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Pressestimmen

(…) „The Rebellious Recital“ hat Coote (…) schon seit einigen Jahren im Repertoire. Rebellisch und aufsässig sind dabei nicht so sehr die Nummern selbst – beziehungsweise: Lieder und ihre Texte sind immer auch bereit, rebellisch und aufsässig zu sein, ohnehin. Waghalsig hingegen ist die Zusammenstellung, in der direkt auf Hugo Wolfs „Denk’ es, o Seele!“ David Bowies „Life on Mars“ folgt, dessen letzter Ton, von [Pianist Julius] Drake eine halbe Ewigkeit lang gehalten, in Gustav Mahlers „Ich bin der Welt abhandengekommen“ übergeht. Es wird Sie nicht überraschen, dass Joni Mitchells „Borderline“ und Leonard Bernsteins „Somewhere“ diese Liedgruppe abschlossen.
(…)
Insgesamt ist das ein tollkühner Mix, auch wenn sich natürlich hier und da Zusammenhänge anbieten. Folgt auf Richard Wagners Wesendonck-Lied „Schmerzen“ direkt Burt Bacharachs und Elvis Costellos „Thief“, zeigt sich – könnte man sagen – die Liebe in ihrer heillosen Kompliziertheit. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) John Osborn [Werther], ist eine sängerische Offenbarung (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Das Publikum bedankt sich mit begeistertem und langem Schlussapplaus und feiert insbesondere John Osborn, Bianca Andrew [Charlotte] und das Orchester.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Die Suche nach Schönheit in einer gottlosen, entzauberten Welt ist ein zwiespältiges Unterfangen. Es ist ein Theater des Schönen und der bitteren Grausamkeit. In diesem Sinne illuminiert Tatjana Gürbacas Inszenierung auch George Benjamins suggestive Klangfindungen zwischen hypnotischer Subtilität und geräuschhafter Gewalt. Die kaleidoskopartigen Farbwirkungen dieser Partitur sind beim Frankfurter Opern- und Museumsorchester in den besten Instrumentenhänden und der Dirigent Erik Nielsen akzentuiert die Zeitschichten mit präziser Prägnanz. Das vermeintliche Kammerspiel ist packende, mit neunzig Minuten Spieldauer konzentriert-spannende große Oper. Die umjubelte Frankfurter Produktion zeigt, wie George Benjamin hier in offen produktiver Rätselhaftigkeit eines der besten Musiktheaterwerke des 21. Jahrhunderts über die Conditio humana gelungen ist. Wie immer zeigt sich ein allen Produzenten demütig dankender Komponist dem begeisterten Publikum beim Schlussapplaus.

Bernd Künzig, SWR Kultur am Morgen


(…) Getragen wird der Abend von zwei überragenden Sängerdarstellern: Ensemblemitglied Elizabeth Reiter, die Agnès mit überreicher Gefühlspalette zeichnet, und dem dänischen Meisterbariton Bo Skovhus als Protector. Wie die beiden sich in den 90 Premierenminuten begehren, zu besitzen trachten, sich eifersüchtig umkreisen und dabei immer wieder missverstehen, erzeugt glühende Reibungsflächen. Dabei ist Reiters Agnès alles andere als ein Opfer. Zornig ist sie als Analphabetin, süchtig nach Geliebt- und Gesehenwerden, dabei neugierig, fordernd und wütend im Umgang mit beiden Männern. „Kannst du eine andere Frau erfinden. Eine, die echt ist?“, fragt sie den Maler, von Countertenor Iurii Iushkevich mit engelhafter Androgynität verkörpert. Und zwingt ihn dann, ihren Liebesakt im Buch zu beglaubigen, um den Protector zu demütigen: „Mach, dass er Blut weint.“ (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Es entsteht ein intensives, subkutanes Hörtheater, dem man sich kaum entziehen kann, so gar kein bluttriefender Krimi-Schocker, wie die Inhaltsangabe nahelegen mag. So bietet diese Neuinszenierung einigen Mehrwert, sie ergänzt die legendäre Uraufführungsproduktion um ein wichtiges Kapitel der Interpretationsgeschichte dieses enormen Werks.

Peter Krause, www.concerti.de


(…) Komplettiert wird das überragende Duo vom russischen Countertenor Iurii Iushkevich als Geliebten, den Benjamin doppelt besetzt: Zum einen in der Rolle des „Boy“, wie der mittelalterliche Maler genannt wird, der die Besitztümer des Protectors in einem Buch verewigen soll. Zum anderen als „erster Engel“, der das Geschehen kommentiert und vorantreibt. (…)

Bettina Boyens / Wieland Aschinger, www.musik-heute.de


(…) In den Mord gerät der Mann mehr, als dass er ihn plant. Die Nähe zu Bergs Wozzeck ist hier am offensichtlichsten, wobei umso klarer hervortritt, dass „The Protector“ selbstverständlich kein Wozzeck ist – eher ein Golaud aus Debussys Pélleas und Mélisande, dem anderen Bezugspunkt, den George Benjamin selbst genannt hat: trotz seiner Übermacht der Frau nicht gewachsen, die ihm regelrecht entgleitet.
Die schaurige Szene des Herzverzehrs gestaltet Gürbaca in extremer Enge, näher kommen sich „The Protector“ und Agnès nie. Als das Unglück geschehen ist, kommen die Engel noch einmal in barockisierendem Tüll und Taft und mit selbst gebastelten schwarzen Masken auf die Bühne. Zeigen sie sich jetzt doch als Himmlische? Mehr Intensität bei größerer Offenheit und Vagheit ist nicht zu haben als in dieser so exzellent ausgestatteten wie mit faszinierenden Charakteren belebten Inszenierung.
Das Gewalttätige schlägt sich in der Musik subtil nieder. Eher vielleicht das Entsetzen als die Gewalt. Erik Nielsen dirigiert das als leidenschaftliches Musiktheater und zugleich mit der Exaktheit, die die ausgetüftelte Instrumentierung will. Der große Schlussbeifall braust für ihn und das Orchester noch einmal ganz besonders auf.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Der Szene mit dem Verzehr des Herzens wohnt – durch die kluge, zurückhaltende Inszenierung von Tatjana Gürbaca unterstrichen – etwas Rituelles inne, als wüssten alle längst, was geschehen wird, und könnten es doch nicht abwenden. (…)

Wolfgang Fuhrmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) Es entsteht ein intensives, subkutanes Hörtheater, dem man sich kaum entziehen kann, so gar kein bluttriefender Krimi-Schocker, wie die Inhaltsangabe nahelegen mag. So bietet diese Neuinszenierung einigen Mehrwert, sie ergänzt die legendäre Uraufführungsproduktion um ein wichtiges Kapitel der Interpretationsgeschichte dieses enormen Werks.

Peter Krause, www.concerti.de


(…) Erik Nielsen als einstiger Frankfurter Kapellmeister und Korrepetitor lässt im Orchestergraben nicht nur ungewöhnliche Instrumente wie Glasharmonika, Bassviola da Gamba, Steeldrums und Mandolinen leuchten. Auch die tiefe Verbundenheit Benjamins mit Weill, Berg und Debussy arbeitet er meisterlich heraus. Etwa, wenn Fagott-Soli Eifersucht illustrieren, Bassklarinetten Mordgelüste beklagen und gezupfte Bässe liebende Herzen erbeben lassen.

Bettina Boyens, Offenbach-Post


(…) Tolles Ensemble, wie eigentlich fast immer in diesem Opernhaus.
Fazit: Absolutely not to miss!

Andrea Richter, www.textor.online


(…) Das ist ganz großes Musiktheater.

Bernd Zegowitz, Allgemeine Zeitung Mainz

(…) Der 38-jährige Grahl verfügt über einen plastischen, druck- und affektationsfreien Tenor bei dichtem und bruchlosem Timbre. Eine fast belcantistische Geschlossenheit. Sie bedeutete nicht nur große Textverständlichkeit, sondern passte auch bestens zur Distanz aller drei Komponisten gegenüber schwergewichtigen oder geschwollenen, auch dramatisierenden Klanggestaltungen.
(…)
Die vielfach schmucklose Diktion, die sich gerne mit einem parlandohaften Vortrag verband, war hervorragend. Sehr schön und eine pointierende Bereicherung darstellend: die Klarheit der korrespondierenden Klavierstimme von Klara Hornig. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Das alles hätte weniger überzeugt, wenn Grahl und Klara Hornig, seine empfindsam sekundierende Partnerin am Klavier, den erforderlichen Ton nicht so perfekt getroffen hätten. Makellos die Intonation des Tenors, seine Präzision und Textverständlichkeit, die Liebe zum Detail und die Scheu vor allzu großem Effekt.
Pianissimo schloss das Programm, ergänzt durch Eisler/Brechts „Kinderhymne“, die manche nach 1990 gerne als gesamtdeutsche Hymne gesehen hätten. Gänzlich unspektakulär und doch wunderbar!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Frankfurt ist das Mekka der Opernfans. Neuentdeckte barocke Gesangskunst von Agostino Steffani, modern Berührendes mit Mieczysław Weinbergs Passagierin, jetzt Emotion pur von Giacomo Puccini: ein Dreiklang im Zehn-Tage-Rhythmus, vor stets ausverkauftem Auditorium, mit ein und demselben Orchester und einem maximal leistungsfähigen Ensemble. Begeisternd. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Orchester unter der Leitung des Briten Leo Hussain intonierte diese so empfindliche und sensible Partitur mit der nötigen Dringlichkeit, aber ohne jedes falsch moralisierende Pathos. So schlich sich der Schrecken des Gezeigten langsam in das Publikum hinein und tat seine Wirkung ganz ohne laute Töne.
Der Beifall des so herausgeforderten Publikums war begeistert aber zu Recht ohne jegliche Freudensäußerungen. Das galt auch für das Ensemble, das sich auf der Bühne jegliche Überschwänglichkeit versagte. Das hätte der Hintergrund dieser Inszenierung nicht zugelassen.

Frank Raudszus, www.egotrip.de


(…) Das insgesamt 19-köpfige Ensemble singt und spielt konzentriert, auf höchstem Niveau. Katharina Magieras Lisa kann, hin- und hergerissen, die Erinnerungen nur mühsam übertünchen. Walter (AJ Glueckert) fürchtet um seine Karriere, aber interessiert sich lebhaft für das Vorleben seiner Frau.
Mit dramatischer Wucht und zerbrechlicher Seele: Amanda Majeski (Marta); Mikolaj Trąbką ist ihr selbstbewusster Verlobter Tadeusz.
Alle halten den Atem an, wenn Julia Stewart (Katja) a-cappella ein russisches Volkslied singt – wehmütig und doch auch voller Freiheitspathos. Wohl vergeblich.
Betroffene Begeisterung im Publikum. Es gibt noch zwei Vorstellungen bis zum 21. Februar.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wo das Ensemble auf 99 Prozent kommt, schafft [Dirigent] Václav Luks die 101 Prozent. Mit zahlreichen Gästen in der Continuo-Gruppe, im Schlagwerk und in den Holzbläsern sorgen das barockaffine Frankfurter Opern- und Museumsorchester und er an der Spitze für eine kleine Steffani-Erweckung. Die Entdeckerfreude und Liebe zur tiefsinnigen Gestaltung ist Luks, der wie ein Feinmechaniker an jedem seiner Instrumente schraubt, dreht und zieht, schlicht nicht abzuerkennen. Freilich ist dieses genaustens getaktete orchestrale Uhrwerk die größte Sensation dieses Abends – auf den sich ein geduldiges und aufmerksames Premierenpublikum vollends eingelassen hat. Und belohnt wurde.

Patrick Erb, www.concerti.de


(…) Am Ende dieses durchweg vergnüglichen und freigiebig bejubelten Abends stellt man also fest: Es muss nicht immer Händel sein. (…)

Wolfgang Fuhrmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) Von großem Witz und auch ausgezeichnet vorbereitet sind die Begegnungen von Aeneas’ Diener Corebo und Lavinias Dienerin Nicea: der Bariton Pete Thanapat und der Tenor Theo Lebow, die umeinander herumgockeln und -turteln. [Regisseur R.B.] Schlather zeigt, wie man auf der Grenze zwischen einem gemeinsamen Riesenspaß und einer Lächerlichmachung ohne jeden Verzicht auf der Riesenspaß-Seite bleiben kann. Das ist ein menschenliebender Abend.
(…)
Ein schlichtes Setting, aber auf dem gepflegten Gras fällt man immerhin weich, wenn man wie Aeneas schon zur (sofort feurigen sowie rauschenden) Ouvertüre vom Schicksal und heftigem Wind hin- und hergeschleudert wird. Michael Porter betreibt das mit Hingabe, sein Tenor aber sitzt wieder glänzend und klingt markig und doch fein.
Der Umfang der menschlichen Stimme wird in Amor vien dal destino voll ausgenutzt. Wie sich die Regie ganz auf die Figuren (Menschen!) konzentriert, feiert die Musik die Möglichkeiten des Gesangs.
Aeneas’ Traumfrau Lavinia ist als Gast die Frankfurt-Debütantin Margherita Maria Sala, natürlich und zupackend ihr beweglicher, angenehmer Alt. Ihr ungeliebter Verlobter ist Karolina Makuła mit ihrem fabelhaft unermüdlichen Mezzo. Ihre Schwester wiederum, Daniela Zib (aus dem Opernstudio!), brilliert in silbrigen Höchsttönen. Ihr Vater ist der Bass Thomas Faulkner, der immer sonorer wird, Faulkner selbst aber behält jenes bezaubernd schlaksige Komödiantentum, das ihm auch diesmal zupass kommt. Ein Counter darf nicht fehlen, Constantin Zimmermann als schamlos gemütlicher Strippenzieher Jupiter übernimmt das grinsend. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Auf der Opernspielwiese haben alle Spielarten von Liebe Platz und die Zuschauenden haben ihre Freude daran. Warum Steffani ausgerechnet in Frankfurt begraben liegt? Er starb hier 1728 zufällig – auf der Durchreise!

Bernd Zegowitz, Darmstädter Echo


(…) Der Oper Frankfurt ist hier eine große Entdeckung gelungen. Mal ist sie pompös wie eine französische Barockoper, mal virtuos wie eine italienische Oper, mal mit deutschem Kontrapunkt. Die Palette der Musikinstrumente führt tief in die Musikgeschichte: Cembali, eine Truhenorgel, Lauten, Harfe, ein Salterio – also ein Hackbrett –, Pauken und andere Perkussionsinstrumente, Zimbeln, Windmaschine, Streicher, Barockoboen, Fagotte und Streicher, dazu gleich vier Chalumeaux – der klangliche Vorfahre der Klarinette. Und für die Sängerinnen und Sänger war es ein Heimspiel, obwohl sie alle ein Rollendebüt zu bewältigen hatten. Da capo!

Meinolf Bunsmann, hr2-kultur / Frühkritik


(…) Die Inszenierung schafft zauberhafte Momente der Annäherung, enthält wilde Verfolgungsjagden, Flucht- und Verzweiflungs- sowie hochkomische Szenen. (…)

Bernd Zegowitz, Wiesbadener Kurier


(…) Stimmen und Orchester greifen sehr gut ineinander. Für das Ensemble, das geschlossen auf einem sehr hohen Niveau agiert, ist es nicht unbedingt ein Stück zum Strahlen. Margherita Maria Sala begeistert vielmehr mit einem dunkel getönten, sehr geschmeidigen Alt. Ihr gehören die persönlichsten Momente des Abends. Karolina Makuła gibt im Kontrast dazu einen expressiven und spielfreudigen Turno. Michael Porter singt Enea mit tenoraler Power. Die Raffinesse aber steckt oft in den Duetten. „Warum liebst du mich eigentlich?“, fragt Lavinia Turnus – und da sind sie wieder, die ganz normalen Beziehungsfragen, auf die der Überrumpelte nichts so recht zu erwidern weiß.

Jesper Klein, Rhein-Neckar-Zeitung


(…) Das Bühnengeschehen changiert ausgesprochen unterhaltsam zwischen Leidenschaft, Sinnlichkeit und Humor. (…)

Silvia Adler, Opernwelt


(…) Dass das alles so exzellent funktionieren konnte, resultierte auch aus dem Bühnenbild. Anna-Sofia Kirsch lieferte lediglich eine halb schräge grüne Grasfläche, vor deren Hintergrund konnten die Phantasiekostüme mit barocken Reifröcken, Uniformen und mit Federkronen von Katrin Lea Tag einerseits zur Geltung kommen, aber auch gleichzeitig die Belanglosigkeit der menschlichen Eitelkeit demonstrieren. (…)
R.B. Schlather und seinem Team ist eine untadelige und mutige Inszenierung gelungen, die vom Publikum nach rund dreieinhalb Stunden begeistert aufgenommen wurde. Lesenswert auch das Programmheft.

Michael Pitz-Grewenig, www.klassik.com


(…) Liebe kommt aus der Musik! An diesem trotz seiner Länge kurzweiligen Abend jedenfalls. Viel Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Großer Jubel für eine echte Entdeckung. Hinfahren!

Regine Müller, Rheinische Post

(…) Bei vergleichsweise guter Textverständlichkeit war Hillebrands Stimme auch im Pianissimo noch tragfähig. Sie gefiel mit mühelos strahlender Höhe und bruchlos eingeflochtenen tieferen Lagen, so dass auch der fahle Rezitationston des Todes in „Der Tod und das Mädchen“ noch in der Höhe verankert blieb. (…)

Doris Kösterke, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Mit trefflicher Intonation war dem gestischen Charakter der Lieder, die manchmal noch einen mozartischen Habitus zeigen, bestens gedient. Ein Werk wie Goethes „Der Musensohn“ schien Hillebrand besonders zu liegen und ließ die musische Allgegenwart in jagender, fast atemloser Aufgebrachtheit gut zur Geltung kommen: „Ihr gebt den Sohlen Flügel“.
(…)
Simon Lepper, Professor für Liedbegleitung am Royal College of Music, glänzte mit einem, den Tempomodulationen der Solistin haargenau folgenden Spiel, das seinen Verlauf gestalterisch zugleich höchst plastisch machte. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Simon Lepper am Klavier begleitet zuverlässig, das Publikum ist begeistert. Viel Beifall, drei Zugaben.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Hugo Wolfs Vertonung des Goethe-Gedichts [„Grenzen der Menschheit“] stand am Anfang des Liederabends, den Franz-Josef Selig und Pianist Gerold Huber in der Oper Frankfurt gaben. Mit seiner großen Kunst der Deklamation verlieh der 1962 geborene Bass schon hier jedem Wort doppeltes Gewicht, weil er so genau, so verständlich artikulierte und zugleich mit seinem eleganten und profunden Bass so kantabel gestaltete. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Nach der Pause ein selten zu hörender Zyklus, Dmitri Schostakowitschs Suite nach Gedichten von Michelangelo Buonarroti (1974), für die Selig sich problemlos und äußerst überzeugend in einen russischen Bass verwandelte. Wenn das bisher finstere Texte waren, so erfolgte nun eine Neumondnachtschwärze. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) In der Fachterminologie ist Selig ein „seriöser Bass“, eine der seltenen, wirklich tiefen Stimmen mit Tönen, die dort Substanz haben, in der Mittellage enormes dynamisches Gestaltungspotential und Risiken beim Höhenflug nicht scheuen. Bewundernswert, wie Selig seine angenehm-füllige und weich schattierte Stimme für den Ausdruck einzusetzen weiß. (…)
Viel Beifall für den stets spannenden Vortrag.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Mit Farbereichtum wartet das Opernorchester auf, von Jader Bignamini glutvoll, wirkungssicher geführt. Glänzend erneut der von Álvaro Corral Matute vorbereitete Chor sowie der Kinderchor – ebenfalls ein starkes Plus dieser Aufführung. In der Choreografie Otto Pichlers spielt eine kleine Gruppe Balletttänzer großen griechischen Chor – kommentiert, kritisiert, karikiert. Wer die Charaktere kennenlernen und verstehen will, sollte diese außergewöhnliche Inszenierung ganz bewusst anschauen.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Ensemble ist teilweise mit stimmlicher Akrobatik gefragt, jedenfalls mit Beweglichkeit. Gespielt werden muss auf Teufel komm raus. Das funktioniert wunderbar. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Birtwistles Musik ist spielerisch, neobarock, fragmentiert. Das klein besetzte Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Alden Gatt spielt die über 100 Einzelnummern mit trockenem Witz und nüchterner Überdrehtheit. (…)

Bernd Zegowitz, Allgemeine Zeitung Mainz


(…) Dem im Werk angelegten tiefenpsychologischen Spiel gibt Wolfgang Nägele Raum […]. Dabei sind die im Programmheft angekündigten Stroboskop-Effekte sicherlich nicht das Verstörendste in dieser düster-tiefen und sehenswerten Produktion. (…)

Martina Jacobi, Die Deutsche Bühne


(…) Jarrett Porter ist mit hellem Bariton ein bei allem absurden Unfug klangschöner, wendiger Punch, Cecilia Hall eine lyrische, ein wenig brave Judy (was freilich der Rolle entspricht). Sven Hjörleifsson und Alfred Reiter als Anwalt und Doktor geben ein komödiantisches Paar ab […]. Danae Kontora bewältigt mit leichtem, agilem Koloratursopran überzeugend die halsbrecherischen Sprünge, die Birtwistle für Pretty Polly komponiert hat. Ebenso elegant wie souverän gestaltet Liviu Holender mit geschmeidigem Bariton den Puppenspieler Choregos. (…)

Stefan Schmöe, Online Musik Magazin


(…) Dass die Premiere so zündet hat auch mit Thilo Ullrichs kurzweiligem Jahrmarkt der Grässlichkeiten zu tun: Dem Ziffernblatt-Todeskreis von Punch, dem gekachelten Schlachthaus, dem Wolkenhimmel mit Aufsteckhacken und der goldenen Privatkapelle samt Betbank. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse
 

(…) Dass die [„nächste Show“], in der Brutalität wie in der Unsterblichkeit ihrer Figuren, auch ein Computerspiel sein könnte, bleibt der Phantasie des begeisterten Premierenpublikums überlassen. Das feiert die Produktion, vor allem die sechs Solisten (…).

Axel Zibulski, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(…) Ein Hoch auf alle Mitwirkenden (und sogar den britischen Humor): Punch and Judy ist die irrste, skurrilste und witzigste Serienmord-Geschichte im Opern-Genre, die ich je gesehen habe. Nichts wie hin!

Andrea Richter, www.textor.online


(…) Die bildmächtige und detailverliebte Produktion verzichtet klugerweise auf Deutungen und nimmt das Publikum mit auf eine atemberaubend-wilde Geisterbahnfahrt. Besser und werkgerechter kann man das kaum machen.

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Frankfurts Inszenierung von Wolfgang Nägele (Regie), Thilo Ulrich (Bühne) und Marlen Duken (Kostüme) machte spektakulären Gebrauch von dem Straßenbahndepot [der zweiten Spielstätte der Oper Frankfurt], und so war die siebte und letzte Vorstellung (am 30. Dezember) vollständig ausverkauft. Kapellmeister Alden Gatt erzielte mit den Mitgliedern des Opern- und Museumsorchesters Wunder bei der Realisierung von Birtwistles aufreibender, teuflisch fordernden Partitur. Man kann vor den sechs Sängerinnen und Sängern nur den Hut ziehen, die Birtwistles komplexe und nicht gerade dankbare dramatische Stimmführung auswendig gelernt haben. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)


 

(…) Tatsächlich ist die Frankfurter szenische Erstaufführung dieses letztlich zweitrangigen Mozartwerks in einer Inszenierung von Claus Guth ein atemberaubend spannendes musiktheatralisches Ereignis, für diese Oper speziell gewiss nicht mehr zu überholen, aber auch insgesamt von außergewöhnlichem Rang, was das Durchgefeilte in Theorie und Praxis betrifft. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit, die Opernhäuser in Madrid, Neapel und Barcelona waren beteiligt. In Frankfurt hat das nichts Abgespieltes oder Abgespultes, alles ist auf Draht, und wenn es einen Grund gibt, sich als Opernhaus auf das zwiespältige Arrangement von Koproduktionen einzulassen, so hat man ihn hier. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Bezwingend wie die szenische ist die musikalische Seite dieser vom Madrilener Teatro Real an den Main übernommenen Produktion aus dem letzten Frühjahr. In perfekter Korrespondenz von opera seria und präludierter Klassik befeuert und beseelt Leo Hussain das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Wie Kapellmeister und Klangkörper die Dynamik der Partitur auskosten, setzt Maßstäbe. Robert Murray durchmisst für die Titelpartie ein Spektrum von bronzierter Tiefe bis zu fabelhaften Höhen aus. Koloraturfertig, durchschlagskräftig und auf ebenso schönen wie spannungsvollen sanglichen Bögen verkörpert Bianca Tognocchi die ihre Empfindungen emanzipierende Aspasia. Hinreißend bietet Monika Buczkowska-Ward jugendliche Begeisterung und lyrische Innigkeit für Sifare auf; in „Lungi da te, mio bene“ ins Gemüt greifend begleitet vom Hornisten Alexander Boukikov. Franko Klisovićs, Farnace birst vor Aggression und Tatendrang. Die Ismene von Younji Yi weckt manche Hoffnung.

Michael Kaminski, www.concert.de


(…) Es ist vor allem der Abend der Sopranistin Monika Buczkowska-Ward als Sifare, die bei sauberster Intonation mit durchschlagender Intensität singt. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) Die geschickte Lichtregie (Olaf Winter) lässt den Schatten des Königs, bevor er fällt, immer größer, bedrohlicher werden. Ein Spiegel möglicher Empfindungen des jungen Mozart gegenüber dem ihn schier erdrückenden Vater Leopold. Immerhin war der junge Mann erst vierzehn! Starker Beifall für eine hochinteressanten, gelungenen Abend.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Ein nicht zu groß besetztes Orchester, tolle Solostellen, eine Arie mit dem Solohornisten auf der Bühne – fantastisch. Transparenz, Brillanz, Kontraste und eine gute Balance zwischen Orchestergraben und Bühne. Der Lohn ist begeisterter und langer Schlussapplaus, für Musik und Regie. Wirklich sehenswert!

Meinolf Bunsmann, hr2-kultur / Frühkritik


(…)  Claus Guths Regie betrachtet die vordergründige Virtuosität als Sichtschutz seelischer Konflikte, ein bewährtes Mozart-Rezept, das schon in diesem Jugendwerk funktioniert. Es passiert nämlich mehr in und mit den Figuren als sie zugeben. Sie müssen sich entscheiden zwischen Pflicht, das sind Staatsräson und Konventionen, und Neigung, das sind Gefühle, die vielleicht gerade in dem jungen Komponisten sich bemerkbar machen. (…)

Andreas Bomba, Offenbach-Post


(…) Das Regie-Team um Claus Guth findet eine packende Umsetzung dieser selten gespielten Mozart-Oper, die die musikalischen Meriten des Werkes deutlich herausarbeitet.

Thomas Molke, www.omm.de


(…) Am Ende sind zweieinhalb Stunden Nettospieldauer nicht zu lange geworden, weil eine ausgefeilte Regie samt choreographischen Elementen äußere und innere Handlung stets im Fluss hält, zugleich aber auch besonderen musikalischen Momenten Raum zur Entfaltung gibt. Sänger und Orchester präsentieren die frühreife Kompositionskunst des jungen Mozart in bestem Licht. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Diese Aufführung im Juli 2023 war eine Sensation. Die ersten Menschen von Rudi Stephan, gut einhundert Jahre zuvor in Frankfurt uraufgeführt, ein singuläres Meisterwerk, dessen Modernität bestens zum derzeit vielzitierten „Neuen Frankfurt“ passt. (...)
Viele junge Leute im Saal – das Stück und sein Ambiente treffen einen Nerv auch unserer Zeit, die über menschliche Unvollkommenheit auch schmunzeln kann.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Bei der ersten Begegnung lebt die Inszenierung von ihren originellen Details und manch unerwarteter Wendung. Man ist bis zuletzt gespannt darauf, was die Regie als Nächstes zeigen wird, wie die Geschichte sich in das ungewöhnliche Setting einpassen wird. Beim Wiedersehen erkennt man nun besser, wie genau das alles gearbeitet ist und wie gut die Bilderfindungen sich zur Musik fügen. Man kann dieser szenisch originellen und spannenden Inszenierung mit ihrer in jeder Hinsicht großartigen Besetzung nur möglichst viele Zuschauer wünschen, damit dieses Schmuckstück nicht bereits nach der ersten Wiederaufnahme abgesetzt wird.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Warum der Schatzmeister (...) auf hessisch babbelt? Mer waas es net so genau. Ist wahrscheinlich ein Bänker aus Frankfott.
Besagter Antonio hatte seine Rollen- und Bühnenpremiere in Frankfurt, es ist Matthias Matschke, bekannt als Fernsehschauspieler in der Rolle des „Hagen Pastewka“. Er schlägt sich wacker und charmant durch die Rolle, in der er auch zu singen hat. (...)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse


(…) Wie schon in der Premiere animiert Karsten Januschke das auf Kammergröße reduzierte Orchester zu einer schwungvollen und transparenten Umsetzung der Partitur. (...)
Insgesamt hat die Produktion in der Wiederaufnahme szenisch wie musikalisch nichts von ihrem Schwung verloren und bietet die Gewähr für unbeschwertes Vergnügen. Mehr muß man von einer Operette nicht erwarten, aber auch nicht weniger.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Großen Jubel und teils stehende Ovationen ernten am Sonntagabend die vielen Mitwirkenden in Modest Mussorgskis russischer Nationaloper "Boris Godunow", die an der Oper Frankfurt Premiere feierte. Regisseur Keith Warner und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis hatten sich mit der selten gespielten Schostakowitsch-Version die längst mögliche Fassung aus dem Jahr 1939/40 vorgenommen. Und entrollen in viereinhalb Stunden auf der Dunkeldüster-Bühne Kaspar Glarners ein gewaltiges Panorama machtpolitischer Intrigen der russischen Geschichte. (…)

Bettina Boyens / Wieland Aschinger, www.musik-heute.de


(...) [Es gelingt] Guggeis, den großen Apparat – allein sechzehn Solisten in gewichtigen Rollen, dazu den von Álvaro Corall Matute unüberbietbar genau vorbereiteten Chor samt Kinderchor – zusammenzuhalten und einen packenden erzählerischen Sog zu erzeugen.
Die vorbildlich durchgearbeitete Beziehungsregie zwischen den Figuren, die das Frankfurter Publikum mit lautem Beifall quittiert, wird von durchweg vorzüglichen Sängern mit Leben erfüllt. (…)

Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(...) Das brillant spielende Orchester unter Thomas Guggeis trifft zielgenau den sarkastischen Unterton dieser Bearbeitung mit stark vertretenem Schlagwerk. Mit uhrwerkartiger Präzision, aber immer wieder emotional ausbrechend, zeichnet das Orchester den Lauf der Geschichte als unberechenbares Spiel der Mächte und entlarvt die falsche Pracht des Despotismus. (...)

Silvia Adler, Opernwelt


(…) [Thomas Guggeis] dirigiert mit leidenschaftlicher, furchtloser Intensität, und das großartige Frankfurter Opern- und Museumsorchester wächst über sich hinaus. Keith Warners Inszenierung präsentiert die Handlung mit bewundernswerter Klarheit. Kaspar Glarners drehbares Bühnenbild besteht aus drei halbkreisförmigen Teilen, die sich geschickt an die Anforderungen jeder Szene anpassen lassen. (…)

Hugo Shirley, Opera Now (Übersetzung: Oper Frankfurt)


(...) Der in der Titelrolle bestens erfahrene ukrainische Bass Alexander Tsymbalyuk singt in seinem Hausdebüt einen beeindruckenden Boris Godunow. Auch Ensemblemitglied Andreas Bauer Kanabas als sein mächtiger Gegenspieler Pimen bietet wuchtige Auftritte voller Geschichtsrevisionismus. Mezzosopranistin Sofija Petrović verkörpert mit Marina eine kalt kalkulierende Thronräuberin, die mit dem falschen Dimitri (Dmitry Golovnin) ein Zweckbündnis eingeht.
Wie aus scheinbar harmlosen Obdachlosen, die sämtliche Wodka-Flaschen der Schankwirtin verschwinden lassen, später hetzerische Anführer des neuen Zaren werden, zeigen Inho Jeon und Peter Marsh (als Warlaam und Missail) mit großer Raffinesse.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Als Bindeglied fungiert der Gottesnarr, Michael McCown in einer wunderbar zarten Rolle. Er ist als erster und auch dann fast immer da und insofern anders als der durchaus eingriffige Chronist Pimen der wahre mitleidende Augenzeuge des Grauens. Er hat das letzte Wort. Seine Klage gibt auch den Ukrainerinnen recht, die vor der Premiere am Operneingang protestieren. Das ist kein Widerspruch zum Jubel im Haus, es gehört dazu. Auch davon handelt dieser große Abend.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(...) Frankfurt zeigt Boris Godunow in vitaler, üppig ausgestatteter, doch nie ins Kitschige kippender Form. Keith Warner bleibt Chronist. (…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, dieser so geniale und exzeptionelle Klangkörper, entfesselt unter Thomas Guggeis einen Klang von bezwingender Eleganz und eruptiver Energie. (…)

Patrick Erb, concerti.de


(…) Regisseur Keith Warner stellt das hochaktuelle Stück um Macht und Liebe, Mord und Verrat, korrupte Obrigkeit und leidendes, aber eben auch verführbares Volk, um Wahrheit und Fake News weder als Historienspektakel noch in simpler Aktualisierung auf die Bühne. Seine Dramaturgie ist komplex und arbeitet mit vielen Ebenen. (…)
Keith Warners Inszenierung unter Mitarbeit von Katharina Kastening und in der Ausstattung von Kaspar Glarner bietet viel Anlass zum Nachdenken. Sie entwirft dazu viele starke Bilder – und sie macht klar, wie gegenwärtig das Stück ist. (…)

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz


(…) Und dann ist da Alexander Tsymbalyuk, der über einen wunderschönen Bariton gebietet und die Titelpartie geradezu unheimlich verinnerlicht hat, von den Sorgen der Macht des Anfangs, über den liebenden Familienvater, den zornigen Herrscher, den sich durch Mitleid mit dem Gottesnarren dem Volk annähender Zar bis hin zum scheiternden bis zu dem im Wahnsinn verfallenden Mörder des legitimen Thronfolgers. An der Oper Frankfurt gelingt ein Boris Godunow, den man ganz neu hören kann. Der düsteren Pracht dieses Lehrstücks in abgründiger Geschichte kann man sich kaum entziehen. Es ist schlicht überwältigend.

Bernd Künzig, SWR Kultur am Morgen


(...) Grandios, wie [Thomas Guggeis] das von Álvaro Corral Matute perfekt einstudierte Riesenkollektiv aus Opern-, Extra- und Kinderchor regelrecht sprechen lässt, wendig, aufgelichtet, oft mit beinahe rezitativischer Deutlichkeit. Auch das Opern- und Museumsorchester verrät vom eingängigen Volksliedton über den impressionistischen Duft bis zu brutalen Härten alles, was in Mussorgskis letztlich unvollendet gebliebener Partitur steckt. (...)

Axel Zibulski, Rhein-Zeitung

Die slowakische Sängerin Slávka Zámečníková vereint mit 33 Jahren eine jugendlich wirkende Silberglockenstimme mit genug Fülle, Schwere und Größe, um durch nur eine einzige Richard-Strauss-Zugabe („Zueignung“, natürlich) starken Bedarf nach sehr viel mehr davon zu wecken. Ihr Liederabend an der Oper Frankfurt, zugleich ihr Debüt am Haus – häufiger kann man sie in Wien und Berlin erleben –, ist aber gewiss auch für das mithörende Baby im Bauch geeignet: von leichter Süße nämlich und jener Zartheit, die die makellose Kultur von Zámečníkovás Sopran erst recht zur Geltung bringt. (...)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(...) Begonnen hat Zámečníková als lyrischer Sopran, in der Region war sie im Herbst 2020 in einer Pandemieproduktion des Staatstheaters Wiesbaden als Gräfin in Mozarts Figaro zu hören. Ihre Stimme scheint seitdem stetig, aber behutsam an Größe gewonnen zu haben, die sie mit Bedacht, aber wirkungsvoll platziert. (...)

Axel Zibulski, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Rhein-Main


(...) Ohne [Pianist] Matthias Samuil Unrecht zu tun: Es hätte vollauf gereicht, ihr unbegleitetes, samten in die Luft gesetztes „La mi sola, Laureola“ zu genießen. Bereits dann wäre ihr Frankfurter Debüt in die Annalen eingegangen. Das zahlreich erschienene Publikum erklatscht sich zwei Zugaben: Ein Liebeslied des Slowaken Mikuláš Schneider-Trnavský (1881-1958) und Richard Strauss‘ „Zueignung.“

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Opernorchester bescherte ein Füllhorn musikalischer Genüsse, sei es in schmissigen Rachearien oder in Szenen samt-seidigen Klangzaubers. Da Händel abwechslungsreich die Arien mit den unterschiedlichsten obligaten Instrumenten bestückt, entstehen immer neue Klangeindrücke.
Und natürlich tragen die Sänger famos die Geschichte von Cäsar und Cleopatra in Etienne Pluss‘ anregendem „Zeitstrahl-Bühnenbild“. (...)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

(…) Die Oper Blühen von Librettist Händl Klaus und dem slowenischen Komponisten Vito Žuraj ist starker Tobak, den Regisseurin Brigitte Fassbaender weich auffängt und, szenisch dicht, in ruhigen Bildern vor karger Kulisse anlegt. Die Wiederaufnahme des Auftragswerks der Oper Frankfurt lockt reichlich Publikum ins Bockenheimer Depot. Das benötigt einige Gedenksekunden, ehe es nach dem tragischen  Ende eifrig applaudiert. (...)

Manfred Merz, Frankfurter Neue Presse

(…) Der von Álvaro Corral Matute einstudierte Chor der Oper Frankfurt ist vor allem im ersten Akt stark eingebunden und präsentiert sich sehr spielfreudig und klangstark.
Puccinis Musik mit ihrem hohen melodischen Gehalt verführt die Sinne immer wieder. Kapellmeister Simone Di Felice und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester geben dem Melos breiten Raum und setzen kraftvolle Akzente.
Am Ende große Beifallsbekundungen.

Markus Gründig, www.kulturfreak.de


(…) Unter der präzisen szenischen Wiederaufnahmeleitung von Nina Brazier gelingen auch drei Ensemblemitgliedern packende Rollendebüts (...).

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) In Frankfurt feierte Così fan tutte jetzt unter der wunderbar fokussierten, fein psychologischen Regie von Mariame Clément und der musikalischen Leitung von Thomas Guggeis Premiere – die erste der Saison. Der moderne Liebestest mit Irrungen und Wirrungen und einer großen Portion bitterem Humor wurde vom Publikum ausgiebig gefeiert, mit vielen „Bravos« und langem Applaus.
(...) Diese Inszenierung von Così fan tutte macht Spaß.

Martina Himmer, Main-Echo Aschaffenburg


(…) Thomas Guggeis ist ein Dirigent mit einem nahezu somnambulen Verständnis aller Nuancen dieser vielschichtigen Partitur mit ihren unterschwelligen Stimmungen und Emotionen. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung


(…) In Terzen schwelgen Magnus Dietrich (Ferrando) und Jonas Müller (Guglielmo), ganz gleich, ob sie die Liebe beschwören oder den Verrat provozieren. Gemeinsam mit Teona Todua (Fiordiligi) bildet Dietrich das stimmlich präsentere Paar. Er zeigt, wie man mit nicht mehr als einem Mezzopiano einen Raum füllt; sie läuft gerade in filigranen Koloraturen in den Arien zu großer Form auf. Aber auch dem angenehm timbrierten, biegsamen Mezzosopran von Kelsey Lauritano (Dorabella) und Rollendebütant Müller hört und schaut man gern zu.
Sie machen es wie alle in Frankfurt an diesem Abend und agieren auf hohem Niveau. (...)

Christian Knatz, Wiesbadener Kurier


(…) Auch ist letztlich nicht eindeutig, ob [Regisseurin Mariame] Clément diesen Aufwand braucht, um den größten Vorzug ihrer Arbeit voll auszuspielen: selten wird die Gruppendynamik zwischen den vier Liebenden so sorgfältig und zugleich spielerisch vorgeführt. Das ist so durchdacht, dass die hanebüchene Ausgangssituation – erwachsene Frauen erkennen ihre eigenen Verlobten nicht, weil diese sich einen Schnurrbart angeklebt haben – dahinter zurücktritt. Und man dem Irrsinn der Liebe, der Anziehungskraft und der Lust, etwas zu erleben, zuschauen kann. (...)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Es ist ein vorzügliches Mozartensemble, das man in Frankfurt aufgeboten hat. (...)
Auch dirigentisch ist der Abend eine Sternstunde. Es handelt es sich schließlich um eine der am schwierigsten zu realisierenden Partituren Mozarts. Der Dirigent muss nichts weniger als den Spagat zwischen Opera buffa und fast schon romantischer Ironie, ständigen Tempo- und Stimmungswechseln zwischen Psychologie und Typenkomödie bewältigen. Das ist kein leichtes Spiel. Thomas Guggeis, dem 32-jährige GMD der Oper Frankfurt, gelingt es fabelhaft. Energiegeladen, präzise und feurig präsentiert er einen Mozart ohne Zopf, Allonge-Perücke und ohne alle Verzärtelung. Mit rasantem, vorwärtsdrängendem Tempo, hörbar an historisch informierter Aufführungspraxis orientiert, mit Schwung und hinreißenden Instrumentaldetails tritt er mit seinem Mozart den schlagenden Beweis dafür an, dass dieses Schlussstück der Da-Ponte-Trias ein erstzunehmendes, ein radikales, um nicht zu sagen verstörendes Werk ist, das zu Unrecht so lange missverstanden wurde, aber auch, dass es von exzellenter musikalischer Qualität ist, „frisch in der Partitur“ und „von unglaublicher Poesie“. Guggeis weiß aber auch die Sänger hervorragend zu führen, bei den Arien wie den unglaublichen Ensembles. Er begleitet die Sänger zudem persönlich am Hammerklavier. Dabei kennt er das Stück genau, hat Sinn für die kompositorischen Strukturen wie die klanglichen und emotionalen Balancen des Dramma giocoso. Hut ab vor dem Mozart-Interpreten Thomas Guggeis! Eine solche Così hört man nicht alle Tage.

Dieter David Scholz, www.deropernfreund.de


(…) In diesem als Versuchsaufbau gekennzeichneten Umfeld bewegen sich die Darsteller in Frankfurt mit ansteckender Spielfreude. Don Alfonso, der für Treue nur Spott hat und die beiden jungen Liebhaber erst in eine Wette, dann in die Verzweiflung treibt, wird von Liviu Holender geradezu abendfüllend dargestellt. Den Umstand, dass ihm Mozart keine einzige gewichtige Arie gönnt, macht er auch stimmlich mehr als wett. Bianca Tognocchi gibt eine Despina zwischen Halbwelt und Rokoko-Empowerment. Ein Übriges tun ihre berückenden Spitzentöne und ein beeindruckender Gleichmut in den Szenen, denen auch die Regie die Albernheit nicht austreiben mochte. (...)

Christian Knatz, Darmstädter Echo


 (…) Großer Schlussjubel für Thomas Guggeis, den engagierten Chor unter Álvaro Corral Matute, das Regieteam und alle Solisten.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Peter Grimes, die wohl bekannteste Oper von Benjamin Britten, steht zu Saisonbeginn als Wiederaufnahme von Keith Warners Inszenierung aus dem Jahre 2017 auf dem Programm der Oper Frankfurt. Mit einem überragenden Titelhelden (Allan Clayton), einem tollen Opernensemble, einem fulminanten Opernchor und einem großartig aufspielenden Orchester unter der Leitung des Generalmusikdirektors Thomas Guggeis, entsteht erstklassiges Musiktheater, das viel Vorfreude auf die neue Saison an der Oper Frankfurt aufkommen lässt.
(…)
Allen Mitwirkenden spendet das Frankfurter Publikum am Ende des Abends begeisterten Applaus, wobei neben Allan Clayton und Magdalena Hinterdobler, vor allem Chor und Orchester mit seinem Dirigenten den stärksten Zuspruch einheimsen.

Jean-Nico Schambourg, www.klassik-begeistert.de


(…) Zu der eindrücklichen, packenden Inszenierung passt die musikalische Seite, die vollends gelingt und mit einem hervorragenden Ensemble aufwartet. Allan Clayton mimt und singt einen Peter Grimes mit menschlichem Kern. (…) Magdalena Hinterdobler glänzte als warmherzige Ellen, grandios auch in der Quartett-Szene mit den frivolen Nichten Anna Nekhames und Julia Stuart und Katharina Magiera als Auntie. Starke und autonome Charakterzeichnungen auch in den weiteren wichtigen Rollen von Nicholas Brownlee, AJ Glueckert, Judita Nagyová, Michael McCown, Jarrett Porter, Morgan-Andrew King und dem Chor. [Generalmusikdirektor Thomas] Guggeis und das Opernorchester vereinen die kühle Modernität und romantischen Nachhall aufs Beste.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

(…) [Spielleiter] Alan Barnes hat mit den Darstellern Aktionen, Interaktionen, Gesten und Blicke gründlich einstudiert und damit die ursprüngliche Personenregie überzeugend wiederbelebt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Elias Grandy disponierte die Wucht und Klangschönheit des Museumsorchesters umsichtig mit lebendiger Tempodramaturgie.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse