Spielplan

zur Übersicht

Werther

Jules Massenet 1842–1912

Lyrisches Drama in vier Akten
Text von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann
Uraufführung 1892

Produktion der Nederlandse Opera Amsterdam in Kooperation mit der Opéra de Lyon

Premiere vom 11. Dezember 2005

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz vor der Wiederaufnahme als Video

Musikalische Leitung Elias Grandy

Werther Gerard Schneider
Charlotte Cecelia Hall
Sophie Florina Ilie
Albert Sebastian Geyer
Johann Iain MacNeil
Le Bailli Franz Mayer
Schmidt Carlos Andrés Cárdenas

Der Rechtspraktikant Werther leidet unter den gesellschaftlichen Zwängen und sehnt sich nach Entgrenzung. Keine menschliche Verbindung kann ihm Halt geben, bis er die bereits verlobte Charlotte kennenlernt ... Goethes Die Leiden des jungen Werther gilt als Hauptwerk jener Gefühlskultur, die als »Empfindsamkeit« in die Literaturgeschichte einging. Der Briefroman, an dessen Ende ein Selbstmord steht, geriet zum größten Medienskandal des 18. Jahrhunderts und sorgte dafür, dass sich eine ganze Generation in den Werther’schen Farben Gelb und Blau kleidete. Jules Massenet und seinen Librettisten gelang mit dem Drame lyrique in vier Akten, das an seinen dramatischen Höhepunkten den Verismo vorausahnen lässt, eine der eindrücklichsten Bearbeitungen des Stoffes.

Regisseur Willy Decker lotet die Diskrepanz zwischen der Sehnsucht der Liebenden und ihrer Realität, zwischen Hoffnung und Resignation im abstrakten Raum von Wolfram Gussmann aus. In Gelb- und Blautönen entfaltet sich auch visuell jene musikalisch sensibel geschilderte Traumsphäre, in welcher die realitätsferne Liebe von Werther und Charlotte einzig existieren kann.