Spielplan

zur Übersicht

Die Nacht vor Weihnachten

Nikolai A. Rimski-Korsakov 1844–1908

Oper in vier Akten
Text vom Komponisten nach Nikolai W. Gogol
Uraufführung 1895, Mariinski Theater, St. Petersburg

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Premiere hier und auf YouTube)

Musikalische Leitung Sebastian Weigle

Wakula Georgy Vasiliev
Oksana  Julia Muzychenko
Solocha Enkelejda Shkoza
Tschub Alexey Tikhomirov
Teufel Andrei Popov
Panas Anthony Robin Schneider
Der Bürgermeister Sebastian Geyer
Der Küster Ossip Peter Marsh
Die Zarin Bianca Andrew
Pazjuk Thomas Faulkner
Frau mit violetter Nase Enkelejda Shkoza
Frau mit gewöhnlicher Nase Barbara Zechmeister

Weihnachten in dem ukrainischen Dorf Dikanka: Wie in jedem Jahr ziehen die Bewohner singend von Haus zu Haus und feiern die Geburt Christi. Der Schmied Wakula hingegen bläst Trübsal, denn er ist unglücklich in die schöne Bauerntochter Oksana verliebt. Diese will Wakula aber nur heiraten, wenn er ihr die goldenen Schuhe der Zarin besorgt. Verzweifelt wendet sich der Schmied an den ortsansässigen Teufel, der umgehend mit ihm in die Hauptstadt fliegt. Die Zarin schenkt Wakula ihr schönstes Paar Schuhe und so steht seiner Hochzeit mit Oksana, die ihren Eigensinn bereut, nichts mehr im Wege. 

In Die Nacht vor Weihnachten verbindet Nikolai A. Rimski-Korsakow die satirisch-realistische Darstellung eines ukrainischen Dorflebens mit allerhand fantastischen und mythologischen Elementen. Der grotesk-bunte Kosmos seiner Oper umfasst heuchlerische Amts- und Würdenträger genauso wie Hexen und Teufel, Luftgeister und Sonnengottheiten. Mit der Vertonung von Gogols gleichnamiger Erzählung hatte Rimski-Korsakow über zehn Jahre lang gewartet – aus Rücksicht auf Peter I. Tschaikowski, der den Stoff bereits 1874 in Der Schmied Wakula verarbeitete. Erst nach Tschaikowskis Tod im Jahr 1893 begann er mit der Komposition und griff dabei musikalisch in die Vollen: Die Partitur ist gespickt mit Zitaten ukrainischer Volkslieder – so etwa in den Koljadki-Gesängen der Dorfbewohner, die sich immer wieder zu polyphonen Klangschichtungen verdichten. In fluoreszierenden Farben bringt der Komponist die Gestirne am Himmel zum Tanzen und schildert auf geradezu cineastische Weise Wakulas Flug durch die nächtlichen Lüfte. Regisseur Christof Loy, der in Frankfurt zuletzt einen Abend mit Tschaikowski-Liedern entwickelte, wird Rimski-Korsakows bis heute viel zu selten gespielte Oper inszenieren.