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Ulisse

Luigi Dallapiccola 1904–1975

Oper in einem Prolog und zwei Akten
Text vom Komponisten
Uraufführung 1968, Deutsche Oper, Berlin

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Premiere hier und auf YouTube)

Musikalische Leitung Francesco Lanzillotta

Odysseus Iain MacNeil
Kirke / Melantho Katharina Magiera
Kalypso / Penelope Juanita Lascarro
Demodokos / Teiresias Yves Saelens
Nausikaa Sarah Aristidou
Antikleia Claudia Mahnke
Antinoos Danylo Matviienko
Eumäos Brian Michael Moore
König Alkinoos Andreas Bauer Kanabas
Telemachos Dmitry Egorov
Erste Magd Marvic Monreal°
Zweite Magd Karolina Bengtsson°

°Mitglied des Opernstudios

Der Odysseus-Mythos faszinierte Luigi Dallapiccola ein Leben lang. Ausgehend von unzähligen Bearbeitungen des Stoffes entwickelte der italienische Komponist in seiner letzten Oper Ulisse eine eigene, maßgeblich von Dante inspirierte Lesart: Odysseus erscheint darin als ein zerrissenes Individuum auf der rastlosen Suche nach (Selbst-)Erkenntnis.

Im Reich der Phäaken gestrandet, lässt er verschiedene Stationen seiner Irrfahrt Revue passieren: Die verführerisch-selbstvergessene Welt der Lotophagen, die intellektuell prägende Liaison mit der Zauberin Kirke sowie den Gang in den Hades, wo er seiner verstorbenen Mutter begegnet. Zurück in seiner Heimat Ithaka wird Odysseus zunächst nicht wiedererkannt und als »Niemand« verspottet. Der Schmerz über den Identitätsverlust treibt ihn zur Rache: Er tötet die Freier, welche um seine Ehefrau Penelope werben, bevor er zu seiner letzten Expedition aufbricht. Allein auf weiter See glaubt er schließlich, die Existenz einer höheren Ordnung zu erkennen, in der seine inneren Ambivalenzen aufgehoben sind.   

Durch Dallapiccolas Partitur zieht sich ein Netz von Zwölfton-Reihen. Diese gehen allesamt aus einer Ur-Reihe hervor, welche der Komponist »Mare I« nennt. Das Meer wird somit zum musikalischen Protagonisten der Oper. Die 13 Episoden der Handlung zeichnen sich durch eine je eigene Klangfarbe aus: Im Zentrum der symmetrisch angeordneten Bilderfolge steht die dunkel instrumentierte Hades-Szene, welche Dallapiccola in der Form eines Bach’schen Spiegelkanons konzipiert.

Regisseurin Tatjana Gürbaca setzte sich bereits erfolgreich mit Dallapiccolas Il prigioniero auseinander. Mit der Inszenierung von Ulisse gibt sie ihr Debüt an der Oper Frankfurt.