(…) Wut und Verzweiflung, Sehnsucht und Liebe finden ihre Entsprechung in der Stimme von Maria Agrestra, mal zart und leise, manchmal auch enorm kräftig, stets klangvoll, dunkel getönt und mit großer Schönheit. Ihr lyrischer Sopran umgarnt das Publikum und bleibt auch in den emotionalen Ausbrüchen gut geführt. Dabei war ihr der Pianist Vincenzo Scalera ein sehr aufmerksamer und sensibler Partner. Große Begeisterung und drei Zugaben.
Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse
(…) Neun Mal kommt das Wort Salce! (Salice = Weidenbaum) in der Zu-Bett-Geh-Szene der Desdemona im 4. Akt des Otello von Giuseppe Verdi (1813-1901) vor. Neun, durch nur winzige Unterschiede gekennzeichnete Variationen bot Agresta auf. Und das ist nur einer der Gründe, warum sich die 44-Jährige einen Namen als eine der aktuell besten Sopranistinnen im italienischen Fach einen Namen gemacht hat. Eine Desdemona, wie man sie nur selten zu hören und zu sehen bekommt: ausdrucksstark und flexibel, gesanglich wie darstellerisch. Ihre Gesangslinien schier grenzenlos, jeder Ton von Reinheit, Zartheit und großer Modulationsfähigkeit geprägt. Crescendi, Diminuendi, Passagi, Legati, alles, was einen in Richtung Tränenstrom treiben kann. „Ave! Amen.“ (...)
Andrea Richter, www.faustkultur.de