Spielplan

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Die Walküre

Erster Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen

Richard Wagner 1813-1883

Text vom Komponisten
Uraufführung am 26. Juni 1870, Königliches Hof- und Nationaltheater, München
Erste Aufführung als Teil Der Ring des Nibelungen am 14. August 1876, Festpielhaus Bayreuth

Premiere vom 31. Oktober 2010

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Muiskalische Leitung Sebastian Weigle
Siegmund Peter Wedd
Hunding Taras Shtonda
Wotan James Rutherford
Sieglinde Amber Wagner
Brünnhilde Christiane Libor
Fricka Claudia Mahnke
Gerhilde Sandra Janusaite (21.4.) / Irina Simmes
Ortlinde Elizabeth Reiter
Waltraute Nina Tarandek
Schwertleite Katharina Magiera
Helmwige Ambur Braid
Siegrune Karen Vuong
Grimgerde Stine Marie Fischer
Rossweiße Judita Nagyová

Mit dem im Jahr 2012 glücklich abgeschlossenen Ringzyklus ist der Oper Frankfurt ein großer Wurf gelungen. Maßgeblichen Anteil daran hat das Bühnenbild. Die von Jens Kilian entworfene „Frankfurter Scheibe“ leistet dabei nicht weniger als die Quadratur des Kreises: Sie ist zeitlos-modern in ihrer Abstraktion und bietet zugleich mitunter hinreißende, klar verortbare Raumeindrücke. Was auf den ersten Blick wie eine bloße Reminiszenz an Wieland Wagners kreisrunde Bühnenflächen im entrümpelten Nachkriegs-Bayreuth wirkt, erweist sich nämlich als originäre Konstruktion von großer theaterpraktischer Genialität. Durch die Zerlegung der Scheibe in einzelne Ringe, die sich mit- und gegeneinander bewegen lassen und so immer neue Landschaften und Flächen schaffen, ist dem Bühnenbild alles Statische genommen. Es wird vielmehr zu einer raumgreifenden und belebten Skulptur, die als solche bereits so viel Faszination ausstrahlt, dass der Besuch dieser Produktion sich alleine dafür schon lohnte.
Das kongeniale Lichtdesign von Olaf Winter und einige sparsam eingesetzte Videoeffekte lassen die Scheibenringlandschaften zu Flüssen, Gebirgshöhen, Wiesen, Höhlen und geschlossenen Räumen werden. Mit traumwandlerischer Sicherheit changiert die Bühne zwischen Abstraktem und Konkretem. Eine ganze Welt, ein ganzer Kosmos werden hier heraufbeschworen.
Nach der ersten staunenden Begegnung mit dieser Bühnenskulptur im Rheingold hatte das Produktionsteam vor neun Jahren mit der Walküre die Herzen des Publikums erobert. Selbst ein so abgegriffener Bühneneffekt wie der beständige Schneefall im ersten Aufzug sieht auf der zur gewaltigen Baumscheibe mutierten Spielfläche fabelhaft aus. Wenn sich aber zum Ende der Oper bei Wotans Abschied ein Feuerkranz aus dem Schnürboden herabsenkt, ist die Bühnenwirkung derart emotional packend, dass das Bild sich ins Gedächtnis einbrennt und lange nachwirkt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Bereits zu den ersten Takten der Gewittermusik entführte GMD Sebastian Weigle mit seinem bestens disponierten Frankfurter Opern- und Museumsorchester in Wagners magisch-akustische Zauberwelten. In höchst qualitativer Manier offerierte Weigle in prächtiger Auffächerung die geniale Partitur, formte geschlossene instrumentale Perspektiven voll Wärme und Sentiment. Selten zuvor wurde mir das spannungsvolle elektrisierende Knistern im ersten Aufzug so intensiv gewahr, schier kammermusikalisch durchleuchtete der einfühlsame Dirigent mit seinem herrlich musizierenden Orchester die aufgelichteten Momente intimeren Charakters sowie durchleuchtete famos die Monologe der Folge-Akte. Handwerklich sensibel belichtet erklangen die melodischen Details der innigen Passagen zum warmgetönten Streicherklang und ohne instrumentale Überproportionen kontrastierten die wuchtigen Ausbrüche der präzisen Bläserfraktionen. Umsichtig bettete GMD Weigle seine Sänger zudem in wohlige Klangformationen und schenkte dem Rezensenten beglückende Wagner-Wonnen. Bravo! Das Publikum war meiner Meinung und überschüttete den GMD und sein Orchester mit den heftigsten Ovationen. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Nachdem in der vergangenen Spielzeit Das Rheingold als einzelnes Werk wiederaufgenommen wurde, folgt nun Die Walküre. Die Handlung kreist um das Wälsungenpaar Siegmund und Sieglinde, von Wotan mit einer Menschenfrau gezeugt, seit Jahren voneinander getrennt. Sie finden und verlieben sich, als Siegmund in höchster Not in einer Hütte Zuflucht sucht; es ist die seines Todfeindes Hunding, der Sieglindes Mann ist. Dem Paar gelingt die Flucht. Wotans Ehefrau Fricka aber pocht auf Einhaltung der Gesetze, deren Hüter Wotan ist und die auch die Ehe schützen. Der Gott muss Siegmund preisgeben. Die Walküre Brünnhilde, die er mit Erda gezeugt hat, widersetzt sich seinem Befehl und rettet Sieglinde, die von Siegmund ein Kind erwartet. Wotan verstößt Brünnhilde und versetzt sie in Tiefschlaf. Doch er schützt sie durch einen Feuerring, den erst Sieglindes Spross Siegfried einst überwinden wird. Jens Kilian über sein Bühnenbild zum Frankfurter Ring, einer Skulptur von vier gegeneinander drehbaren, leicht geneigten Ringen: »Vom kalten, mystischen Blau der Rheingold-Szenerie ausgehend, kommen natürlichere Töne ins Spiel. Die Weltesche, aus der Wotan den Speer gebrochen hatte, zeigt sich als Baumstumpf. Der Weg führt zu menschlicheren Dimensionen. Die Suche nach dem Sinn geht weiter.«