köhlers klare und sensible Regie fügt sich dabei ideal zum Grundduktus der Musik, lenkt nicht ab, sondern unterstreicht und verdeutlicht den Erzählcharakter. Das erleichtert die Rezeption der herben Schönheit dieses Werkes für das Publikum ungemein. Es erlebt einen spannenden, musikalisch exzellenten und atmosphärisch dichten Abend, der den eigenständigen Rang des Komponisten in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts unterstreicht.

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) [Komponist Frank] Martin hätte vermutlich die reduziert gehaltene und aufs Wesentliche konzentrierte Inszenierung Tilmann Köhlers gut gefallen, die großartige Darbietung der Musiker, insbesondere die des Chors und des Tenors Rodrigo Porras Garulo als Tristan erst recht.

Andrea Richter, www.faustkultur.de


(…) Beharrlich baut die Oper Frankfurt den Rückstau ab, ein Langzeitdokument dafür, wie man sich von den Zeitläuften nicht den Schneid abkaufen lassen muss.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Eigenwillig und durchaus mutig war das Vorhaben des Schweizer Komponisten Frank Martin, die Tristan-Sage 60 Jahre nach Richard Wagner in einer grundlegend neuen Form zu vertonen. Ein anderer Tristan entstand, dessen Gattungsbezeichnung als weltliches Oratorium wie ein klar gesetztes kompositorisches »Gegenprogramm« zu Wagners Musikdrama wirkt. Im Gegensatz zum übermächtigen, musikdramatischen Vorbild beschränkte sich der Schweizer Komponist in seiner Partitur auf Solostimmen, ein Vokalensemble, sechs solistische Streicher*innen und Klavier. Auch bei der Wahl der Vorlage unterscheidet sich Martin von Wagner, indem er sich nicht auf Gottfried von Straßburg, sondern auf Le Roman de Tristan et Iseut des französischen Mittelalterforschers Joseph Bédier von 1900 bezieht. Daraus kreierte der Komponist eine objektivierte Erzählweise, in der die Handlung vom Vokalensemble erzählt und kommentiert wird und einzelne Protagonisten, wie Tristan, Iseut oder König Marc, solistisch hervortreten. In 18 Bildern mit einem Prolog und einem Epilog gestaltete Martin die Geschichte von Tristan und Isolde von der Überfahrt nach Cornwall, wo Isolde gegen ihren Willen König Marke heiraten soll, bis zu beider Tod.

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Montag
10. Juli 2023
Beginn
19.30 Uhr
Dauer
ca. 1 ¾ Std. ohne Pause
Ort
Opernhaus
Abonnement
Serie 19
Preise
A

Besetzung

Musikalische Leitung
Takeshi Moriuchi
Inszenierung
Tilmann Köhler
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Orest Tichonov
Bühnenbild
Karoly Risz
Kostüme
Susanne Uhl
Licht
Jan Hartmann
Chor
Tilman Michael
Dramaturgie
Zsolt Horpácsy
Iseut, die Blonde
Juanita Lascarro
Iseut, die Weisshändige
Cecelia Hall
Tristan
Rodrigo Porras Garulo
Branghien
Clara Kim
König Marc
Kihwan Sim
Kaherdin
Theo Lebow
Die Mutter von Iseut der Blonden
Cláudia Ribas
Herzog Hoël
Jarrett Porter

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester