Spielplan

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Francesca da Rimini

Saverio Mercadante 1795–1870

Dramma per musica in zwei Akten
Text von Felice Romani
Uraufführung 2016, Palazzo Ducale, Martina Franca

Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz vor der Premiere als Video

Im Rahmen dieser Neuinszenierung findet am 26. Februar um 11 Uhr im Holzfoyer die 5. Kammermusik statt.

Musikalische Leitung Ramón Tebar

Francesca Jessica Pratt / Anna Nekhames (2., 8.4.)
Paolo Kelsey Lauritano
Lanciotto Theo Lebow
Guido Erik van Heyningen
Isaura Karolina Bengtsson°
Guelfo Brian Michael Moore

°Mitglied des Opernstudios

Um das dynastische Bündnis zweier Familien zu besiegeln, hatten sie geheiratet. Doch die Ehefrau liebt den Bruder ihres Mannes – ein Treuebruch, der in der Katastrophe endet.

Die unausweichliche Tragik der leidenschaftlichen Liebesgeschichte zwischen Francesca da Polenta und Paolo Malatesta, wie Dante sie in seiner Divina Commedia festhielt, veranlasste zahlreiche Künstler zu einer Auseinandersetzung. Auch der Librettist Felice Romani, mit dem Saverio Mercadante immer wieder zusammenarbeitete, ließ sich von Bearbeitungen des Stoffes zu einem Textbuch inspirieren.

Im Jahr 1830, als Mercadante sich zum zweiten Mal für längere Zeit in Madrid aufhielt, entstand seine Vertonung. Die Partitur, in der Rossinis Einfluss noch deutlich hörbar ist, fokussiert die drei Hauptfiguren Francesca, Paolo und Lanciotto. Das Zusammentreffen zwischen Schwager und Schwägerin in ihrem Schlafzimmer bildet den dramatischen und emotionalen Höhepunkt der Oper.

Verschiedene unglückliche Umstände und Sängerrivalitäten verhinderten eine Uraufführung von Francesca da Rimini zu Mercadantes Lebzeiten – zunächst in Madrid, dann auch in Mailand. So musste die Oper fast 200 Jahre auf ihre erste Premiere warten, die 2016 beim Festival della Valle d’Itria stattfand. Wie seine 58 Bühnenwerke ist auch der Komponist Saverio Mercadante heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Und das, obwohl er ab den späten 1830er Jahren mit seinem »canto drammatico«, welcher die Gesangsvirtuosität in einen dramatischen Gesamtbogen einfügte, eine Reform der italienischen Oper nach Rossini anstieß.