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Stream: »Happy New Ears«

16. Oktober 2020, 19.30 Uhr, HfMDK Großer Saal
Bitte beachten Sie den abweichenden Ort und Beginn (19.30 Uhr)


Hommage à Claude Vivier

Er gehört zu den schillernden Ausnahmefiguren der Neuen Musik: Der kanadische Komponist Claude Vivier wurde 1948 in Montreal, Québec, als Sohn unbekannter Eltern geboren; und er wurde 1983 im Alter von nur 34 Jahren in seiner Pariser Wohnung von einem männlichen Prostituierten ermordet. Nach einem Studium bei Gilles Tremblay kam er Anfang der 1970er Jahre zu Gottfried Michael Koenig ans Institute for Sonology in Utrecht und anschließend zu Karl-Heinz Stockhausen nach Köln. Im Gegensatz zur seriellen Schule war sein Komponieren jedoch von der Auseinandersetzung mit der Melodie geprägt; auch die Klangfarbenmelodie und andere Einflüsse der Spektralmusik sind erkennbar. Zudem sind alle Werke von radikaler Subjektivität und häufig autobiografisch gefärbt. 1974 erregte er mit seinem Werk Lettura di Dante erstmals größere Aufmerksamkeit. Das Kardinalthema des verlassenen, einsamen Kindes ist schon hier präsent. Später verarbeitete er Einflüsse orientalischer und ostasiatischer Musik, die er auf Reisen nach Japan, Bali und in den Iran kennengelernt hatte. Im Happy New Ears Konzert ist neben dem Ensemble Modern die Sopranistin Sarah Maria Sun zu erleben, die zuletzt bei einem Rolf Riehm gewidmeten Porträtkonzert der Reihe sowie in dessen Oper Sirenen – Bilder des Begehrens und in Peter Eötvös Der goldenem Drachen an der Oper Frankfurt aufgetreten ist.

16. Oktober 2020, 19.30 Uhr, HfMDK Großer Saal

Claude Vivier 1948 – 1983
Lettura di Dante für Sopran und Ensemble (1974)

Sarah Maria Sun Sopran
Dirk Kaftan Dirigent

Stefan Drees Moderation