Spielplan

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Carmen

Georges Bizet 1838–1875

Opéra comique in drei Akten
Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée (1845).
Nach der kritischen Ausgabe von Michael Rot für die Frankfurter Produktion, eingerichtet von Constantinos Carydis. Gesprochene Texte nach Henri Meilhac, Ludovic Halévy und Prosper Mérimée, eingerichtet von Barrie Kosky.

Premiere vom 5. Juni 2016

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video

Musikalische Leitung Simone Di Felice / Giedrė Šlekytė (Dezember)

Carmen Zanda Švēde / Dshamilja Kaiser (12.11. musikalisch) Paula Murrihy (27.11.)
Don José AJ Glueckert / Jean-François Borras (31.12.)
Micaëla Adriana González (Nov, Dez) / Natalia Tanasii (9., 13.1.)
Escamillo Kihwan Sim (Nov, 31.12., 131.) / Gordon Bintner (15.12., 9.1.) / Andreas Bauer Kanabas (27.11., 10., 12.12.)
Moralès / Dancaïro Mikołaj Trąbka (Nov, 10., 12., 15.12.) /  Iurii Samoilov (31.12., Jan)
Remendado Brian Michael Moore (Nov, 10., 12., 31.12.) / Michael Porter (15.12., Jan)
Frasquita Karolina Bengtsson°
Mercédès Karolina Makuła° (Nov, 10., 31.12., 13.1.) / Cecelia Hall (12., 15.12., 9.1.)
Zuniga Gabriel Rollinson° (Nov, Jan) / Božidar Smiljanić (Dez)

° Mitglied des Opernstudios

(…) Für die „jahreszeitenbedingt“ in­disponierte Zanda Švēde ließ die Oper nachmittags als Ersatz Dshamilja Kaiser einfliegen, die von der Bühnenseite konzertant sang, während Švēde auf der Bühne da­zu tanzte, mimte und die Lippen bewegte. Damit rettete die Mezzo­sopranistin die vierte Wiederauf­nahme des Kassenschlagers.
Denn wenn vor der Oper Frank­furt lange Einlass-Schlangen ste­hen, weiß man: Es ist Barrie-Kosky-Zeit. Der australische Regis­seur hat in Frankfurt mit Bizets „Carmen“ einen Welthit gelan­det (…). Seine kultig-glitzernde Revue hat sich durchgesetzt und wurde zum Pu­blikumsmagnet über die Mainme­tropole hinaus. So standen sich jetzt auch bei der vierten Wieder­aufnahme geduldige Zuschauer die Beine in den Bauch.
Sie wurden nicht enttäuscht: neben dem erfolgreichen „Play­back“ durch Dshamilja Kaiser, die auch spielend die girrend into­nierte, fast operettenhafte Früh­fassung der Habanera bewältigte, überzeugten auch die wenigen „Neueinsteiger“: Adriana Gonzá­lez' überragende „Messa di voce“-Fähigkeiten machten sie zu einer wunderbar sensiblen Micaëla (...).

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Carmen stellt Josés Leben auf den Kopf, sie tanzt, singt und setzt sich über viele Widrigkeiten hinweg, bis sie erstochen am Boden liegt. Wer oder was treibt diese Frau, von der jeder ein anderes Bild zu haben scheint? Längst hat Barrie Koskys Carmen-Inszenierung aus der Spielzeit 2015/16 einen Kultstatus erreicht. Statt gängiger Klischees und nostalgischer Folklore stellt der Regisseur eine atemberaubende Revue von dramatischer Tiefe und frechem Witz auf die Bühne. Durch den Blick auf die ursprüngliche Fassung der Oper und mithilfe von Texten aus ihrer Entstehungszeit gelingt eine völlig neue Sicht auf eine der meist gespielten Opern des internationalen Repertoirebetriebs — ein Abend, der in Erinnerung bleibt.