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Król Roger

Karol Szymanowski 1882–1937

Oper in drei Akten
Text von Jarosław Iwaszkiewicz und vom Komponisten
Uraufführung 1926, Teatr Wielki, Warschau

Premiere vom 2. Juni 2019

In polnischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen als Video kurz vor der Wiederaufnahme und live eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Sylvain Cambreling

König Roger Nicholas Brownlee
Roxana Jane Archibald
Der Hirte Gerard Schneider
Edrisi Samuel Levine
Der Erzbischof Alfred Reiter
Die Diakonissin Marvic Monreal°

°Mitglied des Opernstudios

(…) Die Wiederaufnahme knüpft bruchlos an den überwältigenden Eindruck der Premierenserie an. Das bestens aufgelegte Orchester badet erneut geradezu im fein ausdifferenzierten Klangrausch. Die geforderten Protagonisten werden dabei niemals zugedeckt, sondern können vor der schillernden Klangkulisse ihr Stimmpotential zur Ausformung starker Rollenporträts nutzen. In nur 90 Minuten Spieldauer gerät das Publikum in den Bann der Musik und wird regelrecht narkotisiert, so dass es nach dem abrupten Schlussakkord einige Sekunden benötigt, um zu erfassen, dass es tatsächlich vorbei ist. Der dann einsetzende Applaus steigert sich zum ungeteilten Jubel. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Wie können die Kräfte von Chaos und Ordnung, Vernunft und Trieb zusammenwirken und kreativ gestaltet werden? Diese Fragen begleiteten das Leben und Werk des polnischen Komponisten Karol Szymanowski. Er gilt zwar als eine Schlüsselgestalt der Musik des 20. Jahrhunderts, dennoch werden seine Werke immer noch zu selten aufgeführt. In seiner einzigen Oper, Król Roger, nutzt Szymanowski die Zeit der Herrschaft des Normannenkönigs Roger II. als Folie für die Gestaltung einer symbolistischen Handlung: Roger herrscht über unterschiedliche Kulturen. Seine Macht wird von einem unbekannten Hirten, einer Mischung aus Wanderprediger und Gottheit in einer Person infrage gestellt. Mit seinen Reden von einem jungen Gott verführt er erst das Volk und dann die Königin Roxana. Gegensätze, Widersprüche und Verzweiflung prägen den Weg des Königs. Eine dramatische Entwicklung im herkömmlichen Sinne gibt es erst in den letzten Minuten des Werkes, als Roger seine eigenen Abgründe erkennt und sich dem Tag und dem Leben zuwendet.

Die Musik von König Roger besticht durch überwältigende Momente, die ein faszinierendes Psychogramm der Hauptfigur zeichnen. Szymanowskis Oper ist eine Klangvision von einem suchenden Menschen, der zum Schluss durch Selbsterkenntnis mit sich eins wird.