Presse

 Presse­stimmen 

Pressestimmen 2016/17

(Pressestimmen-Archiv am ende dieser liste)

 

(…) Mit der Besetzung von 15 der 16 Solisten allein aus dem Frankfurter Ensemble konnte das Opernhaus unter Bernd Loebe einen weiteren Premierenerfolg verbuchen. Lediglich die Partie des Énée wurde mit dem US-Tenor Bryan Register besetzt, der damit nicht nur sein Rollen-, sondern auch sein gelungenes Frankfurt-Debüt gab. Großen Anteil am Erfolg der Premiere hatte, neben der leidenschaftlich singenden Tanja Ariane Baumgartner als Cassandre und Claudia Mahnke als Didon, der amerikanische Dirigent John Nelson. Wie er die gewaltigen Massen an Statisten, Tänzern, Chören und Solisten souverän und farbenreich zusammenführte, sucht seinesgleichen.
(…)
Wovon man (…) an diesem Abend nie genug bekommen konnte, war die Klangwucht der hervorragend von Tilman Michael angeleiteten Chöre, in denen neben 100 Frankfurter Choristen auch 20 aus Bratislava rhythmussicher überzeugten.
Und allein, um die beiden hochdramatischen Schlusssequenzen von Cassandre und Didon zu erleben, die sich aus unterschiedlichen Gründen wegen Enée das Leben nehmen, ist den Besuch dieser Inszenierung wert. Ein Opernhaus, das zwei solche Ausnahmekünstlerinnen unter Vertrag hat, kann sich glücklich schätzen. Viel Applaus und Bravorufe spendete das ausverkaufte Haus für Sänger, Solisten, Chöre und Orchester (…).

Bettina Boyens, www.musik-heute.de


Für den Dirigenten John Nelson stehen Les Troyens von Hector Berlioz auf einer Stufe mit dem Ring des Nibelungen. Doch anders als Richard Wagners Germanen-Tetralogie lässt sich das gewaltige Bühnenwerk des Franzosen mit seinen in Troja und Karthago spielenden Teilen gerade noch an einem Abend zeigen. 35 Jahre nach der herausragenden, von Ruth Berghaus inszenierten und Michael Gielen geleiteten Gesamtaufführung an der Oper Frankfurt hat der Berlioz-Experte Nelson die musikalische Verantwortung für eine Neuproduktion des Werks übernommen, die nun Premiere hatte.
Im Zentrum der mit zwei Pausen fünfstündigen Aufführung steht Nelson selbst, denn der 1941 geborene Amerikaner lässt alle dramatische Schub- und Impulskraft aus dem Orchestergraben kommen. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester erzählt so anschaulich, dass man alles mit Ohren greifen kann, Kassandras Untergangsvisionen und Didos Furor, als Aeneas sie verlässt, seine eigene Unruhe und den Krieg. Nelsons unerhört beschleunigte Tempi wirken dabei wie ein Spiegel des getriebenen Aeneas.
(…)
Tanja Ariane Baumgartner ist die erste, die sich an der Rampe aufstellt und eine glühende, aber nie scharf timbrierte Seherin Cassandre singt. Claudia Mahnke gibt eine herausragende, bei aller Exaltiertheit der liebenden und verzweifelnden Didon vokal äußerst natürlich gestaltete Hauptfigur der Karthago-Akte. Enée, also der französische Aeneas, ist als großer Junge dargestellt, was es dem konditionsstarken Tenor Bryan Register nicht eben leichter macht, die Entwicklungsprozesse in seiner Riesenpartie nachzuzeichnen. Dass jede der 16 kleineren Partien vokal beglückend besetzt ist, macht Die Trojaner musikalisch umso mehr zum beglückenden Ereignis.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier


(…) Durchweg großartige Bilder gerieten Eva-Maria Höckmayr in den beiden ersten Akten, der Tragödie Trojas. Ganz in den Mittelpunkt rückt hier Kassandra, die machtvoll mahnende Prophetin des Untergangs, deren Warnungen gleichwohl von einer saturierten Umgebung – zu der auch ihr Verlobter Choröbus gehört, mit leicht und weich ansprechendem hellen Bariton: Gordon Bintner – in den Wind geschlagen werden. Tanja Ariane Baumgartner hat für diese Rolle die hohe, autoritative Statur (…) und zudem eine namentlich in dunklen Registern machtvoll nuancierende Stimme. Überaus geglückt auch ihre Einbeziehung in tänzerische Aktivitäten mit der stilisierten Kriegsfigurine von Martin Dvořák – ein ähnlicher Pas de deux ergab sich bei Didos (selbst)mörderischem Flirt mit dem gleißenden Todesengel im Schlussbild. (…)
Der Enée (Äneas) von Bryan Register, zunächst ein etwas eindimensionaler Outdoor-Typ, stimmlich kräftig und fest (…) wächst in seinen Schlusspassagen (…) zu visionärer Größe heran. Berlioz, eminenter Psychologe und Realist, hatte zweifellos, wie Wagner, ein Faible fürs Heldische. Krieg, erotischer Kriegsschauplatz, Landnahme und Kolonisation: Etappen männlicher Heroengeschichte.
(…)
Umso anrührender, wie Berlioz zwei Frauen als mindestens ebenso dominierende Hauptfiguren durch die Handlung führt. Nach Kassandra ist dies Didon (Dido), die karthagische Königin, verkörpert in Frankfurt ebenfalls von einer Haussängerin. Claudia Mahnke, deutlich lichteren Timbres als die Kassandrakollegin, hat es auch von der Rolle her schwerer, sich sofort dramatisch zu exponieren. Das tut sie aber im weiteren Verlauf dann doch mit Mut, mit ungeheurer Intensität und Glut, vor allem bei ihren Wut- und Resignationsstrecken beim und nach dem Aufbruch des Geliebten.
Die verlassene Dido, bekanntlich auch eine musikdramatische Urszene. Bei Berlioz hebt sie an mit einem monumentalen, zerklüfteten Rezitativ, das in der Operngeschichte seinesgleichen sucht. Seine minuziöse, dabei fast ins Überdimensionale getriebene Ausdruckskraft in der Darstellung des Opern- und Museumsorchesters unter der gespannten Leitung von John Nelson war ein Indiz für die überwältigende musikalische Gesamtkonzeption und Wirkung dieser Aufführung. Unschwer fällt die Feststellung, dass die Wiedergabequalitäten sich seit 1983 erheblich vervollkommnet haben, damit ein Werk wie Les Troyens – kaum überraschend, dass jetzt französisch gesungen wurde – auch leichter zu bewältigen ist. Trotzdem waren die durchweg exzellenten Manifestationen der erweiterten Chöre (Tilman Michael, Markus Ehmann) einer Tour de force ausgesetzt. Sinnvoll, die mehr als 120 Chor- und Kinderchorsänger bei vielen ihrer Auftritte als statuarische Klangmasse zu behandeln; umso wirksamer wusste die Regie dann gelegentlich abrupte Bewegtheit herzustellen, Reflexe des immer wieder präsenten Fluchtmodus, der in der Oper, gleichsam als ihr Leitmotiv, den mit Gravität befeuerten Trojanermarsch als klingendes Korrektiv zugewiesen bekommt. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau


(…) Berlioz schreibt kein stringent ablaufendes Drama, sondern schweift ab in Details und oft epische Nebenhandlungen, verliert sich in schönen musikalischen Einfällen, auch, um den Anforderungen der französischen „Grand Opéra“, die er öffentlich zu verachten vorgab, insgeheim entgegenzukommen. Manches erinnert an seine dramatischen Sinfonien, während der vierte Akt erscheint wie ein instrumentierter Liederabend (betörend ein Frühlingslied zur Harfe von Iopas: Martin Mitterrutzner sowie das Mondschein-Duett Didos mit Äneas) mit Chören und Ballettmusiken.
John Nelson am Pult gibt diese Herausforderungen unmittelbar an die Musiker weiter. Straffe Tempi, instrumentaler Pomp, klangliche Delikatessen, Bühnenmusiken, die koordiniert werden wollen: Das Museumsorchester (und auch die von Tilman Michael präzise einstudierten verstärkten Chöre) bieten eine bravouröse Leistung, klanglich profiliert und so konzentriert wie möglich. Glücklich die Oper, die wie Frankfurt zwei herausragende Mezzosoprane für die beiden Hauptrollen im Ensemble hat. Tanja Ariane Baumgartner singt die Kassandra, deren Rolle Berlioz gegenüber der Vorlage Vergils stark aufwertet, mit voller Intensität. Eine geheimnisvoll bleiche und kalte Aura umgibt die verkannte Seherin, selbst wenn sie sich ihrem Verlobten Chorèbe (geschmeidig: Gordon Bintner) hingibt.
(…)
Noch herber und noch furioser ist Claudia Mahnkes Dido. Wie sie sich von Äneas (der gegen seinen Willen weiterziehen muss, um die Stadt Rom zu gründen) trennt, ist an Schmerz, Furor und Rücksichtslosigkeit sich selbst gegenüber kaum zu überbieten. Kontrollverlust eines Machtmenschen vor den Herausforderungen der Gefühle (im Liebesduett) und der Politik im Umgang mit den sie umgebenden Personen (…).
Die Musik an sich ist herrlich, die sängerischen Leistungen werden Berlioz’ maßlosen Anforderungen grandios gerecht, ihnen gilt der uneingeschränkte Beifall des Premierenpublikums.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Uneingeschränkt zu preisen sind Ensemble, Chor und Orchester unter John Nelson. Herausragend singen Tanja Ariane Baumgartner als Unglücksprophetin Kassandra, deren Wahrsagung keiner glaubt, und Claudia Mahnke als unglücklich liebende Dido, die den nach Italien bestimmten Trojaner Äneas (Bryan Register) nicht halten kann. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Dido verliebt sich unsterblich in Enée, was ein erwärmendes Duett zur Folge hat – mit Unterbrechung durch Hektor, der Enée nach Italien befiehlt. Dann geben Mezzosopranistin Claudia Mahnke und der kernige Heldentenor Bryan Register „Szenen einer Ehe“, die es in sich haben. Auffällig zudem die beiden Tenöre Michael Porter und Martin Mitterrutzner mit traumschönen Arien sowie Mezzosopranistin Judita Nagyová als einfühlsame Dido-Schwester und Elizabeth Reiter als liebesbedürftiger Sohn des Enée – neben anderen mehr. Viel Personal also auf der Bühne – und die Tatsache, dass lediglich der US-Tenor Register Gastsänger ist, spricht für die Qualität des Frankfurter Ensembles, das zur Premiere viel Beifall erhielt.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Mit John Nelson am Pult hat man einen Berlioz-Spezialisten engagiert, der für das Stück auf der ganzen Welt gebucht ist. Eindrücklich evoziert er die unerbittlich archaische Aura der ersten beiden Akte, die höfische Atmosphäre des dritten und vierten Akts sowie die Mischung aus Melancholie, Komik und Tragik des fünften. Dass Berlioz ein Meister der Klangfarbe war, einer der reichsten Melodienerfinder, das alles wird hörbar, ohne dass die musikalische Struktur zerfällt. Überaus differenziert auch der von Tilman Michael einstudierte Chor, der an über der Hälfte aller Gesangsszenen beteiligt ist. Fabelhaft sind das Frankfurter Orchester und das Ensemblemit den beiden Protagonistinnen Tanja Ariane Baumgartner und Claudia Mahnke (…).

Bernd Zegowitz, Die Rheinpfalz


(…) Neben den zwei Frauen 18 weitere Figuren und kein Schwachpunkt: ein Triumph der Star-unabhängigen Ensemblepolitik (…).

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

Vor vier Jahren hatte hat man in Frankfurt Prokofjews Spieler ausgegraben und mit einer vollständig ausverkauften Premierenserie einen Überraschungserfolg gelandet. Nun wurde die Produktion wiederaufgenommen. Zu erleben ist erneut eine szenisch und musikalisch hochkarätige Produktion, die ganz auf die Stärken des eigenen Ensembles und bewährter Stammgäste setzt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Dass die so selten zu erlebende Prokofjew-Oper vom Spieler in Frankfurt so gut ankam und deshalb verdientermaßen jetzt wieder aufgenommen wurde, lag (…) am sehr dichten und konsequenten Wirken des Opern- und Museumsorchesters, das von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle geleitet wurde. Die Musik Prokofjews drückt exakt die zerbrechliche, vom Streben nach Geld und Gut, aber auch von Schwächen und Selbstzweifeln geprägte Stimmung der Beteiligten aus. Der bankrotte General erhielt mit Andreas Bauer einen adäquaten Darsteller, Frank von Aken zeichnete einen kraftvoll zupackenden Hauslehrer Alexej, der an seinem Spielerglück zerbricht und über einem Haufen Banknoten dahinscheidet.
Sara Jakubiak gefiel in der Rolle der Geliebten Polina, Paula Murrhy gab eine galante Blanche. Nicht vergessen werden sollte in dieser äußerst personalintensiven Oper die Babuschka im Rollstuhl, bei geldlüsternen Verwandten immer für eine böse Überraschung gut. Hedwig Fassbender war diese dankbare Rolle auf den Leib geschneidert.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Diese optisch surreale Welt verstand es Sebastian Weigle akustisch in bester Manier zu untermalen. Der versierte Dirigent setzte mit seinem hervorragend disponierten  Frankfurter Opern- und Museumsorchester  musikalisch hinreißende Akzente, fächerte die farbenreiche Musik detailliert auf und erwies sich als kompetenter Sachverwalter der Partitur. Wunderbar erklang zu sehnsuchtsvollem Kolorit der rhythmisch pulsierenden Streicher der schrill akzentuierte Sarkasmus der tief grollenden Posaunen. In dezentem Volumen formte Weigle die vehement aggressiven Blechfraktionen sowie die bestens artikulierenden Holzbläser zu vielfältigen Klang-Details dieser farbenreichen und witzigen Musik, ohne sich auch der reichhaltigen lyrisch-romantischen Prosa und fieberhaften Energie des Werkes zu verschließen.
Angenehme Basstöne schenkte Iurii Samoilov den kurzen Auftritten des Mr. Astley, sowie Magnús Baldvinsson dem Baron Würmerhelm. Tenorale Lichtblicke bot Peter Marsh als Fürst Nilski (…).
Mit teils ansprechenden Vokalbeiträgen glänzten weitere Ensemblemitglieder in den Mini-Rollen der keineswegs unkomplizierten Interventionen der Spielakteure des Finales.
Kurze und heftige Begeisterung des Publikums für einen sehr eindrucksvollen Opernabend.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) Es war eine kluge Entscheidung, das Stück, das die Beteiligten sogar bis in den Aachener Dom und zur Kaiserwahl führt, konzertant zu zeigen und sich somit ganz auf seine musikalische Substanz zu verlassen. Diese nämlich barg eine ganze Reihe von gesanglichen Glücksfällen. Das Paar Elvira und Ernani, dem am Ende nur eine ganz kurze Ehe gegönnt ist, war mit zwei ehemaligen Frankfurter Ensemblemitgliedern spannungsvoll besetzt: Elza van den Heever stand mit ihrem großen Sopran im Mittelpunkt der Aufführung, glühend, hochdramatisch und emotional packend. Tenor Alfred Kim gestaltete konzentrierter, schlanker, fast immer mit hoher technischer Sicherheit. Als König Carlos alias Kaiser Karl war der Italiener Franco Vassallo eine Autorität – schmallippig und bedrohlich zuerst, später, baritonal herrlich. Und Kihwan Sims dunkelherber Silva, aber auch Thomas Faulkners Waffenträger Jago bestätigten, dass in der Oper Frankfurt auf starke Verdi-Stimmen Verlass ist.

Jörg Sander, Offenbach-Post


(…) Thronerbe wird Don Carlos. Franco Vassallo singt den hier wütenden, dort drohenden, dann auch noblen und warmherzig alle Schuld vergebenden König; der aus München kurzfristig herbeigeeilte Bariton ist zudem der Einzige, der seine Partie schon gesungen hat, anders als die Rollen-Debütanten: Kihwan Sim (ein tiefschwarzer, unsympathischer Silva), dazu Ingyu Hwang (Riccardo, Waffenträger des Königs) Thomas Faulkner (Jago, Diener Silvas) und Maria Pantiukhova (Elviras Amme Giovanna). Auch von der Sorgfalt, solche kleine Partien stimmlich gut auszustatten und ernstzunehmen, hängt die Qualität des Abends ab.
Bleibt Elvira, die von den drei adligen Männern (König. Räuber, Burgbesitzer) umworbene Primadonna – eine typische Konstellation der italienischen Oper: Viele Männer buhlen um eine Frau, die ihrerseits ihr Herz sprechen lässt und nicht staatstragende Vernunft. Elza van den Hever kehrt an die Oper Frankfurt zurück, aus deren Ensemble heraus sie in wenigen Jahren den Sprung an Weltspitze geschafft hat. Ihre warm grundierte Stimme bietet einfach alles: Atem, Klang, Sitz, Dynamik, resignierende Tiefen, auftrumpfende Spitzentöne, Kondition und eine enorme Palette an Ausdrucksmöglichkeiten. So gelingt es ihr auch in dieser konzertanten Situation Mitleid mit ihrer Person und für ihr Schicksal zu erregen. Ohne, wie man zu Verdis Zeiten sagte, Dekoration und Spielleitung.
(…)
Zum fabelhaften Sängerensemble zählt auch der (bei den Männern mit Extrastimmen verstärkte) von Tilman Michael tadellos einstudierte Chor. Eine anspruchsvolle Partie: virtuos, viel Text, viel parlando bei hohem Tempo und immensen Lautstärken – ein kurzer Wackler zu Beginn zeigt nur, dass hier live musiziert wird, und wie perfekt alles andere sitzt und stimmt.
Der Chor steht hinter dem Orchester, dieses sitzt hinter den Sängern. Diese Aufstellung schafft immer wieder natürliche Balanceprobleme, ermöglicht nicht zuletzt aber auch dem Publikum, Simone Young bei der Arbeit zuzusehen. Eine temperamentvolle, feurige, fast herrische Dirigentin! Tempi und Lautstärken treibt sie bisweilen auf die Spitze, lässt aber auch Raum für klangliche Wirkungen (besonders einer bizarr instrumentierten „Gruftmusik“ im dritten Akt). Nichts lässt sie unkontrolliert, mit der Linken zeichnet sie Gesten für den Ausdruck, schlägt mit der Rechten Tempowechsel präzise vor, sticht wie mit dem Florett auch scharfe Akzente in Richtung Orchester, das unter ihrer Leitung zu großer Form aufläuft.
Häufiger Szenenbeifall verlängert den zweieinhalbstündigen Abend etwas, zum Schluss frenetischer Applaus, manche im Publikum geraten aus dem Häuschen.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Simone Young, vormalige Hamburger Generalmusikdirektorin und dort häufig auch mit frühen Opern Verdis befasst, verdeutlichte als Gastdirigentin des Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchesters, dass Ernani mehr als nur melodische Konventionen und eingängige Ohrwürmer zu bieten hat. Immer wieder belichtete sie das klangliche Profil neu, variierte reich das Tempo, ließ Bläser und Schlagwerk deutlich, aber nie pauschal das Drama würzen, das in einem randständigen Milieu beginnt. (…)

Jörg Sander, Hanauer Anzeiger  

(…) Degout ist als Opern- wie als Liedsänger erfolgreich, und auch wer ihn noch nie auf der Bühne erlebt hat, glaubt es nach diesem Abend sofort. Regisseure, denkt man, müssen ebenfalls ihre Freude an ihm haben. Er verfügt dabei über eine ungemein bewegliche, farbenreiche, insgesamt eher hoch klingende und schlanke Stimme. Bei Bedarf wird sie kraftvoll in Übergröße oder auch schneidend grell. Es ist ihr geradezu anzumerken, wie sie nach möglichst unterschiedlichen interessanten Aufgaben lechzt. Poulenc und Apollinaire haben sie alle zu bieten.
(…)
Pianist Cédric Tiberghien, der ein zartestes Pianissimo bietet und sich sodann eher von seinem Sitz erhebt, als nicht kräftig genug zu werden, ist definitiv nicht bloß Begleiter, sondern Partner. Nach der Pause zeigte sich das erst recht, als er mit Matteo Cesari (Flöte) und Alexis Descharmes (Cello) Kaija Saariahos „Cendres“-Trio spielte. (…)
Unter den vom zunehmend begeisterten Publikum herbeigeklatschten Zugaben auch Poulencs „Fêtes galantes“. Das ein „schnelles Stück“ zu nennen, ist immer noch ein Euphemismus.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) Die gesamte erste Hälfte des Liederabends gehörte den Gedichten Guillaume Apollinaires in den Vertonungen von Francis Poulenc. (…)
Der Sänger ließ dazu seinen betörenden Bariton erklingen. Er sang vollmundig und doch leicht und locker – Pianist Tiberghien war ansprechender und fein nuanciert wirkender Partner.
Nach der Pause kamen noch zwei ausgewiesene Kammermusiker hinzu. Matteo Cesari (Flöte) und Alexis Descharmes (Cello) ließen Cendres der finnischen Zeitgenossin Kaija Saariaho sowie Maurice Ravels Chansons madécasses quasi verschmelzen – kaum zu glauben, dass mehr als 70 Jahre zwischen der Entstehung beider Werke lagen, so modern klingt Ravel und so kraftvoll die Musik der 1952 geborenen Tonsetzerin. Am Ende aber waren der Sänger und sein Klavierpartner wieder für sich. Die fünf Lieder aus Ravels Histoires naturelles klangen wie ein großer, natürlicher Blumenstrauß voller Duft und Esprit. Drei Zugaben waren der Dank für großen Applaus: wieder Poulenc und Ravel, dazu noch Debussy. Degout blieb seiner Linie treu.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Christof Loy (…) lässt die Akteure nicht nur auf der klar und übersichtlich gestalteten Bühne wirken, sondern auch im Zuschauerraum. Der Zuhörer hat damit die Möglichkeit, einen singenden Darsteller direkt aus der Nähe zu erleben.
Bei einer Juanita Lascarro (als Donna Elvira) ist dies ein besonderes Erlebnis, vor allem während ihrer spritzigen Auftrittsarie. Aber auch bei Iurii Samoilov in der Titelrolle des liebestollen Mörders und bei seinem Adlatus Simon Bailey (Leporello) wirkte sich diese „Erweiterung“ des Raums vorteilhaft aus. (…)
Die kompakt und mitreißend in Szene gesetzte Handlung wird von einem Opernorchester flankiert, das – am zweiten Abend der Wiederaufnahme – in absoluter Bestform auftritt. Man kann nur wünschen, dass es der neu in die Produktion eingestiegene Dirigent Antonello Manacorda nicht bei einer Stippvisite im Orchestergraben belässt. Vor allem die Streicher zeigten sich von der besten Seite und musizierten dicht und kräftig. Neben den bereits Genannten zeigten auch Guangun Yu als reife Donna Anna, Michael Porter (Don Ottavio), Björn Bürger (Masetto) und der kernige Magnus Baldvinsson (Komtur) hervorragende Gesangsleistungen. In zartem Kontrast zu den anderen Frauen auf der Bühne zeigt sich die liebreizende Zerlina, die in Nina Tarandek eine passende Solistin gefunden hat. Der Jubel am Ende war beeindruckend.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Die Inszenierung gewinnt dem Stück neue Perspektiven ab, ohne ihm ein aufdringliches „Konzept“ gewaltsam überzustülpen. Die Regie ist modern in ihrer Hellsichtigkeit und psychologischen Tiefenschärfe, dabei altmeisterlich in der zwingenden Präzision der Personenführung. Wie bei Loy üblich wird auf große Posen verzichtet, dafür aber mit kleinen, differenzierten Gesten und Blicken eine umso größere szenische Intensität erreicht. Mag vielleicht auch die ein oder andere Nuance im Vergleich zur Premiere verloren gegangen sein, so hat Corinna Tetzel als szenische Leiterin der Wiederaufnahme den Kern des ursprüngliche Konzepts bewahrt und mit einem spielfreudigen Ensemble sehr überzeugend neu belebt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Erst 1924 gruben die Göttinger Händel-Bewahrer die Oper wieder aus. Heute zählt Xerxes zu den meistgespielten Händelopern. Denn sie bietet viel Potenzial für affektiertes schrill-schräges Comedy-Theater auf der Opernbühne.
Dirigent Constantinos Carydis und Regisseur Tilmann Köhler setzen sich mit ihrer jüngsten Produktion an der Oper Frankfurt davon ganz klar ab. Ihnen geht es um die Gefühlswelten, die die Protagonisten in der Geschlossenheit ihrer Gesellschaft durchschreiten und sie in den buffonesken Albtraum stürzen. Das zeigen Carydis und Köhler mit ausnahmslos fantastischen Sänger-Schauspielern bild- und klanggewaltig in ungeschminkter Direktheit, mit brillanter Schärfe und dennoch dezent. Damit erzielen sie das eigentlich Bemerkenswerte dieser Produktion: Intensität in jedem Moment. (…)
So entsteht schönste Musik in allen Facetten menschlichen Leidens zu einem komisch-absurd-dramatischen Spiel. Ein Erlebnis.

Christiane Franke, O-Ton


(…) Hinzu kommen (…) allerlei Briefverwechslungen und Missverständnisse – die Zutaten, aus denen Verwechslungskomödien sind. Aus diesen Zutaten garniert Tilmann Köhler in Frankfurt dann ein drei Stunden kurzes, opulent-rasantes Festbankett: Schon während der Ouvertüre sitzt Xerxes mit allen Opernfiguren an einem barock mit Rosen, edlen Speisen und Fruchtkörben gedeckten Tisch, der im Laufe des Abends immer mehr aus den Fugen gerät. Früchte werden geworfen oder wütend in der Luft zerquetscht, im Rhythmus mancher Flirt-Arie rieselt der Zucker – und wer nicht spurt, wird auch mal unter Essensglocke und Serviette begraben. Klingt nach banalem Klamauk, wird bei Tilmann Köhler aber zu einem packenden Drama – weil er die Figuren in ihrem Eifersuchts-Zorn und in ihren Verletztheiten genauso ernst nimmt wie Händel in seiner Musik.
(…)
Ein falsch verstandener Heiratsbefehl bringt die "einsamen Planeten" auf  der Frankfurter Bühne schließlich wieder zum Umeinanderkreisen - und die richtigen Paare zueinander. Xerxes muss sich damit abfinden – oder doch nicht? Am Ende hat er eine Pistole in der Hand – Ausgang ungewiss. Musikalisch aber wurden längst Volltreffer erzielt. Dank einer spielfreudigen Sängerriege, eines exzellenten Frankfurter Opernorchesters – und Dank Dirigent Constantinos Carydis: Er würzt Tilmann Köhlers Fest-Menu mit allerlei klanglichen Raffinessen – indem er die Streicher am Steg gespielte Eisklänge hervorzaubern lässt, indem Cello und Fagott launige Zwischenkommentare abgeben. Den letzten Ton haben die Sänger – sie summen den ursprünglich instrumentalen Schlussakkord aus: Ein besinnlicher Nachhall auf einen großartigen Opern-Abend.

Ursula Böhmer, Deutschlandfunk Musikjournal


(…) der Dirigent Constantinos Carydis braucht eigentlich überhaupt keine Bühne, er hat ja die Partitur, ein großartiges Sängerensemble und ein hyperaufmerksames Orchester. Xerxes wird unter seiner Leitung das wildeste, ungewöhnlichste und raffinierteste Stück, das Händel geschrieben hat. Er findet für jede Arie einen eigenen Ton, eine neue Farbe, für jedes Rezitativ ein eigenes Tempo und grandiose Effekte. Jede Seelenregung wird ausgeleuchtet, jede Träne – auch die falsche – ausgekostet.
Auf der Bühne ist der Xerxes von Gaëlle Arquez das sängerische Machtzentrum. Mit beweglichem Mezzo, rund, warm und voll, bestimmt sie das Handeln derer, die reagieren müssen: Lawrence Zazzo ist ein wunderbar hilflos-schmachtender Arsamene, Louise Alder eine kokett-scheiternde Atalanta und Tanja Ariane Baumgartner eine heroisch-leidende Amastre. Kraftquell der musikalisch hochkarätigen Aufführung ist aber vor allem einer: der geniale Carydis.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg


(…) So stellt der Regisseur Tilmann Köhler zum Happy-End-Jubel von Instrumenten und Chor Elizabeth Sutphen auf den Steg, der am Sonntagabend den Orchestergraben von den Zuschauern trennt. Als Romilda, die von zwei Männern begehrt wird, singt die Sopranistin alleine vom Glück der Zweisamkeit, während hinten im Dunkel die anderen Bühnenfiguren schunkeln. Oder schwanken? Das Publikum ist der Sängerin näher als die Mitspieler, die Öffentlichkeit ist ihr einziges Gegenüber, und sie singt auf diese zu, als poste sie ihre private Meinung auf Facebook und warte nur auf die kollektiv-unverbindliche „Gefällt mir“-Bestätigung. Dann verteilen sich die Sänger im Raum. Nur Xerxes bleibt auf der Spielfläche zurück. Gaëlle Arquez singt mit Hingabe, feinen Farben und großer Koloratur- und Phrasierungskunst die hochvirtuose Partie des Königs, der meinte, auch Gefühle beherrschen und befehlen zu können, und der jetzt hilf- und machtlos da steht. Nicht einmal die finale Affirmation gesteht der Regisseur dem Titelhelden zu: Verzweifelt führt Xerxes, während der Vorhang fällt, eine Pistole an die Schläfe.
(…)
Sutphen und Arquez sind zwei wunderbare Sängerinnen in einer glänzenden Sängerbesetzung. Lawrence Zazzo (Arsamene), ein glühend agierender Countertenor mit schönem dunklem Fundament, gehört dazu, außerdem die spielfreudige, auch bei raschen Höhentönen bewundernswert präzise Louise Alder als Atalanta. Tanja Ariane Baumgartner als Amastre liefert in ihrer letzten großen Arie, während ihrer Rückverwandlung vom verkleideten Mann zur zerbrechlichen, verzweifelt Liebenden, ein packendes Meisterstück, und sowohl Brandon Cedel (Ariodate) als auch Thomas Faulkner in der lustigen Spielrolle des Elviro sind exzellent besetzt.
(…) auch aus dem angehobenen Orchestergraben ertönt Wundersames. Am Pult des Frankfurter Museumsorchesters steht Constantinos Carydis, an dessen frühe Tage sich mancher Stuttgarter Opernbesucher noch gerne erinnern mag, und der hat die Musiker streng in Richtung historisch informierter Aufführungspraxis getrimmt, sodass die Bögen klirren und die Ecken und Kanten der oft überraschend kleingliedrig komponierten Musik, und vor allem der rhythmischen Bewegungen wirken wie aus hartem Klangstein herausgemeißelt. (…) der Gesamteindruck ist, auch im Zusammenwirken mit den vom Orchester farblich wunderbar gestützten Sängern, nicht nur beim großen Händel-Hit zu Beginn („Ombra mai fu“) exzellent. Die Heterogenität der Musik, das Nebeneinander des Unterschiedlichen: Unter Carydis wird es Ereignis, und immer wieder kommentiert das Orchester auf intelligente, oft gar witzige Weise das Bühnengeschehen mit improvisierten Gesten, feiner dynamischer Differenzierung und vielen sprechenden Klangfarben. Das Publikum jubelt. Es hätte „Gefällt mir“ geklickt.

Susanne Benda, www.stuttgarter-nachrichten.de


(…) Köhler gewährt in seiner Inszenierung mithilfe von Live-Videoprojektionen und aufgezeichneten Bildern (Marlene Blumert) einen Blick auf Neid und Missgunst der herrschenden Klasse, steckt den persischen König und seine Getreuen in moderne Anzüge (Kostüme: Susanne Uhl), schält das Geschehen so aus der Historie heraus und transportiert es ins Hier und Heute. Das funktioniert ohne Aderlass.
Xerxes trägt leidenschaftlich sein Gefühlsleben zur Schau und verwüstet dazu im ersten Akt triebhaft die Tafel. Seine Liebe zu Romilda wirkt tief, spiegelt aber letztlich doch nur die eigene Eitelkeit und Angst vor dem Alleinsein. Zum Rauchen geht der sich selbst überschätzende Monarch brav nach draußen unter seine Platane, die im dritten Akt ihre Blätter abwirft. Nebenbei will der König eine Brücke von Asien nach Europa bauen lassen – der schwankende Kontrapunkt zum fest verwurzelten Baum. (…)

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung


(…) So üppig die Tafel, so verschwenderisch das musikalische Füllhorn, das der Dirigent Constantinos Carydis mit dem für das Barocke längst bestens geeigneten Opernorchester ausschüttete. Dieser Händel klang extrem abwechslungsreich, oft perkussiv aufgrund der Lauten und Gitarren, aber auch der Rassel-, Trommel- und Triangelinstrumente, die Carydis nicht nur bei motorisch-schnellen Nummern mitmachen ließ. Eine sanft klopfende Kastagnette zur ruhigen Lamento-Arie, warum nicht? Ein Griff in den Cembalo-Resonanzkörper für einen Schnarr-Effekt, nur zu.
Die Musiker nahmen sich alle Freiheiten und gingen gekonnt damit um. Xerxes nur nach Noten, das würde sich etwas ziehen. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau


Scha­de, dass Pa­pier nicht sin­gen kann und kei­ne Tö­ne über­tra­gen kann. Denn dann könn­ten Le­ser auch hö­ren, wie Hän­dels Oper Xer­xes im Frank­fur­ter Opern­haus klingt. Ein fu­rio­ser Zau­ber, von dem man auch nach gut drei Stun­den rei­ner Spieldau­er nicht ge­nug be­kom­men konn­te. Es hät­te ein­fach so wei­ter ge­hen kön­nen mit all den Ari­en, mit der traum­haf­ten Mu­sik.
(…)
Regisseur Tilmann Köhler hat aus den gut drei Stunden Musiktheater ein kurzweiliges Vergnügen gemacht. Unaufgeregt und zurückhaltend hat er Regie geführt. Schlicht ist das Bühnenbild (Karoly Risz), das ein Festbankett im Schloss von Xerxes zeigt – und in einem Fenster eine Etage darüber den Baum, den der König so liebt. Und die Videoeffekte (Marlene Blumert) sind bewusst und sparsam eingesetzt und wirken nicht aufdringlich. (…)

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg


(…) Großes Kino zu Beginn. Gaëlle Arquez singt „Ombra mai fu“, jene göttliche Eingebung Georg Friedrich Händels, eine der berühmtesten Arien der Musikgeschichte. Das Publikum schmilzt dahin, schönerer Schatten war nie, gespendet von einer Platane. In der Tat: Xerxes, der mächtige Perserkönig, liebt einen Baum. Der kann seinem Begehr nicht widersprechen, nur leise mit seinen Blättern wispern – ironische Idealkonstellation für eine emotional schwierige Existenz. Das kleine Orchester sitzt hinter ihm, ist Bestandteil der Bühne, wieder dahinter der Vorhang, auf ihn projiziert die Platanenkrone, in der man herrlich kuscheln und sich verstecken kann.
(…) Immer wieder fasziniert Händels Kunst, aus wenigen Tönen und kleinen Motiven herrliche Melodien zu formen und vor allem Affekte zu vermitteln. Also Furcht und Verzweiflung, Freude und Sehnsucht.
(…)
Man hört sie unmittelbar, so kongenial steuert und animiert Constantinos Carydis die mit Blockflöte (wunderbar: Sabine Ambos) verstärkte, mit Laute und Gitarre, Cembalo und Orgel grundierte Barockgruppe des Museumsorchesters. Noch nicht mit allerletzter Präzision, aber aufmerksam, mit beweglichen Tempi und geschärften Rhythmen erklingen die gefühlvollen Bögen und wütenden Koloraturen, ein stetes Hin und Her von Rezitativen, in denen die Sänger miteinander streiten, und Arien, die bisweilen auftrumpfend ihre Persönlichkeit betonen.
So gelingt es allen, sich und ihre Interessen in den Vordergrund zu spielen. Ein Sängerwettstreit nur mit Siegern. Gaëlle Arquez: temperamentvoll, ausdrucksstark und dynamisch in der Titelpartie; Lawrence Zazzo mit kraftvollem, selbstbewusstem Countertenor (…) als Arsamene; Elizabeth Sutphen, erstaunlich reifes Mitglied des Opernstudios, als eher mädchenhafte Romilda; die resolute Louise Alder, die mit ihrer Stimme alles kann, kecke Staccati ebenso wie rasante Koloraturen und eine tolle Schauspielerin überdies (Atalanta); Tanja Ariane Baumgartner, ebenfalls aus dem Ensemble, als dunkel umwitterte, soldatische Femme fatale (Amastre, von Xerxes verlassene Braut); der Bariton Brandon Cedel, Romildas und Atalantas Vater Ariodate, und Thomas Faulkners ziemlich aufdringlicher Elviro, Diener und Strippenzieher vom Dienst. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


Für Händel hat Regisseur Tilmann Köhler ein glückliches Händchen. Das bezeugt einmal mehr sein Xerxes, der als Erstaufführung an der Oper Frankfurt gleich auf Erfolgsspur geht. Beflügelt wird das Stück vom Opern- und Museumsorchester, das der griechische Gastdirigent Constantinos Carydis stark in Fahrt bringt. Und von den Gegenspielern Gaëlle Arquez (Xerxes) und Countertenor Lawrence Zazzo (Arsamene), die sich gesanglich in reizvoller Umkehr der Geschlechter nichts schenken.
Barockes Leben in Saus und Braus: Über drei Stunden in einer zwischen Liebeskomödie und -tragödie changierenden Händel-Oper die Spannung zu halten, ist ein starkes Stück. Dazu nutzt das Regieteam schon zur Ouvertüre cineastische Kunstgriffe. Auf der durchsichtigen Leinwand ist das große Fressen als Video-Projektion angesagt. Eine üppig bestückte Tafel rückt auf der von hohen Wänden abgeschlossenen Bühne in den Mittelpunkt, Blickfang für die Liebesirrungen und Wirrungen einer geschlossenen Gesellschaft von Egomanen, die sich als Leute von heute entpuppen (Ausstattung: Karoly Risz, Susanne Uhl). (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Tilmann Köhler (…) hat (…) in den vergangenen Jahren im Bockenheimer Depot an den Händel-Opern Teseo und Radamisto eine unverwechselbare Handschrift entwickelt. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit versteht er es, auch aus den verwickeltsten Handlungsgeflechten von Barockopern klare Linien herauszupräparieren und Personen plausibel zu charakterisieren. Das gelingt ihm auch dieses Mal wieder mit einer Selbstverständlichkeit, die Staunen macht. Anders als bei den vorangegangenen Inszenierungen gilt es bei Händels Spätwerk nun, ein Libretto mit Leben zu erfüllen, das seine Herkunft aus der Comedia dell’arte nicht verleugnet, das Komische aber immer wieder zur Gesellschaftssatire zuspitzt. Zwei Geschwisterpaare stehen im Mittelpunkt: Xerxes und sein Bruder Arsamene sowie die Schwestern Romilda und Atalanta. Romilda liebt Arsamene, was dieser erwidert. Atalanta liebt ihn aber ebenfalls, unerwidert. Xerxes wiederum entscheidet sich nach einem Liebesgeständnis an einen Baum (im berühmten Larghetto „Ombra mai fu“) aber, seine Macht als König auszunutzen und zu begehren, was seines Bruders ist: er will Romilda heiraten und schickt seinen Bruder in die Verbannung. Seine eigene Verlobte Amastre läßt er links liegen. Diese grämt sich, verkleidet sich als Soldat und versucht so, dem verehrten Xerxes nahe zu bleiben. Vor dem Hintergrund dieses Beziehungsgeflechts wird alles durchdekliniert, was das Genre hergibt: man verkleidet sich, schmachtet, leidet, wütet, intrigiert, Briefe werden geschrieben und mißverstanden, die Schwestern liefern sich einen sehenswerten Zickenkrieg, und schließlich löst sich alles in Wohlgefallen auf, weil der Tyrann urplötzlich ein Einsehen hat. Köhler hegt die mäandernde Handlung mit einer minutiös ausgefeilten Choreographie ein, die jedoch immer leicht und ungezwungen wirkt. Er setzt Akzente mit drastischer Komik, läßt das Geschehen jedoch nie zur Klamotte umkippen. Dosiert werden Videoprojektionen eingesetzt, die in Großaufnahmen stummfilmhaft die Gefühlsregungen in den Gesichtern der Protagonisten spiegeln. Es gibt Momente des Innehaltens, in denen die Figuren auf der Bühne tragische Tiefe zeigen dürfen.
(…)
Mit scheinbar beiläufiger Selbstverständlichkeit reiht die Oper Frankfurt in dieser Saison Premierenerfolg an Premierenerfolg. Nach mutigem Beginn mit dem Sandmann, der beispielhaft gelungenen Martha und dem sehens- wie hörenswerten Eugen Onegin verläßt das Premierenpublikum erneut zufrieden und vergnügt nach kurzweiligen und musikalisch hoch spannenden drei Stunden die Vorstellung, nachdem es in ungeteiltem Beifall ausnahmslos alle Beteiligten hat hochleben lassen.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Ein so beschwingter wie poetischer Abend ist das, was das Ensemble Modern unter der Leitung von Frank Ollu bietet. Sofern es noch einen Nachweis bräuchte, dass zeitgenössische Musik zu Unrecht im Ruch einer akademischen Blutleere steht – hier wäre er.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Caravanserail für Artisten und Musiker beinhaltet viele komische und ironische Szenen. Die hohe Professionalität des Ensemble Modern, die diesem Orchester immer wieder die bedeutendsten der noch lebenden Komponisten zugeführt hat, zeigt auch in [Martin] Matalons nun uraufgeführtem Stück dessen reichhaltige Substanz, sowohl der Musik, als auch der Artisten, die sich freilich mehr im Hintergrund halten und meistens als tanzende Schattenfiguren zu erkennen sind. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Ein Verdienst der wunderbaren Produktion ist auch, die Trennung von „hoher“ Kunst und Artistik zu überwinden und das ästhetische Potenzial im Spektakulären bewusst zu machen: Nachdem die trennende Projektionsfläche entfernt wurde, beeindrucken die Artisten in Mauricio Kagels Variété als Künstler in einer Choreografie, die wagemutiger nicht denkbar ist: Rosannah Stars spektakuläre Luftnummer an den „Multicordes“, Anna Roudenkos Flexibilität im Luftring, Walter Holeceks Fliegetücher, das Duo Cyr Wheel oder der Jongleur Vladik Myagkostupov. Dass der Dirigent Franck Ollu das Ensemble Modern dabei im Kostüm des Zirkusdirektors leitet, ist mehr als ein Gag: Auch Musiker sind Artisten.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) Keinesfalls setzt das Ensemble Modern bei Spectacle Spaces auf den krachenden Effekt, wie es der Premierentermin an Silvester nahelegen könnte. Das Programm wurde im Zuge des Festivals heim.spiele im Bockenheimer Depot aufgeführt. Es handelt sich um einen süffigen Abend, der aus unterschiedlichen Arten des Zusammenspiels von Musik und Artistik besteht. (…)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Die Musik war ganz zu recht nicht weniger und nicht mehr als der reizvoll die leibhafte Virtuosität des Abends illuminierende Mitspieler. Überlegen dirigiert in passendem Zirkusdirektorenfrack von Franck Ollu.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Die Produktion mit dem Titel Spectacle Spaces erweist sich (…) als wahres Feuerwerk, das in der Verbindung von Humor, ästhetischer Akrobatik und musikalischer Virtuosität die heim.spiele des Ensemble Modern krönt. Das in Frankfurt ansässige, aber international renommierte und reisende Neue-Musik-Ensemble zeigt in 20 Veranstaltungen Präsenz vor hiesigem Publikum und hat dabei mit der Oper Frankfurt wieder einen starken Partner und Gastgeber. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) Mauricio Kagel, Martin Matalon, das furiose Ensemble Modern und Spitzen-Artisten aus aller Welt – eine zauberhafte Mischung im alten Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main. (…)

Ludger Fittkau, Deutschlandfunk Musikjournal

(…) Die Terminierung ließ ahnen: Das ist Feiertagsmusik und fragloses klangliches Großereignis geworden. Und so war denn auch am Ende die Darbietung umjubelt – mit Standing Ovations, wie sie im Neue Musik-Betrieb selten sind.
Es war ein einstündiges, strenges Geschehen, das die Musiker in typisch minimal-artiger Haltung, ganz ohne Ausdrucksgesten, absolvierten. Jeder vertieft in seine geklöppelten, gestrichenen, geschlagenen und gesungenen Repetitionen. Insgesamt eine riesige Klangwolke, die sich ständig verschob, farblich änderte, dichter und lockerer, leichter und schwerer werdend. (…)
Es war faszinierend, besonders die Schlagwerker an Marimbaphon, Metallophon und Xylophon zu beobachten, wie sie ihre Plätze wechselten, bei längeren Pausen sich am Rand des Podiums auf Stühle setzten, um dann wieder ihre Arbeitsplätze einzunehmen. Um den unbeirrbar gleichen, auf seiner klingenden Oberfläche sich aber ständig lebhaft und sukzessiv ändernden Prozess am Leben zu erhalten.
(…)
Im Bockenheimer Depot, wo dieses Weihnachtskonzert in der Reihe heim.spiele der Oper Frankfurt stattfand, hatte der elektro-akustisch überformte Klang (Regie: Norbert Ommer) große räumliche Qualität. Ein akustisches Hologramm, das die vier Stimmen der Solistinnen der Synergy Vocals besonders schön leuchten ließen.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Dieses ohne Dirigent zu spielende Werk stellt höchste Anforderungen an die innere musikalische Organisation eines Ensembles. Der Gestus der Aufführung durch das weit über eine blanke technische Makellosigkeit hinaus mit einer bewunderungswürdigen Frische agierende Ensemble Modern ist von fast improvisatorisch anmutender Momenthaftigkeit.
Tatsächlich hatte Reich für die Uraufführung mit seinem eigenen, intim vertrauten Musikerkreis 1976 in New York keine vollständige Partitur notiert, sondern nur eine Art Skizze vorgelegt. Erst für eine Aufführung des Ensemble Modern in den 90er Jahren hat er Stimmen präzise fixiert.
(…)
Schon lange natürlich ist der Minimalismus als Stilform abgeschlossen. Die erneute Beschäftigung mit Steve Reich indes lohnt. Das ist eine Musik, die auch Jahrzehnte nach ihrer Hochphase an Faszinationskraft nichts eingebüßt hat.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Das Miteinander von Wiederholung und Veränderung, bei absoluter rhythmischer Präzision im Zusammenspiel, führte bei den Zuhörern zu den gewünschten Effekten von meditativer Stimmung bis hin zur Trance. Oder, je nachdem, wie die Laster der Feiertage in den Knochen steckten, auch mal zum Sekundenschlaf. Dennoch war die Begeisterung über das gelungene Ereignis im ausverkauften Bockenheimer Depot einhellig.

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse


(…) Am Ende ist man um ein Hörerlebnis reicher. Eines, das den Zuhörern im Bockenheimer Depot sogar stehenden Beifall wert ist. Und eines, das die Ohren geweitet und sensibilisiert hat – und das etwas im Inneren berührt hat. Mit feinem, intelligentem Klang. Wo woanders dumpfes Wummern nötig ist, reichen dem 80-jährigen Komponisten ganz minimale Nuancen. Eben ganz minimalistisch.

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

Die Multi-Media-Oper The Cave von Steve Reich erlebte am Freitagabend ihre Frankfurter Erstaufführung. Das dreiteilige, dokumentarische Bibel-Oratorium unter der Leitung des US-Dirigenten Brad Lubman wurde vom Publikum im Bockenheimer Depot interessiert aufgenommen.
In dem Werk untersucht der subtile Minimalist Reich zusammen mit seiner Frau Beryl Korot, die als Pionierin der Videokunst gilt, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Weltreligionen in Bezug auf die Gestalt Abrahams und seiner Nachfahren. Dabei faszinierte auch 23 Jahre nach der Uraufführung der kleinteilig auf die Sprache reagierende, repetitive Sog von Reichs Klangsprache. Mit überwältigender Präzision wurde sie von den 20 Musikern des Ensemble Modern dargeboten. Das war insofern keine Überraschung, als den Frankfurter Klangkörper mit dem New Yorker Komponisten eine langjährige Freundschaft verbindet. Und mit Lubman am Dirigentenpult hatte man einen weiteren Reich-Spezialisten engagiert, dessen Einspielungen mit Werken des einstigen Minimalisten preisgekrönt wurden. (…)

Bettina Boyens, www.musik-heute.de


(…) Die „Installation“ mit ihren von Beryl Korot minuziös abgestimmten Video-Elementen bildet eine unveränderliche Grundlage jeder Aufführung. Dazu gibt es die „bewegliche“ Komponente der Live-Wiedergabe: vier Vokalsolisten (in Frankfurt [das Ensemble Synergy Vocals]: Joanna L’Estrange, Micaela Haslan, Alastair Putt und Tom Bullard) und ein 17-köpfiges Instrumentalteam, diesmal eben das mit als Gastgeber zeichnende Ensemble Modern.
Also eine höchst originelle Konstellation für ein Bühnenwerk, dessen besondere Pointe die überaus enge kompositorische Verzahnung der montierten gesprochenen Interviewtexte mit den vokalen und instrumentalen Klängen ist. Von der strukturbildenden Rolle der „Sprachmelodien“ bei Leos Janáček inspiriert, gewann der Komponist Steve Reich seine meist kurzatmigen repetitiven Floskeln ebenfalls aus dem akustischen Material der Interviewsprecher. Einerseits kann man staunen über einen originalen Sprachklang, der in der exakten instrumentalen Einkleidung „wie gesungen“ – mit bestimmbaren Tonhöhen – anmutet.
(…)
Vom ersten Moment an (der suggestiven Schlagzeug-Skandierung von Genesisversen auf dem Bildschirm) bestach die Präzision der instrumentalen wie der mehr als einheitliches Klangband denn solistisch agierenden Sänger unter der musikalischen Leitung von Brad Lubman und der die aggressiven Komponenten der Partitur nicht überbetonenden Klangregie Norbert Ommers. Die Aufführung belegte aufs Neue, wie produktiv sich die Existenz des hier beheimateten Ensemble Modern insbesondere auf die Musiklandschaft Frankfurts auswirkt.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau


(…) Das Ensemble Modern, geleitet vom Uraufführungsdirigenten Brad Lubman, hat die enorm anspruchsvollen Texturen mit technischer Virtuosität lebendig und beherzt umgesetzt. (…)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Jeder Satz, ganz, halb oder nur wortweise, obwohl gesprächsweise und frei formuliert, entwickelt einen Rhythmus. Ihm nähert sich der mittlerweile 80 Jahre alte Hauptvertreter des amerikanischen „Minimalismus“ allmählich, unterstützt durch die Bildsequenzen. Er destilliert Melodien und Rhythmen und erhält reine Musik. Unglaublich, wie perfekt das klappt, wie die Musiker sich auf die ständig wechselnden Rhythmen einlassen, wie präzise Brad Lubman zur Filmprojektion (BIG Cinema) dirigiert und Norbert Ommer die mikrofongestützten Klänge mischt. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Am Anfang mag das Wort gewesen sein, am Ende bleibt die musikalische Dimension der Sprache als ihr neuer Inhalt.
Dies gelingt beinahe unmerklich und schließlich so perfekt, dass die Menschen, die eben noch sprachen, auf einmal zu singen scheinen. Es ist das gleiche Material, das in neuem Klang- und Rhythmuskontext in eine andere Materialität mutiert. (…)

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

So warm ist der Applaus zu Beginn eines Liederabends in der Oper Frankfurt selten ausgefallen. Mit dem 54-jährigen Bariton Johannes Martin Kränzle war ein langjähriges Ensemblemitglied zurückgekehrt. Mehr noch: Sein Auftritt bedeutete generell ein Wiederkommen auf die Bühne. Kränzle war offensiv mit seiner lebensbedrohlichen Knochenmarkserkrankung umgegangen, die ihn zuletzt zum Rückzug aus der Öffentlichkeit gezwungen hatte.
Mit fünf Liedern Gustav Mahlers eröffneten Kränzle und sein Klavierpartner Hilko Dumno ihren Liederabend. Ausgewählt hatte Kränzle Mahler-Vertonungen von Gedichten aus der Sammlung Der Knaben Wunderhorn, die sogleich existenzielle Fragen behandelten: „Ich weiß nicht, wie mir ist“ zeigte einen heiteren Grundton, „Nicht wiedersehen“ jedoch war ein Gesang von Abschiedsschmerz und Tod, den Kränzle mit tiefster Intensität gestaltete, mutig vor seinem eigenen Schicksal, tief ergreifend für die Besucher.
Nicht weniger an die Substanz gingen die sechs Monologe aus Hugo von Hofmannsthals Jedermann, die der Schweizer Frank Martin 1943 vertonte. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post


(…) Bisweilen aber soll und darf die Musik auch kommentieren, stimmungsvertiefend nachkarten. So an manchen Stellen der Wunderhorn-Lieder Gustav Mahlers, mit denen der Abend begann. Kränzle erzählt unvergleichlich auch mit Gesicht, Händen und dem ganzen Körper die absurde Geschichte von dem Heiligen Franziskus, der – in Ermangelung ihm zuhören wollender Menschen – den Fischen predigt. Sie nicken beifällig – und schwimmen ihrer von Dumno stets am Fließen gehaltenen Wege. Im folgenden „Trost im Unglück“ nimmt der Bariton mit seiner schlanken, doch kraftvollen Stimme gleich zwei Rollen ein, einen gebieterischen Husaren und ein keckes Mädchen.
(…) Ein großartiger Abend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) In der zweiten Konzerthälfte widmet sich Kränzle ganz dem jüdischen Idiom und lässt dessen universale Welt- und Lebenssicht korrespondieren mit den deutsch textierten Mahler- und Martin-Stücken. Nach Ravels gläsern-sparsam grundierten Deux mélodies hébraïques brachte Kränzle Zwölf Songs nach alten jiddischen Weisen (1984) zu Gehör, die der Frankfurter Komponist Richard Rudolf Klein einfühlsam mit einer inspiriert elaborierten Klavierstimme unterlegte. Sehr ansprechend hielt er den (jetzt von dem Pianisten Hilko Dumno mit ähnlich unverbrüchlicher Sicherheit und Pointierung wie alles andere beigetragenen) Klavierpart in der Mitte zwischen volksliedhafter Schlichtheit und artifizieller Verdeutlichung.
Kränzle zog dabei alle Register der komischen, halbkomischen und tragisch-grotesken Ausdeutung. Das Jiddische, ohnedies mit seinem im Wesentlichen deutschen Wortschatz mehr als halb verständlich, geriet in Kränzles lebhafter Kolorierung zu einem zauberhaft eingängigen Medium. Unter den Zugaben ein kleines Fenster auf Hugo Wolf: dessen Miniatur vom erotisch salvierten „Schäfer“ nochmals ein Kabinettstück theatralischer Vokal-Präsenz.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Die Inszenierung von Vincent Boussard basiert vor allem auf Lichteffekten und den aufwendigen Kostümen (Christian Lacroix), die – neben den darstellerischen Qualitäten der Sänger – keines Beiwerks bedürfen. Max Emanuel Cencic erlebte man bereits in der Premiere November 2013, damals allerdings als Kaiser Valentiniano. Der begabte Countertenor rückte in die Titelrolle und verzückte mit makellos sauberem und leichtem Timbre. Die Rolle des Kaisers schien Rupert Enticknap stimmlich und darstellerisch auf den Leib geschneidert. Auch mit der Auswahl von Sydney Mancasola als Onoria und Theo Lebow als Massimo hatte man eine glückliche Hand für ein homogenes Solistenensemble.
Cecelia Hall als liebende Patrizierstochter Fulvia vervollständigte alles mit femininer Ausstrahlung und kraftvoller Stimme. Das Opern- und Museumsorchester erwies sich einmal mehr als Spezialensemble im Barockfach. Daran hatte Dirigent Simone Di Felice maßgeblichen Anteil – besonders die zarten Streicher waren immer wieder betörend.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Wer vor zwei Jahren keine Zeit hatte, Peter Eötvös’ böse Opernkomödie Der goldene Drache zu bestaunen, sollte jetzt die Wiederaufnahme nutzen. Mit Ensemblemitglied Karen Vuong als kleinem Chinesen (und der jungen Frau), der auf spektakuläre Weise seinen Zahn verliert, lässt sich eine Rollennovizin bewundern, die nicht nur stimmlich Hochdramatisches zu leisten versteht, sondern auch als Asiatin geradezu ideal für die tragikomische Rolle besetzt ist.
Gleiches gilt für den koreanischen Rollendebütanten und Opernschüler Ingyu Hwang, der tenoral intensiv in sechs verschiedenen Charakteren aufgeht und besonders als gedemütigte Grille darstellerisch tief bewegend agiert.
Star des Abends ist neben der amerikanischen Sopranistin Karen Vuong die mit biestig böser Stimm- und Darstellungswucht auftrumpfende Hedwig Fassbender, mit der die umjubelte Bösewichtin der Uraufführung ins Bockenheimer Depot zurückkehrt. Allein die Aussicht, sie ihr hinterlistiges Ameisenzischen „Kannst Du tanzzzen?“ singen zu hören, oder zu sehen, wie sie der hungrigen Grille immer wieder entgegenschleudert „Wir geben nichtzzzz“, ist den Besuch wert.
Das grandiose Sängerquintett wird komplettiert durch Hans-Jürgen Lazar und Holger Falk, die ihre komödiantischen Höchstleistungen als Stewardessen wiederholen und ebenfalls bei der Premierenserie mit von der Partie waren. Der ehemalige Kapellmeister der Oper Frankfurt, Hartmut Keil, dirigiert die sechzehn Musiker des Ensembles Modern farbenreich im Rausch des abgründigen Meisterwerks, das der ungarische Komponist zu Roland Schimmelpfennigs Erfolgstheaterstück erschaffen hat.
Corinna Tetzel leitet die szenische Wiederaufnahme bravourös und setzt Elisabeth Stöpplers Inszenierung, Norbert Ommers Klangregie und das magisch schimmernde Müll-Bühnenbild von Hermann Feuchter in allerbestes Licht. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


(…) Die ohne Zinnober launig-spritzige, unbeschwert erzählerische Inszenierung der jungen Regisseurin Elisabeth Stöppler beginnt mit einer Perkussion des gesamten Ensembles auf metallenem Küchengerät. (…).
Die fünf bravourös beweglichen Sängerdarsteller wechseln zwischen mehreren Rollen und bedienen sich dabei aus dem derangierten Fundus auf der „arm“ ausgestatteten Bühne von Hermann Feuchter. Es wird ungekünstelt gesungen, mit sprechtheaterhafter Verständlichkeit.
Sopranistin Karen Vuong gibt dem Jungen so schmerzbewegt expressive wie lyrisch weiche Züge. Mit viel Spielwitz wechselt der junge Tenor Ingyu Hwang zwischen seinen Rollen. Hans-Jürgen Lazar (Tenor) und Holger Falk (Bariton) geben den Männerfiguren Statur und spielen mit einem charmanten Humor der vokalen Geschlechtsübertretung ein Stewardessengespann; Hedwig Fassbender gibt mit einem profund fülligen Mezzosopran vehement die älteren Frauenfiguren. Klar fokussierend leitet Hartmut Keil am Dirigentenpult die Aufführung.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post


(…) Auch in der (am Bockenheimer Depot seltenen) Wiederaufnahme wirkt das Stück immer noch wie aus einem Guss; Regie, Bühnenbild, Musik und Gesang greifen außergewöhnlich gut ineinander und bieten einen ansprechenden Abend, experimentell und gelungen, sperrig und angenehm zugleich.

Stephan Eckel, www.bachtrack.com

Nirgendwo sonst als in der Oper stirbt es sich so herzzerreißend, Puccinis La Bohème ist der beste Beweis dafür. (…)

Markus Gründig, www.kulturfreak.de


(…) Mit jungen und in Frankfurt neuen Darstellern wird der betagten Inszenierung nun wieder neues Leben eingehaucht. Ein Debüt gab es auch am Dirigentenpult, wo mit Dirk Kaftan der designierte Generalmusikdirektor von Bonn vor dem Orchester stand. Das Orchester hat unter seiner Leitung sehr schön gespielt (...). (…) mit Simona Mihai und Liparit Avetisyan als Mimì und Rodolfo haben zwei strahlende Stimmen ihr Debüt gegeben. Beeindruckt haben auch Alison King als temperamentvolle Musetta und Kihwan Sim als sonorer Colline.

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

Mozarts Zauberflöte bezaubert noch immer in der märchenhaften Inszenierung von Alfred Kirchner und Michael Sowa an der Oper Frankfurt.
(…)
Die familienfreundliche Inszenierung begeistert auch bei Repertoirevorstellungen wegen ihrer liebevollen Ausstattung mit fantastischem Getier, wuseligen Männchen und groteskem Zubehör. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

Eugen Onegin an der Oper Frankfurt besticht als überragendes Gesamtkunstwerk: Mit den Debütanten Daniel Schmutzhard und Sara Jakubiak als Idealbesetzungen der Hauptrollen, mit der engagiert vorgetragenen Tonsprache Tschaikowskis, dem überwältigenden Bühnenbild von Katja Haß und der packenden Personenregie Dorothea Kirschbaums. Was will man mehr?
(…) Die zutiefst berührende Briefszene, in der Sara Jakubiaks Tatiana ihren Mangel an echt empfundener Liebe offenbart, glänzend assistiert vom streicherseligen Idealismus durch Sebastian Weigle im Orchestergraben, zeitigt zu Recht einen gefühlt minutenlangen Zwischenapplaus. Und der hohe, schlagkräftige Bariton Daniel Schmutzhards, der bereits eine imposante Saison in Frankfurt startete, trifft den Charakter des lieblosen Lebemanns und Frauenverführers punktgenau.
Große Wirkung entfaltete auch die Duellszene, hier mit handelsüblichen Pistolen ausgetragen und inszeniert wie ein prickelnder Tatort-Thriller. Der später getötete Duellant Lenski, mit intensivem Tenor gesungen von Mario Chang, entwickelte dabei eine umwerfende, emotionale Wucht, während Judita Nagyová als seine lebenslustige Verlobte Olga rundweg überzeugte. Elena Zilio in ihrer Paraderolle der mitfühlenden Amme Filipjewna beeindruckte als beinahe klischeehafte Inkarnation des gramgebeugten „Mütterchen Russland“. Großes Lob ist auch Tilman Michael und dem textsicher intonierenden Frankfurter Opernchor zu zollen.
Überhaupt: Diese riesige Produktion auf Russisch und fast ausschließlich mit Ensemblemitgliedern gestemmt zu haben, zeigt das Frankfurter Haus in künstlerischer Bestform.

Bettina Boyens, www.musik-heute.de


(…) Als „Lyrische Szenen“ hat Tschaikowski seine Oper bezeichnet. Das ist nicht nur eine Absage an das Musikdrama Wagners und Verdis, es stellt den Werkcharakter überhaupt in Frage. An die Stelle der organischen Einheit treten sieben nebeneinander stehende Seelengemälde. Die Musik braucht keinen äußeren Handlungsanlass, sie leuchtet vielmehr die Gefühlswelten der Protagonisten aus. In Frankfurt geschieht dies mit frappierender Konsequenz. Wir haben innerhalb kürzester Zeit verstanden, wie fremd sich die ungleichen Schwestern Olga und Tatiana sind, wie wenig der schwärmerische Lenski zu der ganz offen nach sexueller Erfüllung strebenden Olga passt. Und wir wissen auch schon in der Briefszene, dass sich Tatianas Lebensglück mit Onegin nicht erfüllen wird. Weigle macht aus den sieben Szenen der Oper eine Sinfonie in sieben Sätzen. Eine Sinfonie, die vielleicht den Titel „Von russischer Seele“ tragen könnte.
(…)
„Das Glück war zum Greifen nah“ stellen Tatiana und Onegin in der letzten Szene verzweifelt fest. Die Liebe wäre eine Chance gewesen, aus dem Kerker der eigenen Existenz auszubrechen. Doch die Liebe hat keine Chance in dieser Welt. Glück ist nur ein leeres Versprechen. Es ist dieser Lebensekel, dieser Überdruss, dieser Weltschmerz, den die Regie von Dorothea Kirschbaum in den Mittelpunkt stellt. Ein Lebensgefühl, das auch Tschaikowski zur Genüge kannte, wie es überhaupt viele Parallelen zwischen Biographie und dieser Oper gibt. Vor allem in dem großartig spielenden und singenden Daniel Schmutzhard in der Titelpartie sehen wir dieses Gefühl verkörpert. Aber auch in dem lebensmüden Dichter Lenski, dem Mario Chang eine wunderbare Abschiedsarie schenkt. Und nur in dem musikalischen Höhepunkt des Abends, der von Sara Jakubiak packend und mitreißend gestalteten Briefszene der Tatiana, war in der Fantasie der jungen Frau die Utopie eines besseren Lebens möglich.

Frank Pommer, Die Rheinpfalz


(…) Sebastian Weigle hat Tschaikowskis espressivo nicht forciert, stattdessen das Konversationsstück deutlich hervortreten lassen, das vokal-instrumentale Kräftespiel nach innen intensiviert. (…)
(…) Daniel Schmutzhards lyrischer Bariton mit heller, leichter Höhe trägt die Titelpartie vorzüglich, textverständlich und mit Nachdruck, nie Überdruck, doch im Schluss mit Verzweiflungs-Energie. Sara Jakubiaks Tatiana lässt sich nicht auf die nur seelenvolle Dulderin festlegen, sondern in ihrer klar exponierten Außenseiterrolle auch Passionsherbheit erkennen. Die Figur gewinnt an Relief, vokaler Dringlichkeit übers rein Lyrische hinaus. Mario Changs Tenor gibt dem Lenski alle Schmerzlichkeit, wahrt zugleich den introvertierten Charakter. Robert Pomakovs Gremin-Bass imponiert gerade im nicht würdevollen Orgeln.

Gerhard R. Koch, Opernwelt


Die Buhrufe, die sich nach der Premiere von Eugen Onegin gegen das Regieteam in die Ovationen mischen, treffen die Falschen. Denn eigentlich handelt es sich auf der Bühne nicht um das Regieteam, sondern um Retter der Neuproduktion. Jim Lucassen musste aus gesundheitlichen Gründen die Regie von Peter Tschaikowskis „Lyrischen Szenen“ an der Oper Frankfurt abgeben.
Der gebürtige Niederländer, der sein Frankfurter Debüt mit Rusalka gegeben und in Wiesbaden im Juni für einen vergnüglichen Liebestrank gesorgt hatte, zeichnet auf dem Besetzungszettel nun nur noch für ein Konzept verantwortlich, das von Dorothea Kirschbaum (im Bühnenbild von Katja Haß) in die Tat umgesetzt wurde. Und das ist der Frankfurter Regieassistentin ausgesprochen gut gelungen. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier


(…) wir sehen, wer diese Individuen sind, und wir fühlen mit ihnen.
Im Verlauf des Abends bleibt die vorzügliche musikalische Leistung eine Konstante. Sebastian Weigles Dirigat ist organisch, klar, stark und doch zutiefst menschlich; wir sind mitgerissen von Tschaikowskis musikalischem Strom. Die Besetzung ist gut abgestimmt, von Sara Jakubiaks balancierter, sicherer Tatiana zu Daniel Schmutzhards autoritativem Onegin. Mario Changs Lenski zeigt einen sanften, lyrischen Zugriff auf die Partie. (…)

Shirley Apthorp, Financial Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)


(…) Tschaikowski hat eigentlich keine Oper verfasst, sondern „Lyrische Szenen“. Er lässt sich mit der knappen Handlung viel Zeit. Die braucht man auch, um gleich das erste Bild (Bühne: Katja Hass) in seiner Fülle studieren zu können. Die Maler in den Werkstätten der Städtischen Bühnen haben die geschwungene Trennwand liebevoll mit einem Groß-Mosaik bestempelt. Es zeigt den Aufbau des Sozialismus – Russland eben, das im 20. Jahrhundert nicht weniger an Tristesse und melancholischem Weltschmerz litt als im 19. Jahrhundert. Werktätige beiderlei Geschlechts recken revolutionär die Fäuste oder zeigen ihre Werkzeuge, Kinder und Greise heucheln Solidarität, Friedenstauben umschwirren einen Soldaten, ein Mann sitzt am Robotron-Rechner, die ersten Kosmonauten wirbeln durch den Raum und künden vom Ruhm der Nation, der sich im Hintergrund in Baustellen, Kraftwerken und zerstörter Umwelt zeigt. Ja, hier lässt sich fein repräsentieren, zwischen gestapelten Stühlen, in altmodischen Einheitskostümen (Wojciech Dziedzic) und mit prächtigem Chorgesang (präzise und differenziert einstudiert von Tilman Michael).
(…) Dieser Eugen Onegin erzählt vom Menschen, der lernen muss, seine Gefühlswelt einzurichten, wo und wann auch immer. Puschkin hat das schonungslos beschrieben, Tschaikowski in wunderschöne, tief empfindende Musik gekleidet – und die Oper Frankfurt hat einen neuen Publikumsmagneten.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Larinas Tochter Tatiana, die von Liebeslyrik und Liebesprosa besessen ist, hat sich unsterblich in einen Gast verliebt: jenen gelangweilten, leidenschaftslosen Onegin, der sie höflich, aber bestimmt abweist. Sara Jakubiak gibt eine großartige Charakterstudie ab, noch verhalten beim schwärmerischen Jungmädchentraum, um dann als große Dame der Gesellschaft souverän aufzudrehen. Mit großem Atem eines die Spannung forcierenden Soprans erklingt die längste Briefszene der Operngeschichte.
Onegin dagegen, von Bariton Daniel Schmutzhard als Außenseiter ohne jedwede Ambition dargestellt und stimmlich in blendender Verfassung, wendet sich jener kapriziösen Tatiana-Schwester Olga zu, die Mezzosopranistin Judita Nagyova so quirlig wie stimmlich verführerisch darstellt. Sehr zum Leidwesen ihres Verlobten, des Dichters Lenski, für den eine Welt zusammenbricht und der sich – offenbar auch in selbstmörderischer Absicht – auf ein Duell mit Onegin einlässt, bei dem er erschossen wird. Tenor Mario Chang ist der wahre Held des Opernabends, starke Emotionen ohne stimmliche Brüche zeigend. (…)

Klaus Ackermann, Hanauer Anzeiger


Noch sehe ich sie vor mir, wie sie 1986 auf der Bühne der Mailänder Scala im dortigen Eugen Onegin neben Mirella Frenis Tatjana als Olga auf der Schaukel saß. Nun tapert sie als alte Filipjewna, schwer geplagt, immer eine Hand auf dem schmerzenden Bein, durch die Reihen von metallenen Arbeitstischen (…):
Elena Zilio, die  Anfang der 1960er Jahre debütiert hatte (…), ist außergewöhnlich in diesem Eugen Onegin an der Oper Frankfurt, singt immer noch mit sicherer, starker Stimme, und verfügt über eine Präsenz, mit der es ihr gelingt, uns das kleine, alte Frauchen mit dem langen weißen Zopf nachdrücklich einzuprägen. (…)

Rolf Fath, www.operalounge.de


(…) Dem Frankfurter Fantasie-Russland, über dem als poetisches Leitmotiv in kyrillischer Schrift ein Achmatowa-Vers geschrieben steht („Wir werden gehen, uns küssen, altern...“), schaut man selbst gerne noch zu, wenn aus Bauern singende Bäcker werden, die im bestens koordinierten Chor-Kollektiv die Laibe kneten. (…)

Volker Milch, Allgemeine Zeitung Mainz


(…) Sara Jakubiak lässt mit ihrer grandiosen Stimme alle Herzen dahinschmelzen. (…)

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Schon nach wenigen Proben musste der in Amsterdam lebende Opernregisseur Jim Lucassen die Leitung wegen einer schweren Krankheit abgeben. Glücklicherweise war von derlei Unbill zur Premiere keine Spur mehr zu sehen. Regieassistentin Dorothea Kirschbaum hat die Geschichte nach der Idee Lucassens durchweg spannend auf die Bühne gestellt. Zudem erwies sich Generalmusikdirektor Sebastian Weigle einmal mehr als profunder Tschaikowski-Kenner.
Hochemotionale, seelenvoll melodisch durchwirkte Musik trägt die dunkel getönten „Lyrischen Szenen“ um einen Antihelden, der seine große Liebe verpasst. Weigle, der Russisch spricht, und das gut aufgelegte Opern- und Museumsorchester erfüllen alle klanglichen Prämissen dieses Werkes, dicht an der Sprachmelodie des Versromans von Puschkin komponiert. Selbst die zeitweilig herrschende Beklommenheit findet bei Weigle Ausdruck. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Stimmlich am schönsten wirkte Daniel Schmutzhard. Von großer Klarheit, in der Höhe mit etwas metallischer Härte der Sopran Sara Jakubiaks als Tatiana. Brillante stimm-schauspielerische Einheit bot Elena Zilio als Amme. Die Partien des Fürsten Gremin (Robert Pomakov), Larinas (Barbara Zechmeister), des Onegin-Freunds Lenski (Mario Chang) und der Schwester Olga (Judita Nagyová) waren trefflich besetzt.
Chor und Orchester der Oper zeigten sich glanzvoll. Sebastian Weigle nahm das „lyrisch“ in den Onegin-Szenen zum Lob und Ruhm der Musik Tschaikowskis ganz wörtlich.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Die Personenführung ist lebendig und spannungsvoll, kann freilich auch auf Sängerdarsteller zurückgreifen, die sich unter Sebastian Weigles souverän stützender Stabführung Peter Tschaikowskis Oper mit leidenschaftlichem Einsatz widmen. Kulminierend in einem Hindernis-Parcours, den der sportliche Bariton Daniel Schmutzhard in der Titelpartie springend absolviert, mit seiner finalen Verzweiflung für einen expressiven Höhepunkt des Premierenabends sorgend. Aus dem arroganten Zyniker in Schwarz, zu dessen Pose die dunkle Sonnenbrille gehört, ist ein verzweifelt Liebender geworden.
(…)
Es ist zu spät: Die Gitter des goldenen Käfigs, der die Bühne dominiert, schließen sich. Drinnen bleibt Tatiana die Gattin des Fürsten Gremin. Wenn dieser allerdings den vermutlich tristen Ehealltag gelegentlich mit einer Arie auf dem Niveau des herrlich profunden Basses Robert Pomakov auflockert, hat sie wenigstens musikalisch keinen Grund zur Klage. Tatiana, mit großem dramatischen Potenzial und anrührenden Zwischentönen von Sara Jakubiak gesungen, trägt am Ende große Robe in Grautönen. Das späte Mädchen des 1. Akts, das vor allem in die Liebe als solche verliebt ist und das wahre Leben so scheut wie die Kinder, die sie aus ihrer Nähe verjagt, ist sichtlich gereift.
In den szenisch sehr deutlichen Polarisierungen von Alter und Jugend oder verträumter Weltflucht und praller Diesseitigkeit verleiht die Mezzosopranistin Judita Nagyová Tatianas lebenslustiger Schwester Olga glühende Glaubwürdigkeit. Da hat auch ihr Poet Lenski, dem Mario Chang schönen tenoralen Enthusiasmus mit auf den selbstmörderischen Weg gibt, schlechte Karten. (…)

Volker Milch, Darmstädter Echo

(…) Die Wiederaufnahme (…) hatte vielerlei Höhepunkte. Mit Cooper Nolan lernte man einen neuen Titeldarsteller kennen – einen kernigen, kraftvollen Typen vom alten Schlage. Auch Jessica Strong war als Ehefrau Lina eine Neubesetzung [, ebenso wie] Dimitri Platanias als Vater Stankar. (…) Alfred Reiter als alter, besonnener Geistlicher kannte man bereits von der Premiere. Der (...) Chor, besonders aber das von Giuliano Carella schwungvoll geleitete Opernorchester waren weitere Garanten für einen mitreißenden italienischen Abend.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Dass es sich um allerseltensten Verdi handelt, erkennt man daran, dass mit einer Ausnahme sämtliche Hauptdarsteller in ihren Rollen debütieren. Diese Debüts sind ausnahmslos gelungen. Mit der Titelrolle präsentiert sich Cooper Nolan überhaupt zum ersten Mal auf der Frankfurter Bühne. Er verfügt über einen angenehm geformten Spinto-Tenor mit guter Registerverblendung und sauberer Höhenlage, mit dem er auch in jeder anderen von Verdis Tenorpartien eine gute Figur machen würde. (…)
AJ Glueckert, der in der parallel gezeigten Produktion der Martha als Lyonel einen wunderbaren lyrischen Tenor mit warmem Schmelz gezeigt hat, bekommt in der Rolle des Liebhabers Raffaele nur wenig Gelegenheit, die Qualitäten seiner Stimme zu präsentieren. Verdi hat ihm die Funktion eines Stichwortgebers zugewiesen. Einzig in einem kurzen Duett mit Dimitri Platanias als rachsüchtigem Schwiegervater Stankar darf er kurz seinen schönen Tenor zum Leuchten bringen. Platanias ist der Einzige, der die Rolle zuvor schon gesungen hat. Er gibt den Stankar optisch und stimmlich als Gewaltmenschen. Sein Bariton ist machtvoll, aber im Gegensatz zur Premierenbesetzung bei aller bewusst zur Schau gestellten Brutalität gut geführt. Die Partie wird dadurch erheblich aufgewertet, was das Publikum mit starkem Einzelapplaus honoriert.
(…)
Am Pult des gut aufgelegten Orchesters betont Giuliano Carella das Schmissige und Verdi-Typische. Anders als der Premieren-Dirigent Jérémie Rhorer hat er weniger Interesse an feinen Zwischentönen. Dadurch allerdings gewinnt die Aufführung an Saft und Schwung. Wenn schon Verdi etwa den seltsamen Einfall hatte, im zweiten Aufzug mitten auf einem Friedhof eine schwungvolle Cabaletta im mitreißenden Dreiertakt erklingen zu lassen, dann weiß der Dirigent an dieser Stelle dem Affen ordentlich Zucker zu geben. Zusammen mit dem von Tilman Michael wie immer ausgezeichnet vorbereiteten Chor wird damit ein prachtvoller Verdi-Sound geboten (…).

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Wie schon so oft überraschte die Intendanz des Hauses mit glanzvollen Umbesetzungen und schenkte dem Zuhörer somit Wagner-Wonnen pur. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.de


(…) Vincent Wolfsteiner erlebte man zum ersten Mal in der Titelrolle – er zeigte eine helle und klare, ausdrucksvolle Stimme und wirkte auch darstellerisch sehr beweglich und überzeugend. (…)
Die bekanntesten Partien dieser Oper ballen sich im dritten Aufzug – der um den Extrachor verstärkte Opernchor ließ in der Brautmusik keine Wünsche offen und zeichnete die Hymne angenehm klar, aber zurückhaltend, intim. (…) Großen Anteil an diesem Erfolg der Wiederaufnahme aber hatte abermals das Opern- und Museumsorchester. Diesmal stand es unter der Leitung des temperamentvollen Stefan Blunier. Nicht nur die Blechbläser waren immer wieder ein Genuss!

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Annette Dasch ist mit ihrem körperreichen, von Beginn an tragisch infizierten und gut fokussierten Sopran, mit ihrem Liebreiz und virtuosen Süße eine Idealbesetzung für die Elsa. (…)

Heiko Schon, www.kultura-extra.de


(…) Elsa wurde mit der Bayreuth-erfahrenen Annette Dasch und ihr Bräutigam mit Vincent Wolfsteiner besetzt, der diese Rolle mit heldentenoraler Stimme interpretierte. Das andere Paar mit Sabine Hogrefe als Ortrud, die mit einer lupenreinen Höhe stimmlich auffiel, und mit Robert Hayward als Telramund, der in diesem Haus schon mehrfach mit seinem dramatischen Bariton erfolgreich auftrat.
Der Heerrufer, der seine Rolle als Hausmeister ausfüllte, war mit James Rutherford besetzt und Heinrich der Vogler verkörperte das Ensemblemitglied Andreas Bauer mit seinem voluminösen Bass.
Summa summarum kann man von einer empfehlenswerten Wiederaufnahme sprechen, die auf eine arbeitsintensive Probenarbeit schließen lässt.

Franz Roos, www.der-neue-merker.de

(…) Die Regisseurin Katherina Thoma hat in Frankfurt die Gelegenheit lustvoll am Schopfe gepackt, das Biedermeier-Juwel unter heutigem Blickwinkel auf die Bühne zu bringen. Dass das ohne Abstriche gelungen ist, merkte man daran, dass selbst die letzte Aufführung der Premierenserie restlos ausverkauft und das Publikum ausnahmslos begeistert war. Der neue Opernblockbuster am Main heißt Martha. (…)

Stefan Mauß, Das Opernglas


Deutsche Spieloper aus dem Biedermeier auf einer Opernbühne des 21. Jahrhunderts? Funktioniert das? Und wie! Die Oper Frankfurt hat eine Neuproduktion von Flotows Martha präsentiert, die das Publikum mit ihrem spritzigen Humor, ihrer szenischen Intelligenz, exquisiten Stimmen und einem Orchester in Hochform hingerissen hat. Es hat alles gestimmt an diesem Abend. So beschwingt und gut gelaunt sieht man Premierenbesucher selten aus dem Theater kommen. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de


Das Paar ist deutlich in jenem Alter, das man gerne silberfarben nennt. Wenn Lyonel seine melancholische Arie „Ach so fromm, ach so traut“ anstimmt, schlendern sie vorbei. Die beiden kennen die Melodie, und bei der Zeile „Martha, Martha, du entschwandest“ schmiegen sie sich zum vertrauten Tanz aneinander.
Ja, ältere Generationen haben die Hits aus dieser Oper noch parat. Ganz nebenbei erzählt davon die Regisseurin Katharina Thoma, die das berühmteste Werk Friedrich von Flotows auf die Frankfurter Bühne bringt. Jüngeren Opernfreunden ist das Stück kaum noch geläufig, in Frankfurt stand es zuletzt 1949 auf dem Spielplan (…). Die Geschichte bestätigt ja auch das eine oder andere Vorurteil, das man gegen Opernlibretti haben kann. Eine Lady aus dem weiteren Umkreis von Queen Anne macht sich aus Langeweile den Spaß, als Magd Martha bei einem Gutspächter anzuheuern. Dann kommt die Liebe dazwischen und mit ihr der Standesunterschied, der aber rasch überwunden wird, denn zur rechten Zeit taucht ein Ring auf, der die adlige Herkunft des Bauern belegt. (…)

Johannes Breckner, Darmstädter Echo


(…) Die Frankfurter Martha ist ein Liebesfall. Unmissverständlich hatte GMD Sebastian Weigle seine innige Zuneigung zu dieser Partitur bekundet. Für ihn sprechen aus Flotows Musik echte Gefühle und unverbrauchter Humor. Entsprechend frisch klangen, wie blankgeputzt, Chor und Orchester. Das ergab einen konträren Ansatz zu Loriot, der das Stück wohl auch geliebt hat, sich für diese Liebe aber auch ein wenig genierte. Seine Inszenierung geriet damals distanziert-ironisch und spitzig-preziös; man konnte ihr einen schneidend-schneidigen Offizierskasino-Humor bescheinigen.
Auf diese Weise überheblich wollte die Regisseurin Katharina Thoma die Oper nicht angehen. Dabei scheute sie sich keineswegs vor witzigen Ideen und hübschen Aktualisierungen. (…)
(…) Die sängerische Realisierung in Frankfurt wirkte hinreißend: Maria Bengtsson ist als Harriet/Martha eine ingeniöse Legato-Sängerin; Katharina Magiera eine ungemein voluminös intonierende Nancy, AJ Glueckert der tenoral facettenreiche Lyonel, Björn Bürger ein kraftvoll-geschmeidiger Plumkett-Bariton. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt


(…) Egal, ob sie „Elite-Partner“ oder „Parship.de“ heißen: Bei der Partnersuche geht heute nichts mehr ohne Internet. Wer auf ein attraktives Date für den One-Night-Stand hofft oder gar den Mann oder die Frau fürs Leben finden möchte, ist heutzutage auf Online-Vermittlung angewiesen. Da kommen einem selbst Fernseh-Kuppelshows wie „Bauer sucht Frau“ schon antiquiert vor. Ein Phänomen, das sich Regisseurin Katharina Thoma für ihre Inszenierung der Flotow-Oper Martha mit Witz und Feinsinn zunutze gemacht hat. Denn auch in dem einstigen Lieblingsstück des Opern-Publikums, das 120 Jahre lang zu den meistgespielten Werken auf deutschen Bühnen gehörte, dann aber in der Versenkung verschwand und nun an der Frankfurter Oper wie ein kleiner Goldschatz gehoben wurde, geht es um Partnersuche und natürlich die große Liebe. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse


(…) Ein überraschender Erfolg der Oper Frankfurt – ausgerechnet Flotow so glaubwürdig auf die Bühne zu bringen, ist jedes Lob wert.

Peter Jungblut, BR-Klassik / Allegro


(…) Regisseurin Katharina Thoma hat die Herz-Schmerz-Schmonzette, Bühnenbestseller von dazumal, pfiffig aktualisiert und zur Premiere auf ganzer Linie gebracht. Beifall und Bravos des sich offenbar prächtig unterhaltenden Publikums galten den Protagonisten, die mit Schöngesang nicht geizten, dem agilen Opernchor und dem Opern- und Museumsorchester, von Chefdirigenten Sebastian Weigle ideal eingewiesen. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(…) Zudem hat Frankfurt ein glänzendes Ensemble aufgeboten, an der Spitze die schwedische Starsopranistin Maria Bengtsson: Ob Lady Harriet scherzt oder schmachtet, immer ist die wandlungsfähige, zu subtilen Differenzierungen fähige Stimme auf ihrer Seite. Ihre Vertraute Nancy hat allein durch die große Altstimme Katharina Magieras kräftigen Charakter, die zugeordneten Männerpartien sind mit dem geschmeidigen Tenor AJ Glueckerts (Lyonel) und dem runden Bariton Björn Bürgers (Plumkett) musikalisch gut getroffen. Und sie alle haben Spaß am Spiel, denn Katharina Thomas Regie vertraut auf den einfachen Spaß der Handlung, ohne einen Hintersinn herbeigrübeln zu wollen. Sie hat die Geschichte in die Gegenwart verlegt, in der es ja durchaus noch Standesunterschiede gibt und die Freude an der Maskerade gewiss nicht nachgelassen hat. (…)

Johannes Breckner, Wiesbadener Kurier


(…) Musikalisch ist der Frankfurter Flotow erstklassig. Es gibt, von Teresa Stich-Randall bis zu Krisztina Laki, von Waltraud Meier bis Waldemar Kmentt und Walter Berry, für alle Martha-Rollen Referenz-Darbietungen. Man muss sagen, Frankfurt kann sich mit dieser Produktion dort locker einreihen. Im Falle von Maria Bengtsson als Lady Harriet ist der Sopran weniger ziseliert und flötenhaft, dafür körperlicher und glänzender. Katharina Magieras Alt hat in der Tiefe große Fülle und ist doch sopranistisch beweglich. Die beiden Pächter-Organe von AJ Glueckert und Björn Bürger sind strahlend und markant, der Lord Mickleford von Barnaby Rea machte ebenfalls einen glänzenden Eindruck.
Mächtige Durchschlagskraft hatte der Frankfurter Opernchor, war aber auch sehr genau in den knappen, repetitiven und ein bisschen fast an Giuseppe Verdis Falstaff erinnernden Idiomen. Die Krone gebührt Sebastian Weigle, dessen animierte und intensive Lesart, gemeinsam mit dem Opern- und Museumsorchester, die Referenzaufnahmen vergessen macht.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Frankfurts Oper macht aus der Vorlage einen umwerfend unterhaltsamen Abend. (…)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Frankfurt (…) bietet allererste Kräfte für diese Wiederentdeckung auf. Generalmusikdirektor Sebastian Weigle dirigiert und zeigt mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, wie großartig diese Partitur sein kann – im Reichtum der melodischen Erfindung, im geschickten musikdramaturgischen Aufbau, in den raffiniert gebauten großen Ensembleszenen. Die Klangdelikatesse dieser flüssigen Wiedergabe, die Leichtigkeit der federnden Rhythmen, mit denen Weigle die dramatisch zugespitzten Passagen elegant unterspielt: Das hat große Klasse und wirbt für den Wert dieser Partitur. (…)

Johannes Breckner, Allgemeine Zeitung Mainz


(…) Die inzwischen in Glyndebourne, London und quer durch Europa inszenierende Katherina Thoma kehrt nicht nur gerne an das Haus ihrer ersten Assistenzen zurück – sie bringt auch Ideen mit: Den Mägde-Markt von einst haben wir doch einfach in die Dating-Portale des Internets verlegt – wo die Lady und Nancy prompt per Tablet suchen und finden. Von Etienne Pluss hat sich Thoma einen dunkel getäfelten Saal mit vielen Schwingtüren bauen lassen. Als wäre die Bühne eine märchenhaft große Spieluhr, fahren in raffiniert gezirkelter Nutzung der Drehbühne durch diese Türen kleinere Szenenbilder herein und heraus: gestylter Salon und Ballkleid-Anprobe der Lady, Richmond-Bierkneipe mit Oktoberfest-Ambiente, Mini-Cooper und Wohnmobil auf dem Lande, abendliches Rendezvous mit Martha auf der Kinderschaukel, die von oben im Hermelin-Mantel hereinschwebende Queen als Retterin – also: konkrete Spielorte, präzise Personenregie für zutiefst menschliche Emotionen, oft amüsante, aber eben spielerisch gleichnishafte Vorführung – und somit immer wieder gebrochene Theaterillusion: all das gelang. Prompt gab es mehrfach Szenenbeifall und einhelligen Jubel für alle Beteiligten. Szenisch-dramaturgische Intelligenz rechtfertigte also den Inhalt – was Flotows lebendig pulsierende Musik nicht nötig hat.

Wolf-Dieter Peter, Deutschlandfunk Musikjournal


(…) Flotow ist Chefsache, deshalb dirigiert Sebastian Weigle und holt alles raus, was an französischer Opéra comique, deutscher Spieloper und volksliedhafter Melodik drin ist. Er dosiert das Sentimentale, dämpft das Rustikale, betont das Romantische und das Komische. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg


(…) Der um Sängerinnen und Sänger noch erweiterte Chor berauscht mit satten Klangbädern. Durchweg und uneingeschränkt alle Solisten stecken mit ihrer Spiellust und Gesangskunst an. Die Sopranistin Maria Bengtsson in der Rolle der Lady Harriet bewegt sich so mühelos leicht und geschmeidig und selbst im kaum hörbaren Pianissimo mit voller Stimme in höchsten Höhen, wie Katharina Magiera als Nancy mit kraftvollem Alt in den Tiefen Volumen entfaltet. Bengtssons „Rosenlied“ wird zum Inbegriff schlichter Inniglichkeit. AJ Glueckert, seit dieser Spielzeit festes Mitglied im Ensemble, begeistert in der Partie des Lyonel mit einem hellen lyrischen Tenor, wie man ihn an der Frankfurt Oper lange vermisste. Wunderbar gleichmäßig, frei und leicht gestaltet er das „Ach so fromm“ und strahlt in der vollen Stärke mit einer in sich runden Weichheit Intensität aus. Und mit Barnaby Rea hat die Oper neben Björn Bürger einen weiteren jugendlich volltönenden wie überaus agilen Bass-Bariton im Ensemble. (…)

Christiane Franke, www.opernnetz.de


(…) Flotow hat alles mit einer oftmals unterhaltsam ansprechenden und mehrfach emotional anrührenden Musik geadelt – über „Martha, Martha, du entschwandest“ und das Lied von der „Letzen Rose“ hinaus. Das machte Frankfurts GMD Sebastian Weigle mit dem Museumsorchester mal dramatisch auftrumpfend, mal tänzerisch leichtfüßig und immer wieder delikat hörbar. Und dann Maria Bengtsson: eine „aristokratisch hochgezüchtete“ Lady Harriet, eine bildhübsche Martha, der man, nein: jedermann verfallen muss – und ein mädchenhaft süßer, höhensicherer Sopran mit einer Pianissimo-Kultur, dass sogar der Schmachtfetzen der „Letzten Rose“ in Bann schlägt und anrührt.
Dazu vier, dem internationalen Sopranstar nicht nachstehende Ensemblemitglieder: Katharina Magiera kontrastierte mit schönen Mezzo-Tönen als reizvoll resolute Nancy; der neu engagierte US-Tenor AJ Glueckert gab überzeugend einen leicht tapsigen, emotional unsicheren, doch tenoral überzeugenden Lyonel; Björn Bürger war mit kernigem Bariton ein bodenständiger Plumkett; Barnaby Reas jugendlicher Bass passte zum snobistisch überheblichen Lord Tristan, der im Liebesspiel leer ausging. Um sie herum wirbelten Chor-Solisten als drei Mägde und zwei Pächter und der von Tilman Michael einstudierte Chor. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)


(…) So lang es in Frankfurt derart locker-flockige und vor allem kitschferne Opernproduktionen gibt, wird Opas Operette nicht vermisst. (…)

Klaus Ackermann, Hanauer Anzeiger
 

(…) Bleibt zu hoffen, dass Frankfurts Erfolg mit diesem köstlichen Stück andere Opernhäuser zum Nachspielen ermutigt. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Die Liederabende in der Oper Frankfurt sind eigentlich immer auf irgendeine Art Knaller. Diesmal also: Der österreichische Tenor Schager, Jahrgang 1971, in kurzer Zeit zu einem weltweit gebuchten Siegfried aufgestiegen.
(...)
Umwerfend ist seine unangestrengte Stimmkraft, und – so wäre es auch für Siegfried – die wirkliche Herausforderung liegt für ihn im Piano und im Detail. Schager weiß es, Schager versucht es. Auch macht an seiner Seite der Pianist Matthias Fletzberger es vor, ein eingespieltes Team. (…)
Klug die Auswahl, auch originell, indem man die Wesendonck-Lieder naturgemäß nicht oft von einem Mann hört. Isolde tritt hinter dem Tristan zurück, dem nun sogar eine Art Liebestod gegönnt ist. Am farbenreichsten vielleicht die Richard-Strauss-Lieder zum Schluss: „Wie sollen wir sie geheim halten“ (die gemeinsame Seligkeit nämlich), singt Schager, und das wird bei dieser Durchschlagkraft wahrlich schwierig werden. Aber schon zeigt das „Ständchen“, dass es sehr wohl geht. „Mach auf, mach auf, doch leise mein Kind“, dazu murmelt das Klavier. Schager und das Kunstlied: Ein schöner Anfang. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) zum Schluss des Abends, bei Liedern von Richard Strauss, finden Stimme, Gesang und Musik wunderbar zusammen. Und vor den Zugaben versteht man dann auch, warum. Andreas Schager gesteht: Es war sein erster Liederabend! (…)
Für einen „Anfänger“ hat sich Andreas Schager wacker geschlagen. Doch seine künstlerische Heimat liegt derzeit noch auf der Opernbühne, das hat er mit drei Zugaben bewiesen. Nach Mozarts Tamino und Wagners Siegmund hat er mit einem improvisierten Schmiedelied als Siegfried begeistert – mit Kelle und umgedrehtem Topf als Hammer und Amboss!

Martin Gruneneberg, Frankfurter Neue Presse

Kennen Sie Paul Bunyan? Nein? Noch nie gehört? Nun, dann sind Sie wahrscheinlich nicht in den USA aufgewachsen. Hier kennt jedes Kind die Legende um den riesenhaften Holzfäller Paul Bunyan und seinen blauen Ochsen Babe.
(…)
Die Mär des übergroßen, muskulösen Holzfällers Paul Bunyan entstand in verschiedenen Varianten in Maine, Wisconsin, Minnesota und Michigan. Als er geboren wurde, sollen fünf riesige Störche bei der Entbindung geholfen haben. Danach wuchs er rasant, musste bereits im Alter von einer Woche die Kleider seines Vaters tragen. Angeblich schuf Bunyan den Grand Canyon, als er achtlos seine Axt hinter sich her schleifte; aus seinen Fußspuren wurden die Seen Minnesotas. Entscheidend aber für seinen Einsatz in der Holz- und Werbeindustrie: Bunyan hielt die Gemeinschaft der Lumberjacks zusammen. Sein Ansatz zur Problembewältigung – „Ärmel hochkrempeln und zupacken“ – setzte den Maßstab für Generationen von Amerikanern.
Zwei britische Immigranten, Komponist Benjamin Britten und Librettist Wystan Hugh Auden, machten aus Bunyan eine Persiflage, eine Witzfigur – und zwar eine herrliche! Die Frankfurter Inszenierung von Brigitte Fassbaender bringt Brittens Amerika-Satire auf den Punkt. Zwar bleiben Bezüge zur heutigen amerikanischen Politik aus, dezent und effektvoll werden dafür aber etymologisierende Schlaglichter gesetzt: Ein in die Jahre gekommener Superman schleppt sich im roten Umhang am Gehwagen über die Bühne, zwei halbnackte Holzfäller werden beim Stelldichein gesichtet. Im Bühnenbild von Johannes Leiacker besteht die „unberührte“ amerikanische Natur aus zertretenen Campbell-Dosen.
Den Titelhelden Bunyan bekommt der Zuschauer in Benjamin Brittens Operette dabei kein einziges Mal zu Gesicht. Lediglich als körperlose Stimme aus dem Off tritt er auf. Über der Bühne im Bockenheimer Depot schwebt eine Videoprojektion seines Mundes. Wir sehen schmale Lippen, weiße Zähne, einige Bartstoppeln. Der Rest von Bunyans Gesicht jedoch: verdeckt unter einer Holzmaserung. In der Frankfurter Erstaufführung des Werkes leiht der amerikanische Bariton Nathaniel Webster dem Titelhelden seine volltönende, prägnante Sprechstimme. Fein abgestimmt wird sie mit dezentem Hall aus dem Off in den Zuschauerbereich übertragen.
Hochmotiviert agieren die übrigen Figuren auf der Bühne. Vom schweigsamen Hel Henson (Sebastian Geyer), der von Bunyan zum Vorarbeiter der Lumberjacks bestimmt wird, über den aufmüpfigen Buchhalter Johnny Inkslinger (Michael McCown) bis hin zu den Köchen Sam Sharkey (Ingyu Hwang), Ben Benny (Jeremy Bowes) und Hot Biscuit Slim (Michael Porter) wimmelt es auf der Bühne von kleineren Rollen, die eher eine schauspielerische als stimmliche Herausforderungen darstellen. Hier wird die Auswahl einer jungen Besetzung belohnt, deren Ausbildung augenscheinlich nicht nur aus stundenlangem, starren Rezitieren berühmter Monologarien bestand, sondern aus Schauspiel-, Sprech- und Tanzunterricht. Gekonnt sowie sensibel aufeinander abgestimmt bewegten sich die Figuren über die Bühne, mit viel Witz und Charme im Detail.
Herausragend erwiesen sich dabei Elizabeth Sutphen als Bunyans Tochter Tiny, die mit ihrem schwerelos helltönenden Sopran eine köstlich naive Minnie Mouse-Version des amerikanischen Housewife-Klischees vertonte. Ulkige, an den Comic angelehnte Tierfiguren verkörperten außerdem Sydney Mancasola als bezaubernd treudoofer, goofyhafter Hund sowie Julia Dawson und Cecelia Hall als Katzen Moppet und Poppet. Die jungen Soprane überzeugten sowohl im Trio als auch solistisch; energiegeladen schlugen ihre Körper und Stimmen Purzelbäume und trieben eifrig Schabernack, nur um in der nächsten Sekunde wieder zu Tode getrübt aufzuheulen oder erbost loszufauchen.
Stimmgewaltig und schauspielerisch hochmotiviert präsentierte sich auch der Chor. Er setzt sich zusammen aus Studierenden und Absolventen der Musikhochschulen Frankfurt und Mannheim und bildet ein entscheidendes Element der Bühnenhandlung. (…) Britten unterbricht die Partitur an drei Stellen mit einem sich im Countrystil auf der Gitarre selbst begleitenden und das Geschehen in Zwischenspielen kommentierenden Erzähler. Der aus dem Rheingau stammende Folk- und Bluesgitarrist Biber Herrmann übernahm die Rolle mit rauem Charme und großer Souveränität.
Ein satirischer Opernabend, der aufs Klügste unterhält!

Miriam Zeh, www.bachtrack.com


Brigitte Fassbaender ist an der Oper Frankfurt fest gebucht: Vor drei Jahren hat sie dort Ariadne auf Naxos inszeniert, nun hat ihr Intendant Bernd Loebe ein besonderes Stück angeboten, das insbesondere in Deutschland nur selten aufgeführt wird: Benjamin Brittens Oper, Operette, Musical Paul Bunyan. Man mag das Werk nennen, wie man will – man braucht auf jeden Fall das richtige Händchen und Sinn für Humor. Daran mangelt es Brigitte Fassbaender mit ihrem präzisen Timing für Pointen keineswegs!
(…). Insgesamt ein skurriler, unterhaltsamer und intelligent gemachter Opernabend!

Natascha Pflaumbaum, BR-Klassik / Allegro


(…) Rund dreißig Choristen wirken mit (souverän einstudiert von Ines Kaun) und ebenso viele Vokalsolisten. Da gibt es allerlei zu mobilisieren, zu platzieren, zu arrangieren. Der auch mit Britten bestens vertrauten Regisseurin Brigitte Fassbaender gelangen lebendige, quirlige, temporeiche Tableaus. Doch mit präzisem Gespür für die Gewichtungen des Stückes geriet Tempo nicht zum Selbstzweck, und atemberaubende Revue-Virtuositäten reihten sich eben nicht nahtlos aneinander, sondern ließen immer wieder Ruhezonen für nachdenkliche oder skurrile Einzelheiten.
Ingeniös das Bühnenbild von Johannes Leiacker: ein Ensemble unterschiedlich vergrößerter Campbell’scher Suppenbüchsen (wie sie durch Andy Warhol kunstfähig wurden), verbeult oder rissig lädiert, hängend oder wie im Bühnenboden eingewachsen. Die Holzfällersphäre der Wald- und später Weihnachtsbäume zeigte sich etwas peripherer. Raffiniert aufwändige Kostüme mit Pionierzeit-Assoziationen von Bettina Munzer. Schon der Anfang des Stückes ein inszenatorischer Coup mit den wie in kindlichem Staunen in eine Neue Welt seitlich eintretenden und erstarrenden Pilgervätern.
Vexierbild wie so oft ist auch hier Benjamin Brittens Musik. Sie scheint sich im Einfachen, schlicht Tonalen, Volksliedhaften einzuschleichen und zu ergehen, weicht aber dann unversehens ins Dunkle, rätselhaft Insistierende aus, entwickelt dabei einen geheimnisvollen Sog. Hymnisch Plakatives wird planvoll durchlöchert. So gerade in der Schlussphase des Werkes, wo weihnachtliche Festesfreude nach und nach zerfleddert wird und im Vagen und Beklommenen endet.
All das eine immense Organisations- und Koordinationsleistung, die brillant gemeistert wurde, insbesondere vom Hauptdirigenten Nikolai Petersen und dem mittelgroß (auch mit spezifisch „amerikanischen“ Timbres) besetzten Orchester. Unter den vielen Solorollen besonders profiliert: der „intellektuell“ markierte Inkslinger mit dem fein nuancierenden Tenor Michael McCown, der bramarbasierend machohafte Hel Helson (John Wayne ist nichts dagegen) des Baritons Sebastian Geyer, das verliebte Paar Tiny und Slim (Elizabeth Sutphen, Michael Porter) und, nicht zu vergessen, die klugen und witzigen Tiere: Sydney Mancasola als Hund Fido und Julia Dawson und Cecelia Hall als Moppet und Poppet, die Katzen.
Britten, der Pragmatiker, konnte immer auch seinen Personalstil verleugnen und, zum Beispiel, perfekte Countrymusik schreiben – wie hier für den „Erzähler“ (Biber Herrmann mit zünftigem Organ und Gitarre). Der Monsterbunyan war natürlich nicht auf die Bühne zu bringen – er agierte auch diesmal verdächtig patriarchalisch als „Stimme des Herrn“ aus einem gruslig vergrößerten, von der Videokamera belebten Holzgesicht.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau


(…) Fassbaender untergräbt mit einem feinen Gespür für das Detail und einer Furchtlosigkeit im Gebrauch von Klischees die dem Stück immanente „Yes-we-can-Hemdsärmeligkeit“. Geradezu märchenhaft sagenumwoben gestaltet sie den Prolog. Knorrige Bäume verzaubern mit ihrem Gesang, streiten mit dem jungen Gehölz und lauschen der Kunde von der Geburt und dem Wachsen des Riesen Bunyan, das die Wildgänse glockenhell heraus posaunen. Zu bombastischen Klängen teilt sich die Baumstamm-Bahn und zurück bleibt hoch in den Wipfeln ein Teil Baumstammstoff, auf welchem ein stachelig bärtiger Mund alles Kommende diktiert. Nathaniel Webster verleiht dieser Sagenfigur mit diffiziler Sprachgestaltung souveräne Autorität. (…)

Christiane Franke, www.opernnetz.de


(…) In ihrem zweiten Leben als Regisseurin kann Brigitte Fassbaender ihrer Verehrung für das Œuvre Brittens uneingeschränkt nachgehen; einige seiner Opern inszenierte sie bereits mehrfach. Auch der Frankfurter Abend lässt Erfahrenheit erkennen: Er ist voller Tempo, fantasiereich, detailgenau, hintersinnig und ironisch, dabei ohne drastische Übertreibungen oder effekthascherische Ausreißer. Das schwankend Verunsicherte der Dramaturgie Audens und Brittens wird eher ausgeglichen als explosiv gesteigert. Dabei fehlt es nicht an optischen Attraktionen. Die das Guckkastenprinzip überschreitenden Möglichkeiten des Raums hat Fassbaender souverän genutzt. Im Zentrum bleibt indes stets das phänomenal konzipierte Bühnenbild von Johannes Leiacker – ein Ensemble unterschiedlich monumentalisierter „Campbell’s“-Suppenbüchsen (wie Andy Warhol sie kunstfähig machte) in verschiedenen Zuständen der Erhaltung; mal hängend, mal schräg stehend, mal in den Boden eingerammt. Viel Aktionsgelegenheit für lebhafte Spieltalente (…).

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt


(…) Musikalisch wartet Brittens Erstling mit vielen Schätzen auf. Krachende Chöre, schmissige Duette und eine parodistische Stilvielfalt, die an Bernstein, Gershwin, Weill und Orff erinnert. Es gibt tolle Bläser- und Streicherensembles, traurige Gospels, Jazzfetzen und im Prolog für wenige Takte Klänge, die an ein Gamelan-Orchester erinnern.
(…)
Dabei funktioniert das Werk vor allem für ein gut harmonierendes Vokalensemble, in dem große Soli nur spärlich auftauchen. Grund genug für Brigitte Fassbaender, jede Menge junge Sänger aus dem Opernstudio zu casten und im Chor zahlreiche Studierende der Musikhochschulen aus Frankfurt und Mannheim unterzubringen. Und die haben sichtlich Spaß daran, nicht nur bestens abgestimmt zu singen, sondern auch zu Marie Stockhausens fetziger Choreografie zu tanzen. Vom Ensemble brillieren der nachdenkliche Michael McCown als tenoraler Johnny Inkslinger, Sebastian Geyer als Muskelmann Hel Helson und Michael Porter in der Cowboy-Rolle Slim. Noch neu im Opernstudio, aber mit kräftigem Sopran deutlich herausragend, geizt Elizabeth Sutphen als Tiny nicht mit ihren weiblichen Reizen.
Sichtlich Spaß am tierischen Spiel beweisen die Sopranistin Sydney Mancasola als Hund Fido und das Katzenduo Julia Dawson (Moppet) und Cecelia Hall (Poppet). Als Ensembleheimkehrer leiht Nathaniel Webster Bunyan seine klangvolle Stimme, während Biber Herrmann klangvoll in die Gitarrensaiten greift. Kompliment an den jungen Kapellmeister Nikolai Petersen, der die wuchernden Chormassen und das Opernorchester sicher durch den wilden Benjamin-Britten-Stilmix leitet. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse


Benjamin Britten nennt seinen Bühnenerstling Paul Bunyan eine Operette. Regisseurin Brigitte Fassbaender hat ihn beim Wort genommen. Zwischen Opernpathos und Musicalzauber gab’s zur Erstaufführung im Bockenheimer Depot Unterhaltung mit Hintersinn.
Die Geschichte um den zu Werbezwecken erfundenen Rübezahl, der zur Pionierzeit am amerikanischen Traum werkeln lässt, ist sattsam auf ironische Distanz gebracht. Das Allstar-Ensemble sorgte auch in schlechten Zeiten spontan für gute Laune. Fürs klangliche Kolorit zwischen nächtlichem Zauber, Opern-Lamento und zünftigen Songs war das Opern- und Museumsorchester zuständig, das unter Nikolai Petersens Leitung auch den Blues verinnerlicht hatte. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


(...) Die Musik hat den Broadway im Blick, ist kraftvoll und abwechslungsreich und verweist unverkennbar auf den bedeutendsten britischen Opernkomponisten des 20. Jahrhunderts. (…)

Joachim Lange, Dresdner Neueste Nachrichten


(…) Dirigent Nikolai Petersen hat den variablen bis schlagkräftigen Chor, der aus Studierenden der Musikhochschulen in Frankfurt und Mannheim besteht, ebenso gut im Blick wie das seitlich musizierende Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Die Kollektive deuten den geschickten Einsatz der Menge an, wie er für Brittens folgende und gewichtigere Oper Peter Grimes essentiell ist. Die kleineren Partien ermöglichen Mitgliedern des Frankfurter Opernstudios solistische Auftritte, etwa der feinsilbrigen Koloratursopranistin Elizabeth Sutphen als Bunyans Tochter Tiny. Sebastian Geyer als vokal eleganter Vorarbeiter Helson oder Michael McCown als insoweit ziemlich robuster Buchhalter Insklinger geben als Profis sicher den Ton an. Denn: Auch diese Rarität hat die Oper Frankfurt musikalisch erfreulich ernst genommen!

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier


(…) Ohne weiteres ließen sich Verbindungen zwischen diesem Übervater [Paul Bunyan] und heutigen, von Allmachtsfantasien beherrschten Oligarchen wie Trump, Putin oder Erdogan aufzeigen, aber Brigitte Fassbaender ist klug beraten, in ihrer jüngsten, trefflichen Regiearbeit für die Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot auf solche konkreten Anspielungen zu verzichten. Das Stück ist, wiewohl bei der Uraufführung im New Yorker Exil im Jahr 1941 ein Misserfolg, mit seinen ambivalenten Betrachtungen über Amerika trotz märchenhaften Anflügen modern genug, mehr noch: zeitlos aktuell. (…)

Kirsten Liese, www.concerti.de


Herrlich, wenn man derart beschwingt aus dem Theater kommt. Die Oper zeigt im Bockenheimer Depot ein echtes, lang verkanntes Kleinod, leider nur noch 7 Mal – bis 22. Oktober.
(...)
Brigitte Fassbaender inszeniert den naiv überbordenden Mythos ganz wunderbar inmitten zerknautschter Campbellʼs-Dosen. Nikolai Petersen lässt das Orchester fetzig aufspielen. Es wird so engagiert gesungen und gespielt, dass es eine Freude ist. Riesiges Vergnügen. Stürmischer Applaus. (…)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Musikalisch deckt das Stück eine große Bandbreite ab und lässt bereits Brittens spätere Werke erkennen. Wenn beispielsweise der Chor Helson im Kampf gegen Bunyan anfeuert, fühlt man sich unweigerlich an Peter Grimes erinnert. Nikolai Petersen arbeitet mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester die unterschiedlichen Musikstile detailliert heraus, so dass es am Ende großen Beifall für alle Beteiligten gibt.
Fazit: Die Produktion im Bockenheimer Depot macht deutlich, dass Brittens Erstlingswerk zu Unrecht vernachlässigt wird und einen Platz im Repertoire verdient.

Thomas Molke, www.omm.de


(…) Die gesamte Unternehmung war ein enormer Erfolg, besonders dank Fassbaenders ironisch-geistreicher Inszenierung. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Der Frankfurter Falstaff, der in der Inszenierung Keith Warners im Februar 2014 erstmals gezeigt wurde, lebt vor allem vom Darsteller des Titelhelden, ja es hat zuweilen den Anschein, als handele es sich in Frankfurt um eine echte „Željko-Lučić-One-Man-Show“. Lučić räkelt sich behäbig am Tresen, er stellt den Frauen nach – nicht aber aus Liebe, sondern in der Sorge um künftige Sponsoren für sein Schnorrertum.
Der Sänger trifft dabei den quasi buffonesken Tonfall Falstaffs immer wieder auf das Trefflichste – bei ihm vereinigen sich sängerische Stärke und darstellerisches Talent in glücklicher Weise. Man tat gut daran, ihn bei der Wiederaufnahme abermals für diese Paraderolle zu engagieren.
Das Interesse des Publikums galt auch mehreren Rollendebüts. James Rutherford gab die Gewähr für einen authentisch und in Maßen komisch wirkenden Ehemann Ford, Kateryna Kasper wirkte als herzige Nannetta. Jessica Strong und Paula Murrihy empfahlen sich für weitere Auftritte als Alice Ford beziehungsweise Meg Page. Anna Larsson war schließlich zum ersten Mal auf der Frankfurter Opernbühne zu erleben – auch die Rolle der Mrs. Quickly hat ihr komödiantisches Format.
Julia Jones leitete das Opern- und Museumsorchester. Zum ersten Mal erlebte man die englische Dirigentin – nach mehreren Mozart-Opern – mit einer Verdi-Interpretation in Frankfurt. Ihr war am Ende der gewaltige Beifall eines vergnügten Publikums gewiss. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Es war Željko Lučić, der von Anfang an die Bühne gebührend dominierte. Stimmlich wie auch schauspielerisch fiel es ihm leicht, sich in jede Szene einzufühlen und die Partie mit viel Sicherheit zu gestalten. In sprachorientierten Passagen artikulierte Lučić exakt und klar. Bemerkenswert war vor allem die Weichheit, die er in die Stimme legte und nie verlor. Weich, klar und präsent in besonders hohem Maß: Das zeichnete Lučićs Partie aus. Als Casanova begegnete er auch dem Publikum mit einigem Witz und Augenzwinkern. Die Musik, die Inszenierung und auch Lučić als Person erlaubten diesen scherzhaften Umgang und diese charmant witzige Dimension dieser Wiederaufnahme ließ die Vorstellung so lebhaft werden, wie man es sich in einer Oper nur wünschen kann.

Stephan Eckel, www.bachtrack.com


(…) Eingerahmt wird er von einem Ensemble, das aus dem Vollen der Frankfurter Stammkräfte schöpfen kann. Ein wunderbares Liebespaar geben Kateryna Kasper als Nannetta und Martin Mitterrutzner als Fenton ab, sie mit süß-silbrigem Sopran, er mit jugendlich-lyrischem Tenor, der an Kraft gewonnen hat.
Die großartige Paula Murrihy macht in der Nebenrolle der Meg Page durch ihren üppiger gewordenen, aber unverändert gut fokussierten Mezzo eine derart überzeugende Figur, dass ihr nach Lučić und neben dem jugendlichen Liebespaar der stärkste Schlussapplaus zuteil wird. Rollendeckend ist die Alice Ford mit Jessica Strong besetzt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Man kann E.T.A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann als große Krankengeschichte lesen. So tut es Thomas Jonigk, der für Andrea Lorenzo Scartazzini das Libretto geschrieben hat. Und der 1971 geborene Schweizer Komponist hat daraus ein grandioses Musiktheaterwerk komponiert, das die desolate Innenwelt des Dichters ausleuchtet. Das große, in raffinierten Klangmischungen virtuos eingesetzte Orchester macht die Verwirrung dieses Mannes hörbar, vom unruhigen Pochen bis zum verzweifelten Ausbruch der Klanggewalten. Scartazzini besitzt ein großes Repertoire an Ausdrucksmitteln, die er gleichwohl ökonomisch und gezielt einsetzt, um die Episoden dieses inneren Dramas zu formen. Das ist keine verrätselte oder verkopfte Musik, sie arbeitet mit unmittelbarer Sinnlichkeit, und dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester gelingt unter der Leitung von Hartmut Keil eine ungemein plastische Wiedergabe, die doch die Singstimmen nicht überdeckt. (…)

Johannes Breckner, Wiesbadener Kurier


(…) Mit Bravour meisterte die Frankfurter Oper die Deutsche Erstaufführung von Scartazzinis zweitem Werk Der Sandmann. Intendant Bernd Loebe hatte sich zum Saisonauftakt zur Übernahme der erfolgreichen Basler Uraufführung entschlossen und mit der Besetzung des wahnsinnigen Nathanael durch Ensemblemitglied Daniel Schmutzhard sängerisch ins Schwarze getroffen. Nicht nur der facettenreich spielende Bariton, auch Dirigent Hartmut Keil und der Frankfurter Opernchor liefen bei der Premiere zu großer Form auf. Viele Bravos brandeten Regisseur Christof Loy und der schwedischen Sopranistin Agneta Eichenholz in der Doppelrolle von Clara und Clarissa entgegen, ebenso wie den beiden markanten Tenören, die bereits in der Uraufführung 2012 für Furore sorgten: Thomas Piffka als zynischem Vater und Hans-Jürgen Schöpflin in der Rolle des tückischen Coppelius.
(…) Im Verein mit Christof Loys konzentrierter Personenregie und Barbara Prals Düsterbühne ergab das ein Gesamtkunstwerk, das sicherlich auf weiteren Bühnen reüssieren wird.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung


(…) Christof Loy lässt das in seinem wundersam packenden Regiekonzept in einer Schwebe, die im besten Sinne tragikomisch ist – und trifft damit genau den Ton von Andrea Lorenzo Scartazzinis oft schwebend zarter, fein gewebter Sphären-Musik. Ihm, der auch bei Wolfgang Rihm gelernt hat, ist mit seiner bildhaften Klangsprache wieder einmal das gelungen, was man gute alte Handlungsoper nennen könnte – etwas, das selten geworden ist in der zeitgenössischen Musikszene.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag


(…) Nathanael wird in Frankfurt von Daniel Schmutzhard in bester, höchst beweglicher Stimmverfassung verkörpert: Ein junger Mann, der durch seine entgleitenden Realitätsfragmente traumwandlerisch hindurchfindet zum finalen Abgrund. Ernst und dann in der Doppelrolle als Clara/Clarissa abgründig mit markantem, unlieblichem Sopran Agneta Eichenholz, die die Rolle schon in Basel sang. Die beiden Sekundär-Schöpfer als groteske Vater-Bilder, die überall auftauchen, mit leichten und schmelzenden Stimmen Hans-Jürgen Schöpflin als Coppelius und, ebenfalls schon in Basel dabei, Thomas Piffka als Vater Nathanaels. Mit schönem, fundierendem Organ Daniel Miroslaw als Lothar.
Frankfurts ehemaliger Kapellmeister Hartmut Keil hat die Finessen der Scartazzinischen Klangfiguren bestens herausgearbeitet und auch die Schlagkraft der mächtigen Passagen. Souverän der Opernchor als geisterhafte Stimmen-Kulisse und heftig auftretendes Massen-Ornament.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau


(…) Das ganze 80-minütige Stück über werden die Ebenen ineinandergeschoben, nicht separiert – eine geniale und auch in den technischen Abläufen perfekt inszenierte Idee des Regisseurs Christof Loy, die immer wieder für Überraschungen sorgt, Fragen beantwortet, die niemand stellt und Lösungen anbietet, mit denen niemand rechnet.
(…)
Der Abend ist einfach grandios und in seiner Beklommenheit fast vergnüglich, weil Text und Musik so gut ineinandergreifen, sich gegenseitig unterstützen, kommentieren, durchdringen. Daniel Schmutzhard (Nathanael) und Agneta Eichenholz (Clara/Clarissa) tragen das Stück durch Spielfreude, Hingabe und rastlosen Einsatz. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse


(…) Wieder einmal zeigte sich Regisseur Christof Loy als Spezialist für seelische Notfälle. Der Frankfurter Ex-Kapellmeister Hartmut Keil war ein motivierender Steuermann durch modernistische Klangidiome, die das Opern- und Museumsorchester wie selbstverständlich zu regulieren verstand. Eine starke Leistung bot zudem das Ensemblemitglied Daniel Schmutzhard als gepiesackter Patient in einer spannenden klinischen Fallstudie, die mit 80-minütiger Spieldauer weder zu lang noch zu kurz ist. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post


Die Deutsche Erstaufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis Der Sandmann hat am Sonntagabend an der Oper Frankfurt viele Bravos geerntet. Besonders angetan zeigten sich die Zuschauer von Ensemblemitglied Daniel Schmutzhard in der Hauptrolle des Nathanael und der schwedischen Sopranistin Agneta Eichenholz, die in der Doppelrolle von Clara und der Automatenpuppe Clarissa zu sehen war. Einhellige Zustimmung erhielt Regisseur Christof Loy für seine punktgenaue Arbeit.
(…)
Gefeiert wurde auch der Schweizer Komponist Scartazzini, dem es meisterhaft gelungen ist, die berühmte Psycho-Novelle des schwarzen Romantikers E.T.A. Hoffmann in packende Musiksprache zu übersetzen. In den wahnsinnigen Klängen des Rihm-Schülers gab es herausfordernde Partien für den Opernchor, der sich bestens disponiert präsentierte. Obwohl diese wuchtige Klanggewalt nichts für zartbesaitete Naturen ist, war nach 80 Premierenminuten klar: Diese zeitgenössische Oper wird ihren internationalen Weg des Erfolgs gehen.

Bettina Boyens, www.musik-heute.de


(…) Loy hat inzwischen eine Meisterschaft erreicht, die alle im Detail wie in der Gesamtwirkung ausgetüftelten Bewegungen, Gesten, Blicke, die Gruppierung von Ensembles völlig selbstverständlich wirken lässt. Es liegt eine jener Uraufführungsinszenierungen vor, ohne die man sich das Werk gar nicht vorstellen kann. Wie will man das anders, besser machen? (…)
Wenn wir oben von einem Amalgam aus Musik und Text gesprochen haben, um das Werk zu charakterisieren, so kann für die gesamte Frankfurter Produktion gesagt werden, dass hier der seltene Glücksfall vorliegt, in dem Text, Musik, Regie und Darstellungskunst sich zu einer bruchlosen Einheit fügen. Entstanden ist ein geradezu idealtypischer Musiktheaterabend, der exemplarisch Eigenständigkeit und Berechtigung dieses Genres beglaubigt. (…) Ein fulminanter Auftakt für eine vielversprechende Saison.

Michael Demel, www.deropernfreund.de


(…) Jonigks Libretto fasst den mystischen Psychothriller in eine für die Opernbühne herrlich unangemessen anmutende, schlicht-moderne Sprache voll Plattitüden und ironischer Brechungen. Scartazzini wiederum weiß dieser Handlungsoper eine theatralisch-effektvolle Tonsprache zu geben. (…)

Miriam Zeh, www.bachtrack.com


(…) Der von Ängsten, Psychosen und Traumata geplagte Möchtegern-Schriftsteller träumt, dichtet, schreibt sich in eine Welt hinein, in die ihm niemand folgen kann, in der den Augen und Ohren nicht zu trauen ist. Christof Loys atmosphärisch dichte Inszenierung, die die Handlung in einem rechteckigen, von Neonröhren gerahmten Kasten meist vor grau-schwarzem Hintergrund spielen lässt, folgt dem psychischen Verfall des Helden konsequent, aber nicht ohne Witz (…).

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg


(…) Unerhört expressiv aufgeladen ist die Darstellung der Clara/Clarissa durch die grandiose schwedische Sopranistin Agneta Eichenholz. Der großartige Sängerdarsteller Daniel Schmutzhard singt den Nathanael mit einem bei aller dramatischen Aufladung weich timbrierten Bariton. Die Ruhelosigkeit dieser gestischen Musik haben der Dirigent Hartmut Keil und das Orchester eindrucksvoll erfasst. (…)

Stefan Michalzik, Hessische / Niedersächsische Allgemeine Zeitung Kassel


(…) Christof Loys Meisterschaft bezeugt zudem einmal mehr die Choreografie des Chores, mal um Autoren-Gunst heischende Lesergemeinde, mit leeren Buchseiten herumfuchtelnd, mal als multiple Gliederpuppen auch stimmlich in grotesker Schräge, doch der ungeheuren orchestralen Steigerung standhaltend (Einstudierung: Tilman Michael), die den Selbstmord Nathanaels besiegelt. (…)

Klaus Ackermann, Hanauer Anzeiger 


Realität oder Wahn? Diese Frage bestimmt die Oper Der Sandmann des Schweizer Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini zum Saisonauftakt in der Oper Frankfurt. Gezeigt wird das Werk in der Uraufführungsproduktion von 2012 am Theater Basel. Scartazzini und sein Texter Thomas Jonigk gelingt ein moderner Opern-Psychothriller, der auch das junge Publikum für die Oper begeistern kann.
(…)
Für ein temporeiches Spiel garantiert Hartmut Keil am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Bemerkenswert unaufgeregt koordiniert er das durch Celesta und Akkordeon erweiterte, im Übrigen klassisch aufgestellte Sinfonieorchester und erzeugt in einer Verbindung aus Transparenz, Schärfe, Klarheit und nuancierter Dynamik subtile Dramatik. Scartazzinis Musik wirkt dadurch auch in den atonalen Passagen geradezu stimmungsvoll schaurig und gruselig, verstärkt durch mancherlei Affekte von geradezu moderner filmmusikalischer Qualität, wie sie im Psychothriller des Gegenwartskinos schon fast traditionell ist.
Nach 80 Minuten geht das Licht aus, doch der Spuk ist längst nicht vorbei. Loys Inszenierung eines Bühnenwerkes, dessen Musik nicht unberührt lässt, gräbt sich tief in das Bewusstsein. Hörens- und sehenswert, doch nichts für zarte Gemüter.

Christiane Franke, www.opernnetz.de


(…) Der Beifall nach gut achtzig pausenlosen Minuten war groß: Scartazzinis Sandmann ist ein Gewinn fürs Repertoire.

Johannes Breckner, Darmstädter Echo


(…) Christof Loys Inszenierung, aus Basel übernommen, hält eine bewundernswerte Balance zwischen Realität und Wahn. Der Chor wächst über sich hinaus.

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Das Seelenbild eines Gescheiterten zum Thema einer Oper zu machen, ist eine mutige Entscheidung. Und noch mutiger ist, dass die Oper Frankfurt mit dem 2012 entstandenen Auftragswerk Der Sandmann von Andrea Lorenzo Scartazzini für das Theater Basel seine Spielzeit 2016/2017 eröffnet. Beweist das Haus damit doch zum wiederholten Male, dass es sich künstlerisch etwas traut und nicht in überkommenen Mustern steckenbleibt.
(…)
Der Sandmann ist ein Opernabend, der lange im Kopf bleibt: Weil hier ein unpopuläres Thema musikalisch wie von der Regie hoch spannend umgesetzt wurde.

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Liebe, Leidenschaft und viele Ohrwürmer, für jeden ist etwas dabei, und als besondere Überraschung gibt es eine neue Titeldarstellerin. Maria Pantiukhova hat alles, was ein rassiges Zigarettenmädchen benötigt: den entsprechenden Körper, Ausdruckskraft, Schmelz in der Stimme, die nicht nur in der Habanera das Publikum nur so dahinschmelzen lässt. Auch wer bereits Anfang Juni in der Premiere war, kann beim ersten Durchgang der Wiederaufnahme also ruhig wiederkommen. Es gibt neue Höhepunkte.
(…) Neben Pantiukhova etabliert sich wieder Luc Robert in der Rolle des Liebhabers Don José. Rollendebüts gab es für die herzige Guanqun Yu als Bauernmädchen Micaëla, Kihwan Sim als Torero Escamillo und Iurii Samoilov als Moralès. Feuer und andalusisches Kolorit brachte ein Ballettensemble sowie der frisch und engagiert singende Chor der Stierkämpfer (einstudiert von Tilman Michael).
Das am Ende alles in grenzenlosem Jubel versank, lag aber auch wieder an dem hervorragend eingestellten Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Mark Shanahan. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Pressestimmen-Archiv

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Premiere vom 18. September 2015

Mit einer aufwendigen und einfallsreichen Inszenierung eines modernen Musiktheaters wartet zurzeit die Oper Frankfurt auf, die sich im letzten Jahrzehnt zu einem der besten Opernhäuser Europas entwickelte (…).

Udo Pacolt, www.der-neue-merker.de

(…) Mit diesem musikalisch-szenischen Meilenstein ist der Oper Frankfurt (…) ein Auftakt für die neue Spielzeit gelungen, die dieses Opernhaus als eines der führenden, wenn nicht das führende im Lande ausweist.

Joachim Lange, Der Standard

(…) In Das Mädchen mit den Schwefelhölzern verschränkt Komponist Helmut Lachenmann kunstreich das Andersen-Märchen mit Texten von da Vinci und eben Gudrun Ensslin. Kaum Zufall, dass Opern-Intendant Bernd Loebe das spektakuläre Werk an den Anfang der Saison am Main gesetzt hat: eine Herausforderung für Musiker wie Zuhörer, und auch 18 Jahre nach der Uraufführung eine Provokation. (…)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

Genauso macht man es, wenn man sich (mit guten Gründen) selbst für das Opernhaus des Jahres hält: Man setzt zur Spielzeiteröffnung Helmut Lachenmanns 1997 in Hamburg uraufgeführtes Mädchen mit den Schwefelhölzern an, holt sich für dieses grenzgängerische Werk mit Benedikt von Peter (dem designierten Chef der Oper Luzern) einen der aufregendsten Regisseure der Republik ans Haus und sorgt auch bei diesem Solitär avantgardistischen Musiktheaters für die Qualität, die hier bei Wagner, Strauss oder Weber üblich ist. (…)

Roberto Becker, Neues Deutschland

(…) Der Mann und das Meerschweinchen, eine sehr einfache Tier- und Beziehungsgeschichte, die am Rand zur Rührseligkeit angesiedelt ist, ohne doch je peinlich zu werden. Eines von tausend möglichen „Bildern zur Musik“ des Lachenmann-Werks, aber zweifellos ein besonders einprägsames, tiefsinniges. Es meidet auch allzu eindeutige Assoziationen (etwa an ein „Opfer“), behält etwas Autarkes, Unverfügbares, außerhalb des Rahmens der „Geschichte“ Bleibendes und gemahnt dadurch an die schmerzhafte Diskrepanz von Kunst und Leben (…).

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Eine Kamera filmt den Alten und das Pelztier, die Bilder werden auf eine Leinwand projiziert. Michael Mendel gelingt es dabei in beeindruckender Weise, mit einem Ausdruck großen Ernstes und tiefer Traurigkeit zwei Stunden lang die minimalistische Szene in einer Balance aus Spannung und Entspannung zu halten. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Regisseur Benedikt von Peter ließ sich von seiner Bühnenbildnerin Natascha von Steiger ein grünes Podest bauen, darauf das erwähnte Meerschweinchen, tragikomisches Symbol für Wärme und Nähe. Ein alter Mann, herausragend dargestellt vom fernsehbekannten Schauspieler Michael Mendl, streichelt und füttert das Tier liebevoll. (…)
Gelungen ist dieses gewagte Konzept nicht zuletzt wegen der leidenschaftlich engagierten Instrumentalisten und Sänger. Musikalisch war es ein ganz großer Abend. So fesselnd, wie unter Dirigent Erik Nielsen war das Werk in letzter Zeit nicht mehr zu erleben. (…)

Peter Jungblut, BR-Klassik / Piazza

(…) Das großartige Frankfurter Opern- und Museumsorchester musiziert unter der Leitung von Erik Nielsen mit großer, fast romantischer Expressivität, und dazu mit einer Selbstverständlichkeit, als sei solche Musik die normalste überhaupt (…).

Stefan Schmöe, www.omm.de

(…) einzelne Schlüsselmomente des Andersen-Märchens werden von den beiden wunderbaren Sopranistinnen Christine Graham und Yuko Kakuta auch szenisch angedeutet (…).

Christian Wildhagen, Neue Zürcher Zeitung

(…) Tomoko Hemmi und Yukiko Sugawara sorgten für fein gesetzte Klavierklänge. Die finale Auffahrt in den Himmel des Mädchens und seiner Großmutter wurde schließlich von den sphärischen Klängen von Mayumi Miyatas Shô (japanische Mundorgel) sehr atmosphärisch untermalt. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Buhs und Ovationen hielten sich zunächst die Waage, am Ende dieses überwältigenden Abends überwog der Beifall für eine der bedeutendsten Opern des vergangenen Jahrhunderts. 

Ute Schalz-Laurenze, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(…) Der Saisonauftakt in Frankfurt könnte nicht besser gelingen: Ein starkes Bekenntnis zum zeitgenössischen deutschen Musiktheater.

Achim Dombrowski, www.opernnetz.de

Die Hochzeit des Figaro, Wiederaufnahme vom 1. Oktober 2015

Triumph der Ensemblekultur

Man mag von der Auszeichnung „Opernhaus des Jahres“ durch die Zeitschrift Opernwelt auf der Grundlage einer sehr relativen Mehrheit in einer Kritikerumfrage halten, was man möchte. Die mitgelieferte Begründung für diese Auszeichnung trifft in diesem Jahr jedenfalls ins Schwarze. Geehrt werde die Oper Frankfurt für „ein ungebrochenes Vertrauen in die Kraft des Ensembletheaters“. Die Berechtigung dieses Lobes könnte das Haus am Main nicht besser unter Beweis stellen, als mit der aktuellen Wiederaufnahmeserie von Mozarts Hochzeit des Figaro, die nahezu vollständig mit Bordmitteln bestritten wird.
(…)
So bietet diese Wiederaufnahme ein musikalisch und szenisch unbeschwertes Vergnügen. Nach dreieineinhalb wie im Fluge vergangenen Stunden verlässt das Publikum beschwingt und mit einem Lächeln auf den Lippen das Opernhaus.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Die jungen Sänger aus dem Ensemble bzw. Opernstudio begeisterten mit Elan und schönen Stimmen, die gleichermaßen zu loben sind. Allen voran Kihwan Sim (Figaro), Louise Alder (Susanna), Iurii Samoilov (Graf) und Nina Tarandek (Cherubino). (…)
Dirigent Karsten Januschke entlockte dem gar nicht so klein besetzten Orchester mitunter hauchzarte Töne. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

Die tote Stadt, Wiederaufnahme vom 2. Oktober 2015

… Welchʼ großes Glück widerfuhr der zweiten Reprise von Erich Wolfgang Korngolds Jugendoper Die tote Stadt unter der Stabführung von GMD Sebastian Weigle. Selbstbewusst, konzentriert offenbarte der umsichtige Dirigent die symphonische Pracht dieser Partitur, die Tempi spannungsvoll ausgereizt, neben Aggression und Attacke wurden auch die melodiösen Lyrismen prächtig ausgeleuchtet. Weigle verstand es zudem, in komplexer Lesart die raffiniert instrumentierten Klänge selbst während der expressiven Orchestereruptionen prachtvoll zu bändigen und zauberte mit dem hervorragend disponierten Frankfurter Opern- und Museumsorchester einen weichen, herrlichen Sound. Bravo! (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) Alle vier Hauptrollen sind neu besetzt, wobei Björn Bürger in der Doppelrolle von Frank und Pierrot als echte Sensation gelten kann. Was für ein kräftiger, ausdrucksstarker, herrlich nuancierter Bariton, der jeden Auftritt zum Erlebnis macht. Sara Jakubiak als Marietta gelingt vor allem in den kräftigen Sopranhöhen Außerordentliches (…). Ein in jeder Hinsicht fesselnder Opernabend, der frenetischen Applaus einheimste.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Am Schluss der Vorstellung minutenlanger, nicht enden wollender Applaus des begeisterten Publikums mit zahlreichen Bravo-, Brava- und Bravi-Rufen für das Sängerensemble, das Orchester und seinen Dirigenten. Als Rezensent schließe ich mich mit einem „Bravo!“ an den Intendanten Bernd Loebe für die Wiederaufnahme dieser Produktion an.

Udo Pacolt, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Mauro Peter vom 13. Oktober 2015

(…) Mauro Peter, dessen Stern am Tenorhimmel gerade aufgeht, besitzt die (in diesem Fach zu seltene) Gabe der Natürlichkeit. Das umfasst seine Legato-Kultur, die jederzeit verständliche Aussprache sowie, technisch, den bruch- und makellosen Ausgleich der Tonhöhen und Stimmregister. Vor allem seine piano-Einsätze in der Höhe berühren die Seele (…). Glück für die, die dabei waren, und reich beschenkt in den kalten Frühherbstabend hinausgingen.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Völlig im Einklang mit dem Solisten, die ruhige, subtile Begleitung des grandiosen Pianisten Helmut Deutsch. Jeder Interpret darf sich glücklich schätzen, diesen bewundernswerten Partner an seiner Seite zu wissen. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Iwan Sussanin, Frankfurter Erstaufführung vom 25. Oktober 2015

(…) Einer der Gründe, warum ich zu dieser Premiere nach Frankfurt gefahren bin, war das Engagement eines Regisseurs der klassischen Moderne: des nunmehr 80-jährigen Harry Kupfer, der ja auch mit dem Salzburger Rosenkavalier eben erst wieder bewiesen hat, dass er voll „da“ ist. Letzte Saison hat man in Frankfurt Prokofiews Spieler in seiner Regie hoch gepriesen. Ich zögere nicht, nun auch diese Glinka-Interpretation als ein Ereignis zu bezeichnen. Natürlich auch deshalb, weil Inszenierung und musikalische Wiedergabe von gleich hoher Qualität sind. Das „Opernhaus des Jahres“ unter seinem vortrefflichen Intendanten Bernd Loebe hat sich wieder einmal um die Ausgrabung einer wertvollen Rarität verdient gemacht. (…)

Sieglinde Pfabigan, www.der-neue-merker.de

(…) Generalmusikdirektor Sebastian Weigle legte großen Wert auf Transparenz und sorgte für einen warmen, bisweilen umschmeichelnden Klang. Die Balance zwischen Graben und Bühne stimmte durchweg, was sich ebenso in den großen Chortableaus positiv bemerkbar machte. Tilman Michael hatte Chor- und Extrachor perfekt vorbereitet, die eine grandiose Leistung boten. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle schöpft das Frankfurter Opern- und Museumsorchester nicht nur die reichhaltige Farbpalette, sondern auch die fließende Kantabilität der Musik mitreißend aus. Bestens disponiert zeigt sich auch der von Tilman Michael geführte Opernchor. Mit der Sopranistin Kateryna Kasper, die der Partie der Antonida berührend reine Klanglyrik verleiht, dem höhensicheren Tenor Anton Rositskiy als Sobinin und der herausragenden, mit glühendem Mezzotimbre aufwartenden Katharina Magiera als Wanja besitzt das Solisten-Ensemble eine außerordentliche Qualität.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Dann ist da noch die anrührende Geschichte vom Vöglein, das aus dem Nest fiel, gesungen von Wanja, dem tatkräftigen Ziehsohn des Sussanin: Katharina Magieras stimmfeiner Mezzosopran hält einmal mehr gefangen. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Einer der Gründe, wenn nicht der wichtigste, dass die Glinka-Oper in Frankfurt kreiert wurde, hieß John Tomlinson. Der inzwischen wahrlich in das Fach der urslawischen Riesenbässe hineingewachsene ehemalige Wotan, dessen gewaltige, ja ungefüge Stimme dennoch auch in vielerlei Nuancierungen kontrollierbar bleibt, hat keine Schwierigkeiten, das Klischee des russisch-bäuerlichen Patriarchen und aufrechten Volkshelden zu erfüllen und überzuerfüllen und dennoch den Anschein größter Triftigkeit, ja Natürlichkeit zu erwecken. Spätestens in seiner großen finalen Passionsarie verschmolz er tatsächlich mit dem Ideal einer schlichten Leidens-Ikone. Für einmal entfiel der Unterschied zwischen standardisierter Theatralik und großer Menschendarstellung.

Hans Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Der von Tilman Michael einstudierte Chor und Extrachor der Frankfurter Oper ist dann auch eine Ohrenweide – prachtvoll obertonreich im Forte, einfühlsam säuselnd im Piano und selbst in den verschachtelten Fugen noch exzellent zusammen. Dank der hervorragenden Personenführung von Regiealtmeister Harry Kupfer erhält die Masse hier auch individuell-charaktervolle Gesichter (…).

Ursula Böhmer, SWR 2 / Kultur aktuell

(…) Ein insgesamt umstrittener, aber umso lohnenswerterer Opernabend.

Peter Jungblut, BR-Klassik / Leporello

Hänsel und Gretel, Wiederaufnahme vom 29. Oktober 2015

(…) Das war alles sehr überzeugend und wurde von [Regisseur Keith] Warner mit der ihm eigenen großen Versiertheit auch phänomenal umgesetzt. Hier haben wir es mit einer grandiosen, regelrecht preisverdächtigen Inszenierung zu tun, deren hohen Qualitäten offenkundig sind. (…)

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

(…) Ein tief romantischer Hörnerklang, sattes Blech, mit dem das von Rasmus Baumann couragiert geleitete Opern- und Museumsorchester so wenig geizte wie später die Hexe mit Mandeln und Zuckerwerk. (…)
(…) Der Weihnachtsbaum glänzt, und es glänzen auch die Augen der vielen Kinder auf der Bühne und (bei den Nachmittagsvorstellungen) im Zuschauerraum. Der von Dae Myeong Park geleitete Kinderchor lieferte hierfür ein solides Fundament.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Don Carlo, Wiederaufnahme vom 7. November 2015

Die Produktion von Giuseppe Verdis Don Carlo in der fünfaktigen italienischen Fassung von 1886 (die ihre Erstaufführung in Modena erlebte) in der szenischen Umsetzung von David McVicar aus dem Jahr 2007 gehört zu den beliebtesten Inszenierungen des Frankfurter Publikums. Entsprechend erlebt sie derzeit bereits ihre fünfte Wiederaufnahme. Diese bewegt sich auf einem vokalen Niveau, das man in dieser Homogenität des Ensembles selbst in Wien oder New York nur selten zu hören bekommt. Die besuchte Aufführung am vergangenen Sonntagnachmittag wurde so zu einem veritablen Sängerfest, welches von den Zuschauern im ausverkauften Opernhaus mit Ovationen gefeiert wurde. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Wookyung Kim gab einen ganz einprägsamen, durchgreifenden spanischen Infanten ab. Ihm zur Seite stand Tatiana Monogarova, die als Elisabeth von Valois ihr überzeugendes Debüt am Frankfurter Opernhaus gab. (…).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Ensemblemitglied Andreas Bauer kann als Philipp schon vom ersten Einsatz an restlos überzeugen. Er führt seinen dunklen, machtvollen Bass in allen Lagen sicher. Die Partie passt ihm stimmlich wie angegossen. Habituell dominiert er die Szene mit schierer physischer Präsenz. Sein Philipp ist ein kalter, brutaler Machtmensch, der sein Gefolge bereits durch seine Anwesenheit einschüchtert. Umso berührender wirkt sein Monolog zum Beginn des vierten Akts („Sie hat mich nie geliebt.“). Sehr eindrucksvoll gerät auch das anschließende Wortduell mit dem Großinquisitor. In der Rolle des bösartig-gefährlichen Kirchenfürsten hat man in Frankfurt Magnús Baldvinsson bereits erlebt (…). Baldvinssons Stimme präsentiert sich mit einer bedrohlichen Schwärze, die keinen Zweifel daran lässt, dass im hinfälligen Körper des verdorbenen Greises ein unbeugsamer Wille wohnt. (…)
Ebenfalls in ihrer Rolle bewährt ist Tanja Ariana Baumgartner als Eboli. Ihre souveräne Beherrschung der Partie hat seit der letzten Wiederaufnahme noch eine Steigerung erfahren. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, muss ich dennoch bemerken: immer wieder gelingt es der Intendanz der Oper Frankfurt Wiederaufnahmen mit interessanten Sängern neu zu besetzen und nun dazu in  den Aufführungen im Dezember und Januar in doppelter Ausführung. Das Haus sorgt immer wieder für höchst angenehme Überraschungen! (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Paula Murrihy vom 10. November 2015

(…) Paula Murrihy, die 37-jährige gebürtige Irin, ist in Frankfurt als Ensemblemitglied der Oper bestens bekannt – ein blühender Mezzosopran, dessen volles und genau eingefasstes Volumen in allen Registern von gleicher, wohltönender Fasson ist mit einer festen, vibratoarmen Tonbildung, die sich bei schönem, nicht zu glatten und nicht zu scharfem Obertonspektrum vollzieht. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) In den sechs Jahren ihres Engagements an der Frankfurter Oper hat sich Paula Murrihy immer wieder in die Herzen ihres Publikums gesungen. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Der fliegende Holländer, Premiere vom 29. November 2015

(…) David Bösch beruft sich auf Wagners Uraufführungsfassung von 1843, in der es keine finale Erlösung gibt. Packend, mit überwiegend plausiblen Bildern erzählt Bösch in Frankfurt diese Dystopie, in der letztlich alle verflucht sind: Die tot Lebenden ebenso wie die lebenden Toten.

Ursula Böhmer, BR-Klassik / Leporello

(…) Regisseur David Bösch legt eindringliche Porträts von gequälten Seelen an. Zugegeben ungewöhnlich für jene, die mit der Erwartung ans traditionelle Holländer-Schiff gekommen waren, aber genau deshalb so überzeugend. (…)

Manuela Klebing, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Die Regie von David Bösch ist wirksam, nicht zuletzt auch dank des Bühnenbilds von Patrick Bannwart und des Spiels der Darsteller, die sehr gut den Kontrast der zwei Welten in dieser romantischen Wagner-Oper wiedergeben: die innere Sphäre der Senta und des Holländers, wie auch die materialistische und bürgerliche Umgebung der anderen Charaktere. (…)

Stefano L. Borgioli, www.artearti.net (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Diese Gang von Untoten macht schon beim ersten Auftritt Laune. Mit dicken Harleys rollen die Rocker auf die Bühne, bleiche Gestalten, komplett mit schwarzer Lederweste, dampfender Kippe und schlechten Manieren. Auf dem Rücken das Logo ihres Klubs: „The Flying Dutchman“. Angst und Schrecken werden sie verbreiten in der Dorfbevölkerung, keine Frage. Zumal ihr Boss ein Hüne mit bezwingendem Bariton ist. (…)

Thomas Wolff, Wiesbadener Kurier

(…) Wolfgang Koch gibt dem Holländer ebenso markante Statur wie Andreas Bauer dem Daland, beide durchdringend, druckvoll und kernig. Erika Sunnegårdh gibt ihrer Senta die passende Verzweiflung und Tragik mit, lässt sie ausdrucksvoll beben und bangen (…).
Jubel und herzlicher Applaus auch für den Steuermann Michael Porter: ein stimmschöner Tenor, der seine Rolle als lebenslustiger Seemann frisch und sympathisch ausspielt. (…)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(…) Erika Sunnegårdh [singt], der Originalversion entsprechend, die Ballade in a-Moll, was ihr mehr Schärfe, auch Kälte gibt. Und stimmlich macht sie das alles mit jugendlich dramatischer Verve bis ins Ekstatische. Wolfgang Kochs erster Holländer beeindruckt durch die pure Macht, ja Wucht seines Bassbaritons, düsteren Nachdruck, mit dem er die Figur fast kolossal wirken lässt. Vokal hat die Premiere großes Format. (…)

Gerhard R. Koch, Opernwelt

(…) Der Holländer und Senta haben sich gefunden: Sie will aus der realen in eine irreale, er aus einer irrealen in eine reale Welt. Und wie Wolfgang Koch und Erika Sunnegårdh das stimmlich realisieren, ist großartig. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Es ist eine düstere, gespenstische Atmosphäre, die Regisseur David Bösch auf die Frankfurter Opernbühne bringt. Ganz im Sinne einer „Schwarzen Romantik“, die durchaus in Wagners Fliegendem Holländer steckt. Bösch zeigt diese Oper als eine Art Endzeitvision voller Todessehnsucht der Protagonisten, behutsam modernisiert, ohne dem Stück Gewalt anzutun.
(…) Neben Wolfgang Koch steigert sich Erika Sunnegårdh als vom Wahn besessene Senta zu dramatischer, expressiver Größe. Mit wunderbar lyrischer Emphase singt Daniel Behle den verzweifelt verliebten Erik. Als Frankfurter Ensemblemitglieder brillieren Andreas Bauer als kerniger Daland, Michael Porter in der Partie des Steuermanns und Tanja Ariane Baumgartner als Mary. Einhelliger Jubel für diese hochspannende Neu-Inszenierung.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Dieser neue Holländer ist musikalisch und sängerisch kaum zu toppen. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Doch das größte Ereignis bei dieser Holländer-Premiere am Sonntagabend war zweifelsohne die musikalische Leistung des Frankfurter Opernorchesters unter der Leitung von Bertrand de Billy, der seit der Spielzeit 2014/15 ständiger Gastdirigent in Frankfurt ist. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(…) Beim Dirigat von Bertrand de Billy jedenfalls waren so differenziert auftretende Stimmen wie die von Koch, Behle oder auch der hoch dramatischen, aber nie lauten Erika Sunnegårdh als Senta bestens aufgehoben. De Billy hielt das Opern- und Museumsorchester zu einem entsprechend beweglichen Wagner-Ton an, der extreme Tempopositionen kannte, mal den hervorragend einstudierten Chor zu einem Parlando in Spitzengeschwindigkeit antrieb (in der Spinnstube), dann aber auch – gleich in der Ouvertüre – beinahe dem Stillstand sich näherte. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Dass die Frankfurter Oper seit vielen Jahren über einen exquisiten Chor verfügt, wurde erneut mehr als deutlich. Tilman Michael hatte Chor und Extrachor perfekt vorbereitet, sodass nicht nur der berühmte Matrosenchor zu einem Hörereignis wurde. Frauen- wie Männerchor beeindruckten durch Intonationssicherheit und einen perfekten Zusammenklang. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Fazit: Ein imposanter Opernabend, der die Fahrt nach Frankfurt wieder einmal voll gelohnt hat! Man kann gut nachvollziehen, dass dieses beachtliche Haus vor kurzem von der Fachzeitschrift Opernwelt zusammen mit dem Nationaltheater Mannheim zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt wurde – eine Auszeichnung, die es sich mehr als verdient hat.

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

Lucia di Lammermoor, Wiederaufnahme vom 5. Dezember 2015

Diese Kritik, lieber Leser, wird sehr langweilig. An der Frankfurter Oper wurde Donizettis Lucia di Lammermoor wiederaufgenommen, und wir sehen uns gezwungen, das zu berichten, was wir regelmäßig berichten: Es gibt kaum Gravierendes zu kritisieren. Stattdessen: Gelungene Rollendebüts sind zu erleben. Die Besetzung kommt ohne Gäste aus und ist ohne Abstriche hervorragend. Das Orchester spielt vorzüglich. Die Chöre sind eine Wucht. Schon der reichlich gespendete Zwischenapplaus ist frenetisch, der Schlussapplaus jubelnd. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Sängerisch war der Abend ein voller Erfolg des Frankfurter Ensembles: Brenda Rae riss das Publikum zu Jubelstürmen hin, erreichte die schönsten Spitzentöne und kletterte virtuos durch die Koloraturen. Auch Mario Chang wusste als Edgardo stimmlich zu überzeugen. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Quinn Kelsey vom 8. Dezember 2015

(…) In drei Liedern von Johannes Brahms fand er [Quinn Kelsey] reizvolle Farben zwischen Rauheit und Wärme; romantische Gemütlichkeit ging hier eher von Pianist Llŷr Williams aus, der den Flügel ausnehmend schön zum Klingen brachte. Mit nebelverhangener, britisch-melancholischer Folklore von Gerald Finzi (drei Lieder aus Let us Garlands bring op. 18) erschloss Kelsey seiner kernigen, kraft- und charaktervollen Stimme weitere Dimensionen, abschließend noch übertroffen von vier mächtig ausgreifenden Liedern Modest Mussorgskis.(…) 

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Den Höhepunkt des Abends wusste Kelsey mit den „Liedern und Tänzen des Todes“ von Mussorgski zu setzen. Die samtige Schwärze seiner Stimme, die noch im Ausdruck zurückgenommener Trauer spürbare sängerische Glut bannte die Aufmerksamkeit des Publikums. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Am Klavier saß Llŷr Williams wie ein mimo-dramatischer Kontrapunkt zur Kelsey’schen Statuarik. Der walisische Pianist folgte nicht nur auf den Tasten nahtlos, sondern ging auch bis in die Lippensynchronizität im Vokalen auf. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Die diebische Elster, Wiederaufnahme vom 11. Dezember 2015

(…) Insgesamt wird hier ein unterschätztes Meisterwerk Rossinis in einer virtuosen Inszenierung und mit einer rollendeckenden Besetzung geboten. Das Wiedersehen und -hören lohnt sich.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Der Graf von Luxemburg, konzertante Frankfurter Erstaufführung vom 31. Dezember 2015

Die Frankfurter Oper gilt nicht unbedingt als Hort der Operette. Wie gut sie sich indessen auch auf dieses Metier versteht, bewies das stimmstarke Ensemble mit Gästen bei der Erstaufführung von Franz Lehárs Der Graf von Luxemburg im Opernhaus.

(…) Ein Riesenerfolg fürs Frankfurter Opernhaus!

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Der Erfolg dieser in heiterer Sektlaune schwelgenden Premiere fußte (…) auf den durchweg hervorragenden musikalischen Leistungen. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Stimmlich war das Ganze oberste Liga: der René wurde von Daniel Behle gegeben, der, bei gleicher vokaler Geschliffenheit, aber einem Mehr an Verve und feiner Expression, wie ein Nicolai Gedda wirkte. Trefflich und im Schauspielerischen die beste Figur von allen machend, Sebastian Geyer als Baron Basilowitsch. Im Operetten-Mimischen mit ihrer schönen Stimme ganz aufgehend Louise Alder. Sie und Simon Bode mit sehr guter Diktion und schlankem Stimmprofil bildeten das „Buffo“-Paar. Margit Neubauer als Gräfin Stasa Kokozow glänzte mit einem Hauch verruchter Diseusen-Stimmfertigkeit in ihrer kurzen Rolle.
Der Star des Abends war Camilla Nylund als die umschwärmte Sängerin Angèle Didier, mit einer volumenreichen und offensiv geführten, gewichtigen Stimme. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Musikalisch zeigen sich (…) Sänger, Chor und Frankfurter Opern- und Museumsorchester bestens aufgelegt. Die junge Dirigentin Eun Sun Kim hat Chor und Orchester mit ihrer präzisen und aufmerksamen Führung hervorragend im Griff. Eine weit ausholende Armbewegung der zierlichen Person, und schon legt das Orchester schwungvoll los. Mit gleicher Reaktionsschnelle fügt sich der Chor in seine nicht ganz einfachen Partien. Auch sängerisch präsentiert sich die Oper wieder von ihrer besten Seite. Daniel Behles nie metallisch auftrumpfender Tenor schmiegt sich genial an den dramatischen Sopran von Camilla Nylund, deren Stimme in den Spitzentönen stets ihren vollen Klang bewahrte. (…)

Susanne Döring, Darmstädter Echo

Der Rosenkavalier, Wiederaufnahme vom 9. Januar 2016

(…) Der Rosenkavalier bleibt auch in seiner zweiten Spielzeit ein musikalisches und szenisches Glanzstück im an guten Produktionen nicht armen Repertoire des Frankfurter Opernhauses.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Die musikalische Gestaltung bewegt sich – Sebastian Weigle hat die Leitung beibehalten – auf höchstem Niveau. (…) Maria Bengtsson singt die Marschallin zart, empfindsam, zerbrechlich. Karl-Heinz Lehners Ochs wienert sich mit kaum gemütlich abgefederter Bösartigkeit an die überraschend resolute Sophie (Kateryna Kasper) heran. James Rutherford gibt den Faninal im aufdringlichen Ton des Neugeadelten und sieht dabei aus wie Helmut Markwort. Frisch, in jugendlichem Entdeckungseifer betört Jenny Carlstedt als Octavian, ein herausragendes Rollendebüt. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Le cantatrici villane (Aufstieg der Sängerinnen), Premiere vom 23. Januar 2016

Spätestens beim trampelnden Applaus ist klar, warum die Cantatrici villane von Mozarts Zeitgenosse Fioravanti einen Siegeszug durch ganz Europa antraten. Und warum selbst Goethe die barocke Perle in Weimar inszenierte und sie als Lieblingsoper Napoleons galt. Mit der wachen Inszenierung von Caterina Panti Liberovici beweist die Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot jedenfalls mehr als nur die Repertoirefähigkeit des Werks (…).

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Caterina Panti Liberovici inszeniert kein vordergründiges Gag-Theater (…), sondern eine sublime Komödie für Kenner, die einen wahren Kern des Opernbetriebs, das oft unbarmherzige Spiel mit den Gefühlen, nicht verschweigt. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Frankfurt vertraute sich einer Bearbeitung von Roberto Tigani an, der das teilweise im neapolitanischen Dialekt geschriebene Libretto (Giuseppe Palombo) ins Italienische übersetzte. Damit wurde eine ursprünglich drastischere Scherzschicht gleichsam kultiviert. Auch die Inszenierung von Caterina Panti Liberovici vermied wohltuend allzu grellen Klamauk. Kein Akteur war angehalten, sich blamieren oder sein Scheitern angestrengt markieren zu müssen. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Überhaupt schafft es die Regisseurin Caterina Panti Liberovici, das Stück interessanter zu machen, als es eigentlich ist, weil sie die Realitätsebenen vermischt, weil das Bühnenbild einem Zuschauerraum gleicht, die Sänger selbst zu Zuschauern werden, Rollen annehmen und ablegen, weil sich der Kapellmeister Don Bucefalo in einer Art Rahmenhandlung die Oper imaginiert, die Charaktere erfindet. Es gibt also etwas zwischen Mozart und Rossini, das dank der Regie, des Dirigats und der Sänger in Frankfurt der Vergessenheit nachhaltig entrissen worden ist.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Die Frankfurter Gesangssolisten werfen sich lustvoll in diesen Buffa-Spaß hinein. Herausragende Männerpartie: der junge Bariton Björn Bürger, der den großmäuligen Aufreißer Don Bucefalo mit Hingabe mimt und singt, so nuancenreich wie druckvoll. Der gebürtige Darmstädter, ausgebildet in Frankfurt und von Intendant Bernd Loebe 2013 fest verpflichtet, meistert hier seine erste große Rolle im Frankfurter Ensemble mit Bravour und erntet Bravos und kräftigen Beifall. (…)

Thomas Wolff, Allgemeine Zeitung Mainz

(…) Es ist eine durch ihre ungemeine Nähe faszinierende Bühnensituation, die den Sängern besondere schauspielerische Fähigkeiten abfordert. Und die zeigt allen voran Buffo-Bariton Björn Bürger, der als selbstsüchtiger Maestro zu glänzen weiß. Vom ersten Moment an hat der 30-Jährige die Bühne nicht nur stimmlich voll im Griff, wenn er die geschmeichelten Damen zum Vorsingen animiert und sich bald als allmächtiger Hahn im Korb zu fühlen beginnt, dem die Frauen – und mit ihnen vermeintlich die ganz Welt – zu Füßen liegen. (…)

Björn Gauges, Fuldaer Zeitung

(…) Rosa, die hoffnungsvollste der vier Primadonnen, wird gesungen von Jessica Strong mit leichter, reizvoller Schärfe, ihr häufig im unangenehm hohen Passaggio-Übergangsbereich gelegener Part ist technisch höchst anspruchsvoll, hörte sich aber vollkommen leichtgängig an.
Karen Vuong, die chinesisch-stämmige Sopranistin in der Rolle der Agata, klang insgesamt voller, aber auch sie vermittelte nie den Eindruck von Schwere oder Gewicht. Katharina Ruckgaber und Maren Favela komplettierten das Quartett mit „Sehnsucht nach was Besseres“ auf Augenhöhe.
Neben Thomas Faulkner als zum Intendanten sich berufen fühlender Don Marco trat auch Michael Porter sehr angenehm in Erscheinung – stimmlich, aber auch optisch, schließlich trug der aus der Fremde heimkehrende, totgeglaubte Ehemann der Rosa eine Ritterrüstung. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Es sind überhaupt die durchweg jungen Solisten, die dem zweieinhalbstündigen Abend Esprit verleihen. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Caterina Panti Liberovici hat die Komödie liebevoll inszeniert, unter Leitung von Karsten Januschke wird schwungvoll musiziert und wunderbar gesungen. Ein feines Vergnügen.

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

(…) Unter der zupackenden Leitung von Karsten Januschke präsentiert das Frankfurter Opernorchester die Partitur frisch und energiegeladen. Durch geschärfte Akzente entsteht ein unwiderstehlicher rhythmischer Drive. Die Streicher spielen historisierend vibratoarm und sorgen für ein transparentes und doch tongesättigtes Klanggerüst. Die Holzbläser bewältigen ihre mitunter virtuos fordernden Partien (Klarinette! Oboe!) tadellos. Die Hörner setzen präzise Farbakzente. In dieser konzentrierten und doch lockeren Selbstverständlichkeit hätte man den Musikern selbst beim Spielen von Tonleitern gerne eine Weile zugehört. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester (…) brachte die flotte Musik unter der einfühlsamen und oft auch temperamentvollen Leitung von Karsten Januschke hervorragend zur Geltung und wurde am Schluss vom begeisterten Publikum ebenso minutenlang gefeiert wie das exzellente Sängerensemble.

Udo Pacolt, www.der-neue-merker.eu

(…) Diese Opernrarität im Bockenheimer Depot macht szenisch und musikalisch großen Spaß. Als „Raritäten-Sammler“ sollte man sich diese Produktion keinesfalls entgehen lassen.

Thomas Molke, www.omm.de

Konzertmelodramen mit Anja Silja vom 26. Januar 2016

(…) Unter dem Titel Abschied von den Rosen gastierte „La Silja“ mit Melodramen in der Oper Frankfurt. Auch als Rezitatorin begnadet bei Stimme, wurde sie vom russischen Altmeister Andrej Hoteev am Klavier begleitet, der die melodramatischen Fundstücke ausgegraben hat. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Ihr [Anja Siljas] aktueller Abend im Frankfurter Opernhaus sprach gar von Abschied, und jedenfalls war dabei die Sängerin verabschiedet und eine Rezitatorin geboren. Denn Anja Silja nahm sich des als autarke Kunstform nahezu vergessenen Melodrams an und realisierte es in prägnanten, ja leuchtenden Beispielen. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Stiffelio, Frankfurter Erstaufführung vom 31. Januar 2016

Eine Verdi-Entdeckung: Nach Mannheim 2013 hat nun auch die Oper Frankfurt Verdis Oper Stiffelio wiederentdeckt. Die Inszenierung von Benedict Andrews beweist: Das vergessene Werk ist packendes Musiktheater mit zum Teil fiebrig aufgeladener Verdi-Musik. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(…) Benedict Andrews’ konsequente Regie und Johannes Schütz’ karge Bühne garantieren 150 Minuten atemlose Spannung. Das Publikum reagierte bei der Premiere am Sonntag einhellig begeistert (…).

Bettina Boyens, www.musik-heute.de

(…) Benedict Andrews bietet in Frankfurt eine schlüssige Aktualisierung und trägt damit wesentlich zur Rehabilitierung einer zu Unrecht vernachlässigten Verdi-Oper bei. (…)

Christine Franke, www.opernnetz.de

(…) Bernd Loebe hat ihn [Benedict Andrews], stets auf der Suche nach interessanten neuen Namen, an die Frankfurter Oper geholt.

Seine Handschrift ist nicht plakativ, bedient sich keiner privatistischen Chiffren. Andrews setzt darauf, das Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen spürbar zu machen, kann auf der Bühne schmerzhafte Spannung erzeugen. (…)

Werner Häußner, www.revierpassagen.de

(…) Starke Bilder sind das, getragen von einer souveränen Personenführung. (…)

Andreas Laska, Das Opernglas

(…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester spielt dazu unter dem Dirigat des jungen Jérémie Rhorer rhythmisch ausgefeilt und mit feinfühliger Dynamik. Rhorer passt die Lautstärke stets den Gegebenheiten auf der Bühne an. Ein pulsierender Abend (…). Herzlicher Applaus vom ausverkauften Haus.

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

 (…) Das Orchester ist unter Jérémie Rhorer fantastisch. Der Chor zeigt sich stimmstark. Heftiger Beifall.

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Ein tenorales Epizentrum: Russell Thomas als Priester Stiffelio, sein Beben hätte ganz andere Kirchen fundamental erschüttern können. Der Tenor aus Miami hat Power und Charisma, klingt intensiv und schön, vermeidet jedes Schluchzen und Stolzieren, ist alles in allem eine Idealbesetzung. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Gedemütigt, unter Zwang verführt und dennoch verzweifelt liebende Gattin ist Sopranistin Sara Jakubiak auch stimmlich stark präsent. Ihr Arien-Gebet am Grab der Mutter – Frauen sind da unter Plastikhauben kreisförmig aufgebahrt – gehört zu den berückenden Momenten dieser Oper. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Stankar, der Vater der untreuen Lina, ist ein Verfechter von Ehre und Anstand – nach außen hin. (…) Dario Solari aus Uruquay singt sich bei seinem Debüt in Frankfurt mit seinem warmen, raumgreifenden Bariton gleich in die Gunst des Publikums. (…)

Regina Tauer, Wetzlarer Neue Zeitung

(…) Das Ringen um Vergebung ist ein Kampf um zivilisiertes Verhalten: Das vermittelt der amerikanische Tenor Russell Thomas mit großer Eindringlichkeit und einer großen Stimme, die über alle Register ihre Spannung nicht verliert. Mit bulliger Kraft verschließt er sich seiner Frau, die den Liebesverrat bereut und um ihre Ehe kämpft. Den Liebhaber (Vincent Wolfsteiner mit hell timbrierter Stimme als Karikatur des verwitterten Draufgängertypen) serviert sie umstandslos ab. Aber als der Vater ihn tötet, plötzlich der abgeschlagene Kopf auf der Bühne liegt und die Regie die blutige Wirklichkeit der Rache in die dezent-abstrakte Szenerie einbrechen lässt, gerät sie in einen Strudel der Gefühle. Sara Jakubiak macht diesen Weg glaubhaft mit einem differenziert eingesetzten und dramatisch beweglichen Sopran, der auch lyrische Töne von zarter Leuchtkraft produziert. (…)

Johannes Breckner, Allgemeine Zeitung Mainz

(…) Der aus Florida stammende Tenor Russell Thomas ist für die Partie des Charismatikers ein Glücksfall: hell leuchtend im Forte, prägnant noch in der feinsten mezza voce-Nuance, dazu ein Darsteller mit Ausstrahlung. Der französische Dirigent Jérémie Rhorer nahm sich der deutlich von Verdi-Klischees abstechenden, vorrangig vokal beflügelten Musik mit wachem Klangsinn, vor allem für intime Färbungen, an.

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt   

(…) Unter Jérémie Rhorer spielt das Orchester präzise, klangschön, transparent und mit sängerfreundlicher Dynamik. Das Ensemble zeigt bis in die Nebenrollen Charakter: Alfred Reiter, ein knorriger Geistlicher; Beau Gibson (Federico) und Maria Pantiukhova (Dorotea) und, vom Librettisten Francesco Maria Piave arg an den Rand gedrängt, der unglückliche Liebhaber Raffaele (Vincent Wolfsteiner). Eine gelungene Ehrenrettung dieser Oper am Frankfurter Haus (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Eine schnörkellose, packende Aufführung, die vom Publikum am Sonntag mit großem Beifall gefeiert wurde. (…)

Johannes Breckner, Darmstädter Echo

Die Sache Makropulos (Věc Makropulos), Wiederaufnahme vom 5. Februar 2016

(…) Knapp drei Jahre sind seit der Premiere dieser Oper vergangen – in Anbetracht eines Lebensalters von rund 330 Jahren für die Darstellerin der Emilia kein größeres Problem. Damals wie heute hieß die Sängerin Susan Bullock. Damals wie heute wurde sie am Ende mit Applaus überschüttet. (…)
(…) Das diesmal von Jonathan Darlington geleitete Oper- und Museumsorchester bewies einmal mehr Gefühl für die musikalische Sprache des mährischen Meisters. Neben der Hauptdarstellerin Susan Bullock waren Michael König (Albert Gregor), Sebastian Geyer (Jaroslaw Prus) und der füllige Nicky Spence als Sohn Janek weitere Garanten für eine erfolgreiche Wiederaufnahme.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Giulio Cesare in Egitto, Wiederaufnahme vom 12. Februar 2016

(…) Das prominenteste Traumpaar der Antike ist zurück an der Oper Frankfurt. Dabei zeigte sich, dass Bernd Loebes Ensemble auch im barocken Bereich mit den Großen der Branche mitziehen kann.
Gaststar Andreas Scholl, der Cäsar in Salzburg an der Seite Cecilia Bartolis gesungen hat, traf jetzt in Frankfurt im jungen Ensemblemitglied Louise Alder auf eine Cleopatra, die stimmlich und darstellerisch eine echte Wucht ist. (…)
(...) Novizin Nina Tarandek (Sesto) (…) gelang ein makelloses Rollendebüt. (…) Wieder überzeugend das Barockorchester unter Erik Nielsen.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Oberto, konzertante Frankfurter Erstaufführung vom 18. Februar 2016

(…) Die Frankfurter Sänger bewältigten ihre Aufgaben auf superbe Weise und trugen ihren Teil zu einem begeisternden Verdi-Abend bei.
(…)
Insgesamt war es eine gelungene und mitreißende Werbung für Verdis Opernerstling (…).

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Rundum überzeugen konnte Kihwan Sim aus dem Frankfurter Ensemble in der Titelrolle. Mit schönem Timbre, elegantem Legato und sensibel gesetzten Ausdrucksnuancen setzte der junge Sänger einen der Glanzpunkte dieser Aufführung und bestätigte so einmal mehr, dass die Ehrenrettung der Frankfurter Oper für Verdis Jugendwerk insgesamt durchaus gelungen war. (…)

Christoph Wurzel, www.bachtrack.com

(…) Ihr Debüt am Haus gab Maria Agresta  (…). Ein italienischer Sopran, wie man ihn heute selten hört, unangestrengt strömend, mit einem kontrollierten, den Ton bereicherndem Vibrato, einem hinreißenden Piano und einer flexiblen, am Ausdruck orientierten Dynamik. (…)

Werner Häußner, www.revierpassagen.de

(…) Das Herz der Oper aber schlägt in der Rolle der Cuniza, der gebeutelten Fast-Ehefrau, die sich großherzig auf Leonores Seite schlägt. Die Mezzosopranistin Claudia Mahnke agiert zurückhaltend und dennoch beeindruckend, da wird die große Erfahrung der Künstlerin auf den Bühnen der Welt erkennbar. (…)

Martina Himmer, Main-Echo Aschaffenburg

(…) In Frankfurt erfährt Verdis Partitur dank des jungen Italieners Jader Bignamini am Pult des zu großem Engagement aufgelegten Orchesters eine erstklassige Behandlung. (…)

Werner Häußner, www.der-neue-merker.de

(…) Der italienische Dirigent Jader Bignamini, der in Frankfurt sein Deutschland-Debüt gab, wirkte als solider und wohltemperierter Anführer. Schwungvoll und ausdifferenziert sein Verdi, mit verfeinertem Hum-ta-ta und glückender Hervorhebung der spitzenmäßigen Bläser des Opernorchesters. Glanzvoll der Chor, der die Handlung melancholisch und mitleidig begleitet.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Unglaublich agil, organisch artikulierend, fein differenziert, in markant zugespitzten Akzentuierungen präsentierte sich der von Tilman Michael bestens präparierte Opernchor und bot gesangstechnisch anspruchsvollen Belcantogesang allererster Güte.
(…)
Das Publikum (…) war hingerissen und spendete allen Beteiligten zehnminütige Ovationen.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.de

Liederabend Sandrine Piau vom 1. März 2016

Hohe, reife Kunstfertigkeit verbindet sich bei der französischen Sopranistin Sandrine Piau mit einer gelassenen Natürlichkeit. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Ihren Sopran führt Sandrine Piau so rein und klar wie ein Instrument. Schließlich bildet barocke Musik einen Schwerpunkt im Repertoire der französischen Sängerin. Die 50-Jährige sorgte mit ihrer Klavierbegleiterin Susan Manoff nun für einen uneingeschränkten Höhepunkt in der Liederabend-Reihe der Oper Frankfurt. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Die Pianistin Susan Manoff als „Begleiterin“ zu bezeichnen, wäre ungenügend. Die am Pariser Conservatoire unterrichtende Amerikanerin trug die Sopranistin Sandrine Piau beim Liederabend in der Oper Frankfurt geradezu auf den Flügeln der Musik. Susan Manoff kommuniziert mit dem Klavier, hört ihm zu, atmet mit ihm, lächelt und scheint sich zu freuen, wie es umsetzt, was ihre sensiblen Finger über die Tastatur eingeben: Gesten, Klänge, Phrasen, Harmonien. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Il trittico (Das Triptychon), Wiederaufnahme vom 13. März 2016

(…) Željko Lučić ist wie einst ihr unglücklicher Michele im Mantel und im Schlussteil der Titelheld Gianni Schicchi. Er nutzt seine Pause für eine grandiose Verwandlung vom tragischen alten Mann zum Witzbold, nicht im Dekor, sondern in der Persönlichkeit, die sich bei Lučić in jedem Handschlenker auswirkt.
(…) Vincent Wolfsteiner, neu im Ensemble, trumpft als Luigi im Mantel mit seinem herben, stabilen Tenor auf. Wer vorher nicht aufgepasst hat, staunt nicht schlecht, als Extraklassen-Frugola Claudia Mahnke zu hören. In Suor Angelica ist Suzanne Hendrix eine Fürstin, wie sie in dieser in Wucht und Herrschaft sich Bahn brechenden Leidenschaft praktisch nie zu hören ist. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) im Vergleich hat es in dieser Produktion nie eine bessere schauspielerische Leistung und intensivere Sänger gegeben. Das lag vor allem an dem in Frankfurt heißgeliebten Weltstar Elza van den Heever, die 2008 als Giorgetta ihr Europadebüt gab: Sie übernahm diesmal zusätzlich die Titelpartie der Suor Angelica aus dem Rührstück des Mittelteils und wurde damit zum Kraftzentrum des Abends. Derart intensiv warf sich die südafrikanische Sopranistin in die Rolle der gefallenen Adligen, die um ihr totes Kind trauert, dass ihr selbst beim frenetischen Schlussapplaus noch die Tränen kamen und sie schwer in die Realität zurückzufinden schien.
(…) dieser Abend (…) berührte tief.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Einmal mehr wird auch in dieser Produktion das Frankfurter Opernorchester zu einem Star des Abends. Unter der famosen Leitung von Jakub Hrůša setzt es Puccinis ungemein farbige Klangwelt bis ins Detail hinein transparent um und spielt in allen Gruppen mit sensiblem Klanggefühl bestechend schön. (…)

Christoph Wurzel, www.bachtrack.com

(…) Abgerundet wurde die exemplarische Wiedergabe des Tritticos durch den wie immer bestens disponierten Chor, den Tilman Michael vorbereitet hatte, und durch den von Markus Ehmann einstudieren Kinderchor. Nicht nur Opernfans sollten sich eine der folgenden Aufführungen nicht entgehen lassen. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

Messiah (Der Messias), Frankfurter Erstaufführung
der szenischen Fassung von David Freeman vom 27. März 2016

(…) die Neueinstudierung von David Freemans Kopenhagener Inszenierung von 2012 wurde zu einem Triumph künstlerischer Vision und glücklicher Planungsarbeit der Intendanz Loebe. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(…) Vor vier Jahren bereits realisierte der australische Regisseur David Freeman seine kühne Konzeption für Kopenhagen, und seitdem hat sie an Brisanz erheblich dazugewonnen – es war mithin ein ingeniöser Schachzug und geradezu prophetisch, ein Remake in Frankfurt zu planen. (…)
(…) Im Gedächtnis bleiben hervorragende sängerdarstellerische Vergegen-wärtigungen: die sehr verschieden timbrierten Sopranistinnen Elizabeth Reiter und Juanita Lascarro; der klar ansprechende Tenor von Martin Mitterrutzner, der machtvoll grandiose Bass von Vuyani Mlinde, die eines breiten Ausdrucks-Ambitus mächtige Altistin Katherina Magiera.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Dass der Frankfurter Opernchor nicht nur gesanglich, sondern auch darstellerisch Spitzenleistungen bringt, offenbart Händels Messias. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Größtes Lob gilt dem Chor und seinem Leiter Tilman Michael. Diese Partien auswendig zu singen, ist an sich eine großartige Leistung. Darauf bleiben die Sängerinnen und Sänger nicht reduziert. Geradezu genial gelingt ihnen ein Ausdruck, der dominiert ist von einer selten erlebten Spannung, Beweglichkeit und Intensität. (…)

Christine Franke, www.opernnetz.de

(…) Der von Tilman Michael einstudierte Chor bewältigt seine immense Herausforderung großartig und überzeugt durch Transparenz und beredte Diktion. Bei den Solisten ist es vor allem die Altistin Katharina Magiera, die durch den hoch differenzierten Einsatz ihrer stimmlichen Mittel und ihre Intensität im Ausdruck begeistert. Tenor Martin Mitterrutzner bewährt sich als Stilist mit nobler Stimmführung. Sehr prägnant singt Vuyani Mlinde die Bass-Stücke. Elizabeth Reiter und Juanita Lascarro teilen sich in jeweils mühelosem und stilgerechtem Vortrag die Sopran-Partie. Gero Bollmann sang bei der Premiere die erwähnte Arie zu Beginn des dritten Teil außerordentlich sicher und klar.

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz

(…) Vuyani Mlinde konnte seinen Bass in der Arie „The trumpet shall sound“ mit all ihrem apokalyptischen Furor prachtvoll zur Wirkung bringen. Schlicht und anrührend sang Gero Bollmann mit seinem Knabensopran die Arie „I know that my Redeemer liveth“.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Orchesterspiel gehört dabei zu den großen Pluspunkten des Abends. Markus Poschner animiert die Musiker zu plastischem und farbigem Spiel. Schon oft haben sich die Streicher in historisch informierter Aufführungspraxis bewährt und können es auch dieses Mal mit jedem Spezialensemble mühelos aufnehmen. Das Orchester ist durchgängig als eigenständiger Akteur präsent. Die Tempi sind mitunter straff, aber nie gehetzt. In der Dynamik setzt der Dirigent auf wirkungsvolle Kontraste. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Markus Poschner setzt Händels Musik mit dem Frankfurter Museumsorchester geradezu bildhaft um, wobei er die Kontraste im Hinblick auf die Szene schärft. Großartig die Leistung des Chores, und auch die Solisten der englisch mit deutschen Übertiteln gesungenen Aufführung passen sich überzeugend ins Gesamtkonzept ein.

Klaus Trapp, Wiesbadener Kurier

Radamisto, Frankfurter Erstaufführung vom 3. April 2016

(…) Tilmann Köhler heißt der junge Schauspielregisseur, dem jetzt im Bockenheimer Depot mit einfachen Mitteln Großes gelingt: Wache Personenregie, sparsame, aber wirkungsvoll eingeblendete Kriegsvideos und die richtige Prise Galgenhumor – schon wird aus Händels posenanfälliger Oper ein dichtes Kammerspiel erster Güte. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Die Produktion im Bockenheimer Depot macht mit einer hochkarätigen Besetzung und einem passenden Regie-Konzept deutlich, dass diese Händel-Oper den Sprung ins Repertoire verdient.

Thomas Molke, www.omm.de

(…) Der Frankfurter Intendant Bernd Loebe versteht Barockoper wohl auch als eine „Schule des Singens“, als eine wichtige und hilfreiche Station auf dem Wege einer langen und möglichst pfleglich absolvierten Sängerlaufbahn. Entsprechend war auch diese Aufführung, vokal auf mirakulös hohem Niveau, deutlich jung timbriert. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Tatsächlich hat Frankfurts Oper für die Zweitfassung des Werks eine festspielreife Besetzung aufgeboten: Countertenor Dmitry Egorov, der Mainzer Talentschmiede von Claudia Eder entsprungen, ist ein beeindruckend virtuoser Interpret der anstrengenden Titelpartie, die Händel dem legendären Kastraten Senesino anvertraut hatte. (…) Erheblichen Anteil am Frankfurter Beziehungs-Zauber haben auch die jugendlich-brillante Danae Kontora in der Hosenrolle des Fürsten Tigrane, Thomas Faulkner als Radamistos Vater Farasmane und Vince Yi, der als Sopranist das Publikum mit einem glockenreinen Fraarte begeistert. (…)

Volker Milch, Allgemeine Zeitung Mainz

(…) Stark in Ausdruck und Stimme ist Mezzosopranistin Paula Murrihy als Polissena, ausgemusterte Noch-Ehefrau des blutrünstigen Diktators. Dessen Verbündeten Tigrane gibt Danae Kontora mit feintimbriertem Sopran, hier in einer Hosenrolle, aber ohne Erfolg bei der angehimmelten Polissena. Als Zenobia, personifizierte Verzweiflung, ist der fulminante Mezzo von Gaëlle Arquez ungemein präsent, wenn sie die Furien um Hilfe anfleht, in einer Wahnsinnsarie, bei der einem der Atem stockt. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Mit Paula Murrihy und Kiwan Sim sind zwei der herausragenden Sänger des Ensembles eingesetzt, die beide dem Opernstudio entstammen und von Intendant Loebe mit sorgsam ausgewählten Einsätzen über Jahre behutsam aufgebaut wurden. Dmitry Egorov konnte sich schon in mehreren Nebenrolleneinsätzen als Gast am Opernhaus bewähren und wird nun völlig zu Recht endlich in einer Hauptrolle präsentiert. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Wäre Frankfurts Oper an der Börse notiert, hätte man nach dieser Premiere wohl auch einen steilen Kursanstieg registrieren können. Das Publikum beschränkt sich nicht aufs Klatschen, sondern feiert Ensemble und Orchester unter Leitung von Simone Di Felice mit heftigem Getrampel. Solche Begeisterung dürfte selbst für Frankfurt selten sein. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Liederabend Marlis Petersen vom 19. April 2016

(…) Selten erlebt man Sängerinnen dieser Extraklasse, die sich eine vollkommen unprätentiöse Art ohne Diva-Allüren bewahrt haben – so locker und unverkrampft stand die überragende Marlis Petersen auf der Bühne der Frankfurter Oper. Zunächst nahm sie ruhig, aber intensiv Blickkontakt mit dem Publikum auf und sang dann Schumanns Frauenliebe und -leben samt seiner verzopften Biedermeier-Texte mit einem emanzipiert freien Fließen, an dem nichts weiblich Unterwürfiges mehr unangenehm aufstieß. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

(…) Glasklare Deklamation zeichnet Petersens Liedgesang aus, eine kernige, ungemein biegsame, in allen Lagen angenehme, auch angenehm herbe Stimme, die im Delikaten immer etwas gesund Solides behält. Dazu jede Menge Witz und Meisterschaft der erfahrenen Opernsängerin. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Das schlaue Füchslein (Příhody lišky Bystroušky), Premiere vom 24. April 2016

(…) Im Nebeneinander von Tier- und Menschenwelt liegt (…) das Besondere an Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein. Diese beiden Welten, Zivilisation und Natur, sinnfällig auf die Bühne zu bringen, ist Ute M. Engelhardt bei ihrer Frankfurter Inszenierung vortrefflich gelungen. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Regisseurin Engelhardt gelingt es in ihrer einfühlsamen und aktionsreichen Inszenierung, den vielfältigen Aspekten des Werks gerecht zu werden. Sie macht deutlich, dass sich die Menschen offenbar nur in ihren Träumen von den Bürden der Gesellschaft lösen können. Lang anhaltender Applaus für alle Beteiligten.

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) der frühere Frankfurter Kapellmeister Johannes Debus, der seit 2009 Musikdirektor der Canadian Opera in Toronto ist, entfaltete gemeinsam mit dem brillant aufspielenden Opern- und Museumsorchester die farbenreiche Partitur Janáčeks auf vortreffliche Weise. (..)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Im Vertrauen auf eine Musik, die das Szenische anspitzt und beim vom Johannes Debus geleiteten Frankfurter Opern- und Museumsorchester traumhaft abzuheben versteht. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Die Partitur mit ihren ungezählten Motiven, den harten Schnitten und der so überaus großen Dichte an Einfällen stand beim Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Debus immer im besten Licht, es wurde forsch musiziert, aber nie zu riskant. Auch Chor und Kinderchor waren bestens präpariert.
(…)
Für die junge englische Sopranistin Louise Alder war die Partie des Füchsleins ein Debüt, das Fuchsrot des frechen Vamps stand ihr bestens. Ihr Sopran verfügt einfach über die richtige Frische, und er klingt trotzdem warm dabei. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Louise Alder ist ein famoses Punk-Girl, dessen geschmeidige Bewegungen auch hervorragend zur die Füchsin charakterisierenden Musik Janáčeks passen. Den Wildfang auf der Suche nach Liebe spielte Alder auf hervorragende Weise. Zudem sang die britische Sopranistin mit warmem und modulationsreichem Timbre, wunderbarer Linienführung und großem Ausdruck. Simon Neal stand ihr als Förster in nichts nach, der seine Gefühle für Schlaukopf nicht unterdrücken kann. (…) Neals balsamischer Bariton ist geradezu ideal für die Partie und entfaltete sich am Premierenabend auf vorzügliche Weise. Da blieben keine Wünsche offen. Eine ebenfalls starke Leistung bot Jenny Carlstedt als sehr einfühlsamer Fuchs, deren Mezzo ebenfalls sicher auf Linie geführt wurde. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger  

(…) Jenny Carlstedts jungenhafter Mezzo-Charme als Fuchs überzeugte derart, dass Füchsin Schlaukopfs Hingabe nach kurzem Zieren verständlich wirkte – und Louise Alders strahlender Füchslein-Sopran samt ihrem „Powergirl“-Spiel prägten den Abend.

Wolf-Dieter Peter, BR-Klassik / Allegro

(…) Das Publikum ist hin und weg.

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Ein großartiger Opernabend, der einen träumen lässt – von einer besseren Welt, in der die Tiere die besseren Menschen sind.

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

Der Ring des Nibelungen, Wiederaufnahme vom 5. bis 16. Mai 2016

[Das Rheingold:] (…) Die psychologisch fein durchdachte Ring-Inszenierung an der Oper Frankfurt genießt im sechsten Jahr ihres Bestehens Kultstatus. Beide Zyklen im Mai und Juli sind längst ausverkauft. (…)
(…) Aus dem Orchestergraben hatte GMD Sebastian Weigle diesmal ein besonderes Augenmerk auf die Blechbläser, deren langsame „Welterschaffung“ im Vorspiel denkwürdig gelang, ebenso wie das lärmende Auftritts-Trampeln der Riesen und die edel intonierten Visionen von Walhall.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

[Die Walküre:] Große Emotionen, urgewaltige Stimmen, packende Lichtregie und viele Bravos: An der Oper Frankfurt wurde Wagners Walküre wiederaufgenommen. (…)

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

[Siegfried:] (…) Das ist großes Musiktheater. Kein Wunder, dass sowohl Vincent Wolfsteiner, der den Siegfried bereits in Nürnberg gesungen hat, als auch die mit der Produktion bereits vertraute Rebecca Teem als Brünnhilde an beiden Abenden mit Jubelchören belohnt wurden.
(…)
Am Ende der Aufführung bejubelte das ausverkaufte Haus diese gelungene dritte Wiederaufnahme des Frankfurter Rings mit langen Standing Ovations.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Matthew Polenzani vom 31. Mai 2016

(…) Polenzanis Schöne Müllerin war kein exaltiert dramatischer, sondern ein musikalischer Fall. Dem Publikum fiel es zum Teil nicht leicht, ohne Zwischenapplaus auszukommen, nach der „Ungeduld“ (…) musste es dann anscheinend ungezogenerweise einfach mal raus. Polenzani legte es nicht nahe mit einem unaufdringlichen Vortrag, in tiefem Verein dabei mit seinem britischen Begleiter Julius Drake: Ernste Männer bei der Arbeit, die auf ein aufwendiges Gebaren verzichten konnten und verzichteten. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Seine [Matthew Polenzanis] durchaus vibratofreudige Stimme klingt fokussiert und angenehm leicht, führt bruchlos in die Höhe. (…) Viel Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Carmen, Premiere vom 5. Juni 2016

Barrie Koskys Carmen-Inszenierung an der Oper Frankfurt ist kultverdächtig. Frech, rasant, stilistisch eine glitzernd düstere Pracht und explodierend vor sprühenden Varieté-Einfällen kam die Premiere am Sonntag daher. In Paula Murrihy hat Kosky seine ideale Primadonna gefunden, denn die irische Mezzosopranistin kann nicht nur schillernd singen, sondern auch begnadet tanzen und spielen. (…)

Bettina Boyens, www.musik-heute.de

(…) An ihrer Seite braucht Joseph Calleja als Don José auch keinen übertriebenen Heldentenor zu mimen. Vielmehr nimmt Calleja mit lyrischer Emphase und Ausdruckskraft ein. Mit liebreizender Anmut gibt Karen Vuong das unschuldig in Weiß gekleidete Bauernmädchen Micaëla, und Daniel Schmutzhard verleiht seinem Stierkämpfer Escamillo im Sinne der Regie zuweilen parodistische Züge. Wunderbar quirlig agieren Kateryna Kasper und Elizabeth Reiter als Frasquita und Mercédès. Sebastian Geyer, Michael Porter und Kihwan Sim ergänzten die kleineren männlichen Rollen fabelhaft. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) unbedingt sehenswerte, bestens unterhaltende Aufführung (…).

Manuel Brug, Die Welt

(…) Paula Murrihy realisiert sängerisch und tänzerisch eine eher proteushafte Magie, vermittelt sich damit als eine Virtuosin ersten Ranges. Staunenswert auch die mühelose tenorale Substanz des Don José von Joseph Calleja, die durchaus auch den Passionsweg der Figur bis hin zu den unermüdet kraftvollen, aber vehement schmerzerfüllten Schlusssequenzen widerspiegelt.
Daniel Schmutzhard kann seinen Escamillo-Machismo fast ungebrochen, wenn auch ohne knallende Baritonpräsenz, vorzeigen und lässt sich bei seinem ersten Hurra-Auftritt wie Frank Sinatra von einer Schar dekorativer Side Singers umringen. Exterritorial die in wunderbarer lyrischer Ebenmäßigkeit intonierende Karen Vuong als Micaela – eine in Weiß gekleidete Unschulds-Ikone ohne wirkliche Berührung zum Drama um Carmen und José (alles Rollendebüts!). (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) ein brillant sprühender Abend von zeitlosem Zuschnitt.                 

Stefan Michalzik, Hessische / Niedersächsische Allgemeine Zeitung Kassel

(…) Paula Murrihy gibt ihr [der Partie der Carmen] eine ausdifferenzierte Stimme, die flexibel ist, mal groß, vor allem weich, kräftig, geschmeidig, eine Stimme, aus der man in jeder Sekunde ein Gefühl ablesen kann. Murrihy singt diese Carmen-Partie wie ein Lied, in feiner Ausgestaltung, auf einen langen Atem gesetzt, wortfeilend. Und Joseph Calleja, Don José, stimmt in diese feinsinnige Art ein, er gibt den sensiblen Counterpart: sensibel, nie schmetternd, mit klarer Diktion und in fantastischer Disposition. Seine Höhe hat Strahlkraft und Schönheit und vor allem Natürlichkeit.
(…)
Alles das wäre aber nichts ohne Constantinos Carydis, den Klangmagier am Pult des Frankfurter Museumsorchesters, der diese Carmen seriös, klar, durchsichtig und mit großem Volumen aufbrausen lässt. (…)

Natascha Pflaumbaum, BR-Klassik / Allegro

(…) Constantinos Carydis ist es gelungen, eine Carmen zu dirigieren, bei der man meint, das abgedroschene Stück neu kennenzulernen. All die Wunschkonzertmelodien, all die akustischen Spanienklischees erlebt man wie mit ausgewechselten Ohren. Es ist diesem Ausnahmedirigenten gelungen, mit einer Mischung aus Akribie und Leidenschaft die Musiker des Frankfurter Museumsorchesters über ihr gewohnt hohes Niveau hinaus zu einer außergewöhnlichen Leistung zu befeuern, von der man jetzt schon sagen kann, dass sie den musikalischen Höhepunkt der Saison markiert. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester spielt gleichermaßen motiviert und facettenreich, es gibt sich der dynamischen Musik und seinem Dirigenten hin. Carydis lässt die Instrumentalisten fast nie zu laut werden, wenn die Sänger an der Rampe brillieren wollen, und tut alles dafür, dieser Carmen impulsives Leben einzuhauchen. Es hat Klasse. (…)

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

Höhepunkt der Saison

Andreas Falentin, www.concerti.de

(…) Herausragende Leistungen boten die von Tilman Michael und Markus Ehmann einstudierten Chor, Extra- und Kinderchor der Oper Frankfurt. Transparenz und Plastizität zeichneten ihre Darbietungen aus. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger  

(…) eine Weltklasseproduktion!

Axel Zibulski, Rhein-Zeitung

Barrie Kosky hat gerade einen großen Lauf: Der Ruhm seines grandiosen Zürcher Macbeth ist noch nicht verhallt, da schiebt er in Frankfurt am Main eine Carmen nach, die so brillant und böse ist, dass man in Georges Bizets Quotenhit ein neues Stück zu erkennen glaubt. (…)

Regine Müller, Der Tagesspiegel

(…) So gründlich gegen den Strich gebürstet und gleichzeitig doch so werkgetreu hat noch kein Regisseur die vielleicht meistgespielte Oper des Weltrepertoires auf die Bühne gebracht. (…)

Michael Arndt, Oberhessische Presse Marburg

(…) Bizets Carmen ist als opéra comique wiederentdeckt. Das Frankfurter Haus tobt. Zu Recht!

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

Liederabend Mark Padmore vom 21. Juni 2016

(…) Heine-Vertonungen von Schumann und Brahms, Goethe-Lieder von Schubert und Hugo Wolf bargen nicht wenige Repertoire-Klassiker. So zurückhaltend, rein und dezent interpretiert hat der Zuhörer viele von ihnen noch nicht gehört. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) [Mark Padmore] wusste die Lieder auch beeindruckend zu gestalten. Eher zurückhaltend bei der kondensierten Melancholie Heines, dann aber auch aufbrausend, wenn im zweiten Programmteil Hugo Wolf in seinen Goethe-Liedern das Lob der Trunkenheit singt. Was übrigens dem Pianisten Simon Lepper Gelegenheit gab, den alkoholisierten Tumult in der Schenke hochvirtuos in kräftigen Farben auf dem Klavier zu schildern. Als erfahrenem Lieder-Pianisten war es ihm zuvor gelungen, mit nur wenigen Tönen die Stimmung der Goethe-Lieder von Franz Schubert zu zaubern. Zwei Briten, die sich deutscher Liedkunst widmen: einfach göttlich!

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(…) Ein großer, lichter Abend, der dem vorzüglich begleitenden Pianisten Simon Lepper herrlichste Nachspiele ließ.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Wozzeck, Premiere vom 26. Juni 2016

(…) Mit Alban Bergs 1925 in Berlin uraufgeführter Oper nach Georg Büchners Dramenfragment Woyzeck ist der Oper Frankfurt ein ganz großer Wurf gelungen, szenisch wie musikalisch. (…)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(…) Kein Sozialkitsch, keine Wir-Arme-Leut-Thematik, keine Hier-Opfer-und-dort-Täter-Konstellation. Dafür klare Räume, analytische Blicke, scharfe Personenzeichnungen. An der Oper Frankfurt schaut der Regisseur Christof Loy sehr genau auf Alban Bergs Wozzeck  (…).

Bernd Zegowitz, Die Rheinpfalz

(…) Regisseur Christof Loy hat Alban Bergs Tragödie um den von Angstvisionen geplagten Soldaten gründlich hinterfragt und lauter seelisch Schwerverletzte entdeckt. Analog dazu erklingt die enervierende, überwiegend atonale Musik des Wiener Zwölftöners, deren unheilvolle Stimmungslage Sebastian Weigle und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester noch grotesk zu steigern verstehen.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Wie expressiv Alban Bergs Wozzeck-Musik klingen kann, mit welcher Empathie sie diesem verzweifelten Mann eine innere Stimme gibt, macht Sebastian Weigle (…) mit beklemmender Intensität deutlich. Mit phänomenaler Genauigkeit, in deutlichster Klarheit und Transparenz setzt das Frankfurter Opernorchester Bergs Partitur bezwingend in klangliche Dramatik um. (…)

Christoph Wurzel, www.bachtrack.com  

(…) Immer in klarer Spur (…) blieb die musikalische Leitung von Sebastian Weigle (unterstützt von dem hervorragend aufgelegten Orchester und zuverlässigen Chor- und Kinderchorformationen, einstudiert von Tilman Michael bzw. Markus Ehmann). (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Der norwegische Bariton Audun Iversen gibt einen schauspielerisch und musikalisch beeindruckenden Wozzeck und auch Claudia Mahnke als Marie ist in ihrem Stimmungswechsel zwischen Existenzangst, Freude und Reue immer glaubwürdig. So ist diese vorletzte Premiere der Saison zugleich ihr Höhepunkt.

Stefana Sabin, www.faustkultur.de

(…) Claudia Mahnke gestaltet die Marie so rein, natürlich und unforciert wie eine perfekte Liedsängerin, anschmiegsam und gestalterisch detailgenau. Auch der norwegische Bariton Audun Iversen, der sein Debüt in der Titelpartie des Wozzeck gibt, sublimiert den Drang der Wirklichkeit wie den Druck seines Wahns in einen Reichtum von vokalen Farben und Facetten des Expressiven.
(…)
(…) Ob Peter Bronders bis ins tenoral Exaltierte feiner Hauptmann, Alfred Reiters fratzenhafter Doktor oder Katharina Magieras schwankende Margret: Sie alle tragen diese neue Frankfurter Wozzeck-Produktion mit eindrucksvoller Rollenidentifikation. (…)

Axel Zibulski, Darmstädter Echo

Die Wozzeck-Neuinszenierung der Frankfurter Oper ist aufwühlend und beklemmend gelungen. Das Premierenpublikum spendete am Sonntagabend Ovationen für die bestens disponierten Sänger, Regisseur Christof Loy und das spektakuläre Dirigat von Sebastian Weigle.
(…)
Von diesen nur 90 Premierenminuten ging eine derart verstörende Kraft aus, dass man sich anschließend wie durch den Wolf gedreht fühlte. Und deshalb war keiner der frenetischen Bravorufe zu viel, die das Publikum am Ende lauthals für alle Beteiligten spendete.

Bettina Boyens, www.musik-heute.de

(…) Am Ende nur Jubel.

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Ein praller, atemberaubender, anregender Abend – so findet es auch einhellig das Publikum.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Pierrot lunaire / Anna Toll, Premiere / Uraufführung vom 7. Juli 2016

(…) Regisseurin Dorothea Kirschbaum platziert die dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds Lieder des Pierrot lunaire in ebenso vielen phantasmagorischen Kurzszenen mit Sängerin-Stimme, Tänzern und Statisten. Kirschbaum zeigt die Stimme als personifizierten Wahn im Kopf des Schriftstellers. (…) Traumwandlerisch sicher und souverän agiert Laura Aikin als Stimme, David Laera gelingt die stumme Rolle des jungen Schriftstellers mitleiderregend bravourös. Scheinbar beiläufig erklingt die kammermusikalische Begleitung, die wesentlich die Dramaturgie des Ablaufs garantiert. Nach fünfzig Minuten ist der große Applaus für alle Beteiligten wohl verdient. (…)

Christine Franke, www.opernnetz.de

(…) Hervorragend setzt die Sängerin [Laura Aikin] die Qualität der sprechgesanglichen Notation der Partitur um und schafft es, den Indifferenzpunkt zwischen Singen und Sprechen zu treffen. Der Eigensinn dieser Artikulation, die selbst von namhaftesten Solistinnen gerne ins Gesangliche hin abgeschwächt wird, blieb hier vollständig erhalten. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Betörend und doch voll theatralischer Ironie ist Schönbergs Musik, die das Frankfurter Opernorchester unter Nikolai Peterson genauso wie auch Langemanns musikalische Operettenassoziationen in warmen Farben umzusetzen weiß. (…)

Bernhard Doppler, Der Standard

(…) Das von Nikolai Petersen zuverlässig geleitete Opern- und Museumsorchester (…) gefiel bei der Uraufführung indes mit Esprit und Gefühl.
(…)
Die Gesangsrollen sind durchweg anspruchsvoll, wurden aber sorgfältig besetzt: Elizabeth Reiter in der Titelrolle, Nora Friedrichs und Nina Tandarek als Freundinnen Maxi und Nora sowie Simon Bode (Gabriel), Ludwig Mittelhammer (Carlo), der kernige Magnús Baldvinsson als Baron Diebl und Dominic Betz in der Rolle des Arthur bildeten ein ausgewogenes Sängerensemble, das viel Begeisterung beim Premierenpublikum hervorrief. Von der gelösten Atmosphäre im Depot profitierte aber auch der Komponist, dem viel Zustimmung und Anerkennung entgegengebracht wurde. Ein Operetten-Abend der ganz anderen Art.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Anna Toll, gesungen von Elizabeth Reiter, stand dabei im Mittelpunkt und konnte zusammen mit Nora Friedrichs Maxi in vielen Szenen beeindrucken. Nina Tarandek fügte sich dabei ebenso gut in das Ensemble der drei liebestollen, leicht verrückten Mädels. Reiter brillierte mit einer klaren, hellen, mädchenhaften Stimme, die sie als einzige auch ins Ironische gleiten ließ. Dabei verlieh sie ihrem Klang ein fast kindhaftes, rauschhaftes Element, das sich gut in die Charakterdarstellung einbinden ließ. Nora Friedrichs traf auch zu Beginn des Stückes sicher ihre Spitzentöne und blieb dabei wie Tarandek ebenfalls authentisch und überzeugend. (…)

Stephan Eckel, www.bachtrack.com

(…) Regisseur Hans Walter Richter bringt das Liebeskarussell in fulminante Fahrt und verlangt von den Sängerinnen (…) sowie den Sängern (…) viel körperlichen Einsatz. Dennoch leidet die stimmliche Qualität der Protagonisten nicht darunter. (…)

Renate Feyerbacher, www.feuilletonfrankfurt.de

La Bohème, Wiederaufnahme vom 5. September 2014

Das hat wieder richtig Spaß gemacht

(...) Mehrere Darsteller-Sänger sollen gelobt werden, allen voran die bezwingend schön und fein singende Mimì der Amerikanerin Karen Vuong (…).
Der aus Guatemala stammende Tenor Mario Chang wird von der nächsten Saison an festes Ensemblemitglied – auch das ein feiner Zugewinn. Chang ist mit einer herrlichen Stimme begabt und auch mit der Macht der Strahltöne in der Höhe. Er ist ein geschmeidiger, spielfreudiger und sensibel auf die Situation eingehender Darsteller und Sänger. (…)

Gabriele Nicol, Frankfurter Neue Presse

(...) Richtigen Spaß macht es, den zweiten Debütanten Iurii Samoilov dabei zu erleben, wie er in der Rolle des Marcello aufgeht. (…) Seine Stimme besitzt einen wohltönenden Kern, ist in allen Registern ausgeglichen und überzeugt mit unangestrengter, geradezu tenoraler Höhe. (…)
(…) Nach einer Bohème allein mit Bordmitteln auf diesem musikalischen Niveau wird man anderen Orts lange suchen müssen.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Sirenen – Bilder des Begehrens und des Vernichtens, Uraufführung vom 14. September 2014

(...) Die Inszenierung wurde dem lange mit dem Betrieb vertrauten Hausregisseur Tobias Heyder anvertraut, der sich mit dieser ungewöhnlich bildstarken Arbeit gewissermaßen einen mächtigen szenographischen Ritterschlag erwarb. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Mit vielen durchdachten Details und beträchtlichem theatralischen Sog liefert Heyder auf Anhieb eine bedeutende Talentprobe ab. Man hätte dem Start des Riehm-Werkes keine besseren szenischen Bedingungen wünschen können. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(...) Countertenor Lawrence Zazzo (…) betört mit sirenengleichem Gesang, vom Brustregister bis in höchste Höhen – ein faszinierender vokaler Drahtseilakt.
(…) Das vielfältige Instrumentarium wird vom Frankfurter Opernorchester unter der konzisen Leitung von Martyn Brabbins atmosphärisch dicht zum Klingen gebracht. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Dazu hat Rolf Riehm der Frankfurter Haus-Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner eine wahre Achterbahnfahrt an Koloraturen und Intervallsprüngen in die goldene Kehle geschrieben. Die Baumgartner zeigt sich in großer Form, präsentiert leuchtende Höhen, die den Weg zu künftigen Rollen im dramatischen Fach weisen, prunkt mit einer breiten Palette an Klangfarben und gestaltet so ein Lamento, das trotz mancher orchestraler Schroffheit, die Riehm dagegen setzt, zu berühren weiß. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(...) Acht Sopranistinnen der Extraklasse bieten die Frankfurter auf, um diesen Part [der Sirenen] zu gestalten. Die Damen geben alles, um ihrem uralten Ruf als Verführerinnen gerecht zu werden. (…)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(…) Eine Uraufführung, die (…) den Start in eine aufregende, ereignisreiche Saison markiert.

Barbara Röder, www.klassik.com

Falstaff, Wiederaufnahme vom 19. September 2014

(…) All dies dient der köstlichen Unterhaltung des Publikums, so dass man diesen Falstaff ohne weiteres zu den Höhepunkten der zurückliegenden Saison zählen darf.
Dass dies so ist, beweist auch die schnelle erste Wiederaufnahme, nur wenige Monate nach der Premiere. Jonathan Darlington leitete diesmal das Frankfurter Opern- und Museumsorchester und setzte es bereits in der ersten Szene kraftvoll und zupackend in Szene. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Daniel Schmutzhard gab einen stimmgewaltigen Ford mit enorm kraftvollen Höhen. Martin Mitterrutzners feiner lyrischer Tenor gefiel als Fenton; und mit Sofia Fomina war eine traumhafte Nannetta besetzt. (…) Ähnlich schön gestaltete Sara Jakubiak, seit dieser Spielzeit neu im Frankfurter Ensemble, die Rolle der Alice; von hinreißender Bühnenerscheinung mit großem schauspielerischem Talent überzeugte sie stimmlich mit klarer, schlanker Gestaltung. (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

Liederabend Kwangchul Youn vom 30. September 2014

(…) Stimmlich flexibel, bestens artikulierend und ohne große Gesten erzeugte Youn eine atemlose Spannung, die nach den letzten Tönen noch lange anhielt. Begeisterter Applaus.

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(…) Anhaltender Applaus, Bravo-Rufe. Keine Zugabe. Es hätte auch keine gepasst, so abgeschlossen, so stimmig war diese Winterreise.

Volker Schmidt, Frankfurter Rundschau

Hänsel und Gretel, Premiere vom 12. Oktober 2014

(…) Fazit: Was sich auf dem Papier wie ein Theoretisierungsexzess der Dramaturgie liest, geht szenisch voll auf. Kaum je spürt man bleierne Gedankenschwere. Das liegt an der lebendigen Personenregie, ungemein spielfreudigen Darstellern und nicht zuletzt einem phantasievollen Bühnenbild. Da kommt keine Minute Langeweile auf. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Verzauberung pur. Ein Erlebnis für große Kinderaugen, eine Schatzsuche verlorener Erinnerungen für Erwachsene. (…)

Barbara Röder, www.klassik.com

(…) Üppig, prall und lebendig ist dieses Zauber-Märchenspiel auf der Bühne: ein einziger großer Rausch aus Licht, kleinen Tricks und mal verblüffenden, mal naiven Illusionen. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) eine originell durchdachte und schöne Neuinszenierung. (…)

Rebekka Sambale, Die Rheinpfalz

(…) Die Frankfurter Inszenierung von Keith Warner hätte leicht verschroben und überfrachtet geraten können, etwa durch die Überblendung des Zuhauses mit einem Waisenhaus und die als Jugenderinnerung des erwachsenen Kinderpaares „nachgespielte“ Hexenszene. Aber dank einer sehr klaren, lebendigen und klischeefreien Personenregie herrscht kein Wirrwarr, sondern eine staunenswert mitteilsame erzählerische Vielschichtigkeit. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Auch die Musik ist prächtig. Ohrwürmer und schillernde Momente entfalten sich unter den Händen von Sebastian Weigle in allen Facetten – von feiner Ziselierung und differenzierten Zwischenwerten bis zum glanzvollen Ende mit überragendem Kinderchor (einstudiert von Markus Ehmann). (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Da sind die vorpubertären Jugendlichen an sich: die auf Korrektheit und Bravsein getrimmte Gretel (zurückhaltend und empfindsam: Louise Alder) und der ungezähmte, freche Hänsel, eine Paraderolle für die wunderbare Katharina Magiera. (…)
Eine großartige Ensembleleistung. Herzlicher Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Peter Marshs Performance ist szenisch und vokal virtuos (…).

Jörn Florian Fuchs, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Der Gretel-Sopran des neuen Ensemblemitglieds Louise Alder strahlte, Katherina Magieras Hänsel konstrastierte prächtig, Heidi Melton war eine wuchtig gefährliche Mutter, Alejandro Marco-Buhrmester ein wohl tönender Vater. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

Liederabend Louise Alder und Björn Bürger vom 21. Oktober 2014

(…) Der Höhepunkt des Abends wurde im zweiten Teil erreicht. Bürger brachte in der Dichterliebe reichlich Volumen, Klavierpartner Deutsch den passenden Anschlag dazu (…). Louise Alder glänzte mit weicher, zarter Stimme in den technisch so anspruchsvollen Petrarca-Sonetten von Liszt. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Begleitet wurden die beiden von Helmut Deutsch, der mit seinem transparenten und idiomatisch geschmeidigen Spiel den Rahmen für das sich fast vollständig im deutschen Lied-Kosmos bewegenden Konzert schuf. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Die Frau ohne Schatten, Wiederaufnahme vom 26. Oktober 2014

(…) Etwa neunzig Musiker des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters hatte der musikalische Leiter des Abends, GMD Sebastian Weigle, im Graben versammelt, davon allein 50 Streicher, die der Musik eine satte Grundierung verliehen, aber auch mit dem zarten Schmelz der Violinen betörten und die Celli perfekt konzertieren ließen. (…) Da muss man allein die große Orchesterleistung anerkennen, dass diese Riesenpartitur (…) quasi ohne Wackler durchmusiziert wurde. (…) Chapeau Maestro! (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

(…) Mit nun 71 Jahren sang Stensvold Baraks Melodien mit langem Atem, nahtlosem Legato und einer Schönheit der Töne, die einen 30 Jahre jüngeren Sänger neidisch machen könnte (…).
(…) Herausragend war die überwältigende Amme von Tanja Ariane Baumgartner, die diese teuflische Rolle so brillant sang, wie ich es noch nie zuvor gehört habe und zudem von charismatischer Bühnenpräsenz war. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Von erhabener Gestaltungskraft war der Auftritt von Tanja Ariane Baumgartner in der Rolle der Amme. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Entführung aus dem Serail, Wiederaufnahme vom 29. Oktober 2014

(…) Bleibt noch das Opern- und Museumsorchester zu erwähnen, dessen Streicher in dieser Entführung besonders wirkungsvoll zum Einsatz kamen. Jérémie Rhorer hatte alles sorgfältig einstudiert und garantierte damit ein homogenes Spiel mit vielen sauberen und warmen Einsätzen.
Herzlicher Beifall am Ende.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Otello, Wiederaufnahme vom 8. Oktober 2014

(…) Otello ist aber vor allem eine Choroper, und so wurde man von dem Frankfurter Opernchor unter Leitung von Tilman Michael wieder reichlich verwöhnt. Pier Giorgio Morandi dirigierte dazu ein bestens aufgelegtes Opern- und Museumsorchester.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Musikalisch war es höchst lohnenswert, gesungen von einer hervorragenden Besetzung in wahrlich herausragender Form und dirigiert mit klaren Linien und sicherem Tempo. Ein großer Abend.

Gavin Adams, www.operatraveller.com (Übersetzung: Oper Frankfurt)

La sonnambula (Die Schlafwandlerin), Frankfurter Erstaufführung vom 30. November 2014

Rollendebüts, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis eines Opernfans einbrennen, gibt es nur selten. Der erste Auftritt von Brenda Rae als La Sonnambula zählt dazu. (…)

Michael Arndt, Oberhessische Presse Marburg

(…) Die Sopranistin aus dem Ensemble der Oper Frankfurt singt, spielt, verkörpert die Sonnambula, als hätte Vincenzo Bellini ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Ensemblemitglied Brenda Rae ist ein Ereignis, unglaublich souverän in den Koloraturen, die nie Zirkus, immer Seelenausdruck sind. (…)

Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung

(…) Brenda Rae, ein Glanzlicht des Ensembles seit 2008, hat nun die Rolle der Amina ins Visier genommen und sich mit ihrer Leistung bereits jetzt als eine der führenden Darstellerinnen dieser Partie etabliert. Sie beeindruckte mit Sicherheit, perfekten Koloraturen, makelloser Linien- und Atemkontrolle; ihre strahlenden hohen Töne krönten eine Stimme über alle Register hinweg (…).
(…) Der hohe Standard wurde weiterhin aufrechterhalten von Louise Alders funkelnder Lisa, Fredrika Brillembourgs treuer Teresa und ganz besonders von Kihwan Sims edlem, subtilem und kraftvollem Rodolfo. (…)

Nicolas Blanmont, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Der Rumäne Stefan Pop als Elvino betört mit hellem fein ziselierten Tenor, während sich Kihwan Sims Bassbariton mit männlicher Anziehungskraft als echte Liebesalternative empfiehlt. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Die Regie Tina Laniks folgt präzise den Leitlinien, die das Libretto trotz all seiner Obskuritäten und Widersprüchlichkeiten in sich trägt. Gleichwohl werden romantisches Idyll, Landleute-Poesie, Pastoralstimmung und Heile-Welt-Mär in Frage gestellt. (…)

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(…) Dass Bellinis Belcanto-Opern nicht mehr die polternde Verismo-Aufgeputschtheit vergangener Jahre haben müssen, hatten ja schon Cecilia Bartoli und Thomas Hengelbrock 2010 mit ihrer Norma gezeigt. Den gleichen Weg schlug jetzt in Frankfurt die aus Korea stammende Gastdirigentin Eun Sun Kim ein. Faszinierend transparent, präzise und federnd setzte sie Bellinis Partitur um. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Orchester und Chor unter der koreanischen Dirigentin Eun Sun Kim bekommen die Leichtigkeit, den schwerelosen Schwung und die tänzerische Unbekümmertheit der Komposition bestens hin. (…)

Christoph Schmitz, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Frankfurts Opernchor (Einstudierung: Tilman Michael) zeigt seine Schokoladenseite, stimmlich außerordentlich beweglich, klangschön und dabei viel gefordert. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Fazit: Ein gesanglich sowie orchestral eindrucksvoller Opernabend mit Bestseller-Garantie! (…)

Barbara Röder, www.klassik.com

Ariadne auf Naxos, Wiederaufnahme vom 7. Dezember 2014

(…) Auch in der Wiederaufnahme hat die szenische Umsetzung (Leitung: Corinna Tetzel) nichts vom Schwung des Premierenzyklus verloren. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Sara Jakubiak feierte in der Titelpartie ihr Rollendebüt ebenso glanzvoll wie die quirlige Jenny Carlstedt als Komponist. Kateryna Kasper (Najade) und Michael Porter (Brighella) waren ebenfalls zum ersten Mal dabei. Die besten Momente in dieser Ariadne gab es bei ihrem Auftritt im ersten Akt sowie bei Zerbinettas kraftvoll und leidenschaftlich vorgetragener Arie – Sofia Fomina entfaltete stimmliche Wucht und Prägnanz. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Anne Sofie von Otter vom 9. Dezember 2014

(…) Ein wunderbarer Abend mit einer temperamentvoll-charmanten Sängerin, die in dieser Vielseitigkeit einmalig ist.

Martin Gruneneberg, Frankfurter Neue Presse

L’incoronazione di Poppea (Die Krönung der Poppea), Premiere vom 20. Dezember 2014

(…) Oper vom Feinsten (…).

Frieder Reininghaus, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Das Inszenierungsteam hat sich seine Lorbeeren verdient: Regisseurin Ute M. Engelhardt schöpfte die technischen Möglichkeiten der Bühne für ein spannungsreiches, flüssiges Spiel aus. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Bildergewaltig, unterhaltsam und trotzdem modern: Engelhardts Poppea ist etwas für Genießer schöner Bilder – und großer Musik.

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Die aufwändig besetzte, musikalisch exklusive Produktion der Oper Frankfurt steuert Simone Di Felice so dezent wie nachhaltig, erstmals am Dirigierpult des Opern- und Museumsorchesters, das auf „historischen“ Instrumenten musiziert. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Die Leistungen der Gesangssolisten setzten dem Abend musikalisch die Krone auf. (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

(…) Für die vokalen Trümpfe sorgen die drei Mezzo-Sopranistinnen. Gaëlle Arquez als Nerone kann mit raumgreifender Stimme aus dem Vollem schöpfen, findet für Liebesgesäusel wie Machtrausch die richtigen Töne. Die Irin Naomi O’Connell setzt als Poppea auf den natürlichen Sexappeal ihrer Erscheinung und ihrer hell timbrierten Stimme. Claudia Mahnke, eine Kaiserin in bürgerlichem Outfit, verfügt auch nach vielen Frickas und Kundrys noch über das warme Legato der Belcantistin. Besondere Akzente mit ihrem hinreißenden komödiantischen Temperament setzt die aus dem Opernstudio hervorgegangene Elizabeth Reiter in der Doppelrolle als Amor und Valletto. (…)

Ekkehard Pluta, Opernwelt

(…) Claudia Mahnke (Ottavia) machte ihren Abschied im schwankenden Boot zu einem lyrischen Höhepunkt. (…) Und Gaëlle Arquez als Nero: eine imposante, herrscherliche Blume des Bösen, jünglingshaft und launisch; seine perverse Panerotik hier anscheinend Indiz hemmungsloser Egomanie. Der mezzosopraneske Wohllaut reicht mitunter gezielt ins gefährlich Scharfe. – Rom entflammt, die Zuhörer am Ende enflammiert…

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Die Frankfurter Oper hat hier ein wunderbares Sänger-Ensemble zusammengestellt, dem die 17 Musiker des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter dem dynamischen Dirigat von Simone Di Felice, der gleichzeitig eins der beiden Cembali bedient, in nichts nachstehen. (…)

Susanne Döring, Darmstädter Echo

Die Csárdásfürstin, konzertante Frankfurter Erstaufführung vom 31. Dezember 2014

(…) Sieben gut aufgelegte Solisten, ausgestattet nicht nur mit großen stimmlichen Qualitäten, sondern auch einer ordentlichen Portion komödiantischen Talents (…).

Regina Tauer, Wetzlarer Neue Zeitung

(…) Vida Mikneviciute, die Csárdásfürstin, hat einen wunderbar ebenmäßigen, angenehm kühlen Sopran, der sich in den obersten Höhen zu stählern-strahlendem Glanz, aber auch zu feiner Linie entwickelte. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Das Orchester zeigte sich auf der Bühne in voller Größe. Der jungen, mitreißenden Dirigentin Eun Sun Kim bei der Arbeit zuzuschauen, gehörte zu den besonderen Vergnügungen. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Die südkoreanische Dirigentin Eun Sun Kim inspirierte das Opern- und Museumsorchester zu Funken sprühender Glanzleistung und war ein Herz und eine Seele mit den Solisten. (…) Es hagelte Bravos.

Eva Schumann, Offenbach-Post

Liederabend Elza van den Heever vom 6. Januar 2015

(…) Elza van den Heever gelang es, ihren üppigen Sopran mit vokaler Kunstfertigkeit und Feingespür wohldosiert einzusetzen, ihn lyrisch-zart zurückzunehmen, aber auch mit Leuchtkraft dramatisch aufblühen zu lassen. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Es gab lang anhaltenden Beifall für einen von Innerlichkeit geprägten Liederabend.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

Owen Wingrave, Wiederaufnahme vom 10. Januar 2015

(…) Yuval Zorn leitete ein bezwingend aufgestelltes Opern- und Museumsorchester, dessen Bläser besonders herausstachen. Björn Bürger feierte in der Titelrolle ein umjubeltes Rollendebüt (…).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Eindringliches Musiktheater!

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

L‘Orontea, Frankfurter Erstaufführung vom 1. Februar 2015

(…) Regisseur Walter Sutcliffe konnte mit einem für Frankfurt typischen Traum-Ensemble einen überzeugend turbulenten Bogen von allen amourösen Tollheiten des 17. ins 21. Jahrhundert schlagen. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.die-deutsche-buehne.de

(…) das Verwirrspiel der Gefühle, die emotionalen Achterbahnfahrten der Protagonisten zwischen erotischer Anziehung, unerfüllter Sehnsucht, Verzweiflung, Hass und Eifersucht, hat Sutcliffe klug und ideenreich vom freizügigen Libretto her inszeniert. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) es ist schon auffällig, über wie viele junge, frische, bewegliche Stimmen die Oper Frankfurt aktuell verfügen kann. Da wären: Paula Murrihy, die eine bei aller Würdelosigkeit der Handlung doch erstaunlich würdevolle Königin gibt, federleicht im Klang und doch stattlich in der Erscheinung; Louise Alder, neu im Ensemble, hier als Silandra ein Ausbund an Natürlichkeit und Temperament; Kateryna Kasper, die sich in Frankfurt ja schon länger einen Namen gemacht hat als gerade für das barocke Fach höchst geeignete Sopranistin, hier singt sie die Giacinta; Juanita Lascarro, schlank und schön, als Tibrino das Ensemble bestens ergänzend. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Paula Murrihy stattet die Titelpartie mit leuchtendem Sopran aus und begeistert durch komödiantisches Spiel. Ihre große Arie „Intorno all'idol mio“, in der sie ihr Zepter und ihre Krone neben den schlafenden Alidoro legt und ihm ihre Liebe gesteht, wird in Murrihys Interpretation zu einem Höhepunkt des Abends. (…)

Thomas Molke, www.omm.de

(…) Sebastian Geyer leiht dem Philosophen Creonte seinen markanten Bariton und läßt ein wenig Bedauern darüber aufkommen, dass der Komponist ihm keine Soloarie gegönnt hat. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Xavier Sabata zeigt bei seinem Hausdebüt das Maskuline, aber auch das Opportunistische an der Figur des phönizischen Prinzen, der nicht weiß, wer er ist und was er soll. Vorzüglich sind Timbrequalität und Phrasierungskünste des katalanischen Countertenors. (…)

Volkmar Fischer, BR-Klassik / Allegro

(…) Höhepunkte sind daneben die nur sprachlich zweideutigen Werbungsversuche der sexuell ausgehungerten Aristea von Guy de Mey und der je nach Alkoholpegel zwischen Bariton und Falsett wechselnde Gelone von Simon Bailey. (…) L’Orontea ist ein Glücksfall.

Bernd Zegowitz, Badische Neueste Nachrichten

(…) Bailey ist der Held des Abends.
Neben Ivor Bolton, dem Dirigenten des Abends. Es ist fantastisch, seinem weichen Dirigat zuzusehen, wie er mit seinen Händen, seinen Augen die Gesten dieser schönen Musik formt, wie er die Musik durch seine Bewegungen sprechen lässt. (…) Das Sängerensemble: fantastisch. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Musikalisch gibt es reichlich Bonbons, und wenn ein so renommierter Dirigent wie Ivor Bolton aus dem dreiaktigen Dramma musicale ein farbenreiches Hörerlebnis zaubert, ist das auch einem bestens disponierten Opern- und Museumsorchester zu verdanken, ergänzt vom Monteverdi-Continuo-Ensemble. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Wunderbare Barock-Musik, Gesang, bei dem man verzaubert dahinschmilzt, einschmeichelndes Orchester, fantastische Bilder, intelligente Regie. (…)

Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt

Rusalka, Wiederaufnahme vom 5. Februar 2015

(…) Bei dieser Wiederaufnahme stimmt einfach alles: Eine gut durchdachte Inszenierung in einem originellen Bühnenbild ist mit viel Liebe zum Detail wiedereinstudiert worden und bis in die kleinste Nebenrolle trefflich besetzt. Die wunderbare Partitur wird vom Orchester schwelgend, farbig und wo nötig auch herzhaft umgesetzt. Dirigent Christian Arming führt die Musiker sicher durch den Abend. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Es sollte wirklich kein Platz frei bleiben bei diesem Meisterwerk!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Jamie Barton vom 24. Februar 2015

(…) Was für eine Stimme! (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wo soll das hinführen, wenn ihre Stimme dermaßen auf der Höhe bleibt?

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Die Passagierin, Frankfurter Erstaufführung vom 1. März 2015

(…) Diese Opernproduktion ist einzigartig: Wegen der Geschichte, wegen der emotionalen und intellektuellen Tiefe in der Auseinandersetzung mit dem Thema, wegen der Musik, der Ensembleleistung und der fantastischen Chorleistung, und wegen des bewegenden Auftritts von [der Autorin der literarischen Vorlage] Zofia Posmysz beim Schlussapplaus. Man ist zutiefst berührt, auch weil sich der Ruf, die vielen Opfer nicht zu vergessen, am Ende noch einmal so vehement verbreitet. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Anselm Weber ist das gelungen, was man einen großen Wurf nennt. Eine naturalistische Weltinnenschau von packender Dramatik und feinfühliger Personenführung. Ein Glücksfall für die Oper Frankfurt. (…)

Barbara Röder, Orpheus

(…) Das Regie-Team um Anselm Weber setzt Weinbergs Oper, die äußerst sensibel mit einem grauenvollen Thema der deutschen Geschichte umgeht, packend um und stellt unter Beweis, dass dieser Komponist Zeit seines Lebens zu Unrecht vernachlässigt worden ist.

Thomas Molke, www.omm.de

(…) Dass das Stück auf einer doppelten Zeitebene spielt, hat die Bühnenbildnerin Katja Hass in einem grandiosen Raumsymbol eingefangen. Auschwitz, vorsichtig angedeutet durch ein riesiges Stahltor über neutralem Holzboden, lauert im Bauch des Schiffes. Wie aus einem gigantischen Reservoir des Unterbewussten quillt von dort Verdrängtes heraus, scheinen die Reisenden Untote ihrer Vergangenheit zu sein. (…)

Michael Stallknecht, Süddeutsche Zeitung

(…) Die Rückblenden in die Häftlingsbaracken von Auschwitz gerieten nie trivial oder peinlich, sondern zu einer äußerst beklemmenden Psychostudie über totale Macht. (…) Was für ein sonderbares, aufwühlendes Opern-Requiem! Viel Applaus für eine herausragende Ensemble-Leistung.

Peter Jungblut, BR-Klassik / Leporello

(…) Wie Regisseur Anselm Weber die schicke Tanzgesellschaft auf dem Luxusliner binnen Sekunden in magere KZ-Häftlingsgruppen verwandelt, gehört zum Atemberaubendsten, was man in letzter Zeit gesehen hat. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Plakatives und Vordergründiges finden sich in dieser Inszenierung nicht, viel mehr spielt die Psychologie in der Konfrontation zwischen Lisa und der ihr intellektuell überlegenen Marta eine ganz entscheidende Rolle, was Weber überzeugend auf die Bühne bringt. Dabei entpuppten sich die Besetzungen der beiden Hauptrollen als wahre Glücksfälle. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Musikalisch stimmt alles. Ein perfekt und seelenvoll gesungener und musizierter Abend, mit Mut zum Leise-Sein, zur Stille geleitet vom jungen Karlsruher Kapellmeister Christoph Gedschold. Tanja Ariane Baumgartner denunziert Lisas inwendige Hässlichkeit an keiner Stelle, schenkt ihr auch keine Dämonie, hält die Figur, fast sachlich, jederzeit in der Schwebe. (…)

Andreas Falentin, www.concerti.de

(…) Sopranistin Sara Jakubiak gibt der stolzen, bis zuletzt widerständigen Marta eine betörend helle und sanfte Stimme, geschmeidig und voller Wärme bis zum letzten Solo, allein im harschen Licht an der Bühnenrampe. (…)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(…) Der bärenhaft-wuchtige Tadeusz von Bariton Brian Mulligan ragte mit Wärme und Liebesgewissheit heraus. Tanja Ariane Baumgartner wechselte als Lisa zwischen kaltem Aufseher-Ton und verunsicherter Damenhaftigkeit an der Seite des gekonnt glatten BRD-Diplomaten von Peter Marsh. Im Zentrum aber stand Frankfurts Sopran-Entdeckung Sara Jakubiak: eine traumschön langhaarig geheimnisvolle Passagierin auf dem Schiff, eine kahlköpfige KZ-Insassin Martha in Häftlingskleidung, ohne Attitüde Überlegenheit ausstrahlend und in emotional aufgeladenen Phrasen Seele aufleuchten lassend. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(…) Sara Jakubiak in der Rolle der Marta gelingt eine darstellerische und sängerische Glanzleistung. Sie bewahrt dieser Figur, die so viel Leid erdulden muss, die Würde – worin sie eben nicht nur von Weinbergs Musik, sondern auch von der Frankfurter Regie unterstützt wird. Und das Liebesduett mit Tadeusz (Brian Mulligan) gehört zu den großartigsten Momenten dieser beeindruckenden Oper.
(…) Und da Frankfurt bis in die kleinsten Rollen hinein auf ein hervorragendes Ensemble – unbedingt erwähnt werden müssen noch Tanja Ariane Baumgartner als Lisa und Peter Marsh als Walter – und einen fantastischen Chor bauen kann, gelingt ein bewegender Opernabend. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(…) Die Frankfurter Aufführung ist grandios, bedrückend, anrührend. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Die Oper Frankfurt holt sich mit diesem Abend neue Verdienste; gegenüber den Staatstheatern im reich bestückten Operngarten des Rhein-Main-Gebiets besetzt dieses Stadttheater die erste Position.

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(…) Fazit: Eine ganz phantastische, preisverdächtige Aufführung, die das Zeug zum Kult hat und deren Besuch dringendst empfohlen wird. (…)

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

Parsifal, Wiederaufnahme vom 15. März 2015

(…) Für die Frankfurter Inszenierung standen (…) herausragende Solisten zur Verfügung. Frank van Aken hatte die Titelrolle schon (…) [in der ersten Wiederaufnahme] übernommen und zeigt mittlerweile eine noch reifere und abgeklärtere stimmliche Präsenz. Erstmals hatte er Claudia Mahnke als Kundry zur Seite. Diese Sängerin sorgte dafür, dass alle Herzens- und Liebesbezeugungen im zweiten Aufzug zu einem musikalisch triumphalen Höhepunkt wurden. Ihre Stimme vereinigte Kraft und Hingebung, Melancholie und Entschiedenheit. (…) Tadellos war bei dieser Wiederaufnahme das Orchester aufgestellt. Dirigent Bertrand de Billy achtete mit besonderer Akribie auf die reinen, satten Bläser, ohne die kein gelungener Parsifal denkbar ist.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Daniel Behle vom 24. März 2015

(…) Behles frischer, gut fokussierter Tenor ist ein Ereignis. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wie grandios sich Behle die Stärken seines lyrischen Tenors bewahrt hat, bewies er besonders eindrucksvoll in den enorm sicher und betörend rein intonierten Extrem-Höhen, mit denen er Franz Liszts drei Vertonungen von Petrarca-Sonetten spickte. Viel innige Leuchtkraft, viel leise Passion waren da im Spiel, auch bei Pianist Drake, der seinen Klavierpart ohnehin ganz fein, ganz licht abstimmte. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Euryanthe, Premiere vom 5. April 2015

Es gab eine Zeit, in der Festivals Orte waren die man besuchte um unkonventionelles und exklusives Repertoire erleben zu können. Nach einer kürzlich zur Osterzeit unternommenen Tour zu den ersten Adressen – Salzburg, Baden-Baden, Berlin – sei jedoch denjenigen die heutzutage auf der Suche nach den Nischen des Opernrepertoires sind, eher ein Abo an der Oper Frankfurt unter der Intendanz von Bernd Loebe empfohlen. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Carl Maria von Webers selten gespielte heroisch-romantische Oper Euryanthe erfährt in der Oper eine grandiose Ehrenrettung. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Die musikalische Leitung der Neuproduktion hat Roland Kluttig, der am Premierenabend ein fein abgestimmtes Opern- und Museumsorchester durch die dreistündige Partitur führte. Hörnerklang, Gewitterdonner und heftige Tutti-Ausbrüche stehen neben zurückgenommenen Passagen, herrlichem Streicherklang und suggestiv-melancholischen Holzbläsersoli, die gar Tristan-Assoziationen weckten. Auch im Zusammenwirken mit den Arien der Protagonisten entstand eine stimmungsstarke, suggestive Einheit. (…)
(…) Tilman Michael hatte beste Vorarbeit geleistet für einen choreografisch geführten und präzise singenden großen Chor. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Johannes Erath hat tief in Webers farbenreiche, emotional changierende Musik hineingehört, die die Masken herunterreißt und die seelischen Abgründe der Menschen offenlegt. (…)

Uwe Schweikert, Stuttgarter Zeitung

(…) Heike Scheeles Bühnenbild ist ein hochkomplexes Kunstwerk, es dominiert alles. Eine märchenhafte Ruine inmitten der Bar entpuppt sich als zweiter Spielort, kunstvolle Drehungen mit beiden Drehbühnen zeigen immer wieder neue Perspektiven einer Welt, in der sich Realität und Fantasie vermischen. (…)

Natascha Pflaumbaum, BR-Klassik / Allegro

(…) Ein flammendes Chapeau! verdienen auch die Kostüme von Gesine Völlm. (…)

Hans Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Eraths Inszenierung zeichnet sich vor allem durch eine sehr stimmige, präzise und doch unaufdringliche Personenführung aus, welche die Protagonisten klar charakterisiert, ihr Befinden und ihr Temperament klug herausschält. Auch die Gestaltung der umfangreichen Chorpassagen gelingt dem Regisseur (…) sehr differenziert. (…)

Kaspar Sannemann, www.deropernfreund.de

(…) Für seine Neuinterpretation der Weber-Oper hat Johannes Erath nicht nur starke Bilder, sondern auch eine treffliche Besetzung gefunden – ein „helles Paar“, das in seiner Einfalt ganz dicht an der schlichten Lyrik des umstrittenen Librettos bleibt: Eric Cutler ist ein so rechtschaffener wie tumber Adolar mit kräftiger Tenorstimme, Erika Sunnegårdh, seine Euryanthe, eine zarte Liebende mit ätherischer Stimme. Umso fieser dann die beiden Verschwörer: Heidi Melton singt eine furiose (…) Eglantine, James Rutherford ist ein wirklich übler Lysiart, berechnend, bräsig, zynisch, aber auch mit wirklichem Glanz in der Stimme. (…)

Gerd Döring, Darmstädter Echo

(…) Erika Sunnegårdh (…) ist eine im Verlauf des langen Abends zunehmend aufblühende, als Sängerdarstellerin in ihrer Verzweiflung hinreißende Euryanthe, während Eric Cutler ihrem Adolar, dessen Bereitschaft zum Ehrenmord nicht so recht ins Bild christlicher Ritterlichkeit passen will, ein beachtliches tenorales Format leiht. (…)

Volker Milch, Allgemeine Zeitung Mainz

(…) Eric Cutler verleiht dem zerrissenen Charakter Adolars mit seiner stimmlichen Breite Ausdruck. Der amerikanische Tenor, der zum ersten Mal in Frankfurt auf der Bühne steht, singt sich sofort in die Herzen der Opernfreunde am Main. Von Innerlichkeit erfüllt (…) erklingt der Sopran Erika Sunnegårdhs in der Titelrolle. Ein stimmliches Pendant zur urgewaltigen Melton. (…)

Regina Tauer, Wetzlarer Neue Zeitung

(…) Heidi Melton ist der Star des Abends (…).
(…) Eine grollende, drastische Bruststimme kombiniert sie mit einer durchdringenden, makellos durchgestalteten Höhe. Kein Ton, der ihr nicht wunderschön gelingt. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Katharina Ruckgaber (Emma) erfreute durch ihren fein aufblühenden lyrischen Sopran, von dem man gerne mehr gehört hätte. Dies galt ebenso für den jungen Tenor Michael Porter als Udo. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Der Besuch der Aufführung wird dringend empfohlen!

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

(…) Was für eine glänzende Rehabilitierung für eine zu Unrecht vergessene Oper. (…)

Jürgen Gahre, Opernglas

La Cenerentola, Wiederaufnahme vom 11. April 2015

(…) Das hellwache Orchester unter Leitung des erstmals in Frankfurt zu hörenden Klagenfurter Chefdirigenten Alexander Soddy präsentierte einen rhythmisch federnden, spritzigen Rossini. (…) Simone Di Felice brillierte am Hammerklavier in den Rezitativen mit perlenden Arpeggios und gewitzt-trockenen Akzenten. Ohne Tadel sang der von Markus Ehmann gut präparierte Männerchor.
(…)
So sind an der Oper Frankfurt drei vergnügliche Stunden zu erleben dank einer kurzweiligen Inszenierung, welche mit hohem Tempo und viel Witz ein Buffa-Feuerwerk abbrennt. Umgesetzt wird das von einem jungen und frischen Ensemble, dem man mit großer Freude zusieht und mit einigem Staunen über die dargebotene vokale Akrobatik lauscht.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Nina Tarandek wahrte alle Ressourcen für ihre grandiose Schluss-Arie. (…) Vokal gelang der jungen Kroatin ihre erste Cenerentola mit viel Koloraturen-Geläufigkeit (…).
(…) Martin Mitterrutzner stellt seinen eleganten Tenor als Don Ramiro in den Kleidern seines Dieners Dandini aus, Björn Bürgers kerniger Bariton dagegen durchlebt fulminant die Partie des Angestellten, der seinen Chef spielt – und so die bösen Schwestern narrt. Sofia Fomina als Clorinda sowie Maria Theresa Ullrich als Tisbe sind wunderbar synchron fies. Simon Bailey spielt wieder Papa Don Magnifico, während Vuyani Mlinde erstmals den Magier Alidoro gibt. Großer Applaus!

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

Murder in the Cathedral (Assassinio nella cattedrale), Wiederaufnahme vom 18. April 2015

(…) Als Becket konnte für Frankfurt wieder Sir John Tomlinson gewonnen werden, der in jeglicher Hinsicht Mittelpunkt dieser Inszenierung ist. Der weltberühmte Bass mit der immensen Bühnenpräsenz ist ein Erlebnis und unverändert im Vollbesitz seiner stimmlichen Sonorität. (…)

Markus Kuhn, Frankfurter Neue Presse

Simon Boccanegra, Wiederaufnahme vom 24. April 2015

(…) Das Resümee bleibt positiv: Die klare Regiehandschrift von Christof Loy hat nichts von ihrer Überzeugungskraft verloren. Die drei Hauptpartien sind attraktiv besetzt. Chor und Orchester runden die starke Produktion mit dunklen Farben verlässlich ab.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Liederabend Edita Gruberova vom 28. April 2015

(…) Bei ihrem Liederabend in Frankfurt standen die Koloraturen jedoch keineswegs im Vordergrund, sondern ging es mehr um feinsinnige und oft auch nach innen gekehrte Lieder. Dabei wurde Gruberova exquisit von dem Pianisten Peter Valentovic begleitet, der ungemein nuanciert intonierte und jeweils die Stimmungen der Werke von Tschaikowski, Rimski-Korsakow, Mahler oder Strauss ideal traf. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Ein wunderbarer Abend.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Die ägyptische Helena, konzertante Frankfurter Erstaufführung vom 1. Mai 2014

(…) Das Frankfurter Opernteam um Bernd Loebe verzichtete in seiner aktuellen Produktion auf bühnentechnischen Aufwand zugunsten eines Hörerlebnisses der Spitzenqualität. In diesem Sinne wurde die konzertante Premiere zu einem wahren Fest; ausgiebiger Jubel für alle Mitwirkenden brandete nach zweieinhalb Stunden musikalischen Hochglanzes im vollbesetzten Opernhaus auf. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Die Aufführung in Frankfurt bewies (…), dass das Werk durchaus über Qualitäten verfügt, die ein Publikum in Begeisterung versetzen können. Die Zuschauer am vergangenen Freitag feierten entsprechend nicht zu Unrecht die Solisten, Chor und Orchester mit Ovationen. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Am Ende sei aber nochmals das Orchester gelobt, nicht zuletzt hervorragend motiviert von dem Strauss-Spezialisten Stefan Soltesz. Bei der konzertanten Aufführung saßen die Musiker auf der Bühne, was Wucht und Fülle des Orchesterklangs zusätzlich verstärkte. Das Publikum – mancher Strauss-Anhänger war von weither gekommen – war am Ende zu Recht aus dem Häuschen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Ein prachtvoll leuchtender Klangteppich wird ausgebreitet, auf dem Brenda Rae als Zauberin Aithra sogleich die ersten vokalen Glanzpunkte setzt. (…) Mit vorbildlicher Diktion und intelligenter Gestaltung präsentiert sie ein fließend-lockeres Parlando, erklimmt mühelos höchste Sopran-Höhen, beschwört majestätisch einen Sturm im Orchester herauf und hat genügend Volumen, um immer wieder herrliche Spitzentöne über den Orchesterwogen zum Leuchten zu bringen. Wäre der Abend nach den ersten zehn Minuten zu Ende gewesen, er hätte sich bereits ihretwegen gelohnt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Die in Bayreuth erprobte Sopranistin Ricarda Merbeth, kurzfristig eingesprungen und auch ohne Szene starken stimmlichen Charakter zeigend, wird am Ende mit Bravos überschüttet. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Das stimmliche Zentrum der umjubelten Aufführung stellte Andreas Schager als Menelas dar. Ein unerschöpflicher Glutkern strahlte manchmal fast zu ungebrochen bis zum Schluss eine solche Vokal-Energie in schönster Gestalt ab, dass es eine Freude war. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Insgesamt war es ein überzeugender Strauss- Abend, der das Publikum in große und nachhaltige Begeisterung versetzte.

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

Der Rosenkavalier, Premiere vom 24. Mai 2015

(…) Claus Guth (…) setzt den Rosenkavalier in ein neues Licht, das lange Schatten der Endlichkeit wirft. Konsequent macht er das, berührend und überzeugend. (…)

Rebekka Sambale, Die Rheinpfalz

(…) Bis in die 1990er-Jahre zeigte sich gerade der Rosenkavalier erstaunlich „interpretationsresistent“, vor Ruth Berghaus (ebenfalls in Frankfurt) machte sich kaum jemand daran, den Zuckerguss abzukratzen – nicht einmal Herbert Wernicke. Seitdem ist einiges in Bewegung; Guths Version geht nun so weit, dass sie kaum Schule machen dürfte. In ihrer Konsequenz ist sie dennoch eine bedeutende Wegmarke. (…)

Hans Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Claus Guth kreiert einen außergewöhnlich dunklen, präzis durchdachten, tief melancholischen Rosenkavalier an der Oper Frankfurt. Dazu wird auf allerhöchstem Niveau unter Generalmusikdirektor Sebastian Weigle musiziert, gesungen, gespielt und gewalzt.
(…)
Mit der knapp 30-jährigen Amanda Majeski ist die Marschallin noch jugendlicher, als sie sich Strauss und Hugo von Hofmannsthal erdachten. Eine Idealbesetzung, die in ihrem spektakulären Debüt keinesfalls den Vergleich mit überragenden Konkurrentinnen wie Krassimira Stoyanova oder Anja Harteros scheuen muss. (…) Im Verein mit dem kraftvollen und sicheren Mezzo Paula Murrihys in der titelgebenden Hosenrolle, die ebenso sensibel wie überzeugend jungenhaft agiert, und der hellzarten, köstlich trotzigen Christiane Karg als Sophie entstehen Momente vollkommenen Musizierens. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Der isländische Bass Bjarni Thor Kristinsson gibt dem Baron Ochs stimmlich und körperlich eine beeindruckende Statur. (…)

Martin Grunenberg, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Die Marschallin ist bei Guth die Strippenzieherin, die durch alle Akte geistert, alles beobachtet, immer wieder eingreift, um am Ende einsam in Leichenkeller eines Sanatoriums zu sterben. Das ist nicht nur gut durchdacht, sondern auch sehr bewegend, zumal mit der Sopranistin Amanda Majeski eine geradezu ideale Interpretin dieser Hauptfigur zur Verfügung steht. (…)

Dieter David Scholz, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Aus dem homogenen Sängerensemble ragte Paula Murrihy als Octavian heraus. Mit ihrem warm timbrierten und sehr farbenreichen Mezzo begeisterte sie das Publikum. Zudem sang sie mit hoher Wortverständlichkeit und war auch szenisch der Mittelpunkt der Aufführung. Mit diesem Octavian kann sie durchaus auch in München oder Wien bestehen. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Paula Murrihy als 17-jähriger Octavian, der als knuspriges Mariandl für Furore sorgt, ist grandios.
Christiane Karg als ebenbürtig junge Sophie verzückt mit himmlischem Gesang. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Einen gewohnt starken Eindruck hinterließ Peter Marsh als Valzacchi, der in Sharon Carty eine ideale Intriganten-Partnerin hatte. Als Sänger konnte Mario Chang im ersten Akt für einen tenoralen Höhepunkt sorgen. Die weiteren kleineren Rollen waren durchweg gut besetzt, was die Qualität des Ensembles unterstrich.

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle am Pult des Opernorchesters macht seinem Ruf als Strauss-Spezialist alle Ehre. Wie er die Musiker zu einem leichtfüßigen, transparenten und doch farbenglänzenden und sinnlich-flexiblen Parlando-Ton inspiriert, ist beispielhaft. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Hier haben wir es mit einer Sternstunde hochkarätigen Musiktheaters zu tun, mit der die schon oft bewährte Oper Frankfurt einen weiteren Meilenstein in der an erstklassigen Deutungen nicht gerade armen Rezeptionsgeschichte von Strauss’ Oper gesetzt hat.
(…) Wieder einmal eine ganz phantastische, preisverdächtige Aufführung, die der Oper Frankfurt alle Ehre macht und deren Besuch allen Opernfreunden dringend ans Herz gelegt wird!

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

(…) Frankfurt bleibt also eine der ersten Adressen in Sachen Richard Strauss.

Bernd Zegowitz, Badische Neueste Nachrichten

Don Giovanni, Wiederaufnahme vom 30.Mai 2015

(…) Ein beeindruckendes Debüt in der Titelrolle liefert der junge Bariton Iurii Samoilov ab. (…) Zu hören ist ein kraftvoller und doch nobler Bariton mit attraktiver Höhe. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Unter der Leitung von Michael Güttler wurde spritzig und temperamentvoll musiziert, dass es die reine Freude war. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

An unserem Fluss, Uraufführung vom 31. Mai 2015

(…) Der aus Israel stammende Komponist Lior Navok trifft mit seiner subtilen musikalischen Sprache genau den richtigen Ton für die beklemmende, von Widersprüchen, Gewalt und Ränkespielen geprägte Atmosphäre in dieser zerrissenen Region, in der das Blut der Vergangenheit die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft im Keim erstickt. (…)
(…) Dass es am Ende der Saison noch einmal zu einem solchen grandiosen Höhepunkt im Bockenheimer Depot kam, ist aber auch den Solisten zu danken (…).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Großartige Leistungen prägen die Uraufführung, Michael Porters tenoral frühreif klingender Sipho, die ebenso jugendlich wirkende, aber ungemein reflektiert gestaltende Sopranistin Kateryna Kasper als Lucia. Als greiser Kavi hat der 79-jährige Carlos Krause einen durch Besonnenheit strahlenden Auftritt, während Davide Damiani als israelischer Wortführer Fred Bucksmann den Ton auf der Bühne unheilvoll, aber treffend schärft.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Kateryna Kaspers Lucia und Michael Porters Sipho harmonierten emotional und vokal perfekt. Daniel Schmutzhard gab Lucias Großvater mit sattem Bariton, Alfred Reiter überzeugte als Sipho nicht sehr wohl gesinntem Clanchef. (…)

Jörn Florian Fuchs, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Ein Glücksfall, dass Corinna Tetzel die Inszenierung übernommen hat. Das passt wie der Deckel auf den Topf. So verspielt und verträumt die Musik manchmal daherkommt, so liebevoll hat sie die Szenen arrangiert, die sie wiedergeben. (…)

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Das große Ensemble singt auf hohem Niveau und zeigt zur intensiven Personenregie Corinna Tetzels beeindruckende schauspielerische Qualitäten. (…) Dirigent Sebastian Zierer leitet das Frankfurter Opernorchester mit nicht nachlassender Hingabe, Präzision und Leidenschaft durch 90 intensive Minuten.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, einfühlsam geleitet von Sebastian Zierer, brachte die farbenreiche Partitur des Komponisten (…) in allen Facetten zur Geltung. (…)

Udo Pacolt, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Annette Dasch und Daniel Schmutzhard vom 16. Juni 2015

(…) Das gesamte Programm war in feiner Vokal-Linie gehalten dank dem hellen und dezenten, apollinisch gereinigten Bariton und feinstem, unaffektiertem, unaufgeregtem Sopran, wozu die kristallklare und passgenaue Begleitung Helmut Deutschs kam. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) wunderbare Stimmen in perfekter Harmonie. (…)

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

Julietta, Frankfurter Erstaufführung vom 21. Juni 2015

(…) Die Regisseurin Florentine Klepper brachte in Frankfurt eine sorgfältig erarbeitete – und von Norbert Abels dramaturgisch profund gestützte – Bühnenerzählung zustande. Deren imposantes Fundament war das Bühnenbild von Boris Kudlička, ein „Hof“ um eine hufeisenförmige zwei-etagige Architektur mit Loggien und Nischen. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Die verwickelte, mit vielen surrealen Episoden angereicherte Opernhandlung zwischen Illusion und Realität in der Schwebe zu halten, ist ein Balanceakt für die Regie. Florentine Klepper gelingt er deshalb so überzeugend, weil sie das Stück zu keinem Moment in neblige Traumwelten entgleiten lässt, sondern die inneren Konflikte mit messerscharfen Konturen herausarbeitet. (…)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Tenor Kurt Streit gestaltet die unerhört lange und schwere Partie mit nie nachlassender Schärfe, Klarheit und Profilkraft. (…)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(…) Inmitten eines exquisiten Ensembles, das in verschiedene, skurril hübsche Rollen schlüpfte, war Juanita Lascarro eine wirklich verführerische Juliette. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(…) Die auch darstellerisch sehr präsenten Ensemblemitglieder schlüpfen gleich in mehrere Rollen, exemplarisch sei die quirlige Nina Tarandek genannt, die als Kleiner Araber, Erster Herr, Junger Matrose und Hotelboy reüssiert. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Hervorragend besetzt sind auch die vielen kleineren Partien mit jungen Sängern aus dem Frankfurter Ensemble wie dem feinen Tenor Beau Gibson, dem französischen Bariton Boris Grappe oder dem virilen Bass Andreas Bauer, der als Sträfling eine fantastische Bühnenpräsenz besitzt. Auch Michael McCown gibt dem Beamten in diesem dritten Akt ebenso scharfes wie skurriles Profil.
Sebastian Weigle hat mit dem hervorragend spielenden Frankfurter Opern- und Museumsorchester ein feines Gespür für die vielen musikalischen Stile und ihre Verknüpfungen, lässt es mal ordentlich romantisch aufrauschen, um im nächsten Moment feinste Kammermusik zu bieten, fein ausgehorchte Klänge oder seltsam sehnsuchtsvolle Melodien. (…)

Klaus Kalchschmid, www.die-deutsche-buehne.de

Drei Einakter, Frankfurter Erstaufführungen vom 4. Juli 2015

(…) Die virtuose szenische Präsentation der Regisseurin Beate Baron lenkte den Blick auf eine andere Facette des fruchtbaren Bühnenkomponisten, auf Stücke der 1920er und 1930er Jahre, die man als „Zeitopern“ apostrophieren könnte, zumindest als „Zeitgeistopern“, der Vorstellung verpflichtet, Musiktheater könne durch formale Beweglichkeit und inhaltliche Aktualität einen Bedeutungszuwachs erfahren. (…)

Hans Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Klamauk und Ironie sind indes sowohl für den Komponisten Martinů wie für die Regisseurin Baron nicht das einzig Entscheidende, immer wieder schält sich eine fundamentale Welt- und Seinsskepsis heraus, ein Leiden an dem was ist und wie es ist. (…)

Jörn Florian Fuchs, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Die Sänger atmen den Geist der Werke. Sopranistin Elizabeth Reiter gibt in Messertränen eine schillernde Eleonore. Ihre Stimme fasziniert, die Bühnenpräsenz ist groß. Das trifft auch auf Sebastian Geyer zu, der gemeinsam mit der wandelbaren, ausdrucksstarken Katharina Magiera alle drei Opern singt. Der Bass von Thomas Faulkner hat Substanz, der Tenor von Simon Bode Ausstrahlung. (…) Anna Ryberg und Maren Favela meistern ihre Rollen superb. (…)

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Glänzend zudem die durchweg großartigen Sänger-Schauspieler, die hier in Doppel- und Tripel-Rollen zu erleben sind. Besonders hervorzuheben: Katharina Magiera als entnervte Mutter und göttliche Dienerin, Anna Ryberg als erotische Kokotte Armande und Thomas Faulkner als Alexandres Portrait und Bedroň. Bravi.

Ursula Böhmer, Deutschlandfunk Musikjournal

(…) Nikolai Peterson leitet das prägnant und farbig aufspielende Orchester und sorgt dafür, dass sich die Vielfalt der Kompositionen wirkungsvoll entfaltet.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Und weil der junge Dirigent Nikolai Petersen Gespür für die angelegentlich auch den Jazz ins Spiel bringende Musik Martinůs hat, gab es zur letzten Premiere der Saison anhaltenden Beifall und Bravos im Hitze flirrenden Bockenheimer Depot. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Darstellerisch, sängerisch und musikalisch haben alle Rollendebütanten (…) uneingeschränkt überzeugt. Das gilt auch für Beate Baron. Wiederum beweist die Regisseurin größte Sensibilität für die szenische Darstellung. (…)

Christiane Franke, www.opernnetz.de

Königskinder, Wiederaufnahme vom 30.Mai 2015

(…) Größere Aufgaben fallen in dieser Oper auch dem (Erwachsenen-)Chor sowie den Kindern zu, die gerade im dritten Aufzug für Abwechslung und Anmut zugleich sorgten. Die beiden Chorleiter Tilman Michael und Markus Ehmann ernteten am Ende verdienten Beifall. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die sizilianische Vesper (Les vêpres siciliennes), Wiederaufnahme vom 1. September 2013

(...) Eine herausragende Besetzung der Hauptpartien, eine spannende Inszenierung und ein bestens aufgelegtes Orchester sollten Gründe genug für einen Besuch dieser Produktion sein, mit dem das Frankfurter Opernhaus sich einmal mehr als würdiger Gewinner des diesjährigen „International Opera Award“ erweist.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(...) Elza van den Heever gab eine sinnliche, aber auch kraftvoll-durchsetzungsfähige Hélène. Großer Beifall.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Mit Les vêpres siciliennes hat Frankfurt neben einem immer wieder bewegenden Don Carlo in David McVicars Regie und einem szenisch wie musikalisch hochkarätigen Ballo in maschera von Claus Guth eine beispielhafte Verdi-Inszenierung im Repertoire; ein Nachweis der Leistungsfähigkeit des Hauses, das unter seinem Intendanten Bernd Loebe in die europäische Spitzengruppe aufgerückt ist. (…)

Werner Häußner, Der Neue Merker

Rusalka, Premiere vom 8. September 2013

(...) Zur Übernahme der Rusalka kann man Intendant Loebe nur gratulieren.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(...) Jim Lucassen heißt der junge Wunderregisseur, dem es auf ruhige, aber faszinierende Art gelingt, hinter Glas abgelegte Geschichte und heute gelebte Gegenwart unvereinbar aufeinanderprallen zu lassen. (...)
So fein und durchdacht der junge Niederländer die Sänger führt, so handwerklich ansprechend überzeugt sein selbst entworfenes Bühnenbild. (...)

Bettina Boyens, Giessener Allgemeine Zeitung

(…) Den nachtwandlerischen Hin- und Rückweg der Vermenschlichung beschritt Amanda Majeskis Rusalka mit betörender, variabel temperierter (…) Stimme und fein ausgearbeiteter Körpersprache. (…) Nuancierte Orchesterfarbigkeit und unaufdringlich zupackende Dramatik bestätigen einen in jeder Weise ansprechenden Abend. (…)

Hans- Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Ob nun Nixe oder in Menschengestalt, Amanda Majeski dominiert das Geschehen. Mit einem Sopran der Spitzentöne mühelos stemmt, anrührend beim Gebet an den Mond wie im tiefen Leid. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Ohne jeden Anlauf muss die Fürstin, gleichsam der Schwarze Schwan in dieser noch tschaikowskij-nahen Partitur, machtvolle und glitzernde vokale Höhenflüge absolvieren, was Tanja Ariane Baumgartner vorzüglich gelang. In den charakteristischen Nebenrollen des Hegers und Küchenjungen (hier eher zwei Museumsdienern) Simon Bailey und Britta Stallmeister.
(...) Auch musikalisch mithin – mit bester Chor- und Orchesterleistung – ein hochrangiger Abend.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) den größten Überraschungserfolg erzielt die junge Katharina Magiera mit ihrer wohlklingenden tiefen Stimme als unverschnörkelte, klanglich sehr frische und intensive Hexe. (...)

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz

(…) Es ist ein geschicktes Konzept, mit dem Lucassen (…) den außergewöhnlichen Leistungen einer Besetzung schmeichelt, die auf dem beneidenswerten Frankfurter Ensemble basiert. Ein Opernhaus, das eine aufregende und glamouröse Fremde Fürstin wie Tanja Ariane Baumgartner – ein Mezzo in dieser schwierigen Sopranpartie – zu bieten hat, kann in der Tat von Glück reden; den Namen der von Katharina Magiera mit üppig getönten Alt gesungenen Ježibaba ist sicherlich ebenfalls einer, den man sich merken sollte – wenn sie sich vorsichtig entwickeln kann. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Diese Rusalka könnte ein Liebling des hiesigen Publikums werden.

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(...) Dirigent Sebastian Weigle schließlich leuchtet mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester Dvořáks Partitur vorzüglich aus, in ihrer sinfonischen Prägung, die im Rhythmischen verfeinert und von Richard Wagners Leitmotivik zumindest nicht unbeeindruckt klingt und die dabei harmonische Grenzauslotungen ganz am Anfang des 20. Jahrhunderts in immerhin sachter Modernität wagt.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Das international besetzte Premierenpublikum aus Politik, Finanzwelt und Kultur ist begeistert und bezaubert zugleich. Viele Bravos, Vorhänge und stürmischer Applaus für den gelungenen Saisonauftakt.

Barbara Röder, www.opernnetz.de

Idomeneo, Wiederaufnahme vom 14. September 2013

(…) Es ist lange her, dass ich so ergriffen von Mozarts großer Opera seria war. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Den hintergründig, frischen Zügen der Idomeneo-Partitur spürte das ungemein konzentriert, klangschön aufspielende Frankfurter Opern- und Museumsorchester bestens nach. (…) Zur orchestralen Glanzleistung gesellte sich in vokaler, vorzüglicher Disposition der Opernchor (Matthias Köhler), besonders auffallend die Brillanz der Männerstimmen. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend John Tomlinson vom 24. September 2013

(…) Sir John Tomlinson scheute die Herausforderung nicht und konzipierte vor zwei Jahren ein Liedprogramm mit den Werken von Schostakowitsch, Britten und Wolf. (…)
(…) sein Bass passt perfekt zu Wolfs Liedern voll dunkler Vorahnung auf den Tod. (…)

Katrin Tillmans, Hanauer Anzeiger

Ariadne auf Naxos, Premiere vom 5. Oktober 2013

(…) ein Abend zum intelligenten Genießen.

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) das ist echtes Theaterhandwerk, allerbestes und allerschwerstes. Dem Zwitterwesen Ariadne auf Naxos stellt sich Brigitte Fassbaender nicht nur, sie durchschaut und verschränkt alle Ebenen. Mit größter Subtilität gelingt das, vor allem mit Geschmack, Musikalität und dem weisen Wissen um die Charakterisierung selbst der kleinsten Rolle. Humor ist in dieser Aufführung keine Sache des Glücks, sondern des Könnens. (…)

Markus Thiel, Münchner Merkur

(…) In Brigitte Fassbaenders fulminanter Frankfurter Strauss-Neuinszenierung war freilich mehr als genug an komischen Energien wirksam – all das ging aber von den Personen aus, von ihrem pfiffigen, quirligen, drastischen Zu- und Miteinander in einem Kontext, in dem einfach alles stimmte – auch das klug gelenkte Tempo der Geschehnisse, die sich oft überstürzten, aber auch innezuhalten vermochten (Hauptverdienst des Dirigenten Sebastian Weigle). Funkelnder Esprit und besonnene Herzlichkeit. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Auch das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Sebastian Weigle trägt entscheidend zum Glanz der Aufführung bei. Nur selten bekommt man das Werk so gewitzt und zugleich ergreifend, in einer solch betörenden Farbpracht zu hören. Ebenso transparent wie Weigle den komödiantischen Schlagabtausch zu begleiten versteht, lässt er das Orchester in den musikalischen Höhepunkten schwelgen und schier explodieren. Stürmischer Applaus nach der Premiere.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Kein Wunder, dass das Haus ständig zu den besten Deutschlands gekürt wird.

Marianne Reißinger, Kronen Zeitung

Wer herausragende Strauss-Interpretationen hören möchte, der muss derzeit nach Frankfurt fahren. (…)
(…) Weigle findet immer den rechten Ton, lässt alles fließen, arbeitet aber Details heraus, sodass einzelne, leicht überhörbare Holzbläsereinwürfe oder Streicherglissandi Bedeutung gewinnen. Perfekt vermischt sind die Sphären von Opera buffa und Opera seria, von Rezitativhaftem und Ariosem. Und das Orchester verfügt mittlerweile über einen Strauss-Ton, der sich mit Dresden und Wien messen kann. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Weigle hat die Musiker in den vergangenen Jahren zu einer herausragenden Einheit geformt, die keine Vergleiche zu scheuen braucht. Sein Opern- und Museumsorchester allein ist einen Besuch wert.

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Wieder einmal war Frankfurt mit einer Besetzung erfolgreich, die auf den Schätzen des hauseigenen Ensembles basierte. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Brenda Rae als Zerbinetta, Claudia Mahnke als Komponist und Camilla Nylund als Ariadne machen den Abend zu einem unvergessenen musikalischen Erlebnis. Die drei Sängerinnen zeigen, was Singen heutzutage bedeutet: Alle drei haben so unverwechselbare, technisch höchst trainierte Stimmen, jede für sich ein berückendes Timbre und jede für sich eine schier unendliche Energie. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Brenda Rae bekommt für die Liebesphilosophie ihrer Zerbinetta einen so ausdauernden Szenenapplaus, dass man schon um den Fortgang der Handlung fürchten muss. Noch überzeugender in einer insgesamt glanzvollen Ensembleleistung ist auf der Seria-Seite die Besetzung der Titelpartie mit Camilla Nylund und Michael Königs Bacchus. Ein Tenor aus Kraft und Wonne in einem von großer Spielfreude und liebevoll detaillierter Personenführung getragenen Abend.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(…) Eigentlich müsste Richard Strauss Zweiteiler Zerbinetta auf Naxos heißen, zumindest wenn Brenda Rae die schwierige Sopranpartie bestreitet. Obwohl sie sich durch halsbrecherische Koloraturen und Trillergirlanden bis in höchste Höhen singt, gelingt es der Amerikanerin vorzüglich, stets den berühmten Schuss Leichtigkeit zu bewahren, den die Rolle der nur vordergründig leichtfertigen Kokette verlangt. (…)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Vortrefflich sind auch die kleineren Partien besetzt: Elizabeth Reiter, Stine Marie Fischer und Maren Favela als Nymphen-Trio sowie Daniel Schmutzhard, Michael McCown, Alfred Reiter und Martin Mitterrutzner als flinke Harlekin-Truppe. Nicht zu vergessen Peter Marsh als Tanzmeister im Jogging-Outfit und Senior Franz Grundheber in der Partie des Musiklehrers. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Es kommt zur großen Versöhnung zwischen allen Beteiligten des unwirklichen Spieles, zur Aussöhnung auch zwischen den unterschiedlichsten Theaterformen. Es gelingt – die Kunst. Mehr kann Oper nicht wollen. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(…) Ein Augen- und Ohrenschmaus, für den Fassbaender und ihre durchweg exzellent besetzte Sänger-Riege nach der Premiere zurecht gefeiert wurden, mit langanhaltenden Ovationen.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Kultur Aktuell

(…) Diese Produktion sollten sich nicht nur Strauss-Fans nicht entgehen lassen.

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 9. Oktober 2013

(…) Das Haus ist auch nach 15 Jahren fast voll besetzt. (…) Vorhang, Applaus, auf in die nächsten 140 Vorstellungen.

Katrin Tillmann, Hanauer Anzeiger

(…) Ein Debüt erlebte das Wiederaufnahme-Publikum in der Sympathie-Partie des Vogelfängers Papageno, von Björn Bürger vokal wendig und szenisch charmant vermittelt. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

Tannhäuser, Wiederaufnahme vom 19. Oktober 2013

(…) Dieser Tannhäuser wurde immer wieder mit so viel Lob bedacht, dass die Frankfurter Oper im Wagner-Jahr einfach nicht um eine Wiederaufnahme herumkam. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Aufhorchen ließ der Wolfram-Debütant Daniel Schmutzhard mit edel timbriertem, angenehm weichem Bariton, dem traumhaft gesungenem Abendstern und erhielt wohlverdient zusammen mit seiner Gattin [Annette] Dasch die Ovationen des Abends. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Sara Mingardo vom 5. November 2013

Das war kein Liederabend im herkömmlichen Sinn, nein Sara Mingardo reihte Miniaturen Alter Musik, Perle für Perle zum kostbaren Geschmeide barocker Vokalkunst. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) Ihr „Lamento di Arianna“, die Klage der verlassenen Ariadne aus einer im Übrigen verschollenen Oper Monteverdis, war ganz aus der vokalen Gestik, der sprachgenauen Artikulation heraus entwickelt: Kein vordergründiges Dramatisieren in der frühbarocken Oper, viel innige Empfindung stattdessen. Das Publikum wirkte auf ergriffene Weise begeistert. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Ezio, Frankfurter Erstaufführung vom 10. November 2013

Ein großer Wurf sind die Kostüme des Modedesigners Christian Lacroix (…).

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Die ausdrucksvollen Kostüme in karger Umgebung saugen die Blicke des Publikums an und lenken sie ganz auf die Figuren. Mit ihnen arrangiert Regisseur Boussard ein intensives Kammerspiel, das mit wenigen Requisiten auskommt und ganz auf Gesten, Blicken und Posen beruht. (…) Ein solches Konzept hätte mit minderbegabten Darstellern rasch scheitern können. In Frankfurt aber verhilft ein spielfreudiges Ensemble der Regie zur Entfaltung. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Auf die genaue Charakterisierung der Personen und deren Beziehungen untereinander legt der Regisseur besonderen Wert. So entsteht ein apartes Kammerspiel, das ganz auf die Protagonisten fokussiert ist. (…)

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz

Einer der Hauptgründe, warum Bernd Loebes Oper Frankfurt im letzten Jahr den International Opera Award gewonnen hat, war die Breite und Vielfalt ihres Repertoires. (….)
(…) Prinas männlich-klingender Alt und Cencics schmeichlerischer Countertenor sind die ideale Besetzung für die jeweiligen Rollen, beide brachten das Haus mit ihren Bravournummern zum Toben. Das Frankfurter Ensemble steuerte elegante, junge Sänger als Onoria (Sofia Fomina), Massimo (Beau Gibson) und Varo (Simon Bode) bei. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Dass man in Frankfurt zudem ein wahres Stimmfest erleben kann, liegt an der hochkarätigen Besetzung, allen voran Countertenor Max Emanuel Cencic als Kaiser und der umwerfenden Sonia Prina in der Titelpartie. (…)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Bei der Frankfurter Aufführung muss man fairerweise sofort ergänzen: Nicht nur Cencic, sondern auch die italienische Altistin Sonia Prina als Ezio, die irische Mezzosopranistin Paula Murrihy und die russische Sopranistin Sofia Fomina als Onoria fanden sich hochkarätig zu einem so stimmigen Eindruck zusammen, dass man auf jede bildliche Ablenkung durch ein aufwändiges Bühnenbild verzichten konnte. (…)

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

(…) Alle überragte aber Mezzosopran Paula Murrihys Fulvia: vom Kaiser begehrt, vom gedemütigten Vater zur Kaiser-Mörderin instrumentalisiert, von Ezio in Frage gestellt, von der eifersüchtigen Kaiser-Schwester beneidet, ist sie die humane Identifikationsfigur, deren zarte „aura amorosa“ ins Herz trifft – die heimliche Heldin, von einem männerdominierten Politiksystem ausgebeutet und seelisch gebrochen. Zu Recht ein „Brava!“-Sturm inmitten aller hochklassigen Kollegen. (…)

Wolf-Dieter Peter, www.die-deutsche-buehne.de

(…) Glänzen können solche Werke allenfalls durch herausragende Gesangsleistungen. Die gibt es an der Oper Frankfurt, die nun einen Versuch mit dem wenig bekannten Frühwerk wagt, reichlich. (…)
Ebenso dem Hausensemble gehören Sofia Fomina (Onoria), Beau Gibson (Massimo) und Simon Bode (Varo) an – hervorragend spielende und ihre Personen mit Leben erfüllende Sänger (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Christian Curnyn hält das Orchester zu einem empfindsam zartfühlenden Musizieren an, das weit mehr kann als nur barocke Kontrasteffekte. Und die trefflichen Sänger vermeiden Klischees, suchen unbeirrt das vokal Eigensinnige ihrer Rollen. (…)

Manuel Brug, Die Welt

(…) Dass dieses Orchester Lust auf Barock und das entsprechende Instrumentarium hat, man hört es sofort (…).

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester (unter Leitung von Christian Curnyn) ist (…) so stilsicher, dass es im barocken Originalklang (…) gleichsam mühelos zu parlieren versteht. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(…) Hochgenuss. Begeisterung. Mehr Oper geht nicht.

Josef Becker, Bild Frankfurt

Dido and Aeneas / Herzog Blaubarts Burg, Wiederaufnahme vom 16. November 2013

(…) Zentrale Figur dieser Blaubart-Wiederaufnahme war der Bariton Johannes Martin Kränzle in der Titelrolle. (…) Kränzle (…) vereinigte stimmliche Ausdruckskraft mit darstellerischen Fähigkeiten, auf die es bei jeder Öffnung der sieben geheimnisvollen Türen wieder neu ankam. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) bei keiner Rollenpaarung bislang fügten sich Darstellungs- und Gesangskunst derart zu einem intensiven und geschlossenen Ganzen wie nun beim Duo Mahnke / Kränzle.
(…) Die beiden liefern sich auf offener Bühne ohne Schonung ihrer körperlichen Kräfte ein Psychoduell, welches von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Besser geht’s nicht. (…)

Michael Demel und Manfred Langer, www.deropernfreund.de

(…) In blendender Verfassung vermittelt das bestens disponierte Orchester die ausdrucksstarke Tiefenschärfe, jede Phase, jede motivische Regung dieser gewaltigen Partitur – bravo! Ein großer, packender Opernabend wurde lauthals bejubelt. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Oedipe, Frankfurter Erstaufführung vom 8. Dezember 2013

Enescus Auslegung der Ödipus-Sage erfährt [an der Oper Frankfurt] eine packende Wiederbelebung

George Loomis, The New York Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Diese Frankfurter Aufführung ist pur, klar und analytisch, eindeutig in Handschrift und Aussage und darum sehr stringent. (…)

Natascha Pflaumbaum, HR 2 Mikado

(…) Und bei aller Kritik an der dramaturgischen Zurichtung, es kam dann doch zu einer großartigen, äußerst dichten Aufführung. (…)

Karl Gabriel von Kareis, Das Opernglas

(…) [Regisseur Hans] Neuenfels (…) lädt die Zuschauer ein zum Gedankenspiel über Aktualität des Mythos. In diesem Sinne bietet er mannigfache Assoziationsanreize. Er aktualisiert allerdings nie direkt – das würde der Überzeitlichkeit des Mythos widersprechen. (…)
Das ist spannend und anregend, auch weil Neuenfels nie illustrativ wird, sondern seine Bedeutungsfelder in einer assoziativen Schwebe hält. (…)

Detlef Brandenburg, www.die-deutsche-buehne.de

(…) Ironisch gebrochen, heiter, altersweise, mit musikalischem Ernst behandelt der 72-Jährige die Figuren. Sympathie hegt er nicht nur für den Hauptprotagonisten des fatalen Geschehens – Simon Neal wirft sich mit flammender Hingabe in die strapaziöse Titelpartie. Sondern auch für das andere Personal (…).

Albrecht Thiemann, Opernwelt

(…) Neuenfels vertraut der geradlinigen Erzählung, dem starken Wort, der stringent durchgearbeiteten Musik, die den Zuschauer von der kurzen, bedrohlichen Einleitung bis zum ebenso knappen schaurigen Ende nicht mehr loslässt. Man tat gut daran, das gereimte französische Original durch eine packende – ungereimte, aber nicht weniger poetische – deutsche Version zu ersetzen. So vermied man das Gekünstelte einer traditionellen Oper und eröffnete sich den Freiraum des unwägbareren und unmittelbareren Musiktheaters. (…)

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

(…) Lobenswert zudem, dass jedes Wort des mit vielen Sprechzeilen und dramatischen Ausrufen durchsetzten Opernlibrettos von Edmond Fleg zu verstehen ist, so dass man auf die Übertitel locker verzichten könnte. (…)
(…) Eine von morbider Trägheit gezeichnete, meisterhaft ihre Vierteltöne intonierende Katharina Magiera, die als hungriges Zwitterwesen auf menschliche Nahrung lauert, ist von Elina Schnitzler in ein lüstern fließendes Gewand gehüllt und gleitet schlangenhaft an der Wand entlang. (…)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Seine Wirkung entfaltet der Abend maßgeblich auch durch die Sänger, und die Wirkung ist mächtig: ein Neuenfels- Theater der durchdachten, mehrbödigen, auch amüsanten Art. (…)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(…) ein glänzendes Solistenensemble – bis in die Nebenrollen auch im Timbre bestens abgestuft (…).

Wolf-Dieter Peter, Oper & Tanz

(…) Im Zentrum (…) stehen die beiden das Drama tragenden Protagonisten – Ödipus, den Simon Neal mit deklamatorischer Genauigkeit und nuancierter Kraft verkörpert, sowie sein Gegenspieler, der grandios singende Chor, von Neuenfels als kompakte, auch im Jubel noch bedrohliche Masse choreografiert. (…)

Uwe Schweikert, Stuttgarter Zeitung

(…) Abgesehen vom Ödipus des Simon Neal, der alle Facetten menschlichen Leids ungemein eindrücklich vermittelt, sind alle Rollen mit wunderbaren Ensemblemitgliedern besetzt, aus denen die flirrende Sphinx von Katharina Magiera und die bestürzte Jokaste von Tanja Ariane Baumgartner herausragen. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) wie Simon Neal den Ödipus und Tanja Ariane Baumgartner die Mutter / Gattin Jokaste vokal beglaubigen und Katharina Magiera als grandiose Sphinx brilliert, das krönt eine exzellente Ensembleleistung, zu der alle Protagonisten und der Chor mit seinen oratorischen Kommentaren beitragen.

Roberto Becker, Neues Deutschland

(…) Alle sind lebhafte Schauspieler, und Neuenfels holte das Beste aus ihnen heraus. [Alexander] Liebreichs Dirigat des Opern- und Museumsorchesters ist so vollkommen, dass man das Fehlen des letzten Aktes bedauerte. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Mit klarer Zeichengebung und dymnamischer Abstufung führt [Dirigent Alexander] Liebreich ein glänzendes Solistenensemble (…).

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(…) Am Pult des hoch motivierten, hingebungsvoll musizierenden Frankfurter Museums- und Opernorchesters hebt Alexander Liebreich die wuchtig süffige Seite der Musik hervor, man lauscht gebannt, was da alles aus dem Graben kommt, staunt über originell oszillierende Holzbläsermischungen und über den großartig durchgehaltenen krimiprallen Spannungs-Sog. (…)

Peter Krause, www.concerti.de

(…) Alexander Liebreich am Pult modelliert und knetet plastisch die kantigen Schönheiten der kraftvollen Partitur. Der klangprächtige Chor gibt im schwarzen Fustanella-Rock den neutralen Kommentator. Und das hervorragende Frankfurter Opernensemble hat wie auf dem Catwalk lauter schöne, vignettenhafte Einzelauftritte. (…)

Manuel Brug, Die Welt

Tosca, Wiederaufnahme vom 11. Dezember 2013

(…) Ihr Debüt an der Frankfurter Oper gab Liudmyla Monastyrska in der Titelpartie. Sängerisch sicher ein Gewinn, denn sie verfügt über eine durchsetzungsfähige, in der Höhe sichere, alles andere als enge Sopranstimme, die gleichwohl auch im Leisen („Vissi d’arte“) zu überzeugen vermochte. (…)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(…) Die absolute vokale Überraschung des Abends bot allerdings Dimitri Platanias, sein herrlich timbrierter Bariton strömte weich dahin, verlor selbst in den expressiven Passagen nicht den nuancierten Farbreichtum. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Max Emanuel Cencic vom 17. Dezember 2013

(…) Vielleicht gelangen nach der Pause auch deshalb die Arien aus Gioacchino Rossinis La donna del lago und Tancredi so trefflich, die Cencics Stimme gelegentlich erscheinen ließen wie einen sehr hohen Tenor. Auch lockten sie endgültig den Opernbühnendarsteller hervor (…) und stimmlich eine lyrische Süße jenseits aller Virtuosität. Virtuosität war selbstverständlich weiter im Spiel und mit anstrengungslos sitzenden Koloraturen, aber nur als Mittel zum Zweck: die Musik noch schöner zu machen. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Mit Bravorufen und stürmischem Applaus huldigte das Publikum den Künstlern (…).

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) So bleibt von diesem Abend Bewunderung für die Virtuosität dieser Sangesart. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

The Tempest (Der Sturm), Wiederaufnahme vom 11. Januar 2014

(…) Die frühere musikalische Leiterin der English National Opera, Sian Edwards, führte das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das die farbige Partitur prächtig umsetzte, mit prägnanter Dynamik durch die Partitur. (…)
Peter Marsh wie auf den Leib geschrieben war die Rolle des Caliban, deren große schauspielerischen Anforderungen er ebenfalls glänzend bewältigte. (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

(…) Ihr überzeugendes Rollendebüt lieferte Jenny Carlstedt als Herzogstochter Miranda. Bei allem Sturm gibt es Raum für Gefühle und Emotionen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Mojca Erdmann vom 14. Januar 2014

(…) Die Stille und Kühle des „Allerseelen“ von Richard Strauss, die innere Ruhe in Schuberts „Litanei“: Das waren ganz große, tief durchdrungene Momente, an denen [Klavierbegleiter] Malcolm Martineau als hellwacher Mitgestalter erheblichen Anteil hatte.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Und gerade in den Liedern von Rihm und Reimann zeigt sich die besondere Klasse der Sopranistin aus Hamburg: Ihre Stimme erhebt sich über alle technischen Schwierigkeiten, wirkt erst fahl und zerbrechlich, dann wieder kräftig und schneidend, nimmt aber stets mit starkem Ausdruck und großer Schönheit gefangen. (…)

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

Werther, Wiederaufnahme vom 15. Januar 2014

(…) Man erlebte in der Wiederaufnahme ein sorgfältig disponiertes Solistenensemble. Im Mittelpunkt stand John Osborn, der in der Titelrolle zum ersten Mal zu hören war und immer wieder für dramatische Höhepunkte sorgte. So einem Kerl nimmt man eine unsterbliche Liebe einfach ab! (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Tanja Ariane Baumgartner [dürfte] als Ereignis des Abends gelten! Die versierte Mezzosopranistin erweiterte ihr Repertoire mit einem weiteren Highlight. Ihre warme, dunkeltönende Stimme scheint für die vielschichtige Partie der Charlotte geradezu perfektioniert, fand stets gleichwohl die richtigen, schönen Töne in den sensiblen zart-verhaltenen Momenten, sowie den expressiv-dramatischen Ausbrüchen. (…) Daniel Schmutzhard [lässt als Albert] seinen warmtimbrierten, markanten Bariton herrlich strömen und in bester Klangbalance erklingen. Leichte, angenehme Soprantöne verlieh Sofia Fomina der Sophie, überzeugend besetzt (…).

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Die Gespenstersonate, Frankfurter Erstaufführung vom 26. Januar 2014

(…) Die Produktion bestätigte den Status des Werkes als modernem Klassiker, und Reimann wirkte am Frankfurter Premierenabend hocherfreut und bewegt. Das Publikum schien gebannt von der Art und Weise, in der das wahnwitzige Psychodrama ihm direkt unter die Haut ging.

Barbara Röder, Opera Now (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Der exzellente Ruf der (…) [Frankfurter] Oper für hervorragende sängerische Leistungen bestätigte sich auch diesmal: Der ausgeglichen-wohltönende Bariton von Dietrich Volle als Direktor Hummel und der in spektakulären Höhen herum turnende Tenor von Alexander Mayr als Student Arkenholz seien stellvertretend für ein auf hohem Niveau agierendes Ensemble genannt. (…)

Stephan Hoffmann, Die Welt

(…) Neben der exorbitant hohen Tenorpartie des Studenten, von Alexander Mayr bewundernswert bewältigt, dem keifenden Diener von Hans-Jürgen Schöpflin, dem blasierten Oberst von Brian Galliford, ist die Mumie mit Anja Silja grandios besetzt. (…)

Bernd Zegowitz, Mannheimer Morgen

Anja Silja lauert hinter der hölzernen Wandschranktür, die in den Keller führt. Die große (…) Primadonna singt die berühmte Mumie in Aribert Reimanns Kammeroper Die Gespenstersonate, die jetzt erstmals in herausragender Qualität im Bockenheimer Depot der Oper Frankfurt zu sehen ist. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Mit erstaunlicher Meisterschaft bringen die zwölf Musiker, größtenteils aus dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, die verschrobenen Klangpsychen zum Tanzen.
Der junge Karsten Januschke am Pult führt sie sicher bis in die Millisekunde jeder musikalischen Bewegung. Und trotz aller Präzisionsarbeit und technischen Hochleistungsdrucks wird lebendig musiziert. Auch seitens der Sänger auf der schwarzen Bühne des ehemaligen Straßenbahndepots. (…)
Der Regisseur, Walter Sutcliffe, entwickelt die Entlarvung dieser beklemmenden und in Schuld verstrickten Welt mit wenigen, konzentrierten Mitteln auf sehr kluge und anschauliche Weise. Er stülpt das Innere der Puppenvilla gewissermaßen Zimmer für Zimmer nach außen. Dass er nicht nur von einer vergangenen Zeit erzählen möchte, sondern auch von heute, signalisiert er mittels der Kleidung seiner Protagonisten. (…)

Christoph Schmitz, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Der junge, seit dieser Spielzeit am Frankfurter Haus engagierte Kapellmeister Karsten Januschke animiert die glänzend disponierten Musiker zu gleichermaßen aggressiver wie subtiler, stets aber gestischer Intonation, was der Theatralität des Abends entschieden aufhilft.
(…) Barbara Zechmeister [fügt] mit der hysterischen Tochter ihren vielen im Gedächtnis haftenden Frankfurter Rollen ein weiteres, auch vokal eindrucksvolles Porträt [hinzu]. (…)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(…) Lang anhaltender Beifall, den der Berliner Komponist freudestrahlend entgegennimmt. Schließlich ist Frankfurt nach drei Inszenierungen ein Hort der Reimann-Pflege. Und das ist gut so!

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Liederabend Johannes Martin Kränzle vom 4. Februar 2014

(…) Kränzle lässt die Lieder mit ihrer je eigenen Ausdrucksschattierung in den Saal strömen, ohne sie mit „Gestaltungswillen“ zu überfrachten. (…)

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(…) Ein sängerischer Idealfall für einen Schubert, der die Abgründe der zerklüfteten Seelenlandschaften vor Georg Büchner und den Expressionisten längst abgewandert hat.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Falstaff, Premiere vom 9. Februar 2014

(…) Warners Regie fußt ganz auf dem, was die Musik an ironischen Momenten vorgibt, ist bis ins kleinste Detail durchdacht und natürlich very british. Sie führt die Personen immer wieder zu ausdrucksstarken Bildern zusammen, ohne dass die turbulente Handlung in derben Klamauk abrutscht – eine Gratwanderung, die Keith Warner brillant gelingt. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Keith Warners Witz ist immer wieder der Partitur abgelauscht und wird von einer Reihe großartiger Sängerdarsteller getragen.
Im Zentrum natürlich Zeljko Lucic, der dem fliegenden Wechsel zwischen Konversationston und Belcanto grandios gewachsen ist und Sir John Falstaff mit betörenden Kantilenen, mit vokaler Würde jenseits der Witzfigur ausstattet.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(…) Mit dem Publikumsliebling und einstigem Ensemblemitglied Zeljko Lucic in der Titelpartie hat Bernd Loebe einen Volltreffer gelandet. Seine stattliche, monströs ausstaffierte Gestalt, die kräftige Baritonstimme und sein glaubhaft ausgestellter Hang zur Melancholie machen ihn zur Idealbesetzung des „lebenden Anachronismus“ Sir John Falstaff. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Artur Rucinski als Ford (…) ist mit seinem kernigen und virilen Bariton eine absolute Traumbesetzung. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) Leah Crocetto (Mrs. Alice Ford), Claudia Mahnke (Mrs. Meg Page) und vor allem Meredith Arwady (Mrs. Quickly) schließlich dürfen sich deftig und handfest verausgaben – und tun’s mit jener Spielfreude, die allen Solisten dieser Produktion deutlich anzusehen ist.

Axel Zibulski, Rhein-Zeitung

(…) Die musikalische Interpretation lässt keine Wünsche offen. Bis in die Nebenpartien ist die Besetzung hervorragend. (…)

Stefan Michalzik Hessische / Niedersächsische Allgemeinen Zeitung Kassel

(…) Der hier bereits markant hervorgetretene Gastdirigent Bertrand de Billy entwickelte, zusammen mit dem brillanten und charaktervoll intonierenden Opern- und Museumsorchester, einen sehr spezifischen Falstaffklang: knisternd, trocken, ja höhenluftig-asketisch, dann auch wieder filigran und fein ziseliert. Kaum ein Detail, das nicht seine bestmögliche Ausformulierung gefunden hätte (…). Die Schlussfuge, selbstverständlich an der Rampe, wirkte selten so transparent, so mühelos akkurat und fetzig-frontal wie diesmal (fulminante Choreinstudierung: Markus Ehmann). (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(….) Bertrand de Billy hatte mit dem spielfreudig auftrumpfenden Orchester hörbar intensiv gearbeitet, um dem musikalischen Reichtum dieser avanciertesten, komplexesten aller Verdi-Opern gerecht zu werden. (…)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(…) Und bei allem seriösen Blick in die Geschichte: der neue Frankfurter Falstaff erinnert daran, dass man sich in der Oper gelegentlich auch königlich amüsieren darf!

Andreas Bomba, BR-Klassik / Leporello

Orlando furioso (Der rasende Roland), Wiederaufnahme vom 12. Februar 2014

(…) Spannung während der gut dreistündigen Handlung: Zu danken war das sowohl dem jungen, mit Frische und mitteilsamer Spielfreude agierenden Sängerensemble als auch dem Opern- und Museumsorchester unter Felice Venanzonis Leitung. Farblich differenziert ausmoduliert und durchsichtig klang Vivaldis Musik, dicht und packend in den stürmisch bewegten Arien, leise mitfühlend in den Momenten inniger Trauer und Sehnsucht.
(…) Ein trotz der Länge außerordentlich kurzweiliger und lohnender Abend im Frankfurter Opernhaus.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(…) Delphine Galou (Orlando) (…) ließ ihren herrlich satten Mezzosopran genüsslich strömen. Bruchlos verband die französische Barockspezialistin vokale Wärme, Leichtigkeit, Koloraturgewandtheit mit fülligen Tiefen und fliegenden Höhen ihres wohltimbrierten Materials. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Edgar, konzertante Aufführung vom 16. Februar 2014

(…) Dieser ungewöhnliche, musikalisch gehaltvolle Opernabend dürfte in die Annalen des Hauses eingehen.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) Frenetischer Beifall für dieses außerordentliche Ereignis.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Prachtvoll die Chöre (Matthias Köhler) einschließlich des veritablen Kinderchores (Markus Ehmann).
Beste Legitimation solch einer exponierten Puccini-Aufführung ist selbstverständlich die Sängerbesetzung. In Frankfurt ergab sie geradezu ein Stimmenfest, vom Publikum am Schluss belobigt durch standing ovations. Subtil abgetönt in allen Facetten verhaltener Passioniertheit die Sopranstimme von Angela Meade (Fidelia). Dezente Bass-Autorität vermittelte der väterliche Gualtiero von Kihwan Sim. Klar ansprechend und machtvoll profund als Frank der Bariton von Marco Vratogna. Sozusagen überhell gleißend die Diktion Tanja Ariane Baumgartners als schlangenhafte Tigrana. Und endlich glanzvoll der Amerikaner Bryan Hymel: ein italienischer Bilderbuch-Tenor, mit unendlichen dynamischen Reserven und einer dennoch stets kontrollierten, kultivierten Tongebung. Da steht dem Puccinigesang noch eine schöne Zukunft bevor.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Ensemblemitglied [Tanja Ariane] Baumgartner macht aus Tigrana das, was der Komponist musikalisch für sie angelegt hat: die Hauptrolle. Puccinis einzige bedeutende Partie für Mezzosopran füllt sie trotz der für ihre Stimme anstrengenden Höhen mit warmem Timbre und glutvoller Innigkeit aus. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Tanja Ariane Baumgartner ist Frankfurts “Geheimwaffe”, wenn es um das dramatische Mezzofach geht (...), eine blendende Statur und eine in allen Lagen vorzüglich ansprechende Stimme ziehen den Zuhörer in dieser dämonischen Partie immer wieder magisch in den Bann. (…)

Helmut Walter, Das Opernglas

(…) Am Ende der Vorstellung brach sich aus dem gut besuchten Haus ein wahrer Begeisterungssturm für alle Beteiligte Bahn. (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

Daphne, Wiederaufnahme vom 28. Februar 2014

(…) Maria Bengtsson: einer unfassbar reizenden, introvertierten Daphne, deren tiefe Verstörung – unaufdringlich bringt Guth sie mit einer möglichen Missbrauchsgeschichte in Verbindung – sie für ihre Umgebung nur umso lieblicher macht. Sanft, rund, lieblich auch ihr Sopran, der Jugendlichkeit und Abgeklärtheit verbindet. Das muss Strauss vorgeschwebt haben (…).
(…) Erstmals hier am Pult der Dirigent Stefan Blunier, vormals GMD in Darmstadt, jetzt in Bonn. Mit dem Süßen wie mit dem Heiklen der Strauss’schen Musik steht er auf bestem Fuße. (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) Aber auch Peter Marsh in der wichtigen Rolle des Apollo und Magnús Baldvinsson als kerniger Peneios zeigten, wie sehr sie sich mit der filigranen Materie des späten Strauss verbunden fühlen. Die letzte Szene aber gehörte der Titelrolle: Maria Bengtsson ließ ihre hochsensible, lyrische Stimme glänzen und riss die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Daniel Behle vom 4. März 2014

(…) Damit dieser Liederzyklus (…) seine volle Wirkung entfaltet, braucht es sehr gute Interpreten. Die hatte die Oper Frankfurt: Denn mit dem ehemaligen Ensemblemitglied Daniel Behle und seinem norwegischen Klavierpartner Sveinung Bjelland durfte man geradezu eine Sternstunde des Liedgesangs erleben! (…) Daniel Behle und Sveinung Bjelland packten ihre Zuhörer so sehr, dass viele sogar das Husten zwischen den Liedern vergaßen. Großer Jubel am Ende.

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Publikum hätte ebenfalls nichts dagegen gehabt, wenn Behle einfach weitergesungen hätte.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

Così fan tutte, Wiederaufnahme vom 7. März 2014

(…) Die vor rund sechs Jahren mit viel Beifall aufgenommene Frankfurter Inszenierung hat auch bei ihrer vierten Wiederaufnahme nichts an Reiz verloren. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) das strahlende, junge Ensemble wurde von Brenda Raes geschmeidiger Fiordiligi angeführt, mit Paula Murrihys flatterhaft glamouröser Dorabella als idealem Gegengewicht. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

Die diebische Elster (La gazza ladra), Premiere vom 30. März 2014

(…) Der amerikanische Regisseur David Alden lässt in seiner bedrückenden Inszenierung für die Oper Frankfurt keine Sekunde Zweifel daran, dass Rossini mit seiner Diebischen Elster eine flammende nachrevolutionäre Anklage geschaffen hat, die, trotz spritzigem Sarkasmus und vielen humorvoll gezeichneten Charakteren, vor allem eine schreckliche Tragödie ist. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Das Melodram über dreieinhalb Stunden zwischen Komik und Tragik in der Schwebe zu halten, den der Commedia dell’Arte entlehnten Elementen ebenso gerecht zu werden wie dem Pathos eines auf Verdi vorausweisenden Bühnendramas, erfordert von der Regie nicht nur langen Atem, sondern großes stilistisches Fingerspitzengefühl. (…)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) knapp vier Stunden sind dank Aldens erlebnisreicher Inszenierung im Nu vergangen. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Das stärkste Argument für Rossinis Oper kam aus dem Graben durch das aufgeweckte Dirigat von Henrik Nánási, dessen Interpretation vom ersten Ton der berauschenden Ouvertüre an begeisterte, mit Schlagzeugern im Zuschauerraum und auf der Bühne. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) mit Henrik Nánási, dem Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, hatte man in Frankfurt einen überaus sorgsamen, differenzierenden, aber auch anfeuernden Dirigenten engagiert. (…) Bestens aufgelegt, ja, brillant musizierend folgt das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Drei Stunden lang erweist sich Rossini als genialer Musikdramatiker, der überaus pointiert aufzeigt, wie nahe Tragik und Komik oft beieinander liegen. Henrik Nánási, Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, greift dies mit dem so brillant wie klangschön musizierenden Orchester genauso auf wie David Alden, der die Frankfurter Erstaufführung inszeniert hat. (…)

Michael Arndt, Oberhessische Presse Marburg

(…) Rossinis Semiseria (…) ist ein musikalisches Meisterwerk, von dem man zwar die populäre Ouvertüre kennt, das aber hierzulande kaum je auf die Bühne kommt. Frankfurt hat es, wie so oft schon in ähnlichen Fällen, gewagt und auf der ganzen Linie gewonnen!
(…) Sophie Bevan singt (…) ergreifend, bewältigt aber auch die glitzernden Fiorituren ihrer Kavatine (…) mit stupender Sicherheit. Fast noch beeindruckender war der Podesta des jungen Bassisten Kihwan Sim, der gleichermaßen das buffoneske parlante wie die ausladenden Koloraturen mit gestischer Schärfe und vokaler Brillanz meisterte. Wie Sim ist auch Francisco Brito, der den Giannetto mit leichtem, elegantem Tenor sang, dem Frankfurter Opernstudio entwachsen. (…)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(…) Die Frankfurter Oper ist bekannt für die Qualität ihrer Sänger, und diesen guten Ruf bestätigte sie auch mit dieser Diebischen Elster. Unbestrittene Spitzen in einem ansonsten ausgewogenen Ensemble: Sophie Bevan als Ninetta, mit müheloser Leichtigkeit in der Höhe und gleichzeitig kraftvoll in der Tiefe (…).

Stephan Hoffmann, Die Welt

(…) Der Samoaner Jonathan Lemalu gibt deren Vater Fernando mit enorm flüssigem Bassbariton, der junge Argentinier Francisco Brito den Bräutigam Gianetto mit vielversprechend frischem Tenor. Ausgebildet wurde er übrigens bis 2013 im Studio der Oper Frankfurt, die auch damit vormacht, wie Ensemblepflege gewinnbringend funktioniert.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(…) Den besten Eindruck hinterließ am Premierenabend (…) ein Ensemblemitglied, denn der Südkoreaner Kihwan Sim begeisterte mit seinem tiefen, aber stets sehr modulationsreichen Bass in der Rolle des Bürgermeisters. Zudem verfügte er über die für Rossini notwendige Geläufigkeit sowie Koloraturensicherheit. Hinzu kam seine starke Bühnenpräsenz. Der große Jubel des Publikums für Kihwan Sims superbe Leistung war entsprechend berechtigt. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Kihwan Sim als Bösewicht sollte man nicht verpasst haben. Seine Leistung am Premierenabend lässt vermuten, dass er bald international Karriere machen wird. Wer weiß, wie lange man ihn in Frankfurt noch erleben kann. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Das Mädchen aus dem goldenen Westen (La fanciulla del West), Wiederaufnahme vom 5. April 2014

(…) Barbara Havemann gibt die Minnie kraftvoll, sehr dramatisch, robust und bestimmt gegen die Männer und leidend in sich. Den reuigen Schurken Ramerrez befördert der hünenhafte Ian Storey in gleißend-edle Tenorhöhen, für den Sheriff Jack Rance hält Marco Vratogna baritonal-böse Finsternis bereit (…). Ensemble, Chor und Orchester agieren in höchster Konzentration, das Publikum ist begeistert. Großes Kino! (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Tristan und Isolde, Wiederaufnahme vom 18. April 2014

(…) Mit Lance Ryan stand ein ausgesprochen drahtiger, sportlicher Tristan zur Verfügung, dem mit (…) Jennifer Wilson eine markante Isolde beigegeben war. Die große Erhabenheit ihrer Stimme, die mit der darstellerischen Brillanz dieser (…) Sängerin einherging, besaß derart viel Potenzial, dass einem die fünfstündige Aufführung niemals lange werden konnte. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Vom Publikum am meisten gefeiert wurde Claudia Mahnke als Brangäne. Frau Mahnke wirkte im Auftritt neben der Isolde besonders fein und elegant und übertrug diesen Eindruck mit auch auf ihre gesangliche Leistung. Sie überzeugte in ihrer „niederen“ Rolle als stets pragmatisch Vermittelnde und wusste in allen sanglichen Registern vom dunklen Parlando bis zu leuchtenden Höhen zu begeistern. (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

(…) In differenzierter Artikulation, eindringlich ohne jegliche Larmoyanz, dicht, intensiv mit wohltimbriertem Bass, exponierten und dennoch klangvollen Tönen brillierte Andreas Bauer als ausgezeichneter König Marke. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Franz-Josef Selig vom 6. Mai 2014

(…) Meine Vorfreude, diesen großartigen Opernsänger als Liedgestalter zu erleben, beflügelte meine Erwartungen sehr, doch wurden sie zudem noch auf das Höchste übertroffen. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

(…) Die Deutung von Hugo Wolfs Vertonungen dreier Michelangelo-Gedichte, die ebenfalls letzte Dinge behandeln, vermittelte sich in Seligs mustergültig deklamierter Interpretation vor allem durch die Genauigkeit der sprachlichen Gestaltung, der fein ausgestuften Farben, des in sich ruhenden, aber keineswegs teilnahmslosen Vortrags. Im Vordergrund standen stets das Wort und die Stimme, nie die Geste oder sonst eine bühnenhafte äußere Dramatik. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Don Giovanni, Premiere vom 11. Mai 2014

Operngänger haben bemerkt, dass dem freizügigen Titelhelden von Mozarts Don Giovanni im Verlauf des Werkes keine amouröse Eroberung gelingt. Christof Loys faszinierende Neuproduktion an der Oper Frankfurt könnte erklären, warum das so ist. (…)

George Loomis, International New York Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Regisseur Christof Loy hatte es geschafft, die in unzähligen Varianten (scheinbar) ausinterpretierte „Oper der Opern“ nochmals gleichsam ganz neu zu erzählen. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Durchweg spannend ist diese bei Loy absolut ernste Operngeschichte durch seine gewissenhafte Personenregie, die echte und künstliche Gefühle dicht an den emotionalen Strängen der Musik extrahiert. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Johannes Leiacker hat für die Rückführung auf den Urmythos einen schlossähnlichen Saal gebaut, dessen Erscheinungsbild mit dem Alter des Titelhelden konform geht: Der Lack ist ab, der Salon baufällig, die Rückwand notdürftig geflickt. Ursula Renzenbrinks Kostüme und das Licht Olaf Winters beschwören eine bisweilen traumschöne Atmosphäre, die auf die spanischen Tirso-de-Molina-Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts verweist. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Christian Gerhaher singt einen introvertierten Don Giovanni, der seiner Ausweglosigkeit ab und an zu entkommen sucht. Gerade die melancholische Färbung der Partie gelingt Gerhaher fabelhaft. Brenda Rae ist eine wunderbar desillusionierte Donna Anna mit herrlichen piani und bruchlosen Höhen, Martin Mitterrutzner ein schlanker, überaus geschmeidiger Ottavio, Simon Bailey ein spielfreudig-rustikaler Leporello und Robert Lloyd ein mächtiger Komtur.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Mit Regisseur Christof Loy, einem der hellsichtigsten, subtilsten Rollenbefragern, bei dem Sänger sehr viel zulassen können, ohne dass dies ausgenutzt würde, glückt Gerhaher eine verstörende, bestechende Charakterstudie. Seine Stimme hat er dafür ergrauen lassen. Ein Gesang, verhangen, abgedunkelt, wie unter einer dünnen Lage Spinnweben. Ab und zu, in der „Champagner-Arie“, auch im Rezitativgespräch mit Leporello, belfert es aus Gerhaher heraus. Giovannis Wut, man versteht, ist nur mühevoll unterdrückt. Das Ständchen im zweiten Akt beginnt Gerhaher so zärtlich, so fein nuanciert, wie man es wohl noch nie gehört hat, um dann das Stück in sich zusammenfallen zu lassen. Diesem Giovanni möchte man nicht im Dunkeln begegnen. Einmal schaut er aus dem Fenster, wünscht sich fort. Doch da ist keine Sonne mehr, nur kaltes Mondlicht.
(…) Diese Giovanni-Studie brennt sich ein. Irgendwann, im Rückblick, nennt man solche Aufführungen wohl denkwürdig.

Markus Thiel, Münchner Merkur

(…) Man muss dieser Theorie nicht unbedingt folgen, um die dramaturgische Schlüssigkeit und Stimmigkeit, die ausgefeilte Personenregie und die heute leider selten gewordene Ernsthaftigkeit dieser Produktion zu schätzen.
Glänzend charakterisiert ist etwa die vibrierende Donna Elvira mit der glutvollen Juanita Lascarro. Respekt heischt die strenge Vornehmheit von Donna Anna mit der festspielwürdigen Brenda Rae. Als Don Ottavio symbolisiert Martin Mitterrutzner wie auf einer eigenen Klanginsel den emotionalen Gegenpol zu Don Giovanni. Der Leporello von Simon Bailey erhält gerade in seiner federnd leicht gesungenen Registerarie eine ungewöhnliche psychologische Deutung, wenn er statt Hohn und Spott zunehmend Mitleid für Donna Elvira empfindet und sich angewidert von seinem Herrn distanziert. (…)

Lotte Thaler, Neue Zürcher Zeitung

(…) Bejubelt wurden vor allem Martin Mitterrutzner als Don Ottavio und Brenda Rae in der Rolle der Donna Anna. Wundervoll gestaltet sie mit ihrem klaren Sopran die Arie „Crudele? Ah no! mio bene!“, deren Piano selbst in den höchsten Tönen deutlich bleibt. (…)

Susanne Döring, Darmstädter Echo

(…) Björn Bürger, erst seit Kurzem im Frankfurter Ensemble, entwickelt sich prächtig. Sein Masetto lässt den Giovanni ahnen. Für 2016 ist er in Glyndebourne als Barbier von Sevilla gebucht – kein Experiment, sondern ein klarer Weg. (…)

Stephan Mösch, Opernwelt

(…) Simon Bailey (…) sang den Leporello mit frei fließendem Bassbariton, ausgesprochen nuanciert und stets mit auf dem Atem liegender Stimme.
(…)
Ebenfalls einen vorzüglichen Eindruck machte der junge Bariton Björn Bürger, der als Masetto darstellerisch und vokal überzeugte. Sein warmes und flexibles Timbre führte er technisch sicher und schlackenlos. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) In einer kurzen Ansprache klärt Intendant Bernd Loebe den Fehlalarm auf.
Zurück zu Mozart: Eigentlich ist dieser Zwischenfall ein Glücksfall, denn so kann man ein zweites Mal erleben, wie emotional-bewegend Rollendebütantin Brenda Rae den Larghetto-Teil ihre Arie gestaltet. Ihre grandiose Donna Anna ist das i-Tüpfelchen in einem geschlossen-kultivierten Ensemble. (…) Grazia Doronzio ist mit silbernem, schwerelosem Sopran der Archetyp einer Zerlina und gibt ebenso ihr Rollendebüt wie Björn Bürger als Masetto, der in der eher kleinen Rolle so dynamisch und kraftvoll auftritt, als sänge er den Titelhelden. Stark! (…) Nur kurz im Einsatz, aber das höchst effektiv, ist der Chor des Hauses, einstudiert von Markus Ehmann. (…)

Christoph Broermann, www.opernnetz.de

(…) Ein fulminantes Solisten-Ensemble, eine tiefgreifende Regie, ein wunschlos glücklich machender Opernabend!

Annika Täuschel, BR-Klassik / Leporello

(…) nicht nur war wieder einmal das staunenswert hohe, inzwischen fast einzigartige Ensembleniveau in Frankfurt zu bewundern.
Da war auch wieder das flüssige, schlüssige, immer theaterpraktisch, doch auch dunkle wie zärtliche Momente gekonnt setzende Dirigat von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle. Das weich abfedernde, trotzdem plastisch konturiert spielende Orchester. Und da waren die stimmigen, an Kontur gewinnenden, nur um zwei Gäste ergänzten Vokalisten. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(…) Im Saal wird beglückend gesungen, das Orchester unter Sebastian Weigle zeigt sich wie gewohnt in Bestform. (…)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) der Dirigent findet für jede Arie und jedes Ensemble den passenden, charakteristischen Ton, und oft nimmt er ganz bewusst die Lautstärke zurück. (…)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(…) Sebastian Weigle ist am Pult des hochpräzise mit der Szene abgestimmten Frankfurter Opern- und Museumsorchesters nicht darauf aus, die Partitur mit Dauer-Furor aufzumischen. Er lauscht gleichsam, musikalisch feinsinnig auf der Seite von Loys klug differenzierender Inszenierung, in sie hinein und kostet dabei auch das Innehalten und die reflektierende Stille aus. (…)

Joachim Lange, www.nmz.de

(…) was für ein schöner, reicher Mozart tönte aus dem Graben vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Sebastian Weigle: Alles war durchhörbar und detailgenau, rund im Klang, doch nie eingeebnet. Selbst bei langsamen Tempi herrschte große Binnenspannung.

Klaus Kalchschmid, Die Rheinpfalz

(…) Einhelliger Beifall für alle. Diese stimmige, herausragende Produktion wird auf Jahre der Oper Frankfurt ein volles Haus bescheren.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Stéphane Degout vom 20. Mai 2014

(…) Es sind vor allem Opernbühnen zwischen Covent Garden, Met und sofort, auf denen [Stéphane] Degout singt – und das merkt man auch dem Liedsänger an. (…)

Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau

(…) Weite metaphorische Ebenen öffneten Sänger und Pianist im melancholischen Herbst-Zyklus Faurés. Auch Liszts Vertonungen dreier Petrarca-Sonette gelangen luzide, stimmlich wie pianistisch von hoher ästhetischer Qualität und Ausdruckstiefe. (…)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe, Frankfurter Erstaufführung vom 25. Mai 2014

(…) Diese Produktion dürfte szenisch und musikalisch zu einer der spannendsten Inszenierungen dieser Spielzeit zählen, die man als Barockfreund keinesfalls verpassen sollte. Wenn man noch keinen Zugang zur Barockmusik hat, könnte diese Produktion die Begeisterung für diese Gattung wecken.

Thomas Molke, www.omm.de

(…) Orpheus hat alles, was die Barockoper liebenswert macht: Er ist aufregend, bunt, heterogen, sehr europäisch also.

Bernd Zegowitz, Mannheimer Morgen

(…) Die musikalische Leitung und auch Einrichtung des klanglichen Verlaufs im Bockenheimer Depot lag in den Händen des sehr engagierten und auf gestische Vielfalt des makellosen Orchesters achtenden Titus Engel, der auch die Sänger meist bestens zu führen verstand. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Und dann wird es ein Telemann-Erlebnis. Und ein Titus-Engel-Erlebnis.

Manuela Klebing, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Titus Engels und Florentine Kleppers Orpheus ist kurzweilig inszeniert, erfrischend instrumentiert und hat ein verdammt cooles Bühnenbild [von Adriane Westerbarkey]. (…)

Katrin Tillmans, Hanauer Anzeiger

Oper kann das reine Glück sein. Wenn man dasitzt und alles vergisst. So ein Glücksmoment ist im Bockenheimer Depot zu erleben. (.,..)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Auch die Auswahl der Solisten erfolgte mit Bedacht: Elizabeth Reiter verkörperte eine Orasia voller Leidenschaft, aber eben auch mit der Kälte einer machtbesessenen Frau. Mit Sebastian Geyer hatte man einen Titeldarsteller mit vielen Facetten verpflichtet, der besonders in der Unterwelt-Szene viel an Authentizität bereithielt. Mit Katharina Ruckgaber erlebte man eine Eurydike, die zum ersten Mal in Frankfurt auftrat. Sie präsentierte eine sehr sinnliche, gefühlvolle Stimme.
(…)
Am Ende aber galt der kräftige Applaus des entzückten Publikums besonders der Regie von Florentine Klepper, der eine pointierte und originelle Aufarbeitung der Materie zu danken war. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Als Eurydike debütierte in Frankfurt Katharina Ruckgaber mit Engelssopran. Maren Favela sang die in ihrer Freiheitsliebe dennoch unglückliche Cephisa, Julian Prégardien mit lyrischem Tenor den Eurimedes. Ein eindrucksvolles Höllenpaar als Pluto und Ascalax: Vuyani Mlinde mit schwarzem Bass und Countertenor Dmitry Egorov. Lob gebührt dem präzisen Kammerchor in der Einstudierung von Wolfgang Seeliger. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

Tiefland, Wiederaufnahme vom 31. Mai 2014

(…) Generalmusikdirektor Weigle ließ es sich nicht nehmen, die letzte Wiederaufnahme-Serie von Anselm Webers überzeugender Tiefland-Inszenierung persönlich zu dirigieren. (…) Das Opern- und Museumsorchester präsentierte sich tief romantisch gestimmt, mit zarten Streichern und markantem Blech, das das teuflische Spiel des Gutsherren und Mühlenbesitzers Sebastiano begleitet (…).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Johan Botha (…) hüllt den Pedro in betörend warmherzigen Schönklang, führt seine exzellent geführte Stimme ausdrucksstark, farbenreich in die hohen Regionen seines in allen Lagen ansprechenden Tenormaterials. Zudem rundete der gefeierte Sänger das vokale Gesamtbild mit enormer Klangfülle der Mittellage sowie einer beeindruckenden Diktion ab. Trefflich nuanciert, leidenschaftlich, spannungsvoll in höchster Musikalität erklang die Wolfserzählung. Eine derart kultivierte Tenorstimme erlebt man hier am Hause höchst selten, entsprechend war auch die finale überschwängliche Begeisterung des Publikums.
(…)
Das Publikum feierte alle Beteiligten dieser glanzvollen Aufführung mit Euphorie. (…)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Die Liebe der Danae, konzertante Aufführung vom 15. Juni 2014

(…) Die Frankfurter Produktion einer gewaltig-erratischen Opernrarität hatte sich zu Recht auch dem diesjährigen Strauss-Traditionsfestival in Garmisch empfohlen. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Wie gut also, dass die Oper Frankfurt auf der Basis ihres exzellenten Ensembles die Liebe der Danae nun in einer uneingeschränkt geglückten konzertanten Aufführung zur Diskussion stellen konnte. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Romeo und Julia auf dem Dorfe, Frankfurter Erstaufführung vom 22. Juni 2014

Wer gerne auf Opern-Entdeckungsreise geht, der ist am Willy-Brandt-Platz an der richtigen Adresse. (…)

Lars-Erik Gerth, Hanauer Anzeiger

(…) Die großen Namen, nach denen das Publikum anderer Häuser lechzt, findet man hier nicht, die vokale Kultur steht aber oft auf bewundernswertem Niveau – auch das zählt zu den Markenzeichen des Frankfurter Hauses.

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

Zwei große Gastsänger machen den in englischer Sprache gesungenen Abend zum aufregenden Erlebnis: Allen voran die Amerikanerin Amanda Majeski, die bereits in Frankfurt mit Humperdincks Gänsemagd und Dvořáks Rusalka beeindruckende Frauenrollen formte. Ihre Vreli besticht mit schmerzlicher Intensität bei gleichzeitig innig ausgesungener Unschuld. Gemeinsam mit dem jungen, standfesten finnischen Tenor Jussi Myllys als Sali geben sie ein rundweg überzeugendes Titelpaar ab. (…)

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Amanda Majeski ist eine intensive, klar und nuanciert artikulierende Vreli, und Jussi Myllys‘ lyrischem Tenor geht nie die Leuchtkraft aus. Viel besser kann man sich das titelgebende Paar kaum denken. Johannes Martin Kränzle ist ein schwarzer (und manchmal weißer) Geiger mit dämonischem Einschlag, der gleichwohl auch die poetischen, in verheißungsvolle Fernen reichenden Seiten dieser Figur hörbar macht. (…)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(…) Die beiden Ensemblemitglieder Dietrich Volle und Magnús Baldvinsson verliehen den zerstrittenen Vätern Manz und Marti kernig-rustikale Präsenz (…). Nicht zuletzt brachte sich der Chor (Einstudierung: Matthias Köhler) klangsensibel ein. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Ein Sonderlob ist den beiden Kindersolisten Chiara Bäuml und Ludwig Höfle, die beide dem Frankfurter Kinderchor (Einstudierung der Soli: Markus Ehmann) angehören, auszusprechen, die als Kinder Vreli und Sali durch sichere Intonation und natürliches Spiel für sich einnahmen. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Unter der Leitung des Briten Paul Daniel ließ das Frankfurter Opernorchester die Musik mit ihren farbenreich instrumentierten Naturschilderungen, den gärenden Konflikten und ekstatisch Höhepunkten ungemein wirkungsvoll Gestalt annehmen.
(…)
Mit der Wiederentdeckung von Frederick Delius hat die Frankfurter Oper wieder einmal ins Schwarze getroffen. Nach der Premiere wollte der Jubel kaum enden.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Der Frankfurter Produktion gelingt Theater-Magie pur.

Christoph Schmitz, Deutschlandfunk Kultur heute

(…) Regisseurin Eva-Maria Höckmayr gewann mit ihrer Inszenierung dem „lyrischen Drama in sechs Bildern“ eine erstaunlich politische Lesart ab. (…) Sorgfältig an Sprache und Ton entlang entwickelt die Regisseurin das Bild von habgierig verderbten Menschen, die sich den Boden bis auf die letzte Krume untertan machen wollen. Das kleine Grün, das Glück ihrer Kinder, muss dafür weichen und begründet einen Streit, der zum Untergang aller führt. (…)

Anneliese Euler, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Eine Frankfurter Erstaufführung, die ans Herz geht und Spuren hinterlässt.

Barbara Röder, www.klassik.com

(…) Der Regisseurin Eva-Maria Höckmayr und ihrem Bühnenbildner Christian Schmidt gelang es eindrucksvoll, die naturhafte, breit dahinströmende Musik in alptraumhafte Bilder umzusetzen. Unentwegt kreiste die Drehbühne, gab immer neue Blicke frei auf eine Irrgarten-Szenerie, in der das Auge selten Halt fand (…)
(…) Bühnentechnik und Abendspielleitung leisten Erstaunliches, um diesen ungemein magischen Kreislauf des Lebens und der Liebe in steter, fließender Bewegung zu halten. (…)

Peter Jungblut, BR 2 / kulturWelt

(...) Fazit: Eine fast in jeder Beziehung glänzende Umsetzung einer absolut empfehlenswerten Rarität, die die Fahrt nach Frankfurt mehr als lohnend erscheinen lässt.

Ludwig Steinbach, www.deropernfreund.de

Der goldene Drache, Uraufführung vom 29. Juni 2014

(…) Einhelliger Beifall im Bockenheimer Depot für eine fabelhafte Ensembleleistung, für Musik, die alles auf den Punkt bringt. (…) Unbedingt sehenswert!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Grandioses Musiktheater, musikalisch und von Regisseurin Elisabeth Stöppler auch szenisch perfekt umgesetzt.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(…) Aber alles das wäre nichts, wenn nicht Peter Eötvös mit leichter souveräner Hand vertont hätte. Es geht ihm nicht um neue Klänge oder um Experimentaltheater. Am Anfang klingt es so lustig und prägnant wie in einer Kinderoper. Es gehört ja zu Eötvös' Stilprinzipien, den Text möglichst prägnant in Sprechgeschwindigkeit durchlaufen zu lassen, so dass sich die Schimmelpfennigschen Sprachskurrilitäten auch mitteilen. Das präzis spielenden Ensemble Modern liefert nicht nur eine illustrative Klangtapete, sondern gibt dem Ganzen einen rhythmischen, vorwärtsdrängenden Puls und vor allem Farbigkeit und rhetorische Vielseitigkeit. Schräge Glissandi, Gongs, Choräle, Recitar cantando à la Monteverdi, alles das zaubert Eötvös hervor. (…)

Richard Lorber, www.wdrblog.de

(…) Mit zahlreichen stilistischen und thematischen Anspielungen und Anleihen zieht der bei der Uraufführung auch dirigierende Peter Eötvös auch der Musik immer wieder einen doppelten Boden ein – bis hin zu jenem bekannten Bach-Choral, den man von fern zu hören meint, wenn dem Fremden aus Fernost sein Haupt voll Blut und Wunden auf die Brust sinkt. Der goldene Drache ist ein Zauberwerk. Der alte Hexenmeister lebt noch. Und wie!

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(…) Ähnlich atmosphärisch wie Eötvös' Musik gelingt (…) das Schlussbild, in dem sich die Bühne symbolisch teilt, als der Leichnam des Jungen von den Strömungen der Ozeane wieder nach China getrieben wird. Die – von der talentierten ukrainischen Sopranistin Kateryna Kasper gesungene – Szene zählt zum Eindrücklichsten, das Eötvös in der letzten Zeit komponierte: Eine Art Abschiedsarie des untoten Jungen, in der die Musik wie durchsichtig wirkt, um transparent zu machen, welch' zufälliges Glück es ist, nicht in der Dritten Welt geboren zu sein.

Reinhard Kager, Österreich 1 / „Zeit-Ton“-Magazin

(…) Trotz der Fülle an Details bleibt alles gut im Fluss, wozu auch Elisabeth Stöpplers kluge Regie beiträgt. Die fünf Sängerdarsteller (Kateryna Kasper, Hedwig Fassbender, Simon Bode, Hans-Jürgen Lazar, Holger Falk) agieren allesamt auf höchstem Niveau und schlüpfen rasch und mühelos in die unterschiedlichsten Rollen. Elisabeth Stöppler führt sie mit sicherer Hand und großem Ideenreichtum durch die 21 scharf geschnittenen Szenen, schafft immer wieder Raum für Doppelbödigkeit, packt hier eine Prise Globalisierungskritik, dort ein paar hemmungslose Witzchen dazu. Besser geht’s nicht!

Jörn Florian Fuchs, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Hermann Feuchter ist hier in der Tat ein subtil intelligentes Bühnenbild gelungen. Diese „szenische Skulptur“ regt schon vor dem eigentlichen Beginn zum Nachdenken an. (…)

Michael Pitz-Grewenig, www.klassik.com

(…) Frankfurt ist ein Saisonabschluss mit einem Stück neuen Musiktheaters gelungen, das Freude macht und obendrein gute Aussichten auf ein Bühnenleben hat.

Joachim Lange, www.die-deutsche-buehne.de

Die Ausflüge des Herrn Brouček, Wiederaufnahme vom 5. Juli 2014

(…) Axel Weidauers Frankfurter Inszenierung, erstmals vor gut sechs Jahren gezeigt, besticht durch ihre Klarheit und Präzision, aber auch ihre Pointen – der Stoff ist ja eine komödiantische Szenerie, zu der sich die quirlige Musik Janáčeks ausgezeichnet macht.
Johannes Debus leitete bei der Wiederaufnahme ein glänzend aufgelegtes Museums- und Opernorchester. Arnold Bezuyen war in der Titelrolle kraftvoll und energisch – auch darstellerisch bot er manche Nuance. Zu den sängerischen Perlen gehörten wieder Juanita Lascarro als Malinka sowie der herzhafte Simon Bailey als Sakristan und Andreas Bauer in seinem Rollendebüt als Wirt Würfl. Besonderen Beifall verdiente sich der Opernchor. In den Kriegsszenen des dritten und vierten Akts konnte er sich wirkungsvoll in Szene setzen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Eine vor allem im musikalischen Bereich sehr interessante Aufführung, leider zeigten sich nach der Pause im Parkett große Lücken (vermutlich wollte man pünktlich zum WM-Spiel an den heimischen TV), doch feierten die Verbliebenen alle Beteiligten mit Bravos und starkem Applaus.

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

La Bohème, Wiederaufnahme vom 26. August 2012

In neuer Besetzung eröffnete die Oper Frankfurt die Saison 2012/13 mit einer fulminanten Wiederaufnahme der La Bohème von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Alfred Kirchner. (...) Ein relativ junges Sängerteam agierte in natürlicher, intensiver Spontaneität und berührte besonders in der Intimität des vierten Bildes. (…)

Gerhard Hoffmann, Der Neue Merker

Vanessa, Frankfurter Erstaufführung vom 2. September 2012

(...) Dass Vanessa, diese schöne Unbekannte, die neue Lieblingsmuse der Frankfurter Operngänger werden dürfte, ist besonders auch dem Ensemble zu verdanken. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Vanessas Aufblühen verkörperte Charlotta Larsson glamourös; mit Anatols kurzem Schwanken wie seinem dann egoistischen Elan vital bestach Kurt Streit; dazwischen der bemühte Hausarzt als gewollt „schlichte“ Charakterstudie von Dietrich Volle; all das beobachtete Helena Döses fast stumme Baronesse wie ein dunkles Mahnmal – vor allem das jungmädchenhafte Blühen und dann das wirklich sichtbare „Früh-Altern“ Erikas der mit ihrem Schicksal das Publikum überwältigenden Jenny Carlstedt. (...)

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(...) Der heimliche Star der Aufführung ist Jenny Carlstedt aus dem Frankfurter Ensemble (...).

Werner Häußner, www.revierpassagen.de

(…) einmal mehr setzt sich die Oper Frankfurt mit vokalen Spitzenleistungen für ein kaum bekanntes Werk ein. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Dirigent Jonathan Darlington leitet die stilistisch eigenständige, tonale, bald an Film-, bald an Kammermusik erinnernde Oper fein und profund, schärft das Drama, grundiert perfekt seine düsteren Stimmungen: Ein grandioser Saisonstart.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Im Hauptraum führte [Regisseurin Katharina] Thoma die fünf Hauptfiguren zu einer nuancierten Expressivität, die fesselte (...).

Wolf-Dieter Peter, www.die-deutsche-buehne.de

(...) Der starke Beifall nach zweieinhalb Stunden spiegelte Ergriffenheit und Begeisterung wider; das Publikum war angetan von Musiktheater im Wortsinn, denn dank Figurenzeichnung, einprägsamer Bühne sowie hochpräsenter Umsetzung der Partitur wird diese Vanessa im Gedächtnis bleiben. Als Beispiel gelungenen Zusammenwirkens von Optik, Schauspiel und Klang (...).

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

Adriana Lecouvreur, Wiederaufnahme vom 7. September 2012

(...) Die Inszenierung von Vincent Boussard, die im Frühjahr zum ersten Mal in Frankfurt gezeigt wurde, besticht durch Klarheit und Glanz zugleich. Die aufwendigen Kostüme stehen in markantem Gegensatz zu den subtilen Farben des Bühnenbildes. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Die hier gern gehörte Gast-Sopranistin Annalisa Raspagliosi zeichnete die Titelheldin mit wahren Starqualitäten, in höchster darstellerischer Intensität portraitierte die italienische Sängerin die große französische Tragödin. (…) Somit geriet das Duett mit Tanja Ariane Baumgartner (Fürstin) zum absoluten, stimmlichen Höhepunkt des Abends. Mit Verve stürzte sich die versierte Mezzosopranistin mit bester Technik und hoher kultivierter Musikalität gesegnet, facettenreich in dunklen Farben und expansiven Höhenausbrüchen in die Partie der eifersüchtigen Rivalin. (...)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Liederabend Marlis Petersen vom 25. September 2012

Dass ein Abend mit Vertonungen Johann Wolfgang Goethes noch immer zahlreiche Entdeckungen – auch für Eingeweihte – bieten kann, zeigte dieser überragende Auftritt der Koloratursopranistin Marlis Petersen mit fast ausschließlich unbekannteren Goethe-Liedern. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Es war erstaunlich, wie reizvoll und organisch Petersen mit dem so aufmerksam wie geschmeidig begleitenden Pianisten die stilistisch weit gefächerten Lieder aneinander fügte. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Königskinder, Premiere vom 30. September 2012

(...) Mit Engelbert Humperdincks Märchenoper Königskinder steht wieder ein vermeintliches Nebenwerk der Gattung auf dem Programm. Doch es stellt unter der Leitung des Generalmusikdirektors Sebastian Weigle das alle Jahre wieder gerne gespielte Hauptwerk Hänsel und Gretel locker in den Schatten und ist mit Daniel Behle (Königssohn), Amanda Majeski (Gänsemagd) und Nikolay Borchev (Spielmann) in den tragenden Partien, Chor und Kinderchor exzellent besetzt. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) David Bösch (...) gelingt eine feinnervig dichte Inszenierung, die Ängste und Angriffe psychologisch tiefenscharf aus Kindersicht erzählt. (…) Wie der Regisseur Sopranistin Amanda Majeski und Wundertenor Daniel Behle dann ungelenk aufeinanderprallen lässt, wie sie von zaghafter Annäherung über heftige Verliebtheit bis hin zu nachtschwärzester Verzweiflung die gesamte Gefühlspalette ausbreiten, das ist ganz große Theaterkunst. (...)

Bettina Boyens, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Es ist nicht weniger als eine musikalische Offenbarung, was Sebastian Weigle und das Frankfurter Orchester aus dieser Partitur machen. (…) Und da auch in den Titelpartien von Amanda Majeski und Daniel Behle ebenso großartig gesungen wird wie beispielsweise auch von Chiara Bäuml in der Rolle des Besenbinder-Töchterchens oder von Julia Juon als Hexe wird dieser Abend in Frankfurt zum gefeierten Triumph. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Makellos, von natürlichem Charme und großer Ausstrahlung: Der Tenor von Königssohn Daniel Behle. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Viele kleinere Partien zeugen vom Niveau des Ensembles. Sehr stark auch die Leistung des von Matthias Köhler einstudierten Opernchors und ein Juwel der Kinderchor, dem Michael Clark und Felix Lemke Profil geben.

Eckhard Britsch, www.opernnetz.de

(...) Die von Sebastian Weigle in vielen Nuancen gestaffelte Dynamik trägt die Sänger auf Händen – so viel „piano“ bei so großem Orchester hört man selten! (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Für GMD Sebastian Weigle, der sich in der Wagner- und Strauss-Sphäre bestens auskennt, waren diese Königskinder merklich Herzenssache. Auffällig leicht, luftig, flüssig und pathosfrei legte er die ersten beiden Akte an, betonte das Kammermusikalische, Filigranhafte der Orchestration, das Volksliednahe der vokalen Diktion. (...) Eine Aufführung, die der unschrillen Kraft eines Meisterwerks gerecht wurde.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Chowanschtschina, Wiederaufnahme (Neueinstudierung) vom 12. Oktober 2012

(...) So gibt es am Ende lang anhaltenden und verdienten Applaus für eine Inszenierung, die zu Recht nach sieben Spielzeiten wieder auf den Spielplan gestellt worden ist.

Thomas Molke, Online Musik Magazin (www.omm.de)

(...) Der von Matthias Köhler einstudierte Chor und Extra-Chor, der von Felix Lemke betreute Kinderchor leisten hier gesanglich und darstellerisch Großartiges (…). Unter Lawrence Fosters Leitung erweist sich das Opern- und Museumsorchester als nuancierter, sorgfältig ausbalancierter Ausdrucksträger der sperrigen, alles andere als eingängigen Tonsprache. (...)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Alice Coote vom 30. Oktober 2012

Ein grandioser Lieberabend mit Alice Coote in Frankfurt

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Pelléas et Mélisande, Premiere vom 4. November 2012

„Eine absolute Fünf-Sterne-Luxusproduktion“

Jörn Florian Fuchs, Deutschlandfunk / Kultur heute

(...) Mit dieser Produktion hat Frankfurt ein wirkliches Gesamtkunstwerk im Angebot, und es ist sicherlich Claus Guths stärkste Arbeit seit langem.

Jörn Florian Fuchs, Stuttgarter Nachrichten

(…) Selten (…) hat eine Inszenierung dieses „Dahinter“ mit solcher minimalistischer Klarheit und zugleich mit solch differenzierter Vielschichtigkeit ausgearbeitet wie die von Claus Guth in der Ausstattung von Christian Schmidt an der Oper Frankfurt. Und selten auch haben die Sänger diese szenische Interpretation mit einer solchen psychischen Intensität des Spielens und auch des Singens beglaubigt wie das Frankfurter Ensemble unter der Leitung von Friedemann Layer. (…)

Detlef Brandenburg, www.die-deutsche-buehne.de

(...) Aber die Hauptarbeit tut in diesem Fall das wiederum vorzügliche Frankfurter Opernorchester unter der Leitung von Friedemann Layer. Layer gerät, bei aller Klangschönheit der Musik, nie ins Schwelgen. Nie verliert sein Dirigat an Behutsamkeit und Umsicht. Nie verliert die Arbeit des Orchesters an Feinheit, an Durchhörbarkeit, nie an Beweglichkeit und erst recht nicht an organischer Gegenwart. Die Musik  ist der Schwingrasen, auf dem sich die Geschichte von Pelléas und Mélisande wie über ein  Moor bewegt. Die Produktion der Oper Frankfurt unterstreicht die Einzigartigkeit dieses Werks in der Opernliteratur eindrucksvoll.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Neben Christiane Kargs Mélisande ist der gefeierte Liedinterpret Christian Gerhaher eine Idealbesetzung für die Innerlichkeit dieser Verweigerung. Unter der schönen Oberfläche seines warmen Timbres gewinnt Maeterlincks französischer Text ein ganz eigenes Leuchten, dem Paul Gay als starker Golaud die Prosa eines penetrant eifersüchtigen, aber durchaus mehrdimensionalen Tatmenschen entgegensetzt.
(...)
In der Partie des Knaben Yniold entdeckt Claus Guth übrigens eine schelmisch-kecke Seite im düsteren Drama. Der erst zwölfjährige David Jakob Schläger aus dem Mainzer Domchor singt und spielt diese Partie ganz köstlich – und wird neben den Protagonisten vom Publikum als Jungstar des Abends gefeiert.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Je länger dieser fesselnde Abend dauert, desto klarer hört man’s heraus: Debussys Musik findet in Gerhahers Gesang ihre Erfüllung. (...)
Ein weiterer Frankfurter Besetzungscoup ist Christiane Karg. Alles kann sie hör- und sichtbar machen. (...)

Markus Thiel, Münchner Merkur

(...) Nicht als bloßer Finsterling, sondern psychologisch nachvollziehbar, gibt der gebürtige Franzose Paul Gay (Bassbariton) einen leidenschaftlichen Golaud. Mit rabenschwarzem Bass imponierte Alfred Reiter als Arkel. Die Mezzosopranistin Hillary Summers verkörperte eine würdige Geneviève. Der zwölfjährige David Jakob Schläger [als Yniold] vom Mainzer Domchor erhielt ein lautstarkes Sonderlob im durchweg begeisterten Schlussbeifall.

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Dass die Solisten durch die Bank überzeugen, ist ein Qualitätsbeweis für die Besetzungs- und Ensemblepolitik der Frankfurter Oper. (...)

(...) Chapeau!

Monika Beer, Fränkischer Tag

(...) Da es keine Arien und kaum musikalische Eruptionen gibt, steht und fällt so eine Aufführung mit den darstellerischen, interpretatorischen Fähigkeiten der Protagonisten. In dieser Hinsicht setzt die Frankfurter Produktion Maßstäbe. (...)

Lucas Wiegelmann, Die Welt

(...) Wie schon bei Humperdincks Königskindern bleibt die Frankfurter Oper auch mit diesem Debussy in den dunklen Regionen des Reichs der Oper. Und auf der Höhe ihrer enormen Möglichkeiten!

Roberto Becker, Neues Deutschland

(...) Ein rundum gelungener und verstandener Abend, wie auch der starke, einhellige Beifall zeigt.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

L’Étoile (Der Stern), Wiederaufnahme vom 9. November 2012

(...) Besonders wirkungsvoll wurden in der Inszenierung von David Alden die schwungvollen Schlussszenen des ersten und dritten Aktes herausgearbeitet. Hier war das Opern- und Museumsorchester gefragt, das unter der Leitung von Sebastian Zierer mitriss. Die passende Grundlage für eine auf hohem Niveau dargebrachte Boulevard-Komödie war geschaffen. An Beifall wurde nicht gespart.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Maria Stuarda, konzertante Aufführung vom 14. November 2012

Glücklich schätzen kann sich das Opernhaus, das zwei solch hochkarätige Sopranistinnen im eigenen Ensemble weiß: Mit der Amerikanerin Brenda Rae und ihrer aus Südafrika stammenden Kollegin Elza van den Heever hat die Frankfurter Oper zwei „Goldstücke“, die auch jedem anderen renommierten Opernhaus auf dieser Welt zur Ehre gereichen würden. (...)
(…) Die Bravo-Rufe wollten kein Ende nehmen.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Die besuchte Vorstellung am Mittwochabend wurde zu einem persönlichen Triumph der US-amerikanischen Sopranistin Brenda Rae, die man ohne Übertreibung als neuen Stern am internationalen Belcanto-Himmel bezeichnen kann. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Mit Brenda Raes adliger Maria ist ein prachtvoll leuchtender Stern am Bühnenhimmel aufgegangen.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Um der englischen Königin szenische Präsenz zu verleihen, benötigt [Elza] van den Heever weder Bühnenbild noch Kostüm: Ein Wimpernschlag, ein herrischer flammender Blick genügen. Mit ihrem dramatischen Sopran, der neben Volumen auch zarte Töne umfasst, charakterisiert sie die Elisabeth als eine zutiefst zerrissene Persönlichkeit. (...)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(...) Durchweg handelt es sich um Rollendebüts, überwiegend um Besetzungen aus dem Ensemble, das in Frankfurt dank der Pflege des Intendanten Bernd Loebe gut aufgestellt ist. Der Belcantoopernspezialist Pier Giorgio Morandi sorgt mit dem bestens präparierten Orchester gleichermaßen für zupackende dramatische Verve wie für lyrische Farben. Die Chorleistung – Einstudierung: Matthias Köhler – vermag angesichts feiner dynamischer Gewichtungen zu bestechen. Mit dieser Aufführung hat die Frankfurter Oper ein weiteres Glanzlicht in dieser Reihe gesetzt. Hier stimmt einfach alles.

Stefan Michalzik, Main-Echo Aschaffenburg

Giulio Cesare in Egitto, Premiere vom 2. Dezember 2012

(...) Für den Stoff um Cäsar und Kleopatra spannt das Regieteam um Johannes Erath einen Bogen zwischen Antike, Barock und Gegenwart – unterhaltsam gewürzt mit ironischen Zitaten sowie klug dosierten Gags. (...)
Die beglückende musikalische Seite ist dem präsent aufspielenden Opern- und Museumsorchester unter der umsichtigen Leitung von Erik Nielsen zu verdanken; spezifische Färbung gaben Cembalo, Barockcello, Viola da Gamba, Laute und Barockgitarre; besonders schön die festlich aufspielenden Hörnerpaare in der Sinfonia zur Schlusszene. Hinzu kommt eine Sängerbesetzung, die keine Wünsche offenlässt. (…)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Für Händel – das beweisen das Frankfurter Museumsorchester und die Sänger – braucht es kein Spezialensemble, nur informierte und engagierte hervorragende Musiker.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Erik Nielsen dirigiert das kleine Orchester entzückend perfekt. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Im wandlungsfähigen Bühnenbild von Herbert Murauer, den nicht selten originellen und eleganten Kostümen, dem effektvollen Licht von Joachim Klein und ebensolchen Videodesign von Bibi Abel gelingen Johannes Erath immer wieder ungewohnte und starke Bilder. (...)

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz

(…) In hermetisch von der Außenwelt abgeschlossenen Räumen spielen die allesamt beschädigten Helden ein barockes Dramma per musica um Liebe und Tod – und wachsen über sich hinaus. Allen voran Michael Nagy als profunder Titelheld und Brenda Rae, eine stimmlich blendende Cleopatra. Stimuliert vom Opern- und Museumsorchester, das unter der Leitung von Erik Nielsen noch in Kammerbesetzung dramatisch Druck macht. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Michael Nagy (Cäsar) und vor allem auch Michael Rexroth als Tolomeo spiegeln ihre krasse Männlichkeit eins zu eins in ihrer Stimme, auch Tanja Ariane Baumgartner als Cornelia, die in ihren Arien tausendfach von Trauer singt, verblüfft durch die Erfindung immer wieder neuer Klänge der Verzweiflung. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Die fulminante, agile Brenda Rae meistert ihre Partie brillant, wie sich auch alle übrigen Sängerdarsteller hören und sehen lassen können in der hervorragenden Frankfurter Neu-Produktion (...).

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Morgen

(…) Paula Murrihy lieh der Figur des Sesto, des vom Librettisten hinzu erfundenen rächenden Römersohns, ihren facettenreichen Mezzosopran, und der lag in allen Stimmungslagen goldrichtig. Die Raserei, den Triumph wie die Todtraurigkeit sang sie mit so tief empfundenem Ausdruck, dass die Nebenfigur zum Held des Abends wurde. So was gibt’s sonst nur im Film.

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(...) die vorzügliche Sängerbesetzung (...) bestätigt die ohnehin regelmäßig großen vokalen Leistungen an der Oper Frankfurt nun auch für den Barockgesang. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

Liederabend Luca Pisaroni vom 4. Dezember 2012

(...) Pisaroni zeigte sich dem Lied- ebenso zugetan wie dem Opernfach und konnte dabei sängerisch auch voll überzeugen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Hochzeit des Figaro (Le nozze di Figaro), Wiederaufnahme vom 7. Dezember 2012

(...) Der Abend zeigt in beeindruckender Weise die Leistungsfähigkeit des aktuellen Frankfurter Ensembles. Keine einzige Rolle musste mit einem Gast besetzt werden. (...)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

La Traviata, Wiederaufnahme vom 15. Dezember 2012

(...) Die Vorstellungsserie ist so gut wie ausverkauft, lediglich am 1. Januar gibt es noch ausreichend freie Plätze, um eine Inszenierung zu erleben, die ähnlich wie der Frankfurter Berghaus-Ring zur Legende werden dürfte.

Werner Häußner, der-neue-merker.eu

Liederabend Franco Fagioli vom 8. Januar 2013

(...) Franco Fagioli paarte lebendige Darstellungskunst, mimische Präsenz und Körpersprache bis hin zu lockerem Swing und lautstarker Fußarbeit mit souveränem Einsatz stimmlicher Mittel – von virtuosen Passagen (…) bis hin zu gefühlsbetonter Expression. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Fagioli verfügt nicht nur über ein ausgesprochen wohlgeformtes, sanftes, selbst in höchster Lage niemals spitzes Timbre. Technik und Gestaltungskraft sind zudem über jeden Zweifel erhaben. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Der Spieler (Igrok), Frankfurter Erstaufführung vom 13. Januar 2013

Er hat es wieder einmal allen gezeigt, der Regiealtmeister Harry Kupfer, mittlerweile 77-jährig. An der Oper Frankfurt hat er aus Prokofjews eher selten aufgeführter Oper Der Spieler einen witzigen und vielschichtigen Opernabend gemacht, der zeigt, dass im Casino auf verschiedenen Ebenen gespielt wird, nicht nur mit Jetons um Geld, sondern auch um Leben und Tod (...).

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Meisterhaft leuchtet Kupfers Personenregie die Charaktere in ihrer grotesken Komik und verstörenden Tragik aus. (...)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(...) Die Inszenierung lebt von der vorbildlichen musikalischen Umsetzung. Erstaunlich, wie genau sich die Solisten mit ihren kurzen Phrasen in die durchlaufenden Rhythmen des Orchesters einfädeln. Auch Kupfers Idee, Prokofjews Oper auf Deutsch aufzuführen, geht auf, weil man in dieser schnellen, arienlosen Konversationsoper die Texte wirklich versteht. (...)

Georg Rudiger, Badische Zeitung

(...) Regie-Altmeister Harry Kupfer (...) präsentiert auf den Drehbühnen das Leben einer entwurzelten, nachrevolutionären Gesellschaft als grotesk kreiselndes Endspiel.
Das geschieht mit einem brillanten Spielfiguren-Ensemble so lebendig, beweglich und virtuos, wie man es von dem Mann gewohnt ist, der einst nicht nur im Berliner Opernbetrieb die Strippen gezogen hat. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Es geht doch nichts über das Regietheater: über ein Inszenieren, das sinnvolle und anregende Aussagen zum Stoff macht. So geschehen an der Oper Frankfurt, wo Harry Kupfer altmeisterlich virtuos am Werk war. (...)
(…) Grandios die Leistung des riesigen Ensembles, das Prokofjew in jugendlichem Überschwang vorgesehen hat – etwa von Clive Bayley als General, von Claudia Mahnke als Blanche, von Barbara Zechmeister als Polina und von Frank van Aken als Alexei. Zum Höhepunkt des Abends wird freilich der Auftritt der für sterbenskrank gehaltenen Erbtante, die nach Roulettenburg gereist ist, um ihre Barschaft zu verspielen, damit keiner etwas zu erben hat: Wie Anja Silja in ihrem vom Libretto vorgeschriebenen Rollstuhl auf die Bühne geschoben wird, geht ein in jeder Hinsicht besonderes Licht an.

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und das Frankfurter Opernorchester agieren dabei zum Teil wie ein Filmorchester in einem Stummfilm. Sie halten sich im Hintergrund, garantieren durch Transparenz größtmögliche Textverständlichkeit. Sobald das Geschehen jedoch auf seinen Höhepunkt zusteuert (…), legt Weigle jedoch auch die ganze aufgestaute Energie dieser Musik frei und animiert das Orchester zu machtvollen, aufbrausenden Ausbrüchen. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Es ist – ein besonderer Coup des Sänger-Intendanten Bernd Loebe – Anja Silja, die, über fünfzig Jahre nach ihrem Debüt an der Frankfurter Oper, für diese Rolle zurückkehrt und mit ihren schrill keifenden Rufen nach Alexej, dem Lehrer im Hause ihres Neffen, sogleich den Charakter ihrer Rolle umreißt. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Wo Melodien fast vollständig fehlen und auch Leitmotive selten Orientierung geben, kommt es ganz darauf an, den Dialogen innere Spannung zu verleihen, Tempo und Ausdruck zu gestalten, und das gelang Weigle vorzüglich. (...)

Peter Jungblut, BR-Klassik / Allegro

(...) Doch dann wurde Anja Silja als Babuschka im Rollstuhl unter all dies Gelichter hereingeschoben – und dieser andere Besuch der Alten Dame geriet zum Zentrum des Abends. „Die Silja“ und Dirigent Sebastian Weigles mal flüssig-flinker Parlando-Ton, die kantigen Klang-Umbrüche, die schrillen Exaltationen all dieser Geld-Hysteriker und Monetomanierinnen, auch die niederschmetternden Orchesterschläge des Scheiterns verdienten allen Beifall.

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de (neue musikzeitung)

Ein beinahe unbekanntes Werk, eine phänomenale Aufführung: Frankfurts Oper hatte mit dem Spieler von Sergej Prokofjew einen großen Tag. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Der Ring des Nibelungen, Zyklen 2012/13

(...) Nemirovas Inszenierung erzählt diese Geschichte vom immerwährenden Scheitern mit so viel szenischer Fantasie, so viel Vergnügen am kleinen gestischen und mimischen Detail, dass es – gerade in der Zusammenschau an vier Abenden – eine Lust ist, zu sehen. (…)

Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse

Die Fledermaus, Wiederaufnahme vom 9. Februar 2013

(...) Die Fledermaus an der Oper Frankfurt: Eine Wohlfühlmedizin, ganz ohne Rezept!

Markus Gründig, www.kulturfreak.de

(...) Insgesamt ist in Frankfurt eine zugleich intelligente wie unterhaltsame Inszenierung der Fledermaus zu erleben mit einer Sängerbesetzung, die durchgängig musikalisch wie darstellerisch überzeugen kann. (...)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Liederabend Christiane Karg vom 12. Februar 2013

Perfekt und mühelos
Liederabend mit Sopranistin Christiane Karg in der Oper Frankfurt

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Idomeneo, Premiere vom 17. März 2013

(...) Gloger inszeniert die Geschichte von Idomeneo als packendes Psychodrama, dessen zerstörerische Kraft sich aus den Wunden der Vergangenheit herleitet.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(...) ein temporeich erzählter, tiefschürfender Seelendramen-Abend, für ein Frankfurter Regie-Debüt schon mal vielversprechend.

Ursula Böhmer, BR-Klassik / Allegro

(...) Man muss Mozarts zurzeit überaus populären Idomeneo von 1781 nicht so inszenieren, wie es am Sonntag Jan Philipp Gloger an der Oper Frankfurt tat, aber man kann es mit guten Gründen tun. (...)
Zu Recht bekommt der Regisseur am Ende Beifall ohne ein einziges Buh. (...)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Dennoch gehört der Jubel des Premierenpublikums vor allem der Elettra-Sängerdarstellerin Elza van den Heever, die dieser Figur zärtliche Sopran-Verlockung beimischt, um unvermittelt in Zorn auszubrechen. (...)

Eckhard Britsch, Mannheimer Morgen

(…) Stimmlich bewegt sich die Produktion auf gutem bis herausragendem Niveau: Neben dem fabelhaften Roberto Saccà beeindruckte Elza van den Heever mit ihrer fulminanten Bühnenpräsenz als eifersüchtige Elettra. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Martin Mitterrutzner gibt [Idamante] (...) mit jugendlichem Charme und seinem ausdrucksfähigen, in lichter Höhe kostbaren Tenor. Als Ilia ist Juanita Lascarro hin- und hergerissen zwischen Leid über ihren gefallenen Vater und der Liebe zu Idamante – und dies mit einem Intimität verströmenden Sopran, dessen Süße betört. Dritte im unseligen Bund ist Elettra: Van den Heevers Sopran hat wahrlich Furien-Format, eine Stimme die zu locken, zu betteln versteht und in der Niederlage durch Mark und Bein geht. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Alles das wird wunderbar kammermusikalisch vom Orchester exponiert: Die Mozart-Expertin Julia Jones lässt die Musiker sehr luftig und transparent spielen – auch dank des virtuosen Felice Venanzoni am Hammerklavier. Jones treibt die Geschichte mit rasanten, fliehenden Tempi voran, sie kann die Dynamik immer gerade so moderat dimmen, wie sie den Sängern gut tut.

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Julia Jones weiß sowohl die Ausdrucksfreude der Chöre zu lenken als auch die bedrohlichen Naturgewalten im Orchester zu bändigen. Wunderbar intensiv lässt sie das große Crescendo der letzten Takte ausspielen, während Gloger zeitgleich auf der Bühne ein starker Schluss gelingt: Idomeneo, entthront und desillusioniert, sitzt im Rollstuhl vor leeren Stuhlreihen. Seine bestellten Claqueure haben längst das sinkende Schiff verlassen.

Bettina Boyens, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Starker Applaus.

Rüdiger Heinze, Augsburger Allgemeine Zeitung

(...) Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.

Wolf-Dieter Peter, www.nmz.de

Liederabend Paula Murrihy und Simon Bode vom 19. März 2013

(...) Zum Konzertgenuss gehört das Erlebnis, Künstler auf der Bühne zu sehen, die Freude an ihrem Beruf haben und die Hörer, ohne es aussprechen zu müssen, allein durch ihre Kunst einladen, diese Freude zu teilen! Paula Murrihy und Simon Bode, junge Mitglieder im Ensemble der Frankfurter Oper, sind solche Künstler. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Lohengrin, Wiederaufnahme vom 29. März 2013

(...) In die Reihe überzeugender Wagner-Deutungen der vergangenen Jahre gehört in Frankfurt neben dem Ring auch der Lohengrin in der Inszenierung Jens-Daniel Herzogs, die ihre Premiere im Mai 2009 hatte und nun wieder aufgenommen wurde. Man muss nicht erst das Wagner-Gedenkjahr zum 200. Geburtstag schreiben, um diesen Schritt begründen zu können. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Don Carlo, Wiederaufnahme vom 13. April 2013

Zum vierten Mal hat die Frankfurter Oper Giuseppe Verdis Don Carlo in David McVicars Inszenierung wiederaufgenommen – auf sängerisch hohem Niveau. (…) Einmal mehr hatte Felix Lemke Chor und Extrachor glänzend einstudiert. Unter Carlo Montanaro bot das Orchester die Verdi-Partitur so zupackend wie lyrisch.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Landschaft mit entfernten Verwandten, Erstaufführung Frankfurter Fassung (2010) vom 1. Mai 2013

(...) Ein außergewöhnlicher Abend außerhalb linearer Wahrnehmung, der vom Premierenpublikum begeistert aufgenommen wird.

Eckhard Britsch, www.opernnetz.de

(...) Goebbels’ (...) Landschaft mit entfernten Verwandten ist wie der Blick durch ein Kaleidoskop, verwirrend und faszinierend zugleich, getragen von der hohen Professionalität des gesamten Teams, das die Kräfte des Ensemble Modern und der Oper Frankfurt bündelt. Und wieder einmal hat sich das Bockenheimer Depot als Spielort für solche ungewöhnlichen Projekte bestens bewährt. Das Premierenpublikum, darunter auch die kulturbegeisterte ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, ließ nach eindreiviertel Stunden seinem Enthusiasmus freien Lauf.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Es ist ein beeindruckendes Werk, ein beeindruckender Abend. Vielschichtig in seiner Bedeutung gibt er einem viele Denkaufgaben mit in die Nacht. Mehr als das ist es aber ein anderes verblüffendes Erlebnis, das den Abend prägt: Selten sieht man Musik so deutlich.

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Faszinierend, fremd, einnehmend. Spannend besinnliche Reise durch Zeiten und Kulturen, Sprachen und Räume. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Der grenzüberschreitende Einsatz der Musikerinnen und Musiker hebt eine der am hartnäckigsten fortbestehenden Arbeitsteilungen des hergebrachten Theaterbetriebs auf. Heiner Goebbels, der Komponist und Regisseur, hat die Kollegen dazu motiviert, ungeahnte Kräfte und Kapazitäten freizusetzen. (...) Das Ensemble-modern-Team unter musikalischer Leitung von Franck Ollu macht seine Sache vorzüglich – akkurat und allemal zielführend. (...)

Frieder Reininghaus, Deutschlandfunk / Kultur heute

Liederabend Vesselina Kasarova vom 7. Mai 2013

(…) Mit Vesselina Kassarova begab man sich gerne auf diese Reise, bewunderte kraftvoll leuchtende Töne, leidenschaftliche Ausbrüche, zusammensinkende Glut. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Charles Spencer stützte den Abend mit einer vorzüglichen Mischung aus pianistischer Präsenz und tönender Dezenz (…).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

La fanciulla del West (Das Mädchen aus dem goldenen Westen), Premiere vom 12. Mai 2013

Wenn es einen Wettbewerb gäbe um den Preis für den schönsten Opern-Inszenierungs-Beginn, dann hätte Christof Loys Interpretation von Giacomo Puccinis La fanciulla del West bestimmt die Goldmedaille verdient. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(…) Weil Loy auch größere Gruppen richtig gut inszenieren kann, verleiht er nicht nur den vielen unterschiedlichen Typen des Stücks ein klares Profil, die Puccinis Musik so feinsinnig porträtiert, sondern hebelt erstaunlicherweise auch alle Klischees der kolportageträchtigen Handlung aus. (…)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) So schürft Christof Loy in Frankfurt aus Puccinis vermeintlich banalem Plot glaubhaft-runde Charaktere heraus und liegt mit seinem packenden Opernwestern mal wieder goldrichtig.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Kultur aktuell

(…) Dass Generalmusikdirektor Sebastian Weigle ausgerechnet bei dieser eher selten gespielten Puccini-Perle – das letzte Mal war sie 1958 in Frankfurt zu sehen – sein Komponisten-Debüt gibt, ist mehr als eine hübsche Anekdote am Rande. Wenn lautmalerisch die Groschen mit der Triangel fallen, Blut mittels Harfenglissandi von der Decke tropft, Debussy-Anklänge zu entdecken sind oder ein satter Cinemascope-Breitband-Sound im Vorgriff auf spätere Filmmusik gefordert ist, Weigle gelingt ein fulminantes Puccini-Dirigat. (…)

Bettina Boyens, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Sebastian Weigle treibt sein Orchester einmal mehr zu einer Bravourleistung. Geschmeidig gleiten die Streicher durch die sentimentalen Heimweh-Motive. Kraftvoll und strahlend klingt das Blech, spielerisch leicht die Kabinettstückchen mit Harfe, Holzbläsern und Glockenspiel. Dramatisch schwillt der Gesamtklang an und ab, wenn der Blizzard draußen vor der Hütte der Liebenden wütet. Ja, so könnte sich Meister Puccini eine „höhere Form der Poesie“ vorgestellt haben. (...)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(...) Eva-Maria Westbroek: Sie kann mit ihrem Sopran den Raum geradezu erleuchten und besitzt offenbar endlose Energien für die dramatischen Höhen (...). Zugleich phrasiert und artikuliert sie enorm klug und gewinnt für das „Mädchen aus dem Goldenen Westen“ eine konkrete Zartheit zwischen all den harten Jungs. (...)

Michael Stallknecht, Süddeutsche Zeitung

(...) Carlo Ventre singt als Dick Johnson dieses „Ch’ella mi creda“ im letzten der drei Akte tenoral strahlend und souverän, mit reizvoll herbem Schmelz. (...)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

(…) Eva-Maria Westbroeks warmherziger Sopran, Carlo Ventres überzeugend viriler Tenor mitsamt Puccinis Musik überhöhen und überwältigen (...). Eine unterschätzte, auch unsere goldgierigen Strukturen hinterfragende Oper Puccinis ist in Frankfurt neu zu entdecken.

Wolf-Dieter Peter, Deutschlandfunk / Kultur heute

Rienzi, der letzte der Tribunen, konzertante Aufführung vom 17. Mai 2013

(...) So temperamentvoll am Dirigierpult hat man Weigle noch nicht erlebt. Ihm gebührt daher auch besonderer Lorbeer.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Jeden Anschein eines im Halbgelungenen verbleibenden Imponierversuchs verlor der (auf dreieinviertel Stunden behutsam heruntergekürzte) Abend durch eine Sängerbesetzung von schier einschüchterndem Format. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Allen voran Claudia Mahnke, die bei wachsender Stimmgewalt stets klar und beherrscht den Adriano sang. Christiane Libor (Irene) hat sich zur Spezialistin für die monströsen Anforderungen des jungen Wagner gemausert. Wieder konnte man (wie in den Feen in Leipzig) ihre furiose, mühelos jeden Gipfel und Dynamik-Pegel überstrahlende Stimme bewundern. Peter Bronder sang, zwischen Charakter- und Heldenfach changierend, ein treffendes Porträt der Titelfigur, Falk Struckmann traf genau skandierend, mit finster drohenden Untertanen, den Verschwörer Steffano Colonna. Daniel Schmutzhard (Paolo Orsini), Alfred Reiter (Kardinal Orvieto), Beau Gibson und Peter Felix Bauer ergänzten das hochkarätige Ensemble. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Der höhenstabile, stark geforderte Opernchor folgte machtvoll und präzise (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

Ein Maskenball (Un ballo in maschera), Wiederaufnahme vom 18. Mai 2013

Es ist immer wieder bewundernswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Intendanz der Oper Frankfurt so großartige Talente aus dem Ärmel zaubert, so nun zur Wiederaufnahme Un ballo in maschera (Giuseppe Verdi), einer denkwürdigen Sternstunde vortrefflichen Belcanto-Gesangs. (...)

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu

Dido and Aeneas / Herzog Blaubarts Burg, Wiederaufnahme vom 25. Mai 2013

Aus zwei verschiedenen Sonnensystemen kommen diese Werke, und sie sind auch so inszeniert. Regisseur Barrie Kosky hat dafür zwei komplementäre Regiearbeiten abgeliefert, die zum Besten zählen, was das zeitgenössische Musiktheater zu bieten hat. (...)

Michael Demel und Manfred Langer, www.deropernfreund.de

Teseo, Frankfurter Erstaufführung vom 30. Mai 2013

(...) Eine erstklassige, von tosendem Beifall gefeierte Aufführung, die einmal mehr zeigte, wie wichtig das Bockenheimer Depot als ebenso experimentierfreudige wie hochkarätige Spielstätte für die Frankfurter Städtischen Bühnen ist. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Mit Händels Teseo stellen sie einen Geniestreich der Gattung Barockoper im Bockenheimer Depot zur Diskussion. Auch lassen Tilmann Köhlers Inszenierung und die musikalische Wiedergabe unter Felice Venanzonis Leitung keinen Wunsch offen. (...)

Gabor Halasz, Die Rheinpfalz

(...) Tilman Köhler nimmt die Oper auf andere Weise ernst als eine die krause Händel-Dramaturgie krampfhaft-psychologisch begradigende Dramaturgie. Er evoziert ein vehementes Spiel von sechs singenden Körpern. Das hat etwas Choreographisches. Entfesseltes Körpertheater und entwickelte Stimmkunst scheinen einander zu beflügeln.
(...)
Die Frankfurter Barocktradition der Loebe-Ära trägt ihre Früchte. Die rund 25 Mitglieder (nebst einigen Gästen) des Opern- und Museumsorchesters klingen wie ein gesottenes Spezialistenensemble. Sie sind eines. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Die Französin und Frankfurt-Debütantin [Gaëlle Arquez] war die Entdeckung dieser Premiere im Bockenheimer Depot, fesselnd in Auftritt und Ausdruck, perfekt im Barockgesang. Geläufig legte Juanita Lascarro daneben die Partie der Rivalin Agilea aus. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Jenny Carlstedt überzeugt in der Titelpartie mit virilem Spiel und einem samtigen Mezzo. (...)

Thomas Molke, www.omm.de

(...) Als König Egeo brillierte William Towers, der als echter Countertenor im Falsett und ohne Vibrato sang – eine makellose Stimme von spröder Schönheit. (...)

Rosemarie Frühauf, www.epochtimes.de

(...) [Matthias] Rexroths einzigartige Stimme, die einen überrascht aufhorchen lässt und die er im Gegensatz zu anderen Countertenören neben dem Falsett mit viel Bruststimme anreichert, erzielt diese satte, durchschlagende Wirkung.
(...)
Felice Venanzoni spornt das auf hohem Niveau musizierende Frankfurter Opernorchester immer wieder zu Höhenflügen an, entfacht viel Initiative und nimmt sich doch bei den großen Arien im Dienst der Musik zurück. (...)

Bettina Boyens, Giessener Allgemeine Zeitung

Liederabend Alexandra Kurzak vom 11. Juni 2013

(...) Der Duft und der Atem – die Rosen-Attribute besonders in den Liedern Gabriel Faurés waren bei Aleksandra Kurzak bestens aufgehoben. Der gleitende Duktus der französischen Spätromantik ließ die Stimme der Sängerin zur Stellvertretung des sich verströmenden Rosen-Fluidums geraten: ohne jede Höhen-Anspannung.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Die sizilianische Vesper (Les vêpres siciliennes), Frankfurter Erstaufführung der französischen Fassung vom 16. Juni 2013

Im April wurde die Oper Frankfurt vom Magazin „Opera“ zum weltweit besten Opernhaus der Saison gekürt. Zum Abschluss der Spielzeit legt das Haus noch einmal nach und setzt mit der glanzvollen Neuproduktion von Verdis Sizilianischer Vesper ein Ausrufezeichen unter eine spektakuläre Saison. (...)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Im Gewand der französischen Sprache, die doch ein merklich anderes Klima erzeugt als das Italienische, kommt das Eigene der Partitur in besonderer Weise zur Geltung. Und dieses Eigene: die immer wieder überraschende Harmonik, die zum Teil gewagte Führung der Singstimmen, die Orchesterfarben – dieses Eigene ist von hohem Interesse.
In Frankfurt, wo es seit Jahren mehr spannende Abende zu erleben gibt als an den großen Häusern zwischen Wien und Paris, trat das darum so klar zutage, weil mit Pablo Heras-Casado ein Dirigent am Pult stand, der die Hoffnungen in schönster Weise erfüllt. (...)
Nicht nur klingt das Frankfurter Opern- und Museumsorchester fabelhaft farbig, es entwickelt auch eine rhythmische Präzision sondergleichen (...).

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(…) Der 35-jährige Spanier ließ im Graben mit Temperament und Übersicht das Freiheitspathos südländisch lodern. Und die Spannung knistern, die Verdi allemal bereithält, wenn sich die große Haupt- und Staatsaktion in der persönlichen Tragik seiner Helden widerspiegelt. Dafür steht mit dem kraftvoll strahlenden Tenor Alfred Kim als Henri und der längst zur Sopranzierde des Frankfurter Ensembles avancierten Elza van den Heever als Hélène ein vokal und darstellerisches Verdi-Paar vom Feinsten zur Verfügung. (...)

Joachim Lange, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Quinn Kelsey ist ein balsamisch strömender Montfort, mit dem nötigen Biss, Elza van den Heever eine ideale Hélène, die mit ihrem dramatischen Koloratursopran nicht nur alle Verzierungen hörbar macht, sondern die Leidenschaftlichkeit der Figur ausfüllt. Alfred Kim bewältigt die sängerisch hohe Partie grandios leidend, attackierend, resignierend: ein idealer Verdi-Tenor. Raymond Aceto als Procida, das Ensemble der Oper und der Chor sind Teil einer musikalisch musterhaften Aufführung von Verdis selten gespielter Sizilianischer Vesper.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Jens-Daniel Herzog inszeniert wie stets – ehrlich und mit klarem Konzept. Er holt die politischen Händel nicht ins Heute, aber näher zu uns. Er stellt (...)  übersichtlich auf die sich drehende Einheitsbühne; motiviert, präzisiert, wo bei Verdi und seinem Librettisten Eugène Scribe zu oft das Melodram regiert. Er wertet so ein gern abgetanes Werk auf, verschlankt es (das repräsentative Ballett fehlt ganz). Sein Publikum fühlt mit, wenn es am Ende keine Lösung mehr gibt, nur noch, wie schon am Anfang, das sinnlose Abschlachten. Finster ist es hier, aber elegant. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(...) Dass es Herzog gelingt, während geschlagener drei Aufführungsstunden (...) nervenzerfetzende Spannung zu halten, ist hohe Regiekunst. (...)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Ausstatter Mathis Neidhardt vermeidet mit seinem Großstadt-Ambiente jede Historienfolklore. Auf der Drehbühne genügen ein Hochhauswürfel mit zwei Peitschenleuchten davor und ein modernes Atrium dahinter. Auch die Kostüme spielen auf die Zeit des RAF-Terrors an, ohne allzu platt zu zitieren. Regisseur Jens Daniel Herzog geht vor allem der Frage nach, wo berechtigter Widerstand die Grenze zum Terror überschreitet, und so selbst zum Unrecht wird.
(...) In Frankfurt ist ein vokal vorzüglich ausgestatteter Opernthriller Verdis zu besichtigen, der aktueller ist, als einem lieb sein kann. Viel Jubel zwischendurch und dann am Ende.

Joachim Lange, www.die-deutsche-buehne.de

(…) Die Erstaufführung der französischen Fassung wird vom begeisterten Publikum anhaltend gefeiert. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Das Spiel von Seele und Körper (Rappresentazione di anima e di corpo),
Frankfurter Erstaufführung / Uraufführung der Fassung mit musikalischen Ergänzungen fulgur harmoniae.
von Klaus Lang als Auftragswerk der Oper Frankfurt

(...) Fabelhaft souverän koordiniert von Dirigent Michael Form und von Regisseur Hendrik Müller in zauberhaft-anspielungsreiche Bilder gesetzt, entsteht ein wunderbarer Sommernachtstraum, gewebt für die historische Werkstatt-Atmosphäre des Bockenheimer Depots.  (…)

Ursula Böhmer, SWR 2 / Kultur aktuell

(...) Müllers Inszenierung ist fantasievoll, einfallsreich und dabei doch klar in der Struktur. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Als sehr reflektierte Verkörperungen beider Lebensprinzipien erwiesen sich Julian Prégardien (Körper) und Kateryna Kasper (Seele). Ebenso hochklassig agierten Sebastian Geyer (Intellekt und Zeit), Vasily Khoroshev (Vergnügen) und Barbara Zechmeister (Schutzengel). Unter Leitung Michael Forms lieferten das Orchestre Atlante sowie Mitglieder des Opernorchesters ein warmes, vielfarbig aufgefächertes Klangbild. Klaus Langs aus weiten Klangflächen und oszillierenden Tonfolgen bestehende fulgur harmoniae. als Rahmen und meditativ reflektierende Zwischenspiele öffneten weite Gedanken- und Assoziationsräume. (...)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(...) Die Musik von Klaus Lang fügt sich unaufdringlich und dezent in dieses Werk. Lang schafft ruhige Klangflächen als Zwischenmusiken, Vor- und Nachspiel, sehr homogene Texturen mit langgezogenen Akkorden, die minimal changieren, zu denen Sänger lang anhaltende Töne singen. (...)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Das von Christian Rohrbach einstudierte Ensemble Barock vokal der Hochschule für Musik Mainz glänzt darstellerisch in der Rolle der Menschen und stimmlich durch einen homogenen Klang. Auch die anderen Solisten überzeugen in ihren Partien. (…) So gibt es am Ende begeisterten Applaus für alle Beteiligten für eine rundum stimmige Inszenierung und einen musikalisch großartigen Abschluss der Spielzeit. (...)

Thomas Molke, Online Musik Magazin (www.omm.de)

Così fan tutte, Wiederaufnahme vom 3. September 2011

(…) Daniel Schmutzhard (als Liebhaber Guglielmo) und Daniel Behle (als Ferrando) überboten sich gegenseitig mit warmem, seidigen Timbre. (…) Ein unter der Leitung von Hartmut Keil kraftvoll aufspielendes Opern- und Museumsorchester sowie der von Matthias Köhler sorgsam einstudierte Chor vervollständigten alles zu einer optimalen Einheit.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Penthesilea, Premiere vom 4. September 2011

(...) [ein] Opernabend der obersten Kategorie (...)

Johannes Mundry, Hessische / Niedersächsische Allgemeine Zeitung Kassel

(...) Die Aufführung erfuhr musikalisch unter der differenziert ausgekosteten Partiturgenauigkeit von Alexander Liebreich verströmende, impressionistische Naturklangeruptionen.

Barbara Röder, Orpheus

(...) Für spannende 90 Minuten sorgen (...) das Opern- und Museumsorchester, dem der junge Dirigent Alexander Liebreich starke Impulse gibt, der außerordentlich aktive Opernchor und die zur Premiere zu Recht gefeierte Tanja Ariane Baumgartner in der Titelrolle. Ziemlich verblüfft nahm auch der für eigenwillige Sehweisen berüchtigte [Hans] Neuenfels den uneingeschränkten Beifall des Publikums entgegen. So etwas hat er offenbar lange nicht mehr erlebt. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Grandios, tief berührend singt Tanja Ariane Baumgartner ihre Penthesilea – eine dornige Passionsfigur, Wahn im weitaufgerissenem Blick. (…)

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Morgen

(...) Abgerundet durch präzise Chorszenen und glänzend besetzte Nebenrollen, die sämtlich Debütanten übernehmen, wird diese Penthesilea zum tief aufwühlenden Ereignis.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Eine intensive und gefeierte Saisoneröffnung. (...)

Eckhard Britsch, Mannheimer Morgen

Die tote Stadt, Wiederaufnahme vom 10. September 2011

(…) Burkhard Fritz (Berliner Staatsoper) hat die zentrale Partie des Paul übernommen, bestechend in der Klarheit und Wandlungsfähigkeit seines Tenors. Das gilt auch für Nicola Beller Carbone als Marie / Marietta, ein höchst beweglicher Sopran, ausdrucksvoll und reich an Facetten. Nicht weniger wird die Qualität des Ensembles durch Sungkon Kim (Frank, Fritz), Nadine Weissmann (Brigitta), Anna Ryberg (Juliette) oder Simon Bode (Victorin) unterstrichen.
Am Pult des vozüglichen, höchst flexiblen Orchesters stand Kapellmeister Erik Nielsen, der durchaus den Sinn für diese „Fin-de-Siècle“-Musik besitzt, das Gespür für die Doppelbödigkeit, des Spiels zwischen „Verismo“ und später Romantik. Langer Beifall.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Daniel Behle vom 27. September 2011

(...) Dass ein Sänger schon beim ersten Applaus mit Bravos überschüttet wird, erlebt man nur selten! Aber es war auch ein großer Genuss, den Behle gemeinsam mit dem norwegischen Pianisten Sveinung Bjelland bot. (...) Und als seine wunderbare Tenor-Stimme dann in Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ noch in einen Dialog mit der Klarinette von Andy Miles trat, da wurde wahr, was Wilhelm Müller einst gedichtet hat: „Die Herzen es zum Himmel zieht, mit wunderbarer Macht“.

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(…) das Leichte, Unbeschwerte ist für Behles Tenor so charakteristisch wie das Schlanke, Elegante: Das oft gehörte Lied vom „Wandern“, das „des Müllers Lust“ ist, möchte man nur mit solch wendigen Verzierungen hören, die der Diktion Klarheit lassen.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Überhaupt war die Begleitung durch den norwegischen Pianisten Sveinung Bjelland dem flexiblen, fein konturierten Gesangsduktus von Behles Tenor wie auf den Leib geschneidert. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

L’Étoile (Der Stern), Frankfurter Erstaufführung vom 2. Oktober 2011

(...) Ein kurzweiliger, grandioser Abend.

Barbara Röder, Orpheus

 (...) Erstaunlich, was Alden darstellerisch aus den Sängern herausholt. Immerhin gibt es einen großen französischen Wortanteil. Da ist der herrlich schwadronierende Komödiant Christophe Mortagne in seinem Element, ein König, der wegballert, was ihn stört, dennoch tief erschüttert ob der Prophezeiung. Höhepunkt ist das „Duetto de la Chartreuse“, eine brillante Suff-Arie mit dem weinerlichen Sternendeuter. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Der Abend war (...) ein Triumph für das Frankfurter Ensemble, das bis in die kleinsten Rollen mit komödiantischem Spiel wie stimmlicher Pointierung überzeugte.

Uwe Schweikert, Opernwelt

(...) Die Figuren bleiben Schablonen, besonders köstlich ist die Verwandlung des stattlichen Frankfurter Bassbaritons Simon Bailey zum Operetten-Faktotum: Mit langem Bart und stattlicher Wampe gibt er den Wahrsager Siroco und heimst riesige Sympathien beim Publikum ein.
(...)
(…) Juanita Lascarro hat mit der Prinzessin Laoula eine Parade-Partie gefunden, in der Hosenrolle des Straßenhändlers Lazuli überzeugt Paula Murrihy mit jungenhaftem Sopran. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

(…) Farbig gezeichnete Nebenfiguren wie Michael McCown (Fürst Hérrison de Porc-Èpic, welch ehrwürdiger Name), Sharon Carty (Aloès) und Julian Prégardien (Tapioca) seien nicht vergessen – allesamt spielgewandt, wie es sich fürs leichte Genre gehört. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Selbst wenn die sängerischen Leistungen nicht so fantastisch wären, wie sie sind – allein David Aldens ungeheuer komische, aufs Exakteste überkandidelte Regie würde den Abend lohnen. (…)

Jan Küveler, Die Welt

(...) Brillant (...) Beate Vollacks Choreografie für das stattliche Aufgebot der adretten dienstbaren Geister, die für Turbulenz und tänzerischen Schwung sorgen. (...)

Klaus Trapp, Darmstädter Echo

(...) Nánási tänzelt durch die Partitur von 1877, poliert liebevoll Chabriers charmante Instrumentationsdetails, findet aber auch innige Töne fürs lyrische Liebesgeflüster. (...)

Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel

(...) Ob schwarz bedrohlich, ob glänzend in seiner Strahlkraft, dieser Stern verschönt den Frankfurter Opernhimmel.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

La Traviata, Wiederaufnahme vom 8. Oktober 2011

(…) Brenda Rae gab ein hinreißendes Rollendebut als Violetta Valery. (…).

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

Liederabend Christian Gerhaher vom 25. Oktober 2011

(...) Gerhaher ist kein Liedsänger, der den Eindruck erweckt, das wäre eine  einfache Kunst. Er erweckt den Eindruck, dass es sogar eine ungeheuer schwere Kunst ist. Die er aber beherrscht. Seine Aufmerksamkeit ist so gespannt, dass es regelrecht ein  Vergnügen ist, wenn  kurz, während  Walser eine besonders hübsche Passage liest, ein Lächeln über sein Gesicht huscht. (...)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

(…) In beispielgebender Weise fängt der Pianist [Gerold Huber] die jeweilige Stimmung in wenigen Takten mit wenig Aufwand ein. Sein Spiel ist so vollkommen eins mit Gerhahers Gesang, dass man die Töne des einen für die Obertöne des anderen halten mag. (…)

Christian Knaatz, Darmstädter Echo

Siegfried, Premiere vom 30. Oktober 2011

(…) Dieser Ring setzt Maßstäbe, an denen Bayreuth 2013 zu messen sein wird. Die Intensität des Beifalls lässt das ahnen.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) In Frankfurt zeigt Vera Nemirova ihre Sicht der Dinge. Sie pflegt eine wundersam klare Bühnensprache, die von der Reduktion lebt, ja regelrecht beflügelt wird und dafür durch die „Frankfurter Scheibe“ von Bühnenbildner Jens Kilian die perfekte Lauf- und Kletterfläche erhält. (...)

Eckhard Britsch, Mannheimer Morgen

(…) Vera Nemirova sorgt allein durch ihre einfühlsame Personenführung für Spannung, Komik und Anteilnahme (…).

Lotte Thaler, Zürcher Neue Zeitung

(...) Produktionen am Haus Bernd Loebes sind dadurch gekennzeichnet, dass den sängerdarstellerischen Besetzungen größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(...) Lance Ryans unforcierter, hell timbrierter Tenor führt einen von Aufzug zu Aufzug zunehmend nuancenreichen Siegfried vor, dem man gern in den Wald folgt und dem man seine rüde Unbedarftheit und Endlos-Pubertät bis zum Ende abnimmt. Susan Bullock gibt der kraftvoll-dramatischen Brünnhilde viel weiches, fein intoniertes, dunkles Leuchten. Terje Stensvold ist ein geradezu exemplarischer Wotan/Wanderer, der die selbstherrlich-unüberlegten ebenso wie die menschlich-melancholischen Anteile dieser Figur so stimmig auf die Bühne bringt, dass seine stimmliche Statur und darstellerische Präsenz ihn mehr und mehr zu einem Maßstab dafür machen, wie diese Figur zu verstehen ist. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(…) Es ist schwierig über Siegfried zu schreiben, ohne Superlative zu verwenden, wenn diese Partie von Lance Ryan interpretiert wird. (…) Versehen mit einer herrlichen, reichen und schön timbrierten Stimme, die eine tolle Höhe besitzt, ist er unbestritten der beste Heldentenor seiner Generation. (…)

Pierre Iung, AccentLa musique classique en Alsace (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Dass die Oper Frankfurt hier zum Teil auf Rollendebütanten setzt, zeugt wieder einmal von der großen Stimm-Kennerschaft des Intendanten Bernd Loebe. Jochen Schmeckenbecher als Alberich und Meredith Arwady als Erda waren echten Entdeckungen! (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Die Auseinandersetzungen mit Mime wurden aber auch deshalb zu den Höhepunkten der Aufführung, weil Ryan mit dem US-Amerikaner Peter Marsh ein gleichwertiger Interpret des Mime gegenüberstand. Das langjährige Frankfurter Ensemblemitglied präsentierte sich in herausragender Form (...).

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Sebastian Weigle (...) noch immer nachzusagen, er dirigiere auf Festspielniveau, wäre inzwischen eine Beleidigung – er ist weit darüber hinaus.

Christian Rupp, Journal Frankfurt

(…) Sebastian Weigle wächst als Ring-Dirigent mit jedem Teil des Zyklus‘: er (…) formt große Bögen aus und findet eine feine Balance zwischen Vorantreiben, Transparenz und ohrenbetäubender Kraft. Das fügt sich zu einem Ring zusammen, den man nicht verpassen sollte, wenn die Zyklen im Juni und Juli in Gänze aufgeführt werden. (…)

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Über alle Zweifel erhaben ist wie stets das Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, das in der jüngsten Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ zum dritten Mal in Folge zum „Orchester des Jahres“ gewählt wurde.

Sandra Trauner (dpa), Welt Kompakt

(...) Sebastian Weigles Ensemble bietet enorme Präzision und schafft sogar Dinge, die kaum zu fassen sind: Das Walhall-Motiv zum Beispiel tönt mächtig und zärtlich in einem. Vor allem aber legt sich der Sound wie Samt und Seide um die Sänger, so gut wie nie darüber, gleitet dabei keineswegs in musikalisches Duckmäusertum ab. Aus dem Graben wird kommentiert, unterstrichen, widerlegt und auch mal mit der Wahrheit herausgeplatzt. (…)

Christian Knaatz, Darmstädter Echo

(...) Selten hört man ein Orchester so sensibel mit den Sängern atmen. Glasklare Verständlichkeit war die erfreuliche Folge – auch wegen der vorbildlich genauen Artikulation der überwiegend nichtdeutschen Solisten. Was für ein Gegensatz zu dem mulmig-verschliffenen Kauderwelsch, das sonst auf deutschen Bühnen bei Wagner-Aufführungen häufig zu hören ist. (...)

Peter Jungblut, BR 2 / kulturWelt

Hoffmanns Erzählungen, Wiederaufnahme vom 2. November 2011

(...) Einige Rollendebüts stärkten die insgesamt hörenswerte Wiederaufnahme: Paula Murrihys jugendlich-feine Muse zum Beispiel, Tanja Ariane Baumgartners dunkel-lasziv getönte Giulietta, auch Julian Prégardien in den vier Diener-Partien. (…) Elza van den Heever (…) glänzt als berückend intensiv leidende Antonia. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

Otello, Premiere vom 4. Dezember 2011

(…) Mit dem szenisch konzentrierten, musikalisch mitreißenden Otello ist ein Coup gelungen! Opernfans, die sich Elza van den Heevers Weltklasse-Desdemona entgehen lassen, handeln grob fahrlässig...

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Carlo Ventre gibt den Otello mit stimmlicher Strahlkraft, tiefer Erregung und geschemeidigem Gesang. (…)

Barbara Röder, Orpheus

(...) Der italienische Bariton Marco Vratogna liefert einen wahrhaft dämonischen Jago ab, darstellerisch und musikalisch auf höchstem Niveau. Der Nihilist triumphiert auf ganzer Linie. (...)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(...) Claudia Mahnke – wie gern erinnern wir uns an die starken Stuttgarter Zeiten dieser immer mit Hingabe singenden Mezzosopranistin! – gibt eine zerrissene Emilia (…).

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Handwerklich (...) ist die Inszenierung gekonnt gearbeitet, besonders eindrucksvoll die oft ganz ins Fahle abgedimmten Lichtwechsel. (...)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(...) Stärker als das Konzept, stärker als Chor-Mummenschanz (Kostüme: Silke Willrett) oder die allzeit bereiten, etwas ausgelatschten Militärstiefel einer von Gewalt grundierten Gesellschaft, sorgt die Intensität von Johannes Eraths Personenführung für die Vergegenwärtigung der Tragödie. Die Spannung zwischen den Figuren ist stets greifbar, wird von Sebastian Weigle und einer Reihe vorzüglicher Sängerdarsteller getragen (…).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Wagnerexperte Weigle präsentierte echte, zugespitzt „italienische“ Oper, klar und hart konturiert im dramatischen Aufriss, mit einer wunderbar sprengenden, sprunghaften Plötzlichkeit der Ausbrüche und sensibelster lyrischer Austarierung in Desdemonas abgründig einsamen Schlussmelodien. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Elza von den Heevers Rollendebüt als Desdemona ist ein Ereignis und die Südafrikanerin unangefochtener Sangesstar der Premiere. (…)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

Tosca, Wiederaufnahme vom 9. Dezember 2011

(...) Auch mit wirkungsvollen Solisten ist diese Wiederaufnahme reich gesegnet. Wir erleben mit Oksana Dyka eine kraftvolle Titelfigur, stimmlich und darstellerisch, die mit dem erfahrenen Alfred Kim in der Rolle des Malers Cavaradossi immer wieder wetteifert. Hier haben wahrlich die Richtigen zusammengefunden, sehr zur Freude des ausgelassen applaudierenden Publikums. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Fledermaus, Wiederaufnahme vom 17. Dezember 2011

(...) Einer der Höhepunkte ist sicherlich die Doppelrolle Prinz Orlowski/Frosch, von denen einer debiler ist als der andere. Für Martin Wölfel war dies eine Herausforderung. Er verlieh dem Prinzen mit seiner Fistelstimme zusätzliche Komik. Als Adele war Britta Stallmeister in ihrem Element. Selten hat man eine so überzeugende „Unschuld vom Lande“ erlebt. Das Opern- und Museumsorchester spielte dazu unter der Leitung von Marc Soustrot famos.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

La Calisto, Frankfurter Erstaufführung vom 23. Dezember 2011

(...) Poetischer kann Liebe in ihrer Faszination und Flüchtigkeit nicht inszeniert werden. (...)

Martha Schmidt, Hanauer Anzeiger

(…)  Jan Bosse jongliert in seiner Regie souverän mit allen Mitteln  inszenatorischer Kunst und hält stets die Waage zwischen Ernst, Ironie, Spektakel und tieferer Bedeutung. (...)

Christoph Wurzel, Online Musik Magazin (www.omm.de)

(...) Die Nymphe Calisto, die über ein höheres emotionales Reflexionsvermögen verfügt als die dauergeilen Satyrn, ist der vielschichtigste Charakter des Stückes. Mit Endimione zusammen gehören ihr die komplexesten Vokalszenen, und Christiane Karg verleiht ihr naive Würde, Leidensfähigkeit und expressive Intensität, die anrührender kaum zu denken ist. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Es ist ein großer Spaß, dem man mit wachsendem Vergnügen zusieht. Und der natürlich nicht ohne hervorragende Sänger möglich wäre. Zusammen mit einigen außergewöhnlichen Countertenören, die die Barockoper natürlich braucht, ist der Stern des Abends Christiane Karg als Calisto – unübertroffen, wie sie in ihrem warmen Sopran leises Leid und lodernde Leidenschaft zu vereinen weiß. Sie ist unbestritten der Mittelpunkt der Inszenierung – sie, deren Rolle so viel Tragik hat und nichts Komisches, nichts Glamouröses. (…)

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Fast ins Unmerkliche hinein versteckten sich die Sorgfalt und Feinnervigkeit der musikalischen Wiedergabe unter der (vom Cembalo aus) scheinbar völlig entspannten Leitung von Christian Curnyn und mit zu beiden Seiten des Spielstegs symmetrisch postierten Instrumentalisten des Opern- und Museumsorchesters. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Diese Neuproduktion ist rundum gelungen; Trampelbeifall und Premierenjubel wollten nicht enden. Barockoper, Mythos und Moderne – spannend und auch für Einsteiger sehr zu empfehlen.

Olga Lappo-Danilewski, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Kurzum, ein himmlisch-frivoler Opernabend, mit verdientem Beifall bedacht. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Liederabend Andreas Scholl vom 24. Januar 2012

(...) Vom Kiedricher Andreas Scholl war das Frankfurter Publikum sichtlich hingerissen.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Vor allem aber geizt Scholl nicht mit dem, was er am besten kann: dem spannungsvollen Gestalten einzelner, langer Töne, dem expressiven Aussingen bestimmter Intervalle, einer hohen Legato-Kultur und dem perfekten Sitz der Vokale, deren Klangfarbe betört, egal, ob er Alte Musik oder Pop singt, ob auf CD oder eben auf der Bühne. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Riesenbeifall nach einem Recital, das runder und stimmiger nicht hätte sein können.

Gerd Döring, Frankfurter Rundschau

Götterdämmerung, Premiere vom 29. Januar 2012

(...) Sowohl Vera Nemirova in Frankfurt als auch Andreas Kriegenburg in München ist es vor allem daran gelegen, die Geschichte des Rings zu schildern. Zwar nicht wie Wagner es sich vorgestellt hätte; beide schaffen es jedoch, eine frische, einfühlsame optische Dimension in das vertraute Werk  einzubauen, die dessen essentiellem Gedanken entspricht.
(...) Der stimmlich strahlende Tenor Lance Ryan ist ein untypisch liebenswerter, unermüdlicher Siegfried, und Johannes Martin Kränzle verkörpert ein großartiges Portrait eines Gunthers, schwachen Willens – wie üblich -, durch Siegfrieds Tod jedoch zu neuer Stärke kommend.
(...) Radikale, das Werk dekonstruierende Produktionen sind momentan der Standard in Bayreuth. Es würde allerdings nicht schaden, sich dort die besonnenen Annäherungen aus Frankfurt und München vor Augen zu führen.

George Loomis, The New York Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Wenn es eine Signatur für den neuen Frankfurter Ring gibt, dann ist es die von Menschlichkeit und Empathie. (...)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Mit der Götterdämmerung rückt diese Arbeit unter die bedeutenden Ereignisse der neuen Wagner-Rezeption ein. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(...) Es ist das Verdienst dieser Neuproduktion, dass der Facettenreichtum des Rings mit seiner zeitlosen Modernität so glaubhaft und nachvollziehbar vermittelt wird. (...)

Sebastian Barnstorf, Das Opernglas

(...) Wer erleben will, wie ein vieldimensionales, kraftvolles und dabei exzellent bespielbares Bühnenbild dem Musiktheater neue Räume öffnen kann, der sollte sich Jens Kilians geniale Gestaltung des Frankfurter Rings nicht entgehen lassen. (...)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

Mit einer grandiosen Regisseurin Vera Nemirova, einem glänzenden Ensemble und Sebastian Weigle am Pult setzt diese Inszenierung Maßstäbe.
(...) Musikalisch gelingt der Abend hochkonzentriert, atemberaubend. So wie kein Nebel die Szene trübt und niemand unbeachtet herumsteht, hemmt kein verwaschener Klang, beansprucht kein Getöse Macht über die Architektur des Kunstwerks. Das famos aufspielende Orchester schlüsselt es auf und fördert vielschichtige Erkenntnis. In einer Form, die ergreift, anrührt, sich aber auch genießen lässt. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Orchesterleistung und Dirigat, das bundesweit im Wagner-Fach Maßstäbe setzt.

Christian Rupp, Journal Frankfurt

(...) Sebastian Weigle, Wagnerconnaisseur par exellence, schafft mit seinen Mannen musikalische Klangkrafträume, die ins innere Wesen der Musik dringen. Das ist fantastisch. (...)

Barbara Röder, Orpheus

(...) An diesem Niveau, das die Oper Frankfurt hier zeigt, was die Stringenz und Präzision der Inszenierung, die Universalität des Bühnenbildes (Jens Kilian), die Transparenz, Elastizität und Präsenz der Orchesterarbeit (Sebastian Weigle) betrifft, kann sich das deutsche Musiktheater im kommenden Wagner-Jahr orientieren. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Es ist Eure Katastrophe
An der Frankfurter Oper vollendet die Götterdämmerung den besten Ring weit und breit

Konventionell, originell, sensationell: Frankfurt hat mit der Götterdämmerung den Ring des Jahres vollendet.
(...) Lance Ryan als Siegfried und Susan Bullocks Brünnhilde bilden ein Traumpaar, das wie von selbst aus Zärtlichkeit und Schwelgerei den Hass entstehen und hören lässt, der sich in der höllisch schweren Passage nach dem Doppel-Eid Bahn bricht. (…)
Beide stehen für ein Ensemble, das diesen Ring in die Weltliga katapultiert hat. (…)

Christian Knatz, Darmstädter Echo

(…) In Vera Nemirovas bemerkenswert deutlich erzählter Frankfurter Inszenierung der Götterdämmerung dominiert [Susan] Bullock dank ihrer klaren Textverständlichkeit und ihrem physischen Engagement, das beeindruckend ist. (…)

Hugh Canning, The Sunday Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Viel zu singen hat Gunther in der Götterdämmerung nicht, aber spannender war er nie. Johannes Martin Kränzle wertet an der Frankfurter Oper nicht nur eine Nebenrolle auf. Mit ihm erreicht die Inszenierung von Vera Nemirova, die sonst eher zeitlos bleibt, subtil den Anschluss an die Gegenwart.

Volker Hagedorn, Die Zeit

(...) Unangefochten Spitze die Leistung der Chöre, schlagkräftig in der Einstudierung von Matthias Köhler. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Beängstigend mächtig sind die von Matthias Köhler einstudierten Männerchöre, ergreifend die Waltrauten-Erzählung von Claudia Mahnke, prächtig der Hagen von Gregory Frank. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Fazit: Der Frankfurter Ring ist ein Maßstab, an dem sich andere große Wagner-Häuser werden messen lassen müssen. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

Arabella, Wiederaufnahme vom 4. Februar 2012

(...) Hervorragend ist das Schwestern-Duo besetzt: Emily Magee bietet als Arabella einen stattlichen dramatischen Sopran, der sich elegant verfeinern kann. Ihr Duett mit Christiane Karg, die in der Partie der Zdenka debütiert, gehört zu den vokalen Höhepunkten der Wiederaufnahme (...), während Peter Marshs Matteo vor allem im dritten Akt viel tenoralen Glanz entwickelt. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

Ariane et Barbe-Bleue, Wiederaufnahme vom 11. Februar 2012

(...) Als reine, weiße Erscheinung prägt Ariane die Szene. Wie in der Premiere vor vier Jahren singt Katarina Karnéus diese alles dominierende Riesenpartie. Die schwedische Mezzosopranistin kalkuliert klug, setzt weniger auf dramatische Spitzen als auf permanente, nie nachlassende Präsenz. Auch Erik Nielsen, der in der Wiederaufnahme die musikalische Leitung des Opern- und Museumsorchesters übernommen hat, wahrt die weiten Spannungsbögen der drei Akte bruchlos. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Christoph und Julian Prégardien vom 28. Februar 2012

Franz Schuberts Goethe-Vertonung vom „Erlkönig“ könnte wahrhaftiger kaum klingen: Der Vater, der Sohn, gesungen im Wechsel mit verteilten Rollen – und der königliche Verführer tönte süßlich im Duett: Vater Christoph und Sohn Julian Prégardien gaben in der Oper Frankfurt einen etwas anderen Liederabend.  (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Am Schluss euphorischer Applaus und zwei Zugaben. Davon würde man gern mehr erleben. (…)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

Adriana Lecouvreur, Frankfurter Erstaufführung vom 4. März 2012

(...) Mit Vincent Boussard hatte man für die Frankfurter Erstaufführung von Francesco Cileas Adriana Lecouvreur endlich wieder einen Regisseur engagiert, der Ästhetik und Musikalität zu verbinden weiß. Die wunderbaren Kostüme von Christian Lacroix trafen den Nerv des Werks, gaben der „Grande Nation“ mit der „Grande Culture“ einen glänzenden Rahmen. (…)

Midou Grossmann, www.klassik.com

(...) Das konsequent Kulinarische der Produktion hat freilich in der Mischkalkulation eines Opernhauses, das viel Schwieriges und Unpopuläres wagt, auch seinen Charme, zu dem die Stoff-Orgien von Christian Lacroix doch auch beitragen. Der Kostümbildner, der auf Bühnen mittlerweile präsenter als auf Laufstegen sein dürfte, war schon in den 80er Jahren für seinen Hang zum Neobarocken berühmt und hat unter anderem eine gewisse Carla Bruni ausgesprochen attraktiv verpackt. Jetzt also die Frankfurter Chordamen ins schicke kleine Schwarze und Adriana ins übergroße Rote. Umwerfend! (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Ein Abend zum sich-nicht-satt-sehen-und-nicht-satt-hören-können. (...) Roben, für die so manche Opernbesucherin sterben würde. Wie Adriana, im letzten Akt: Lächelnd.

Kitti Pohl, Bild Frankfurt

(...) Was sich vor der hellen, wie überbelichtet wirkenden Kulisse abspielt, ist menschliches Drama pur: Wie die Frauen um die Liebe des Helden ringen, sich gegenseitig öffentlich demütigen und doch tragisch in ihrer Zuneigung zu einem Mann verbunden sind und wie die Männer die schöne Diva begehren und sie nicht einmal berühren können – und das alles zu mitreißender Musik, glänzend interpretiert vom Frankfurter Opernorchester unter der Leitung von Carlo Montanaro –, das ist schon großes Kino. (...)

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Ein Kunstgriff ist die Vermengung von Deklamation und Gesang in der Titelfigur: Hier imponierte Micaela Carosi mit ausdrucksstarkem Timbre und dramatisch-dunklem Tremolo-Impetus. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Peter Marsh überzeugt als durchtriebener Abbé von Chazeuil mit lyrischem Tenor, und auch Federico Sacchi kann als Fürst von Bouillon mit profundem Bass punkten. In den kleineren Rollen gefallen Florian Plock als Quinault, Julian Prégardien als Poisson, Anna Ryberg als Fräulein Jouvenot und Maren Favela als Fräulein Dangeville durch intensive Darstellung der stets an Klatsch und Tratsch interessierten Schauspieltruppe. (...)

Thomas Molke, Online Musik Magazin (www.omm.de)

(...) Die Palme des Abends gebührte sicher der (auch vom Publikum gebührlich gefeierten) Fürstin von Tanja Ariane Baumgartner, die, ungemein klangschön und sonor, auch als Bühnenerscheinung eine minuziös realisierte vokale Frauenstudie vermittelte. Aber nein, eine weitere Palme, ein ganzer Palmenwald muss auch dem mit fantastischer Einfühlsamkeit und unfehlbarer Hellhörigkeit agierenden Opernorchester in den Schoß geworfen werden, nicht zuletzt dem anscheinend wunderbar motivierenden Gastdirigenten Carlo Montanaro. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Beeindruckend war die Leistung des Opern- und Museumsorchesters unter der Leitung von Carlo Montanaro. Zwischen flirrendem, silbrigen Geigenklang und schönen solistischen Einlagen einzelner Instrumentalisten sowie großem pathetischen Klang bewegte sich das Ensemble stets transparent und klanglich sehr genau austariert durch den Premierenabend.

Susanne Döring, Darmstädter Echo

Lear, Wiederaufnahme vom 10. März 2012

(...) Reimanns Musik ist sehr differenziert und reich an Empfindungsnuancen. Die Streicher des Museums- und Opernorchesters kamen deshalb immer wieder auf ihre Kosten – besonders bei den Szenen um die später getötete Königstochter Cordelia, die mit Britta Stallmeister optimal besetzt war. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

L’amico Fritz, konzertante Aufführung vom 11. März 2012

(...) Die Frankfurter Aufführung entwickelte sich zu einem rauschenden Opernfest. Es entstand eine Intimität zwischen Bühne und Zuschauerraum, wie sie bei einer szenischen Darbietung üblicherweise nicht sein kann – womit einmal mehr die besondere Qualität der konzertanten Aufführungsform nachdrücklich unter Beweis gestellt worden ist.

Stefan Michalzik, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Željko Lučić (Rabbi David) und Joseph Calleja (Fritz) waren die Stars des Abends mit anstrengungslosem, schön fließendem Bariton und Tenor. Suzel wurde mit markantem und strahlfähigem Sopran von Grazia Doronzio, wichtige Nebenrollen von Tanja Ariane Baumgartner und Katharina Magiera vortrefflich gegeben.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Gastdirigent Carlo Montanaro (...) beflügelte das Opern- und Museumsorchester wie auch den meist dezent stimmungskolorierend eingesetzten Chor zu einer subtilen, lichten und erhellenden Interpretation – ganz ähnlich wie in seinem aktuellen Frankfurter Dirigat von Adriana Lecouvreur. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 16. März 2012

(...) Bei der jüngsten Wiederaufnahme ergaben nun Martin Mitterrutzner als Tamino und der tapsige Daniel Schmutzhard bereits in der ersten Szene ein homogenes Bild. Mitterrutzner zeigte in der Bildnis-Arie zarten Schmelz, als Liebhaber ist er sicherlich ein Überzeugungstäter. Beide Sänger waren in ihren Rollen in Frankfurt zum ersten Mal zu erleben (…).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Geschichte vom Soldaten / Histoire du soldat, Premiere vom 22. März 2012

(...) Richters Inszenierung macht sich die enorm reiche, unsausweichliche, stets mehrbödige Rhythmik in Strawinskys Musik zunutze, die bei Sebastian Zierers musikalischer Leitung in allerbesten Händen liegt.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Das Instrumentalensemble untermalt dies alles mit herrlicher, von Bläsern aller Gattungen dominierter Musik. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Eine höchst präsente Leistung aller Beteiligten hielt die Besucher für etwas über eine Stunde in Atem. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

Die Sache Makropulos / Vec Makropulos, Premiere vom 8. April 2012

(…) Zur Frankfurter Premiere gab es uneingeschränkt Beifall für einen Psycho-Krimi, der pausenlos in Atem hält. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Ovationen gab es am Schluss zu Recht für Susan Bullock. Üppiger Schlussbeifall galt auch den weiteren Sängern (...).

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Neben der souveränen Susan Bullock (...) wird vor allem Bariton Johannes Martin Kränzle für seine intensive Darstellung des Jaroslav Prus an der Spitze eines hochklassigen Solistenensembles gefeiert. (…)

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz

(...) Hingegen verblassen die Sänger der zahlreichen weiteren Partien neben Susan Bullocks charaktervoller Emilia Marty nicht. Herausragend: Graham Clark als ihr seniler Ex-Liebhaber Hauk-Sendorf, Johannes Martin Kränzles satter, idiomatisch klarer Bariton in der Partie des Prozessgegners Jaroslav Prus, auch die beiden höhenleichten, flexiblen Tenöre von Ales Briscein (Janek Prus) und Paul Groves (Albert Gregor).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(…) Musikalisch lag die Aufführung bei Friedemann Layer in besten Händen. Er motivierte das Frankfurter Opern- und Museumsorchester zu einem dichten und kompakten, gleichwohl flexiblen Klang, voller Bild- und Ausdruckskraft (...).

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Alles in allem eine spannende, vorzüglich-detailreiche Regiearbeit, die das Geschehen weit ins „absurde Theater“ hineintreibt. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Ein großer Abend der Frankfurter Oper!

Uwe Schweikert, Opernwelt

Liederabend Kate Royal vom 10. April 2012

(…) Mit virtuoser Leichtigkeit gelingt Kate Royal und ihrem Begleiter Malcolm Martineau das Kunststück, die in Stil und Ton höchst unterschiedlichen Miniaturen klanglich zu entfalten und ihren intensiven Gefühlswerten Ausdruck zu verleihen. Dabei steht die klangschöne, höhensichere und modulationsreiche Stimme der Sängerin stets im Dienst der Werke. (…)

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

(…) Die Spannung ließ keinen Augenblick nach.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Volo di notte (Nachtflug) und Il prigioniero (Der Gefangene), Wiederaufnahme vom 27. April 2012

Komplementär inszenierter Doppelabend auf Welt-Niveau! (…)

Manfred Langer, www.deropernfreund.de

Liederabend Nina Stemme vom 1. Mai 2012

(…) Was für eine großartige Stimme, dunkel timbriert, beweglich wie emotional bewegend und die Spitzentöne schier mühelos ansetzend. Nina Stemme ist prädestiniert für romantische Stimmungsbilder, für Liebesglut und die Natur als Gleichnis seelischer Befindlichkeiten. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Das Liebesverbot, konzertante Aufführung vom 2. Mai 2012

(...) in der Alten Oper (...) entwickelt sich ein Sängerfest ohnegleichen. (…) Eine Sensation ist Christiane Libor als Isabella: eine kräftige, konditionsstarke Sopranstimme mit unbändiger Lust am Erklimmen und Verstrahlen hoher Töne. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Michael Nagy als dunkel-herber Statthalter Friedrich oder Thorsten Grümbels grandios wendiger Buffo-Bass (Brighella) seien nur stellvertretend für die vorzüglich besetzten weiteren Partien genannt.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Das Frankfurter Opernorchester unter der Leitung von Sebastian Weigle geht bei der konzertanten Aufführung im Großen Saal der Alten Oper mit großer Spiellust und in präziser und bewegter Steigerungs- und Verzögerungsdramaturgie zu Werke. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

The Rake’s Progress, Premiere vom 20. Mai 2012

(...) Dass in Strawinskys moralinsaurer Oper weit mehr zu entdecken ist als braver Neoklassizismus, beweist Dirigent Constantinos Carydis am Premierenabend in der Oper Frankfurt im glücklichen Verbund mit Regisseur Axel Weidauer. (...)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Mittelpunkt war unbestritten die szenische und vor allem stimmliche Darbietung des Tenors Paul Appleby, der zum ersten Mal in Europa gastiert. Neben seiner jugendlich-sympathischen Erscheinung, die Toms moralischen Verfall besonders gravierend machte, überzeugte er in erster Linie durch seine vokale Gestaltungskraft. (...)

Jürgen Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Anne ist (...) der Star der Revue. Brenda Rae singt die Tapfere mit bezwingendem Charme, empfindsam in den lyrischen Momenten, druckvoll in ihrer Entrüstung über die Laster dieser Welt. Womit wir beim Teufel wären. Bariton Simon Bailey, wie Rae ein langjähriges Frankfurter Ensemblemitglied, spielt und singt einen unwiderstehlichen Verführer, metallische Kraft in der Stimme, allzeit ein diabolisches Grinsen im Gesicht – Brad Pitt kann einpacken. (...)

Thomas Wolff, Darmstädter Echo

(…) Tenor Peter Marsh hat als schlitzohriger Auktionator einen umjubelten Auftritt. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Alfred Reiter war ein exakt (und sublim puritanisch) gezeichneter Vater Trulove (…).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Äußerst vergnüglicher, kurzweiliger, angenehmer Abend.

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Das Frankfurter Orchester lässt sich in seiner oft vertrackt-anspruchsvollen, feingliedrigen Rolle vom griechischen Dirigenten Constantinos Carydis nicht nur souverän und präzise fordern, sondern spielt auch wunderbar leicht, gestisch, pulsierend. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Constantinos Carydis und das konzentriert spielende Opernorchester geben dem Geschehen einen rhythmisch schneidigen, klanglich farbigen und facettenreichen Hintergrund. Glänzende Aussichten also für diese Oper im Frankfurter Spielplan. Am Ende gab’s viel Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Die Begeisterung des Frankfurter Publikums war nach dieser letzten Saison-Premiere im Opernhaus ungebrochen.

Jörg Sander, Rhein-Zeitung Koblenz

Tilimbom oder Mit offenen Augen hören, Premiere vom 1. Juni 2012

(...) Ein herrlich schräger Abend, in dem in bester Barock-Tradition ein „Pasticcio“ gebacken wird, eine „Pastete“, die verschiedene Werke Igor Strawinskys unter dem Titel Tilimbom zusammenfasst. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(…) Die Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, die Mavra von der Bühnenseite aus begleiten, schärfen den skurrilen Charakter des Stücks musikalisch. (…)

Axel Zibulski, Frankfurter Neue Presse

(...) Das sängerische und instrumentalmusikalische Niveau – Leitung: Karsten Januschke – ist erstklassig (…).

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Der Ring des Nibelungen, Zyklen 2011/12

(...) Der Kranz aber gebührt dem Orchester und Sebastian Weigle. Die Breite und Sättigung des Klangspiegels sind exorbitant, Farbe und Plastizität herrlich. Der Ring des Frankfurter Rings liegt im Orchestergraben: reines Gold.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Wasser, Premiere / Uraufführungsproduktion vom 16. Juni 2012

(...) Wer immer dieses Stück nachspielen wird – wofür es sich seiner eindrucksvollen musikalischen Qualitäten wegen empfiehlt – wird sich mit starken eigenen Setzungen neben dieser mustergültigen Inszenierung behaupten müssen.
(...)
Dieser Abend ist von einer fantastisch subtilen musikalischen und szenischen Kraft. Die gleichsam filmisch angelegten Bilder sind faszinierend. Das ist Musiktheater auf der Höhe der Zeit. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Hartmut Keils musikalische Leitung ist souverän und kann sich auf ein spielendes und singendes Ensemble verlassen, wie man es nicht oft auf einer Bühne findet. Was unter anderem zeigt, welche produktiven Qualitäten erreichbar werden, wenn Institutionen wie das Ensemble Modern und die Oper Frankfurt ihre Fähigkeiten addieren.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Spannendes Musiktheater, das eine kleine große Geschichte erzählt, komprimiert zu gut einer Stunde. Inszeniert mit Mut zum großen Setting, großartig interpretiert und gefühlvoll gesungen. Sitzt, passt, hat Luft – und damit volle Punktzahl.

Bettina Kneller, Main-Echo Aschaffenburg

Liederabend Sonia Ganassi vom 19. Juni 2012

Ein berauschend stimmiger Frankfurter Liederabend mit Sonia Ganassi

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Bereits in den Rossini-Liedern, die Sonia Ganassi an den Anfang ihres Gastspiels stellte, kamen die großen technischen Qualitäten dieser Sängerin zutage, die noch dazu über eine samtene Stimme verfügt. (..)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Hochzeit des Figaro (Le nozze di Figaro), Wiederaufnahme vom 29. August 2010

(...) Dass diese Produktion sich nun über fast vier Jahre hält – Premiere war im März 2007 – hat sie gewiss vor allem dem Witz wie der Schlüssigkeit der Inszenierung zu danken: geistvoll, locker, ohne Firlefanz und höchst präzise. Das Echo dazu kommt aus dem Orchester, das diesmal Hartmut Keil, (...) Kapellmeister am Opernhaus, elastisch, schwungvoll, farbenfroh leitete. Dazu ein Sängerensemble, das mühelos eine Reihe von Umbesetzungen verkraftet – auch dies ein Musterbeispiel für die Qualität des Hauses. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Wie Doppelbödigkeit bühnenwirksam werden kann, beweist Eun-Hye Shin in der kleinen Rolle der Barbarina. Niemand glaubt diesen einfältig-fröhlich herum-hüpfenden Teenager ernst nehmen zu müssen, und daher wirkt nichts so demaskierend wie ihre im richtigen Moment plazierte Frage an den Grafen. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Medea, Deutsche Erstaufführung vom 5. September 2010

(…) Man weiß nicht, was man an der Sopranistin Claudia Barainsky in der Titelrolle mehr bewundern soll, die schiere physische Kraft des Aufgehens in der Figur, ihre überwältigende Bühnenpräsenz oder die kaum glaubliche musikalische Gestaltung ihres mit schwierig, widerborstig, stratosphärisch unzureichend gekennzeichneten Gesangsparts. Im Grunde ist es die Kongruenz von musikalischer Souveränität und schauspielerischem Furor, von Reimann gefordert und von Claudia Barainsky eingelöst, die diese Aufführung zum Erlebnis werden lässt und das Publikum in einem Zustand der permanenten Spannung hält. (…)
(…) Aribert Reimann ist ein musikdramatisches Meisterwerk zu danken, das in dem Frankfurter Ensemble ein würdiges Interpretenkollektiv gefunden hat (…).

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Wie der Bariton Michael Nagy als ungreifbar-geschmeidiger Jason oder Tanja Ariane Baumgartner als Medeas Amme Gora debütiert die vom Publikum besonders stark gefeierte Claudia Barainsky in der Titelpartie (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Und es gibt noch ein Machtzentrum in dem Stück und auf der Bühne, das gewichtig wie eine Hauptperson agiert und immer wieder die Rolle des Tragödien-Chors übernimmt, das Frankfurter Opern-Orchester unter der souveränen Leitung von Erik Nielsen. (…)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Erik Nielsen „registriert“ das konzentriert spielende Opernorchester meisterhaft.
(…)
Das gebannte Publikum hat zwei Stunden atemlos zugehört und mitgelitten – so einhellig löste selten ein Beifall in der Frankfurter Oper diese Spannung auf!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Es erwies sich als Glücksfall, dass der Regisseur Marco Arturo Marelli gleichzeitig auch für das Bühnenbild und das Licht sorgte und mit der Intention ans Werk ging, der Komposition so gerecht wie möglich zu werden. So ist eine absolute, untrennbare Verschmelzung zwischen Musik und Bühne entstanden, bei der alle Aktionen und Figurenbewegungen bis ins Kleinste den Regungen der Musik folgen.
(…) Ein selten stimmiges Ganzes aus Komposition, Interpretation und Inszenierung, dessen Besuch unbedingt lohnt.

Anita Kolbus, Giessener Allgemeine Zeitung

Liederabend Barbara Frittoli vom 28. September 2010

(...) Ihr Frankfurt-Debüt bestritt sie [Barbara Frittoli] mit Werken, die weniger den Charakter von Liedern als den von Arien hatten. Da stand die Sängerin an der richtigen Stelle und Mozarts „Rezitativ und Arie“ der Elektra aus Idomeneo waren eine operale Wucht. Auch Beethovens „Szene und Arie Ah! Perfido“ passte zum dramatischen Format des angeschärft glänzenden Soprans. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Sie präsentierte die melancholischen Lieder voll von Ausdrucks-Schattierungen und konnte bis hin zur Vokalise, mit geschlossenem Mund gesungen („Ekstase“), ihre Stimme leise leuchten lassen. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Hoffmanns Erzählungen, Premiere vom 3. Oktober 2010

(…) Sicher, diese Inszenierung hat uns nichts wirklich Neues zum Hoffmann zu erzählen, sie verlässt sich musikalisch zudem auch auf die altbewährte Fassung mit auskomponierten Rezitativen. Aber sie berührt, sie reizt zum Lachen im Olympia-Akt und versprüht Erotik im Giulietta-Akt. Hieran hat natürlich auch das Frankfurter Museumsorchester unter der Leitung von Roland Böer seinen nicht unerheblichen Anteil. Das perlt und prickelt, ist voller Esprit und in den Szenen mit einem (...)  bestens aufgelegten Chor mitreißend und packend. Wenn Offenbach so musiziert wird, dann kann einen diese Oper gar nicht unberührt lassen. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Der Star des Abends saß im Graben. Das Orchester unter der Leitung von Roland Böer, ehemals Kapellmeister an der Frankfurter Oper und hier zuletzt mit Donizettis Lucia di Lammermoor und Strauss’ Arabella zu Gast, spielte in bestechender Form. Das „beste Opernorchester Deutschlands“ („Opernwelt“) machte seinem Titel Ehre. (...)

Manfred Merz, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Mit der Besetzung macht die Oper Frankfurt weiterhin ihrem Ruf als unerschöpfliche Sänger-Hochburg alle Ehre: Der Tenor Alfred Kim bewährt sich als leidenschaftlich-kraftvoller Hoffmann, Giorgio Surian in den Gestalten des mephistophelischen Gegenspielers, Jenny Carlstedt als Muse und Nicklausse. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Das Sängerische ist einmal mehr ein Pluspunkt in dieser Produktion am Frankfurter Opernhaus. (...)
(...) Die Krone gebührt jedoch Alfred Kim, der hier vielleicht in der Rolle seines Lebens debütiert. Großer, uneingeschränkter Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Stimmlich ein Glücksfall ist Sopranistin Brenda Rae, deren kunstvolle Koloraturen und mechanische Bewegungen, in einen wilden Tanz münden, der sogar von der Fernbedienung ihres Erfinders nicht zu bremsen ist. Diesem Spalanzani wie auch anderen wichtigen Nebenfiguren leiht Peter Marsh seinen kernigen Tenor. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Dieser Abend ist die reine Freude, lässt keine Wünsche offen, macht besoffen vor Glück. Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach in der Oper befriedigt auf ganzer Linie. (...)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

The Turn of the Screw, Wiederaufnahme vom 9. Oktober 2010

(…) Die jüngste Wiederaufnahme führte erneut die große Eindringlichkeit und Dramatik der Klangsprache Brittens vor, die ein auf kammermusikalisches Format zurückgeführtes Orchester umzusetzen hat.
Der energische Dirigent Yuval Zorn breitete die detailreiche Musik mit großer Sorgfalt aus, und das Orchester – allen Instrumentalisten voran die exzellent disponierten Bläser – gehorchte jeder seiner Gesten. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Christian Pades Frankfurter Inszenierung des Werks hatte im November 2002 bemerkenswerten Erfolg, jetzt erlebte sie ihre vierte Wiederaufnahme, zu deren Schluss der anhaltende Beifall des Publikums sogar die 13 Musiker-Solisten auf die Bühne lockte (…).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Malin Hartelius vom 26. Oktober 2010

(…) Auch stimmlich ist die Sopranistin eine attraktive Erscheinung, aus kleinen Liedgebilden große Oper zaubernd, ohne den poetischen Schleier zu zerreißen. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Danach der große Auftritt von Helmut Deutsch, dem Klavierpartner mit der unübertroffenen Souveränität. Man möchte bei letzten Liedern aus Schumann-Zyklen eigentlich nur noch ihn hören, seine Nachspiele sind Zeichnungen von größter Schlichtheit und Tiefenwirkung. (...)

Andreas Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Helmut Deutsch befleißigte sich lange Zeit auffallender Diskretion, die der Sängerin einen idealen Klangteppich bereitete, erst bei Sibelius und vor allem Mahler (Wunderhorn-Lieder) gab er dem sensibel gestuften Klavierpart kräftigere Kontur. Zugute kam dies in jeder Phase einer Sopranistin, die sich über viele Jahre der Opernpraxis (allein 20 Rollen am Opernhaus Zürich) hinweg einen natürlichen Liedton bewahrt hat, der die warme, leuchtkräftige Stimme in allen Lagen unforciert zur Entfaltung bringt. (…)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Walküre, Premiere vom 31. Oktober 2010

Halbzeit beim Frankfurter Ring. Auch die Walküre in der Inszenierung von Vera Nemirova, lebt wie schon das Rheingold vor allem vom Bühnenbild Jens Kilians. Die Premiere am Sonntagabend mit Generalmusikdirektor Sebastian Weigle am Pult des Frankfurter Museumsorchesters war eine musikalische Offenbarung auf Festspielniveau. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Nemirova, deren Inszenierungen in der Vergangenheit vor allem von einer blühenden szenischen Phantasie zeugten (...), zeigt hier ihre bislang konzentrierteste Regiearbeit. Sie (...) vertraut ihrem wahren Talent: der Fähigkeit, das Beziehungsgeflecht zwischen den agierenden Personen szenisch im besten Sinne detailversessen und ungemein spannungsvoll lebendig werden zu lassen. (…)

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die recht eindrücklichen Lichtstimmungen (Olaf Winter) münden in einen echten Feuerzauber mit echten Flammen, hinter denen die ungehorsame Maid nun auf den sie im nächsten Ring-Teil erlösenden Siegfried wartet.
Solch ein ästhetisch schönes Bild sorgte bei der Premiere am Sonntag zu Recht für Jubel. (...)

Jörn Florian Fuchs, Salzburger Nachrichten

(...) Dem umjubelten Auftakt im Mai folgen abermals Ovationen für ein groß aufspielendes Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Sebastian Weigle und für eine Solistengruppe, um die jede andere deutsche Bühne Frankfurt nur beneiden kann. (…)

Christian Knatz, Darmstädter Echo

(...) diese Sieglinde ist der Star der Frankfurter Produktion: Eva-Maria Westbroek singt und spielt diese von starker Empathie getragene Sieglinde frei und unbeschwert. Westbroeks Stimme ist groß, rund, schier schwerelos. (…)
Eva-Maria Westbroek ebenbürtig ist Susan Bullock als Brünhilde, die mit ihrem Walkürenruf das Frankfurter Opernhaus erschüttern lässt, denn sie ist eine der wenigen Sängerinnen, die das hohe h und das hohe c im „Hojotoho“ tatsächlich aussingen und nicht anschleifen. (…)
(...) Diese Frankfurter Walküre ist ein Meisterwerk!

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Alles ist so bereitet für ein grandioses Sänger-Ensemble: Frank van Akens hin- und her gerissener Siegmund, wie entfesselt auf das befreiende „Wälsungen“-A zusingend. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Martina Dike, wiederum als Fricka, entfaltet in ihrer Auseinandersetzung mit Wotan so viel Kraft, List und Präsenz, dass seine rapide zunehmende Zerknirschung plausibel erscheint und sie als Siegerin vom Platz gehen kann (dass ihre Siege letztlich niemandem, nicht einmal ihr, nützen, steht auf einem anderen Blatt). Terje Stensvold ist kein alles übertönender Allmächtiger, sondern ein differenziert und facettenreich auftretender Wotan, der in all seinen Szenen jeweils einen Lerneffekt und eine Entwicklung zu gestalten hat und darum weniger von wuchtiger stimmlicher Statur lebt als von seinem Aspektreichtum (...).

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(…) man kann sich kaum eine überzeugendere Darstellung der Vater-Tochter-Liebe zwischen Wotan und Brünnhilde vorstellen, als jene, die Stensvold und Bullock hier erreichen. (…) es ist ein Genuss, Wagner hier zu erleben. (…)

Hugh Canning, Sunday Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Und wie die Sänger scheinen die Instrumente zu sprechen. Das den Hörnern anvertraute Motiv Hundings zum Beispiel hat nichts Stampfendes, sondern einen fast weichen Abgesang auf dem leichten Taktteil. Beim Schwert-Motiv wird sehr sauber zwischen der doppelten und der einfachen Punktierung unterschieden. Und dann die Farben, die Mischungen, etwa von Hörnern und Bassklarinette, die Ballungen – gerade dort, wo in Wotan die Verzweiflung ausbricht. Aufs Feinste angelegt ist das von Sebastian Weigle, der das Orchester voll hinter sich weiß. Da wächst einer nach.

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Überhaupt das Orchester – ein Hörgenuss der Extraklasse: Mit genauem Bezugnehmen auf die Sänger, Betonungen bedeutsamer Momente und herrlichen Soli der Bläser – durchsichtig und bei aller dramatischen Spannung niemals pastos – so führte Weigle seine Instrumentalisten durch das umfangreiche Werk. Die kontrastreiche Palette zwischen lyrischen Stimmungen und grellen Attacken bot höchst differenzierte Farben unter dem ausgefeilten Dirigat. Musik – für die Ohren „lesbar“ und stets konform mit der Bühne. Für diese wahrhaft exzellente Leistung schwoll der Beifallssturm deutlich an. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Kein Zweifel: ein hoch professionelles, kultiviertes Dirigat, eine dementsprechend aufmerksame und vorzügliche Orchesterleitung (…), in der merklich kalkulierten Dramatik auch ein deutlicher Kontrapunkt zu der impulsiven Interpretationsart der Regisseurin.

Hans-Klaus Jungheinrich, Opernwelt

(...) Nach über 5 Stunden und einem Moment stiller Ergriffenheit bricht der Jubel los. Erschöpft, aber glücklich, feiert das Publikum Sänger, Orchester, Dirigent, Regie (...)

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Es ist ein Triumph. (...)

Monika Beer, Fränkischer Tag

(…) Der neue Siegfried des Hauses im nächsten Herbst kann keinen Moment zu früh kommen.

Hugh Canning, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 5. November 2010

(…) Obgleich schon zwölf Jahre alt, wirkt Kirchners „traumhafte“ Deutung des vielschichtigen Bühnengeschehens alles andere als betagt. (…)
(…) Besonderes Lob für ihre exzellente Leistung verdienten Inga Krause, Laila Schestag und Livia Neubauer als die drei Knaben. (…)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Russell Braun vom 30. November 2010

(…) Vier Liebeslieder Felix Mendelssohn Bartholdys waren wie geschaffen für Brauns famose Atemtechnik und ihrem Ergebnis, einem schweifenden Legato. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Orlando furioso (Der rasende Roland), Wiederaufnahme vom 14. November 2010

(…) Bei der Wiederaufnahme der im Februar dieses Jahres mit viel Lob bedachten Inszenierung von David Bösch unter der Leitung des italienischen Barockspezialisten Felice Venanzoni präsentierten sich erfahrene, gute Solisten. (…) An dieser Stelle sei auch das Opern- und Museumsorchester erwähnt, das sanften barocken Glanz und zudem sprühendes Temperament ausstrahlte.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Dido and Aeneas / Herzog Blaubarts Burg, Premiere vom 5. Dezember 2010

(...) In dieser Klarheit und inszenatorischen Qualität kann man das Ineinandergreifen und die gegenseitige Intensitätssteigerung von Gesang, Spiel, Orchester und Bildersprache auf der Bühne nur selten erleben. (…)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Die Verbindung von Béla Bartóks Einakter Herzog Blaubarts Burg und Henry Purcells Dido and Aeneas schlägt überraschende Funken. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) So gelingt in Frankfurt ein sehenswertes, ungewöhnliches Operndoppel aus Purcells Dido und Bartóks Blaubart – und bei dem ergeben sich dann doch Gemeinsamkeiten: Schlüssige Regiekonzepte, ein barock differenziert wie sinfonisch opullent agierendes Opernorchester – und hervorragende Sängerdarsteller.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag

(...) Lustbetonter barocker Trubel mit dem gewissen Augenzwinkern und ein beklemmendes Seelendrama: Frankfurts Oper schärft die Sinne. Dabei vergeht die Zeit im Nu.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Musikalisch offenbarte diese Premiere abermals die Sorgfalt, mit der der Frankfurter Opernintendant Bernd Loebe sein Haus zu einer führenden deutschen Bühne aufgebaut hat. (…) Man kann süchtig werden nach solcher Musik – und nach so eindringlichem Musiktheater.

Jürgen Hartmann, Stuttgarter Zeitung

(...) Der absolute Star des Abends war das Orchester unter dem jungen Dirigenten Constantinos Carydis, das die barocke Musik äußerst plastisch und die expressionistische farbig und spannungsgeladen interpretierte. Das hoch konzentrierte barocke Kammerspiel und das dichte tiefenpsychologische Seelendrama garantieren einen kontrastreichen Opernabend auf höchstem musikalischen Niveau.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Ganz großes Musikdrama, das nicht erst mit dem üppig besetzten Bartók einsetzt, sondern schon spürbar wird, wenn Constantinos Carydis am Anfang das Barockorchesterchen mit elegantem Furor durch Purcell peitscht. Das muss man gehört und gesehen haben.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(…) Carydis dirigierte das Orchester wie ein Filigranweber auf allgemein hohem  Niveau. Ein grandioser und glücklicher Abend in Frankfurt.

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Carydis ist ein Ausdrucksmusiker durch und durch, einer der ein Orchester verführen kann – und doch, wenn nötig, unerbittlich zulangt. Unter den jungen Stardirigenten Anfang dreißig, die gerade die Pulte der besten Orchester erobern, gehört Constantinos Carydis künstlerisch zu den interessantesten.

Bernhard Neuhoff, BR-Klassik / Allegro

(…) Zwei Einakter, die rund 230 Jahre Operngeschichte trennt. Das Ergebnis ist schlicht phantastisch.
(…) Die Leistungsfähigkeit der Oper Frankfurt ist beeindruckend, die Solisten – Paula Murrihy ist eine zutiefst anrührende Dido – passen stimmlich zueinander, alle sind souverän, spielfreudig, sehr präsent. Koskys Regie ist voll einer feinen schauspielerischen Aufmerksamkeit. Der Rest ist Carydis.

Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung

(…) Auch die rund zwanzig Musiker und Musikerinnen des durch einige Barockspezialisten ergänzten Frankfurter Opernorchesters agieren unter der Leitung von Constantinos Carydis mit hoher Musikalität und stilistischer Sicherheit. Das gilt auch für den durch Matthias Köhler hervorragend vorbereiteten Chor.
(…)
Robert Haywards Blaubart-Darstellung erreicht vokal und schauspielerisch einen hohen Grad an Identifikation; wie auch Claudia Mahnke als Judith, die eine eindrucksvolle physische und gesangliche Präsenz in das „Kampfspiel“ einbringt. Fast kann man nicht glauben, dass sich diese Judith am Ende doch wieder zu ihren Leidensgenossinnen in die siebte Kammer stellt – zwei faszinierende solistische Leistungen. Ebenso das Orchester, wieder unter Carydis' Leitung: klangscharf und zugleich farbig, transparent und kontrastreich in den sieben Klang-Bildern zu den sieben Szenen – das alles befand sich in eindrucksvoller Balance. Brillant.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Es ist einer der ergreifendsten Momente der Operngeschichte. Didos Sterbegesang. Mindestens so erschütternd wie Isoldes Liebestod. Kein Trost, nirgends. In Frankfurt macht Paula Murrihy daraus einen Augenblick atemraubender Spannung. Fast scheint es, als stelle das Publikum das Atmen ein. (…)
(...) Die Bühne von Ausstatterin Katrin Lea Tag besteht ausschließlich aus einer leicht geneigten Scheibe. Eine Arena für den Geschlechterkampf.
Diesen führen Robert Hayward als Blaubart und Claudia Mahnke als Judith mit faszinierender darstellerischer, ja körperlicher Intensität und beeindruckendem sängerischen Ausdruck. (…)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Claudia Mahnke singt die Judith groß, offenherzig, mit Volumen, schön lyrisch – nie hart oder strähnig. Am Ende ist es ihre Show. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Die Scheibe kreist, das Licht geht aus: Finale zweier sinnlich packender, musikalisch grandioser Stunden Oper.

Jörg Sander, Rhein-Zeitung

NeunzehnhundertEin ewiges Lied, Premiere vom 9. Januar 2011

(...) „Wien modern“ steht eben auch für das Doppelbödige und Abgründige, das nicht nur das Leben der Komponisten geprägt hat, sondern auch in bizarre Lebensläufe mündete. So entfaltet sich im Depot das Panoptikum einer Zeit, das – von Elisabeth Stöppler anspielungsreich inszeniert und von Hermann Feuchter schlüssig bebildert – nichts weniger zeigen will als die Geburt der Moderne. (…)

Gerd Döring, Darmstädter Echo

(...) Ein anspruchsvoller Abend, der viele produktive Fragen aufwirft (...).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) ein szenisches Abenteuer, das man nicht missen möchte – umso mehr, als das hochkarätige Kammerorchester unter der Leitung des dirigierenden (und, bei Zemlinsky, klavierspielenden) hauseigenen Kapellmeisters Yuval Zorn sich mit Bravour in die fein verästelten Klangwelten Schönbergs und Mahlers hineinfand. (…)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(...) Mit energischer Präzision zirkeln Dirigent Yuval Zorn und neunzehn Streicher des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters Schönbergs spätromantische Partitur in diesen Raum hinein – selbst ja ein Baudenkmal genau aus jener Zeit, die uns neben dem Riesenrad die elektrische Straßenbahn und die Traumdeutung bescherte. (...)

Johannes Jansen, Deutschlandfunk / Musikjournal

(...) Dagegen erscheint Mahlers Lied von der Erde immer noch verstörend modern. Vor allem dann, wenn es wie hier durch das Frankfurter Ensemble in der analytisch- durchsichtigen Instrumentierung von Jens Joneleit und von einer Altistin wie Tania Ariane Baumgartner (als Partnerin des Tenors Shawn Mathey) gestaltet wird, deren berückendes Timbre und faszinierende Bühnenpräsenz auf das Auditorium eine nahezu hypnotische Wirkung ausübt. Und auch das Ensemble, virtuos alle neurotischen, übersteigerten, ekstatischen, triebhaft-erotischen Momente dieser Kunst in Aktionen übersetzend, trägt zu jener grandiosen Aura Mahlerscher Kunst bei, die Paul Becker treffend als „physiologische Musik“ charakterisiert hat.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) So intensiv, so aufgewühlt und zugleich auf engstem dynamischem Raum konzentriert kann man ein Opernorchester nur selten hören, und die kammermusikalische Klarheit, in der es unter der Leitung von Yuval Zorn Joneleits Mahler-Bearbeitung in den Raum stellt, verdient großen Respekt. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Bestechend war auch die Interpretation von Mahlers Lied von der Erde. Die farbige und plastische Kammerorchesterfassung von Jens Joneleit ließ die verschiedenen Facetten von Mahlers Musik in neuem Licht erscheinen. In den sechs Sätzen boten Tanja Ariane Baumgartner (Alt) und Shawn Mathey (Tenor) brillante Sangesleistungen.
Auch darstellerisch standen sie im Mittelpunkt: Mit ausgezeichnet auf die Musik abgestimmter Mimik und Gestik erzeugten sie eine bis dahin nicht erreichte Intensität (...).

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

Die spanische Stunde / Das kurze Leben, Wiederaufnahme vom 17. Dezember 2010

(…) In David Hermanns Personenregie, die das menschliche Maß hervorhebt, fügen sich die neuen Sänger hervorragend ein. (…)
(…) Viel Beifall für einen sehr gelungenen Abend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Das Museumsorchester beherrscht unter der Leitung von Leo Hussain die Kunst der atmosphärischen Grundierung und des geistreich geschliffenen musikalischen Kommentars. (…)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tosca, Premiere vom 16. Januar 2011

(…) Rundum fulminant ging es zu. Große Stimmen, ein prachtvoll disponiertes Orchester, klare Bilder, eine perfekte Inszenierung. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(…) Die schwedisch-amerikanische Sopranistin Erika Sunnegårdh gibt dieser Tosca ein sehr intensives darstellerisches Profil, ihr Spiel macht die Entwicklung von der ebenso naiv gläubigen wie blauäugig liebenden Frau zur sich zur Wehr setzenden Rächerin nachvollziehbar. Im Mord an Scarpia begehrt sie gegen genau jene Ordnung auf, der sie zu Beginn noch blind gefolgt ist. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Selten hat man einen stimmlich nobleren Mesner gehört als den von Franz Mayer. Der walisische Bariton Jason Howard gefiel als Scarpia mit einem attraktiven Timbre. (...) Der Tenor Aleksandr Antonenko lief als Cavaradossi immer dann zur Hochform auf, wenn er seine heldische Höhe auspacken konnte. Mit leuchtender Intensität gestaltete Erika Sunnegårdh eine Tosca auf durchweg hohem sängerischen Niveau – für ihr flehendes „Vissi d’arte“ gab es zu Recht Szenenapplaus.
(...)
Eine kleine Sensation war schließlich das, was im Orchestergraben geschah. Kirill Petrenko, der zukünftige Generalmusikdirektor in München und Dirigent des Jubiläums-Rings in Bayreuth 2013, entlockte dem Opern- und Museumsorchester Klangfarben von überwältigender naturalistischer Klarheit. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Musikalisch (…) rückte die Aufführung das von Mahler abschätzig als „Meistermachwerk“ abgekanzelte Stück ganz nah an die Nervenkunst des französischen Impressionismus wie der Wiener neuen Musik um die Jahrhundertwende. Das war das Verdienst des Dirigenten Kirill Petrenko und des an diesem Abend sich selbst übertreffenden Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. (…)

Uwe Schweikert, Opernwelt

Wie im Drogenrausch
Kirill Petrenko steht unter Genieverdacht – in der Frankfurter Tosca hört man, warum

(…) Petrenko hat einen Gazevorhang über die Tosca geworfen, unter dem sie sich verführerisch räkelt, aber auch in ihrer Todesangst stumme Schreie ausstößt. Trotz aller Einseitigkeit ein Dirigierwunder. (...)

Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung

(...) die Musik (...) ist, dank Petrenkos Sensibilität, Akkuratesse und Professionalität bei der Umsetzung seiner Vorstellungen, so transparent und glühend, so zart und auftrumpfend, so sängerfreundlich und dramatisch in einem, wie man es bei diesem Repertoirestück nur ganz selten hört. (...)

Joachim Lange, Wiener Zeitung

Vorschusslorbeeren sind gefährlich. Aber in dem Fall können wir nicht anders. Was der künftige Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in Frankfurt mit Puccinis Tosca anstellt, ist atemberaubend.
(…) Auch den Frankfurter Musikern scheint es gefallen zu haben: Es geschieht kaum alle Tage, dass sie dem Dirigenten gleich nach dem Schlussakkord trampelnd und klopfend applaudieren. (…)

Robert Braunmüller, Abendzeitung München

(...) Ein Lob gebührt auch der präzisen Chorleistung in der Erarbeitung von Matthias Köhler und dem ausgezeichneten Kinderchor, den Michael Clark einstudiert hat. (...)

Olga Lappo-Danilewski, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) „Oper darf nicht nur Traditionspflege sein“, hat Andreas Kriegenburg mal sinngemäß gesagt, denn Oper werde ja von heutigen Menschen gemacht. Dass Kriegenburg Puccinis Figuren trotzdem nicht brutal ins Heute zerrt, sondern sie in ihren eigentlich zeitlosen Gefühlswelten belässt, ist sein Verdienst – zumal diese bis ins Heute wirken.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Morgen

(…) Es bedarf keines Propheten, um auch dieser musikalisch profunden und szenisch krampffreien Tosca an der Oper Frankfurt ein langes Bühnenleben zu prophezeien.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Fausts Verdammnis (La damnation de Faust), Wiederaufnahme vom 22. Januar 2011

(…) Für ihre Frankfurter Inszenierung vom Juni 2010 fügten Harry Kupfer und Hans Schavernoch der vor überraschenden Einfällen überquellenden Partitur eine theatralische Dimension hinzu, die in zahllosen Momenten unmittelbar von ihr inspiriert und auf sie bezogen ist. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Musikalisch überzeugte die Wiederaufnahme durchgehend. Besonderes Lob verdiente sich der von Matthias Köhler exzellent einstudierte und schauspielerisch sichere Opernchor. (…)

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Christine Schäfer vom 25. Januar 2011

Liederabende mit der Sopranistin Christine Schäfer besitzen in Frankfurt Kultstatus – auch diesmal in der Oper. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wesentlichen Anteil an dieser suggestiven Wirkung hatte Eric Schneider. Der mit jeder Nuancierung von Schäfers Kunst vertraute Pianist erzielte heiter-entspannt eine bruchlose Einheit mit dem Gesang seiner Partnerin, nur so waren die atemberaubenden Pianissimi etwa im Lied der Delphine möglich. (…)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) So intensiv, dass selbst hartnäckige Huster schweigen. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Simon Boccanegra, Wiederaufnahme vom 28. Januar 2011

Aus der Reihe der Solisten in dieser Wiederaufnahme ragt Franz Grundheber heraus, der die Titelrolle kurzfristig für den kranken Wolfgang Koch übernommen hatte. Er hat jene kernige Bärbeißigkeit, die ihn als Dogen bei der Genueser Bevölkerung so beliebt macht, dass man am Ende noch nicht einmal den Tod des Herrschers akzeptieren will.
Grundhebers markanter Bariton passt zu diesem Image – schon allein deshalb ist ein Besuch der im Jahr 2007 erstmals gezeigten und viel gelobten Simon-Boccanegra-Produktion eine lohnende Sache. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Die Physis der Personen kann sich freilich dem Alterungsprozess nicht entziehen. Eine ausgezeichnete Studie zu diesem zweiseitigen Vorgang liefert bei der nunmehr dritten Wiederaufnahme Johannes Martin Kränzle als Paolo Albiani. Der selbstbewusste Steigbügelhalter Boccanegras mutiert später zum Verräter und zerfällt in Kränzles Darstellung von innen heraus: immer fahriger seine Bewegungen, mit entgleisender Mimik im schlaff einfallenden Gesicht. (…)
(…) Das anfängliche Schweigen der Choristen findet sich ebenso konzentriert durchgeführt wie die spätere vokale und szenische Entfaltung. Loys Boccanegra ist weiterhin ein Juwel im Repertoire.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

La Wally, konzertante Aufführung vom 6. Februar 2011

In der Opern-Bundesliga besetzt Frankfurt zurzeit einen vorderen Tabellenplatz und lässt auch beim Auswärtsspiel keinen Punkt liegen. (...)
Die Gesangspartien stellen allerhöchste Ansprüche, indem sie hohe Expressivität mit lyrischen Gestaltungsanforderungen verbinden und niemanden schonen, und wieder wird das Frankfurter Opernpublikum von der Besetzung verwöhnt. Morenike Fadayomi ist unforciert mit hoher Dramatik, mit voluminös strahlendem, elastischem Sopran in allen Lagen, mit vehementer Dynamik und genug Zwischentönen für die (wenigen) verhaltenen Passagen präsent. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Dass man für eine solche Rarität ein höchst homogenes Sänger-Ensemble gefunden hatte, darf man als kleines Wunder ansehen. (…)
Kontrolliert und differenziert ordnet sich der große Chor, die imponierende, schlüssige Aufführung geschmeidig abrundend. Große Begeisterung im hervorragend besuchten Haus.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Der 83-jährige Dirigent Carlo Franci nimmt die an Webers Freischütz orientierten Jagdmotive mit einem mitreißenden Schmiss; in den lyrischen Szenen ist er mit dem hervorragend präparierten Orchester ein Begleiter von äußerster Sensibilität. Straffe Tempi und eine tiefe Einlässlichkeit für den Melodiefluss zeichnen Franci aus. (…)

Stefan Michalzik, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Mit einer breitgefächerten, hellhörig modellierten Klangpalette, die launig volkstümliche Elemente mit nachtschwarzer Romantik und lyrischem Belcanto verband, brachte das Orchester die eigentümliche stilistische Vielfalt des Werkes wirkungsvoll zur Entfaltung. (...)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

L’oracolo (Das Orakel) / Le Villi (Die Willis), Wiederaufnahme vom 13. Februar 2011

(…) Aris Argiris als Arzt Uin-Scî, Johannes Martin Kränzle als Opiumhändler Cim-Fen sowie Franz Mayer als Kaufmann Hu-Tsin bildeten ein gewichtiges Dreigestirn, zu dem sich noch die liebliche Sun Hyung Cho als zartes Kindermädchen mit Madonnengesicht gesellte. Praller Beifall, auch vom „richtigen“ Publikum im Zuschauerraum.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) die auch vokal souveräne Sun Hyung Cho als Ah-Joe in L'oracolo und als Anna in Le Villi. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Johan Reuter vom 1. März 2011

Mit den Titelpartien in Verdis Macbeth und Simon Boccanegra oder als Wotan in Wagners Rheingold gestaltet Johan Reuter vor allem Rollen im Fach des Heldenbaritons. Gefragt ist dafür eine schwere, sonore, männlich kraftvolle und dramatische Stimme, die mit dem lyrischen Genre wenig zu tun hat.
Mit einem geschickt zusammengestellten und offenbar intensiv vorbereiteten Programm entkräftete der dänische Bassbariton in der Reihe der Liederabende in der Oper Frankfurt nun allerdings manches Vorurteil. (…)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Für den Pianisten Jan Philip Schulze war eine ausgewogene Balance keine Schwierigkeit. Starker Beifall.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Fledermaus, Premiere vom 6. März 2011

(...) Christof Loy gelingt mit seiner Version der Fledermaus von Johann Strauß an der Oper Frankfurt ein Operettenabend, der zeitgemäß, kritisch, intelligent und unterhaltsam ist.

Monika Beer, Fränkischer Tag

(…) Selten hat eine Frankfurter Operninszenierung schon in der Pause so viele kontroverse Diskussionen im Premierenpublikum hervorgerufen. Christof Loy hat mit seiner Sicht ganz offensichtlich einen empfindlichen Nerv getroffen. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Die Menschentraube während des Verbrüderungswalzers etwa wird man so schnell nicht vergessen: „Für die Ewigkeit, immer so wie heut, / Wenn wir morgen noch dran denken!“ Die konditionale Unbestimmtheit dieses „wenn“ ist hier zum Bild geronnen: der Ausgleich von gemütvoller Utopie und deren ironischer Entlarvung im lallenden Schunkeln. (...)

Uwe Schweikert, Opernwelt

(…) Eine Aufführung von bestechender theatraler Qualität. (...)

Markus Thiel, Münchner Merkur

(...) Die Aufführung hat ihre Höhepunkte immer wieder in der Beschwörung des Doppelbödigen, des Unheimlichen, Makabren, das unter der Wienerischsten aller Operetten schlummert, die eigentlich der Operngattung gehört. (…) Schön die jähe Verwandlung der ganzen Wiener Maskerade in eine Art Totentanzstarre, ein Schock die Verwüstung des Salons, zauberhaft der zu Herzen gehende lyrische Stillstand der „Brüderlein-Schwesterlein“-Gesänge Aller – mit der in Traumdämmerlicht getauchten seligen „DuiDu“-Resignation. (…)

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

(...) Loy gelingt es, die Sänger zu wunderbaren darstellerischen Leistungen anzutreiben, allen voran einen auch stimmlich begeisternden Christian Gerhaher als Eisenstein. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Das (...) Ensemble hat (...) einen brillanten Mittelpunkt. Der wunderbare Liedbariton Christian Gerhaher, dem das Schmierige, Faunhafte, entschieden Unseriöse des Eisenstein (noch) abgeht, spielt und singt bei diesem Operetten-Seitensprung hinreißend den Aufstieg und Fall eines Vorort-Wüstlings, inklusive Salto auf die Chaiselongue. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(...) Christian Gerhaher, famoser Liedinterpret, adelt den Eisenstein mit baritonaler Eleganz und komödiantischer Bühnenpräsenz. Barbara Zechmeister ist eine starke Rosalinde, Britta Stallmeister eine brillante Adele – und der Countertenor Martin Wölfel verblüfft einerseits als Prinz Orlofsky mit Fistelstimmchen, andererseits als ganz klassisch polternder bzw. weanernder Gefängniswärter Frosch. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Rund und intensiv war die komplette Ensembleleistung: Die Rosalinde der Barbara Zechmeister, auch sie Rollendebütantin, war bemerkenswert in ihrem Durchsetzungsvermögen, als ungarische Gräfin hatte sie die Hosen an. Britta Stallmeister war eine Adele, die über Soubretten-Statur hinausgewachsen ist, die das Leichte aber trotz des volleren Tons zu bewahren verstand. Erstklassig: Michael Nagy als smarter Dr. Falke, Stephan Rügamer als legerer Alfred und Thorsten Grümbel als überzechter Direktor Frank.

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Mehr noch als die rundweg überzeugenden Michael Nagy (Dr. Falke) und Thorsten Grümbel (Frank) können Barbara Zechmeister als Eisensteins Frau Rosalinde und Britta Stallmeister (Adele) mit federleichten Höhenflügen für die starke Frankfurter Truppe auftrumpfen. (…)

Christian Knatz, Darmstädter Echo

(...) Sebastian Weigle am Pult des vorzüglich disponierten Frankfurter Orchesters ist mit Loys Sicht auf Strauß‘ Musik völlig einig. Nichts klingt da schmissig überzogen, gar sentimental verzeichnet. So wie Loy die Figuren von jeder karikaturistischen Übertreibung fernhält, sie vielmehr in all ihren Schwächen psychologisch ausleuchtet, ebenso sensibel beatmet Weigle Strauß‘ tanzselige Musik. Das besitzt Schwung, Leichtigkeit und Weltschmerz. Die Frankfurter Oper hat eine glänzende Besetzung aufgeboten, aus der zwar der Stargast Christian Gerhaher mit energischer Stimme herausragt, aber alle spielerisch wie sängerisch fein aufeinander abgestimmt sind.

Uwe Schweikert, Stuttgarter Zeitung

(...) Das alles passiert auf dem satt dahinfließenden Klang eines ausgelassen musizierenden Orchesters, das sich auf süßeste Wiener Streicherklänge versteht, auf effektvolles Bläserspiel konzentriert, ohne je die Bühne des eleganten Auftritts zu verlassen. Sebastian Weigle und Christof Loy spielen Hand in Hand, und das Publikum: amüsiert sich.

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Gehen Weigle und das perfekt eingestimmte, klanglich feudale Opern- und Museumsorchester in Couplet, Walzer und Polka auf ironische Distanz zum Operetten-Sujet, so balancieren vor allem die Sängerdarsteller die unterschwellige Psycho-Operette komödiantisch aus. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Auch Sebastian Weigle lässt sich mit dem glänzend aufgelegten, nobel schwelgenden und präzise erzählenden Orchester auf die melancholische Traurigkeit ein, in der aber dann doch immer wieder mit milder Ironie ins Leben durchgestartet wird.

Joachim Lange, www.kultiversum.de

Daphne, Wiederaufnahme vom 13. März 2011

(…) In einer eigenen Sphäre siedelte die Verkörperung der Titelfigur durch Juanita Lascarro. Das betraf zunächst die überragende, in den Dienst einer authentischen Deutung gestellte vokale Leistung, beinahe mehr aber noch das Spiel: akribisches Rollenstudium und Identifikation mit der Inszenierungsidee ermöglichten eine an Dichte nicht mehr zu überbietende szenische Präsenz.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Die Entführung aus dem Serail, Wiederaufnahme vom 18. März 2011

(…) Im achten Lebensjahr und anlässlich der nunmehr vierten Wiederaufnahme hat die Produktion nichts von ihrer Wirksamkeit eingebüßt. Das war nicht zuletzt dem Format und der Hingabe der Darsteller zu danken. (...) Thorsten Grümbel [gab] den Osmin ebenso überzeugend wie Peter Marsh den Pedrillo. (…) Simon Bode modellierte den Belmonte als empfindsamen, kultivierten, doch noch ungefestigten Jüngling.
(…) Konstanze spürt das Besondere dieses Mannes und bekämpft aufkeimende Neigung mit gesteigerter Abwehr. Was Brenda Rae daraus bei ihrem Rollendebüt machte, war mitreißend, in „Martern aller Arten“ schlicht atemberaubend. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Die seit 2008 im Opernensemble mitwirkende Brenda Rae gab eine (nicht nur den Bassa Selim) umwerfende Konstanze ab. Kaum zu glauben, dass sie diese wichtige Rolle in dieser Wiederaufnahme zum ersten Male überhaupt gesungen hat. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Christopher Maltman vom 29. März 2011

Freundlicher Applaus zu Beginn, am Ende Bravorufe und Jubelstürme für Christopher Maltman und Malcolm Martineau in der Frankfurter Oper; erst nach vier Zugaben wurden die britischen Künstler entlassen. (…)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der Höhepunkt des vom Publikum begeistert aufgenommenen Abends waren fünf Rückert-Lieder von Gustav Mahler – darunter „Um Mitternacht“ und „Ich bin der Welt abhanden gekommen“. In der herben Klavierfassung – wunderbar von dem sensiblen Klavierbegleiter Malcolm Martineau gespielt – kam das zwischen Sentiment und Appellation gespannte Ausdrucksspektrum, das Maltman hier mobilisierte, glänzend zur Geltung.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Tristan und Isolde, Wiederaufnahme vom 3. April 2011

(…) Christof Nel hatte das Drama vor acht Jahren in seiner Frankfurter Inszenierung durch die Konzentration auf die Personenkonstellation gekonnt pointiert. In der neuen Serie am Opernhaus überzeugt das Konzept abermals.
(…) Am meisten gefeiert vom Publikum wird Claudia Mahnkes Brangäne – ihr relativ heller Mezzosopran schärft den dramatischen Ausdruck und zugleich den Charakter der Rolle: weg von einer eher mystisch und finster agierenden Zauberin, hin zu einer Dienerin, die das Liebesdrama bewusst in Gang setzt. Wahre Wunder an Klang, Temperament und Differenzierung vollbringt das von Sebastian Weigle angefeuerte Orchester (…).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, Bayreuth-erfahren, ließ fernab einer Quadratur der Periodik die unendliche Melodie in weiten Linien fließen, agogisch geschickt gesteuert, satt im Klang, aber nicht allzu massiv. (…)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend John Mark Ainsley vom 26. April 2011

 (...) Der homogene, in allen Lagen ebenmäßig timbrierte Tenor Ainsleys, schlank in der Tonführung und eng der Wortartikulation folgend, hatte mit den beiden großen Landsmännern [Britten und Purcell] ein ideales Betätigungsfeld, auf dem sich auch Ainsleys pianistischer Begleiter, Roger Vignoles, sehr ausdrücklich bewegte. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Die hochsensible Interpretation durch John Mark Ainsley gehörte zu einem der magischsten Momente des Frankfurter Auftritts des britischen Sängers. Sein auch in der Höhe müheloser Tenor schmiegte sich mit einer Kultiviertheit an die Melodiebögen Brittens an, die ihresgleichen sucht, und verschmolz ganz mit dem noblen Klavierspiel seines kongenialen Partners Roger Vignoles. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Murder in the Cathedral / Assassinio nella cattedrale, Premiere vom 1. Mai 2011

(…) Ein Triumph für die Entdeckerfreude der Frankfurter Oper!

Uwe Schweikert, Opernwelt

(…) Das passt wunderbar zur Haltung der Oper Frankfurt, deren vielleicht wichtigste Leistung in der Loebe-Ära die beharrlich-konsequente Öffnung des gängigen Opernrepertoires ist, die Abkehr vom immergleichen Kanon. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Keith Warner hat dieses Werk mit seiner Frankfurter Produktion veredelt, er hat es mit seinen Bildern geadelt, der Frankfurter Chor, die Sängerinnen und Sänger, das Orchester haben Warners große Geste aufgegriffen. Nur darum konnten sie wirklich Großes daraus machen.

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Mit seiner Inszenierung von Murder in the Cathedral ist Keith Warner wieder ein Meisterwerk gelungen. (…)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Keith Warner hat das auf einer historischen Begebenheit basierende Mysterienspiel Murder in the Cathedral mit grandioser Bilddramatik in Szene gesetzt – und erntete dafür Beifallsstürme.
(…) Die Sänger-Krone gebührt denn auch dem Wagner-gestählten, charismatischen britischen Bassbariton John Tomlinson, der seinen Part als Thomas Becket fast bis zur Verausgabung mit größtmöglicher stimmlicher und schauspielerischer Intensität ausgestaltete. (…)
Nach 90 hochspannenden, ja aufwühlenden Minuten brach ein ungeahnter Begeisterungssturm im Publikum los, der alle Mitwirkenden und die Regie mit einschloss. Keith Warner hat es wieder einmal geschafft, den Enthusiasmus der hiesigen Opernfreunde für ein selten gespieltes Werk mit einer grandiosen Inszenierung zu wecken.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Ein spröder Text, grandios altmodische Musik, ein überragender Titeldarsteller in einer musikalisch und szenisch gelungenen Produktion: An der Frankfurter Oper feierte die deutsche Erstaufführung von Ildebrando Pizzettis Eliot-Vertonung Murder in the Cathedral erfolgreich Premiere.
(…) Tomlinson gelingt ein Rollenporträt, in dem sich noble Souveränität, Halsstarrigkeit eines in der Wolle gefärbten Machtmenschen, das Charisma des begnadeten Selbstdarstellers und schier euphorische Szenen der Entrückung im Angesicht des Todes auf raffinierte Weise mischen und ergänzen. (…)

Sigrid Feeser, Die Rheinpfalz

(…) mit raumgreifender Präsenz, subtiler Mimik, in der leiser Humor, auch Selbstliebe sich ausdrücken, wird Tomlinson zu Becket selbst. Eine gefeierte Bühnenleistung, eine schlicht brillante Besetzungsidee des Intendanten Loebe. (...)

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

(...) So gespielt und gesungen wie in Frankfurt kann Pizzettis Oper durchaus als Wiederentdeckung gelten. Sir John Tomlinson ist ein fulminanter Thomas Becket, der keinen Gegenpart hat, aber in den Stimmen der Frankfurter Chorfrauen (immer präsent auf der Bühne) einen ausdrucksstarken Rückhalt.

Gerd Döring, Darmstädter Echo

(...) So bleibt es das Verdienst der Frankfurter Oper, das Werk überhaupt wieder einmal zur Diskussion zu stellen, und das in einer Qualität, die man an diesem Haus schon als selbstverständlich vorauszusetzen pflegt. Großartig der Chor, von Michael Clark ebenso wie der Kinderchor sorgfältig einstudiert, das gut disponierte Orchester unter Martyn Brabbins wurde bereits erwähnt, und neben John Tomlinson standen als Priester, Versucher und Ritter ungemein engagiert gestaltende Sänger wie Hans-Jürgen Lazar, Dietrich Volle, Vuyani Mlinde, Beau Gibson, Simon Bailey, Brett Carter und Magnus Baldvinsson auf der Bühne. Nicht zu vergessen die zwei Chorführerinnen: Britta Stallmeister und Katharina Magiera. Langer, starker Beifall.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) In Frankfurt erklang der Chor, insbesondere der Frauenchor, großartig. Neben dem fulminanten Tomlinson brillierte ein tolles Ensemble. Die musikalische Leitung von Martyn Brabbins entführte uns in eine verzauberte Welt der Filmmusik, und die Gesamtheit der Teile erschuf einen Sturm an Enthusiasmus.

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Ein unerträglich die Spannung schürender Premierenabend unter britischer Vorherrschaft: Inszeniert hat Keith Warner, das sehr bewegliche Opern- und Museumsorchester (...) leitet Martyn Brabbins. Mit diesem spätromantisch getönten modernen Mysterienspiel hat Intendant Bernd Loebe erneut eine Rarität zum 90-minütigen Repertoirestück gemacht. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Die altertümlich querständige Partitur dirigierte Martyn Brabbins plastisch und klangdifferenziert. Wenn das nicht zum Nachspielen animiert...

Manuel Brug, Die Welt

(...) Auch für einen zutiefst ungläubigen Menschen sind die ausladenden Preghiera-Szenen erträglich, nicht zuletzt wegen des ausgezeichnet vorbereiteten Frauenchores der Frankfurter Oper. (...)
(…) Großer Applaus für alles und jeden.

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

Die Feen, konzertante Aufführung vom 3. Mai 2011

Kein anderes Opernhaus beweist seit Jahren soviel Mut in der Spielplangestaltung wie das in Frankfurt. Natürlich bedient man die Vorlieben des Publikums, spielt Tosca und Fledermaus, doch daneben finden sich immer wieder Raritäten, Ausgrabungen, neue Stücke. Wer kennt schon Ildebrando Pizzettis Murder in the Cathedral oder Richard Wagners Feen?
(…) Die prächtige Tamara Wilson als Fee Ada und der jugendlich-heldische Burkhard Fritz als Arindal ragten aus dem himmlisch singenden, aber ansonsten ganz irdischen Frankfurter Ensemble heraus. (...)

Bernd Zegowitz Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Hochkarätig besetzt fanden sich auch einige Rollen der zweiten Reihe. Zu nennen sind hier Juanita Lascarro als Farzana, Christiane Karg als Drolla und Michael Nagy als Morald. Erheiternde Lichtblicke im dramatischen Dauerstress garantierte Thorsten Grümbel als giftelnder, dann eifersüchtelnder Gernot. (...) Als Ausnahmeerscheinung exzellierte Brenda Rae als Arindals Schwester Lora. (…)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Quer durchs Ensemble wurde auf einem derartigen Niveau sängerischdarstellerisch gespielt, dass von Schwachstellen nicht die Rede sein kann. (…)

Stefan Michalzik, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Der Chor der Frankfurter Oper (Einstudierung: Matthias Köhler) zeigte sich von seiner besten Seite und auch das Frankfurter Opern- und Museumsorchester holte unter Sebastian Weigle aus Wagners erst 1888 in München uraufgeführter „Jugendsünde“ ein Maximum an Schönklang und dramatischer Spannung heraus.

Klaus Kalchschmid, www.klassikinfo.de

(...) dieses famose Orchester, sonst im Graben verschwunden, bei seiner engagierten, wachen, disziplinierten Arbeit mit den und für die Solisten zu sehen; Sebastian Weigle dabei über die Schulter zu schauen, wie er mit gemessen ausgreifendem Bewegungsaufwand und ausdrucksreicher Gestik Chor, Orchester und Solisten mit leitenden Impulsen versorgt und sich dabei verausgabt; die Solistinnen und Solisten der Oper Frankfurt, wie gewohnt vorzüglich besetzt (…), das macht große Freude.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Langer, herzlicher Beifall belohnte die bemerkenswerte Produktion.

Olga Lappo-Danilewski, Giessener Allgemeine Zeitung

La clemenza di Tito, Wiederaufnahme vom 7. Mai 2011

(...) Sowohl Paula Murrihy als Annius als auch Brenda Rae in der Rolle der Servilia garantierten gesangliche Höhepunkte. Katie van Kooten überzeugte als dominante, durchtriebene Vitellia. Im Zentrum und kompositorisch entsprechend gewichtet stand Jenny Carlstedt als Sextus. Als dieser beste Freund des Kaisers aus Hörigkeit gegenüber seiner Geliebten Vitellia schließlich zum Verräter mutiert, droht dem Wert- und Beziehungsgefüge im innersten Kreis der Macht der Kollaps. Indem Carlstedt in ihrer Hosenrolle Männliches und Weibliches souverän amalgamierte, bildete sie den profilierten Gegenpol zur Titelfigur. (…)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Luci mie traditrici / Die tödliche Blume, Premiere vom 14. Mai 2011

(…) Die Inszenierung von Christian Pade verklammert die visuelle Seite des Geschehens eng mit der akustischen. In sparsamen Bildern – Käfigen aus Holzlatten, in denen die Protagonisten gefangen sind (Alexander Lintl) – und einer japanisierenden Choreografie der Gesten schafft er eine Intensität und Dichte der Eindrücke, die den Zuschauer fesselt und in ein irritierendes Wechselspiel zwischen Hören und Sehen, Leichtigkeit und Pathos hineinzieht. (…)

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

(…) Getragen wird die Aufführung von vier erstklassigen Sängern. Die Mezzosopranistin Nina Tarandek als Gräfin und der Tenor Simon Bode als Diener sind Mitglieder des Frankfurter Opernstudios und zeigen sich als ausgereifte Sängerpersönlichkeiten, die den artifiziellen Gesang mit großer Natürlichkeit darbieten. Gleiches gilt für den „Gast“ des Countertenors Roland Schneider, während der Bariton Christian Miedl mit warmer Stimme einen kalt berechnenden Grafen gibt. (…)

Martin Grunenberg, Frankfurter Neue Presse

(...) Nina Tarandek als sinnlich schöne, zugleich aristokratisch beherrschte La Malaspina macht es ihrem Mann leicht, ihren erneuerten Liebesschwüren Glauben zu schenken. (…) Es fließt kein Blut, und die abgezirkelten Bewegungen des Bühnenpersonals entrücken das Geschehen ins Surreale. Hierzu trägt auch die phantastische vokale Beherrschung der vier zwischen Gesang und Deklamation biegsam agierenden Sängerdarsteller erheblich bei.
(…) Unter der musikalisch wie technisch verbindlichen Leitung von Erik Nielsen entfaltet das im Spiel der Stile souveräne Frankfurter Opern- und Museumsorchester große suggestive Kraft. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchester spielen unter Leitung von Erik Nielsen oft nur vereinzelt, flirrend, hauchend, unwirklich hoch. Selbst das neben der Bühne postierte Donnerblech darf maximal flüstern. Die dennoch enorme suggestive Kraft von Sciarrinos Musik kann unter den Solisten Nina Tarandek als Gräfin besonders eindringlich vermitteln, weil sie die melismatisch sich rankenden vokalen Linien ungemein schwerelos ausführt. (…) Laut freilich war bei der Premiere einzig der Beifall.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Kullervo, Frankfurter Erstaufführung vom 5. Juni 2011

(...) Der selbst anwesende Komponist konnte sich in Frankfurt einer überaus sorgfältigen und in seinem Sinne behutsam weiterinterpretierenden Szenographie erfreuen. (…)
Nels Arbeit am Mythos ist überzeugend, weil sie sich jedes bloße Dekor versagt; alles ist bedeutsam: Christof Nel, ein Großer der deutschen Opernregie, der kam und blieb und mit jeder seiner (in Frankfurt glücklicherweise so häufigen) Arbeiten weiterwächst.
(…)
Ein großer Abend, eine Entdeckung, die Folgen haben müsste. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Es gibt wahrlich vergnüglichere Arten, den Abend zu verbringen, aber Kullervo an der Oper Frankfurt ist eine gewissenhafte und eindringliche Interpretation eines der Hauptwerke finnischer Musik.

Shirley Apthorp, Financial Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Das ist Musiktheater auf der Höhe seiner Zeit: Klangsprachlich avanciert – und zugängig. Im Grunde müsste derlei der Status einer Repertoireoper zukommen.

Stefan Michalzik, Main-Echo Aschaffenburg

Aulis Sallinen (...) gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Seine Werke für das Musiktheater überzeugen musikalisch wie szenisch, und so bewies auch die jüngste Frankfurter Premiere: Sallinens Kullervo ist eine der wichtigsten Opern des ausgehenden 20. Jahrhunderts.
(…) mit großartiger, hochdramatischer Stimme einer der Glanzpunkte des Abends: Heidi Brunner (...).

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Ashley Holland entlockte der Bariton-Titelpartie eine breite Ausdruckspalette von den anrührenden Trauergesängen des ungeliebten Kindes bis hin zu den angsteinflößenden Ausbrüchen des gewalttätigen Monstrums. Heidi Brunner erfüllte die Partie der Mutter Kullervos mit sattem, dunkel gefärbtem balsamischem Wohlklang. In weiteren Rollen glänzten Peter Marsh, Katharina Magiera, Jenny Carlstedt, Alfred Reiter und Barbara Zechmeister. (…)

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Den freundschaftlichen Gegenpart gibt Peter Marsh als Kimmo, der den Unseligen wieder an den häuslichen Tisch setzen will, am Widerstand des Kullervo-Vaters scheitert und sich in Fantasiewelten flüchtet. Nicht nur stimmlich eine grandiose Leistung des Frankfurter Tenors.
Auffällig noch Katharina Magieras Altstimme als Untos Frau, die ihren Mann (Franz Meyer) zur Untat gegen die Sippe seines Bruders drängt, und Tenor Franz van Aken, als Jäger zwischen den Fronten. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Der Chor der Oper Frankfurt glänzte in seiner an die griechische Antike erinnernden Schlüsselrolle als Erzähler und Kommentator mit hoher Beweglichkeit, Präzision und packender Dramatik. Der in seiner Gewalttätigkeit gefangene, sich seiner Liebesunfähigkeit immer wieder bewusst werdende Kullervo wurde meisterhaft verkörpert von Ashley Holland, der überdies mit einer großen gesanglichen Ausdruckspalette begeisterte. (…)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) während die Opernfiguren auf der Bühne hinter Masken verschwinden, tritt ein Blinder Sänger auf, der in einer Art Musical-Einlage Kullervos Traumwelt beschreibt.
(...)
Der wunderbar körperbeherrschte Christoph Pütthoff tastet sich hier als Schlagersänger mit Mikrophon im weißen Schmuse-Anzug roboterartig-mechanisch vor – ein moderner Tiresias-Seher, der hier in Kullervos Kopf sieht. (…)

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag

(…) Eine bemerkenswert dichte und dank der Sängerleistungen auch ans Herz rührende Aufführung, die dennoch eher für Beklemmung als für Begeisterung sorgt. So zögernd hat selten in Frankfurts Oper der Beifall eingesetzt, umso anhaltender ist dann aber das Lob für alle Beteiligten.

Gerd Döring, Darmstädter Echo

(…) Neben einer vielfältig die gesunde Ensemblestärke der Frankfurter betonenden Vokalleistung sorgte vor allem der zielsicher durch Klüfte und Stillstand sein Orchester vorantreibende Hans Drewanz dafür, dass der ächzende Abend in der Summe dann doch erheblich mehr wurde als nur ein Achtungserfolg.

Manuel Brug, Die Welt

(...) Der unermüdlich vitale Hans Drewanz am Pult mischt die Farben dieser Musik perfekt, das Orchester spielt prächtig und konzentriert, auch der Chor (Einstudierung: Matthias Köhler) bringt sich präzise ein. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Die Räuber (I Masnadieri), Wiederaufnahme vom 11. Juni 2011

(...) Die pfiffigen Regiescherze, die sogar das blutige Ende mit der augenzwinkernden Überschrift versehen, alles Geschehen habe mal ein Ende, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hervorragend gesungen wurde (...).

Gabriele Nicol, Frankfurter Neue Presse

(...) Der strahlenden Tenorstimme von Alfred Kim (Carlo) war eine beginnende Erkältung kaum anzumerken, der Bariton Aris Argiris rechtfertigte auch als Francesco die Auszeichnung als bester junger Künstler Griechenlands und Olga Mykytenko scheint auf dem besten Weg zu sein, ihren gefeierten lyrischen Sopranpartien bald auch dramatischere folgen zu lassen. (…)
Dazu kam neben der schönen Bassstimme von Magnús Baldvinsson als immerhin mögliche Doppelbesetzung des Grafen von Moor und des Pastors der von Matthias Köhler wohl vorbereitete Chor der Oper Frankfurt und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das, von Henrik Nánási – dem künftigen GMD der Komischen Oper Berlin – geleitet, ebenfalls nachdrücklich die Qualitäten dieser Verdi-Rarität hervorzuheben wusste. (...)

Ernst Scherzer, www.arture.eu

(...) Unter der Leitung von Henrik Nánási serviert das Orchester süffigen Verdi, und man kann zur Rettung des Komponisten feststellen, dass diese Musik auch ohne eine konsistente Handlung zu packen vermag.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Médée, Frankfurter Erstaufführung vom 13. Juni 2011

(…) Man wundert sich weniger über die doch sattsam bekannte Aktualisierungsoptik, mit der Regisseur David Hermann und Ausstatter Christof Hetzer die Barockoper Médée von Marc-Antoine Charpentier ins Bockenheimer Depot der Oper Frankfurt gestellt haben, als vielmehr darüber, wie gut das alles funktioniert. (…)
(…)
Nach der Aribert-Reimann-Oper Medea zur Saisoneröffnung schloss sich jetzt ein Kreis mit einem echten Geniestreich des im Opernfach gänzlich unbekannten Charpentier. So dicht und aktionsreich ist diese Médée, dass ihre immer noch stattliche Länge ganz bündig erscheint. Ein Kunststück aller Beteiligten.

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Derart spannend und psychologisch raffiniert verführt, schwankt man genüsslich zwischen Lachen und Grausen. (...)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(...) Bei der Erstaufführung dieser Médée im Bockenheimer Depot war der Rahmen ungleich weniger prunkvoll; dafür hatte man sich mit Andrea Marcon eines ausgewiesenen Barockexperten versichert, der die Mitglieder des Frankfurter Opernorchesters zu beeindruckend stilsicherem, spannungsgeladenem Spiel auf historischen Instrumenten anhielt. Und obendrein war für die Titelpartie eine überragende Sängerin engagiert: Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter gab an diesem Abend ihr Rollendebüt.
(…)
Deshalb muss sie sich auch gegenüber den übrigen Frankfurter Sängern nicht in den Vordergrund spielen. Neben ihr gewinnen vielmehr die Kreusa von Christiane Karg und der tragikomische Kreon von Simon Bailey beträchtliche dramatische Statur. Im Ganzen (...) prägt und adelt ein bemerkenswerter Ensemblegeist die Aufführung. (…)

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Anne Sofie von Otter (…) ist die „prima inter pares“ in einem gleichwertigen Ensemble, mit dem schneidig-kalten Simon Bailey als Créon, dem männlich-herb agierenden Sebastian Geyer (Oronte), der selbstbewusst coolen Christiane Karg (Créuse) und einem eher verträumt-lyrischen Jason (Julian Prégardien). Auch die kleineren Rollen (Eun-Hye Shin, Sharon Carty, Vuyani Mlinde, Simon Bode) sind kompetent und charakterstark besetzt. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Frankfurts Ensemblemitglied Christiane Karg gestaltete die verwöhnte Créuse auf Augenhöhe mit dem Star-Gast. (...)

Wolf-Dieter Peter, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Einen beträchtlichen Anteil an der grandiosen Wirkung der Oper hatten das unter Leitung von Andrea Marcon sehr lebendig spielende Orchester und das klangvolle Mainzer Hochschulensemble „Barock vokal“.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Unter der Hand des italienischen Dirigenten Andrea Marcon präsentiert sich das Frankfurter Opernorchester unter Hinzuziehung einiger fachspezifischer Gäste in subtiler musikalischer Beredsamkeit als veritables Barockensemble. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Liederabend Jennifer Larmore vom 14. Juni 2011

Welches Thema ließe sich besser besingen als die Liebe? Sie war der rote Faden am Liederabend von Jennifer Larmore in der Oper Frankfurt. Das Programm enthielt eine ungewohnte Vielfalt, vom Kunstlied über die Opernarie bis zum Musical-Hit. Doch konnten die in klare Blöcke gegliederten Kompositionen trefflich die Vielseitigkeit der Mezzosopranistin zeigen, die sie auch auf der Bühne beweist. (...)

Eva Schumann, Offenbach-Post

(...) Wem das allzu beliebig vorkam, der mag sich auch daran gestört haben, dass die Sängerin keine ist, die sich am (...) Klavier festhält. Bewegung auf der Bühne aber gehört zu einem solchen Programm. Eine nicht unsympathische Art der Show, routiniert Gefühle zu zeigen, mit dem Publikum zu kokettieren, Humor und Nachdenklichkeit mit Gesten und Blicken zu unterstützen. (...) Je freier, „unterhaltsamer“, ja frecher die Musik, desto intensiver gewann die Interpretin an sängerischer Persönlichkeit. Das Gesamtkunstwerk Liederabend vertrüge mehr davon!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Jennifer Larmores Mezzosopran hat Volumen, ist dramatisch aktiv und funktioniert perfekt, wenn gestische Interaktion ihn unterstützt: rollende Augen, kesse Gestik, melodramatische Überzeichnung gar bis hin zur Travestie.
Die interaktive Stütze macht ihren Vortrag zu filmreifen Sketchen von lakonisch-sentimentaler Amorosität. Bei kontemplativen Intonationen von Claude Debussy und Maurice Ravel fällt das aber ganz von ihr ab. Verhaltene Verve, von der markanten Klavierbegleitung Antoine Pallocs sehr gut gerahmt. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Barabbas-Dialoge, Deutsche Erstaufführung vom 29. Juni 2011

(...) Aulis Sallinens Barabbas-Dialoge sind ein Solitär in der Gattungsgeschichte, ein Oratorium sagen die einen, eine Kantate die anderen. Es ist darum eine berechtigte Frage, ob diese Musik überhaupt eine Szene zulässt. Im Frankfurter Fall vermittelt die Inszenierung tatsächlich ein Verständnis der Geschichte, die die Partitur nicht so ohne Weiteres offenbart. (...)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Sun Hyung Cho als Das Mädchen und Sharon Carty als Die Frau pointieren die Haltungen der sinnlich-jugendlichen Emphase einer- und der leidgeprüften Reife andererseits sängerisch eindrucksvoll. Boris Grappe als Barabbas und Florian Plock als Judas sind gleichermaßen in transzendente Schuld verstrickt, die den einen zu ausweglosen Fragen, den anderen zu sinnfreien Aktionen treibt; Grappe gibt dem introvertierten Barabbas eine kraftvolle Schärfe, während Plock als Judas mit dramatischer Emphase auf sich und das Jenseits eindrischt. Simon Bode ist als Der Jüngling ein präzise und intensiv fühlender lyrischer Tenor. Luca Paredes-Montes, seit dem vergangenen Jahr Mitglied des Kinderchores der Frankfurter Oper, bleibt in seiner Sprechrolle kühl und souverän und legt seine Bühnenerfahrung in die Waagschale. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) „Verborgen dort im Schatten des Ölbaumes, da hab ich es gesehen, wie er gekreuzigt wurde... An dem Kreuz hätte ich hängen können. Ich gekreuzigt“, singt Boris Grappe, ein stimmlich und schauspielerisch hervorragender Barabbas-Darsteller, als er seinem Kellergefängnis entstiegen ist. (...)
(...) Der Verräter hat mit Florian Plock einen kraftvollen Darsteller, der mit freiem Oberkörper parliert und sich damit in Kontrast zu dem unter der Leitung Sebastian Zierers sehr subtil musizierenden Instrumentalensemble (mit Akkordeon) bringt. Nicht nur dieser Effekt ist Verdienst der Regisseurin Ute M. Engelhardt, die der komplexen Materie gerecht wurde.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) gerade das Schillernde der Person ist es, was den Komponisten und wohl auch das kluge Inszenierungsteam interessiert und zu Fragen animiert hat, die weit über die kargen theologischen Informationen hinausgehen (...).

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nabucco, Wiederaufnahme vom 30. August 2009

(...) Das Opern- und Museumsorchester beweist technische Solidität. Unter der Leitung von Mark Shanahan gelingt eine beeindruckende Auffächerung musikalischer Gehalte. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Tanja Ariane Baumgartner als die gute Fenena überzeugte mit frischer und runder Stimmführung. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Gut, dass der Frankfurter Chor mit dem Australier Michael Clark einen so zuverlässigen und inspirierenden [stellvertretenden] Chordirektor bekommen hat. Noch ehe es im dritten Akt zum legendären „Va pensiero“ kam (das übrigens in bemerkenswerter Zurückhaltung zelebriert wurde), brillierte das Ensemble bereits in den ersten beiden Akten mit mitreißender Strahlkraft und kernigem Ausdruck. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Simplicius Simplicissimus, Premiere vom 6. September 2009

Wie gut, dass es in Frankfurt ein Opernhaus gibt, das dem Alltags-Repertoire aus Mozart, Verdi & Co. einen fantasievollen, an Entdeckungen und notwendigen Erinnerungen reichen Spielplan entgegensetzt! Mit Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus kam nun wieder eine Rarität auf die Bühne, und die Qualität der Stuttgarter Produktion rechtfertigt gewiss die Zweitverwertung am Main. Der Auftakt der Spielzeit mit Hartmanns 1934/35 in der „inneren Emigration“ komponierten Antikriegs-Oper bestätigte jedenfalls auf eindrucksvolle Weise, dass die Verlängerung des Vertrages von Intendant Bernd Loebe bis 2018 eine erfreuliche Entscheidung ist. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Nel und sein Ensemble haben diese Vision konsequent und bildermächtig auf die Bühne gestellt und die so famos inszenierte Kammeroper wird in Frankfurt mit lange anhaltendem Beifall bedacht. (...)

Gerd Döring, Badische Zeitung

(...) Es war ein großer Abend für Claudia Mahnke, die die Titelpartie sängerisch mit Bravour meisterte und die Figur des Simplicius in all ihren Facetten lebensnah und ausdrucksstark in Szene setzte. (...)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Márcia Haydée ist hinreißend als verzweifelter Mitleids-Engel. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) mit subtil alle eigentlichen und uneigentlichen Töne der Partitur erfassenden Musikern des Opern- und Museumsorchesters unter dem wachen Kapellmeister Erik Nielsen, dem von Matthias Köhler bestens instruierten Chor und dem uneingeschränkt zu lobenden Bühnenensemble neben Claudia Mahnke: mit Frank van Aken als klangschön-schlicht deklamierendem Einsiedel, Hans-Jürgen Lazar als Gouverneur, Dietrich Volle als Landsknecht, Florian Plock und Magnus Baldvinsson als Hauptmann und Bauer sowie Márcia Haydée mit ihrer souveränen Haltung als durch keine noch so bizarre Annäherung zu erschütternde Dame.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...)  eine geschlossene Ensembleleistung. Erik Nielsen animiert die 15 Musiker des Museumsorchesters zu höchster Transparenz und Präzision an, (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Nel, Nielsen, Mahnke und die anderen Künstler der Oper Frankfurt vermitteln eine eindrucksvolle und in deutschen Spielplänen viel zu seltene Begegnung mit dem Werk eines der hellsichtigsten Komponisten seiner Zeit.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Arabella, Wiederaufnahme vom 11. September 2009

(...) Loys Arabella bleibt somit auch in der aktuellen Besetzung so faszinierend wie am Anfang.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Neben all dem Angenehmen, was sich auf der Bühne abspielte, beeindruckte auch, was aus dem Orchestergraben zu hören war. Das von Roland Böer engagiert geleitete Museumsorchester fesselte nicht nur bei den kraftvollen, mitreißenden Walzern.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend David Daniels vom 29. September 2009

Hielt man die Augen geschlossen, so hätte es eine sehr gereifte Altistin mit immer noch gut gefasstem, unaufdringlichem Vibrato, Rauigkeiten in der Höhe und nicht allzu viel Reserve in der Dunkelzone sein können.
Schaute man hin, dann war es die geschmeidigste Männerstimme, die dem Kopf zu entspringen vermag. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Dass der Koloraturgesang eine Domäne des Countertenorfachs ist, bewies, nach Händels „Furibondo spira il vento“, spontaner Jubel.

Andreas  Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Entscheidend verstärkt wurde die Wirkung durch das unerhört brillante, gleichwohl diskrete Klavierspiel von Martin Katz.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

L’oracolo / Le Villi, Premiere vom 4. Oktober 2009

Ein Abend für Entdecker: Mit Giacomo Puccinis Le Villi und Franco Leonis Loracolo bietet die Oper Frankfurt derzeit zwei absolute Raritäten des Repertoires. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Leupolds Inszenierungen verlieren sich nicht in kleinteiligem Psychologismus (...), sondern stellen die Dramatis personae in beiden Opern plastisch und eindringlich auf der Szene aus. (...)
Die Sänger in beiden Aufführungen tragen das Regiekonzept mit spürbarem Einsatz, darstellerisch und intensiv im Gesanglichen. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Stimmlich präsentierte sich das Premierenensemble makellos, mit vielen wundervollen Momenten (...).

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Der Chor brillierte mit Klangkraft und Präzision.
Die italienischen Stars des Abends waren die Sopranistin Annalisa Raspagliosi und der Tenor Carlo Ventre, die in beiden Opern die Liebespaare verkörperten.
Sie sorgten nicht nur für sängerische Glanzlichter, sondern auch für emotionale Höhepunkte, etwa in ihren eindrucksvollen Liebesduetten. (...)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Die musikalischen Bemühungen der Frankfurter Oper um diese zwei Ausgrabungen sind vorbildlich. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

La clemenza di Tito, Wiederaufnahme vom 10. Oktober 2009

(...) Elza van den Heever [Vitellia] (...) beeindruckte mit deutlich herausgespieltem Selbstbewusstsein. Sie bewies eine enorme stimmliche Bandbreite von sinnlicher Mittellage bis zu brillanten Spitzentönen. Daniel Behle übernahm die Titus-Partie und gefiel mit heller Färbung, ganz ohne Druck, sehr flüssig und direkt in der Ansprache. Brenda Rae (Servilia) nahm den samtigen Schimmer ihres Timbres auch in die Höhe mit, Lisa Wedekind bestach als Annius durch Schärfe und Klarheit. Auch Jenny Carlstedt (Sextus) und Florian Plock (Publius) fügten sich in ein pointiert aufeinander eingestelltes Ensemble ein. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Ensemblemitglied Jenny Carlstedt wächst in der umfangreichsten Partie und dramaturgisch zentralen Hosenrolle des Spätwerks über sich hinaus (...).
Optimal fügt sich Ensemblemitglied Daniel Behle als Titus in die vollständig neu besetzte Produktion, in der sämtliche Solisten debütieren. (...) Die Leichtigkeit kommt auch aus dem Orchestergraben. Unter Leitung von Kapellmeister Yuval Zorn produziert das Frankfurter Opern- und Museumsorchester einen geschmeidig-eleganten, auch knackigen, historisch informierten Mozart-Klang.

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Frau ohne Schatten, Wiederaufnahme vom 18. Oktober 2009

An der Oper des Münchner Strauss klebt Frankfurter Herzblut. War doch Frau ohne Schatten 2002 ein erster großer Erfolg des neuen Intendanten Bernd Loebe. Sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern, die dann später das Haus am Willy-Brandt-Platz zur „Oper des Jahres“ kürten.
(...) Zwischen Feen- und Mysterienoper entwickelt Weigle aus Bläser-Dunkel klangliche Leuchtkraft, der man sich nicht entziehen kann. Kein Wunder, dass nach zwei Happyends und einem schier unendlichen Abgesang der Frankfurter GMD wie ein Popstar gefeiert wird. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Bei Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der 2003 noch als Gastdirigent die Premiere leitete, war die langjährige Beschäftigung mit dem Werk spürbar: Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester ließ die Farben der raffinierten Instrumentation schillern oder sich ins dumpf-dunkel Bedrohliche verkehren – filigran, tumultuös, hässlich schnarrend, sanft schwebend.

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Dass es am Ende dieser Vier-Stunden-Aufführung zu tosenden Beifallskundgebungen im Zuschauerraum kam, lag aber vor allem auch an der Ausdrucksstärke des Orchesters.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Michael Nagy vom 20. Oktober 2009

(...) Wer Gelegenheit hat, die verdienstvolle Reihe der Liederabende in der Frankfurter Oper zu erleben, konnte dies schon wiederholt erfahren, selten jedoch konzeptionell so geschlossen, wie dies nun dem Duo Michael Nagy und Gerold Huber gelang. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Nagy, der bei renommierten Liedwettbewerben erfolgreich war, hat sich trotz intensiver Opernpräsenz einen ausgesprochen feinen Sinn für das musikalische Kleinod und dessen Dramatik auf engstem Raum bewahrt. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Kein Zweifel, mit Michael Nagy verfügt die Oper Frankfurt über einen Bariton, der großes künstlerisches Potenzial besitzt und von dem man noch viele vokale Sternstunden erhoffen kann. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

Anna Bolena, konzertante Aufführung vom 23. Oktober 2009

(...) Elza van den Heever gibt eine Titelrolle, die auch im tiefsten Leid, selbst in zeitweiliger Umnachtung ihre königliche Würde wahrt. Schier unerschöpfliche Energien mobilisiert sie für einen ungewöhnlich umfangreichen Part, der ihr Gelegenheit bot, neben glanzvollen Spitzentönen auch den Farbreichtum ihrer Mittellage zu entfalten, neben scharf artikulierten dramatischen Akzenten auch lyrische Piano-Linien zu zeichnen, dies nicht erst im Schlussgesang. (...)
(...) Nicht zu überhören: die dramaturgisch bedeutsame Rolle des von Matthias Köhler präzis einstudierten Chors. Flexibel folgte das Orchester den klaren Zeichen Carellas. Fazit: Der Abend bildet einen Höhepunkt in der ruhmreichen Geschichte der Frankfurter Oper.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Elza van den Heever zur Seite stand Ensemblekollegin Claudia Mahnke als Rivalin Giovanna Seymour. Auch sie lief mit ihrem emphatisch glühenden Mezzo an diesem Abend zu stimmlicher und darstellerischer Hochform auf, machte das an ihrer Schuld Leidende ihrer Figur mit größter Intensität deutlich. Und die dritte im Bunde, Jenny Carlstedt, ebenfalls vom Frankfurter Ensemble, füllte die Hosenrolle des Pagen Smeton mit expressivem Charme. (...)
Am Ende gab es Riesenjubel für einen Abend, der mehr war als ein Stimmenfest und eine Leistungsschau der Frankfurter Oper: ein flammendes Plädoyer für den Belcanto.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Die starke, aber immer bestens gefasste Stimme Paul Gays (Enrico VIII.) wirkte ebenso eindrücklich in ihrer schönen Wucht. Mit dem neuen Mitglied des Opernstudios, dem chinesischen Bassbariton Wen Wei Zhang und dem ebenfalls tadellosen Michael McCown war die Männerriege eine einzige Wohlklang-Phalanx. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

La Bohème, Wiederaufnahme vom 24. Oktober 2009

(...) Erik Nielsen leitete bei der Wiederaufnahme ein hervorragend inspiriertes Museumsorchester, das aus seinem Graben heraus eindringliche Wirkung entfalten konnte. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Michaela Schuster vom 17. November 2009

(...) Michaela Schuster sang von „Braunen Burschen“ oder dem „schönen Städtchen Ketschkemet“ mit augenzwinkernder Freude an der Folkloristik und voll dunkel glühender Lebendigkeit ihres voluminösen, raumgreifenden Mezzosoprans. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Sie kann auftrumpfen, aber auch sich und ihre Stimme bis fast ins Unhörbare hinter das Kunstwerk zurücknehmen. Und alles wirkt so einfach und natürlich – ein wunderbarer Liederabend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Großartig der pianistische Begleiter Markus Schlemmer als Artikulator für alle Facetten des breiten Spektrums dieses Abends.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Die tote Stadt, Premiere vom 22. November 2009

Die Frankfurter Oper hat gute Karten, in dieser Spielzeit zum mutigsten Musiktheater der Republik gekürt zu werden. Während sich viele Bühnen unter dem Druck der wirtschaftlichen und kommunalen Verhältnisse auf das vermeintlich sichere Kernrepertoire zurückziehen, wagt man hier ein Programm, in dem Wagners Rheingold bereits den Gipfel der Popularität markiert. Der übrige Premierenreigen nimmt sich dagegen wie ein einziges großes Plädoyer für die zu Unrecht an den Rand gedrängten Meisterwerke der Musikgeschichte aus. (...)

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Dies ist wahrhaftig ursprüngliches und raffiniertes Musiktheater. (...)

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Der Abend war die erneute Bekräftigung der Vitalität einer Oper, die aus der Zeit gefallen zu sein schien, und zugleich Leistungsbeweis eines höchst erfolgreichen Opernhauses.

Jens Malte Fischer, Süddeutsche Zeitung

Allzu selten erscheint Erich Wolfgang Korngolds 1920 uraufgeführte Oper Die tote Stadt auf den Spielplänen. Jetzt sorgten in Frankfurt Anselm Webers psychologisch einfühlsame Inszenierung, Sebastian Weigles fesselndes Dirigat, Katja Haß' eindringliches Bühnenbild, Bettina Walters fantasievolle Kostüme sowie Bibi Abels und Frank Kellers raffinierte Video- und Lichtregie für einen großen Wurf und ein faszinierendes Zusammenwirken von Klang, Bild, Szene, Bewegung, Farbe und Licht. (...)

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Am Ende gibt es ein Erwachen – auch für das Publikum, das nicht oft Zeuge einer so berührenden, präzisen und erschütternden Fallstudie gewesen sein mag. (...)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(...) Für die Umsetzung des handlungsarmen Psychodramas hat Weber den passenden Regie-Schlüssel gefunden: Starke, fantasievolle und sinnstiftende Bilder, die eine perfekte Einheit von Musik, Text und Bühne erzeugen und jene für den Symbolismus essenziellen assoziativen Räume kreieren.
(...)
Eine Ohrenweide war das Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, das die oft schillernd-pittoreske Musik des 20-jährigen Korngold ganz im Einklang mit dem symbolistischen Sujet der Oper suggestiv und einfühlsam gestaltete. Besonders positiv fiel die nuancierte Dynamikgestaltung auf, durch die den Sängerinnen und Sängern Raum für wirklich leise Piano-Töne gegeben wurde. Eine in allen Details gelungene Spitzenproduktion, deren Besuch unbedingt lohnt.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine

(...) Frankfurts GMD Sebastian Weigle hat auch für diese Musik ein unfehlbares Faible, für ihr im Oberflächlichen Hintersinniges, ihre im Jugend-Elan verborgene Todestrauer, ihre Überhitztheit und Ruhe. (...) Weigles seidige, schönheitstrunkene Diktion weiß sich immer vor dem Absturz ins Triviale, Gröbliche zu schützen. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Die üppige Partitur mit der aufwändigen Instrumentation wurde vom Orchester unter der Leitung von Sebastian Weigle hervorragend umgesetzt. (...)

Pierre Zimmer, Raison Présente (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Künstlerisch noch beeindruckender war, was Weigle mit der schon zum Wunschkonzertschlager verkommenen Melodik von „Mariettas Lied“ gelang: fast im Pianissimo von Orchester und Stimme wurden diese leitmotivisch das ganze Werk durchziehenden träumerischen Melodielinien zum intimen Einblick in eine doch auch zu tiefen Gefühlen fähigen Künstlerinnenseele.
(...)
(...) Jubelstürme für einen überwältigenden Musiktheaterabend. (In Gérard Mortiers La Monnaie hieß so ein Abend einst „Eben Brüsseler Spitze!“ – über Bernd Loebes Frankfurter Oper muss es wohl heißen „Mainhattan ist einfach Top!“) Auch der Kritiker konnte einfach nur sagen: Bravissimo!

Wolf-Dieter Peter, BR-Klassik / Leporello 

(...) Man darf da keine Angst haben vor großen Gefühlen, und Sebastian Weigle hat überhaupt keine Scheu, dem Affen Zucker zu geben. Er sorgt für gewaltige Klangausbrüche, schwelgt nachgerade in dieser süffigen, mitunter auch dekorativen und leicht kitschigen Musik. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Die musikalische Umsetzung ist die beste, die seit einigen Jahren von diesem Werk zu erleben ist und zum Glück auch für eine CD-Produktion konserviert wird. (...)
(...) Geradezu als unbesetzbar (...) gilt die sehr hoch liegende Partie des Paul: Tenor Klaus Florian Vogt singt sie mit edlem, jugendlichem Timbre, wie immer mit seiner Ausnahmestimme, die so herrlich unangestrengt klingt und eben keinen gepressten Heldentenor hergibt. (...)

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz

(...) Überragend die Sänger und Darsteller der beiden Hauptpartien: Tatiana Pavlovskaya (Marie, Marietta) mit nimmermüder Präsenz, lasziv, verführerisch und doch nicht blind für die Wirklichkeit, dazu Klaus Florian Vogt, der seine speziellen Tenor-Qualitäten mit der Rolle verbindet: der klare, helle, verständliche, höhen- und intonationssichere Paul ist kein belcantosüchtiger Held, sondern einer von dieser Welt, jung und stabil und doch verletzlich. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Marietta heißt die geheimnisvolle Doppelgängerin seiner Frau, die ihn einerseits ins neue Leben lockt, andererseits vom Bild der Vergangenheit nicht loskommen lässt. Tatiana Pavlovskaya deckt das Ausdrucksspektrum dieser Figur zwischen koketter, diesseitiger Tänzerin und jenseitiger Erscheinung der verstorbenen Marie eindrucksvoll ab. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Unerreicht blieb in der Aufführung (...) der junge Bariton Michael Nagy, der die Doppelrolle von Pauls Freund Frank und des Komödianten Fritz, der Pierrot spielte und vor allem auf phänomenale Art sang. (...) Da reift ein herausragender Bariton heran, dessen weitere Entwicklung mit Spannung und Freude verfolgt werden darf. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Bei diesem Totentanz um eine verlorene Liebe bedarf es keines Propheten, um einen Repertoire-Renner zu prognostizieren. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Grandioser Abend.

Wertung: TOLL

Josef Becker, Bild Frankfurt

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 27. November 2009

(...) Mit überschäumendem Temperament und unbändiger Spielfreude eroberte sich Florian Plock als Papageno die Herzen der Zuschauer. Auf sicherer Erfolgsbahn segelten auch die anderen: Effektvolles Auftreten und blitzsaubere Spitzentöne bewies Ana Durlovski bei ihrem Debüt als Königin der Nacht, samtweiche Legato-Piano-Linien zog Christiane Karg als Pamina in ihrer zu Recht gefürchteten Arie „Ach, ich fühl's“. Mit kraftvoller Kontur behauptete sich Daniel Behle als Tamino im Wirbel des Geschehens, mit unerschütterlicher Gelassenheit und prachtvoll durchgebildetem Organ gab Thorsten Grümbel erstmals den Sarastro. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Dirigent Hartmut Keil schlug flüssige, schlüssig aufeinander abgestimmte Tempi an. Die reduzierte Besetzung des Opernorchesters sorgte für ein schwereloses, erfreulich transparentes, sauber konturiertes Klangbild.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

La Traviata, Wiederaufnahme vom 12. Dezember 2009

(...) Die legendäre Traviata-Inszenierung des verstorbenen Axel Corti aus dem Jahre 1991 nähert sich ihrer 100. Aufführung und hat in all den Jahren nichts von ihrer Zugkraft auf das opernliebende Publikum verloren. So waren auch bei der 11. Wiederaufnahme und der 94. Aufführung wieder alle Ränge gut besetzt, wenn der gut situierte Alfredo um die Hand der leichtlebigen Violetta anhält. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

The Tempest (Der Sturm), Deutsche Erstaufführung vom 10. Januar 2010

Wer am Wochenende im Fernsehen auf 3sat dem unsäglichen Finale der Suche nach der beliebtesten Oper aller Zeiten beigewohnt hat, wird zustimmen: Mit diesem Genre muss etwas passieren. Und zwar schnell. Alte Repertoireschinken, in theaterfernen Videoclips auf chic gebürstet: So bekommt man die alten Selbstläufer auch nicht flotter, über neuere Werke abseits des Stadttheater-Kerngeschäftes wurde ohnehin nicht verhandelt.
(...)
Da konnte zeitgleich die Oper Frankfurt ganz frech den Finger heben: Hier gehört die Suche nach der Gegenwart und der möglichen Zukunft des Musiktheaters unter Bernd Loebe fest zum Spielplan – diesmal mit The Tempest von Thomas Adès. (...)

Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung Koblenz

(...) Thomas Adès, Jahrgang 1971, zieht in dem Libretto, das Meredith Oakes aus Shakespeares stürmischem Panoptikum zugeschnitten hat, alle Register komplexen Komponierens. (...) Seine subtilen Klangwelten vereinen Instrumentalfarben und raffinierte Intervallschichtungen, differenziert mit ständigen Takt- und Betonungswechseln sowie ausgefeilter Dynamik. Eine Meisterleistung von Johannes Debus und dem Frankfurter Opernorchester, dies alles präzise, durchsichtig, mit Drive und Klangsinn hören zu lassen! (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Johannes Debus leitet das Frankfurter Opern- und Museumsorchester souverän, sorgt für eine intensive Wiedergabe der stimmungsreichen Partitur und eine vorbildliche Balance zwischen Sängerunterstützung und orchestraler Entfaltung.

Oliver Schneider, Wiener Zeitung

(...) The Tempest von Thomas Adès, eine brillante Erstaufführung an der Oper Frankfurt

(...) Die Hörlust erlebte sich immer wieder angenehm angestachelt von der allen Differenzierungen und Schattierungen nachgehenden Orchesterleistung unter der inspirierten Leitung von Johannes Debus.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Das wirkt bezwingend in seiner imaginativen Kraft, zumal die Frankfurter Sänger auch ausgezeichnete Darsteller sind. (...)

Frank Armbruster, Stuttgarter Zeitung

(...) Ein Großteil dieser Glanzleistung ist dem herausragenden jungen Dirigenten Johannes Debus sowie dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester zu verdanken, welche diese komplexe Partitur brillant interpretiert haben. (…) Peter Marsh, als widerlicher, aber kraftvoll singender Caliban (…) machte weit mehr aus dem dramatischen Potential der Rolle als seine Vorgänger. (...)

Hugh Canning, The Sunday Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Einen Hang zum Extremen zeigt Adès auch im Vokalbereich. In höchsten Höhen ist der Part des Luftgeistes Ariel angesiedelt, womit er eine olympische Facette erhält. Die amerikanische Koloratursopranistin Cyndia Sieden meisterte diesen mit hoher Flexibilität und viel Einfühlungsvermögen für die Töne im dreigestrichenen Oktavbereich.  Ein würdiger Beherrscher der Insel war der Prospero-Darsteller Adrian Eröd. Mit seinem sehr homogenen, klangschönen Bariton gelang ihm eine runde, vollendete Sangesleistung, die besonders durch die perfekte Integration von Musik und Darstellung bestach. Zu Recht umjubelt wurde der Tenor Peter Marsh, der dem Caliban eine eindrucksvolle stimmliche und szenische Präsenz verlieh.
Als Miranda begeisterte Claudia Mahnke, während Carsten Süß als ihr Partner Ferdinand überzeugend agierte. (...)

Anita Kolbus, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Die sängerischen Leistungen sind sehr überzeugend, was seit der Intendanz Loebe nicht überrascht, und man ist nicht unglücklich darüber. Wer eine schöne, märchenhafte Oper genießen will, muss in den Sturm hinein. Wenn er auf die Ingredienzien „herzzerreißende Leidenschaft“ und „Tod“ verzichten kann, bekommt er alles geboten, was das englische Musiktheater im Gepäck hat. (...)

Bernd Leukert, Die Dschungel.Anderswelt

(...) Gesungen und gespielt ist alles auf höchstem Niveau. Johannes Debus führt das Frankfurter Museumsorchester stilsicher durch die Partitur. (...)
Dass die Gäste und Ensemblemitglieder mit großer Spielfreude bei der stürmischen Angelegenheit sind, liegt auch der an der klugen, witzigen und einfühlsamen Regie von Keith Warner. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Wenn dieser Sturm zu elegisch werden könnte, greift Regisseur Keith Warner mal behutsam, mal beherzt ein.
Denn Warners Inszenierung von The Tempest ist im besten Sinne werkdienlich, theatralisch belebend und doch so zurückhaltend, wie es einer Erstaufführung nicht schlecht ansteht (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Mag auch manches Detail in dieser sehr bildreichen Inszenierung ein wenig eindimensional ausgespielt erscheinen (...) liegt ihre entscheidende Qualität doch darin, die Sinne zu öffnen für den Witz und den spezifischen Nerv der Komposition.
(...) Die deutschsprachige Kritik fiel beinahe einhellig über das Stück her, in dem man wenig mehr als einen sich dem Publikumsgeschmack mit aller Macht andienenden kunstgewerblichen Konventionalismus entdecken zu müssen glaubte.
(...) Doch all das bedeutet nicht, dass man es sich mit Adès leicht machen kann. Sein Sturm lohnt den Opernbesuch.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Am Ende riss die poppig aufgemachte und gen „Fantasy“ gesteuerte deutsche Erstaufführung das Publikum zu Beifallsstürmen hin, schon ein Höhepunkt im jungen Jahr 2010. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Das Publikum feierte die gesamte Aufführung mit frenetischem Applaus.

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(...) Jubel in Frankfurt.

Joachim Lange, www.kultiversum.de

Mefistofele, Wiederaufnahme vom 16. Januar 2010

(...) eine packende Aufführung, die aber in erster Linie dem ausgezeichneten Ensemble, dem Chor und der musikalischen Darbietung zuzuschreiben ist. (...)

Udo Pacolt, www.der-neue-merker.eu

(...) Vorbehaltlos überzeugend präsentierte sich der von Michael Clark präparierte Chor, wobei der auch in heiklen chromatischen Durchgängen erstaunlich intonationssaubere und wunderbar deklamationssichere Kinderchor besonders erwähnt werden darf. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Krassimira Stoyanova vom 19. Januar 2010

(...) Krassimira Stoyanova (...): ein Sopran, der gewissermaßen um einen metallischen Kern kreist, den er nie in scharfer oder bleckender Direktheit trifft, der aber durchgängig in der vokalen Haptik zu spüren ist. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Stoyanova verleugnet nie die Herkunft von der Opernbühne, doch ihre klangschöne, in allen Lagen ausgeglichene Stimme überschreitet höchst selten auch hiesige Vorstellungen des Liedtons, überwältigend ist der Reichtum an subtilen Nuancen. (...)  

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) die Werke von Peter Tschaikowski und Sergej Rachmaninow gaben auch dem Pianisten Jendrik Springer bestens genutzte und bei Rachmaninow bis ins Rauschhafte gesteigerte Gelegenheit zu virtuoser Entfaltung. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Owen Wingrave, Premiere vom 24. Januar 2010

(...) Das war einer der beeindruckendsten Abende, die ich seit Jahren in der Oper erleben durfte. (...)

Rein A. Zondergeld, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) In den letzten Jahren haben sich einige Regisseure ohne platten Rückfall ins Opernmuseum wieder näher an die Musik und das geistige Umfeld des jeweiligen Stücks gehalten. Die Geschichte vom Ausschluss des abtrünnig gewordenen Owen Wingrave aus seiner Familie mit ihrer glorreichen, dreihundert Jahre alten Militärtradition und von Owens rätselhaftem Tod bei einer erzwungenen Übernachtung im Spukzimmer strapaziert Regisseur Walter Sutcliffe ganz in diesem Sinne nicht mit galoppierenden Verfremdungen. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) [Opernintendant Bernd] Loebe setzte auf einen jungen britischen Regisseur – Walter Sutcliffe (...). Selten sieht man eine solch durchdachte handwerkliche Leistung eines jungen Regisseurs, der gerade versucht, sich in der internationalen Opernszene zu etablieren.
(...) ein „Bravo“ für diese Leistung, gleichfalls für den exzellenten Dirigenten Yuval Zorn, der das bestmögliche aus Brittens uneinheitlicher Partitur herausholte und eine klare Spielweise von Colin Matthews Bearbeitung der Originalorchestrierung für Kammerorchester vorlegte.

Hugh Canning, Sunday Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Besetzt ist die Kammeroper vortrefflich aus dem Ensemble. Den Text gibt es als Übertitel, aber das erweist sich bald als überflüssig. (...)
(...) Frankfurts Oper stellt ein weiteres Mal ihre Kompetenz in Sachen Britten unter Beweis.

Gerd Döring, Wiesbadener Kurier

(...) Mit dem prächtig kultiviert singenden Michael Nagy hat die Frankfurter Oper einen idealen Owen, der auch darstellerisch dem Titelhelden eine Mischung aus Konsequenz und Verunsicherung verleiht. Überzeugend der Rest des Ensembles (...).

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Michael Nagy, der Darsteller des Owen, bot an diesem Abend eine wahre Glanzleistung. Mit sonorem, flexiblem Bariton lotete er die psychischen Befindlichkeiten des jungen Mannes auf der Suche nach sich selbst und im Kampf gegen den Rest der Welt auf kongeniale Weise aus. Dietrich Volle (Coyle) begeisterte als energischer, immer um die Karriere seiner Zöglinge bemühter Direktor der Militärschule, während Barbara Zechmeister (Mrs. Coyle) gekonnt die einfühlsame Seite verkörperte. (...)
(...) Begeisterungsstürme entfachte am Ende auch das farbige und gestenreiche Spiel des Orchesters unter Leitung von Yuval Zorn, (...)

Anita Kolbus, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Da fast alle Partien aus dem eigenen Ensemble besetzt waren und Kapellmeister Yuval Zorn das Hausorchester leitete, war der musikalische Beitrag überaus kompakt und homogen.
Michael Nagy ist in jeglicher Hinsicht ein überzeugender Owen Wingrave. Er zeigt wundervoll warme Farben in seinem melodiösen, flexiblen Bariton, wenn er schließlich in „And at last I shall have peace...“ seine Familie aufgibt. (…)
Überraschend brachten sechzehn Musiker des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters diese vielschichtige, farbenreiche Partitur zum Leben. (…)

Jürgen Gahre, Opera Now (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Warum Owen seiner Kate zuliebe in den Tod geht, versteht man vor dem betörenden Spiel und Gesang Jenny Carlstedts sehr gut; man gönnt sie ebenso Owens Mitschüler und Liebesrivalen Lechmere (Julian Prégardien, ein junger Tenor von wunderbarer Helligkeit). Teilt er die Entscheidung des Kameraden und ist nur zu feige, ihm zu folgen?
Jubel im Publikum.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...)  Richard Cox mit fast magischem Tenortimbre (...).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Frankfurt bleibt Zentrum der Britten-Pflege!

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Lucia di Lammermoor, Wiederaufnahme vom 24. Januar 2010

(...) Nach einigen Unebenheiten zu Beginn gelang Donizettis düsteres Hochlanddrama um Liebe und Verrat, Rache und Wahnsinn, Intrige und Mord emotional packend. Dafür legte das von Dirigent Erik Nielsen straff geführte Opern- und Museumsorchester die Grundlage. Sein warm timbrierter, mitunter süffiger Holzbläserklang nahm für sich ein. Als ein sicherer Baustein fügte sich der Opernchor, einstudiert von Matthias Köhler, ein.
Simona Šaturová in der Titelpartie verfügte über die nötige stimmliche Wandlungsfähigkeit und Durchsetzungskraft sowie über eine prägnante darstellerische Statur. (...)
(...) Der vorzügliche Peter Marsh (Arturo), Michael McCown (Normanno) und die sehr zurückgenommene Nina Tarandek (Alisa) komplettierten das gut besetzte Figurentableau. Bravos.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(...) Aris Argiris ließ als brutaler Medienboss keinen Zweifel an seinem Durchsetzungsvermögen: Mit metallischer Strahlkraft gab er dem Enrico energisches Profil, das alle Fortissimi gebührend auskostete. In Dimitri Pittas als Edgardo hatte er einen stimmlich ebenbürtigen Gegenspieler, der im Duett mit Lucia darüber hinaus für eindringliche lyrische Aufschwünge sorgte. (...)
Simon Bailey entfaltete für den fatal erpressbaren Raimondo eine große Skala an Stimm- und Ausdrucksnuancen (...). Insgesamt erzielte Erik Nielsen am Pult im Verlauf des Abends eine Zunahme an Spannung wie atmosphärischer Dichte – eine wichtige Voraussetzung für die Pflege der italienischen Operntradition in Frankfurt.  

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Orlando furioso (Der rasende Roland), Frankfurter Erstaufführung vom 14. Februar 2010

Regisseur David Bösch macht aus dem fast 300 Jahre alten „Dramma per musica“ einen witzig-frechen Theaterspaß mit durchaus ernsten Momenten. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) Bei seinem Frankfurter Debüt hat Regisseur David Bösch das Heitere und das Melancholische des Liebesreigens ideal austariert. (…)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Orlando furioso von Vivaldi, erstmals in Frankfurt. Musikalisch ein ungetrübter Genuss, witzig leicht anzusehen. Kurzweil, Jubel. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Orlando furioso ist (...) ein Werk, das von den Sänger-Kehlen eine geradezu instrumentale Virtuosität fordert. Die Frankfurter Besetzung ist solchen Schwierigkeiten in eindrucksvoller Weise gewachsen (…).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) In der Tat, eine so erlesene Mezzo-, Alt- und Counter-Besetzung mit einem Bass, wie sie die Oper Frankfurt hier auf die Bühne zu bringen vermocht hat, findet man nicht oft beisammen: ein Ensemble ohne Schwächen und mit einigen Stimmen, die selbst in diesem Kontext noch als herausragend empfunden werden. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Es muss schon seinerzeit ein Sängerfest gewesen sein mit drei Frauenstimmen, einem buffonesken Bass und drei um die Wette brillierenden Kastraten. Auch in Frankfurt war es ein großer Arienrausch, den Dirigent Andrea Marcon mit einem charmant reduzierten Ensemble und einer virtuos schmeichelnden Extra-Blockflöte perfekt durchgestaltete. (…)

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

(…) Die musikalische Umsetzung dieser Irrungen und Wirrungen in Frankfurt ist – was die Pracht aus dem Orchestergraben wie auch die fulminanten Leistungen der sieben Gesangssolisten betrifft – schlichtweg sensationell. Andrea Marcon, ausgewiesener Vivaldi-Spezialist und Gründer des Venice Baroque Orchestra, hat den Orlando musikalisch neu eingerichtet und ist dadurch mit jeder Nuance dieser farbenreichen Barockpartitur bestens vertraut. (…)

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Dass Marcon der ideale Interpret für Vivaldi ist, überrascht bei dessen Erfolgsgeschichte in diesem Repertoire nicht. Schillernder und farbiger ist diese Musik kaum denkbar (…).

Karl Georg Berg, Die Rheinpfalz

Così fan tutte, Wiederaufnahme vom 19. Februar 2010

(…) Gutes Zusammenwirken von Bühne und Orchestergraben bewies Yuval Zorn, der von der Ouvertüre an auf ein helles, klar konturiertes Klangbild drängte. (…) So bleibt diese Oper ein Aktivposten des Frankfurter Repertoires.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Pavol Breslik vom 2. März 2010

(…) Die weiten Legatobögen in den ausgewählten Strauss-Stücken klangen tragend, im populären „Ständchen“ nicht weniger als in der oft zu hörenden „Zueignung“. Ganz und gar gelöst wirkte Breslik in den tschechisch gesungenen Zigeunerliedern Dvořáks, in denen er sich völlig zu Hause zu fühlen schien.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

 (...) Stets auf hohem Level begleitet wurde der Sänger von Malcolm Martineau, der ausgesprochen differenziert und mit dynamischen Abstufungen spielte. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

La Rondine (Die Schwalbe), konzertante Aufführung vom 6. März 2010

(…) Mit Elaine Alvarez und Joseph Calleja war ein ideales Paar auf dem Podium: zwei ebenbürtig starke, ungemein homogen und strahlend-offene Stimmen, die sich regelrecht aneinander entzündeten. Trotz Indisposition war Calleja in seiner direkten Stimmmanier nie gefährdet. Exzellent war das Timbre von Elaine Alvarez, die mit mächtiger Fülle in der Höhe und weicher Mitte glänzte.
Tenoral strahlend war Marius Brenciu als Prunier; seine Geliebte Lisette wurde von Britta Stallmeister mit sorpranischer Leichtigkeit und makellosen Höhen gegeben. (…)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(…) Das Stimmfest setzt sich fort bis in die kleineren Partien mit Aris Argiris’ gehörntem, illusionslosem Rambaldo sowie Christiane Kargs schlankem Sopran in verschiedenen Rollen. Nicht zu vergessen der von Matthias Köhler präzise einstudierte Chor. Einhelliger, langer Beifall für eine lohnende Entdeckung!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

 (...) Soustrot hat sich die Partitur genau angesehen und konnte den Zuhörern auch dank eines exzellent agierenden Frankfurter Opern- und Museumsorchesters klanglich das Geniale der Partitur enthüllen. Es fehlte weder am Klangsensualismus noch an „klingender“ Psychologie, geboten wurde eine hervorragende instrumentale Feinzeichnung der Klangfarben, verbunden mit einem exzellenten Sinn für rhythmische Zusammenhänge, die hinter dem Walzerseligen der Musik verborgen ist. (...)

Michael Pitz-Grewenig, www.klassik.com

Parsifal, Wiederaufnahme vom 7. März 2010

(...) Außerordentliche Konzentration bewies das Museumsorchester unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Sebastian Weigle. (...) Dank souveräner dynamischer Disposition und Abstimmung mit der Bühne ließ die klangliche Seite von Wagners wuchtigem Werk (...) keine nennenswerten Wünsche offen.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Sophie Karthäuser vom 23. März 2010

(…) Der variable Einsatz von Artikulation, Farben und Vibrato lässt auch subtile Details aufleuchten. Ihr Gespür für Stilunterschiede ist so verfeinert, dass auch Kreuzungen von Stilrichtungen deutlich werden (…).
Das raritätenreiche Programm mit Liedern Mozarts, Schuberts, Hugo Wolfs, Gabriel Faurés und Claude Debussys war der vokalen Wendigkeit Karthäusers ideal angepasst. (…)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Unübertroffene Spitzenklasse war das Klavierspiel von Tiberghien. In allen pianistischen Lebenslagen von perlender Leichtigkeit bis zur energischen Virtuosität, von der Träumerei bis zur intensiven Suggestion präsentierte er vollendete Interpretationskunst mit hohem Einfühlungsvermögen. Ein fesselnder Liederabend mit stimmlichem und darstellerischem Facettenreichtum auf hohem musikalischem Niveau.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

Daphne, Premiere vom 28. März 2010

(...) Poetischer kann man Mythos und Realität kaum überblenden, miteinander aussöhnen. So gelingt Claus Guth in Frankfurt mit dem bis in die Nebenrollen hinein exzellent besetzten Sängerensemble ein wunderbar stimmiges Gesamtkunstwerk – unbedingt sehenswert.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag

(...) Mit Daphne, an sich eine der unpopulärsten Opern von Richard Strauss, gelang Guth in Frankfurt am Main (...) ein Volltreffer. (…) Unaufdringlich opulent, klug durchdacht sind Christian Schmidts kongeniale Räume (…).
(…)
Eine musikalisch und szenisch so harmonisch verwobene Leistung wie diese Frankfurter Daphne ist als Zufallstreffer nicht vorstellbar. Die darf sich Intendant Bernd Loebe schon auf die Habenseite seiner Direktion buchen. Das Publikum wusste das jubelnd zu schätzen.

Joachim Lange, Die Welt

(...) Diese Frankfurter Daphne bildet eine traumhafte Einheit aus außergewöhnlichem Musizieren und intelligentem Theater, was den Rang dieses Ensembles in einem der besten deutschen Opernhäuser bestätigt.

Shirley Apthorp, Financial Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) An der starken Wirkung dieses Opernabends hat die Musik ebenbürtigen Anteil – allen voran der Frankfurter Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und das Museumsorchester. (…) Weigles Ansatz, die Dynamik zurückzufahren, um das Farbenspiel der Partitur hörbar zu machen, beschert vielmehr die Begegnung mit einen genuinen Meisterwerk, dessen instrumentatorisches und handwerkliches Raffinement zu jener Zeit kaum noch Entsprechungen hat. (...)

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Abend, der eine schwierige Oper in ein wahres Meisterwerk verwandelt.

Laurent Barthel, Opéra Magazine (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(…) Auch die musikalische Seite der Produktion stimmt. Die ist selbst für den in Frankfurt am Main unter Bernd Loebe üblichen hohen Standard außergewöhnlich. Dieser so ausgewogen suggestive Strauss-Klang des Opern- und Museumsorchesters gehört zum Besten, was Sebastian Weigle bislang überhaupt produziert hat. (…)

Roberto Becker, Neues Deutschland

(…) Wundervolle Musik, fesselnder Gesang und eine Produktion mit einem Übermaß an Botschaften.

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Star des Abends war die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson, die ihre Rolle der Daphne mit hoher Perfektion und einem seltenen stimmlichen Nuancenreichtum erfüllte. (…)

Anita Kolbus, Giessener Allgemeine Zeitung

(...) Lance Ryan gibt Apollo, der sich an Daphne vergeht, mit himmelstürmender Intensität. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Zur starken Ensemble-Leistung zählen auch Daniel Behle als Daphnes kraftvoller Freund Leukippos, Tanja Ariane Baumgartners dunkel leuchtende Gaea (Daphnes Mutter als Erda-Variation im hochgeschlossenen Schwarz) und Matthew Best als Vater Peneios. (…)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Nicht zu vergessen die feinfühlig dem unterschwelligen Seelenclinch zusingenden und munter zuspielenden Christiane Karg, Nina Tarandek, Dietrich Volle, Julian Prégardien, Franz Mayer und Sungkon Kim. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Am Ende einhelliger Jubel, auch für das Regieteam, vor allem aber für Weigle und die fabelhafte Maria Bengtsson. Allein schon ihretwegen lohnt der Opernbesuch.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Überzeugender als die Frankfurter Neuinszenierung von Claus Guth kann ein Plädoyer für eine vernachlässigte Oper kaum ausfallen. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Es war ein Triumph für Richard Strauss, aber ebenso für einen großartigen Regisseur, einen exzellenten Dirigenten, ein überaus exzeptionelles Ensemble, angeführt von einer herrlichen Protagonistin. Es war eine wahre Freude. (...)

José M. Irurzun, www.musicweb-international.com (Übersetzung: Oper Frankfurt)

Simon Boccanegra, Wiederaufnahme vom 9. April 2010

(…) Bei der nunmehr zweiten Wiederaufnahme der Produktion hatte das Konzept nichts an Wirksamkeit eingebüßt, zumal der seit der Premiere mit der Titelrolle betraute Željko Lučić mit seiner schauspielerisch wie vokal überragenden Leistung weiterhin ein Erfolgsgarant ist. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Ein großer Rückhalt war auch diesmal wieder das Opernorchester unter der Leitung von Friedemann Layer, wobei die Präsenz der Blechbläser besonders herauszustellen wäre. Beeindruckt und zufrieden, mit der Inszenierung wie der musikalischen Leistung, verließ man das Opernhaus.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Das Rheingold, Premiere vom 2. Mai 2010

(...) Vera Nemirovas Frankfurter Ringauftakt glänzt psychologisch brilliant in karger Szenerie

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

(…) Wenn die Oper Frankfurt auf diesem interpretarorischen, orchestralen und sängerischen Niveau am Ring weiter arbeiten kann, dann steht ihrem Publikum etwas wirklich Bemerkenswertes bevor.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(…) Kurz vor dem Schluss, der ja nur der Anfang vom Ende ist, erreichen Musiker, Regie und Bühnenbildner gemeinsam einen einsamen Gipfel. Während die Göttlichen in Abendgarderobe an der Rampe auf den Einzug in Walhall anstoßen, thront über ihnen auf dem äußersten Ring die Vision des Untergangs. Ihre eigenen Abbilder als Greise nehmen das Ring-Finale vorweg; bis dahin sollte man aber keinen einzigen der vier Teile in Frankfurt versäumen.

Christian Knatz, Darmstädter Echo

(…) Frankfurts neuer Ring ist geboren.
Mit einem Rheingold, das ein absoluter Hochgenuss war, spannend, kurzweilig, einleuchtend, streckenweise genial, von höchster Qualität. (…)

Josef Becker, Bild Frankfurt

 Magische Momente im Wagner-Klangbad
(...) Fulminanter Ring-Auftakt: Sebastian Weigles und Vera Nemirovas Rheingold in Frankfurt

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Sebastian Weigle behält Ruhe und Übersicht, baut das Vorspiel mit viel Gespür für feine, fast natürlich sich ergebende Nuancen auf und gestaltet das anhebende Spiel um Macht, Geld und Liebe mit einem untrüglichen Instinkt für theatralische Steigerungen. (…)

Monika Beer, Fränkischer Tag

(...) Dabei verbindet das Frankfurter Orchester, auf eindrücklich hohem Niveau, Zurückhaltung der Diktion und maßvolle Emphase mit einer Intensität und einer Spannung, die über die gut zwei Stunden kein einziges Mal abreißt und die von Wagner ausdrücklich intendierte Kontinuität des musikalischen Flusses jederzeit spürbar werden lässt. (…)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Dazu kommt ein Dirigat von Sebastian Weigle, das geradezu traumhaft sicher ist und jederzeit eine Balance hält, wie man sie sich anderswo wünschen würde. Das Orchester dankte mit makellosem Spiel und enorm kraftvollen Einsätzen. (...)

Peter Jungblut, BR-Klassik / Allegro

(…) Das Rheingold ist ein durchkomponierter, multidimensionaler, spannender Musiktheater-Abend, an dem nicht nur große Ideen, sondern auch viele kleine Details faszinieren. (…)
Vera Nemirova lässt es mächtig menscheln, Sebastian Weigle schafft zum analytischen Zugriff der Regisseurin eine zwingende musikalische Entsprechung, und unter den Sängern sind Kurt Streit als agiler, schneidend hell timbrierter Loge und Jochen Schmeckenbecher als enorm präzise sprechender und singender Alberich die Besten. Fortsetzung folgt – Die Walküre hat am 31. Oktober Premiere. Man muss sich freuen.

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

Der neue Ring an der Oper Frankfurt beginnt vielversprechend mit dem Rheingold, welches mit effektiver und eleganter Ökonomie von Vera Nemirova inszeniert wurde (…).
(…)
(…) das ist eine bewundernswert klarsichtige, intime Sicht auf Wagners straff strukturiertes Meisterwerk. (…)

Hugo Shirley, www.musicalcriticism.com (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Fortsetzung folgt. Und die scheint vielversprechend zu werden, angesichts des außerordentlich ästhetischen, sängerdarstellerisch packenden Regiekonzepts, das Vera Nemirova in ihrem Rheingold vorgelegt hat.

Ursula Böhmer, SWR2 / Journal am Mittag

(...) Nemirovas Ring-Einstieg ist ein szenischer Wurf. Jens Kilians an die legendäre Neu-Bayreuther Scheibe Wieland Wagners erinnernde Spielfläche aus vier Ringen: ein so reduzierter wie theaterwirksamer Raum, mit der sich alle Orte und Verwandlungen mühelos auseinander entwickeln lassen. All das wird aber vor allem deshalb zu einem spannenden Musiktheater-Krimi, weil es auf eine geradezu mustergültige Weise mit der musikalischen Seite der Produktion verbunden ist. Einen so musikalischen, auf Wortverständlichkeit zielenden, dramatisch packenden, aber doch ohne vordergründige Effekthascherei auskommenden Orchesterklang, wie ihn jetzt (der ja inzwischen auch Bayreuth-erfahrene) Sebastian Weigle mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, vom aufsteigenden Vorspielwabern bis zum in falscher Pracht funkelnden Finale, liefert, hört man nicht alle Tage. Und so ein Ensemble, wie es Intendant Bernd Loebe hier offenbar mit langem Atem und abseits des international austauschbaren Ring-Personals zusammengeführt hat, ebenso wenig. In Frankfurt am Main geben allein neun der vierzehn Protagonisten ihr Rollendebüt. Und das ist allemal ein Gewinn. (...)

Roberto Becker, Neues Deutschland

(…) Überhaupt die Sänger: Es ist ein Markenzeichen der Oper Frankfurt, dass man dort auf die üblichen herbeigejetteten Stars verzichtet, stattdessen ein Ensemble von ausgesucht hohem Niveau aufbietet. Angefangen beim kraftvoll noblen Wotan von Terje Stensvold über die so markante wie leichte Fricka von Martina Dike, die orakelnde Erda der Meredith Arwady bis hin zum eloquenten Alberich von Jochen Schmeckenbecher.
Ein solches Ensemble ist ein Gütesiegel für ein Haus. Mehr Rheingold ist derzeit wohl nirgends zu haben.

Joachim Lange, Der Standard

(...) Starkes Profil verleiht Barbara Zechmeister ihrer zerbrechlichen Freia. Herrlich der Mime Hans-Jürgen Lazars. (…)

Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse

(…) Brillant auch die Rheintöchter Britta Stallmeister, Jenny Carlstedt und Katharina Magiera. Die Stars des Abends aber sind Alfred Reiter als Fasolt im Zusammenklang mit Magnus Baldvinsson als Fafner, Terje Stensvold als Wotan und Jochen Schmeckenbecher als Alberich.

Uwe Wittstock, Die Welt

So etwas hört man wahrlich nicht alle Tage: drei Rheintöchter, die nicht nur aller liebst aussehen sondern auch noch wirklich schön singen – und dazu noch aus dem hauseigenen Ensemble! Sowohl als kesse Schatzbeschützerinnen wie als finale Klageweiber überzeugen Britta Stallmeister, Katharina Magiera und vor allem Jenny Carlstedt vollauf. (...)

Jörn Florian Fuchs, www.kultiversum.de

Billy Budd, Wiederaufnahme vom 9. Mai 2010

(...) Es sind durchweg kleine Gesten, Sekunden des Zögerns oder Erstarrens, welche hier den Weg ins Innere weisen. Bei der aktuellen Wiederaufnahme ermöglicht das Bestreben nach einer Kontinuität der Besetzung unverminderte Wirksamkeit der so erschlossenen Bedeutungsschicht. Die ambivalente Verfassung des Liebhabertenorkapitäns verkörpert John Daszak bei seinem überzeugenden Hausdebüt. Mit vertrauenerweckender Basssonorität und bis zur Starrheit gebändigter Körpersprache versinnlicht Clive Bayley das unheilvolle Doppelwesen Claggarts meisterhaft. Der kurzfristig eingesprungene Christopher Maltman begeistert mit athletischer Sprung- und baritonaler Stimmkraft. Die exzellente Besetzung der Nebenrollen ist beiläufig eine Leistungsschau des hauseigenen Stimmenreservoirs: Simon Bailey als Redburn, Magnus Baldvinsson als Flint, Hans-Jürgen Lazar als Red Whiskers, Julian Prégardien als Novize, Florian Plock als Bosun, Peter Marsh als Maintop, schließlich Carlos Krause in der Charakterrolle des Dansker. Bei dem seit der Premiere mit der Inszenierung vertrauten Paul Daniel am Dirigentenpult liegt die musikalische Seite zudem in besten Händen: Das ebenso energisch wie nuanciert aufspielende Opernorchester schöpft beherzt aus dem Vollen.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Aber auch der Chor wirkte sehr präsent, und der Einsatz des Kinderchores brachte wenigstens ein bisschen Leichtigkeit in die männerlastige Schwermut.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Don Carlo, Wiederaufnahme vom 21. Mai 2010

(…) Opernfreunde, die der überbordenden Ausstattung skeptisch gegenüber stehen, werden bei der zweiten Wiederaufnahme von Don Carlos feststellen, dass die Frankfurter Produktion des opulenten Werkes musikalisch zum Besten gehört, was in jüngerer Vergangenheit dort zu hören war.
Der italienische Dirigent Carlo Franci, der bereits die Premiere vor zweieinhalb Jahren geleitet hatte, war auch diesmal wieder der richtige Mann und wurde schon zur Pause vom Publikum ausgelassen gefeiert. Er gewährte eine packende, von dramatischen Kontrasten geprägte Aufführung, bei der auch der Opernchor eine gewichtige Rolle zu spielen hatte. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) Vom ersten Bild an rechtfertigte Carlo Ventre in der Titelrolle seinen expansiven Stimmeinsatz durch anrührende Ausdrucksstärke, ohne Larmoyanz in den Leidensphasen. Tassis Christoyannis, erstmals in Frankfurt zu hören, erwies sich als adäquater Freund Posa, besonders eindrucksvoll in seiner Szene mit Philipp, der wie in der Premiere von Kwangchul Youn gesungen wurde, schwankend zwischen Macht und Schwäche, nicht nur in der großen Arie des vierten Akts. Ebenso gilt dies für die Szene mit dem Großinquisitor, der in Hakan Tirasoglu hieratisches Profil gewann. Ihnen standen die Frauen nicht nach: Tanja Ariane Baumgartner als Eboli, deren Leidenschaftlichkeit sich zwischen dem hispanisierenden Schleierlied und dem ekstatischen „Don fatale“ entlud, sowie – mit großer Würde und stimmlichen Aufschwüngen – Annalisa Raspagliosi als Königin. Keine Frage: ein großer Abend.  

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Bernarda Fink vom 25. Mai 2010

(...) Finks hochkultivierte Stimme ist nie plakativ, ganz stellt sie sich in den Dienst des Liedes. Jede Phrase wirkt durchdacht und ist doch in gleicher Weise packend emotional (…). Mit dem amerikanischen Pianisten Anthony Spiri hat die Liedsolistin offensichtlich einen kongenialen Begleiter gefunden. Selbst das Atmen der Sängerin erscheint mit dem Spiel auf den Tasten synchronisiert. (...)

Christian Hoesch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Der Beifallssturm wollte nicht enden. (…)

Eva Schumann, Offenbach-Post

Liederabend Michael Schade vom 8. Juni 2010

Für einen Schubert-Liedern gewidmeten Abend verwandelten Tenor Michael Schade und Pianist Malcolm Martineau die Bühne der Oper Frankfurt in einen Ort intimster Kammermusik. Im äußersten Pianissimo entfalteten sie Spannungsbögen, die in endlose Weiten trugen und noch über das Konzert hinauswirkten. (…)

Elisabeth Risch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Schade ließ den „Gott im Frühling“ ebenso strahlend schreiten wie er von der „Sommernacht“ in üppigen Klangfarben erzählte. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(…) brillante Technik im Dienst des starken Ausdrucks. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

La Giuditta, Premiere vom 12. Juni 2010

(…) Musikalisch bewegte sich die Premiere auf höchstem Niveau. Barock-Spezialist Felice Venanzoni ließ das Opern- und Museumsorchester wunderbar gelenkig, mit barockem Drive musizieren. Den Sängern gelangen geradezu vokale Höhenflüge: Brenda Rae (Giuditta) und Christiane Karg (Achior) erfüllten nicht nur die Koloraturen, sondern auch die intimen Momente ihrer Arien mit Intensität. Julian Prégardien im Wüstenkrieger-Outfit verlieh dem Bösewicht Holofernes stimmlich wie darstellerisch seinen jugendlichen Furor, und Matthias Rexroth schmeichelte mit seinem biegsamen Altus. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Herausragend war Christiane Karg als Achior, der zu den Juden überläuft, weil er von der Macht ihres Gottes beeindruckt ist. Den kriegerischen Holofernes, der von Judith umgarnt und getötet wird, gab Julian Prégardien mit kräftigem, strahlendem Tenor. (…)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Starke Stimmen und Darsteller mit der souveränen Titelheldin Brenda Rae und einem überaus lebendig musizierenden Opern- und Museumsorchester, von Felice Venanzoni zu rhythmischem Drive ermuntert, sorgten für einen spannenden Opernabend im Bockenheimer Depot. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Das Frankfurter Opernorchester musiziert unter der Leitung von Felice Venanzoni klangschön, präzise und transparent in einer kleinen Besetzung, verstärkt um die Continuo-Instrumente Theorbe, Cembalo, Harmonium und Violoncello, und der zupackende Händel-Ton ist erfrischend unverkennbar. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(…) Das Regieteam um den Kanadier Guillaume Bernardi hat unter jahrhundertealten Kulturschichten die „Opera sacra“ António de Almeidas ausgehoben. Mit konzentrierter Personenführung, ausdrucksstarken Sängern und Dirk Beckers kraftvollem Bühnenbild gelingt der Frankfurter Oper eine bezwingende Interpretation des 1726 in Rom uraufgeführten Oratoriums. (...)

Bettina Boyens, Main-Echo Aschaffenburg

Fausts Verdammnis (La damnation de Faust), Premiere vom 13. Juni 2010

(…) Die Aufführung wirkt (…) ungemein theatralisch lebendig, spannungsvoll, bildkräftig und farbenreich. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Harry Kupfer als kluger, sprudelnder, trickreicher Bühnenerzähler. (…)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Das war unterm Strich Musiktheater voller Saft und Kraft, mit opulentem Bühnenbild, spektakulären Effekten und klarer, stimmiger Symbolik. Altmeister Harry Kupfer mit seinen nun fast 75 Jahren präsentiert sich in beeindruckender Weise auf der Höhe seiner Regie-Kunst.

Jochen Hubmacher, SWR 2 / Journal am Mittag

(...) Matthew Polenzani gibt und singt die Titelpartie mit Gespür für die Zwischentöne – eine helle, elegante Stimme, die Fausts Schwanken, Schwärmen und Nachdenken schön verdeutlicht. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Vokal veredelt wird die Aufführung von der Mezzosopranistin Alice Coote, die im französisch gesungenen Faust eine klare, reine, in der Tiefe tragende, in der Höhe bewegliche Marguerite gibt. (...) Die von Berlioz merklich reduzierte Partie des Méphistophélès füllt Simon Bailey mit geschmeidig charmantem Bariton aus. Thorsten Grümbels Brander ergänzt die Solisten zuverlässig zum Quartett.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Das vierköpfige Sängerensemble ist hervorragend gecastet: die Stimmen repräsentieren die Charaktere, sie haben Größe, Schönheit und Ausdruckskraft, um auch die szenisch schwachen Stellen dieses Werkes stimmlich zu kaschieren. (…)

Natascha Pflaumbaum, Deutschlandradio Kultur / Fazit

(…) Mit hörbarer Lust an musikalischer Ironie präsentierte sich das Orchester unter Leitung der international gefeierten Dirigentin Julia Jones. Schillernde Farbigkeit und eine höchst wirkungsvolle Umsetzung der fantastischen Effekte zeichneten die Interpretation aus. Harry Kupfer hat mit seiner Inszenierung ein perfektes szenisches Pendant zu Berlioz’ musikalischer Bombastik geschaffen, deren Besuch sich unbedingt lohnt, auch wenn oder gerade weil der Faust hier ein sehr französischer Geist ist.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

Pimpinone oder Die ungleiche Heirat, Premiere vom 15. Juni 2010

(...) In seiner Inszenierung verquickt der junge Fabian von Matt geschickt barocke und moderne Ebene (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) So dass die künstlerische Realisierungs-Geschichte des Pimpinone hier ein rarer Glücksfall ist, an dem die kluge Collagenbildung der Regie und Dramaturgie (Malte Krasting), die eindringliche Präzision von Karsten Januschkes musikalischer Leitung sowie die klangliche Präsenz des Kleinstorchesters erheblichen Anteil haben. Dass das Continuo-Cembalo (Sebastian Zierer) auch für den Klingelton des Therapeuten-Handys (The Entertainer) zuständig ist, ist eine freundliche Albernheit, die sich angenehm ins aspektreiche Raffinement des gesamten Konzepts fügt.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Man erlebt den mit einer vielseitigen Stimme ausgestatteten Yuriy Tsiple – ein Mitglied des Frankfurter Opernstudios – in der Titelrolle. Ihm zur Seite die herzige Anna Ryberg, die aber auch eine prächtige Krawallschachtel sein kann. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

 (...) Anna Ryberg als Vespetta setzte ihr umwerfendes mimisches Talent gekonnt ein, um die Hinterlist und Liebesheuchelei der Magd trefflich zu vermitteln, und Yuriy Tsiple war in seiner rührend-komischen Naivität ein passendes Gegenüber. Sängerisch zeigten beide beste Leistungen. Herausragend war ihr schwelgerisches (Schein)-Glücksduett und das virtuos-furiose Streitduett gegen Ende, das Pimpinone, da er der einseitig liebende Dumme ist, letztlich verliert.

Anita Kolbus, Giessener Allgemeine Zeitung

Palestrina, Wiederaufnahme vom 20. Juni 2010

Ein gutes Jahr nach der Premiere hat Harry Kupfers Inszenierung von Hans Pfitzners Palestrina an der Oper Frankfurt nichts von ihrer Faszinationskraft verloren. (…)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

OFFENE WUNDEN, Frankfurter Erstaufführung vom 27. Juni 2010

(…) Oehring und seine Librettistin Stefanie Wördemann nehmen sich einige Gedichte Heines vor, um ihren Text hier mit sphärisch feinen und farbigen, dort mit lustvoll lärmenden, rockig rhythmisierten Klängen zu musikalisieren. (…)
(…) Das Ensemble Modern sitzt links von der Bühne. Unter Leitung von Hartmut Keil produziert es perfekt den jazzig-songhaften Weill-Sound wie auch die vielfältigen, subtilen Klangwelten der Antwort-Musik. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(…) Wer jetzt im Bockenheimer Depot das Ensemble Modern und Salome Kammer als Jessie mit ihrer feinen, Strawinsky-, Jazz- und Music-Hall-Klänge streifenden, aber sehr entschiedenen Version erlebt hat, mag sich eine andere als diese kluge, im Sprechgesang zurückhaltende, in der Sangesinnigkeit mutige Interpretation gar nicht wünschen. (…)

Wiebke Hüster, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Der erste Teil des Abends gehört dem Brecht-Weill-Klassiker, und der klingt richtig gut in der süffigen Interpretation durch das Ensemble Modern – nicht minder beeindruckend auch die Leistung der Sängerinnen Salome Kammer (Jessie) und Sylvia Nopper (Bessie), die den Männern aus Mahagonny (schön bräsig gesungen vom Atrium Ensemble, einem Berliner Vokalquartett) um den Bart gehen. (…)

Gerd Döring, Darmstädter Echo

Ein Maskenball (Un ballo in maschera), Wiederaufnahme vom 30. August 2008

(...) Ein Maskenball und Tosca: Mit diesen beiden gelungenen Inszenierungen von Claus Guth beziehungsweise Alfred Kirchner ging die Frankfurter Oper bei den ersten Wiederaufnahmen der neuen Spielzeit auf Nummer sicher. (...)
(...) Also eine knackige Handlung, die von Claus Guth wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde, aber auch von den sängerischen und musikalischen Leistungen bei der Wiederaufnahme profitierte. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Tosca, Wiederaufnahme vom 31. August 2008

(...) Besonderen Beifall verdiente sich das Museumsorchester, das diesmal unter Erik Nielsen musizierte. Gerade die Blechbläser machten mit sauberen Einsätzen und sattem Klang auf sich aufmerksam. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 4. September 2008

(...) Neuerungen gibt es auch im Ensemble.
Alfred Reiter zählt den Sarastro zu seinen Paraderollen und debütierte in Frankfurt mit beeindruckend erdiger Stimme und kantigem Spiel. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Die größte Entdeckung ist als weiteres neues Mitglied im festen Ensemble Brenda Rae als Pamina. Die amerikanische Sopranistin spielt inszenierungsgemäß mit kindlichem Einschlag und singt mit großer Leichtigkeit, höhensicher und mit atemberaubenden Pianissimi. (...) Michael Nagy singt als Papageno hell, klar und macht den Vogelmenschen auch im clever gestalteten Sprechtext zur menschlichsten Figur im Spiel. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Lear, Premiere vom 28. September 2008

Die Wüste Welt – und eine Portion Hoffnung
An der Oper Frankfurt eröffnen der neue GMD Sebastian Weigle und Keith Warner die Spielzeit fulminant mit Aribert Reimanns Lear

(...) Musikalisch und szenisch gelang ein großer Wurf. (...)

Jürgen Otten, Opernwelt

(...) Ovationen für Dirigent Sebastian Weigle, das Frankfurter Museumsorchester und das gesamte Ensemble: ein geradezu triumphaler Einstand und eine mutige Saisoneröffnung. (...)

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik / Leporello 

(...) Und so ist der Druck, mit dem die Musik ihre starke Präsenz entfaltet, zu einem nicht unbeträchtlichen Teil ein Verdienst der Arbeit, die Sebastian Weigle mit dem Orchester der Oper Frankfurt geleistet hat. Was zu hören ist, ist nie zu laut, stets von mustergültiger Differenziertheit und Dichte, von lupenreiner klanglicher und dynamischer Präzision und Durchhörbarkeit. So wird die Musik verständlich in ihrer dramatischen Autonomie und der immensen Bedeutung, die sie hier einnimmt. Sie besetzt eine eigene Erzählebene und definiert ihren Horizont, und das Premierenpublikum wusste diese famose Leistung Weigles und seines Orchesters zu würdigen. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Umso mutiger der Einstand des Generalmusikdirektors Sebastian Weigle an der Frankfurter Oper, schon vor der Pause mit anhaltendem Beifall und am Ende mit Bravos belohnt. Für ein sperriges Werk der Moderne, das in der Inszenierung von Keith Warner auch 30 Jahre nach der Münchner Uraufführung aktuell wirkt. (...)
(...) ein Muss. Für alle, die wie Sebastian Weigle von Oper mehr verlangen als lustvollen Klangschmelz.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Keith Warners großartige Inszenierung an Frankfurts Oper schlägt sich (...) beeindruckend gut. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Doch jetzt hat sich Regisseur Keith Warner dem Stück aus dem Jahr 1978 angenommen – und herausgekommen ist eine der emotionalsten und zugleich tiefgründigsten Lesarten, die die Oper Frankfurt seit langem präsentiert hat.
(...)
Zugegeben, insgesamt war das kein leichter Tobak; doch Genuss war gestern – heute gibt es endlich wieder 'was zum Nachdenken. So muss Oper sein!

Christian Rupp, www.journalportal.de (Journal Frankfurt)

(...) Regisseur Keith Warner, der in Frankfurt schon einige zeitgenössische Werke wie etwa die Dallapiccola-Einakter zwingend auf die Bühne brachte, ist auch diesmal eine in ihrem Reichtum fast überbordende Inszenierung geglückt, wobei Bühnenbild (Boris Kudlicka) und Kostüme (Kaspar Glarner) mit ihren Zitaten quer durch alle Epochen und Stile (vom Barock-Sessel bis zum Plastikschwingstuhl) die Zeitlosigkeit des Stoffes sichtbar machen. (...)
Im Mittelpunkt freilich stehen die fabelhaften Sänger, allen voran Wolfgang Koch in der Titelpartie. Wie facettenreich er stimmlich und schauspielerisch den Schmerz, die Einsamkeit und den Wahn des alternden König Lear mit aller gebotenen Intensität verkörperte, ohne seinen kultivierten Bariton je zu forcieren, verdient höchste Anerkennung. Bei den Sängerinnen ließ vor allem Britta Stallmeister aufhorchen: engelsgleich und lupenrein ihre Höhe in den Passagen der aufrichtig liebenden Tochter Cordelia. (...) Am Ende gab’s für diesen mutigen Abend Beifallstürme, vor allem für Wolfgang Koch und Sebastian Weigle – und für einen überglücklichen Aribert Reimann.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Reimanns feine Ausdrucksregister brauchen beste Sänger und Musiker: Frankfurt hat sie. (...)

Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Das Frankfurter Premierenpublikum bedankte sich mit viel Applaus für den höchst eindrucksvollen Saisonauftakt.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

PieroEnde der Nacht, Premiere vom 29. September 2008

(...) Joneleits Piero-Musik, vom Ensemble Modern unter Yuval Zorn mit hoher Authentizität gespielt, entfaltet mit bemerkenswerter innerer Spannung, wie im Titel angedeutet, „wandernde Klänge“, eine dichte Klangstruktur, aus deren stillen Sequenzen eruptiv immer wieder heftige Klangexplosionen hervorbrechen. (...)
(...) Für die Frankfurter Oper bedeutet die ambitionierte Aufführung einen zweiten Erfolg nach der Premiere von Aribert Reimanns Lear. Welches Opernhaus hat heute noch den Mut, seine Spielzeit gleich mit zwei modernen Werken zu beginnen?

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der 100-minütige Abend (...) ist eine Schule des Hörens. Die Getragenheit der Musik mag an Melancholie, Depression, Ausweglosigkeit erinnern. Und ist gleichwohl eine Einladung, die Welt der musikalischen Wirkung auf Sinn und Verstand auch in Ruhe, Konzentration und Stille – ja: zu genießen! Und das bei einem neuen Stück Musiktheater!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Fidelio, Wiederaufnahme vom 3. Oktober 2008

(...) Wie selten erlebt man hier das gelungene Zusammenspiel von Solisten, Ensemble, Chor und Orchester – die Skizzierung der Protagonisten und deren Zugehörigkeiten könnte kaum treffender vorgenommen werden.
(...) Besonders vielseitig präsentierte sich auch der Chor, der in diesem Stück einmal zeigen kann, was in ihm steckt. Atmosphärisch vorangebracht wird die Oper ganz wesentlich aus dem Orchestergraben heraus.

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Anne Sofie von Otter vom 7. Oktober 2008

(...) Mit „Slap That Bass“ von George Gershwin zeigte sie am Ende des Abends schließlich, dass sie nicht nur eine der großen Mezzosopranistinnen des klassischen Fachs ist, sondern auch dem strapazierten Begriff „Crossover“ noch neue Facetten abgewinnen kann. Bravo-Rufe und lang anhaltender Applaus nach zwei Zugaben mit Filmmusik.

Katharina Rupprich, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Das mag an der feinen Linie der Otterschen Stimme liegen – einer Stimme wie auf Millimeterpapier, wunderbar leicht und ruhig geführt bis in die leisesten Höhen und ohne Registerbrüche auch tiefer hinab. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Das Publikum, mit mehreren Zugaben belohnt, war bei dem erstaunlich gut besuchten Liederabend schier aus dem Häuschen!

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Lucia di Lammermoor, Premiere vom 26. Oktober 2008

Im Normalfall ist diese krude Geschichte um Zwangsehe, Wahn, Mord und Selbstmord nur Vorwand für kernigen Schöngesang an der Rampe. Nicht bei Matthew Jocelyn, der die Charaktere in Gaetano Donizettis Dramma tragico Lucia di Lammermoor geschärft hat und sich auf starke Sänger verlassen kann. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) So sind vornehmlich die Sänger gefordert, und das in dieser Hinsicht von seiner Oper ohnehin zuweilen schon verwöhnte Frankfurter Publikum bekommt hier eine wirklich spektakuläre Besetzung geliefert: Tatiana Lisnic singt die Titelpartie mit dunklem, weichem Timbre und dynamisch äußerst nuanciertem Ausdrucksvermögen, fein, aber nicht fragil und in allen Lagen mühelos, und ihre Darstellungskunst kommt mit klaren Andeutungen und Gesten aus. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Singe, damit ich dich erkenne
Joseph Calleja macht Lucia di Lammermoor in Frankfurt zum Ereignis

(...) Die Frankfurter Oper hat unter ihrem Intendanten Bernd Loebe schon oft demonstriert, wie sich fabelhafter Gesang und phantasievolle Szene zum Opernereignis ergänzen können. Mit dem grandiosen Calleja ist ihr nun ein besonderer Besetzungscoup gelungen (...).
(...) Katharina Magiera als Kammerzofe Alisa, deren markant-sinnlicher Mezzo, in Frankfurt bei Hedwig Fassbender ausgebildet, zu großen Hoffnungen Anlass gibt (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Seinen Macho-Gegenspieler Enrico verkörperte der rumänische Bariton George Petean, der mit Flexibilität und durchschlagender Stimmkraft ebenfalls eine große Leistung bot. Sehr gut besetzt waren auch die Nebenrollen: Peter Marsh als reicher Lord Bucklaw, Bálint Szabó als Raimondo und Michael McCown als verräterischer Normanno. Ein vielversprechendes Nachwuchstalent ist die Mezzosopranistin Katharina Magiera, die der Vertrauten Lucias, Alisa, eindrucksvolles sängerisches Profil verlieh. (...)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Dass die italienische Oper der 1. Hälfte des 19. Jhts. auch anders funktionieren kann, machte Roland Böer bei der Lucia-Premiere hörbar. Sein Donizetti war fein ausgearbeitet, gut strukturiert und perfekt ausbalanciert. Jedes Detail wurde ausgeleuchtet, jede Seelenregung beobachtet und trotzdem dirigierte Böer keine klinische Studie des Krankheitsverlaufs einer verkauften Braut. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Zu den erfreulichen Seiten des Abends gehört auch, dass Frankfurts Ex-Kapellmeister [Roland Böer] ansonsten gestrichenes Belcanto-Material in dieser kaum gekürzten Lucia hörbar macht und die Wahnsinns-Szene ganz authentisch von einer Glasharmonika begleitet wird (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Tadellos auch der Chor der Oper Frankfurt unter der Leitung von Matthias Köhler. (...)

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

Norma, konzertante Aufführung vom 28. Oktober 2008

(...) Jubel im Publikum – ein Stimmenfest.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Die konzertante Aufführung der Städtischen Bühnen besitzt mit Silvana Dussmann eine Zentralfigur von suggestiver Ausstrahlung und beeindruckender stimmtechnischer Brillanz (...).
Eine ebenbürtige Partnerin ist die Mezzosopranistin Emma Vetter. Ihre Adalgisa besitzt die richtige Mischung aus jugendlicher Frische und differenzierter Leidensfähigkeit. Die beiden straff rhythmisierten und koloraturenreichen Duette der unfreiwilligen Rivalinnen werden zu wahren Stimmfesten. (...)

Klaus Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) In Pier Giorgio Morandi hatte die Aufführung einen temperamentvoll agierenden, souveränen Leiter, der den Solisten bei allen Rubati aufmerksam folgte, zugleich aber auch im Interesse des Ablaufs überzogene Dehnungen vermied. Auffallend die Sorgfalt der Details, etwa der Akzente wie auch die Kunst der Übergänge. Am zielstrebig angesteuerten, wirkungsmächtigen Finale hatten neben den Solisten auch der von Matthias Köhler einstudierte Chor und das Orchester gebührenden Anteil.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Wer da nicht hin und weg ist, kann Oper vergessen. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

The Turn of the Screw, Wiederaufnahme vom 1. November 2008

(...) der Abend machte noch einmal auf spektakuläre Weise deutlich, dass Pades Arbeit zum Besten gehört, was es seit Bernd Loebes Amtsantritt vor sechs Jahren in Frankfurt zu sehen gab.
(...) Brenda Rae als Gouvernante muss einen Vergleich mit ihren großartigen Vorgängerinnen Miah Persson und Joan Rodgers weder optisch noch stimmlich scheuen. Ihr silbern schimmernder Sopran ist immer tadellos fokussiert, verfügt über betörende Pianissimi ebenso wie durchdringende Töne des Entsetzens. (...)
(...) Der verhalten anhebende, sich dann aber vor allem für Brenda Rae begeistert steigernde Applaus (...) machte indessen deutlich, dass jener Teil des Frankfurter Publikums, der der hypnotischen Wirkung von Pades Inszenierung einmal erlegen ist, sie mit Sicherheit vermissen wird.

Andreas Schubert, www.klassik.com

(...) Der einhellige Beifall nach knapp zwei Stunden Spieldauer aber wäre ohne die gute Leistung des auf kammerorchestrales Format reduzierten Museumorchesters nicht möglich gewesen. So konnte man am Ende neben dem engagierten Dirigenten Yuval Zorn (...) auch sämtlichen Musikern zujubeln.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Magdalena Kožená vom 4. November 2008

Tschechisches Liedgut in Vollendung

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Doch das Einfache war auch hier ein Ergebnis großer Kunstfertigkeit: eines genau dosierten, sparsamen Vibratogebrauchs, einer über weite Phrasen hinweggespannten Legatokultur und einer nahezu makellosen Stimmführung durch alle Register. (...)

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Großen Anteil an der Eindrücklichkeit des Abends hatte der pianistische Begleiter Malcolm Martineau, der mit apollinischer Klarheit und rhythmischer Delikatesse die Aufgeräumtheit und oft spöttische Wehmut der tschechischen Klangsphäre zielgenau traf.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Così fan tutte, Wiederaufnahme vom 6. Dezember 2008

(...) Die Wiederaufnahme der im März dieses Jahres erstmals gezeigten Inszenierung bot ein prachtvolles und homogenes Solistenensemble. (...) Wie am Anfang bereits angedeutet, brachte das von Hartmut Keil schwungvoll geleitete Museumsorchester die spritzige und ironische Musik Mozarts wunderbar zum Ausdruck.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Daniel Behle lässt als Ferrando den Übergang in die Reprise seiner Arie „Un' aura amorosa“ zum Ereignis werden. Fast noch eindrucksvoller gelingt dies Juanita Lascarro als Fiordiligi im Rondo „Per pietà“. Vorteilhaft bringt Simon Bailey jugendliche Kraft und glanzvolle Helle in die Handlung, er steht der sängerischen und darstellerischen Agilität Michael Nagys als Guglielmo keineswegs nach. Souverän konnte Barbara Zechmeister als Despina ihre Erfahrung ins Spiel bringen. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Don Carlo, Wiederaufnahme vom 13. Dezember 2008

(...) Elza van den Heever (...) singt jetzt bei der Wiederaufnahme von Don Carlo die Elisabeth von Valois. Die junge Südafrikanerin spielt gut, hat eine große Bühnenpräsenz. Aber das ist alles nichts. Sie ist vor allem eines: Stimme. Wer Stimmen liebt, der wird Elza van den Heever lieben. Für Stimmen wie die ihre wurden Opernhäuser erbaut.
(...) Wir werden einmal voller Stolz sagen können, dass wir dabei waren, als sie zu singen begann.

Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

(...) Stefan Anton Reck am Pult lenkte das Orchester (...) mit theatralischer, jedenfalls lebendiger und stets fesselnder Kraft, die Verdis unversiegbare Einfälle konsequent ausnutzt. Er leitete auch ein vorzügliches Ensemble. (...)
(...) Aris Agiris als Freund Posa, ebenfalls ein Ensemblemitglied, formte die Partie bei aller Leidenschaft gegliedert und auch klanglich eindrucksvoll. Bálint Szabó war ein ungewohnt „heller“, dabei in seiner Gespaltenheit sehr schlüssiger Philipp, Gregory Frank der kernige (bis drohend dröhnende) Großinquisitor, und Paula Murrihy bei all den Bedrohungen ein höchst sympathischer Tebaldo. Ehern fest, und wenn’s sein musste locker, stand der Chor. Eine prachtvolle, begeistert aufgenommene Aufführung.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Die Räuber (I Masnadieri), Premiere vom 30. November 2008

(...) Wie würde der mit Vorschusslorbeeren bekränzte Regisseur Benedikt von Peter den Stoff bewältigen? Und wie würde – aufgrund des kurzfristig ausgerufenen Streiks – eine saftig-romantische Verdi-Oper ohne Orchester klingen?
Offenbar gaben nur wenige Premierenbesucher ihre Karten zurück. Sie taten gut daran. (...)

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

(...) Die Stars des Abends waren zunächst einmal die beiden Pianisten: Studienleiter Felice Venanzoni für den ersten und Karsten Januschke für den zweiten Teil. Sie boten einen farbigen, differenzierten und so packend-dramatischen Klavierpart, dass man bisweilen die Abwesenheit des Orchesters vergaß. (...) Auch ohne Orchester war die musikalische Seite der Verdi-Schiller-Oper ein hochkarätiges Ereignis (...).

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) An der Tatsache, dass mit den Klangfarben des Orchesters eine der wichtigsten Komponenten dieser vernachlässigten und dramaturgisch unausgewogenen Verdi-Oper fehlte, litt der Abend nur wenig. Die intelligente Regie von Benedikt von Peter, der sein Augenmerk mehr auf Schiller als auf den Librettisten Maffei richtete, profitierte davon. (...)

Stefano Nardelli, www.giornaledellamusica.it (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Der junge Benedikt von Peter hat zweifellos einige interessante Ideen in diese frühe Verdi-Oper gebracht, welche die politischen Verwicklungen aus Schillers Die Räuber völlig ausblendet. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) An die Ästhetik des Hässlichen des „compositore rozzo“, des bewusst ungehobelten frühen Verdi, knüpft der junge Regisseur Benedikt von Peter in seiner großartigen Frankfurter Inszenierung an. (...)
Die gleichermaßen genaue wie präzis stilisierte Personenregie schiebt die Protagonisten wie auf einem Schachbrett hin und her. (...) Das Vertrauen der Frankfurter Opernintendanz in Verdis Masnadieri wie in Benedikt von Peter jedenfalls wurde reichlich belohnt. Großer, selbst für die Regie fast unwidersprochener Beifall.

Uwe Schweikert, Opernwelt

(...) Was positiv auffällt: Benedikt von Peter kann sein Konzept auch szenisch umsetzen: Gesten, Haltungen, Bewegungen der handelnden Personen werden professionell entwickelt.
Davon profitieren natürlich auch die einzelnen Akteure: (...) ein, wie gewohnt, hervorragend „komponiertes“ Sängerensemble. Tadelsfrei auch der von Matthias Köhler einstudierte Chor. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Es spricht für den Ensemblegeist, dass der massive klangliche Aderlass so klaglos kompensiert wird. Auf sein Publikum kann sich Intendant Bernd Loebe eh verlassen. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Überwältigender Applaus. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Dass sich die Premierenbesucher zum weitaus größeren Teil trotz dem Angebot, auf eine spätere reguläre Vorstellung umzubuchen, für die Aufführung mit Klavierbegleitung entschieden, zeugt von der Verbundenheit der Frankfurter mit ihrem Opernhaus.

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

Liederabend Kate Royal und Christine Rice vom 6. Januar 2009

Die große Doppel-Lunge
Frankfurter Liederabend mit perfekter Arbeitsteilung zwischen Kate Royal und Christine Rice

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) hervorragende Deklamation und Verständlichkeit des Gesangs (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) der fein abgestimmte Gleichklang der Sopranistin Royal und der Mezzosopranistin Rice erstaunte beim Liederabend in der Oper Frankfurt wirklich.
(...) Der Pianist Roger Vignoles war bei allem stets ein sicherer, dezenter und genau differenzierender Mitgestalter. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeinen Zeitung

(...) Anhaltende Bravo-Rufe signalisierten Lust auf mehr, auf große Oper. Herr Intendant, übernehmen Sie!

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Arabella, Premiere vom 25. Januar 2009

(…) Anne Schwanewilms‘ Rollendebüt als Arabella ist eine Sensation. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Mit ihrer darstellerischen Intensität, die [Britta] Stallmeister [als Zdenka] durch eine tadellose vokale Leistung noch verstärkt, ist sie der Schwester hier sowohl moralisch als auch musikalisch mindestens ebenbürtig.
Die Riege der starken Damen wird an diesem Abend durch die virtuose Fiakermilli von Susanne Elmark vervollständigt (...).

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Anne Schwanewilms und Britta Stallmeister entfalten jenen für Strauss unabdingbaren feinen Silberglanz, der so leicht mit vordergründigem Stimmprunk überschüttet wird. Um diese drei herum singt und agiert ein fein gestaffeltes Ensemble, das die Besetzungspolitik des Frankfurter Intendanten Bernd Loebe abermals im schönsten Licht erstrahlen lässt. (...)

Jürgen Hartmann, Stuttgarter Zeitung

(...) Robert Hayward gab einen zunächst zurückhaltenden Mandryka, der sich aber vokal im Laufe des Abends immer mehr zu steigern wusste. Ähnlich wie die beiden Protagonistinnen schlug er eine feine vokale Klinge und beeindruckte durch saubere und genau gesetzte Phrasierung. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Das Ensemble muss sich nicht verstecken – der kraftvoll-kernige Tenor Richard Cox als abgeblitzter Liebhaber, der profunde Bass Alfred Reiter als spielsüchtiges Familienoberhaupt oder die potenziellen Verehrer Arabellas, Peter Marsh, Dietrich Volle und Florian Plock, gestisch wie an Marionettenfäden, stimmlich äußerst beweglich. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Auch die Chöre (Einstudierung: Matthias Köhler) und vor allem das Dirigat vom neuen Frankfurter Generalmusikdirektor Sebastian Weigle sind furios. (...)

Jörn Florian Fuchs, Wiener Zeitung

(...) Der neue GMD Sebastian Weigle brachte mit dem Museumsorchester die ganze Farbigkeit der Strauss-Partitur fein ausdifferenziert und mit mannigfaltigen Schattierungen zum Leuchten und erwies sich so als kongenialer Strauss-Dirigent. Auch wenn der Chorpart noch so klein war: Seine Perfektion war unüberhörbar. (...)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Musikalische Sinnlichkeit garantierte das hervorragende Strauss-Dirigat des Frankfurter Generalmusikdirektors Sebastian Weigle (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Im Verein mit Sebastian Weigles unaufdringlich stimmiger, meist vorantreibend aktionistischer Partiturlesart gelingt Loy eine packend zeitlose, obwohl locker mit dem Fifties-Klischee spielende Aufwertung des geschmähten Werkes. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(...) Weigle und Loy – sie sind das neue Dream-Team an Frankfurts Oper.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Loys Regie besticht einmal mehr durch eine intensive, zutiefst berührende Personenführung. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) So gelingt Christoph Loy in Frankfurt erneut der große Wurf: Strauss malt in seiner Arabella Seelengemälde – und Loy kreiert den Bilderrahmen dazu, passgenau, mit viel psychologischem Feingespür.

Ursula Böhmer, SWR 2  / Journal am Mittag

(...) Hier geht es nicht nur um Oper und Operette, um besondere Individuen in einer zerfallenden Gesellschaft und um Reibungsverluste zwischen Traum und Wirklichkeit, Nähe und Ferne, sondern Christof Loy und Herbert Murauer zeichnen außerdem auf stille Weise Porträts zerrissener Figuren in einer zerrissenen Zeit, die der unseren im Laufe des Abends immer ähnlicher wird. (...)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Großartig. (...)

Stefan M. Dettlinger, Mannheimer Morgen

Die spanische Stunde und Das kurze Leben, Premiere vom 22. Februar 2009

(...) So viel Spaß war schon lange nicht mehr in der Oper (...).

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) David Hermann genügen in seiner überzeugenden, dicht gearbeiteten Regie wenige szenische Symbole, um die Beziehungen zwischen beiden Einaktern deutlich zu machen. (...)

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Johannes Debus arbeitet die wendungsreiche Beredsamkeit der Partitur prägnant heraus, pointiert die schnellen Klangwechsel und das rhythmische Vokabular, und das Museumsorchester klingt bei all dem schwelgerisch und präzise zugleich. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Herrlich überzogen spielt und singt Claudia Mahnke die Concepción, wie überhaupt dem gesamten Ensemble die Freude am Spiel anzumerken ist. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Das Zigeunermädchen Salud, mit grandioser Emphase von Barbara Zechmeister gesungen und gespielt (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Ein Besuch der beiden eher selten zu erlebenden Mini-Opern lohnt sich!

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine

Die Perlenfischer (Les pêcheurs de perles), konzertante Aufführung vom 23. Februar 2009

(...) Ganz so rasch sollte man Georges Bizets erste vollendete Oper Die Perlenfischer nicht zu den Akten legen (...). Der Chor und das Museumsorchester Frankfurt trugen unter der Leitung von Christoph Poppen mit viel Verve zu dieser gelungenen Opernrettung bei.

Christian Wildhagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Überragend bei all dem war das Solistenquartett, mit der Oper Frankfurt verbunden und längst in der weiten Opernwelt gefeiert – wohl dem Haus, wo solche Künstler arbeiten. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Einen besonderen Glücksfall für die Aufführung bedeutete der Tenor Joseph Calleja als Nadir. In Diktion und Ausdruck blieb er unfehlbar, mit einer im Lyrischen wie in der dramatischen Intensivierung bezaubernden tonlichen Emission von ebenso großer Prägnanz wie Mühelosigkeit. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Solche Beifallsstürme sind im Großen Saal der Alten Oper eher bei Pop- und Rock-Konzerten zu erleben. Željko Lučić alias König Zurga in George Bizets Oper Die Perlenfischer hielt sich die Ohren zu. Dabei hatte er selbst zur Begeisterung beigetragen. (...)

Eva Schumann, Offenbach-Post

Caligula, Wiederaufnahme vom 27. Februar 2009

(...) Caligula hält als erste Uraufführung der Intendanten-Ära Loebe Einzug in die Frankfurter Operngeschichte. (...)
Gabriel Feltz dirigierte ein gut inspiriertes Orchester und konnte sich auf adäquate Solisten verlassen: Für die Titelrolle griff man auf den bewährten Ashley Holland zurück, der auch schon die Uraufführung im Oktober 2006 maßgeblich gestaltet hatte. Seine kernige Stimme ergänzte mehr als einmal vortrefflich die zwingende Orchestermusik. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Malena Ernman vom 3. März 2009

Die schwedische Antwort auf Cecilia Bartoli heißt Malena Ernman. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Mit weiblichem Charme, übertriebener Gestik und abwechslungsreichem Mienenspiel umgarnt die hübsche Schwedin ihr Publikum und macht diesen Abend zu einem besonderen musikalischen Kabaretterlebnis. (...)

Katharina Rupprich, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Wunderbar!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Don Giovanni, Wiederaufnahme vom 7. März 2009

(...) Mozarts Don Giovanni in der Inszenierung von Peter Mussbach ist ein wahrer Kassenknüller an der Oper Frankfurt. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

La Bohème, Wiederaufnahme vom 14. März 2009

(...) Am 17. Januar 1998 feierte die Inszenierung von Alfred Kirchner Premiere, die Produktion hat sich bis heute zum Dauerbrenner entwickelt. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Aschenbrödel (La Cenerentola), Wiederaufnahme vom 21. März 2009

(...) Diese Wiederaufnahme der Cenerentola in der Inszenierung Keith Warners von 2004 versprach drei unbeschwerte Stunden zum Frühlingsanfang. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Dass das gesamte Ensemble mit einer derart gleichmäßig hohen Leistung aufwartet, darf als neuerlicher Triumph der Frankfurter Personalpolitik gewertet werden. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Angels in America, Premiere vom 21. März 2009

(...) Die Frankfurter Oper beeindruckt mit einer fabelhaft dichten und tragikomischen Aufführung der Angels in America von Peter Eötvös. (...)

Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeinen Zeitung

(...) hervorragend gespielt vom Frankfurter Museumsorchester unter hoch konzentrierter Leitung von Erik Nielsen (...).

Helmut Mauró, Süddeutsche Zeitung

(...) Grandios die sangliche wie schauspielerische Leistung des größtenteils aus Ensemblemitgliedern bestehenden Vokalteams, das in mehrere Rollen schlüpfen, die Identitäten wechseln muss. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Bleibt noch die kongeniale Inszenierung von Johannes Erath (Bühne: Stefanie Pasterkamp) und die einfallsreiche Lichtregie von Joachim Klein hervorzuheben, durch die das Werk buchstäblich unter die Haut geht.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

Il trittico (Das Triptychon), Wiederaufnahme vom 4. April 2009

(...) Ein gutes Jahr nach der Premiere präsentierte sich die Inszenierung in beachtlichem Format, obwohl die überwiegende Zahl der Darsteller ihr Rollendebüt gab. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Nur einmal war Juanita Lascarro mit von der Partie. Ihre überzeugende Darstellung der Titelrolle in Schwester Angelica aber war grandios. (...)
(...) Gemeinsam mit dem Museumsorchester (unter Yuval Zorn) gelang eine transparente, mitreißende Gesamtdarstellung, über der die von Britta Stallmeister in demutsvoller Hingabe zelebrierte Arie „O mio babbino caro“ wie ein holder Stern leuchtete.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Miah Persson vom 7. April 2009

(...) Die schwedische Sopranistin Miah Persson gab einen Liederabend in der Oper Frankfurt. Sie bezauberte das Publikum mit einer herrlichen Stimme. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) eine lyrische Sternstunde. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Elektra, Wiederaufnahme vom 11. April 2009

(...) An der Frankfurter Oper erlebte Falk Richters Inszenierung der Elektra von Richard Strauss mit der überragenden Caroline Whisnant ihre Wiederaufnahme. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Bis in die kleinsten Rollen waren alle Akteure in bester Form.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Lohengrin, Premiere vom 3. Mai 2009

In Frankfurt am Main hat man es geschafft, die deutsche Opernkrise auszutricksen. Bernd Loebe, seit 2002 Intendant, holte das Publikum ins Haus zurück, das angesichts des Regietheaterunfugs samt vollständiger Missachtung musikalischer Kriterien die Flucht angetreten hatte.
(...) Sensationelles Format hatte die Musik dank der Präsenz von Bertrand de Billy, der den kraftvollen Chor und das mit spürbarem Animo musizierende Museumsorchester zu Höchstleistungen anspornte. Vom ersten Moment an atmet diese Interpretation Spannung, nervige, minuziöse Charakterisierungskunst. (...)

Wilhelm Sinkovicz, Die Presse

(...) Virtuos balanciert Herzog in seiner bisher vielleicht besten Opernarbeit zwischen Ernst und Scherz und unterläuft plausibel auch die parareligiös-patriotischen Züge, die zu den weniger bekömmlichen Ingredienzien des Werkes gehören. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Herzogs Personenführung ist bestechend (...).

Jörn Florian Fuchs, Wiener Zeitung

(...) So gelingt Jens-Daniel Herzog in Frankfurt ein beeindruckendes Opern-Debüt, das in vielerlei Hinsicht mit den Sehnsüchten der Menschen spielt – und das ganz ohne Schwan.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag

(...) Bei den Solisten gebührt Michael König in der Titelpartie die Krone – ein brillanter Tenor, der seine lyrische Sanftheit auch im mächtigen Forte nie verlor. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Dass Intendant Bernd Loebe erklärtermaßen stolz darauf ist, die in Südafrika geborene Sopranistin Elza van den Heever aus der amerikanischen Nachwuchsanonymität instinktsicher nach Europa geholt zu haben, ist nur allzu zu verständlich, nach diesem atemberaubend betörenden Elsa-Debüt. Und um etwas Ähnliches wie das Duell zwischen Elsa und der fulminant auftrumpfenden Ortrud Jeanne-Michèle Charbonnets zu finden, muss man schon in der Plattensammlung kramen. Live jedenfalls kriegt man das derzeit nirgends so geboten.

Joachim Lange, Die Welt

(...) Der Schlussapplaus für alle Mitwirkenden erreichte Orkanstärke. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Klangwucht und dramatischer Furor gingen auch von Chor, Extrachor der Frankfurter Oper sowie von Choraushilfen der Bayreuther Festspiele aus. Chordirektor Matthias Köhler wurde mit seinen Sängern besonders gefeiert.
(...) Eine wahre vokale Wagner-Wonne verströmte Johannes Martin Kränzles „Heerrufer“, frei von jedem penetranten Stentortonfall. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Mächtiger Applaus für eine klug erdachte und hochspannende Inszenierung und eine packende musikalische Umsetzung in einem großen Opernabend, der Bayreuth zur Ehre gereichen würde.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

Liederabend Christian Gerhaher vom 5. Mai 2009

Die Weltklasse des Liedgesangs – nicht weniger konnte man jetzt in der Oper Frankfurt erleben. Dort gab der Bariton Christian Gerhaher einen Liederabend, konzentrierte sich ganz auf Robert Schumann und bot zwei lyrische Sternstunden, die auch in der hochkarätigen Reihe ihresgleichen suchen. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Gerhaher scheint wirklich zu singen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Er hat einen Grad an Disziplin erreicht, die es ihm ermöglicht, die Kultivierung seines Stimmmaterials als gesteigerte Natürlichkeit erscheinen zu lassen. Das ergreift das Publikum so, dass es nach einem immer zurückgenommeneren Verlauf des Abends, zuletzt mit Eichendorffs schwermütiger Manifestation „Der Einsiedler“ in Ovationen ausbricht. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Palestrina, Premiere vom 7. Juni 2009

(...) Das Ereignis ist zunächst musikalischer Natur. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht der junge Russe Kirill Petrenko, der immer wieder mit aussergewöhnlichen Ergebnissen auf sich aufmerksam macht – in Berlin, in Lyon, in München oder eben jetzt in Frankfurt. (...)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

Gefühlte 30 Sekunden braucht Harry Kupfer, um den roten Faden seiner Frankfurter Palestrina-Inszenierung deutlich zu machen. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Wie leicht wäre es gewesen, Pfitzners viel diskutiertes Naheverhältnis zu NS-Ideologie zu thematisieren. Wie leicht, und um wie vieles platter. Aktueller, brisanter als in dieser Frankfurter Aufführung ist Oper selten, weil zudem auf höchstem Niveau gesungen und musiziert wird. Ein Glücksfall.

Wilhelm Sinkovicz, Die Presse

(...) So spiegelt Harry Kupfer in seinem Frankfurter „Palestrina“ so manche Realität wieder –  und bespiegelt sich, eine Oper kurz, auch kritisch selbst.

Ursula Böhmer, SWR 2 / Journal am Mittag

(...) Insgesamt eine überaus gelungene Produktion, aber keineswegs leichte Kost für den entspannten Feierabend. Wer die Mühe nicht scheut, wird mit einem intensiven Opernerlebnis belohnt.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) Der lebendigen Rezeption dieser Oper konnte jedoch kaum etwas Besseres blühen als Petrenkos Musikzierlust mit einem großartigen Chor und Ensemble, und im Verein mit deren Spielfreude die immer noch wirksame Regiepranke von Harry Kupfer. So gab es am Ende ausschließlich verhaltene bis begeisterte Zustimmung.

Peter P. Pachl, www.nmz.de (neue musikzeitung)

(...) Musikalisch gelang der Abend glänzend. Kurt Streit, unübersehbar ein stattlicher Mann in den besten Jahren, sang die Riesenpartie des Palestrina glanzvoll, enorm textverständlich, seine Bühnenpräsenz war gestalterisch überzeugend bis ins letzte Bild. (...) Einhelliger Beifall fürs Regieteam, die Sänger, Chor und Orchester und den souveränen Kirill Petrenko.

Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung

(...) Das große Ensemble (oft in mehreren Rollen eingesetzt) und der von Matthias Köhler bestens einstudierte Chor sind unverzichtbare, bühnenpräsente Aktivposten in einer brillant intelligenten und überaus wirkungsvollen Produktion, die großes Seh-, Hör- und Denkvergnügen bereitet.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Plastisch artikulierende Chöre (Einstudierung: Matthias Köhler) vermitteln die Angstintensität in den Reihen der versammelten Glaubens-Fundamentalisten. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Ein Abend, an dem man sich reiben darf – große Oper also. Einhelliger Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Die Hochzeit des Figaro (Le nozze di Figaro), Wiederaufnahme vom 15. Mai 2009

(...) Die Inszenierung des kanadischen Regisseurs Guillaume Bernardi für die Spielzeit 2006/2007 an der Frankfurter Oper ist seinerzeit vom Publikum lebhaft gefeiert worden und wurde nun auch bei der zweiten Wiederaufnahme zu einem beachtlichen  Erfolg. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Die freundlich aufgenommene Wiederaufnahme ihrer Inszenierung von Mozarts Le nozze di Figaro bewies mit insgesamt fünf Neubesetzungen auch das breite Sänger-Potential des Hauses. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Werther, Wiederaufnahme vom 19. Juni 2009

Bis zum Ende des zweiten Akts hätte die Oper durchaus Charlotte heißen können. Denn bis dahin prägte die stimmliche und darstellerische Präsenz von Alice Coote das Bühnengeschehen. (...)
(...) Am Pult des Museumsorchesters sorgte Constantinos Carydis für einen unsentimentalen Klangteppich.

Ulrich Boller, Frankfurter Neue Presse

(...) Vorzüglich auch Michael Nagy als Albert mit nuancenreichem und warm timbriertem Bariton sowie Britta Stallmeister als lebendig agierende und strahlend singende Sophie. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Gärtnerin aus Liebe (La finta giardiniera), Premiere vom 21. Juni 2009

Ein turbulentes Stück Sommertheater mit zauberhaften Wendungen hat Katharina Thoma für die Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot inszeniert. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) kurzweilig, witzig und intelligent (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Vieles ist ganz wunderbar an diesem Abend, die Wasserschlacht zum Finale des 1. Aktes etwa, und gewinnt eine eigensinnige, verspielte Leichtigkeit, die es mit der Mozarts aufnehmen kann. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Mozarts La finta giardiniera als Sommernachtstraum in der Oper Frankfurt

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

(...) Die Mitglieder des Museumsorchesters unter der Leitung von Hartmut Keil spielten lebendig und versiert und zeigten große Flexibilität – nicht zuletzt bei diversen szenischen Interaktionen. Insgesamt eine sehr hörens- und sehenswerte Mozart-Produktion.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(...) die Interpreten um Dirigent Hartmut Keil und Regisseurin Katharina Thoma [werden] ausdauernd gefeiert: vor allem das vorzügliche Sänger-Ensemble, in dem Jussi Myllys als Graf Belfiore mit schönem Timbre für tenorale Höhepunkte sorgt und Brenda Rae der Gärtnerin aus Liebe ihren blühenden Sopran leiht. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Wieder einmal zeigt sich die Frankfurter Sängergarde von ihrer besten Seite (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die Diener-Partien Serpetta und Nardo wurden von Mitgliedern des Opernstudios übernommen: Hätte es je einer öffentlichen Bekräftigung von dessen Notwendigkeit bedurft – Nina Bernsteiner (Serpetta) und Yuriy Tsiple (Nardo) haben sie hier hinreißend geliefert. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Liederabend René Pape vom 30. Juni 2009

René Pape, der schon seit Jahren an der Berliner Staatsoper in den unterschiedlichsten Rollen Aufmerksamkeit erregt, zeigte nun, dass er auch im Liedfach zu Hause ist. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) großartig die exakte, wortverständliche Artikulation. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Für die Ovationen bedankten sich die Musiker mit der „Zueignung“ von Richard Strauss sowie einer Schumann-Rarität „Wenn fromme Kindlein schlafen gehen“, ein launiges Indiz für das Ende eines reichen Abends.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro), Wiederaufnahme vom 9. September 2007

(...) Mit diesem Feuerwerk an Genialität und musikalischem Einfallsreichtum war man am Frankfurter Opernhaus zu Beginn der neuen Spielzeit gut bedient. (...)
Michael Nagy und Barbara Zechmeister verkörperten das Ehepaar Almaviva glaubwürdig und mitreißend, ebenso überzeugend war das Zusammenwirken zwischen der reizenden Juanita Lascarro als Susanne und Florian Plock in der Titelrolle. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Eine Inszenierung ohne ideologischen Überbau und krampfhafte Profilsucht, stattdessen quicklebendiges, durchdachtes, einfallsreiches Theater mit Blick auf französische und italienische Traditionen. (...)
(...) Franz Mayer macht aus dem Gärtner-Auftritt ein Kabinettstück. Der Chor war von Apostolos Kallos vortrefflich einstudiert, Felices Venanzonis kundige Begleitung am Hammerklavier ein besonderer Genuss. Für hohe musikalische Qualität bürgte am Pult des gut disponierten Museumsorchesters der junge Dirigent Erik Nielsen.

Eva Schumann, Offenbach-Post

Die einfallsreiche Personenführung des kanadischen Regisseurs Guillaume Bernardi animiert die Sänger zu darstellerischen Höchstleistungen. (...) Vor allem aber hat mit der Wiederaufnahme von Mozarts Le nozze di Figaro in der Oper Frankfurt zum Saisonstart ein bestens harmonierendes Team überwiegend aus Ensemblemitgliedern zusammengefunden. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg, Wiederaufnahme vom 9. September 2007

(...) Wieder einmal zeigte sich, wie gut die Frankfurter Oper den besonderen Anforderungen, die Wagner nun einmal stellt, gewachsen ist: Ohne weiteres konnte sie vier Partien, darunter zwei Hauptrollen, mit eigenen Kräften neu besetzen. Wie hoch die Frankfurter Sänger im Kurs stehen, zeigte Frank van Aken: Der Darsteller der Titelrolle wurde in diesem Jahr für Bayreuth verpflichtet. (...)
(...) Die Transparenz dieser oft nur in mulmiger Kompaktheit bewältigten Ensembles gehörte zu den Glanzpunkten des Abends, sie kennzeichnete auch den Klang des mit Gusto aufspielenden Orchesters, dem Johannes Debus wirkungsvolle Impulse gab. (...) Keine Frage: Dieser Tannhäuser ist ein Aktivposten der Frankfurter Oper.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der Transfer in die Gegenwart, in der das Messen der Sänger selbstverständlich ein Medienereignis ist, erscheint triftig. (...)
(...) Durch eine noble Gestaltungskunst zeichnet sich Johannes Martin Kränzle als Wolfram von Eschenbach aus. Sonja Mühleck gelang es, ihren strahlkräftigen Sopran in den Dienst eines empfindsamen Ausdrucksregisters zu stellen. (...) Vier Wagner-Stunden die szenisch wie musikalisch anzusprechen vermögen.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Und der Opernchor (Einstudierung von Alessandro Zuppardo) glänzte nicht nur im obligatorischen Pilgerchor, sondern überzeugte mit feinen dynamischen Nuancierungen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Don Carlo, Premiere am 30. September 2007

(...) Gespielt wird die lange, fünfaktige Fassung von 1886. McVicars großartige Regieleistung geht dabei weit über die Grundsatzentscheidungen für eine streng stilisierte Bühne samt historisch korrekten Kostüme hinaus. Er führt seine Figuren mit viel Liebe fürs psychologische Detail und schlüsselt so die komplexe Handlung überzeugend auf. (...)
(...) Der Abend ist stimmlich wie musikalisch herausragend und braucht kaum einen Vergleich zu scheuen. Unter Carlo Franci zeigt das Frankfurter Museumsorchester imponierende Qualitäten und verleiht Verdis Musik eine staunenswerte Plastizität und Transparenz.

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Ein Ausstattungschinken also? Eine konventionelle Mantel-und-Degen-Produktion? In gewissem Sinne: ja, durchaus. Aber ungewöhnlicherweise eine, an der man nichts vermisst hat. (...)

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Glücklicherweise agiert ein wirklich professioneller Regisseur auf der Bühne und wir erleben einen wahrhaft spannenden Don Carlo. (...)

Laurent Barthel, Opéra Magazine

David McVicars wohltuend traditionelle Inszenierung von Verdis Don Carlos wurde bei ihrer Premiere an der Frankfurter Oper enthusiastisch gefeiert.
(...)
Dass der Schotte McVicar nichts von vordergründigen Aktualisierungen eines Opernstoffs hält, war auch an der Opulenz der sehr aufwendig gearbeiteten Kostüme zu spüren (...)
Das stimmliche Niveau war wieder bemerkenswert hoch, bis in die kleinste Nebenrolle hinein – so, wie man es von der Frankfurter Oper gewohnt ist. (...) Am Ende großer Jubel – auch für die Regie!

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) alles in allem ein Opernabend für Genießer. (...) Opern fürs Auge, fürs Ohr und fürs Herz. (...)

Peter Jungblut, Bayern2Radio

(…) David McVicar und sein Bühnenbildner Robert Jones sowie die grandiose Kostümbildnerin Brigitte Reiffenstuel verweigern sich dem grassierenden Aktualisierungszwang eines Regietheaters. Weder werden die Figuren gewaltsam ins Heute verrenkt noch auf Comedy-Format herunterdividiert.
(…) Bálint Szabós samtweicher Basso profondo (Mönch / Carlo V.) ist  Klangluxus pur, üppig strömend und nuancenreich.
(…) Lange anhaltender Schlussbeifall für alle Beteiligten.    

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) auch im Chor und in der übrigen Besetzung zeigt sich Frankfurt wieder einmal als Hort vokaler Hochkultur (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Famoser Start in die neue Opernsaison. Don Carlo von Verdi. Berauschendes Fest für alle Sinne. Riesen-Jubel, begeisterte Ovationen. Wer da meckern wollte, hat sie nicht alle. (…)

Dr. Josef Becker, Bild Frankfurt

Nabucco, Wiederaufnahme vom 6. Oktober 2007

(…) Die Inszenierung Bettina Gieses aus dem Jahr 2001 gehört zu den Klassikern des Frankfurter Spielplans. Zu Recht, wie nun die Wiederaufnahme zeigte. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Gerald Finley vom 9. Oktober 2007

(…) Im Zentrum von Finleys Repertoire stehen die großen Baritonpartien aus den Opern Wolfgang Amadeus Mozarts: Die dort gefragte Genauigkeit, aber auch lyrische Stärke sind auch für den Liedgesang beste Voraussetzung, den Finley vokal hoch kultiviert beherrscht. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Die Entführung aus dem Serail, Wiederaufnahme vom 13. Oktober 2007

(…) Die Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2003/2004, einer der erfolgreichsten der vergangenen Jahre und als Fernsehmitschnitt auf DVD erhältlich, zeigt das geistreich-amüsante Spiel nun kurzweilig in aller Frische. (…)
Der hervorragende Schauspieler Christoph Quest lässt die Sprechrolle, wie schon in der Premierenserie, als völlig gleichberechtigt mit den Gesangspartien erscheinen – eine hohe Kunst. (…) 

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg, Wiederaufnahme vom 27. Oktober 2007

Nach Peter Bronder die Titelpartie in Alexander Zemlinskys Einakter Der Zwerg zu übernehmen ist schwierig. Bei der Premiere in der vergangenen Saison erwies sich der kleine, schmächtige Tenor mit großem Stimmvolumen und intensiver Darstellungskraft als Idealbesetzung. Bei der Wiederaufnahme der Zemlinsky-Doppelproduktion der Oper Frankfurt trat Ensemblemitglied Peter Marsh daher in riesige Zwergen-Fußstapfen und wuchs als Debütant in der großen Rolle der kleinen Missgestalt über sich hinaus. Mit ungeahnter Strahlkraft und vielen Nuancen der Stimme wurde er zum Zentrum der werkdienlichen Inszenierung Udo Samels. (…)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Into the Little Hill, Premiere vom 9. November 2007

(...) In Frankfurt sah man Into the Little Hill also als sozusagen halbszenisches Konzert, und selbst in dieser abstrakten Form hinterließ Benjamins Musik ein anregendes Echo.

Stefan Schickhaus, Wiesbadener Kurier

(...) Überraschend farbig ist die Musik von Crimbs etwas jüngerem Landsmann George Benjamin. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Das Ensemble Modern spielte gewohnt routiniert und lebendig und verlieh dem Werk durch plastische Spielweise die szenische Dimension, die auf der Bühne bewußt nur angedeutet war. 
Auch wenn Into the Little Hill nicht Musiktheater im eigentlichen Sinn ist, sondern eher ein szenisches Vokalwerk – die Musik Benjamins ist von berückender Intensität und konzeptioneller Weitsicht und kann möglicherweise einmal richtungsweisend werden in der heute fast unüberschaubaren Pluralität der Neuen-Musik-Landschaft.

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Viel Applaus für ein gelungenes Beispiel zukunftsweisenden Musiktheaters.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Liederabend Kwangchul Youn vom 13. November 2007

(...) Operngänger haben ihn gerade in Verdis Don Carlo erlebt. Aber der grundige Bass von Kwangchul Youn hat noch mehr Facetten, wie er jetzt bei einem Liederabend bewies. (...)

Claudia Arthen, Frankfurter Neue Presse

(...) Alles Lieder, die dem koreanischen Sänger am Herzen lagen. Und die zu Herzen gingen.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Billy Budd, Premiere vom 18. November 2007

Frankfurts ausgezeichneter neuer Billy Budd ist der goldene Standard, an dem sich alle anderen Inszenierungen messen müssen (...).
(...) Frankfurt muss diese fabelhafte Produktion unbedingt wiederaufnehmen. Sie ist unverzichtbar.

Roger Chapple, Opera Now (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) unvergessliches, überwältigendes, kaum überbietbares Musiktheater...

Wolf-Dieter Peter, Deutschlandradio Kultur

(...) Es grenzt schon an Ironie, dass man nach Deutschland reisen muss, um zu erkennen, worum es in Billy Budd wirklich geht: Britische Opernhäuser sollten sich um diese Inszenierung reißen, um sie auch hier zeigen zu können. (...)

John Allison, Sunday Telegraph (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Billy Budd war sehr erfolgreich in München und Hamburg, aber die letzte deutsche Produktion in Frankfurt übertrifft alles. Billy Budd an der Oper Frankfurt gehört zu den seltenen Erfahrungen, wo alles stimmt. Da bleiben keine Wünsche offen.
(...) Der Chor bewältigt seine außerordentliche Aufgabe so gut wie das Orchester die ihre. (...) Überwältigend.

Lennart Broma, Tidskriften Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Der Regisseur Richard Jones, unterstützt von Antony McDonalds Bühne und Kostümen, bietet beispielhaften Minimalismus. Das Ergebnis ist großartig. (...)

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Bernd Loebe, der Frankfurter Intendant, der sich mit dieser Produktion endgültig als einer der zurzeit klügsten Opernmanager ausweist, nimmt mit einem Weltklasse-Ensemble vorlieb. (...)

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

(...) Das größte Lob gebührte neben den fabelhaften Chören den drei Hauptakteuren, die die Gratwanderung zwischen äußerer Aktion und innerer Befindlichkeit grandios gemeistert haben. (...) Ein großer musikalischer Wurf ist der Oper Frankfurt da gelungen, der auch auf die nächste Britten-Premiere der Spielzeit neugierig macht.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Frankfurt umringte die drei Hauptcharaktere mit einem hervorragenden Ensemble (Michael McCowns Squeak und Jussi Myllys’ Novize waren besonders bemerkenswert – der junge finnische Tenor ist ein Name, den man sich merken sollte). (...)

John Allison, Opera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Schwere, schöne Musik. Vom Orchester unter Paul Daniel fantastisch gespielt, mit Feuer, Leidenschaft und Leiden. Starke Sänger. Enthusiastischer Applaus.

Dr. Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) überwältigend bewegend und kraftvoll.

Rupert Christiansen, Telegraph (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Musikalisch ist die Aufführung Weltklasse. (...) Insgesamt ein atemberaubend spannender, hinreißender Abend, vielleicht der bisher beste unter Bernd Loebes (an wunderbaren Produktionen nicht armer) Intendanten-Ägide.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) In der Spitze, aber auch in der Breite ist dieser Frankfurter Billy Budd vokal auf ganz überwiegend hohem Niveau besetzt. In solchen Produktionen zahlt sich Frankfurts solider Ensemble-Aufbau der vergangenen Jahre besonders aus, weil die zahlreichen Partien vom Maat bis zum Admiral charakteristisch besetzt sind. (…)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Mit dieser eminent gelungenen Produktion kann sich Frankfurt an die Seite ganz großer Opernhäuser wie München und Wien stellen und auch musikalisch bestehen. Kraftvoll, intensiv und differenziert die von Alessandro Zuppardo einstudierten verstärkten Chorformationen. Erstrangig die sängerdarstellerische Realisierung der drei Hauptrollen (...).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Auf diese Britten-Oper darf sich Frankfurt wieder etwas einbilden. Spannender ist sie nicht vorstellbar. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Faust, Wiederaufnahme vom 24. November 2007

(…) Die Wiederaufnahme der beliebten Inszenierung lebte von der Vitalität der Solisten und des Orchesters gleichermaßen. (…)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Durchgehende Präsenz zeigt der mit baritonaler Strahlkraft und viriler Bühnenpräsenz glänzende Michael Nagy als Valentin. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Simon Boccanegra, Wiederaufnahme vom 1. Dezember 2007

(…) Loy hat die Frankfurter ja mit brillanten Aufführungen begeistert – erinnert sei an die singuläre Entführung. Und dennoch befällt einen das Gefühl, dass er mit diesem Simon Boccanegra (in der Verdi-Rezeption nicht eben ein Liebling) einen neuen Gipfel erreicht. (…)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(…) Eine Klasse für sich blieb Željko Lučić in der Titelrolle: Von ausgezeichneter Fülle und Nuancierungsfähigkeit der Stimme, erwies sich der Bariton in der Gestaltung der den Dogen bedrängenden Empfindungen zugleich als Charakterdarsteller von Format.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Angela Denoke vom 18. Dezember 2007

(…) ein bemerkenswerter Akzent in der Liederabend-Reihe der Oper.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

L’Orfeo, Wiederaufnahme vom 28. Dezember 2007

(…) Auch bei der Wiederaufnahme im Bockenheimer Depot war der Auftritt von Bass Magnus Baldvinsson als Heino-Double in Gestalt des Fährmanns Charon ein amüsanter Höhepunkt.
(…) In Frankfurt halten sich die neun Madrigalisten zwischenzeitlich Masken von Künstlern wie Elvis Presley oder John Lennon vor, die mit frühem Tod moderne Mythen begründeten. Dies korrespondiert mit dem antiken Orpheus-Mythos durchaus erfrischend; dass Monteverdis Musik unangetastet, historisch gut informiert und erfrischend verzierungsreich gespielt wird, garantiert Studienleiter Felice Venanzoni (…).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(…) Alles steht und fällt aber mit der Titelfigur, der einzigen großen Partie. Christian Gerhaher ist dafür eine Idealbesetzung. (…)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Das Ereignis des Abends freilich ist Christian Gerhaher. (…)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Christopher Maltman vom 8. Januar 2008

(…) Bei aller Vielseitigkeit wird dennoch oft die anspruchsvolle, weil komprimierte und äußerste Klarheit fordernde Gattung Lied vernachlässigt. Ihr ein breites Podium zu bieten ist allein schon ein Verdienst der Reihe der Frankfurter Oper. Bei wachsendem Zuspruch scheinen viele Zuhörer die Vergleiche und das „Ohren-Training“ der Liederabende inzwischen sehr zu schätzen. (…)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(…) Maltman gelangen intensive Momente: Schuberts „Heideröslein“ dürfte kaum variantenreicher zu singen sein. (…)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Graham Johnson ist der Godfather of Liedbegleitung. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

Il trittico (Das Triptychon), Premiere vom 13. Januar 2008

(...) Frankfurter Musiktheater-Glück!

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik / Leporello

(...) Am Ende gab es langen Beifall. Nach Frankfurt zu fahren hatte sich wieder gelohnt. So bildreich und detailgenau wie Claus Guth muss man Giorgettas traurige Feststellung erst einmal umspielen können: „Wie schwer es doch ist, glücklich zu sein!“

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Wer in Il tabarro den romantischen Lastkahn und das Seine-Milieu erwartet oder in Gianni Schicchi den Florenz-Prospekt, wird in dieser Inszenierung nicht auf seine Kosten kommen. Sie ist zu ernst, zu intelligent, zu perspektivenreich für den normalen Opernkonsum. Dabei führt Claus Guth seinem Konzept eine oft hinreißende Theatralität zu, belichtet scharf Personen und Situationen, legt deren Nervenstränge in Bewegungen und Haltungen bloß. Auch Poetisches fehlt nicht, wie der kleine gestorbene Junge Giorgettas und Micheles, der ein winziges Papierschiffchen wie ein Leitmotiv durch alle Szenen trägt. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Diese Produktion ist – zumindest nach meinem Wissen – die erste Inszenierung, die die drei einzelnen Stücke szenisch miteinander verbindet. Und das ist phantastisch revolutionär. (...)

Desmond Chewyn, Auditorium (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) das war eine fantastische Besetzung in einer gewissenhaft durchdachten, gut inszenierten, musikalischen Produktion. Das Publikum brachte den Saal zum Beben. (...)

James Sohre, www.operatoday.com (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Kurz gesagt: ein Abend, den man nur empfehlen kann.

Shirley Apthorp, Financial Times (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Claus Guth stellt sich der Herausforderung dieses „patchworks“ mit einem einzigartigen Konzept extremer Ausdruckskraft und in seiner ganz eigenen Sichtweise, ohne die Werktreue zu verletzen. (...)
Das Ensemble der Oper Frankfurt, erfreulicherweise aus anerkannten und jungen Sängertalenten bestehend, brilliert mit unglaublichem Facettenreichtum. (...)

François Lehel, Opéra Magazine

(…) Bei den meisten Partien handelte es sich um Rollendebüts, wobei alle Ensemblemitglieder auf hohem Niveau gesungen haben – ein wichtiger Grund für den Erfolg dieser Vorstellung. (…)

Chihomi Kishi, Ongaku No Tomo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Der Frankfurter Zugriff konnte sich auch auf faszinierend überzeugende sängerische Argumente stützen. Željko Lučić gab dem Michele des Tabarro und dem Gianni Schicchi das notwendig gegensätzliche, durchweg phänomenale baritonale Format. (...)
(...) Eine opulente musikalische Schiffs- und Lebensreise fand statt. Eine grandiose Opern-Erfahrung. Die Frankfurter Oper, ein guter musiktheatralischer Hafen.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Sänger sind eben keine Schauspieler, könnte man da denken – aber das wäre danebengegriffen. Denn wo gibt es mehr Bühnenpräsenz als bei Julia Juon? (...)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Angelina Ruzzafante, kurzfristig eingesprungen, singt mit Inbrunst, wird zur Königin des Abends. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Claus Guth stellt mit Puccinis Il Trittico wieder einmal das hohe Niveau der Frankfurter Oper unter Beweis
(...) Als ebenso positive Überraschung erwies sich die junge noch weitgehend unbekannte Elza van den Heever, die als Giorgetta im Auftaktstück eine exzellente Leistung bot. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Es ist faszinierend zu beobachten, welche Stimmen Frankfurts Intendant Bernd Loebe immer wieder entdeckt. Dieses Mal die junge südafrikanische Sopranistin Elza van den Heever. Mit darstellerischer Leidenschaftlichkeit wirft sie sich an der Seite von Carlo Ventre als Luigi in die Partie der Giorgetta und betört mit einer gleichermaßen strahlend sauber geführten wie ungemein sinnlichen Stimme. Doch sie steht hier nur stellvertretend für eine insgesamt überzeugende Leistung des Solistenensembles wie des Chors.

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) gerade rechtzeitig hatte der Frankfurter Opernintendant sich den Mann aus Viareggio für die Neuinszenierung von Puccinis Il Trittico geangelt. Aber Bernd Loebes Hoffnung, Luisotti für weitere Projekte zu gewinnen, wird schwer erfüllbar und teuer sein, obgleich Luisotti mit Loebes Ensemble zufrieden sein darf – so rasch findet sich nicht eine solche Sängerbesetzung. (...)

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

(...) Doch die Krone gebührt dem Orchester unter der Leitung von Nicola Luisotti. So präzise und differenziert hat man dieses kaum je gehört. (...)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(...) Die engelsgleich intonierenden Chordamen (Einstudierung: Alessandro Zuppardo) vervollständigten dieses rundum positive Bild des Premierenabends, der das enorme Leistungsvermögen des Frankfurter Opernhauses einmal mehr bestätigte. Die wenigen Buh-Rufe für die Regie gingen am Ende im großen Premieren-Jubel unter.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) In Frankfurt ist eine gipfelhoch gelungene Kunstleistung zu bestaunen, die es schafft, die Teile des Triptychons zu einem Ganzen zu fügen. (…)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Insgesamt ambitioniertes Regietheater, wie man es von der profilierten Frankfurter Oper gewohnt ist (...).

Peter Jungblut, Bayern 2 / kulturWelt

(...) Ich genoss die Vorstellung ganz enorm... genau wie das Publikum des ausverkauften Hauses. Es ist völlig verständlich, weshalb die Oper Frankfurt meist ausverkaufte Vorführungen zu verzeichnen hat. (...)

Argo Spier, Argo Spier Opera Pages (Übersetzung: Oper Frankfurt)

Pique Dame, Wiederaufnahme vom 18. Januar 2008

(...) Zwischen Puccinis Trittico und Tschaikowskis Pique Dame liegen gerade einmal 25 Jahre – und doch ganze Opernwelten. Diese in wenigen Tagen Distanz ohne Niveauverlust zu durchschreiten, ist eine spezifische Qualität hiesiger Opernhäuser – das Publikum wird gerade in Frankfurt höchst vielfältig bedient. (...)
(...) Frank van Aken sang den Liebhaber Hermann leidenschaftlich, ohne Wenn und Aber, Michael Nagy den Fürsten Jeletzki jugendlich und dennoch cool. (...) Hohes Niveau also – aber keine Oper für Depressive!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Souveränität bewies der mit seinem strahlkräftigen Bariton auftrumpfende Johannes Martin Kränzle. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auch bei der zweiten Wiederaufnahme von Peter Tschaikowskis Pique Dame an der Oper Frankfurt hat Elzbieta Ardam ihren großen Auftritt. Das Ensemblemitglied weiß in der Partie der Gräfin um das Geheimnis der Karten. Über den künstlerischen Höchstgewinn konnte sich die Mezzosopranistin selbst freuen: Sie machte erneut die beste Figur. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Ariane et Barbe-Bleue, Premiere vom 10. Februar 2008

(...) Wer glaubt, die Oper sei im Sterben: Selbst ein Randwerk wie dieses beweist noch das Gegenteil. Sie lebt!

Stefan M. Dettlinger, Mannheimer Morgen

(...) Eine schätzenswerte Produktion der Oper Frankfurt, somit ein empfehlenswerter Abend für ein bekanntermaßen schwieriges Werk. (...)

Laurent Barthel, Opéra Magazine

(...) Warum verweigern all diese Frauen, die Ariane retten will, die Freiheit? Diese zentrale Frage des Stücks findet bei Sandra Leupold, die sich sonst vor jeder konkretisierenden, verdoppelnden Illustration der Handlung hütet, eine unmissverständliche Antwort: Sie versteht Blaubarts Frauen als Luxusgeschöpfe, die zwar kein Schloss bewohnen, aber, mit Ausnahme Alladines (sie erscheint mit Kopftuch und grauem Mantel), extravagante Boutique-Kleider tragen – die Kostümbildnerin Eva-Mareike Uhlig hat sich da einiges einfallen lassen. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...)  Blaubarts sechs Frauen sind, wie es für das mittlerweile verwöhnte Publikum der Frankfurter Oper zur Regel geworden ist, hervorragend besetzt (...).
Paolo Carignani leistet im Graben eine bemerkenswerte Arbeit. Das Museumsorchester zeigt große dynamische Disziplin und ist hellwach, wenn der Farbauftrag-Eimer geöffnet werden muss. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) das Museumsorchester (...) ist (...) derzeit eines der besten in deutschen Operngräben.
(...) Ungetrübter, starker Beifall für die Beteiligten.

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

(...) In Frankfurt singt Katarina Karnéus die Ariane: eine dramatische, schlank geführte Stimme, die keine Ermüdung erkennen lässt - über die zwei Stunden, die Ariane auf der Bühne präsent sein muss. (...) Ohne Tadel, wie gewohnt, der Opernchor unter Alessandro Zuppardo.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeinen Zeitung

(...) Katarina Karnéus brilliert als Titelheldin. Lockt, verführt, umschmeichelt, betört, verzaubert, mit sanfter starker Stimme, traumwandlerischem Spiel. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(…) Die Sensation der Frankfurter Aufführung heißt Katarina Karnéus. Der schwedischen Mezzosopranistin gelingt eine Interpretation voll bezwingender Kraft, untrüglichem Gespür für die Proportionen der riesigen Partie und Mut zu berührender Pianowärme. Weder der strapaziöse Tonumfang noch die häufigen Wechsel zwischen rezitativischem Parlando und dramatischer Weißglut bremsen die erstaunliche Künstlerin; unbeirrt errichtet sie ihren Spannungsbogen – über die volle Distanz von zwei Stunden. (…)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Famos wiederum Julia Juon, die vor kurzem erst in Il trittico begeisterte, nun als Arianes Amme glänzte, im Timbre ganz ähnlich wie Katarina Karnéus, nur reifer. Auch Dietrich Volle zeigte in seiner kleinen, eher passiven Partie – Dukas und Maeterlinck gönnen dem Blaubart gerade mal 27 Takte – charaktervolle Präsenz. (...)  Nach gut zwei Stunden gab sich das Premierenpublikum einhellig enthusiastisch. An Bravos mangelte es nicht – und die Buhs blieben diesmal aus.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Bereits die düstere, auch szenisch suggestive Chorszene des Anfangs zeigt, dass sich diese Blaubart-Ausgrabung unbedingt gelohnt hat.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Frankfurt (...) hat wieder einem Opern-Fundstück mit frischen Kräften zu neuem Glanz verholfen. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Die Zarenbraut, Wiederaufnahme vom 15. Februar 2008

(...) Für die vokal überzeugendsten Leistungen sorgen Sänger, die bereits in der Premiere zu hören waren: Allen voran Britta Stallmeister als Zarenbraut Marfa, die mit der ergreifenden Gestaltung ihrer „Wahnsinnsarie“ im vierten Akt erneut einen Höhepunkt der Aufführung bietet. Wieder ein Gewinn ist auch Johannes Martin Kränzle als baritonal edler Grjasnoi. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Voran natürlich Britta Stallmeister als Zarenbraut voller Liebreiz und mit bestechender Sicherheit in den Spitzentönen, anrührend und überwältigend zudem in der grandiosen Wahnsinnsszene des Finales. In Johannes Maria Kränzle als wild verliebten Grjasnoi hat sie einen nicht weniger zwingenden Gegenspieler. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

La Bohème, Wiederaufnahme vom 23. Februar 2008

Puccinis La Bohème ist in Alfred Kirchners Inszenierung an der Frankfurter Oper bis heute nicht in die Jahre gekommen. (...)
(...) Musikalisch wird das Publikum verwöhnt. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Mitreißende schauspielerische und komische Begabung zeigten auch Bariton Nathaniel Webster als Musiker Schaunard und der junge Bass Florian Plock, der zum ersten Mal den Colline sang. Franz Mayer trat erstmals in der Nebenrolle des Vermieters Benoît auf, die er mit gekonnter, jede Albernheit vermeidender Komik gestaltete.
(...) Über eine starke Ausstrahlung verfügt die Schwedin Elin Rombo als gutherziges Biest Musetta. Mit brillantem, sicher geführtem Sopran stürzte sie sich lustvoll in wilde Streitereien mit Marcello. (...)

Eva Schumann, Offenbach-Post

Tosca, Wiederaufnahme vom 29. Februar 2008

(...) Tosca zählt aber zu den Dauerbrennern im Opern-Repertoire. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Diese Tosca bleibt auch nach ihrer sechsten Wiederaufnahme seit der Premiere 2001 ein Publikumsmagnet. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

The Rape of Lucretia, Premiere vom 16. März 2008

(...) Für die Oper Frankfurt, mittlerweile Zentrum der Britten-Rezeption in Deutschland, hat Regisseur Dale Duesing im Bockenheimer Depot das Werk so packend vergegenwärtigt, dass er noch aus den Widersprüchen dramatische Funken schlägt.
(...) Stürmischer Beifall.

Siegfried Kienzle, Wiesbadener Kurier

(...) Insgesamt erwies sich diese überzeugende Neuinszenierung als wertvoller Baustein im Frankfurter Britten-Zyklus.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die Oper Frankfurt wieder in Bestform mit Brittens Kammeroper The Rape of Lucretia

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Die Sänger begeistern, das kleine Orchester, von Mauricio Barbacini geleitet, überzeugt. Heftiger Beifall. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Peter Marsh und Anja Fidelia Ulrich gestalten die fordernden Kommentare mit vokalem Glanz und deklamatorischer Intensität. Claudia Mahnke ist eine immens beeindruckende Singdarstellerin, die sich rückhaltlos in die widersprüchliche Titelfigur einfühlt. Wenn Gesang etwas von der inneren Wahrheit eines Menschen zu vermitteln imstande ist, dann klingt das so wie ihre Sterbeszene: frei und intensiv bis zur Selbstaufgabe. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Der Prediger ist Peter Marsh mit schöner Tenorstimme (...).
Claudia Mahnke dient der Lucretia mit Hingabe und schöner Mittellage. (...) Simon Bailey in der kurzen Rolle des Ehegatten Collatinus verleiht dem Charakter große Klasse und tiefe Vokalität. (...)

Barbara Röder, Scherzo (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Bariton Nathaniel Webster verleiht dem Prinzen Tarquinius stimmlich und darstellerisch unheimliche Präsenz. (...) Beifall mit Bravos nach zweieinviertel Stunden: Beweis dafür, dass der Oper Frankfurt eine lohnende Wiederbelebung gelungen ist.

Klaus Trapp, Darmstädter Echo

(...) The Rape of Lucretia macht Frankfurt nach gründlichem Vorlauf endgültig zur Hauptstadt der Benjamin-Britten-Pflege. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(…) Frankfurt sollte ernsthaft über die Wiederaufnahme dieser prächtigen Produktion nachdenken, ein Triumph für alle Beteiligten. Bravi tutti!

James Sohre, Opera Today (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Ein großer Abend mit viel Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Così fan tutte, Premiere vom 24. März 2008

(...) Alles in allem: Eine unaufwendige, konzentrierte, bis in die Details genau durchdachte Inszenierung von einer betörenden Qualität.

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) weitere Frankfurter Musiktheater-Sternstunde (...).

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik / Allegro

(...) das alles kann nicht präziser, sensibler, berührender dargestellt werden, als es in dieser Aufführung geschieht.
(...)
(...) Entscheidend für das Gelingen einer Così fan tutte-Aufführung sind aber seit je nicht die sängerischen Einzelleistungen, sondern ist das Zusammenspiel aller, und da zeigt die Frankfurter Oper einmal mehr bestes Ensembletheater.

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) Barbara Zechmeister bekommt in der Partie der Despina mitreissend Gelegenheit, ihr komödiantisches Talent zu entfalten: Da sitzen jede Geste und jeder Ton. (...)
(...) Michael Nagy entfaltet in der Partie mit seinem prächtigen, lyrisch melodiösen Bariton einen ungeheuren Ausdrucksreichtum (...). Und Johannes Martin Kränzle gibt mit tadellosem Bariton den Don Alfonso als stets leicht amüsierten Durchblicker.
(...) Ovationen für ein Frankfurter Mozart-Glück.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Dazu zaubert Julia Jones aus dem Graben ein wahres Klangfeuerwerk, und Felice Venanzoni entlockt dem Hammerklavier ein ganzes Bündel von Stimmen und Stimmungen: die beständig glucksenden, temperamentvollen, aber auch traumverlorenen Rezitative sind schlicht sensationell.
(...)
Neben den bewährten Frankfurter Hauskräften Johannes Martin Kränzle (Don Alfonso) und Barbara Zechmeister (Despina, mit viel Spaß am Slapstik) gibt es durch Agneta Eichenholz’ Fiordiligi, Michael Nagys Guglielmo und das schnuckelige Sophie-Marceau-Double Jenny Carlstedt (Dorabella) pures Sängerglück. (...)

Jörn Florian Fuchs, Wiener Zeitung

(…) Auch an diesem Premierenabend ist ein grandioses Ensemble zu bestaunen, das auf der Mozart-Skala von zartester Empfindsamkeit bis zum radikalen Gefühlsausbruch  alle Anforderungen mühelos besteht. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Stimmen, zum Verlieben schön, einsame Spitze im Zusammenklang. (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Auch der Chor fügt sich, sorgsam von Apostolos Kallos auf seine Rolle vorbereitet, nahtlos ins Konzept. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Beseelter, stilsicherer, klangvoller hört man Mozart von städtischen Klangkörpern selten.

Michael Struck-Schloen, Süddeutsche Zeitung

(...) Wie genau Loys Inszenierung bis ins Detail mit den Gesten von Mozarts Musik korrespondiert, kann man auch deshalb ideal nachvollziehen, weil das Frankfurter Museumsorchester unter Julia Jones eine großartige Leistung bietet. (...) – eine zu Recht uneingeschränkt umjubelte Premiere.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

Liederabend Alice Coote vom 25. März 2008

(...) Man klatschte sich die Hände wund. (...) Man hatte die Sternstunde einer Sängerin erlebt, ein Gleichnis, wie Kunst über Wirklichkeit triumphiert.  

Dieter Bartetzko, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Alice Coote, das merkt man bald, empfindet die kurzen Gedichte mit jeder Faser ihres Körpers nach. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Otello, konzertante Aufführung vom 23. März 2008

Mit der konzertanten Aufführung des Otello in der Alten Oper Frankfurt bewies Paolo Carignani einmal mehr seine Qualitäten als Verdi-Dirigent. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Wenn Paolo Carignani Verdi dirigiert, ist Italianità angesagt. So gedieh auch der Otello konzertant in der Alten Oper zum Fest der Stimmen. Mit dem Titelhelden Johan Botha an der Spitze, einem die Tragödie intensiv kommentierenden Opernchor und einem Museumsorchester, das in blendender Form aufspielte. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Auch die kleineren Rollen sind hochkarätig besetzt. (..) Der Applaus erreichte Orkanstärke.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Umjubeltes Sängerfest

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Vorzüglich der Chor in Präsenz und reichem Ausdruck.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 5. April 2008

(...) Unter der Leitung von Zsolt Hamar beeindruckte das Museumsorchester in der Ouvertüre mit präziser Abstimmung und einem feinen Ton. (...) Solisten, Chor und Orchester wurden mit lang anhaltendem Schlussapplaus für ihre Leistung belohnt.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Ausflüge des Herrn Brouček, Premiere vom 27. April 2008

Mitreißende Premiere von Die Ausflüge des Herrn Brouček gestern Abend in der Oper (...)

Josef Becker, Bild Frankfurt

(...) Ideologische Verstiegenheit – das zeigt Weidauers Regie unmissverständlich, bisweilen sehr komisch, (...) – herrscht hier wie dort (...).

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Das Publikum in Frankfurt ist begeistert von dieser urkomischen Opern-Rarität.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Frankfurt hat eine exzellente Besetzung zusammengetragen und meistert dieses vernachlässigte Juwel mit einer geschickten Kombination aus Risiko und Großzügigkeit.

Shirley Apthorp, Financial Times  (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Die Figur des Spießbürgers Brouček steht im Zentrum der vieraktigen Oper und es entpuppte sich im Laufe der Premiere als Glücksfall, dass die künstlerische Leitung den niederländischen Tenor Arnold Bezuyen für diese kräftezehrende Partie gewinnen konnte. Denn Brouček steht nahezu die gesamte Oper auf der Bühne. Bezuyen meisterte die Anforderungen ohne hörbare Ermüdungserscheinungen und war ebenso szenisch der Dreh- und Angelpunkt der Frankfurt Neuproduktion. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Juanita Lascarro (Málinka) und Carsten Süß (Mazal) bezaubern als stimmgewaltiges und hoffnungslos romantisches Liebespaar am Fuße des Hradschin und bewähren sich auch im Kreis des kühlen Mondpersonals sowie im fanatisch geführten Hussitenkrieg. Simon Baileys bürokratischer Küster liefert Slapstick der höchsten Güteklasse.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Das Sängerensemble überzeugte ausnahmslos mit einem erfreulich hohen Niveau. (...)

Britta Richter, Mannheimer Morgen

(...) Aber was endgültig überzeugt, ist das lebendige, scharf geschliffene Dirigat des sehr jungen Kapellmeisters Johannes Debus – seit 2001 am Haus –, der sowohl der ironisch-sarkastischen Intension, als auch der lyrischen Strömung des Komponisten absolut gerecht wird. (...)

François Lehel, Opéra Magazine

(...) Das Frankfurter Museumsorchester bringt unter der Leitung von Johannes Debus, seit 2001 Kapellmeister in Frankfurt, diese unterschiedlichen Welten eindrucksvoll zum Klingen. (...)

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

(...) Der Vorhang fällt, man denkt lange nach über diesen nicht einfachen, jedoch kräftig applaudierten Abend.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Britta Stallmeister und Stella Grigorian vom 29. April 2008

(...) Helmut Deutsch, als Großmeister unter den Klavierbegleitern die erste Anlaufstelle der um Einspringsänger bemühten Intendanz, gab von Bari aus den entscheidenden Tipp – rund 24 Stunden vor dem Konzert. Er könne ja, sagte er, mit Britta Stallmeister und Stella Grigorian einen Abend gestalten, beides ihm vertraute Ensemblemitglieder des Hauses. Aus dem tiefsten Süden kommt man auf die naheliegendsten Ideen. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Auf John Mark Ainsley und die herrlichen Lieder von Benjamin Britten musste man kurzfristig verzichten. Wieder zeigte sich, wie gut es ist, ein Klasse-Ensemble am Haus zu haben, aus dessen Reihen eine Sopranistin und eine Mezzo den Tenor vertreten konnten. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Soviel gute Laune auf dem Podium ist selten bei einem Liederabend (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

La Traviata, Wiederaufnahme vom 2. Mai 2008

Dieser Verdi altert nicht

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Unter der Leitung von Hartmut Keil profilierte sich das Museumsorchester mit detailgenau ausgearbeiteten Vorspielen und einer ganz überwiegend wirkungsvollen Unterstützung des Bühnengeschehens.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Reise nach Reims (Il viaggio a Reims), Wiederaufnahme vom 9. Mai 2008

(...) Auch bei der nunmehr zweiten und letzten Wiederaufnahme der Frankfurter Produktion brachten die mehr als ein Dutzend Solisten und der von Alessandro Zuppardo akkurat präparierte Opernchor das Sujet mit Hingabe zum Funkeln. (...)
(...) Doch das Sujet hat auch Stacheln, die dank der leichthändigen Aktualisierungen dieser Inszenierung spürbar bleiben. Und als Großparade der Goldkehlchen ist es ein in dieser Qualität selten zu erlebendes Muss.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der Chor zeigt sich von seiner besten Seite, auch das Solisten-Ensemle mit Simona Šaturová (Madame Cortese), Elin Rombo (Corinna) und Simon Bailey (Don Profondo) an der Spitze gibt sich meisterhaft dem verspielten Reigen hin. Routiniert und zupackend rundet das Museumsorchester eine gelungene Produktion ab.

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Anja Harteros vom 13. Mai 2008

Sternstunde der Liedkunst

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Ein wahrhaft großer Liederabend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Die Beifallsstürme wollten nicht enden, erst recht nicht nach den Zugaben (...).

Eva Schumann, Offenbach-Post

L’espace dernier, konzertante Aufführung vom 17. Mai 2008

(...) Paolo Carignani stand wie ein Fels in der Brandung aus instrumentaler, chorischer und solistischer Gischt bei Matthias Pintschers Oper L’espace dernier (...).
Großes Lob gilt dem Museumsorchester (...).

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Das hellwache Frankfurter Museumsorchester sucht sich seinen Weg durch das Stück mit großer Verlässlichkeit, und die vokale Gestaltung des sechzehnköpfigen (in der Partitur „Gesangssolisten“ genannten) SWR Vokalensembles und der sechs Solistinnen und Solisten lässt in Dramatik, Präsenz, Präzision und Textverständlichkeit keine Wünsche offen. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Langer herzlicher Beifall des Publikums für den anwesenden Komponisten und alle Mitwirkenden.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Fidelio, Premiere vom 1. Juni 2008

(...) Was aber am meisten überzeugt und für die Aufführung einnimmt, ist Paulhofers und Harbs Fähigkeit, alle bekannten Fidelio-Klischees verschwinden zu lassen.
(...) Harbs Personenregie ist schnörkellos, konzentriert, manchmal banal, der Körperausdruck der Handelnden von konkret-alltagshafter Sinnfälligkeit. (...)

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

(...) Die Solisten dürften zudem in ihrer durchgehenden vokalen Kompetenz so schnell von keinem anderen nationalen wie internationalen Ensemble erreicht werden. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Retterin nicht nur Florestans, sondern der Aufführung insgesamt ist Erika Sunnegårdh als Leonore: eine Stimme von überwältigender Strahlkraft mit jugendlich hellem Timbre und gefestigtem Fundament, von zartem Schmelz in den Piani und dazu eine suggestive Darstellerin. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) eine mehr als würdige Besetzung, mit einem ausgezeichneten Florestan von Michael König (...) und einer Reihe von Comprimarii auf sehr gutem Niveau. (...)

Enrico Giardi, Corriere della Sera (Übersetzung: Oper Frankfurt)

(...) Britta Stallmeister ist eine stimmlich klare und kompetente, nie zu lyrische und nie nur leidende Marzelline und spielt die wohl stärkste Entwicklung innerhalb des Stückes aus: von der Frau in Rot, die unmissverständlich ablehnt und begehrt, zur Ton-in-Ton-Dame, die sich mit dem bescheidet, was sie zu Anfang auf keinen Fall gewollt hat (...).

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Paolo Carignani zeigte mit dem Museumsorchester noch einmal seine dramatischen Leidenschaften, vor allem aus der großen Freiheits-Apotheose machte er einen frenetischen Jubel-Sturm. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Das Orchester unter Paolo Carignani sowie der Chor unter der Leitung von Alessandro Zuppardo überzeugen durch feinste Schattierungen im Pianoklang und dem orgiastischen Heilsgesang im Finale. (...)

Elena Garcia-Fernandez, Darmstädter Echo

Unter Eis, Premiere vom 2. Juni 2008

(...) Ein äußerst origineller Abend an diesem wie immer hervorragend geeigneten Ort – was wäre Kultur in Frankfurt ohne die Möglichkeiten des Bockenheimer Depots? Viel Beifall.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Viel Applaus für eine sehr geschlossene Hightech-Ensembleleistung voller Kontraste.

Achim Heidenreich, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Brück ist sowohl als Sänger wie als Darsteller von starker Präsenz, Szymanski und Wodianka und fünf Solisten des Philharmonia Chor Wien machen das Büro komplett, und Carlo Wilfart von der Chorakademie Dortmund ist ein eindrucksvoller Knabensopran, der das Kind im Manne repräsentiert. (...)

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Am Ende des in jeder Hinsicht gelungenen Opernabends bestand Anlass zu großem Jubel. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Don Giovanni, Wiederaufnahme vom 13. Juni 2008

(...) Bálint Szabó, dessen angenehm nobler, kultiviert und nie forciert wirkender Don Giovanni nach der Wiederaufnahme nur noch einmal zu hören ist, wird in den Folgevorstellungen vom künftigen Ensemblemitglied Aris Argiris abgelöst. (...) Eine Bereicherung stellt auch Daniel Behle als Don Ottavio dar, ein feiner, eleganter und nahezu idealer Mozart-Tenor. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Neben Barbara Zechmeisters intensiv gestalteter Donna Elvira gerieten die Auftritte Elza van den Heevers als Donna Anna zu Höhepunkten. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Anne Schwanewilms vom 17. Juni 2008

(...) Was Anne Schwanewilms, die erfahrene Spezialistin für das Vokalwerk von Richard Strauss, in engem Einverständnis mit dem Berliner Liedprofessor Manuel Lange bot, erfüllte höchste Ansprüche. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wenn Anne Schwanewilms einen Liederabend gibt, kann das Publikum auf Texte im Programm verzichten. Die Sopranistin, die nächste Saison ihr Debüt an der Oper Frankfurt als Richard Strauss’ Arabella gibt, artikuliert so klar, dass man Wort für Wort mitschreiben könnte – eine günstige Voraussetzung, als sie dort höchst spontan auftrat. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Man darf sich auf die kommende Opern-Spielzeit freuen, denn bei der dann anstehenden Neuinszenierung von Richard Straussens Arabella wird die Titelpartie gesungen werden von Anne Schwanewilms. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Agrippina, Wiederaufnahme vom 24. August 2006

(...) eine Weltklasse-Inszenierung mit teilweise überragenden Darstellern. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Anna Ryberg als Poppea und Simon Bailey waren nicht zuletzt aufgrund ihrer ausdrucksstarken Stimmen die richtigen Besetzungen für diesen genialen Wurf des erst 24 Jahre alten Händel.
(...) Hervorragend in Spiellaune war auch das um einige Barockspezialisten ergänzte Museumsorchester unter der Leitung von Felice Venanzoni, einem Meister seines Fachs.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Meistersinger von Nürnberg, Wiederaufnahme vom 3. September 2006

Im Reigen der Wiederaufnahmen in der Oper Frankfurt bestätigt die Meistersinger-Inszenierung von Christof Nel aus der Spielzeit 1992/93 abermals den Spitzenrang des Hauses.
(...) Das Publikum dankte allen Beteiligten mit Ovationen.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Die fast einhellige Begeisterung des Publikums galt der enormen Energieleistung, der inszenierten Opulenz und den ausgezeichneten sängerischen Leistungen des Ensembles.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Nürnberger Butzenscheibenromantik sucht man auf der Frankfurter Opernbühne vergebens. Stattdessen triumphiert dort ein spielfreudiges Ensemble mit exzellenten Sängerdarstellern, die ihren Rollen in jeder Szene ein ausgefeiltes Profil verleihen.
(...) Johannes Martin Kränzle bietet als Beckmesser eine faszinierende Charakterstudie des letztendlich Scheiternden – wofür ihn das Publikum in der Frankfurter Oper begeistert feiert. Ja, es ist möglich, dass sich Opernsänger schauspielend verschleudern und zugleich exzellent singen können. (...)

Roman Kocholl, Nordbayerischer Kurier

(...) Dem ein exzellent präpariertes Orchester mit fein abgestuften Motivfolgen – sowie einen sehr beweglich agierenden Chor (Einstudierung: Alessandro Zuppardo) – leitenden Kapellmeister Roland Böer stand eine durchweg ansprechende Sängerbesetzung zur Verfügung. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Die verkaufte Braut, Wiederaufnahme vom 7. September 2006

(..) Danielle Halbwachs war eine überzeugende Marie mit wunderbar lyrisch timbriertem und voll tönendem Sopran. Frank van Aken als Hans bestach mit einem gleichermaßen strahlenden wie fein differenzierten Tenor. Die Momente der – später gebrochenen – Innigkeit des Paares gehörten zu den intensivsten. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Liederabend Philip Langridge vom 3. Oktober 2006

(...) Freilich kam mit Philip Langridge, begleitet vom nicht minder bedeutenden David Owen Norris am Klavier, einer der Großmeister des britischen Liedgesangs.(...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Aida, konzertante Aufführung vom 6. Oktober 2006

Schaulaufen starker Gesangssolisten

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Auch diesmal hatte man für die Hauptrollen Sänger verpflichtet, die gewohnt sind, Häuser von internationalem Format zu füllen (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) In der Alten Oper beweist Paolo Carignani  mit einem sehnsuchtsvoll verklärten Vorspiel abermals seinen Ausnahmerang als Verdi-Dirigent. (...)
(...) Dem selig verklärten Freiheitshymnus der lebendig begrabenen Liebenden antwortet ein Beifallssturm aus dem Publikum.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Tadellos der Chor (Alessandro Zuppardo), und viel Beifall, nicht nur für die diversen Sieges- und Triumphmärsche (...).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Das Frankfurter Museumsorchester brillierte in ganz unterschiedlichen Facetten – vom durchgreifenden Knalleffekt und organisierten Lärm der großen Tableaus bis zu federleichten Exotismen und Stimmungsuntergründen. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Caligula, Uraufführung vom 7. Oktober 2006

(...) So aktuell, so universell wie dieser Vierakter, an dem der 46jährige Henze-Schüler seit zehn Jahren herumdenkt, war Musiktheater in Deutschland selten in letzter Zeit. (...)

Elmar Krekeler, Die Welt

(...) Caligula, das steht fest, ist eine Oper, die es nicht verdient, nach ihrer Uraufführung in der Archiv-Schublade zu verschwinden. Sie hat das Zeug zum Repertoirestück.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Erstklassige Sänger, höchste orchestrale Qualität und ein ausgezeichneter Chor (trainiert von Alessandro Zuppardo) vereinen sich zu einer ebenso ernsthaft wie gründlich erarbeiteten Uraufführung. Die Ovationen des Publikums gelten auch dem anwesenden Komponisten dieser großen Nachtmusik. Gepriesen sei die Risikobereitschaft der Auftraggeber. Die Opernhäuser Frankfurt und Köln haben dem Musiktheater einen schönen Zuwachs beschert. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Das Publikum applaudierte lange und nicht ohne Begeisterung (...).
(...) Faszinierend außerdem die Leistung des Chors, der zudem als Bewegungschor choreografisch bestens geführt wurde.

Heinz Zietsch, Darmstädter Echo

(...) Die Uraufführung war ein außerordentlicher Publikumserfolg (...).

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Frankfurts Oper hat mit dieser – in der Summe eindrucksvollen – Uraufführung zugleich einen Vorgeschmack gegeben: In den nächsten Spielzeiten folgen Uraufführungen unter anderen von Jörn Arnecke, George Benjamin, Jens Joneleit, Marc André und Daniel Schnyder.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Zarenbraut, Premiere vom 29. Oktober 2006

(...) Dieser Historienreißer wird an der Frankfurter Oper noch ein paar Wiederaufnahmen erleben.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Frankfurt hat klangsatt auftrumpfende, weich verschmelzende, von Alessandro Zuppardo blendend einstudierte Chöre zu bieten und ein prachtvolles Sängerensemble, aus dem der Grigori Grjasnoi von Johannes Martin Kränzle herausragt. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(...) Zum anderen aber, und das ist gleichsam die Bedingung für die tragende Rolle des Grjasnoi, steht (...) mit dem Bariton Johannes Martin Kränzle aus dem Frankfurter Ensemble ein hochintelligenter Sängerschauspieler zur Verfügung, wie man sich ihn für diese Figur nicht idealer vorstellen kann.
(...) Wie Kränzle diesen Grjasnoi in seinen seelischen Turbulenzen zwischen Müdigkeit und Begehren, alter Lust am Vernichten und neuer Lust am Lieben, schließlich im verzweifelten Bekennen der Wahrheit und der Sehnsucht nach dem Tod verkörpert, ist – selten genug in der Oper – hohe Schauspielkunst, die noch einmal gesteigert wird durch eine grandiose sängerische Präsenz. (...) Kränzle folgt diesen Linien mit Bravour, verleiht dem Liebessehnen belkantistisch-warmen Nachdruck, während die Verzweiflung über das eigene ruchlose Tun in ein vokales Vexierspiel aus mächtigem baritonalem Pathos und melancholischer Pianissimo-Kultur mündet: eine Glanzvorstellung. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Gleichermaßen überzeugend in punkto darstellerischer Präsenz und vokalem Können gelingt Britta Stallmeister eine erschütternde Verkörperung der Zarenbraut Marfa. (...) Die Sängerin riskiert viel und gewinnt alles. (...)
(...) Rimski-Korsakows Zarenbraut wurde bei ihrer überfälligen Frankfurter Erstaufführung vom Publikum mit offenen Armen empfangen. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Geradezu grandios das Team der Sängerdarsteller, an der Spitze zwei Frankfurter Opernkünstler, die sich mit Intelligenz und Einfühlungsvermögen scheinbar mühelos den Anforderungen der russischen Originalsprache stellten: Britta Stallmeister, jugendlich klar und problemlos höhensicher in der Titelpartie, und Johannes Martin Kränzle mit profundem Bariton, in allen schauspielerischen Facetten von wurmhafter Wendigkeit und erotischer Verfallenheit exzellierend, als zwielichtiger Grjasnoi. (...) fulminant der gleißende Charaktertenor von Hans-Jürgen Lazar als Bomeli. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

La Cenerentola, Wiederaufnahme vom 3. November 2006

(...) Keith Warners Inszenierung dieser Rossini-Oper von 2004 gehört zu den überzeugendsten Aktivitäten im Frankfurter Opernhaus der vergangenen Jahre. Mit der Zusammenstellung der Solisten hatte man wiederum eine gute Hand. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Agiler  Motor des Spielwerks ist der junge Kapellmeister Johannes Debus. Bereits in den knapp acht Minuten der Ouvertüre entrollt sich unter seinen Händen der prachtvoll flirrende Horizont der musikalischen Komödie. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Die Leutseligkeit der Produktion mit ihren witzigen Requisiten machte sowohl bei den Erwachsenen als auch den zahlreichen Kindern im Publikum Laune. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Johannes Debus leitete bei der aktuellen Wiederaufnahme das Museumsorchester sicher durch Rossinis abgründige Untiefen und zeigte ein ausgeprägtes Gespür für Tempi, Farben und dynamische Werte, wobei er besonders gerne die Kombination von gesteigerter Aktion bei zurückgehaltener Dynamik zur Modellierung funkelnder musikalischer Pointen heranzog. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) ein kurzweiliges Vergnügen. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Liederabend Violeta Urmana vom 7. November 2006

(...) Beeindruckend, beflügelnd, ja berauschend, zu welchen Höhen zwei Künstler sich aufschwingen können an einem wirklich vollkommenen Liederabend. (...)
(...) Das Opernhaus schließlich mit vielen beglückten Menschen verlassend, war aus Ahnung unversehens persönliche Erfahrung geworden: Es gibt sie noch, die ganz große Liedkunst!

Andreas Schubert, www.klassik.com

La clemenza di Tito, Wiederaufnahme vom 9. November 2006

Den Lobgesängen über die Inszenierung von Christof Loy, die die Premiere ausgelöst hatte, darf man sich von Herzen anschließen. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Stella Grigorian meistert bei ihrem Rollendebüt diese Nuancen stimmlich und darstellerisch bewundernswert. Facettenreich gestaltet Sonja Mühleck die Vitellia. (...)
(...) Anhaltender Beifall und Bravos für alle Beteiligten!

Eva Schumann, Offenbach-Post

Werther, Wiederaufnahme vom 18. November 2006

Die Premiere von Jules Massenets Oper Werther in der Inszenierung von Willy Decker gehörte zu den Höhepunkten der Spielzeit 2005/06. (...)
Die Mezzosopranistin Claudia Mahnke sang die Charlotte mit warmem Timbre, ungemein fesselnd in der großen Szene im dritten Akt und technisch versiert. (...) Ihr großes darstellerisches Können unterstrich sie zudem, so dass die Duette mit Piotr Beczala zu mitreißenden Momenten dieses packenden Abends wurden. (...)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(...) Das von der Staatsoper Stuttgart herkommende neue Ensemblemitglied Claudia Mahnke gab ein rundum überzeugendes Rollendebüt. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

On Wenlock Edge / Savitri, Premiere vom 1. Dezember 2006

Mit zwei kurzen Inszenierungen wurde das Holzfoyer der Frankfurter Oper wieder einmal nächtlich bespielt.
Die Idee klingt vielversprechend, sowohl Ort als auch Zeit sind ungewöhnlich und reizvoll. Während andernorts der Vorhang fiel, begann nun in der Frankfurter Oper ein neues Projekt, das hoffentlich seine Fortsetzung findet. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Tiefland, Premiere vom 12. Dezember 2006

(...) Die Frankfurter Expedition durch Eugen d’Alberts Tiefland vereint dramatische Wahrhaftigkeit mit vollkommener Durchdringung der musikalischen Struktur. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Ausgezeichnet besetzt waren (...) die zentralen Partien, voran mit John Treleaven als, nach zögerlichen Anlauf, doch heldischem, gleichwohl empfindsam phrasierenden Pedro. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Vor rund hundert Jahren, als Tiefland uraufgeführt wurde, hätte eine Stimme wie die von Michaela Schuster eine Massenhysterie ausgelöst. (...)

Jürgen Hartmann, Stuttgarter Zeitung

(...) Für die vorzüglichen Sänger, das Orchester und den Dirigenten gab es den stärksten Applaus.

Klaus Trapp, Darmstädter Echo

(...) das Orchester präsentiert sich unter seinem künftigen Chefdirigenten Sebastian Weigle in bester Verfassung. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) Am Pult des Frankfurter Opernorchesters stand Sebastian Weigle, der designierte Generalmusikdirektor, der sein Amt im übernächsten Jahr antreten wird. Er könnte sich als Glücksgriff für Frankfurt erweisen. (...)

Stephan Hoffmann, Stuttgarter Nachrichten

Liederabend Susan Bullock vom 12. Dezember 2006

(...) Viel verdienter Applaus.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme am  16. Dezember 2006

(...) Alfred Kirchners Inszenierung von 1998 erwies sich einmal mehr als Publikumsmagnet für die Frankfurter Oper. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Alle Vorstellungen ausverkauft (...).

(...) Grundsätzlich darf man der Aufführung hohes sängerisches Niveau bescheinigen (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Auffällige Neuzugänge sind vor allem Jussi Myllys mit seinem klangvollen und frei strömenden Tenor als Tamino, Bálint Szabó, der den Sarastro mit geschmeidigem Bass gibt, sowie der enorm bewegliche Michael Nagy als Papageno. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Constantinos Carydis (...) entlockt (...) dem makellosen Frankfurter Museumsorchester einen Mozart-Ton, der an Artikulationsgewalt, an bewegter Phrase und durchgeformter Klanglichkeit überragend ist. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Blochs Macbeth, Wiederaufnahme vom 30. Dezember 2006

(...) Unter den Neubesetzungen ragte Taina Piira als Lady Macbeth heraus. (...) Wie in der Premiere stellte Daniel Sumegi die Titelrolle mit machtvollem, zugleich überaus flexiblen Bass-Bariton dar. (...)
Neben diesen beiden Schlüsselpartien bietet Blochs einzige Oper lediglich kleinere Rollen, die sich jedoch zu einem dichten Ensemble fügen. Dieses Puzzlespiel glückte mit hervorragenden Sängern aus dem eigenen Ensemble, darunter fünf Neubesetzungen. Stellvertretend sei Johannes Martin Kränzle als charaktervoller Macduff genannt. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) umso eindrucksvoller krönte der von Alessandro Zuppardo einstudierte Chor als Malcolms Heer das Finale.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Tosca, Wiederaufnahme vom 5. Januar 2007

(...) Die Oper Frankfurt hat Puccinis Tosca für ein begeistertes Publikum wieder aufgenommen

(...) Ausgezeichnet das Orchester unter dem jungen schwedischen Dirigenten Stefan Solyom, der einen ebenso schweifenden, aufschäumenden Klang bot. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Umso entfesselter freut sich der Tenor über den Jubel beim Schlussapplaus. Denn der kann es bei dieser Tosca-Wiederaufnahme durchaus mit der Stimmung in einem italienischen Opernhaus aufnehmen...

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Die Hauptrolle in dieser Wiederaufnahme aber kommt wieder dem Museumsorchester zu, das unter der Leitung von Stefan Solyom kraftvolle Bläser zur Entfaltung brachte. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Der Schreifütz, Premiere vom 20. Januar 2007

(...) Mit einem genialen Coup haben Dramaturgin Deborah Einspieler und Regie-assistentin Katharina Thoma den Freischütz für Kinder nachvollziehbar gemacht. Im ausverkauften Holzfoyer der Frankfurter Oper entwickelt sich innerhalb von 50 Minuten eine Aufführung von hinreißender szenischer Phantasie. (...)

Claudia Schülke, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Nicht nur die Kleinen, die sich in ansehnlicher Zahl vor der bunten Bühne im Holzfoyer eingefunden hatten, waren ganz aus dem Häuschen. Dieser Schreifütz verfehlte auch bei den Erwachsenen seine Wirkung nicht – das lag besonders an den beiden Darstellern Danilo Tepsa (Max) und Nina Schubert (Agathe), die schauspielerisch auf der Höhe waren und gute Stimmen erkennen ließen. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Giasone, Premiere vom 21. Januar 2007

(...) Drei Stunden gespannte und unterhaltsame Aufmerksamkeit lösten sich in begeistertem Jubel für den unterschätzten Francesco Cavalli – und der vor Probenbeginn unerwartet verstorbenen Regisseurin Anouk Niklisch mag diese herrlich gelungene Gemeinschaftsarbeit ihres gesamten Teams ein verehrungsvoller Gruß in den Künstlerhimmel gewesen sein...

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik, Allegro

(...) Alle spielen und agieren in ständiger Bewegung vorzüglich – es ist das reinste Vergnügen. Unter vielen ausgezeichneten Produktionen der Frankfurter Oper gehört diese zu den besten. Einhelliger Jubel.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Keine musikalischen Längen sind während der dreistündigen Aufführung zu vermerken, auch die szenische Seite präsentiert sich äußerst gelungen. (...)
Last but not least, nun zu den Sängern: Jede Partie ist hervorragend besetzt, gesungen wird auf einem Niveau, wie es heute nicht allzu oft so homogen zu erleben ist. (...)

Midou Grossmann, www.klassik.com

(...) Extrem homogen, stil- und wirkungssicher agierte im Depot das neunköpfige Solisten-Kollektiv, in dem der Tenor Christian Dietz als stotternder Demo und die furiose, seit vergangenem Jahr im Frankfurter Hausensemble singende Stella Grigorian als Medea vokale Spitzenplätze einnahmen. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

 (...) Was da drei Stunden lang aus dem dreizehnköpfigen Instrumentalensemble an musikalischer Beredtheit und instrumentalem Glanz erklang, kann nur mit Superlativen beschrieben werden. (...)
(...) Stella Grigorians Medea und Juanita Lascarros Isifile, beide blendend singend, kontrastieren lebendig die unterschiedlichen Temperamente. (...) Ein im wahrsten Sinne des Wortes „wunderschöner“ Opern-Theaterabend.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Mit Streichern, Zinken, Lauten und allerhand Effektvollem wie Tambourin und Windmaschine klingt das Resultat nicht nur historisch bestens informiert, sondern dank Marcons zupackend straffer, rhythmisch deftiger Musizierweise auch höchst erfrischend. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Tannhäuser, Premiere vom 28. Januar 2007

(...) jetzt ist es Vera Nemirova, der jungen, aber bereits in Deutschland etablierten bulgarischen Regisseurin gelungen, eine eigene, durchaus augenzwinkernde Lesart des meist so hehr dargebrachten Stoffes zu finden. (...)

Damian Kern, www.der-neue-merker.at

(...) Tannhäuser ist in der faszinierenden Inszenierung von Vera Nemirova, die zum Kern der Wagner-Oper vorstößt, ein ewig Suchender. (...)

Heinz Zietsch, Darmstädter Echo

(...) Der jungen Regisseurin Vera Nemirova, dem einfühlsam-klugen Dirigenten Paolo Carignani und einigen herausragenden Solisten ist eine Sternstunde zu danken, eine Sternstunde für Wagner und das Musiktheater. (...)

Monika Beer, Fränkischer Tag

(...) Wagners energetische Musik, von Paolo Carignani druckvoll dramatisiert, und die vielen Rollendebüts gaben der großen romantischen Oper eine Frische, die vier Stunden zur Kurzweil werden ließen. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Perfekt integrierte sich der Schubert-Spezialist Christian Gerhaher in der Rolle des Wolfram. Er zeigte, dass auch sängerische Elemente des Belcanto und des Liedgesangs bei Wagner funktionieren können. Das Premierenpublikum dankte es mit tosendem Applaus. (...)

Christian Rupp, Gießener Anzeiger

(...) So hieß der Abend „Wolfram von Eschenbach“. Die Prognose sei gewagt: Christian Gerhahers Weltkarriere begann. Faszinierende Textbehandlung, hochexpressiver Gesang, die ganze Handlung zwischen beseelter Verinnerlichung und neurotischer Zerrissenheit mitspielend – ein Rollendebüt auf singulärem Niveau – Gänsehaut – und dann frenetischer Jubel…

Wolf-Dieter Peter, Deutschlandfunk Köln / Kultur heute

(...) Danielle Halbwachs’ jugendlich-dramatische Elisabeth erfreut durch Strahlkraft und schöne Farben, singt die Hallenarie mit tiefer Empfindung und wahren Jubeltönen. Im dritten Akt (Gebet) beweist die Sängerin Atemkontrolle und Piano-Kultur. (...)
(...) Magnus Baldvinsson  singt und spielt den bassautoritären Landgrafen Hermann mit herrlich strömender Stimme (...).

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Elektra, Wiederaufnahme vom 2. Februar 2007

(...) Wie so oft hat Richard Strauss seine ganze schöpferische Phantasie auf die Titelgestalt ausgerichtet. So ist es ein Glücksfall, dass Susan Bullock wie bei der Premiere ihre schier unerschöpfliche Stimmkraft, die kein entfesseltes Strauss-Orchester zu scheuen braucht, wiederum der von Hass zerfressenen Königstochter leiht. (...)
Die englische Sopranistin gibt der Frankfurter Elektra ihren hohen Rang; dass die Partner mithalten können, spricht für sie: Ann-Marie Backlund als Chrysothemis mit leidenschaftlich bewegter Leuchtkraft, Ingrid Tobiasson in der musikalisch avanciertesten Szene als eine von Gewissensqualen zerrissene, intensiv gestaltende Klytämnestra. Mit sonorer Ruhe lässt Gregory Frank als Orest die Last seines Auftrags spüren. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Am Ende prasselten die Bravo-Rufe geballt hernieder auf Susan Bullock, Ann-Marie Backlund und Ingrid Tobiasson (...). Jetzt feierte die schöne Grausamkeit auf der Opernbühne Wiederaufnahme. Die drei bejubelten Damen waren bereits bei der Premiere auf ihren Rollen bestens besetzt und boten auch jetzt plastische Profile (...).
(...) Barbara Zechmeister stach aus dem wohlgefügten Mägde-Quintett hervor. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Johannes Debus leitet die (...) Aufführungen furios, die Farben des Orchesters (Blech, Klarinetten!) und den oft doppelbödig tanzenden Rhythmus der Musik hervorhebend. Ein mitreißender Abend!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Stella Doufexis vom 6. Februar 2007

(...) Selten erlebt man eine solche Kongruenz von Vokal- und Instrumentalton. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Ein Detail am Rande: Doufexis und Bauni haben im vergangenen Jahr eine CD mit „Skizzen aus Griechenland“ eingespielt (mit so gut wie allen Attraktionen des Frankfurter Abendprogramms, aber was ist so ein schnöder Silberling schon gegen das Unmittelbare), die unter dem Titel Sketches of Greece bei Coviello classics erschienen ist. Auf dem Cover sieht Doufexis ziemlich ernst und gestreng aus, aber das täuscht. Denn so sind sie nicht. Und das lag in Frankfurt sicher nicht nur daran, dass sie im Kinderchor der Oper ihre ersten sängerischen Schritte tat, wie sie Bernd Loebe verriet. Eine erfolgreiche Rückkehr.

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Un ballo in maschera (Ein Maskenball), Wiederaufnahme vom 9. Februar 2007

(...) Zeljko Lucic als Renato war jetzt der herausragende Sänger des Abends: Seine Arie „Eri tu“ die er unter dem frischen Eindruck der Erkenntnis singt, dass Riccardo ihn mit seiner Gattin Amelia betrogen hat, präsentierte er mit der Ausdrucksstärke eines vokalen Psychogramms, dabei mit so balsamischem wie gut fokussiertem Bariton. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Bei den Frauen machte den überzeugendsten Eindruck Britta Stallmeister als guter Geist Oscar: sehr klar, höchst beweglich und auch in der mimischen Dimension exzellent. (...)
Carlo Franci, altbewährter Fachmann für italienische Oper in Frankfurt, bot wieder seinen zuverlässigen, kernigen, farbigen und immer steigerungsfähigen Verdi-Ton, dem das exzellent aufgelegte Museumsorchester alles gab. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Curlew River, Wiederaufnahme vom 9. Februar 2007

(...) So präsentiert sich Curlew River als exotisches Kleinod der hiesigen Opernszene, uneingeschränkt hörens- und sehenswert.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro), Premiere vom 4. März 2007

(...) Es ist Bernardi gelungen, eine alte Geschichte so zu erzählen, dass sogar der ausgepichteste Kenner wieder einiges Neue in dem (wie alle guten Stücke) unerschöpflichen Werk entdeckt. Dabei geht es ohne Verkrampftheiten ab, ohne ratternde Gags. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Intendant Bernd Loebe kann stolz auf dieses Ensemble sein: Fast ausschließlich mit hauseigenen Kräften konnte diese Neuproduktion des Figaro realisiert werden. Und das auf einem bis in die kleinste Partie hinein durchweg hohem Niveau. Auch so spielstark hat man das Frankfurter Ensemble seit längerem nicht mehr erlebt. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Dass ein Regisseur Erfolg hat, wenn er im traditionellen Sinne am Text entlang inszeniert, ist heute bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Durch die Vielzahl der um zusätzliche Bedeutungsschichten erweiterten Interpretationen ist das Publikum nämlich kaum mehr darauf eingestellt, „nur“ das Stück selbst präsentiert zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: weil man inzwischen bestens für das Rezipieren künstlich geschaffener Tiefe ausgebildet ist, kann ihr Fehlen schnell als Mangel fehlgedeutet werden. Deshalb sollte das Risiko, eine Oper in konventionellem Gewand auf die Bühne zu bringen, nur von einem Team eingegangen werden, das sich auch innerhalb eng abgesteckter Grenzen einigermaßen kreativ zu bewegen versteht.
Die Frankfurter Neuproduktion von Le nozze di Figaro lag offensichtlich in solch fähigen Händen. (...)

Andreas Schubert, www.klassik.com

(...) Besondere Ausstrahlung gewann diese unangestrengte, stilistisch geschlossene, in der Personenführung ausgefeilte, doch zuweilen die Konvention streifende Inszenierung durch hervorragende musikalische Leistungen. Das von Julia Jones glühend energisch geleitete Frankfurter Museumsorchester ließ von der rasanten, mit kleinen Sprengladungen durchsetzten Ouvertüre an keinen Zweifel an Mozarts umstürzlerischem Geist: Zu hören war eine Buffa mit Ecken und Kanten, aber auch mit Atem, Farben und klanggestischen Spannungen. Die Rezitative waren, wie schon bei Christof Loys Frankfurter Inszenierungen von Mozarts Entführung aus dem Serail und Titus, geistsprühend, witzig kommentiert und illustriert von Felice Venanzonis Improvisationen am Hammerflügel. Süperb gerieten auch fast sämtliche vokale Darbietungen. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Fazit: Es geht auch ohne Anna Netrebko. Vor allem in Frankfurt, wo das Ensemble der Star ist in einer völlig jugendfreien Inszenierung, die zum Publikumsrenner werden könnte.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Weiße Rose, Premiere vom 9. März 2007

(...) Das Bockenheimer Depot bot jetzt ein beklemmendes Ambiente für die Neuinszenierung der Oper Frankfurt, die unmittelbar aufzurütteln verstand. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Es sind diese unheroisch flüchtigen, improvisierten Bilder, die Quests Regiearbeit so kostbar machen. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Und so hängt die Oper ganz besonders an den beiden Hauptdarstellern, die in Frankfurt von der wunderbaren Britta Stallmeister und dem großartigen Michael Nagy verkörpert wurden und zum Glücksfall dieses Abends wurden. (...)
(...) Der Abend gehörte (...) ganz den fabelhaften Sängerdarstellern.

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar Zeitung Heidelberg

(...) Besser kann man Weiße Rose im Grunde nicht besetzten. So darf man nach 75 Minuten alle Fasern durchdringenden Musiktheaters nachdrücklich feststellen: eine Aufführung, die man erlebt haben muss.

Andreas Schubert, www.klassik.com

(...) Britta Stallmeister als Sophie und Michael Nagy als Hans Scholl, die ihre oft in entgrenzt wirkende Höhen führenden Partien mit äußerster Sicherheit und Intensität gestalten. Und jene Kantabilität, die Zimmermann in diesen Szenen immer noch zulässt, wirkt bei ihnen immer beklemmend, ausdrucksstark, nie larmoyant oder gar wie ein Schönklang um seiner selbst willen. Dazu passt auch die kammerorchestrale Gestaltung durch Mitglieder des Frankfurter Museumsorchesters, geleitet von dem israelischen Dirigenten Yuval Zorn (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Außerste Präzision und Werktreue charakterisiert die musikalische Gestaltung des 15-köpfigen Orchesters unter Leitung von Yuval Zorn (...).

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Mozart und Salieri · Ein Requiem, Premiere vom 10. März 2007

(...) Mozart lauscht seinem Requiem in Embryonalhaltung, gekrümmt oder mit bebender Brust, wie Peter Marsh darstellte. Sängerisch hält er sich wie sein Kollege Bálint Szabó in der Partie des Salieri einwandfrei. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die jungen Choristen der (koproduzierenden) Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und des Opern-Extrachores waren auch musikalisch bestens trainiert (Simon Pettite) und klanglich wohlabgestimmt-substanzreich. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Das von Mitgliedern des Museumsorchesters verstärkte Hochschulorchester bot unter Hartmut Keils Leitung eine weitgehend makellose Leistung. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Das Orchester der Musikhochschule spielt unter seinem Dirigenten Hartmut Keil schlank im Klang und die Kontraste betonend. Liebhaber unbekannter Werke können sich (...) über diese Aufführung freuen.

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

Pique Dame, Wiederaufnahme vom 16. März 2007

(...) Dank kontinuierlichen Ensembleaufbaus kann die Oper Frankfurt inzwischen also ganze Inszenierungen aus eigener Kraft qualitätvoll besetzen – in einigen Rollen sogar mehrfach.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der Rollendebütant Frank van Aken wirkte als Hermann so sicher und souverän, als sei diese nicht einfache Partie seit Jahren bei ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Auch Danielle Halbwachs brachte ihre substanzreiche Stimme glücklich zum Einsatz – bei ihr war es besonders die verständliche Deklamation, die angenehm auffiel. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Gut besetzt waren die kleineren Rollen, wo besonders Stella Grigorian auffiel. (...) Besonders anrührend war das fragil gegebene Lied der Gräfin (Elzbieta Ardam), und hier spätestens muss von Lothar Zagrosek am Dirigentenpult die Rede sein. Ihm gelingt, das schwermütig Manische, das abgeblendet Lyrische der orchestralen Grundierung phänomenal herauszustellen. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Aber natürlich kann Zagrosek, wo nötig, auch mit den Sängern atmen. Zum Beispiel mit Zeljko Lucic, der jetzt die Partie des Fürsten Jeletzki, Verlierer in der Gunst um Lisa, aber Sieger im finalen Spiel, übernommen hat: Seine reflektierende Arie im zweiten Akt wird, da Lucic die Melancholie hier gleichsam im Timbre trägt, zu einem einfühlsamen Höhepunkt.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Andrea Chénier, konzertante Aufführung vom 23. März 2007

(...) Großer Jubel.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Das war vor allem Verdienst der intensiven dirigentischen Konzeption von Paolo Carignani, die den Eindruck einer ingeniösen Improvisation, eines mächtig durch die Alte Oper fegenden Sturmwindes machte. (...)
(...) Dank eines solchen Ensembles, des vehementen Museumsorchesters und der Chöre konnte der Aufführung der Oper Frankfurt ein Ehrenplatz sicher sein.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) So war die vielleicht eindringlichste Leistung hier von dem Ensemblemitglied Zeljko Lucic zu erleben, der die baritonale Hauptpartie des intrigierenden Revolutionärs Carlo Gérard nicht nur mit der Präsenz und dem Durchsetzungsvermögen gestaltete, das Carignanis fiebrige musikalische Grundierung in den Weiten der Alten Oper erforderte. Lucic bot zudem auch eine vokal kultivierte Gestaltung, bruchlos in den Registerwechseln, dabei stark und glaubhaft empfunden wirkend. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Wieder einmal zeigte es sich, wie gut die eigenen Kräfte der Oper Frankfurt mit Spitzenstars mithalten können. (...) Stella Grigorian als edle Contessa und Hans-Jürgen Lazar als fanatisch eifernder Incredibile trugen ebenso zum Triumph eines mit geradezu südländischer Leidenschaft akklamierten Abends bei wie Johannes Martin Kränzle als Mathieu und Elzbieta Ardam in der Miniaturrolle der Madelon. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der von Alessandro Zuppardo geleitete Opernchor präsentiert sich in Bestform. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Viele Punktsieger also – doch Herr im Ring ist Paolo Carignani.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Liederabend Bejun Mehta vom 3. April 2007

Was macht ein Engel im anthrazitfarbenen Anzug? Er singt. Heißt Bejun Mehta, sieht aus wie einer der ungezählten Frankfurter Banker und singt, dass das Publikum beim Liederabend an der Oper Frankfurt vor Begeisterung kaum noch an sich halten kann. Dabei sind Countertenöre noch immer nicht jedermanns Sache (...).

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg, Premiere vom 15. April 2007

(...) Ovationen für einen singulären Abend voll überlegt gestalteter, visuell opulenter und dramatisch fesselnder Kunst.

Wolf-Dieter Peter, Bayern 2 Radio

Triumph der Oper

Mit der Doppelpremiere von Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg des fast vergessenen Komponisten Alexander von Zemlinsky (1871-1942) feierte die Oper Frankfurt am Sonntagabend einen Triumph. Allein, dass diese wenig gespielten Einakter in einer ungeheuren Stimmigkeit zwischen Gesang, Orchester und Bühnenbild daherkamen, adelt das Haus einmal mehr und sichert ihm seinen Platz unter den führenden Musentempeln dieser Republik. (...)

Boris Tomic, www.journalportal.de

(...) Beide Werke haben Udo Samel und sein Bühnenbildner Tobias Hoheisel nicht aktualisiert, sondern aus dem Geist der Jahrhundertwende heraus gedeutet: Schwere, dunkle Holzvertäfelung im Wohnraum des Tuchhändlers Simone und die luftige Weite des Saales im Schloss, die noch durch die vertrauten „Infantinnen“-Kostüme bekräftigt wird. Und beide Bilder verbindet ein großer, beladener Tisch (Essen, Geschenke), der gleichsam das Unheil birgt: die tödliche Waffe, aber auch die Spiegelung der eigene Unzulänglichkeit. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Unter der Leitung von Paul Daniel zeigte das Frankfurter Orchester, wie imponierend die Musik Zemlinskys sein kann und dass dieser Komponist kein Außenseiter des Repertoires bleiben sollte.

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Peter Bronder singt und spielt (...) alle an die Wand. Mit einem Tenor, der Zemlinskys melodische Höhengänge souverän meistert, seelischen Druck ventiliert, den Klangflächen des Orchesters Paroli bietet und anrührt, wenn er seine vermeintliche Hässlichkeit erkennt und an gebrochenem Herzen stirbt. Klein an Gestalt, aber eine Riesen-Stimme: Schon wegen Bronder sind die Einakter ein Muss.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Die Begeisterung des Premierenpublikums wirkte ungebrochen.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

Jenufa, Wiederaufnahme vom 20. April 2007

(...) Auf der Bühne waren die Namen Frank van Aken und Danielle Halbwachs die Garanten für große Attraktivität. Van Aken, der Ensemble-Neuzugang des vergangenen Jahres, erwies sich wieder einmal als Glücksfall für Frankfurt – ein mächtiger Tenor, der höchst beweglich moduliert ist und obendrein echte Darstellerqualitäten hat. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Auf der Bühne bleibt der von Alessandro Zuppardo einstudierte und suggestiv geführte Chor eine Säule der Produktion. (...)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die auf das Jahr 2005 zurückgehende, bewundernswert hellsichtige Inszenierung von Tilmann Knabe, die nun an der Frankfurter Oper wieder aufgenommen wurde, bedient sich filmischer Schnitt- und Blendetechniken (...).

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

La Traviata, Wiederaufnahme vom 28. April 2007

(...) Auch in fast neunzig Aufführungen hat die sensibel aktualisierende Inszenierung Axel Cortis nichts von ihrer Überzeugungskraft verloren (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Was die Qualität der engagierten Kräfte anbelangt, ist auf das Haus bekanntlich Verlass. So präsentiert sich die nunmehr neunte Wiederaufnahme musikalisch auf der ganzen Linie bezwingend. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Großartiges leistete Zeljko Lucic als Ersatz für den erkrankten Gabriele Viviani und den am Premierentag kurzfristig ebenfalls erkrankten Paolo Ruggiero. Leidenschaftlich feierte das ausverkaufte Haus Lucics stimmlich wie darstellerisch beeindruckenden Giorgio Germont. (...)
Hauchzarte Psychogramme von geradezu schwindsüchtiger Schönheit gelangen dem Museumsorchester unter Pier Giorgio Morandi. (...) Zeljko Lucic blieb dennoch der Held des Abends.

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Simon Boccanegra, Premiere vom 20. Mai 2007

Als grandios darf man das Resultat von Verdis Simon Boccanegra in Frankfurt bezeichnen. Christof Loy gelingt in mutig-radikaler Reduktion eindringlich, aus der verworrenen Geschichte die wesentlichen menschlichen Inhalte zu skelettieren, Paolo Carignani am Pult des Opernorchesters zaubert magische Augenblicke, die Verdische Stringenz immer federnd im Gespür habend, und eine phänomenale Sängerbesetzung mit einem Weltklasse-Dogen Zeljko Lucic an der Spitze macht den Abend zum umjubelten Ereignis. Frankfurt ist – endlich wieder ohne Einschränkungen – ganz großes Musiktheater geglückt. Unbedingt erleben!!

Damian Kern, www.der-neue-merker.at

(...) wo immer man an diesem Abend hinschaute, hinhörte, alles war mustergültig.

Uwe Wittstock, Die Welt

 (...) Enormer Applaus in erster Linie für den Bariton Zeljko Lucic, einen idealen Verdi-Sänger, der im Frankfurter Ensemble zu Weltklasse-Format herangereift ist – und der das Haus demnächst verlassen wird. Aus seinem Rollendebüt machte er eine grandiose Charakterstudie und setzte damit einen Maßstab: Einen so emotional beteiligten und stimmlich unanfechtbaren Sänger wie Lucic findet man so schnell kein zweites Mal in einem Hausensemble. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Die Frankfurter Aufführung hat hohes musikalisches Niveau. Intendant Bernd Loebe hat seinem Haus starken Ensemblegeist verordnet, teilweise mit großartigen Sängern. Kantig in der Darstellung, rau charakterisierend im Legatogesang verkörpert Zeljko Lucic den Titelhelden. Die Fallhöhe des Dramas verkörpert die Gegenfigur Paolo Albiani, ein Jago-Vorläufer, dem Johannes Martin Kränzle die leere Banalität des Bösen verleiht. Der Bass von Balint Szabo als Jacopo Fiesco entfaltet sich markant, und die schmale Tenorpartie des Gabriele Adorno ist mit Paul Charles Clarke hochwertig besetzt. Amelia, weibliche Opferrolle unschuldigen Leidens, erhebt sich durch Annalisa Raspagliosi in strahlende Sopranhöhen. (...)

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

(...) Stimmungsträger ist bei dieser Aufführung zuallererst das Orchester, das unter Carignani eine Piano-Kultur pflegt, wie man sie bei Verdi-Opern kaum je zu hören bekommt. Dabei fehlt es weder an subtilen Farbschattierungen noch an dramatischer Zuspitzung, wo solche gefordert ist. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) Die musikalische Leitung hatte Paolo Carignani. Das Opernorchester zeigte sich hellwach, bestens einstudiert, präzis bis ins kleinste Detail. Reichschattierte instrumentale Farben und klangliche Valeurs waren weitere Vorzüge von Carignanis Interpretation (...).

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ariodante, Wiederaufnahme vom 25. Mai 2007

Ein Trumpf der Frankfurter Oper ist die Inszenierung von Georg Friedrich Händels Ariodante, die im Jahr 2004 herauskam. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Unter der Leitung des in Frankfurt immer wieder gerne mit Barockem betrauten Felice Venanzoni bevorzugt das Museumsorchester verhalten schimmernde Töne.
(...) Nicht zuletzt als Gegengewicht zu spielerisch aktualisierenden Händel-Inszenierungen bleibt Achim Freyers zartes Spiel eine wichtige Säule des aktuellen Spielplans der Frankfurter Oper.

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Fünf der sieben Sänger in der Wiederaufnahme feierten ihr Rollendebüt; einzig die erhabene Britta Stallmeister als Königstochter Ginevra und Soon-Won Kang als König waren schon in diesen Rollen zu erleben. Gleichwohl vermittelte das Solistenensemble einen sehr homogenen Eindruck (...).

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Doch eine der besten vokalen Figuren gibt nach wie vor Ensemble-Mitglied Britta Stallmeister als Dalinda, Vertraute der Prinzessin, ab: Ihre enorme Wendigkeit und Verzierungs-Sicherheit blieb bei der Wiederaufnahme nahezu unerreicht.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Death in Venice, Wiederaufnahme vom 2. Juni 2007

Auch beim wiederholten Sehen büßt Keith Warners Frankfurter Inszenierung von Benjamin Brittens Oper Death in Venice nichts von ihrer Suggestionskraft ein. Die Gratwanderung zwischen Realität und Phantasie, Antike und Gegenwart gewinnt im Verlauf der beiden Akte an atemberaubender Intensität. (...)
(...) Lobenswert auch der prägnant und klangschön singende Chor, der mit dem schlagzeugbewehrten Orchester die ganze Phantastik der Tonsprache Brittens zum Klingen brachte. Ein schöner Baustein der Britten-Pflege in Frankfurt.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Nathaniel Webster schafft es, sieben verschiedenen Nebenrollen scharfe und dramatisch bewußte Charaktere zu geben (...). Das stark beteiligte Ensemble des Hauses agiert ansonsten wach und perfekt wie immer (...). Death in Venice gehört zu den herausragenden Produktionen der Loebe-Ära in Frankfurt – darf man das schon sagen?

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Festliches Opernkonzert vom 9. Juni 2007

Opern einmal anders als üblich gegen den Strich zu bürsten, das war das Anliegen des Festlichen Opernkonzerts in Frankfurts Großem Haus. Auf die populäre Art, was heißt: Reduktion der genießerfeindlichen Langwierigkeit der verquasten Eifersuchtsstoffe auf ihren Genusspunkt. „Genießeropernabend“ nannte der quotenversierte ZDF-Moderator Steffen Seibert denn auch zutreffend diese Perlenschnur operaler G-Punkte – fast allesamt Highlights aus dem einschlägigen italo-germanen Fach. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Zum Saisonausklang kamen im Frankfurter Opernhaus noch einmal stimmgewaltige Solisten zum Einsatz. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Il ritorno d’Ulisse in patria (Die Rückkehr des Odysseus ins Vaterland), Premiere vom 23. Juni 2007

(...) In Monteverdis fürs Volk, nicht für einen Hof geschriebener Oper liegen alle Facetten des Menschlichen eng nebeneinander, das ernsthafte Leiden der Protagonisten wie das Spielerische und Humorvolle: In Hermanns Inszenierung bleibt das bisweilen revuehaft nebeneinander stehen, doch ist das eben nicht unpassend. Kurzweilig ist diese Inszenierung ohnehin, aber auch szenisch tragend (...).

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Mit traumwandlerischer Sicherheit und Leichtigkeit bewegt sich die Inszenierung auf schmalem Grat. Immer wieder wartet sie mit komödiantischen Momenten bis an den Rand des Putzigen auf. Doch bleibt sie stilsicher, gleitet nie in Beliebigkeit ab. Die zeitgenössischen Mittel, derer sich Hermann kunstvoll bedient, sind auf den dramatischen Zweck ausgerichtet. Mit frischem Zugriff ist er den Idealen der Antike näher, als es auf den ersten Blick scheinen mag. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Unter Paolo Carignanis befeuernder Leitung vernahm man ein beredtes, stilbewusstes Musizieren, das sich geschmeidig mit der Vokalität eines qualifizierten, in allen Partien, nach Frankfurter Maßstäben, sehr gut besetzten Sängerensembles vereinigte.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Am Ende ungeteilter, teils heftiger Beifall.

Eckhard Britsch, Mannheimer Morgen

Liederabend Jan-Hendrik Rootering vom 26. Juni 2007

(...) Nach dem ebenso eigenwilligen wie eindrucksvollen  Auftritt des Bassisten Jan-Hendrik Rootering und des Pianisten Neville Dove in der Oper Frankfurt darf man die alte Frage, ob der für einen Tenor komponierte Liederzyklus durch die Transponierung ins tiefe Register nicht seine irrlichternde Unruhe einbüße, getrost verneinen. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

La Bohème, Wiederaufnahme vom 10. September 2005

(...) Wenn aber so intensiv gelebt, geliebt und eben auch gestorben wird wie jetzt zum Spielzeitauftakt in der fünften Wiederaufnahme von Puccinis La Bohème, dann kann man sich über die aktuelle Verfassung des Hauses nur freuen. (...)
(...) So kann die Oper Frankfurt getrost in die Saison aufbrechen.

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Triumph des Tenors

(...) Calleja freilich war der ungekrönte König des Abends (...). (...) ein vielversprechender Saisonauftakt.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Oper wie aus dem Bilderbuch

Giacomo Puccinis La Bohème bietet mitreißenden Saison-Auftakt in Frankfurt

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Große Publikumsbegeisterung.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Die Frau ohne Schatten, Wiederaufnahme vom 11. September 2005

Als Bernd Loebe vor drei Jahren die Intendanz der Frankfurter Oper übernahm, begann eine neue Ära, die sich schon nach der ersten Spielzeit manifestierte: Frankfurt wurde zur Oper des Jahres 2003 gewählt. Christof Nels Inszenierung von Richard Strauss' Frau ohne Schatten hatte daran maßgeblichen Anteil. Ein spannendes, wenig beachtetes Werk, ungemein dicht auf die Bühne gebracht und von herausragenden Sängerdarstellern getragen. Das galt vielen als Versprechen auf eine Zukunft, die sich nicht nur am engen Repertoire abarbeitet, sondern den Blick für die Ränder schärft: Die Oper als gegenwärtige Kunstform.
Frankfurt hat Wort gehalten. Die Frau ohne Schatten wird seit 2003 regelmäßig gezeigt, ihre Wiederaufnahme in der gerade angelaufenen Saison markiert die 16. Aufführung dieser so selten gespielten, so theaterwirksamen Oper. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Zustande kam ein in seinen Dimensionen wie Anforderungen ungewöhnlich forderndes Bühnenwerk, das indessen für die Frankfurter Oper zum Prunkstück im Repertoire geworden ist, markiert es doch signifikant die positive Entwicklung des Hauses in den letzten Jahren. (...) Damit war der Weg frei für einen großen Abend; eine Gelegenheit, die sich das Ensemble nicht entgehen ließ. Inzwischen hat es auf hohem Niveau eine Geschlossenheit erreicht, die keinen Schwachpunkt zeigte. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Selten sind viereinhalb Stunden im Opernhaus so flugs vorübergegangen wie bei der zweiten Wiederaufnahme der Saison, Christof Nels Inszenierung von Strauss’ Frau ohne Schatten. (...) Allein die kraftvolle musikalische Sprache von Strauss macht einen Besuch dieser Oper zu einem Erlebnis, auf das man nicht verzichten sollte. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Eine grandiose Leistung liefert Kapellmeister Johannes Debus ab. Den Farbenreichtum der Partitur verwirklicht er mit viel dramatischem Furor, klanglicher Fülle und analytischer Klarheit.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Un ballo in maschera (Ein Maskenball), Premiere vom 2. Oktober 2005

(...) Abgesehen von Willy Deckers diesjähriger Salzburger La Traviata-Inszenierung (die freilich hochstilisiert-aseptisch anmutete) gab es wohl seit dem frühen Hans Neuenfels keine ähnlich packende, in ihrer Bildfindung rabiate Verdi-Optik mehr. (...)
(...) Großer Jubel für den vielversprechenden Auftakt einer neuen Frankfurter Opernsaison.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) In welchem Milieu ließe sich schließlich Verdis Oper über die fatalen Folgen des Verbergens und Verkennens, über Täuschungen und Enttäuschungen besser ansiedeln als in der Umgebung von Politikern, die für die Teilhabe an der Macht oft bereit sind, Überzeugung, Glaubwürdigkeit und Moral zu verraten? (...)
Tatsächlich zeigt Guth in diesem Maskenball das Drama eines Menschen, der zwischen Öffentlichkeit und Privatheit aufgerieben wird. Eindrückliche Momente begegnen bei dieser Inszenierung (...).

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Claus Guths so aktuelle, detailfreudige und streckenweise auch humorvolle Inszenierung (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Großartig gelingt ebenfalls die musikalische Realisierung. Was sich auf der Bühne an sinnfälliger Gestaltung abspielt, findet seine Entsprechung im Orchestergraben: Musikdrama von Format zwischen stürmischer Bewegtheit, bedrohlicher Intensität und zarten, kammermusikalischen Passagen. (...) Eine bewegte und bewegende Inszenierung und wiederum ein großer Wurf der Frankfurter Oper.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Paolo Carignani beweist sich erneut als ein vorzüglicher Verdi-Dirigent (...).
Der Frankfurter Intendant Bernd Loebe hatte wieder eine außerordentlich glückliche Hand dafür, herausragende Sänger an sein Haus zu ziehen. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Sängerisch hatte der Abend (...) Glänzendes zu bieten. (...)

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) In Carlo Ventre (Riccardo), Marco Vratogna (Renato) und Silvana Dussmann (Amelia) sind die drei wichtigsten Partien der Oper in Frankfurt fantastisch besetzt. (...)

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

(...) Die Saisoneröffnung der Frankfurter Oper hat großartige vokale Momente. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Paolo Carignani gelang es vortrefflich, das Museumsorchester auf dieser Gratwanderung zwischen operettenhafter Leichtigkeit und dramatischer Leidenschaft auf Kurs zu halten. (...) Gesungen wurde allenthalben mit großer Emphase – prachtvoll wie immer der von Alessandro Zuppardo einstudierte Chor. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Liederabend José Van Dam vom 4. Oktober 2005

Als sänge der Leiermann selbst

(...) Jetzt eine Winterreise, mit der das Frankfurter Haus seine wieder höchst anspruchsvoll besetzte Liederabend-Saison startete (...).

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Der „Leiermann“ am Schluss entließ Sänger und Hörer nicht in tiefer Depression und existenzieller Not, sondern im Bewusstsein, von einem einzigartigen Sänger wunderbare Kunst gehört zu haben.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Chowanschtschina, Wiederaufnahme vom 14. Oktober 2005

Die Frankfurter bieten derzeit eine Reihe ausgezeichneter Inszenierungen. Dennoch: Diese Chowanschtschina, immerhin etwa in Götterdämmerungs-Länge, scheint gegenwärtig der überwältigendste Beweis für das künstlerische Vermögen des Hauses zu sein: in der solistischen Intensität trotz eines doch fremden (russischen) Idioms, in der unerhörten Wandlungsfähigkeit des Chores zwischen wildem Aufbegehren und jenseitiger Sanftheit, in Reaktionsfähigkeit und dramatischer Dichte des Orchesters. (...) Kapellmeister Roland Böer stand dabei erstmals am Pult, bewundernswert seine Sicherheit, die eine fast nie gestörte lebendige Korrespondenz zwischen Bühne und Graben bewirkte – auch dies eine Bestätigung für den Rang, den Frankfurts Oper beanspruchen darf. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Reichlich Jubel gab es für den Opernchor, der in diesem Stück auch beinahe die Hauptfigur ist. Roland Böer am Pult des mit markanten Bläser-Partien auffallenden Museumsorchesters präsentierte die herbe, wuchtige Lakonik der von Dmitrij Schostakowitsch bearbeiteten Mussorgski-Partitur genauso drastisch und klar wie er die großartig ritualisierte, in endlos kreisenden Zügen sich verdünnende Musik des Schlussbildes, die Igor Strawinsky schuf, zum Ereignis machte.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Liederabend Jonas Kaufmann vom 28. Oktober 2005

(...) Sein Debüt am Frankfurter Opernhaus – im Mai kommenden Jahres wird Kaufmann dort auch in Smetanas Verkaufter Braut zu erleben sein – erwies sich dabei als Meilenstein auf dem Weg zur Gesangselite. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Ein Hohelied des kultivierten Belcanto (...).

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Pique Dame, Premiere vom 6. November 2005

(...) Die Inszenierung der Pique Dame jedenfalls lebt von einem grandiosen Einfallsreichtum an Bildern, einem faszinierenden Spiel mit Symbolen, Farben, Licht- und Spiegeleffekten, und doch ist dieses Psychogramm eines Besessenen auf verblüffende Weise dezent, ja subtil gezeichnet. (...)
Eine kleine Sensation kam aus dem Orchestergraben. Sebastian Weigle (...) empfahl sich am Pult des Museumsorchesters als Meister der Klangregie. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Ein fesselnder Opernabend, symbolbeladen, nimmer leicht zu verstehen, aber mit magischen Bildern (...).
(...) Die Besetzung kam ohne die ganz großen Namen aus und war doch grandios. Ein Beweis mehr, dass man mit Ensemblegeist, internationalen Kontakten und viel Gespür ein großes Haus auch ohne Starkult und Topgagen glanzvoll führen kann. Frankfurt hat einmal mehr bewiesen, neben Hamburg und Stuttgart das zurzeit bedeutendste Opernhaus der Republik zu sein.

Peter Jungblut, Bayern 2 Kulturwelt

(...) Fesselnde Oper also in Frankfurt, mit psychologischem wie auch klanglichem Tiefenlot erkundet. So soll's sein!

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Sebastian Weigle führt das Frankfurter Orchester glanzvoll und mit großem Temperament (...).

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Die Premiere dieser russisch gesungenen Pique Dame geriet zu einem wahren, selbst für die erfreulichen Frankfurter Verhältnisse erstaunlichen Sängerfest. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Ohne Einschräkung imponierend waren die sängerdarstellerischen Verkörperungen, an der Spitze Danielle Halbwachs als kraftvoll lyrische Lisa (...).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) gegen Ende des zweiten Aktes (...) gewinnt die Szene eine Dichte und eine geradezu körperlich spürbare Intensität, die schier den Atem verschlägt. (...) Elzbieta Ardams am Rande des Verstummens sich bewegendes Lied (...) ist von einer schier unglaublichen Melancholie, die alles andere Bühnengeschehen wie oberflächliche Dekoration einer sich selbst überlassenen Musik erscheinen läßt. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Vor allem Johannes Martin Kränzle bestach musikalisch in der Rolle des Grafen Tomski (...).

Daniel Honsack, News Frankfurt

Katja Kabanová, Wiederaufnahme vom 11. November 2005

(...) Die starke Seite dieser Aufführung (...) ist trotz der so sorgfältigen, fast kammerspielartigen Personenführung allerdings die musikalische. Weil Lothar Zagrosek mit dem Frankfurter Museumsorchester ein so plastisches, oft fiebriges, dabei nie dominantes, sondern vielmehr zwischentonreiches und subtil ausgehorchtes Fundament legt. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

 (...) Ann-Marie Backlund, erstmals in der Titelpartie, ist eine sensible, schwärmerische, zuletzt von Schuldgefühlen zerrissene Katja. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

(...) Wem das nicht ans Herz geht, dem ist nicht zu helfen.

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

Die Entführung aus dem Serail, Wiederaufnahme vom 18. November 2005

Geniestreich
Christof Loys brillante Entführung in Frankfurt

(...) Christof Loys Entführung aus dem Serail ist ein Dauerbrenner und stets Garant für ein volles Haus. Nun ging die dritte Wiederaufnahme über die Bühne der Oper Frankfurt und jeder, dem der Besuch einer Vorstellung bisher vergönnt war, konnte sich davon überzeugen, daß man hier noch sehr lange sehr dankbar sein wird für diese Perle im Repertoire. (...)
Ein so brillantes, über weite Strecken auf Details setzendes Konzept erfordert natürlich ein Team aus engagierten, schauspielerisch talentierten Sängerdarstellern. Auch in dieser Hinsicht ist die Frankfurter Entführung ein Glücksfall, denn die musikalisch-szenische Umsetzung wurde den hohen Anforderungen der Inszenierung mehr als gerecht. (...)
(...) Großer Jubel für alle Beteiligten beschloss dieses wunderbare Opernerlebnis. So schön können Wiederaufnahmen in Frankfurt sein!

Andreas Schubert, www.klassik.com

Für viele ist sie der Höhepunkt der vergangenen Jahre, ein Musterfall an Oper, genau, klar, immens glaubwürdig und ganz nah an der Musik (...). (...) – tiefer als wir Mozarts deutsches Singspiel je dachten.
(...) ein ganz außergewöhnlicher Opernabend. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) preisgekrönte Inszenierung (...) Höhepunkt des deutschen Opernlebens der letzten Jahre (...).

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Eine Glanzleistung gelingt auch jetzt, wie in der Premiere, dem früheren Frankfurter Ensemblemitglied Diana Damrau in der Partie der Konstanze (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Peter Marsh ist ein spielfreudiger, beweglicher Pedrillo, blendend die Spitzentöne in "Frisch zum Kampfe". (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Werther, Premiere vom 11. Dezember 2005

(...) Als szenische Realisierung kaufte Loebe eine zehn Jahre alte Produktion der Nederlands Opera ein – ein mehrfach geschickter, glücklicher Schachzug. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Im Vergleich zu Amsterdam wirkt diese Frankfurter Werther-Adaption wie die eigentliche Premiere. Gegen solche Koproduktionen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Und Massenets Musik überstrahlt bei Carlo Franci und dem wieder einmal Bestform bezeugenden Frankfurter Museumsorchester eine derart freundliche südliche Sonne, dass alle Trivialität, alle Theatralik unmittelbar gebannt scheinen. Zudem wird auf erlesenem Niveau gesungen – allein der Werther des jungen polnischen Tenors Piotr Beczala hat ein Wiederhören verdient. (...)
(...) Als verliebtes Jungmädchen Sophie lässt Britta Stallmeisters feinstimmiger Sopran aufhorchen (...).

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Mit der Besetzung der Titelpartie landete die Frankfurter Oper wieder einen Volltreffer: Piotr Beczala bringt neben einem wunderbar weichen, charakteristischen Timbre auch die notwendige Durchsetzungskraft für diesen Werther mit und spielt den Enthusiasmus des jungen Mannes nach Kräften aus. (...)
Das Publikum jubelt (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Am Ende entlud sich die Anspannung im Publikum in großem Jubel, mit einhelligem Beifall für einen Abend, der einmal mehr die enorme Leistungsfähigkeit des Frankfurter Hauses demonstrierte.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Auch Goethe hätte sicherlich applaudiert, diese Premiere in der Frankfurter Oper dürfte ihm gefallen haben. (...) Unglaublich stimmig und intensiv wurde hier Massenets Werk in Szene gesetzt. (...)
(...) So aufgeführt wie in Frankfurt, beweist sich Massenets Werther als wahrer Publikumsmagnet und zeigt wieder einmal, dass große Gefühle auch heute noch sehr en vogue sind.

Midou Grossmann, Klassik.com

Faust, Wiederaufnahme vom 29. Dezember 2005

(...) Die Wiederaufnahme des Faust war vor allem ein Fest der schönen Stimmen. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) So ist es vor allem Ann-Marie Backlund, die sich rasch zum Epizentrum der Bühne entwickelt. Beklemmend sowohl als Liebende als auch als Verlassene, die im dritten Akt, dem dichtesten des Abends, Bilder der Einsamkeit entwirft. Stark auch Johannes Martin Kränzle, der als Valentin einen weiteren Nachweis seiner Vielseitigkeit erbringt.

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

Liederabend Vesselina Kasarova vom 10. Januar 2006

Man kann der Oper Frankfurt gar nicht genug danken für die mittlerweile seit vier Spielzeiten laufende Liederabendserie. (...)
(...) Weltformat. (...)

Andreas Schubert, klassik.com

(...) Vesselina Kasarova gehört mit ihrem etwas ausgefallenen Barock- und Klassik-Repertoire zu den bedeutendsten Vertreterinnen der jüngeren Künstlergeneration. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) in Vesselina Kasarova hat eine mezzosopranistische Ausdrucksqualität die Szene betreten, die ihresgleichen sucht. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Ein Liederabend, in dem vor allem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart erklingen? (...) Ein reizvolles, dabei annähernd ausverkauftes Konzert sollte das gleichwohl garantieren. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Through Roses, Premiere vom 15. Januar 2006

(...) Es ist die außerordentliche Leistung des Schauspielers Christoph Quest, dem unaufhörlichen Kreisen der Erinnerungen mit Würde Worte und Stimmungen zu geben. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post / Wiesbadener Kurier

(...) Der Schauspieler Christoph Quest meistert die heiklen Anforderungen ohne falsches Pathos. Er spielt keine Opferfigur, sondern einen Menschen. Mit atemberaubender Präsenz und hochmusikalisch agiert die Tänzerin Heidi Strauss. (...) 

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

La clemenza di Tito (Titus), Premiere vom 27. Januar 2006

(...) Jetzt hat sich der Regisseur Christof Loy in Frankfurt mit dem Titus auseinandergesetzt, und dabei ist etwas Erstaunliches zustande gekommen. Wer hätte gedacht, daß selbst aus einem formal eher stereotypen Krönungsspektakel durch kluge Personenführung ein musikalisches Schauspiel mit Menschen aus Fleisch und Blut werden könnte? (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Christof Loys Personenregie war vom ersten Moment an exzellent durchgearbeitet und hatte zum Schluss hin eine sich verstärkende Sogkraft. (...)
Geradezu fabelhaft die spielerisch-elegant auch mit motivischem Material daherwirbelnden Rezitative, akzentuiert von Felice Venanzonis Hammerklavierpart. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Er hat es wieder einmal geschafft! Auch mit Mozarts Titus, der letzten Oper des Komponisten, ist Loy, der schon mit der Entführung in Frankfurt Furore machte, ein großer Regiewurf gelungen. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Um zu begründen, was die Menschen des Stücks umtreibt, hat Christof Loy das Stück schauspielerisch geradezu durchgestylt. Dabei ist die Szene gefüllt, aber ruhig – und die Rezitative werden auch musikalisch von gestalterischen Ideen, von Aktion und Reflexion durchdrungen. Die von Momenten des Innehaltens fast zersetzten langen Rezitativstrecken halten zusammen mit den szenischen Aktionen eine enorme Spannung. (...)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

Mozart vom Feinsten
Carignani beschert Frankfurt einen grandiosen Tito

Andreas Schubert, klassik.com

(...) Paolo Carignani lässt, suggestiv und federnd, seine Musiker mitinszenieren. Wenn da auf der Bühne ein Dolch funkelt, von zarten Liebesworten umwunden, dann weiß das im Graben auch der Klarinettist. Und dehnt den Ton bis ans bedrohte Herz.

Volker Hagedorn, Der Tagesspiegel

(...) Aber alles funktioniert gut durch den straffen dramatischen Rhythmus und die energiegeladene Leichtigkeit des Orchesterklangs Carignanis, der sich als ausgezeichneter Verfechter jenes modernen Typs der Mozart-Interpretation erweist, die von den Regeln des italienischen Spätbarock beeinflusst ist. Lebhaftester Erfolg.

Enrico Girardi, Corriere della Sera

(...) Dank einer außergewöhnlichen Besetzung ist es ein Abend fesselnden Musiktheaters. (...) 

Shirley Apthorp, Financial Times Europe

(...) Intensiv und stimmlich auf der Höhe ihrer Aufgaben auch Britta Stallmeister als sehr lyrische Servilia, Jenny Carlstedt als deren Geliebter Annio und Simon Bailey als Publio, klangvoll und fein nuanciert die Chöre.
Vollkommene Übereinstimmung scheint zwischen Loy und dem Dirigenten Paolo Carignani zu bestehen, denn nicht minder beredt, genau und ausdifferenziert als die szenische ist die musikalische Wiedergabe. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) Das Publikum umjubelt die glänzende Aufführung.

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

Elektra, Wiederaufnahme vom 3. Februar 2006

Der einhellige Jubel nach der ersten von Orest Tichonov szenisch betreuten Wiederaufnahme von Richard Strauss' Oper Elektra galt nicht allein den grandiosen Sängern und der plastischen orchestralen Wiedergabe unter Lothar Zagrosek, sondern auch Falk Richters packender Inszenierung. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Die herausragende Leistung dieser Wiederaufnahme bietet freilich Caroline Whisnant als Elektra. (...) Völlig verdient wird sie vom Publikum für ihre Ausnahme-Leistung beim Schlussapplaus enthusiastisch gefeiert. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Wunder, Zeit des atemlosen Staunens, gibt es immer wieder. So war es bei dieser Elektra. Unter Lothar Zagroseks zwingender Leitung sang und spielte sich das Ensemble Herz und Seele aus dem Leib, getragen von einem Orchester, das es an dramatischer Inbrunst wie fast meditativer Versenkung trug: Frei von Schwulst und mit erstaunlich sinnlicher Kraft.
(...) Jubel ohne Ende.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Combattimenti, Premiere vom 16. Februar 2006

(...) Wie schon bei Orfeo brachte Paolo Carignani mit seinem hochprofessionellen Ensemble aus Streichern des Museumsorchesters sowie Mitgliedern der Spezialgruppen „Ecco la musica”, „Vivi Felice Barockmusikprojekte” (Bläser) und „Echo du Danube” (Continuo) Monteverdis dramatischen „Stile concitato” überaus plastisch, klangsensibel und -sinnlich zur Geltung. In den erregten, zugespitzten Tremoli und Pizzicati schien es bisweilen, als wolle Carignani aufspringen und mittanzen.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) suggestiv vermittelt Carignani mit seinem kleinen Ensemble, wie psychologisch tiefschürfend Monteverdi als Wegbereiter der Oper war.

Siegfried Kienzle, Wiesbadener Kurier

(...) eine runde Sache (...).
(...) Der Frankfurter Monteverdi-Klang ist kernig und agil, das musikantische Niveau ist absolut auf der Höhe der Zeit.
(...) Nein, auf die zu leichte Schulter hat David Hermann dieses Combattimento nicht genommen, trotz aller Fetischbilder aus unserer Welt. (...)
(...) herrlich bizarr und keineswegs albern. Eigentlich ein Wunder.

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) der Kinderchor agiert, karnevalesk als Fanclub arrangiert mit Holzkreuzen und Transparenten. Großartig, wie ihnen die vertrackte Rhythmik beim cantus firmus der „Sonata sopra sancta Maria“ gelingt, und ebenso vorzüglich, was Generalmusikdirektor Paolo Carignani der Musik an Dramatik entlockt (...).
(...) „Schönheit ist vergänglich“ lautet die Botschaft dieses Stücks – bis zur Vergänglichkeit aber lauert die Versuchung. Hier: die Versuchung intensiv und nicht ohne Witz inszenierten Barocks. Viel Beifall!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Death in Venedig (Tod in Venedig), Premiere vom 25. Februar 2006

(...) Am Ende gab’s einhelligen Jubel für eine großartige Ensembleleistung und einen Abend, der fordernd, aber auch sehr ergiebig war, ein Abend zudem, der einen Höhepunkt in der laufenden Saison markierte und einen weiteren Meilenstein in der Britten-Rezeption am Frankfurter Opernhaus setzte.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Es gab viel Applaus und Lob von den Zuschauern, die sehr konzentriert die Aufführung erlebten. Allein schon das Interesse von 400 Menschen bei einer Werkbesprechung einige Tage vor der Premiere beweist, dass ein Publikum durchaus bereit ist, sich auf zeitgenössische Oper einzulassen wenn Könner am Werk sind.

Midou Grossmann, klassik.com

(...) Doch der sich stetig steigernde Ruhm Frankfurts beruht auf der Betonung von Theater und Musik. (...)

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4

(...) Die disziplinierte Karen Kamensek führt am Pult des Frankfurter Museumsorchesters sehr plastisch vor Ohren, wie in jene vollendet geformte, hermetisch erscheinende Klangsprache des Orchesters, die ganz aus der Perspektive von Aschenbachs inneren Monologen komponiert erscheint, unvermittelt Fetzen der Außenwelt dringen (...).
(...) Ein eindringlicher Abend (...).

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Kim Begley verfügt über die Ausdauer, die Gefühlsintensität, die perfekte Diktion und kluge Phrasierung, die die anspruchsvolle Hauptrolle verlangt, Johannes Martin Kränzle hat genau die richtige wandelbare Theatralik für die unterschiedlichen Bariton-Rollen, wenn nötig mit viel vokaler Brillanz. (...)

Shirley Apthorp, Financial Times Europe

(...) Ob Traveller, älterer Dandy, Gondoliere, Hotelmanager, Hotelfriseur, Anführer der Straßensänger oder Dionysos: Johannes Martin Kränzle packt alle diese Parts mit einem offenbar automatisch justierbaren Bariton. (...) Die vielen anderen Rollen sind vom Ensemble typengenau besetzt, das Sammellob ist daher obligat. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

Meisterkurs-Konzert mit Helmut Deutsch vom 28. Februar 2006

(...) Der eigentliche Solist des Abends war freilich Helmut Deutsch. (...) Eine Lehrstunde der Liedgestaltung.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Packend erzählte der englische Bassbariton Simon Bailey die Mörike-Lieder von Hugo Wolf und fiel dabei auch mit einem ausgezeichneten Textverständnis auf. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Il viaggio a Reims (Die Reise nach Reims), Wiederaufnahme vom 3. März 2006

Sängerfest in Rossinis Kurhotel

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Das Museumsorchester (...) erwärmte sich bald zur nötigen spritzigen Delikatesse mit genügend akustischem Freiraum für die atemraubenden Koloraturen von insgesamt vierzehn Goldkehlen.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

So gestimmt sieht man ein Opernpublikum selten. Fast jeder hat ein Dauerlächeln im Gesicht. Man merkt, man sitzt bei Rossini, aber bei einem ganz besonderen. (...)
(...) Das ist Oper wie ein Frühling, wie ein Schmetterling.

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 17. März 2006 (14.00 Uhr)

(...) So musste Dirigent Hogen Yun das bestens disponierte Museumsorchester bereits zur Ouvertüre gegen Jubelstürme junger Musikfreunde wappnen, die in Schulklassenstärke erschienen waren. (...)
(...) Musikalisch ist diese Zauberflöte ein Hochgenuss. (...) Wer die Produktion sehen will, muss sein Glück an der Abendkasse versuchen, sämtliche Vorstellungen sind bereits ausverkauft. 

Joachim Schreiner, Offenbach-Post

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 17. März 2006 (19.00 Uhr)

Immer schon war die Zauberflöte ein Erfolgsstück. (...) Bis heute hat sich daran nichts geändert, auch die jüngste Frankfurter Inszenierung, selbst schon mehr als sieben Jahre alt, ist eine Erfolgsgeschichte. (...) Der Applaus ist wie erwartet und wie zu aller Zeit: groß.

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Ensemblemitglied Johannes Martin Kränzle war in der Rolle des Vogelfängers überhaupt, ob seiner spielfreudig-komischen Darstellung und trefflichen Gesangs, der große "Abräumer". (...) Herausragend (...) Juanita Lascarro als Pamina (...).

Guido Holze, Frankfurter Allgemeinen Zeitung

(...) Kirchner überließ die clownesken Einsätze eben nicht nur dem herzigen Papageno, der mit Johannes Martin Kränzle wieder optimal besetzt war. (...) Das Museumsorchester unter der Leitung von Hartmut Keil und der Opernchor zeigten ebenfalls hervorragende Leistungen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Befreit vom Nachdenken über psychologische Hinter-, Ab- und sonstige Gründe genießt man einfach das Spiel der Farben auf den plastischen, detailreich gemalten Hintergründen, die durch Olaf Winters besonders hervorzuhebende Lichtregie immer neue dramatische Ausleuchtungen erfahren.

Andreas Schubert, klassik.com

Don Giovanni, Wiederaufnahme vom 25. März 2006

(...) Bálint Szabó gab einen (...) verführerischen Titelhelden (...). Komplettiert wurde diese ansehnliche Novizenriege durch Edgaras Montvidas, der dem Ottavio auffallend klangvolle Kontur verlieh, (...) selten hat man die Arie "Dalla sua pace" mit solch tenoralem Vollton gehört. Gregory Frank ist als klangmächtiger Commendatore zu hören. Nathaniel Webster, wiederum erfrischend aufsässig, und Anna Ryberg als ländliches Paar ergänzten glücklich das Ensemble. Erfreulich war der Zuspruch für diese ausverkaufte Wiederaufnahme, ablesbar etwa an den Reaktionen auf die nicht ganz unbekannte "Registerarie" und den Zwischenbeifall: Offenbar hat die Oper neue und auch jüngere Freunde gewonnen. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Mit dem kräftigen Bariton von Bálint Szabó als Giovanni, dem beweglichen Bass von Soon-Won Kang (Leporello), dem tragenden Bass von Gregory Frank (Commendatore), der mit lyrischer Intensität singenden Sopranistin Hope Briggs (Donna Anna), dem expressiv aufgeladenen Sopran von Barbara Zechmeister (überzeugendes Rollendebüt als Donna Elvira), Anna Rybergs geschmeidigem Sopran (Zerlina) und dem schlanken Bass von Nathaniel Webster (Masetto) war ein Oktett ansprechender Stimmen beisammen. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) Ausverkauft war bereits die Premiere der Wiederaufnahme (szenische Leitung: Saskia Bladt), und vom verflixten siebten Mal war nicht das Geringste zu spüren. (...) auch der Chor, sorgsam einstudiert von Alessandro Zuppardo, ließ keine Wünsche offen. (...)

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Liederabend Joseph Calleja und Tatiana Lisnic vom 4. April 2006

Auf hohem Vokalniveau

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Technisch und intonatorisch sang Calleja (...) lupenrein. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Heute gehört der erst 1978 geborene maltesische Tenor zu den Besten seiner Generation. Hell und strahlend ist seine Stimme, die mühelos die größten Opernhäuser füllt. (...)
(...) Stürmischer Applaus.

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

(...) Denn was sonst bei Liederabenden in so großen Sälen undenkbar ist, erhielt er mühelos: ein volles Haus. (...)

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

Belcanto in due
Lisnic und Calleja begeistern in Frankfurt

(...) Begeisterter Jubel für einen Abend, der (...) definitiv einen Höhepunkt der Saison setzte. (...)
(...) Die sängerische Exzellenz von Tatiana Lisnic und Joseph Calleja, die dieses, durchaus eines Rundfunkmitschnitts würdiges Recital eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, lässt die Vorfreude auf die kommenden Spielzeiten wachsen. (...)

Andreas Schubert, klassik.com

Parsifal, Premiere vom 23. April 2006

(...) Nur allzuoft steht der Zuschauer vor der ernüchternden Alternative einer zwar gänzlich „unmusikalischen“, dafür aber deutenden Regietheater-Aufführung – und vor einer bestenfalls dekorativen, aber wenigstens die musikalische Konzentration nicht weiter störenden Kulisse. Christoph Nel ist nun an der Frankfurter Oper das Kunststück gelungen, beiden Ebenen gerecht zu werden. Seine Bilder scheinen geradezu seismographisch auf Wagners traumversunkene Musik zu reagieren, zugleich wagt Nel eine behutsame Deutung. Statt sich in ironische Distanz zur Handlung zu flüchten, nimmt er die Gralsgemeinschaft in ihren Nöten und Ängsten ernst. (...)

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Christof Nel war am Hause von Bernd Loebe berufen, die ganz großen Brummer (Tristan, Frau ohne Schatten) zu inszenieren. Im Parsifal hat er nun sein Meisterstück gegeben. (...)
(...) Eine insgesamt wuchtige Aufführung, die mit dem Bayreuther Schlingensief/Boulez-Ereignis als neuerlicher Durchbruch für ein die Geister herausforderndes Werk unbedingt mithalten kann.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Christoph Schlingensief hat ihn zwar in allerlei szenischem Gerümpel ertränkt, doch außerhalb Bayreuths gibt es ein Leben für Parsifal. In Frankfurt etwa, wo jetzt Christof Nel mit einer gedanklich nachhaltigen Inszenierung aufwartet, bei deren Premiere am Ende Beifall und Jubel überwogen. (...)
(...) Frankfurt hat einen Parsifal, der sich im Gegensatz zu Bayreuth nicht nur hören, sondern auch sehen lassen kann.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Mit souveräner stimmlicher Statur gab Jan-Hendrik Rootering den Gurnemanz in der ganzen Fülle des Wohllauts. Seine Bass-Kollegen Magnus Baldvinsson als Titurel und Paul Gay in der Rolle des Klingsor überzeugten durch ihr kerniges, substanzvolles Timbre. Alexander Marco-Buhrmester sang den leidenden Amfortas mit starker Emphase, und Stuart Skelton in der Titelpartie, die der Australier bereits 2004 bei der konzertanten Aufführung des Parsifal glänzend ausfüllte, gefiel mit leichter Bariton-Färbung, was der Figur einen virileren Charakter gab. Grandios verkörperte Michaela Schuster die zum Tod verdammte Verführerin Kundry, die Klingsor willfährig ergeben ist. Ihr Mezzo eröffnete wahre Abgründe. Stimmlich hervorragend auch die Blumenmädchen in ihren flammend roten Rüschen-Kleidern, sehr präsent die von Alessandro Zuppardo und Apostolos Kallos detailliert vorbereiteten Chöre. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Sie alle haben in Paolo Carignani einen Begleiter, der den Orchesterpart ruhig fliessen lässt, die weiten Spannungsbögen kontinuierlich aufbaut, die Solistenstimmen nicht zudeckt, sondern trägt. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(...) Dirigent Paolo Carignani, der zwischen Toscaninis Langsamkeit und Boulez’ Sachlichkeit irgendwie hindurchmuss, nimmt sich des Werkes mit leidenschaftlichem, die genialen Parsifal-Farbmischungen forderndem Zugriff an. Eindringlich, oft schwung- und gefühlvoll, ruft er Frankfurts Opernorchester zu einer sich steigernden Leistung. (...)

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

Tosca, Wiederaufnahme vom 26. April 2006

Drei Riesenstimmen
Wiederaufnahme von Puccinis Tosca an der Oper Frankfurt

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kraftwerk der Stimmen
Die Frankfurter Oper nimmt Alfred Kirchners Tosca wieder auf, mit großartigen neuen Sängern

(...) Der Jubel nach der Wiederaufnahme der Inszenierung Alfred Kirchners war einhellig und machte bei den großen Gesangspartien keine Unterschiede. (...)
(...) das Orchester glänzte in den strahlendsten Farben unter der Leitung des jungen Amerikaners Steven Mercurio.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Vor allem aber das Museumsorchester schuf immer wieder Momente äußerster Spannung und Kontraste.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Die verkaufte Braut, Premiere vom 21. Mai 2006

(...) Hinreißende Momente wahrer Situationskomik ersetzen den üblichen, platten Biedersinn. (...)
(...) Das grandiose Ensemble zeigt den Eigensinn der Liebe und schenkt der “komischen” Oper Gefühlstiefe und theatralische Wahrhaftigkeit. Das Publikum bedankte sich mit einem Jubelsturm (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Zuallererst ist diese Aufführung ein Sängerfest. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Die beiden ganz großen Highlights der (...) Aufführung waren der junge Tenor Jonas Kaufmann als Hans und die Marie von Maria Fontosh, sängerisch und darstellerisch ein Traumpaar. (...)
(...) Sorgfalt und Detailgenauigkeit waren auch die Tugenden der musikalischen Leitung von Roland Böer. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Einen eigenen Freiheitskampf führt auch der stotternde Wenzel: Dem Regisseur gelingt hier im Verein mit dem Sänger Carsten Süß eine eindringliche, fast psychoanalytische Studie. (...)

Gerhard Rohde, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Roland Böer zeigt schon in der akkurat und durchsichtig musizierten Ouvertüre einen frischen Zugriff, der den ganzen Abend über anhält. (...) Ausstaffiert als pomadiger, smarter Manager ist Gregory Frank der Heiratsvermittler Kecal, der in der dunklen Bass-Tiefe nicht passen muss, sondern sogar an Volumen noch zulegen kann. In der Höhe prunkt er mit funkelndem Bariton-Glanz.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

Liederabend Felicity Lott vom 23. Mai 2006

In Champagnerlaune: Sopranistin Felicity Lott in der Oper Frankfurt mit Mozart bis Strauss

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Dies war der Triumph einer Sänger-Persönlichkeit, die in wenigen Augenblicken die Erfahrung eines Berufslebens voll ausschöpfen kann, und zugleich ein Glanzpunkt in der Reihe der Liederabende an der Oper.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Dame Felicity Lott, die große Dame des britischen Liedgesangs, leistete bei ihrem Auftritt in Frankfurt sängerisch nicht nur Großes, sie trug auch das in den Saal, was in der intimen Kunstform des Liederabends nicht selbstverständlich ist: Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. (...)

Michael Neuner, Frankfurter Rundschau

(...) Die legendäre Strauss- und Mozart-Interpretin hat sich in dieser und in ähnlichen Rollen ein neues Refugium erschlossen und begeisterte im Frankfurter Opernhaus mit Witz und Charme, ihrer immer noch sehr ausdrucksstarken Stimme und mit ihrem blendenden Äußeren. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

La Gioconda, Aufführung vom 26. Mai 2006

Stark gefeiertes Sängerfest

(...) Vor allem aber entwickelte sich diese konzertante Gioconda bald zu dreieinhalb vokalen Sternstunden, waren doch gerade die Hauptpartien durchweg großartig besetzt.
(...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Paolo Carignani spornte das Museumsorchester und die packend agierenden Chöre des Hauses zu Höchstleistungen an, die sich auch im begeisterten Schlussapplaus widerspiegelten.

Daniel Honsack, Frankfurter Neue Presse

(...) Am vortrefflichen Gelingen dieser Aufführung hatten Chor, Extrachor und Kinderchor der Oper Frankfurt unter der Leitung von Alessandro Zuppardo großen Anteil. (...)

Harald Budweg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Christian Gerhaher vom 20. Juni 2006

Intensive Schubert-Stunden
Christian Gerhahers Ausnahme-Liederabend an der Oper Frankfurt 

(...) Dabei bewies der 1969 geborene Sänger, in Frankfurt unlängst in der Titelpartie von Claudio Monteverdis L'Orfeo zu erleben, seinen Ausnahmerang als Liedinterpret.
(...) Intensiver können zwei Stunden Schubert kaum ausfallen! So honorierte das Publikum den Liederabend zu Recht mit zahlreichen Bravo-Rufen.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Gerhaher ist in kürzester Zeit zu einer Offenbarung aller Schubert-Artikulation von starker Setzung bis zur völligen Zurücknahme in stoischer Ruhe und schwebender Seligkeit geworden. (...)

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Das große Haus war an diesem warmen Fußballabend gut besucht, Frankfurts Musikfreunde haben den singenden niederbayerischen Mediziner, der inzwischen zu den Spitzenleuten seines Fachs gehört, längst ins Herz geschlossen. (...)
Ein großer Liederabend.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Einen ganz wesentlichen Beitrag zur schier erschöpfenden Analyse der Stücke leistete Gerold Huber am Klavier, dessen optisch durchaus nicht ohne Allüre auskommendes, aber technisch herausragendes und musikalisch beseeltes Spiel keinen Zweifel über seinen Rang als einer der besten Liedbegleiter seiner Generation aufkommen ließ. (...)

Andreas Schubert, www.klassik.com

La finta semplice (Die Einfältige aus Klugheit), Premiere vom 22. Juni 2006

Ach du liebe Güte: Das Jahr ist schon fast halb herum, und bevor noch der Salzburger Festspiel-Marathon mit sämtlichen Opern Mozarts beginnt, hätten wir fast vergessen, dass das Mozartjahr auch nach der Fußball-WM noch lange nicht zu Ende ist.
Zum Glück machte ein Abend in der Dependance der Frankfurter Oper im Bockenheimer Depot, wo der Regisseur Christof Loy sich der kaum je gegebenen ersten italienische Oper des erst zwölfjährigen Mozart, La finta semplice, annahm, jetzt wieder richtig Lust auf den großen Jubilar von 2006. (...)

Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten

(...) Will man in all dem mehr sehen als ein musikalisches Sommervergnügen, kann man Loy loben für das Geschick, mit der er in dieser Oper, die von der vorgetäuschten Einfalt Rosinas handelt, die Täuschungen der Bühnenfiktion regelmäßig unterbricht und aufhebt – ohne den Charme dieses zarten Jugendwerkes zu zerstören. Aber man kann sich auch einfach an seinen zahllosen kleinen Regieeinfällen freuen, daran, wie liebevoll er die Charaktere zeichnet und welche herrlich klaren, nie überladenen und doch prachtvollen Bilder ihm gelingen. (...)
(...) Die britische Dirigentin Julia Jones leitet nicht einfach das Orchester, nein, sie scheint die Musik Mozarts gelegentlich mit geschmeidigem Körpereinsatz regelrecht zu tanzen. Was den beschwingten Opernabend angenehm untermalt.

Uwe Wittstock, Die Welt

 (...) Aus dem durchweg homogen agierenden jungen Ensemble ragten Alexandra Lubchansky (Rosina) und Nicholas Phan mit frischem und beweglichem Tenor heraus.

Jan-Sebastian Kittel, Mainzer Rhein-Zeitung

(...) Regisseur Christof Loy, die vielfach bewährte Trumpfkarte der Oper Frankfurt in Mozart-Fragen (...). Und wirklich, alle haben sie diese La finta semplice mit größter Ernsthaftigkeit angepackt: Intendant Bernd Loebe, der das Sängerensemble stilsicher zusammenstellte und der erneut die Mozart-Expertin Julia Jones als Dirigentin verpflichtete (...).

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

Mit seiner Inszenierung von Mozarts La finta semplice für die Oper Frankfurt ist Christof Loy zu Hochform aufgelaufen. (...)
(...) Das Ensemble agierte schonungslos vital, mit subtilem Witz. (...) Am Ende gab’s viele Bravos, auch für Ausstatter Herbert Murauer, der als Bühne das Bockenheimer Depot nachbildete, als wolle er dem Publikum sagen: Schaut her, das seid ihr, da vorne! Getreu Mozarts Motto: So machen’s alle.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Christof Loys szenische Seelenkunde erlaubt Einblicke in die Paarbildungsstrategien der unterschiedlichen Charaktere, hinter der verspielten Rokoko-Komödie entdeckt der Regisseur die hochgemute Helligkeit und passionierte Glücksuche der schillernden Mozart-Figuren. Die Schule der Liebe besiegt die Schule der Intrige. (...)    

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Agrippina, Premiere vom 23. Juni 2006

(...) Wie aktuell das Historienspiel sein kann – David McVicars beweist es Dank einer famosen Ensembleleistung in Frankfurt. (...)

Gerd Döring, Mannheimer Morgen

(...) McVicar ist eine erfrischende Inszenierung gelungen, mit großer Spielfreude vom Ensemble umgesetzt. (...)

Katja Kupfer, Welt Kompakt

(...) Am Ende gab es Ovationen für ein in jeder Hinsicht gipfelhoch gelungenes Beispiel ebenso spannenden wie unterhaltsamen Musiktheaters.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Ein schöner Erfolg des schottischen Regisseurs David McVicar, der keine Ehrfurcht vor dem gern als britischen Nationalkomponisten vereinnahmten Sachsen Georg Friedrich Händel kannte und die heitere Satire auf ein Libretto des italienischen Kardinals Vincenzo Grimani in ein handfest erotisches barockes Musical umbog. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) McVicar, der die Szene in eine moderne Kostüm-Zeit (britische Uniformen!) verlegt, zieht möglichst viele – und hinreißende – komödiantische Register. (...)
Was für eine wundervolle römische Welt! (...)
Juanita Lascarro in der Titelpartie pendelt auch stimmlich bravourös-flexibel zwischen Verführung und Machtwillen, eine höchst intelligente Darstellung. (...)
Großer Jubel und tatsächlich ein paar Buhs für die Regie.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) die Frankfurter Besetzung (...) singt ihre Partien durchweg ausgezeichnet bis überragend und verströmt intensive Spielfreude.
(...) Das Erstaunlichste an dieser Oper ist ihr Schluss-Ensemble, in der das gattungsspezifische, gleichwohl wider alles Erwarten glückliche Ende in einem Ensemble kulminiert, das tatsächlich all das tief gestaffelte Ausdrucksvermögen des Ensembles zusammenführt und aufhebt. Nero ist jetzt auf dem Thron, und eine Inszenierung, die den weiten historischen Bogen stimmiger und leichtfüßiger schlägt als diese, ist schwer vorstellbar.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

(...) Unter der Leitung des Studienleiters Felice Venanzoni (anstelle des erkrankten Generalmusikdirektors Paolo Carignani) unterstützt es durch betonte, wechselnde Tempi die ironische Brechung und musiziert dabei doch so klangrund schön, dass es eine Freude ist.
(...) Die unorthodoxe Mischung aus Gelächter und tiefem Ernst, die schon die Uraufführung zum Erfolg gemacht hatte, stimmte auch in Frankfurt, was dieser intelligenten Aufführung großen Beifall bescherte.

Rotraut Fischer, Darmstädter Echo

(...) Einspringend für den erschöpften Generalmusikdirektor Paolo Carignani, versetzte Studienleiter Felice Venanzoni das Ensemble aus barockerfahrenen Mitgliedern des Frankfurter Museumsorchesters auf alten Instrumenten in einen "Swing", der aufs lebendigste mit den Tanzgebärden auf der Bühne korrespondierte. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nabucco, Wiederaufnahme vom 3. September 2004

(...) Da debütiert der in Frankfurt oft gehörte Zeljko Lucic in der Titelpartie mit tragendem, balsamischem Bariton: ein Nabucco, der in den Momenten seiner geistigen Umnachtung besonders ergreift: Hier verbindet Lucic ideal sängerische Opern-Psychologie mit Belcanto-Wohlklang. Bravo! (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Lulu, Wiederaufnahme vom 9. September 2004

Das Tier und sein Bändiger – Die Wiederaufnahme von Alban Bergs Oper Lulu an der Oper Frankfurt mit einem bestechend präzisen Orchester

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

(...) Simon Bailey aus dem Frankfurter Ensemble bezwang mit großer stimmdarstellerischer Präsenz als Tierbändiger und Athlet das Publikum. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Elektra, Premiere vom 2. Oktober 2004

(...) Richter ist in der Personenführung auf der Opernbühne ein Naturtalent (...).

Sybill Mahlke, Der Tagesspiegel

(...) Auch mit der Besetzung der Titelrolle hat Frankfurt Außergewöhnliches, ja Sensationelles zu bieten. (...) [Susan] Bullock hat das Zeug, die tonangebende Elektra dieses Jahrzehnts zu werden (...).

Jörg Königsdorf, Süddeutsche Zeitung

(...) Paolo Carignani dirigiert das exzellente Frankfurter Museumsorchester hart und schnell, mit feinfühligen Momenten. Umwerfend.

Shirley Apthorp, Financial Times

(...) Diese fantastisch besetzte Aufführung macht Gänsehaut. (...)

Manuel Brug, Die Welt

Mefistofele, Wiederaufnahme vom 8. Oktober 2004

(...) In seinem Rollendebüt als Mefistofele war Ensemblemitglied Gregory Frank eine Idealbesetzung (...).
(...) Das überwiegend jugendliche Publikum machte seiner Begeisterung mit Bravos und Pfiffen Luft.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) geblieben ist natürlich der heimliche Haupt-Protagonist dieses Musiktheater-Werks, der selten so stark geforderte Chor der Oper Frankfurt, hier um Extra- und Kinder-Chor ergänzt: Bereits beim ersten Auftritt im Prolog sind die gewaltigen Tutti ebenso messerscharf artikuliert wie die glänzend durchgearbeiteten, ungemein körperreich tragenden Piano-Passagen. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Die Entführung aus dem Serail, Wiederaufnahme vom 15. Oktober 2004

(...) Die Aufführung, neuerdings unter der Leitung von Roland Böer, ist ein Edelstein unter manch funkelndem Geschmeide des Hauses. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Das klein besetzte Museumsorchester beteiligte sich so aktiv am differenzierten, intensiven Rollenspiel zweier amouröser Dreieckskonstellationen, die bis zu Todesnähe gefährdet erscheinen. Dies nicht regietheatralisch behauptet, sondern aus tiefer Musik- und Menschenkenntnis begründet zu haben, ist ein Vorzug dieser wiederum bejubelten Inszenierung.

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

La Cenerentola, Wiederaufnahme vom 21. Oktober 2004

(...) Das finnische Ensemblemitglied Jenny Carlstedt fesselt mit ihrem warm leuchtenden, koloraturengewandten, reich nuancierendem Mezzo ebenso wie mit ihrem überzeugenden Spiel. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Lohnend ist ein Besuch von La Cenerentola daneben aber auch wegen des in erfrischender Spritzigkeit aufspielenden Orchesters unter der Leitung des temperamentvollen Roland Böer. (...)

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Dietrich Henschel vom 2. November 2004

Dietrich Henschel ist der perfekte Sänger. Seine schlanke, elegante Stimme verbreitet kultiviertes Wohlbehagen. (...)
Begeisterung im gut besetzten Auditorium.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Macbeth, Premiere vom 7November 2004

(...) Beeindruckter Jubel im Publikum. Die Frankfurter Oper setzt mit diesem hochexpressiven Abend ihren Höhenflug fort.

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4

(...) Blochs Macbeth – eine lohnende Entdeckung!

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Das Publikum bejubelte eine packende Aufführung (...).

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Überzeugend die rotschopfige Dirigentin Sian Edwards. Mit großer Energie packt sie das Orchester, mit Zielsicherheit führt sie die Sänger. (...)

Clemens Prokop, Financial Times Deutschland

(...) Die zahlreichen Solopartien sind durch die Bank hervorragend besetzt (...).

Claus Ambrosius, News Frankfurt

(...) Wie sich die Britin [Louise Winter als Lady Macbeth] in der Wahnsinns-Szene des dritten Aktes förmlich die Seele aus dem Leib singt und spielt, gehört zu den ganz grossen Momenten des Abends. Sein vor allem musikalisch überzeugender Gesamteindruck wird schliesslich durch die homogene Leistung des restlichen Ensembles abgerundet (...).

Marcus Stäbler, Neue Zürcher Zeitung

(...) Dietrich Volle (Banquo), Barbara Zechmeister als Lady Macduff, Carsten Süß als Thronerbe Malcolm formen eine Ensembleleistung, die, mit Ovationen bedacht, den hohen Rang des Frankfurter Musiktheaters bestätigt. (...)

Siegfried Kienzle, Allgemeine Zeitung Mainz

Die Zauberflöte, Wiederaufnahme vom 12. November 2004

Würde man Intendant Bernd Loebe nach der Erfolgsproduktion der vergangenen Jahre schlechthin fragen, fiele mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Name: Alfred Kirchners Interpretation der Zauberflöte. Exakt 70 Vorstellungen sind seit der Premiere am 3. Oktober 1998 gegeben worden, noch immer sorgt die Zauberflöte für ein ausverkauftes Haus.

(...) Musikalisch ist sie für ein Haus dieser Größe schlichtweg überragend. (...)

Christian Rupp, Offenbach-Post

(...) Auch das Museumsorchester setzte sich unter Leitung von Julia Jones trefflich in Szene und trug so zum großen Schlussapplaus bei.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Schwanengesang, Premiere vom 26. November 2004

(...) Überhaupt findet Samel für jene Sehnsucht, die sich am Ende des Lebens nach rückwärts wendet, starke Bilder. (...)

Ines Steiger, Allgemeine Zeitung Mainz

(...) Der Baß, Kammersänger Franz Mayer, seit 1977 Ensemblemitglied der Frankfurter Oper, hat eine gewaltige Stimme. Ihm gestattet Samel kleinste Gesten, die ein unerträgliches Gewicht bekommen. (...)

Patrick Bahners, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

(...) Man hat es mit Liedinterpretationen auf höchstem Niveau zu tun. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Liederabend Ben Heppner vom 30. November 2004

Ja, man hat seinen Auftritt gewürdigt: Selten war ein Liederabend in der Oper Frankfurt so gut besucht wie das Konzert mit dem kanadischen Tenor Ben Heppner. Und selten hat man so früh "Bravo" gerufen (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) „Bravo, Ben!“ rief ein Zuhörer am Ende laut.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Il viaggio a Reims (Die Reise nach Reims), Premiere vom 5. Dezember 2004

Dem amerikanischen Bariton Dale Duesing gelang mit Rossinis Reise nach Reims an Frankfurts Oper ein brillantes Regiedebüt.
(...) Das Publikum amüsierte sich prächtig.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Duesing führt und verführt seine Darsteller zu erstaunlichen Leistungen. Nur selten wird auf Opernbühnen so lebendig und mitreißend geschauspielert wie an diesem Abend auf der Frankfurter. Und selten wird im Musiktheater mit so viel – intelligentem – Witz inszeniert. (...)
Der Dirigent Maurizio Barbacini präsentiert Rossinis Musik ungemein effektvoll und den Sängern ist anzumerken, daß die von Duesing geweckte Spielfreunde bei ihnen beeindruckende Sangeslust erzeugt (...). Das ganze Ensemble glänzt, tanzt, strahlt. Eine Oper wie Konfetti: sehr bunt, sehr leicht - sehr schön. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Die Oper Frankfurt hat fabelhafte Arbeit im Besetzungsbüro geleistet. (...) ein exzellentes Ensemble (…).
Der Dirigent Maurizio Barbacini, das Frankfurter Museumsorchester und der Frankfurter Opernchor arbeiteten fantastisch mit der Partitur, einer von Rossinis einfallsreichsten und genialsten. (...)

Larry L. Lash, Opera News

(...) Es gibt also wieder Ensemblegeist in Frankfurt. Und, Stars hin und her, diese Crew hat zuvördert als eine kompakte, atemberaubende Stimm-Maschine ihren Mordseffekt. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Rossinis Werk verlangt fünfzehn Solisten, davon mindestens zehn Star-Sänger. Mit nur fünf Gästen und zehn Ensemblemitgliedern bewies Intendant Bernd Loebe, dass man das Werk sehr wohl im Repertoire einer mittleren Bühne vokal und szenisch brillant verwirklichen kann. (...)

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik

(...) Als Beobachter kann man unmöglich alle Hauptrollen einzeln würdigen. So bleibt nichts übrig, als (...) zu versichern, dass die Produktion geradezu brillant besetzt ist. (...)

Stephan Hoffmann, Stuttgarter Nachrichten

(...) Rossini lächelt. Stehende Ovationen ohne Ende.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Roméo et Juliette, Wiederaufnahme vom 10. Dezember 2004

(...) Musikalisch präsentiert sich die Wiederaufnahme in einem großartigen Zustand. (...) Auf den anderen Positionen zeigen sich die Früchte einer intensiven Pflege des Ensembles in Frankfurt. Auch die trefflichen Neubesetzungen mit Florian Plock als Paris und Barbara Zechmeister als Stéfano gehen auf das Haus zurück. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Tosca, Wiederaufnahme vom 17. Dezember 2004

(...) Wie seine kürzlich wiederaufgenommene Zauberflöte ist auch Kirchners Tosca ein Erfolgsstück. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Die Darsteller sind durchweg von einer eindrücklichen Intensität. (...) In der Titelpartie macht Ann-Marie Backlund mit ihrer warm timbrierten Sopranstimme eine – auch darstellerisch – gute Figur.  (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Die Frau ohne Schatten, Wiederaufnahme am 9. Januar 2005

(...) Christof Nels alles Märchenhafte zurückdrängende Inszenierung (...) wurde vom Publikum einhellig begrüßt. (...)

Harald Budweg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Inszenierung und Interpretation ernteten höchstes Lob, inspirierten unter anderem die Zeitschrift Opernwelt zur Auszeichnung der Frankfurter Oper als "Opernhaus des Jahres 2003" und zur Ernennung Weigles zum "Dirigenten des Jahres 2003". Dass nun auch die Premiere der Wiederaufnahme sehr positiv aufgenommen wurde, lag jedoch nicht nur an diesen Vorschusslorbeeren. (...)

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

(...) Die musikalische „Sternstunde“ dieser Aufführung wird durch das fabelhafte Solistenensemble vollendet, in dem die fünf großen Partien wunderbarerweise gleichwertig besetzt waren (...). Begeisterung schon nach den Pausen, ein brausender Bravo-Sturm nach dem Finale.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

L'incoronazione di Poppea, Wiederaufnahme vom 14. Januar 2005

(...) am Ende war die Begeisterung einhellig. (...) So gab Felice Venanzoni, Studienleiter an der Oper, ein souveränes Hausdebüt als Dirigent. (...)

Insgesamt: ein (Wieder-)Gewinn für das Repertoire der Frankfurter Oper.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

(...) Juanita Lascarro (...) singt die Poppea so wunderbar, so verwirrend verführerisch (...). Ohnehin ist das musikalische Niveau atemberaubend. (...) Der gewaltige Applaus jedenfalls war vollkommen verdient.

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

Die Fledermaus, Aufführung vom 1. Februar 2005

(...) Die Alte Oper bebte vor Gelächter (...). (...) die Begeisterung (...) war einhellig. (...) Pfiff hatte die Sache vom ersten Takt an mit einem hellwachen Museumsorchester (...).
Erstklassig und ohne jeden Ausfall präsentierte sich das Solisten-Ensemble (...).
Mit (...) dem brillanten Johannes Martin Kränzle als Eisenstein wurde das Zentrum des Ganzen geschaffen, das sich als szenisch-ariose Einheit nichts schuldig blieb.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Britta Stallmeister setzte koloraturensicher als Adele Höhepunkte. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Vor allem aber war diese Fledermaus eine grandiose Leistung des Frankfurter Ensembles (...).

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Carignani stürzt sich mit viel Temperament und Enthusiasmus in die Partitur (...).

Markus Häfner, Allgemeine Zeitung Mainz

Faust, Premiere vom 6. Februar 2005

(...) Eine Idealbesetzung ist auch der stimmlich aus dem Vollen schöpfende Valentin von Zeljko Lucic: frei von Sentimentalität, sängerisch kultiviert selbst dort, wo er brutal zu sein hat. (...)

Marianne Zelger-Vogt, Neue Zürcher Zeitung

(…) wenn Nina Stemme die Bühne betritt, versinkt die Welt um einen herum. (…)

Shirley Apthorp, Financial Times

(...) Eindrücklich zeigt Stemme, dass bei Gounod nicht Faust und Mephisto, sondern Margarethe das eigentliche emotionale Zentrum des Stücks ist. (...)

Jörg Königsdorf, Der Tagesspiegel

(...) Der junge Johannes Debus dirigiert ganz fabelhaft einen auf gallische Frivolität verzichtenden, elegant schweren, sehr deutschen Gounod. (...) ein Top-Ensemble in brodelnden/m Belcanto. (...)

Manuel Brug, Die Welt

(...) so wie Johannes Debus mit dem Museumsorchester die Partitur umsetzt, könnte man süchtig werden nach dem gounodschen Zuckerkram (...).

Gerd Döring, Stuttgarter Zeitung

(...) Dem „Opernregisseur des Jahres 2003 und 2004“ (...) ist wiederum eine großartige Arbeit gelungen. (...)

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Für eine durchweg faszinierende Bühnenoptik sorgte die Inszenierung von Christoph Loy, dem nun schon zweifachen Träger des Prädikats "Opernregisseur des Jahres". (...)
(...) Man würde sie [die Inszenierung] (...) gerne als einen Höhepunkt der Frankfurter Opernsaison bezeichnen, aber es ist noch mehr: neuerliches Erreichen und Erfüllen einer inzwischen nahezu gleichmäßig hohen Aufführungsqualität, wie man sie hier schon kaum mehr anders erwartet.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Geradezu aufsehenerregend freilich ist Loys Chor-Regie (...).

Cornelie Ueding, Deutschlandradio Köln

(...) Als größter Pluspunkt der Inszenierung erwies sich neben dem fabelhaften Chor, den Alessandro Zuppardo auf seine vielfältigen Einsätze sehr differenziert vorbereitet hat, die Leistung der Solisten, die Loy allesamt zu erstklassigen Sängerdarstellern geformt hat. (...) So gab es am Ende enthusiastischen Beifall (...).

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Amanda Roocroft vom 8. Februar 2005

(...) Die britische Sopranistin vollzieht den Balanceakt zwischen Opernbühne und Konzertpodium mit Überlegenheit (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Curlew River (Fluss der Möwen), Premiere vom 9. Februar 2005

(...) Ein Stück wie geschaffen (...) für Frankfurts Kulturkathedrale, das Bockenheimer Depot. (...)

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

(...) Der junge Regisseur Axel Weidauer betont die ruhige Feierlichkeit eines durch Mönche zelebrierten Mysterienspiels. (...)
Die Inszenierung setzt auf das Gleichnishafte, verzichtet auf realistische Zutaten und steigert gerade so die Wirkung. (...)

Klaus Trapp, Darmstädter Echo

(...) Den sieben Studierenden gelang unter der Leitung des Opern-Solorepetitors Erik Nielsen ein außerordentlich feingliedriges, weit gestaffeltes Klangbild. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Lang anhaltender Applaus nach dieser schönen, lohnenden Anstrengung.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Volo di notte und Il prigioniero, Wiederaufnahme vom 24. Februar 2005

(...) Unbedingt sehens- und hörenswert.

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Volo di notte und Il prigioniero (...) bilden nach wie vor Glanzpunkte im Repertoire des Frankfurter Opernhauses (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Am Ende viel Beifall und Bravos bei vielen jungen Leuten im Publikum. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

L’Orfeo, Premiere vom 13. März 2005

(...) Staunend erlebt man das als erfüllt, was sonst oft als eine eher triviale Mutmaßung gehandelt wird: Monteverdis Expressivität ist von heute.
(...) Jetzt hat, auch mit diesem Orfeo, Frankfurt wieder einen Ehrenplatz unter den Opernhäusern. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) was Paolo Carignani, der mit dem Orfeo seine erste Barockoper dirigiert, dem Ensemble aus Streichern des Frankfurter Museumsorchesters (...) an klanglichen Finessen entlockt, ist fabelhaft.
(...) Barockgesang auf höchstem Niveau (...). (...) das Premierenpublikum jubelte.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) die Besetzung ist so vorzüglich, dass sich der Weg nach Frankfurt allemal lohnt (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Monteverdis L’Orfeo ist unbeschadet im Rockzeitalter angelangt.

Heinz Zietsch, Darmstädter Echo

Liederabend Sophie Koch vom 22. März 2005

(...) Koch, begleitet vom argentinischen Pianisten Nelson Goerner, konnte abseits der Opernbühne  eindrücklich beweisen, zu welch tiefem Eintauchen in den Strudel (spät-) romantischer Gefühle sie fähig ist. (...)

Michael Neuner, Frankfurter Rundschau

Chowanschtschina, Premiere vom 27. März 2005

(...) Christian Pades Frankfurter Inszenierung von Modest Mussorgskijs Chowanschtschina wirkt im Ganzen derart suggestiv und in sich geschlossen, dass sie all jene Stimmen Lügen straft, die das unvollendet gebliebene Werk als "dramaturgisch zusammenhanglos" etikettieren. (...)

Markus Häfner, Allgemeine Zeitung Mainz

(...) Christian Pade arbeitet äußerst detailgenau. (...)

Shirley Apthorp, Financial Times

(...) Getragen wird der Abend durch das Sängerensemble und den Chor, eine der großen Qualitäten von Bernd Loebes Intendanz. (...)

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

(...) Der wunderbare Simon Bailey erweist sich einmal mehr als großer Menschendarsteller. Stets tonsicher und mit äußerster Klangschönheit wird eine Opernfigur zum Leben erweckt. Wahrhaftigkeit im schauspielerischen Ausdruck, gepaart mit höchster Musikalität, machen Bailey zu einem zentralen Sänger im Frankfurter Ensemble. (...)

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

(...) Ebenso wie der von Alessandro Zuppardo minuziös einstudierte Chor leistete das Orchester Wunder an Differenzierung, an subtilen, oft geradezu impressionistischen Valeurs. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Der junge russische Dirigent Kirill Petrenko (...) animierte das Frankfurter Museumsorchester und die Chöre zu einer bemerkenswerten Leistung (...).

Frieder Reininghaus, DeutschlandRadio

(...) Nicht zuletzt das Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester sorgt für die spektakuläre Größe dieser vom Premierenpublikum umjubelten Aufführung (...).

Johannes Breckner, Darmstädter Echo

(...) Großer Jubel am Ende für eine monumentale Opern-Passion (...).

Klaus Ackermann, Offenbach Post

La Traviata, Wiederaufnahme vom 2. April 2005

(...) Mit bislang 75 Vorstellungen gehört die Traviata zu den Repertoirerennern des Frankfurter Hauses. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

(...) In der (...) Titelpartie ist nun erstmals Ensemblemitglied Juanita Lascarro zu erleben, der vor allem die zarteren Töne des zweiten und dritten Akts liegen: Mit feinem Piano, sanglich nuancenreich und darstellerisch unaufdringlich rückt die kolumbianische Sopranistin die Verzweiflung und fortschreitende Schwäche der Violetta ins Zentrum.  (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Meisterkurs-Konzert mit Helmut Deutsch vom 12. April 2005

(...) Das Ergebnis macht sprachlos.
(...) Sichtlich genossen die Opern-Profis die Feinarbeit am filigranen Material, so dass deutlich wurde: Das Experiment hat sich unbedingt gelohnt.

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Ariodante, Wiederaufnahme vom 15. April 2005

Bei der Wiederaufnahme von Händels Ariodante kann man Gefühle des Entzückens erleben (...).

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Richtig scheint jedenfalls, dass dieser Ariodante auch im gewichtigen Repertoire, das die Oper Frankfurt weiß Gott bietet, wie ein Solitär aufleuchtet. (...) Ein Geniestreich. (...)

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Selten wohl hat eine "moderne" Inszenierung solch zwingende Entsprechungen zu alter Musik gefunden. Ein Glanzpunkt im Repertoire.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

La forza del destino (Die Macht des Schicksals), Aufführung vom 27. April 2005

La Traviata, La forza del destino, Macbeth: die Frankfurter Oper glüht im Verdi-Fieber, das nach der konzertanten Premiere der Macht des Schicksals beim Publikum in der kooperierenden Alten Oper hohe Hitzegrade erreichte. Die Begeisterung war begründet: Bernd Loebes ehrgeiziges Haus hatte elf Goldkehlen aufgeboten, der hauseigene Chor – mit Extrachor – ließ an kriegerischer Macht und Pracht wie an klösterlich entrücktem Pianissimo nichts zu wünschen übrig, und das Frankfurter Museumsorchester lief zu Hochform auf. (...)

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Neben dem bestens aufgelegten Orchester und dem von Alessandro Zuppardo famos auf seine vielfältigen Aufgaben vorbereiteten Opernchor stand dem Maestro [Paolo Carignani] ein Solisten-Ensemble zur Seite, das bis in die kleinsten Partien Grandezza ausstrahlte. (...) Verdienter Jubel.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Ein Traum-Abend der Oper

Werner Kirchner, Bild Frankfurt

(...) die sängerische Macht von Frankfurt.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Liederabend Roman Trekel und Bruno Ganz vom 10. Mai 2005

(...) Wer im Publikum sich da nicht packen ließ und still die eine oder andere Träne weinte, der war selbst Schuld.

Michael Neuner, Frankfurter Rundschau

(...) Ein wundervoller Abend.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) eine grandiose Leistung (...).

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

Macbeth, Premiere vom 22. Mai 2005

(...) Mit Bildern wie diesen wird sich Bieitos Inszenierung in die Erinnerung eingraben: Sie sind der adäquate Ausdruck für eine Ironie der Groteske, die sich bei Shakespeare in den Dialogen verbirgt, bei Verdi vom Pathos übermalt wird. (...)

Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Bieito bringt Verdis Drama eindrucksvoll auf den Punkt: Die Macht ist dort am radikalsten, wo sie befähigt, andere zu vernichten und das Selbst zu verabsolutieren. (...)

Annika Täuschel, Bayern 4 Klassik

(...) Es ist leicht, Bieito der Effekthascherei zu bezichtigen. Es ist jedoch schwierig, die innere Stringenz seines überrealistischen und visionären Universums abzustreiten. (...)

Leonetta Bentivoglio, La Repubblica

(...) Chor und Sängerbesetzung sind exzellent. Caroline Whisnant als Lady Macbeth legt in ihre stimmliche Darbietung ein Wunder an Farben, Schattierungen und musikalisch-intelligentem Ausdruck, unbeeindruckt davon, was sie mit dem Korkenzieher anstellen muss, und Zeljko Lucic ist superb als sonorer, an der Welt überdrüssig gewordener Macbeth, der – seltsamerweise – am Ende am Leben bleibt. (...)

Shirley Apthorp, Financial Times

(...) Gefeierter Mittelpunkt bei den Solisten: Zeljko Lucic als Macbeth (...). Am Ende starker Beifall, Jubel und erwartungsgemäß heftige Buhs für die Regie. Schon während der Aufführung hatte ein Besucher unentwegt dazwischengeheult. In Frankfurts Oper war jedenfalls was los.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Macbeth, Premiere vom 22. Mai 2005

(...) Vor allem aber bietet Zeljko Lucic in der Titelpartie ein überragendes Rollendebüt. (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Lucic spielt das wunderbar, und er singt mit einem noblen, ganz im Ton konzentrierten Bariton, der verrät, dass dieser Mann einmal an das Gute und Schöne geglaubt haben muss, auch an die Liebe, das Leben, das Lachen. (...)

Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung

(...) Erstaunlich die Interpretationsreife, die Paolo Carignani zeigt, seitdem er fest in Frankfurt arbeitet (...).

Enrico Girardi, Corriere della Sera

(...) Das Orchester zeigte sich unter Paolo Carignani in brillanter Form, der von Alessandro Zuppardo geleitete Chor war wieder, wie schon seit Jahren, rundum glänzend. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

The Turn of the Screw, Wiederaufnahme vom 27. Mai 2005

(...) Zu den gelungensten Frankfurter Inszenierungen der vergangenen Jahre gehört ohne Zweifel Benjamin Brittens Turn of the Screw (...). Das von Karen Kamensek umsichtig geleitete Museumsorchester zeigte sich in Bestform (...). Am Ende erhielten alle verdienten Beifall.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

(...) Neben der Inszenierung garantieren also gerade die Solisten zwei packende, intime Stunden.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Die Musik, knapp zwei Stunden ohne Pause, ist eine enorme Entdeckung. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Viel Beifall.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Liederabend Christine Schäfer vom 14. Juni 2005

(...) Hier ist eine Persönlichkeit herangereift, die ihre bemerkenswerten stimmlichen und darstellerischen Mittel mit aller Überzeugungskraft einsetzt. (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) So unerwartet das Klangszenario für einen so prominent besetzten Gesangsabend auch war – die Atemlosigkeit, mit der das Frankfurter Auditorium diesem sich traumwandlerisch in den Abgrund abseilenden Heimweh folgte, war als Beleg des Triumphs mehr wert als der anschließende Jubel, der sich Webern-, Schubert- und Berg-Zugaben ertrotzte.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) Eine zugegebene, sinnreiche Mischung aus Webern-, Schubert- und Berg-Liedern rundete den Abend und damit auch eine großartige Liedsaison in der Oper ab. Ein Blick auf die Namen der kommenden Spielzeit (José van Dam, Jonas Kaufmann, Felicity Lott, Christian Gerhaher) sollte weitere Melomanen ermuntern, hier zu abonnieren.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Hochkarätiges Heimspiel

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Nacht, Premiere vom 17. Juni 2005

(...) Der zupackenden und fantasievollen Regieführung von Friederike Rinne-Wolf ist eine spannungsvolle Kammeroper zu verdanken (...).
Zu verdanken ist das auch einem ausgesprochen engagiert wirkenden Solisten-Ensemble der Frankfurter Oper. (...)

Daniel Honsack, News Frankfurt

(...) Eine Herausforderung, die das Ensemble Modern unter der Leitung von Roland Böer mit Bravour bewältigt. Viel Beifall gibt es im Bockenheimer Depot für die Musiker und das starke Sängerensemble (...).

Gerd Döring, Mannheimer Morgen

(...) Dabei wirkt das Vokalensemble durchweg bestens mit den Anforderungen der Musik vertraut (...). Die große Stärke der Aufführung machen freilich die Bilder rosalies aus. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Auf der Bühne ist von rosalie für diese Vielschichtigkeit von emotionalen Eindrücken mit einfachsten Mitteln ein richtiges Feuerwerk gezündet worden. (...)

Gabriele Nicol, Frankfurter Neue Presse

Als glänzend disponierter Instrumentalkorpus agierte das Ensemble Modern unter der Leitung von Roland Böer. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Jenufa, Premiere vom 19. Juni 2005

(...) Tilman Knabe wurde am Ende ausnahmslos bejubelt. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Idyllischer und hochemotioneller Augen- und Ohrenschmaus (...)
(...) Tilman Knabes Inszenierung lebt von dieser tollen Optik und nicht minder von der vorzüglichen, teilweise sogar überragenden Leistung des Dirigenten Shao-Chia Lü, des Orchester und der Solisten. (...)
Im Ensemble ist durchgehend gesangliche Spitzenklasse zu vernehmen (...).
Mährisches Bauernleben in der Großstadt der Banken – eine interessante und fesselnde Verpflanzung.

Michael Treutwein, Gießener Anzeiger

(...) Dass dies in Frankfurts Neuproduktion überwältigte und vielfach zu Tränen rührte, war Lüs Dirigat und einem ausgezeichneten Solistenensemble zu danken. (...)
Verheißung und Utopie... Auf- und Herausforderung an unsere lieblose Welt... wenn Musiktheater dies leistet: grandios!                                           

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik

(...) Hervorragend zusammengehalten wurden Ensemble und Chor, der wie immer von Alessandro Zuppardo sehr präzise vorbereitet war, von Shao-Chia Lü am Pult des Museumsorchesters. (...) Am Ende viele Bravos – auch für die Regie!

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Als Vokalsolisten waren keine "Schönsänger" zu erleben, aber engagierte und kompetente Espressivo-Künstler. (...)

Zu hoffen, dass eine von solchen Großtaten wie Jenufa beflügelte Frankfurter Oper gedeihlichen weiteren Zeiten entgegengeht.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Die große Wagner- und Strauss-Interpretin Nadine Secunde feiert mit der Rolle der Küsterin ihr triumphales Frankfurt-Debüt. (...) Die Krone an diesem hochkarätigen Abend gebührt dem Tenor Stuart Skelton als Laca. Mit wuchtiger Attacke, dabei immer mit schöner, sicherer Tongebung, wird die schwierige Partie auf der Klangbühne lebendig.

(...) Es bleibt der Eindruck einer grandiosen Ensembleleistung, die der  Oper Frankfurt unter ihrem Intendanten Bernd Loebe kurz vor Saisonende einen weiteren Höhepunkt beschert.

Klaus-Dieter Schüssler, Hanauer Anzeiger

Tristan und Isolde, Wiederaufnahme vom 26. Juni 2005

(...) Dieser Tristan – Premiere war 2003 – ist zweifellos die schlüssigste Inszenierung, die Nel für Frankfurt schuf (...).

Viele Bravos für alle.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Auch diesmal war die Sängerbesetzung ideal. (...) Die englische Sopranistin Susan Bullock (...) kehrte nun als Meisterin des großen dynamischen Spielraums bis hin zum Piano-Feinsinn zurück. Von der Premiere waren schon John Treleavens außerordentlich intensiver Tristan (...) vertraut. Die Wiederaufnahme erntete minutenlange Ovationen, gerade auch für Carignani (...).

Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die drei Rätsel (I tre indovinelli), Premiere vom 8. Juli 2005

(...) Einen ganz starken Eindruck machten nicht nur die jungen Sängerinnen und Sänger des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums, sondern auch dessen Schulorchester, das unter der Leitung von Hogen Yun, Solorepetitor an der Oper Frankfurt, auf annähernd professionellem Niveau die gemäßigt moderne Partitur umsetzte: Selbst der bei der Premiere anwesende Komponist Detlev Glanert wirkte beim starken Schlussbeifall sichtlich zufrieden.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Starke Stimmen und prima Komödianten allesamt. Ausgestochen dennoch von Amin Kachabia, der den Lasso mit ungemein fester Stimme gibt und einer erstaunlichen Bühnenpräsenz, kaum weniger beeindruckend die ruppig-zarte Katharina Matthias als Prinzessin Scharada.

Gerd Döring, Mannheimer Morgen

(...) Selbst die Profis unter den Sängern (...) ließen sich mitreißen und boten eine auf Opernbühnen nicht alltägliche Spielbegeisterung.

(...) die Inszenierung (Saskia Bladt) und die Ausstattung boten üppigen Augenzauber. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Die Proben hatten schon im Januar begonnen. Und das machte sich bemerkbar. Bei der Premiere lief jedenfalls alles wie am Schnürchen. (...)

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Lulu, Premiere vom 28. September 2003

(...) Die musikalische Direktion von Paolo Carignani traf den spezifischen Berg-Ton aufs genaueste (...).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Da glitzert und funkelt es an Stellen, die so schön noch selten zu hören waren. (...)

Susanne Kaulich, Stuttgarter Nachrichten

Eine zurückhaltend erotische Inszenierung, deren musikalische Sinnlichkeit durch das Dirigat des Mailänders Carignani (...) betont wurde. (...) Ein großer Erfolg. Der andererseits in diesem Theater in der Luft lag, nachdem die internationale Jury der angesehenen Zeitschrift Opernwelt Frankfurt zum „Opernhaus des Jahres“ ernannt hat: eine wohlverdiente Anerkennung (...).

Enrico Girardi, Corriere della Sera

(…) Das Haus am Main ist bekannt dafür, dass es immer risikoreiche Inszenierungen gebracht und diese gesunde Angewohnheit über die Jahre mit Erfolg beibehalten hat. (...)

Luis Sunen, scherzo

(...) Zum Glück hat Frankfurt mit seiner Primadonna Juanita Lascarro eine fabelhafte Sängerdarstellerin parat (...).

Jörg Königsdorf, Der Tagesspiegel

(...) Aber alle Mitwirkenden, darunter zahlreiche Sänger des Chors - von Alessandro Zuppardo einstudiert - spielten ein großartiges Mannschaftsspiel. Ein Rezept, das viele unserer Theater anwenden sollten.

Andrea Merli, L’Opera

Die Entführung aus dem Serail, Premiere vom 19. Oktober 2003

Der "Regisseur des Jahres 2003" inszeniert zum ersten Mal im "Opernhaus des Jahres 2003" - was soll da schon passieren? (...) Was da noch passieren kann? Diese Entführung kann zum Ereignis werden, und genau das ist passiert. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(...) Bravo für ein Musiktheaterereignis von Rang.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Ein anregender, oft auch nachdenklich stimmender Abend, der vom Publikum mit großem Enthusiasmus aufgenommen wurde.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Es hagelte dauerhaft Szenenbeifall – sogar für einen überraschenden Regieeinfall. Und an so etwas können sich in Frankfurt nur die ältesten Opernbesucher noch erinnern... (...).

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Einhellige Zustimmung mit vielen Bravorufen in der Frankfurter Oper (...).

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Christof Loy (...) gelingt ein Geniestreich an Tiefenschärfe (...).

Siegfried Kienzle, Allgemeine Zeitung Mainz

(...) Mit Diana Damraus Debüt als Konstanze haben wir eine exzellente gesangliche Darstellung (...). Das Museums-Orchester Frankfurt spielte unter der Leitung von Julia Jones frisch und exakt. (...)

Bernd Hoppe, Scherzo

Liederabend Bryn Terfel  vom 5. Dezember 2003

(...) Und alle, alle lagen ihm zu Füßen. (...)

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Mit einem gewöhnlichen Liederabend hatte das wenig zu tun. Die Stimmung tendierte eher Richtung Londoner Proms oder Offenbacher Fußballstadion. Man johlte und jubelte (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Roméo et Juliette, Premiere vom 7. Dezember 2003

(...) Im "Opernhaus des Jahres" zeigt der Regisseur Uwe Eric Laufenberg die Oper Roméo et Juliette, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben. (...)

Clemens Prokop, 9. Dezember 2003, Financial Times Deutschland

(...) Die Frankfurter Oper hatte (...) viel versprechende Sänger auf die Bühne und mit Karen Kamensek eine energische Dirigentin ans Pult gestellt. (...)

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Die Entdeckung des Abends aber war der maltesische Tenor Joseph Calleja, dessen sanft bebendes Timbre sich wunderbar an Gounods Kantilenen schmiegte.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Joseph Calleja ist ein Roméo, so klar in der Diktion, so frei von allen expressiven Drückern, so ausgeglichen in allen Lagen und so warm timbriert, wie man sich den Part nur wünschen kann. Dem steht die aparte Juanita Lascarro mit verführerischer Kantabilität als Juliette kaum nach. (...) Auch die übrigen Protagonisten (...) entsprachen dem erstaunlichen sängerischen Niveau in der neuen Ära des Intendanten Bernd Loebe an Frankfurts Oper. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Giovanna d’Arco, Konzertante Aufführung vom 9. Januar 2004

Verdis konzertant gegebene Giovanna d'Arco trat in der Alten Oper Frankfurt einen triumphalen Siegeszug an. (...) Großer Jubel.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Mit dramatischem Gespür setzten die Solisten und Carignani packende Höhepunkte (...).

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

(...) Der eigentliche Star des Abends war das Frankfurter Museumsorchester mit seinem Dirigenten. (...)

Christian Rupp, Gießener Anzeiger

(...) Der Opernchor war von Renato Balsadonna exzellent präpariert (...).

Hans Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Offenbachiade Nr. 1  vom 23. und 24. Januar 2004

(...) Dem Wunsch "Bitte mehr davon!" wird die Oper bald entsprechen.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse

Katja Kabanová, Premiere vom 28. Januar 2004

(...) Bernd Loebe knüpft (...) an große Frankfurter Opernzeiten der achtziger Jahre an, mit Gielen, Zehelein, Berghaus, Neuenfels... (...) Die lyrische Spannung einer hochkonzentrierten Aufführung bewegt sich bis zum tödlichen Ende auf höchstem Niveau.

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

(...) Das Premierenpublikum im "Opernhaus des Jahres" zeigte sich begeistert. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Doch zuerst Lothar Zagrosek: Mühelos lässt sich sein Dirigat mit dem Niveau der Janáček-Interpretationen aus der Frankfurter Ära Sylvain Cambreling vergleichen. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(...) Bemerkenswert (...) das sängerische Niveau. (...)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Am Ende großer Beifall, auch für das Regieteam.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Winterreise, Premiere vom 7. Februar 2004

(...) Für Zuhörer war Glück vollkommen. (...)

Dr. Josef Becker, Bild Zeitung

(...) Eine Schubert-Interpretation ersten Ranges. (...)

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Liederabend Waltraud Meier vom 17. Februar 2004

(...) Das in seiner Begeisterung unbarmherzige Publikum erklatschte zwanzig Minuten Zugaben.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Manch verstohlene Tränen kullerten. Manch wohlige Gänsehaut war plötzlich da - bei dieser innig-heftigen Umarmung, die sich jetzt in der Frankfurter Oper zwischen einer Künstlerin und ihren Fans ereignete. Waltraud Meier, als Wagner-Superstar weltweit gefeiert, und das vollbesetzte Große Haus am Willy-Brandt-Platz. (...) Riesenbeifall, Riesenblumensträuße. Und Riesendank zurück. (...)

Werner Kirchner, Bild Zeitung

Weltstar Waltraud Meier kam, sang und siegte (...)

Axel Zibulski, Offenbach-Post

Parsifal, Premiere vom 29. Februar 2004

(…) Right from the opening bars of the Vorspiel, you sensed we were in for something magical. Carignani´s Tristan last season made you sit up and listen. But his Parsifal is even better. (...) The „Museumsorchester“ can no longer be seen as the poor man´s answer to the city´s premier ensemble, the Frankfurt Radio Symphony Orchestra. Playing as warm, accurate and sensitive as this surely puts them in the top league of Germany´s opera house orchestras. (...)

Simon Morgan, MusicWeb  

(...) das Frankfurter Museumsorchester [kann] es durchaus mit dem Bayreuther Festspielorchester aufnehmen (...).

Monika Beer, Fränkischer Tag

(...) Und wieder einmal hat Intendant Bernd Loebe im Vokalen ein glückliches Händchen: Die Mischung aus Neulingen und Bayreuth-erfahrenen Sängern hält wach. (...)

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Absoluter Hochgenuss. Einmalig. (...)

Dr. Josef Becker, Bild-Zeitung

Ariodante, Premiere vom 28. März 2004

(...) Vier Stunden Barockoper als kunstvoll künstliche Choreographie der Leidenschaften: Muß da nicht jedes dramatische Leben zu papierenen Da-capo-Hülsen erstarren? Keineswegs! Einen vitaleren und packenderen Händel hat man kaum gesehen.

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Das ist neben der gezielt anspruchsvollen Inszenierung das Markenzeichen der Oper Frankfurt: Intendant Bernd Loebe bietet mit weitgehend unbekannten Namen vokales Spitzenniveau (...). Ein musikdramatisch hochklassiger Händel-Abend. (...)

Wolf-Dieter Peter, Bayern 4 Klassik

(...) Loebe hat ein Ensemble versammelt, das in der Gleichwertigkeit der Stimmen kaum zu toppen ist. (...)

Götz Thieme, Stuttgarter Zeitung

Turandot, Konzertante Aufführung vom 1. April 2004

(...) Der Saal tobte. Ein Triumph für Carignani und sein Ensemble – ein Triumph für die Oper Frankfurt.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Dass ihm [Paolo Carignani] dazu ein brillanter Chor (Leitung: Alessandro Zuppardo) und Weltklasse-Solisten zur Verfügung standen, machte den Abend zum Sängerfest erster Qualität: Audrey Stottler ist eine in jeder Beziehung mächtige Turandot. (...) – kurz gesagt ein großer Abend der Frankfurter Oper. (...)

Claus Ambrosius, Wiesbadener Kurier

(...) Frenetischer Beifall.

Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Liederabend Soile Isokoski vom 6. April 2004

(...) Wer neugierig war, wurde dafür stark belohnt.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

The Golden Vanity, Premiere vom 18. April 2004

(...) Eine nachdenklich machende Inszenierung.

Achim Heidenreich, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Chorleiter Pablo Assante geleitet die jungen Sänger sicher durch eine Inszenierung, die drängende Probleme aufgreift und zugleich Kunstgenuss auf hohem Niveau bietet.

Alexander Koffka, Offenbach-Post

Don Giovanni, Wiederaufnahme vom 23. April 2004

(...) Mit außerordentlicher Frische und behutsam historisierender Transparenz einschließlich souverän eingesetzter Naturfarben im Blech agierte das Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Stefan Klingele (...).

Annette Becker, Frankfurter Rundschau

Auch in ihrem zehnten Jahr hat Peter Mussbachs Don-Giovanni-Inszenierung nichts von ihrer Suggestivität verloren (...). Und wann hat man je erlebt, daß Masetto (mit lebendigem Spiel: Nathaniel Webster) für seine Arie "Ho capito" Szenenapplaus erhält? (...)

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Auch bei der Wiederaufnahme (...) sparte das Publikum nicht mit Beifall und Bravorufen – was vor allem am exzellenten Ensemble lag. (...)

Claudia Arthen, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Katarina Karnéus vom 11. Mai 2004

(...) Eine Sternstunde des Liedgesangs (...). Am Ende hagelt es Bravos (...).

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Jubel, Schreie, Schauer des Entzückens - 90 Minuten wurde die Lunte mit 25 herrlichen Liedgestalten gelegt, damit in 90 Sekunden bei einem einzigen Strauss-Funken alles in die Luft fliegen konnte. Katharina Karnéus - habe Dank.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

(...) das war fürwahr ein Erlebnis. (...)

Claudia Arthen, Frankfurter Neue Presse

Mefistofele, Premiere vom 16. Mai 2004

(...) Ein großer Opernabend, vom Publikum begeistert aufgenommen.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Musikalischer Höhepunkt des Abends ist die Walpurgisnacht: wie Paolo Carignani die instrumentalen Finessen dieser Höllenmusik ausbreitet, wie er die Energien der Doppelfuge des Chors, der hier die Insassen einer Irrenanstalt verkörpert, antreibt, das ist Spitzenklasse. (...) Viel Beifall für die packende Revitalisierung einer entlegenen Oper.

Siegfried Kienzle, Allgemeine Zeitung Mainz

Regisseur Dietrich Hilsdorf verlegte Arrigo Boitos Mefistofele an der Oper Frankfurt in einen Anatomie-Hörsaal und erntete dafür enthusiastischen Premierenapplaus. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Eine in jeder Beziehung respektable Faust-Adaptation. In der Oper Frankfurt jetzt ein weiterer Leistungsnachweis, der das Prädikat "Opernhaus des Jahres" eindringlich bestätigt.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Das höchste Lob verdient - neben dem brillanten Orchester unter Leitung von GMD Paolo Carignani - der hervorragende Chor, den Alessandro Zuppardo einstudiert hat. Auch in der größten Massenszene noch zu berückendsten Piani fähig, ist dieser Klangkörper derzeit wohl einen der facettenreichsten Chöre der deutschen Opernlandschaft.

Claus Ambrosius, Wiesbadener Kurier

(...) Das Werk ist ein bombensicherer Publikumsmagnet, wenn es von einem erstklassigen Chor und Orchester sowie einem dynamischen Bass aufgeführt wird, (...) Vor diesem Hintergrund ist die neue Produktion der Frankfurter Oper in jeder Hinsicht ein Erfolg. (...)

Larry L. Lash, Financial Times

Volo di notte und Il prigioniero, Premiere vom 6. Juni 2004

(...) die Leistungen des Dirigenten Martyn Brabbins und der Sänger Željko Lučić, Lucio Gallo und Taina Piira sind enorm.

Uwe Wittstock, Die Welt

(...) Das Publikum hatte, wie man dem stürmischen Applaus entnehmen konnte, größte Freude an diesen Entdeckungen. Zur sich immer wieder einstellenden Ohrenlust, die in Frankfurt vom Dirigenten Martyn Brabbins, dem Museumsorchester und einem brillanten Ensemble nachhaltig gefördert wird, liefern der Regisseur Keith Warner und Bühnenbildner Kaspar Glarner im Nachtflug üppige Augenfreuden (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Gesungen wurde durchweg fabelhaft (...).

Julia Spinola, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Premiere von Keith Warners Inszenierung zweier Dallapiccola-Einakter an der Oper Frankfurt wurde zum Triumph für das Musiktheater des 20. Jahrhunderts. (...). Das Publikum reagierte mit großem Enthusiasmus auf eine Produktion, die zu den besten der sich zu Ende neigenden Saison zählt.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Von all dem überwiegend gefesselt schien das Premierenpublikum am Sonntag. Beifall und Bravos wollten kein Ende nehmen (...). Weiter so!

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

La Cenerentola, Premiere vom 20. Juni 2004

(...) Kann man drei Stunden gerührter, erheiterter, belebter verbringen als in dieser Inszenierung? Nein. (...)

Thomas Delekat, Welt Kompakt

(...) Das Orchester unter Leitung von Roland Böer präsentierte sich ganz auf der Höhe der Musik Rossinis mit profilierten Figurationen und zupackendem Tempo. (...)

Anita Kolbus, Gießener Allgemeine

(...) Das Frankfurter Premierenpublikum jedenfalls nahm Warners Spielereien und Illusionsbildungen spürbar amüsiert und begeistert auf.

Axel Zibulski, Offenbach-Post

(...) Ein äußerst vergnüglicher Opernabend.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

(...) Großer Jubel.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

Liederabend Barbara Bonney vom 22. Juni 2004

(...) Schon im Strauss-Block setzten sich ihre Qualitäten durch, mit einem herrlich leichten „Ständchen“ und einem „Ich schwebe“, das den Namen verdiente. (...)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

Der fliegende Holländer, Wiederaufnahme vom 25. Juni 2004

(...) Unter der aufmerksamen wie impulsreichen Leitung von Christian Arming, dem Luzerner Musikdirektor, kam es geradezu zu einem Fest der Stimmen (...).

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Christian Armig am Dirigentenpult zündelt gehörig und musiziert Wagners Partitur voll aus, mit großen, fulminanten Chören, blühendem Melos und rhythmischem Furor. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

(...) Der Chor trumpft fulminant und mit Verve auf (...).

Claudia Arthen, Frankfurter Neue Presse

Holländer als Stimmen-Fest

Axel Zibulski, Offenbach-Post

El Retablo de Maese Pedro und Der Kaiser von Atlantis, Premiere vom 27. Juni 2004

(...) Eine beeindruckende Wiedergabe durch das reduzierte Frankfurter Museumsorchester unter der Leitung von Johannes Debus und durch ein darstellerisch wie musikalisch ausgezeichnetes Ensemble, aus dem Magnus Baldvinssons klangmächtiger Baß (Tod) und Britta Stallmeisters geradezu seraphischer Sopran (Bubikopf) hervorstachen. (...)

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Auch das übrige Ensemble liefert eine herausragende sängerische und schauspielerische Leistung ab. (...)

Claudia Arthen, Frankfurter Neue Presse

(...) In beiden Fällen war ein enorm präsentes Sängerensemble zu erleben: Auch in solch kleineren Arbeiten zeigt sich der Erfolg der Aufbauleistung von Intendant Bernd Loebe.

Stefan Michalzik, Offenbach-Post

Fierrabras, Premiere vom 06. Oktober 2002

Frankfurts neuer Opernintendant Bernd Loebe hat es sich und dem Publikum nicht leicht gemacht: statt Fidelio oder Meistersinger bietet er Franz Schuberts Fierrabras als erste Premiere - mutig, risikofreudig und auch so etwas wie ein Bekenntnis zu künstlerisch eigenwilligen Wegen. (...)

Wolf-Dieter Peter, Salzburger Nachrichten

(...) Bernd Loebe, profunder Kenner von Sängerstimmen, gewann für Fierrabras ein bemerkenswert homogenes Ensemble unverbrauchter Namen. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

 (...) Der Einstieg des neuen Opernintendanten Bernd Loebe fordert auf zur Auseinandersetzung.

Siegfried Kienzle, Allgemeine Zeitung Mainz

(...) Am Pult der Mailänder Dirigent Paolo Carignani, der mit dieser Oper seine vierte Spielzeit als Generalmusikdirektor des Opernhauses eröffnet hat und dessen Vertrag vor kurzem bis 2008 verlängert wurde (keine Kleinigkeit angesichts von Interpreten wie Solti und Matacic, die seine Vorgänger waren). Er hat es geschickt vermieden, dramatische Emphase dort hinein zu legen, wo kein Drama ist. Vielmehr legt er das Gewicht auf das Klangbild, auf die lyrische Spannung und die musikalischen Proportionen der Partitur und gewinnt so eine Idee der Zartheit und der traurigen Schönheit: er findet die ureigenen Töne der reinen Wehmut. (...)

Enrico Girardi, Corriere della Sera

With its first two new productions, Oper Frankfurt set itself a standard of quality it will be hard pressed to better as an innovative season unfolds. (...)

Roger Chapple, Opera Now

In spite of the really not very „operatic“ music, Paolo Carignani, conducting the Orchestra of the Frankfurt Museum, managed to cast something akin to a veil of magic over the whole thing.

Carl H. Hiller, Opera

The Turn of the Screw, Premiere vom 3. November 2002

(...) Die Aufführung war der bemerkenswerte zweite Anlauf einer neuen Frankfurter Opernära.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Die Verflechtung von vokaler und instrumentaler Schönheit verdeckt nicht das Böse, das in solcher Sinnlichkeit lauert. Starker Beifall, Bravos.

Rudolf Jöckle, Frankfurter Neue Presse

(...) Knappes Fazit: Mit diesem Britten scheint die Oper Frankfurt auf bestem Wege. Wer das gängige Repertoire gleichsam im Sack hat, ist geradezu verpflichtet, auch mal etwas zu riskieren.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Die Ovationen hätten nach einem fetten Puccini kaum stärker sein können (...).

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Les Huguenots (konzertant), Premiere vom 24. November 2002

(...) Darüber hinaus bot diese Produktion die seltene Gelegenheit, den von Andrés Máspero vorbereiteten Chor und Extrachor der Oper Frankfurt in voller Stärke auf der Bühne zu erleben: eine beeindruckende Kunst-Demonstration.

Harald Budweg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(...) Der Große Saal tobt fast vor Begeisterung (...).

Andreas Hauff, Frankfurter Rundschau

(...) nach vier Stunden großer Oper herrschte beim Publikum restlose Begeisterung.

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Der Schatzgräber, Premiere vom 15. Dezember 2002

Die Frankfurter Oper ist nach bleiernen Jahren nicht nur wieder im Kommen, sie ist längst schon da unter dem neuen Intendanten Bernd Loebe und seinem Team. (...) Die Frankfurter Aufführung wurde zu Recht bejubelt.

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

(...) Mit dieser dritten Premiere befestigt sich der wiedererworbene gute Ruf der Frankfurter Oper. Von allen Musikbühnen bietet sie in dieser Saison den aufregendsten Spielplan. Und seine Realisierung lässt sich mehr als gut an.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

(...) Mit dieser dritten Saisonpremiere meldet das Frankfurter Opernhaus endgültig auch musikalisch seinen Anspruch an, wieder in der Spitzengruppe der Republik mitzuspielen. (...) Es wird nicht der letzte Schatz sein, der hier gehoben wurde.

Jörg Königsdorf, Der Tagesspiegel

(...) It’s a magnificent achievement. (...)

Shirley Apthorp, Financial Times

Macbeth, Premiere vom 19. Dezember 2002

(...) Sciarrinos dreiaktige Oper Macbeth wurde im vergangenen Juni in Schwetzingen uraufgeführt, als Koproduktion der Schwetzinger Festspiele, Musica per Roma und der Oper Frankfurt, an der sie auch erarbeitet wurde. Der ehemalige Intendant Martin Steinhoff wollte sie in seiner letzten Spielzeit bereits nach Frankfurt holen, doch hat er beteuert, ihm fehlte das Geld. Dank privater Sponsoren und in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel, an dem Sciarrinos Macbeth nun gegeben wird, konnte Steinhoffs Nachfolger Bernd Loebe das Werk jetzt in Frankfurt auf die Bühne bringen.
Die Begegnung lohnt enorm. (...)

Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

Die Frau ohne Schatten, Premiere vom 2. Februar 2003

Wenn das Musiktheater in Frankfurt am Main den eingeschlagenen Glückskurs hält, könnte es am Ende der Spielzeit – nach Jahren der Dürre – sogar zum Opernhaus des Jahres gekürt werden. (...)

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung

Was für ein Triumph! Welche Kraftanstrengung! (...)

Christine Lemke-Matwey, Der Tagesspiegel

(...) in musikalischer Hinsicht gerät die Produktion zu einer Sternstunde. (...)

Peter Hagmann, Neue Züricher Zeitung

(...) Frankfurts Oper [ist] wieder um einen gegenwartswachen Musiktheater-Abend reicher.

Manuel Brug, Die Welt

(...) Mit der schier überwältigenden Leistung der Gäste und Ensemble-Mitglieder festig Frankfurts Opern-Intendant Bernd Loebe einmal mehr seinen Ruf als Vokal-Gourmet und beschert seinem Haus einen großen Abend. (...)

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

(...) Gesungen wird himmelstürmend (...).

Michael Stenger, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Ein Walzertraum, Premiere vom 2. März 2003

(...) Wie soll man ein solches Stück vermitteln? (...) Als Herz-Schmerz-Idyll kann man den Walzertraum kaum inszenieren. (...)

Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

(..) Andrea Schwalbach hat das einst viel gespielte Stück von Oscar Straus in Frankfurt neu inszeniert - und dabei bravourös gezeigt, wie viele Funken sich aus dieser 1907 in Wien uraufgeführten Operette noch schlagen lassen. (...)

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

 (...) Ein Walzertraum, weniger fürs Operetten-Stammpublikum als für intelligente Genießer.

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Jérusalem, Premiere vom 25. April 2003

(...) Dass der Abend im Großen Saal der Alten Oper in französischer Sprache ein solch grandioser  Erfolg wurde, ist vor allem einer Harmonie auf kompromisslos hohem Niveau zu verdanken. 
Die Oper Frankfurt verfügt derzeit über Ensemblemitglieder, die  sich mühelos in eine Riege mit "Star"-Sängern einreihen können. (...) Enthusiastischer Beifall für ein Konzertereignis, das einen Meilenstein der Verdi-Rezeption in Frankfurt  setzte.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) So wurde die konzertante Aufführung von Verdis Oper Jérusalem auch und gerade wegen der akribischen Einbettung der Details ins Ganze zum Großereignis, (....)

Benedikt Stegemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tristan und Isolde, Premiere vom 25. Mai 2003

(...) Eine schmerzhaft kühle Regie, die sich jeden Kitsch verbietet. Verzehrende Emotion kommt ja zu genüge aus dem Orchestergraben. Paolo Carignani und sein Orchester vollbringen eine Meisterleistung. (...)

Carsten Umlauf, Die Welt

(...) So gebührt dem Frankfurter Generalmusikdirektor Paolo Carignani und seinem grandios aufspielenden Opernorchester größte Anerkennung. (...)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

Zeitgleich mit der Premiere des Stücks an der Wiener Staatsoper ist Tristan und Isolde von Richard Wagner an der Oper Frankfurt herausgekommen. Wenn dort von der Unabwendbarkeit des Scheiterns die Rede sein musste (...), so kann hier von einer Produktion berichtet werden, welche die Wiener Inszenierung auf mancher Ebene in den Schatten stellt. Gewiss ist das Frankfurter Museumsorchester nicht mit den Wiener Philharmonikern zu vergleichen; (...) Aber wie der Frankfurter Generalmusikdirektor Paolo Carignani den Notentext liest, zeichnet sich gegenüber dem erhitzten Zugang von Christian Thielemann doch durch einige Vorzüge aus. (...)
Unter einem wesentlich besseren Stern als in Wien stand (in der zweiten Vorstellung) auch die Frankfurter Besetzung. (...)

Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung

(...) Die Lesart Carignanis hat allerdings wegen der hohen Transparenz überrascht: ein analytischer Tristan, in dessen Tiefe man vom Übermaß und der Fülle des Kontrapunkts mitgerissen wird, aber auch von der unendlichen Zartheit gewisser instrumentaler Linien, die anderswo oft auf dem Altar des breiten und pastösen Klangs geopfert werden. (...)

Enrico Girardi, Corriere della sera

Frankfurts Oper ist wieder klar im Aufstieg begriffen. Tristan und Isolde, fast unmöglich zu inszenieren, ist eine gute Messlatte für die Möglichkeiten eines Opernhauses. Frankfurts Tristan kam am gleichen Tag heraus wie jener in Wien, kostete aber unzweifelhaft eine Menge weniger und war der Wiener Produktion in fast jeder Hinsicht haushoch überlegen. (...)
Während in der Wiener Produktion gerade einmal fünf interessante Minuten die ansonsten vorherrschende Langeweile erleuchteten, hat Christoph Nel aus Wagners Monolith ein ergreifendes Drama gemacht. (...)

Shirley Apthorp, Financial Times

L’isola disabitata, Premiere vom 14. Juni 2003

(...) Eine hochlöbliche Opernvermittlungstat, wenn Intendant Bernd Loebe nun schon am Ende seiner ersten (phänomenal geglückten) Spielzeit, korrespondierend zur Schubert-Neubelebung Fierrabras als Einstand, den auf Schloss Esterháza 1779 uraufgeführten veritablen Einakter wieder ans Licht holte. (...)

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Was für ein erhabener Kontrast: Joseph Haydns L’isola disabitata vom Schlosstheater der Esterhazys in das metallene Industrie-Relikt des Bockenheimer Depots zu verlegen, war ein geschickter Schachzug des Regisseurs Guillaume Bernardi.
(...) Ein schönes Stück Sommertheater unter der Hitzeglocke des Depots – (...).

Klaus Ackermann, Offenbach-Post

(...) Auch musikalisch war der Abend eine Wohltat: (...) Ein hinreißender Abend mit wohl verdienten Bravo-Rufen, diesmal auch für die intelligente, feinsinnige Regie.

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(...) Hervorragende Nachwuchskräfte der Frankfurter Städtischen Bühnen, in luftige, geschmackvolle Kostüme gesteckt (Peter DeFreitas), verleihen den Figuren klare Konturen und stimmliche Präsenz (gesungen wird in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln): (...)
Für die sorgfältige musikalische Betreuung zeichnet, mit suggestiver Gestik vom Cembalo aus leitend, Roland Böer, der junge Frankfurter Kapellmeister. (...) – Durchweg positive Aufnahme und begeisterte Zustimmung für alle Beteiligten.

Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo

Manon, Premiere vom 21. Juni 2003

(...) Bieito hat eine "Manon 2003" inszeniert, (...) - und dass Bieito ein Regievirtuose von hohen Graden ist, daran führt kein Weg vorbei. (...)

Gabor Halasz, Die Rheinpfalz

(...) Carignanis Tempi, die suggestive Klangfarbgebung, etwa beim holzbläser-verschatteten Walzer im fünften Akt während der Wiederbegegnung der Liebenden, sind schlicht phänomenal. (...) Großer Applaus für die musikalische Gestaltung.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung