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Rusalka

Antonín Dvořák 1841-1904

Lyrisches Märchen in drei Akten
Text von Jaroslav Kvapil
Übernahme einer Produktion der Opéra National de Lorraine, Nancy

Premiere vom 8. September 2013 (Frankfurt)

In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer 

Musikalische Leitung Sebastian Weigle
Rusalka Karen Vuong
Prinz Gerard Schneider
Fremde Fürstin Claudia Mahnke
Wassermann Andreas Bauer
Ježibaba Katharina Magiera
Erste Waldelfe Florina Ilie*
Zweite Waldelfe Julia Moormann*
Dritte Waldelfe Kelsey Lauritano*
Heger / Jäger Božidar Smiljanić
Küchenjunge Julia Dawson 

*Mitglied des Opernstudios

(…) Die Inszenierung von Jim Lucassen, erstmals gezeigt 2013, versetzt den Zuschauer mitten in ein naturkundliches Museum, präparierte Tiere und das große Sauriergerippe im zweiten Akt könnten auch aus der Senckenberg’schen Stiftung stammen. Rusalka selbst erwacht erst nach einigen Takten zum Leben und steigt aus einer Art Wald-Voliere mit Bäumen und Wasserfall ins wahre, grausige Menschenleben herunter.
Mit klarem Strich gezeichnete Charaktere eifern um die Wette: Der zwischen Realität und Träumerei wandelnde Prinz, die keifende Hexe Ježibaba. Die scheinbar über allen Wirrungen schwebende Fremde Fürstin und der barsche Wassermann. Dazu noch drei Waldelfen in synchroner Bewegung, die es sich am Ende in den Vitrinen des Museums bequem gemacht haben.
Für all dies märchenhafte Volk stehen in der Frankfurter Wiederaufnahme stimmlich und darstellerisch adäquate Künstler zur Verfügung: Karen Vuong (…) überzeugte auch diesmal wieder – gerade ihr Schweigen ließ die darstellerischen Qualitäten noch wichtiger werden.
Auch sonst griff man auf bewährte Kräfte zurück: die erhabene Claudia Mahnke als Fürstin, Andreas Bauer als Wassermann und Katharina Magiera als eine sehr bewegliche Hexe. Der australische Tenor Gerard Schneider aber war in der Rolle des Prinzen zum ersten Mal zu erleben – stimmlich die passende Ergänzung zur zarten Rusalka.
Generalmusikdirektor Sebastian Weigle ließ es sich nicht nehmen, auch die Wiederaufnahme zu leiten – er formte mit dem hervorragend einstudierten Opern- und Museumsorchester kraftvolle Urwüchsigkeit im besten Sinne Dvořáks.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Nach der wunderbar gelungenen Wiederaufnahme von Richard Strauss‘ Capriccio bietet die Oper Frankfurt erneut eine exzellente Besetzung auf, die sich ausschließlich auf hauseigene Kräfte stützen kann und ohne Gäste auskommt. Wer immer kann, sollte die letzte Gelegenheit, diese wunderbare Produktion vor ihrer Absetzung noch einmal zu erleben, nicht verpassen. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Ihrer Liebe zum Prinzen und dem Wunsch, ein Mensch zu werden, folgend, ist die Nixe Rusalka bereit, auf ein entscheidendes Element ihres Wesens zu verzichten: ihre Stimme. Eine Titelfigur, die immerhin für rund 1500 Takte dieser Partitur zum Schweigen verdammt ist, stellt eigentlich ein Problem für die Kunstgattung Oper dar. Doch der erfahrene Sinfoniker Antonín Dvořák weiß die Stimmlosigkeit seiner kleinen Meerjungfrau musikalisch äußerst vielsagend zu gestalten: Neben den Klagen des Wassermanns und den Rufen der Waldelfen, in denen Rusalka präsent ist, wird vor allem die Harfe zu ihrem »Sprachrohr«. Vom Scheitern der Liebe zwischen Nixe und Prinz, zwischen Fabelgestalt und Mensch erzählen zahlreiche Märchen und Mythen, auf denen die berührende Geschichte von Dvořáks erfolgreichster Oper basiert. Den tiefen Graben zwischen Naturwelt und Zivilisation versinnbildlicht Regisseur und Bühnenbildner Jim Lucassen mit der Verortung seiner Inszenierung in einem Naturkundemuseum. An diesem Ort des Bewahrens, aber auch der Nostalgie ist der Prinz auf der Suche nach einer unverdorbenen Welt. Er glaubt, in Rusalka ein ideales Geschöpf zu finden, das seinen Wunsch nach elementarer Verbundenheit erfüllen könne. Die Sehnsucht der beiden Liebenden entpuppt sich schließlich als Illusion, die ihr Unglück mit einem Todeskuss besiegelt.