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Oedipus Rex - Iolanta
Igor Strawinsky 1882-1971 Peter I. Tschaikowski 1840-1893
Oedipus Rex
Opernoratorium in zwei Akten
Text von Jean Cocteau nach der gleichnamigen Tragödie (429 —425 v. Chr) von Sophokles
Konzertante Uraufführung am 30. Mai 1927, Théâtre Sarah Bernhardt, Paris
Revidierte Fassung (1948)
In lateinischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Iolanta
Lyrische Oper in einem Akt
Text von Modest I. Tschaikowski nach dem Drama Kong Renés Datter (1845) von Henrik Hertz
Uraufführung am 18. Dezember 1892, Mariinski-Theater, St. Petersburg
In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer
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Musikalische Leitung Sebastian Wiegle, Nikolai Petersen (16., 18.11., 1.12.)
OEDIPUS REX
Ödipus Peter Marsh
Jokaste Tanja Ariane Baumgartner
Kreon Gary Griffiths
Teiresias Andreas Bauer
Der Hirte Matthew Swensen
Der Bote Brandon Cedel
IOLANTA
Iolanta Asmik Grigorian
König René Robert Pomakov
GrafVaudemont AJ Glueckert
Robert Gary Griffiths
Ebn-JahiaAndreas Bauer
Martha Judita Nagyová
Brigitta Elizabeth Reiter
Laura Nina Tarandek
Bertrand Magnús Baldvinsson
Almerik Matthew Swensen
Zwei Protagonisten, die mit ihrem Schicksal hadern: König Ödipus, der inmitten gesellschaftlicher Krisenzeiten erkennen muss, dass er jahrelang blind war für die Wahrheit. Die Vorhersage eines einst ausgesprochenen Fluches einlösend, hatte er seinen Vater getötet und die eigene Mutter zur Frau genommen. Und die blinde Königstochter Iolanta, die auf Wunsch ihres Vaters nichts von ihrer Beeinträchtigung weiß, durch die Liebe zur Erkenntnis gelangt und schließlich wieder sehen kann.
Mit Lydia Steier inszeniert die Regisseurin der diesjährigen Salzburger Zauberflöte erstmals an der Oper Frankfurt. Die Ausnahmesängerin Asmik Grigorian, die 2018 als Salome in Salzburg gefeiert wurde, gibt als Iolanta ihr Frankfurt-Debüt. Publikumsliebling und Ensemblemitglied Peter Marsh singt die Partie des Ödipus.
Das Aufbrechen verkapselter Ängste fokussiert Igor Strawinskys Opernoratorium in zwei Akten: Oedipus Rex. In der Wahl der Gattung, des Stoffes, der Dramaturgie und der musikalischen Stilmittel distanziert es sich vom Subjektivismus eines affektgeladenen Handlungsdramas und wendet sich der Abstraktion eines „Stilllebens“ zu. Mit seinem Bruder Modest als Librettisten greift Peter I. Tschaikowski für seine Lyrische Oper Iolanta auf ein seinerzeit international populäres, märchenhaftes Schauspiel zurück: Und wiederum geht es um die Auseinandersetzung mit in seelischen Tiefen Verborgenem und Verdrängtem.
Strawinsky strebt 1926/27 gemeinsam mit Jean Cocteau einen Ausdruck an, der in Korrespondenz zum archaischen Stoff auf neoklassizistische Weise Monumentalität erreicht, ohne tonmalerisch zu sein. Der Komponist findet zu einer Mischung aus Stereotypen und Patterns: Schicksalhaft pulsierende Rhythmen verbinden sich mit Harmonien, die ihre Einflüsse aus dem Mittelalter, russisch-orthodoxer Kirchenmusik und russischer Volksmusik wie auch aus der Klassik und dem Jazz ziehen. Tschaikowskis letzte Oper, die 1892 gemeinsam mit dem Ballett Der Nussknacker zur Uraufführung kam, erzählt Iolantas Erkenntnisprozess auf musikalischer Ebene äußerst stringent — durch die Kurzform des Einakters ebenso wie auch durch eine plastische musikalische Sprache, die mitunter in den buntesten Farben schillert. Dabei büßt das Werk nie sein Wesen als große romantische Oper ein.
Chor und Extrachor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
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