Musikalische Leitung Sylvain Cambreling
König Roger Lukasz Goliński
Roxana Sydney Mancasola
Der Hirte Gerard Schneider
Edrisi AJ Glueckert
Der Erzbischof Alfred Reiter
Die Diakonissin Judita Nagyová
Wie können die Kräfte von Chaos und Ordnung, Vernunft und Triebhaftigkeit zusammenwirken und kreativ gestaltet werden? Diese Fragen, verbunden mit Zweifel, Experiment, Rausch und Niederlage begleiteten das Leben des polnischen Komponisten Karol Szymanowski. Er gilt als Schlüsselgestalt der Musik des 20. Jahrhunderts, dennoch werden seine Werke viel zu selten aufgeführt.
Król Roger nutzt Szymanowski die Zeit der Herrschaft des Normannenkönigs Roger II. auf Sizilien als Folie für die Gestaltung einer symbolistischen Handlung, einer ins christliche Umfeld transponierten Variante der Bakchen des Euripides: Roger herrscht über mehrere Kulturen, hält sich einen arabischen Intellektuellen als Berater, gibt sich als Rationalist aus und stützt sich gleichzeitig auf die starre, byzantinisch geprägte Kirche. Diese Machtsituation wird von einem unbekannten Hirten, einer Mischung aus Erdgeist und Wanderprediger, Christus und Dionysos infrage gestellt. Er gründet seinen eigenen Kult und zieht mit seinen Anhängern über das Land. Mit Reden über einen schönen, jungen Gott verführt der Hirte erst das Volk und dann Königin Roxana.
Die dionysische und rauschhafte Musik bei seinem Erscheinen bestimmt den gesamten zweiten Akt und steigert sich mit einem Mänadentanz zur Ektase. Gleichzeitig etabliert sich eine musikalische Gegenwelt als Vertreterin der erzkatholischen Tradition, von Szymanowski durch die harmonische Strenge der mittelalterlichen Kirchenmusik charakterisiert. Die beiden Welten geraten in Konflikt, es werden gegensätzliche Kräfte exponiert, die auf die Seele, auf das Dilemma der Titelfigur einwirken. Eine dramatische Entwicklung im herkömmlichen Sinne gibt es erst in den letzten beiden Minuten des Werkes, als Roger seine eigenen Abgründe erkennt, den Rausch hinter sich lässt und sich dem Tag, dem Leben und dem Bewusstsein zuwendet. Die Musik von König Roger besticht durch überwältigende Momente, die ein faszinierendes Psychogramm der Hauptfigur zeichnen. Die Klangvision eines suchenden Menschen, der am Ende durch Selbsterkenntnis eins mit sich wird.
Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Hinweis zum Datenschutz
Wir verwenden auf dieser Webseite Cookies. Ihre IP-Adresse wird ohne Ihre Zustimmung aus technischen Gründen für 10 Tage gespeichert. Ihre Daten werden nicht weitergegeben.
Um Ihnen das beste Nutzererlebnis zu ermöglichen, verwenden wir ein Analysetool. Auswertungen bzw. Statistiken hierzu erfolgen nur anonymisiert.