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Aida

Giuseppe Verdi (1813-1901)

Oper in vier Akten
Text von Antonio Ghislanzoni
Uraufführung 24. Dezember 1871, Königliches Opernhaus, Kairo

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Jader Bignamini

Aida Guanqun Yu
Radamès Stefano La Colla / Alfred Kim
Amneris Claudia Mahnke
Amonasro Gevorg Hakobyan
Ramfis Kihwan Sim
Der König Anthony Robin Schneider
Eine Priesterin Angela Vallone
Ein Bote Hans-Jürgen Lazar

Kriege sind so alt wie die Menschheit. Immer wieder werden einzelne Gruppen, ganze Völker oder Nationen zum Kampf gegen einen sogenannten Feind angestachelt.

Im Ägypten von Verdis Aida agiert Ramfis – Hohepriester der Göttin Isis, die den Feldherrn im Kampf gegen die Äthiopier bestimmt – als eigentlicher Machthaber und hält die Kriegsmaschinerie am Laufen. Isis’ Wahl fällt auf den jungen Radamès, in den nicht nur die ägyptische Königstochter Amneris, sondern auch deren Gefangene, die äthiopische Prinzessin Aida, verliebt ist. Aida entstand für Ägypten – damals Provinz des Osmanischen Reiches – als verspätete Erfüllung eines Wunsches des Vizekönigs Ismail Pascha. Er modernisierte die Region in einer Zeit stetig wachsender Autonomiebestrebungen, ließ ein Opernhaus nach französischem Vorbild bauen und realisierte das Jahrhundertprojekt des Sueskanals. Zu dessen Einweihung wünschte sich Ismail Pascha ein eigens komponiertes Werk von Giuseppe Verdi – am liebsten eine Oper. Dieser lehnte zunächst ab. Doch der Vizekönig ließ auch nach der Eröffnung von Opernhaus und Sueskanal 1869 nicht locker. Das Szenario des französischen Autors und Archäologen Auguste Mariette konnte den Komponisten schließlich umstimmen.

Neben Verdis Bemühung um ein exotisch-orientalisierendes Lokalkolorit atmet die historisierende Fiktion der Oper Aida jene im 19. Jahrhundert allgegenwärtige, im 20. Jahrhundert in die Katastrophe führende und heute erschreckenderweise wieder erstarkende Idee eines nationalen Triumphes. Momente in streng kontrapunktischer Satzweise reflektieren die rigiden theokratischen Strukturen der dargestellten Gesellschaft, während sich in kammerspielartigen Szenen, die immer wieder auch von lyrischer Innigkeit getragen sind, das Gefühlsleben der Figuren entfaltet. Lydia Steier wird ihre Deutung der Oper ausgehend von ihrer am Theater Heidelberg entstandenen Lesart neu entwickeln und dabei den Mechanismen der Macht, den Ängsten der Figuren, der Unmöglichkeit ihrer Beziehungen sowie ihrem Scheitern an politischen Systemen auf den Grund gehen.

Mit freundlicher Unterstützung