Spielplan

zur Übersicht

Tamerlano

Georg Friedrich Händel 1685-1759

Dramma per musica in drei Akten / UA 1724
Text von Nicola Francesco Haym nach Libretti von Agostino Piovene und Ippolito Zanelli, basierend auf Jacques Pradon.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot.

Die Veranstaltung Oper extra zu dieser Produktion am 27. Oktober um 19 Uhr findet ausnahmsweise im Holzfoyer des Opernhauses statt (Vorstellungen im Bockenheimer Depot).

Musikalische Leitung Karsten Januschke

Tamerlano Lawrence Zazzo
Bajazet Yves Saelens
Asteria Elizabeth Reiter
Andronico Brennan Hall
Irene Cecelia Hall
Leone Liviu Holender

Macht und Starrsinn, Liebe und Begehren, Wahn und Beständigkeit – und am Ende ein Selbstmord.

Das Sujet dieser Oper basiert auf der historischen Begegnung zwischen dem mongolischen Heerführer Timur-Leng, der sich als Nachfolger Dschingis Khans stilisierte, und dem osmanischen Sultan Bayezid I., den Timur im 15. Jahrhundert unterwarf. Händels Dramma per musica treibt den Konflikt zweier Herrscher, die nach unterschiedlichen Ehrbegriffen handeln und von unterschiedlicher sozialer Herkunft sind, mit großer Stringenz auf die Spitze: Tamerlano, der eigentlich mit Irene verlobt ist, begehrt Asteria, die Tochter seines Gefangenen Bajazet, den er bis aufs Äußerste demütigt. Asterias Geliebter aber ist Tamerlanos Vasall Andronico. Innerhalb dieses Gefüges, in dem sich Privates und Politisches mischen und stabile Machtverhältnisse durch Provokation ins Wanken geraten, gibt es keine Chance für rationale Klärung, scheinen nur extreme Entscheidungen möglich. Eine Situation, die auch rund 300 Jahre nach der Entstehung von Tamerlano nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Händel, der in den 1720er Jahren als musikalischer Direktor die Royal Academy of Music in London leitet, befindet sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Mit seiner 18. Oper weiß der Komponist abermals zu überraschen: nicht nur durch einen hohen Anteil an rein instrumentaler Musik und einen erstaunlich freien Umgang mit ungewöhnlich langen Rezitativen, sondern auch, weil in der wichtigen Partie des Bajazet erstmals ein Tenor einem Kastraten und einer Primadonna gleichrangig besetzt ist.

Mit freundlicher Unterstützung