Der norwegische Komponist Eivind Buene, Jahrgang 1973, schloss sein Studium an der Norwegian Academy of Music 1998 ab und lehrt heute an derselben Hochschule Komposition. Er war Composer in residence bei der Oslo Sinfonietta und hat mit einer Vielzahl von Klangkörpern zusammengearbeitet, u.a. mit dem Ensemble intercontemporain, dem Klangforum Wien, dem Ensemble Musikfabrik, dem Oslo Philharmonic Orchestra und den Berliner Philharmonikern. Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist Buene auch im Feld der improvisierten Musik am Schnittpunkt mit der klassischen notierten Musik aktiv. In dem Projekt Schubert Lounge entwickelt er eigene Fassungen von Schubertliedern, wobei er sich als Sänger selbst am Fender Rhodes Keyboard begleitet. Eivind Buene ist zudem Autor von fünf Romanen und zahlreichen Essays und experimentiert mit verschiedenen Formen, in denen er Text und Musik performativ verbindet.
In Doubles konfrontiert er die beteiligten Instrumente, wie er schreibt, mit ihrem eigenen »Doppelgänger«: Wiederkehrende Harmonien – etwa in Form einer Chaconne – in der klassischen temperierten Stimmung treffen auf mikrotonale Strukturen und Klangfarbenmischungen, die die Ausdruckspalette der einzelnen Instrumente bis hin zum Geräuschhaften ausloten. Nature morte ist der letzte Teil des Possible Cities-Cyclus. Buene untersucht darin das Verhältnis zwischen einer monumentalen Stadt und dem, was als Ruinenlandschaft einmal von ihr übrigbleiben wird. Dabei bezieht er sich auf ein Zitat des italienischen Romanciers Italo Calvino aus dessen Roman Die unsichtbaren Städte.
PORTRÄT EIVIND BUENE
PROGRAMM
Doubles (2023)
Nature morte (2008)
DIRIGENT Lars Mlekusch
GESPRÄCHSPARTNER Eivind Buene
MODERATION Mara Genschel