Wozzeck
Alban Berg 1885 - 1935
Oper in drei Akten
Text vom Komponisten nach dem Drama Woyzeck von Karl Georg Büchner (1836) in der Ausgabe von Karl Emil Franzos (1879)
Uraufführung am 14. Dezember 1925, Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Eine Koproduktion mit "Den Norske Opera & Ballett Oslo"
Mit Übertiteln
Einführung vor jeder Vorstellung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer
Wozzeck Audun Iversen
Tambourmajor Vincent Wolfsteiner
Andres Martin Mitterrutzner
Hauptmann Peter Bronder
Doktor Alfred Reiter
1. Handwerksbursch Thomas Faulkner*
2. Handwerksbursch Iurii Samoilov
Der Narr Martin Wölfel
Marie Claudia Mahnke
Margret Katharina Magiera
Georg Büchner, Poet, Mediziner und Revolutionär, hat das Pathologische keiner Symbolik unterworfen. Erstmals wird bei ihm Krankheit nicht als Mittel verstanden, eine andere Welt oder eine andere Vernunft zu artikulieren. Sein klinischer Blick auf das Leiden will diesem selbst zum Ausdruck verhelfen. »Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen«, schrieb Büchner im Dezember 1833. Woyzeck war der erste dramatische Versuch, die Ausweglosigkeit des durch die Gesellschaft, die Wissenschaft und das Militär malträtierten Menschen auf die Bühne zu bringen. Büchner gelang dabei die Tragödie der von einem durch und durch determinierten Sein zur ewigen Unfreiheit bestimmten armen Kreatur. Darüber hinaus konstatiert das Stück das unumkehrbare metaphysische Vakuum, das entleerte Universum: »Ich glaubʼ, wenn wir in den Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.« Alban Bergs Musik setzt sich zu dieser Kraft in ein kongeniales Verhältnis. Wozzeck gehört zweifellos zu den bahnbrechenden Opern des 20. Jahrhunderts. Ausschlaggebend war für Berg neben Büchners Stoff die Unabdingbarkeit, ohne die anachronistischen Mittel der Tonalität und der auf ihr basierenden formalen Gestaltungsmöglichkeiten eine neue Tonsprache zu finden, auf der die Gesamtarchitektonik des Werkes ruhen sollte.