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Mazeppa

Peter I. Tschaikowski 1840–1893

Oper in drei Akten und sechs Bildern
Text von Victor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski nach Alexander S. Puschkin
Uraufführung 1884, Bolschoi-Theater, Moskau

Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.

Hinweis: Die Inszenierung enthält Szenen von hoher emotionaler Intensität. Wir empfehlen daher den Besuch ab 14 Jahren.

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Musikalische Leitung Karsten Januschke

Mazeppa Petr Sokolov
Maria Nombulelo Yende
Kotschubej Alexander Roslavets / Alex Birkus (18., 20., 26.9, 4.10.)
Andrej John Findon / Kudaibergen Abildin  (1.10.) 
Ljubow Karolina Makuła
Orlik Jarrett Porter
Iskra Jihun Hong°
Betrunkener Kosak Kudaibergen Abildin / Sven Hjörleifsson (1.10.)

°Mitglied des Opernstudios

(…) Die Oper Frankfurt bringt Mazeppa von Peter I. Tschaikowski heraus. Die Regie schreckt vor Brutalität nicht zurück. Der Gesang ist erlesene Kunst. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


Mit Nombulelo Yende besitzt die Oper Frankfurt einen Diamanten im Sopranfach

Als Übernahme des Tiroler Festspiele Erl spielt die Oper Frankfurt Tschaikowskis Oper Mazeppa. Unter der exzellenten Leitung von Karsten Januschke begeistert ein homogenes Sängerensemble, aus dem allerdings Nombulelo Yende als Marie hervorsticht. Der Regisseur Matthew Wild inszeniert das Werk als Fehde zwischen zwei mafiösen Gruppen mit politischem Hintergrund und stellt die Frage, wieso es Populisten immer wieder gelingt, sich auf dem Rücken des einfachen Volkes ihre Machtkämpfe auszutragen. (…)

Jean-Nico Schambourg, www.klassik-begeistert.de


(…) Karsten Januschke und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester zaubern jedenfalls, geben Tschaikowskis geradezu exemplarischer slawisierender Süße Gewicht, ohne je pathetisch zu werden. Der Chor, noch in der frühen Phase mit seinem neuen Leiter Manuel Pujol, hat Gelegenheit, sich groß zu präsentieren, und nutzt die Chance. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Matthew Wilds Inszenierung gelingt das Kunststück, aktuelle Entwicklungen wie die russische Invasion in die Ukraine in drastische Bilder einfließen zu lassen, dem Stoff aber dennoch eine zeitlose Dimension zu verleihen. Dabei kann der Regisseur auf ein nahezu ideal besetztes Solistenensemble zurückgreifen. (...)

Silvia Adler, Darmstädter Echo


(…) Nombulelo Yende als Maria ist der Star des Abends – mit ihrer Schlussarie hat sie wirklich jeden im Saal berührt.

Bastian Korff, hr2-kultur / Frühkritik


(…) Wilds Inszenierung im Geflecht von Familie, Macht und Mafia gelingt mit durchdachter, präziser Personenregie und starken Bildern, verlangt dem Publikum aber auch einiges ab in brutalen Szenen.
(…)
Die Sängerbesetzung ist ein Traum, allen voran Nombulelo Yende als Maria, deren stimmliche Ausdruckspalette stilsicher von zerbrechlich-zart bis voluminös-volltönend reicht. Bariton Petr Sokolov gestaltet den Mazeppa vielschichtig und doch rollengemäß kühl, gar nicht einmal körperlich bedrohlich, aber doch als Teufel in Person. Bassist Alexander Roslavets gestaltet einen zwiespältigen Kotschubej mit mächtiger und beweglicher, nicht zu schwarzer Stimme, sehr anrührend in seinem Gebet vor der Hinrichtung. Karolina Makuła rührt im zweiten Akt als Ljubow in der Szene mit ihrer Tochter Maria. Tenor John Findon bewegt und brilliert als Marias trauriger Jugendfreund Andrej, Jihun Hong (Iskra), Jarrett Porter (Orlik) und Kudaibergen Abildin runden das vortreffliche Sängerensemble ab. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse


(…) Im Fokus steht die dem Wahnsinn verfallende Maria. Ihr zartes Wiegenlied am Schluss verdämmert in entrückten Farben. Ein Geniestreich, der noch lange nachhallt.

Silvia Adler, Allgemeine Zeitung Mainz 


(…) Mazeppa mag vielleicht nicht die beliebteste der Tschaikowski-Opern sein, aber Matthew Wild hat bewiesen, dass das Werk auch heute noch Relevanz besitzt. Gewisse Konflikte scheinen die Zeiten zu überdauern, flammen immer wieder auf und verlangen jedes Mal ihre unschuldigen Opfer.

Philipp Richter, www.opernmagazin.de

Aus einer Liebe, die alle Konventionen sprengt, erwächst eine blutige Familienfehde: Tschaikowskis düsterste Oper porträtiert Machtmenschen, die zunehmend das rechte Maß verlieren.

Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Als die beiden gegen den Willen von Marias Vater heiraten, entspinnt sich ein erbitterter Machtkampf: Kotschubej klagt Mazeppa, dem er bis dato als Freund und Geschäftspartner verbunden war, wegen Hochverrats beim Zaren an. Doch der Schuss geht nach hinten los: Der Zar schenkt den Anschuldigungen keinen Glauben und lässt Kotschubej öffentlich hinrichten. Als Maria die fatalen Folgen ihrer Liebe erkennt, verliert sie den Verstand.

Genauso wie Tschaikowskis Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame basiert Mazeppa auf einer literarischen Vorlage von Alexander Puschkin. Dessen Poem Poltawa von 1829 setzt sich mit dem Kosakenführer Iwan Mazeppa auseinander, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Aufstand gegen die russische Vorherrschaft wagte. Während Puschkin den Protagonisten ganz im Sinne des damaligen Zarenregimes als manipulativen Vaterlandsverräter zeigt, verleiht ihm Tschaikowski durchaus ambivalente Züge: Mazeppas Liebe zu Maria macht der Komponist in melancholisch-sanften Arien ebenso hörbar wie dessen Brutalität, die sich durchschneidende Rhythmen und martialische Orchesterzwischenspiele vermittelt.

Regisseur Matthew Wild interpretiert Tschaikowskis Oper als politische Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Ins Zentrum des Geschehens rückt dabei nach und nach die Figur der Maria: Unfähig, die eigenen Verstrickungen zu akzeptieren, verfällt sie schließlich in einen Zustand kindlicher Entrücktheit. Gelingt es Maria, die Bilder der allseits grassierenden Gewalt aus dem Kopf zu bekommen?

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