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La fiamma

Ottorino Respighi 1879–1936

Oper in drei Akten
Text von Claudio Guastalla nach Hans Wiers-Jenssen
Uraufführung 1934, Teatro Reale dell’Opera, Rom

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.

Musikalische Leitung Francesco Lanzillotta / Simone Di Felice

Silvana Chiara Isotton
Donello Matteo Lippi
Basilio Ivan Inverardi
Eudossia Teresa Romano
Agnese di Cervia Claudia Mahnke
Monica Nombulelo Yende
Agata Daniela Zib°
Lucilla Nina Tarandek
Sabina Zanda Švēde

°Mitglied des Opernstudios

Die fatale Vermischung von Macht und Religion und ein geradezu hysterischer Fanatismus bilden das Passepartout für die leidenschaftliche Affäre zwischen einer Stiefmutter und ihrem Sohn, die in der Katastrophe endet.

Basilio hat gegen den Willen seiner Mutter Eudossia die um einiges jüngere Silvana geheiratet. Während Eudossia ihre Abneigung gegen die junge Frau aus einfachen Verhältnissen nicht ablegen kann, gibt sich Silvana einer leidenschaftlichen Affäre mit ihrem gleichaltrigen Stiefsohn Donello hin. Als Basilio an einem Herzinfarkt stirbt, wird Silvana dafür verantwortlich gemacht, wie einst ihre Mutter der Hexerei beschuldigt und schließlich zum Tode verurteilt.

Was in der Oper von Ottorino Respighi und seinem langjährigen Librettisten Claudio Guastalla im Ravenna des 7. Jahrhunderts angesiedelt ist, basiert auf einem Drama von Hans Wiers-Jenssen, das die Hexenverfolgung im Norwegen des 16. Jahrhunderts thematisiert. Eine entsprechend archaische Wucht treibt nicht nur die Handlung voran, sondern lodert auch in der Musik auf – mitunter fratzenhaft verzerrt, gerade in den großen Chorszenen. Die Partitur spiegelt neben der Dramatik und Expressivität des Stoffes allerdings auch dessen sinnliche Facetten. Der Rückgriff auf das italienische Melodramma mit der Tendenz zur Nummernoper verbindet sich darin mit einem Stilpluralismus, der von der Gregorianik bis zu Strauss reicht.

Zwei Jahre vor der Uraufführung von La fiamma im Jahr 1934 hatte Respighi, der vor allem für seine Orchesterwerke bekannt ist, das »Manifest italienischer Musiker für die Tradition der romantischen Kunst des 19. Jahrhunderts« unterschrieben – aus tiefster ästhetischer Überzeugung: Musikgeschichte sah der Komponist als ein Kontinuum, dessen Traditionen er im Gegensatz zur Avantgarde seiner Zeit nicht missachten, sondern umso deutlicher unterstreichen wollte. Aus dieser künstlerischen Maxime heraus entwickelte Respighi seine erfolgreichste Oper La fiamma.