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Der Triumph von Zeit und Erkenntnis

Georg Friedrich Händel 1685–1759

Oratorium in zwei Teilen
Text von Kardinal Benedetto Pamphilj
Uraufführung vermutlich 1707, Teatro del Collegio Clementino, Rom

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. Weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.

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Musikalische Leitung Simone Di Felice

Bellezza Monika Buczkowska-Ward
Piacere Younji Yi°
Disinganno Katharina Magiera
Tempo Michael Porter

°Mitglied des Opernstudios

(…) Sehr sehenswert und als hauseigenes Gesangsfeuerwerk vor allem überaus hörenswert.

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Vier grundverschiedene Charaktere treffen als Allegorien in einem Streitgespräch aufeinander. Da ist die personifizierte Schönheit (sensitiv: Monika Buczkowska-Ward), der das Vergnügen (subtil: Younji Yi) ewige Jugend verspricht. Die Zeit (subversiv: Michael Porter) heilt nicht alle Wunden, sie verstärkt die Zweifel der Schönheit. Die Erkenntnis (symbolträchtig: Katharina Magiera) schließlich weiß, wie die Realität aussieht. Bis die Schönheit das kapiert, vergehen drei Stunden.
(…)

Manfred Merz, Frankfurter Neue Presse


(…) Musikalisch darf der Abend (…) als Triumph der Händelschen Musik bezeichnet werden. (...)

Dieter David Scholz, www.deropernfreund.de


(…) In diesem Ambiente erzählt Kastening in einer ausgeklügelten Personenregie eine Geschichte, die trotz der allegorischen Figuren einem heutigen Publikum großen Aktualitätsbezug bietet. (…)

Thomas Molke, www.omm.de

Muss der Mensch seine Eitelkeiten überwinden, um Selbsterkenntnis zu erlangen? Und liegt der Schlüssel zum Glück tatsächlich in der Akzeptanz unserer eigenen Endlichkeit?

Mit brillanten Improvisationen auf der Orgel machte sich der 22-jährige Händel seit Januar 1707 in der Kulturszene Roms einen Namen und gewann gut betuchte Freunde. Einer von ihnen war Kardinal Benedetto Pamphilj. Dieser lieferte dem Komponisten nicht nur die Gelegenheit und finanziellen Mittel, sondern auch gleich den Text zu jenem musikalischen Streitgespräch zwischen der Schönheit, dem Vergnügen, der Erkenntnis und der Zeit. Die Schönheit muss sich entscheiden: Soll sie sich dem Vergnügen ganz verschreiben oder auf die Ermahnungen von Zeit und Erkenntnis hören und die Gedanken an ihre eigene Endlichkeit zulassen?

Die Partitur von Händels erstem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno spiegelt das entschiedene Vorgehen des Vatikans gegen weltliche Bühnenwerke, welches in mehreren Theaterschließungen der Stadt gipfelte. Mit der Bezeichnung als Oratorium umging der aufstrebende Komponist zwar die Hürde der »opera proibita«, sein dramatisches Gespür offenbart sich dennoch in jeder Note. Hinreißend fantasievoll gestaltet er die lebhafte Auseinandersetzung der vier Charaktere.

Im Laufe seines Schaffens bediente sich Händel immer wieder des musikalischen Materials seines Oratorienerstlings, nicht zuletzt für die berühmte Klage-Arie »Lascia ch’io pianga« in seiner Oper Rinaldo. Als »Lascia la spina« hatte er sie ursprünglich der allegorischen Figur des Vergnügens in den Mund gelegt.

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Premiere
Frankfurter szenische Erstaufführung
Samstag
13. Juni 2026
Beginn
19.00 Uhr
Dauer
ca. 3 Std. inkl. Pause nach 1 Std. 10 Min.
Ort
Bockenheimer Depot
Abonnement
Serie 26
Preise
80/50/25 Euro

Besetzung

Musikalische Leitung
Simone Di Felice
Inszenierung
Katharina Kastening
Bühnenbild, Kostüme
Ashley Martin-Davis
Video
Tal Rosner
Licht
Jan Hartmann
Dramaturgie
Mareike Wink
Bellezza
Monika Buczkowska-Ward
Piacere
Younji Yi°
Disinganno
Katharina Magiera
Tempo
Michael Porter

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

°Mitglied des Opernstudios