Spielplan

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Orlando

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Opera seria in drei Akten
Text nach Carlo Sigismondo Capece
Uraufführung 27. Januar 1733, King’s Theatre, Haymarket, London

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Premiere hier und auf YouTube)

Musikalische Leitung Simone Di Felice

Orlando Zanda Švēde
Angelica Kateryna Kasper
Medoro Dmitry Egorov
Dorinda Florina Ilie
Zoroastro Božidar Smiljanić

Ein Mann im Ausnahmezustand: Hat dem ruhmreichen Superhelden Orlando hier wirklich nur ein »Wind« namens Liebe gehörig den Kopf verdreht und seinen »Verstand auf den Mond« katapultiert?

Zoroastro mahnt den Krieger Orlando, seine Leidenschaften zu zügeln, und will ihn zurück zur Vernunft leiten, was sich als äußerst schwierige Angelegenheit erweist. Ein Gefühlscocktail aus Eifersucht und Hass, Misstrauen und Selbstüberschätzung lässt Orlando zu einem Schatten seiner selbst werden. Grund dafür ist seine unerwiderte Liebe zu Angelica, die mit Medoro liiert ist. Diesen wiederum begehrt Dorinda, deren Liebeskummer jedoch weniger pathologische Auswüchse annimmt. Orlando rast, tobt und wütet; und offenbart sich in seinen Gewaltfantasien als zutiefst unglücklicher Mensch, dem die Kontrolle über sich selbst abhandengekommen ist.

Georg Friedrich Händel fand in Ludovico Ariostos Orlando furioso einen erfolgversprechenden Stoff über die verschlungenen (Irr-)Wege der Leidenschaften. Der Wahnsinn des Titelhelden bot ihm die Möglichkeit, auch musikalisch »außerhalb der Form« zu stehen: Die innovative Partitur bringt das Schema der Opera seria gehörig aus dem Takt und bricht mit dem Erwartbaren. Wenn Orlando sich in die Unterwelt halluziniert und komplett den Bezug zur Realität verliert, nutzt Händel radikale, wahrlich »verrückte« Mittel. Sogar Senesino, der Star-Kastrat der Uraufführung, empfand die Partie als zu unkonventionell und konnte sich des Verdachts nicht erwehren, Händel versuche ihn lächerlich zu machen. Neben allerhand virtuosen Perlen und bewegenden Psychogrammen besticht die Zauberoper Orlando mit einer Doppelbödigkeit, die aus dem tragischen Liebeswahn durchaus eine Menge komisches Potenzial zu schlagen weiß.

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Donnerstag
25. März 2021
Beginn
19.00 Uhr
Dauer
ca. 2 ¾ Std. inkl. 1 Pause
Ort
Opernhaus
Preise
A

Besetzung

Musikalische Leitung
Simone Di Felice
Inszenierung
Ted Huffman
Bühnenbild und Kostüme
Johannes Schütz
Licht
Joachim Klein
Dramaturgie
Maximilian Enderle
Orlando
Zanda Švēde
Angelica
Kateryna Kasper
Medoro
Dmitry Egorov
Dorinda
Florina Ilie
Zoroastro
Božidar Smiljanić

Frankfurter Opern- und Museumsorchester