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Porträt Iris ter Schiphorst

Die deutsch-niederländische Komponistin Iris ter Schiphorst ist als Pianistin im klassischen Bereich sowie als Keyboarderin, Schlagzeugerin, Bassistin und Tontechnikerin mit diversen Rockbands aufgetreten. Die Schülerin von Luigi Nono und Dieter Schnebel war bis 2022 Professorin für Medienkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ihr Werkverzeichnis umfasst alle Gattungen, darunter mehrere abendfüllende Musiktheaterwerke, diverse Filmmusiken und multi-mediale Arbeiten. Iris ter Schiphorst erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den renommierten Heidelberger Künstlerinnenpreis 2015 sowie den Deutschen Musikautor*innenpreis 2024. Seit 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Ihre vielbeachtete Kinderoper Die Gänsemagd (2009) wurde jüngst in einer Neuinszenierung von Tobias Kratzer zur Eröffnung seiner Intendanz an der Hamburgischen Staatsoper aufgeführt. In Hyper-Dub greift sie einen Sound auf, der als Sample von einem uralten Synthesizer (MS 20) überliefert ist, und arbeitet mit dem Musiker und Schauspieler Dirk von Lowtzow aus Offenbach, Gründer und Frontman der Band Tocotronic, zusammen. Das Kammerstück ...und Pommernland ist abgebrannt bezieht sich auf ein deutsches Kinderlied aus dem 17. Jh., das Pommern als zerstörtes Sehnsuchtsland der Deutschen besingt. Der in der Romantik wieder aufgegriffene Topos wurde von den Nazis missbraucht; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Liedzeile zum Synonym für die (erneute) Verwüstung und den endgültigen Verlust der ehemaligen deutschen Ostgebiete, die nun nicht mehr als Sehnsuchtsort taugen.

PORTRÄT IRIS TER SCHIPHORST

Hyper-Dub für Stimme, Ensemble und Sampler (2019)
...und Pommernland ist abgebrannt (2003)

DIRIGENT Alexander Sinan Binder
STIMME Dirk von Lowtzow
GESPRÄCHSPARTNERIN Iris ter Schiphorst
MODERATION Christian Hommel