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Happy New Ears

Der 2004 im Alter von nur 41 Jahren verstorbene italienische Komponist Fausto Romitelli schreibt: »Im Mittelpunkt meines Komponierens steht der Gedanke, Klang als Material zu betrachten, in das man eintaucht, um seine physischen Merkmale sowie die Art seiner Wahrnehmung zu schmieden: wie körnig, dick, löchrig, leuchtend, dicht und elastisch ist der Klang?« Davon ausgehend beschreibt er die Arbeit an seinen Klangskulpturen als eine Art Bildhauerei. Beeinflusst von den Bildern eines Francis Bacon faszinieren ihn besonders Deformationen, Verzerrungen und Entstellungen. Ausgebildet zunächst am Mailänder Giuseppe Verdi-Konservatorium und der Accademia Chigiana in Siena, ging er 1991 nach Paris und forschte am dortigen IRCAM, dem Zentrum für elektro-akustische Musik. Zwei Hauptvertreter der Musique spectrale, Gérard Grisey und Hugues Dufort, wurden zu wichtigen Lehrern. Aber auch die Rockmusik hinterließ ihre mitunter heftigen, sozusagen »schmutzigen« Spuren im Oeuvre des Komponisten. Im Happy New Ears-Porträtkonzert werden die drei Teile des Zyklus Professor Bad Trip: Lesson I, II & III erklingen. Inspiriert wurde die Beschäftigung mit dem titelgebenden »Horrortrip« von dem belgischen Autor und Maler Henri Michaux, der in seinen Büchern und Bildern immer wieder seine Erfahrungen mit Drogen wie Mescalin beschreibt. Gesprächspartner von Georges-Elie Octors, der das Ensemble Modern an diesem Abend dirigiert, ist der Neurologe und Physiologe Wolf Singer. Neben der Erforschung der kognitiven Prozesse in unserem Hirn hat er sich in seinen Büchern auch mit dem Begriff der Willensfreiheit, den er kritisch sieht, auseinandergesetzt.

2. April 2019

Porträt Fausto Romitelli


Professor Bad Trip: Lesson IIII (1998 – 2000)

Werkstattkonzert mit dem Ensemble Modern
Dirigent und Gesprächspartner Georges-Elie Octors
Gesprächspartner Wolf Singer
Moderation Patrick Hahn