Spielplan

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Dialogues des Carmélites

Francis Poulenc (1899-1963)

Oper in drei Akten
Text von Georges Bernanos nach Gertrud von Le Fort
Uraufführung 1957, Teatro alla Scala, Mailand

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Giedrė Šlekytė

Der Marquis de la Force Davide Damiani
Der Chevalier de la Force Michael Porter
Blanche de la Force Maria Bengtsson
Madame de Croissy, Priorin Elena Zilio
Madame Lidoine, die neue Priorin Ambur Braid
Mère Marie de l'Incarnation Claudia Mahnke
Sœur Constance de St. Denis Florina Ilie
Mère Jeanne de l'Enfant Jesus Cecelia Hall
Der Beichtvater des Karmel Brian Michael Moore
Monsieur Javelinot, Arzt Dietrich Volle

Blanche de la Force wird seit frühester Kindheit von rätselhaften Angstzuständen bedrängt. Waren die Umstände ihrer Geburt der Auslöser dafür? Sie sucht Zuflucht im Kloster.

Die Marquise de la Force, Blanches Mutter, ist hochschwanger in ihrem Wagen in einen gewalttätigen Volksaufstand geraten. Durch den Schock kam es zur Frühgeburt und sie starb im Kindbett. Im Konvent der Karmelitinnen glaubt Blanche, inzwischen eine junge Erwachsene, endlich eine Lebensmöglichkeit gefunden zu haben. Dort wird sie Zeugin, wie die glaubensstarke, aber sterbenskranke Priorin in ihrer Todesstunde von Ängsten überwältigt wird. Kurz darauf werden die Nonnen von Revolutionsgarden verdächtigt, gegen das neue Regime zu konspirieren. Alle Klöster sollen aufgelöst werden. In einer letzten Zusammenkunft legen die Karmelitinnen das Gelübde ab, ihrem Glauben bis in den Tod treu zu bleiben. Blanche flieht als einzige, kurz bevor es zur Verhaftung kommt. Doch in der Stunde der Hinrichtung ist sie plötzlich wieder da, um das Schicksal ihrer Schwestern zu teilen: Im Angesicht der Guillotine scheint sie jede Furcht verloren zu haben.

Die Vorkommnisse, die Poulenc behandelt, gehen auf eine historische Begebenheit zurück: 1794 betraten die Karmelitinnen von Compiègne, das »Veni creator« singend, als Märtyrerinnen eine nach der anderen gefasst das Schafott. Der französische Autor Georges Bernanos griff den zuerst 1931 von der deutschen Schriftstellerin Gertrud von le Fort in einer Novelle verarbeiteten Stoff 1947 für ein Filmdrehbuch auf. Die von ihm verfassten Dialoge dienten Poulenc als Grundlage für das Libretto seiner Oper. Das Werk gipfelt in der suggestiv in Musik gesetzten Hinrichtungsszene, deren erschütternder Wirkung sich niemand entziehen kann.