Spielplan

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La damnation de Faust

Hector Berlioz 1803-1869

Légende dramatique in vier Teilen
Text von Hector Berlioz und Almire Gandonnière

Premiere vom 13. Juni 2010

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Roland Böer
Faust Giorgio Berrugi
Méphistophélès Kihwan Sim
Brander Brandon Cedel
Marguerite Cecelia Hall

»In der schändlichen Menagerie unserer Laster ist eines noch hässlicher, noch bösartiger, noch schmutziger — die Langeweile ist’s!« (Charles Baudelaire) Wenig ist vom einstigen Erkenntnisdrang des Gelehrten geblieben. Stattdessen umhüllt in der Deutung von Regielegende Harry Kupfer eine Wolke des Ennui, des tödlichen, melancholischen Lebensüberdrusses den alternden Faust. In einem verfallenen Theater Zuflucht suchend, hält er Rückschau auf sein Leben und durchläuft, begleitet von seinem dämonischen Schatten, noch einmal die Szenerien seines Scheiterns. Dem Versprechen von Lust und der Hoffnung auf Erfüllung folgt das Leiden am Selbstbetrug. Verdammt dazu, niemals lieben zu können, verliert er Marguerite — verdammt dazu, nie Erlösung zu erlangen, jagt der Held der Oper in einem schwarzromantisch gefärbten Finale auf ekstatischem Ritt in die Hölle. Eine entscheidende Abweichung von der Goethe’schen Vorlage, die in Hector Berlioz’ dramatischer Legende den von Pessimismus, Desillusion und düsterer Weltsicht geprägten Zeitgeist im Paris des mittleren 19. Jahrhunderts spiegelt. Der ewig Suchende stößt zwar in der Begegnung mit Marguerite auf das einfache Schöne — inmitten einer besitzgierigen, sittenlosen Welt. Doch auch das vermeintlich Unschuldige entpuppt sich als gnadenlos.