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Tosca

Giacomo Puccini 1858-1924

Melodramma in drei Akten
Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica 

Premiere vom 16. Januar 2011

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Lorzeno Viotti
Floria Tosca Malin Byström
Mario Cavaradossi Stefano La Colla
Baron Scarpia Dario Solari
Cesare Angelotti Brandon Cedel
Der Mesner Franz Mayer
Spoletta Michael McCown
Sciarrone Barnaby Rea
Ein Hirte Knabensolist des Mainzer Domchores 

(…) Malin Byström in der Titelrolle hatte ihre überzeugendsten, bezwingendsten Momente natürlich im zweiten Akt, als sie dem drängenden Scarpia die kalte Schulter zeigt. Aber auch beim Sturz von der Engelsburg – für Regisseure eine szenische Herausforderung – bewahrte sich die Sängerin ihren Platz in den Herzen der Zuhörer.
Gemeinsam mit dem leidenschaftlichen Stefano La Colla bot man ein ausgewogenes, rundum überzeugendes Liebespaar. La Collas mächtige, aber trotzdem recht schlanke, flexible Stimme lag dem Zuhörer noch lange im Ohr.
Man konnte sich also über ein Festival der Stimmen freuen. Es wäre ohne die weiteren Darsteller nicht denkbar gewesen: Dario Solari wurde als Bösewicht Scarpia allen sängerischen und darstellerischen Herausforderungen gerecht. Auch Brandon Cedel als Häftling Angelotti und der gute alte Franz Mayer als Mesner boten Farbe und Format wie Michael McCown als Spoletta und Barnaby Rea als Scarrione. Diese Tosca zeigte einmal mehr, dass das Frankfurter Opernensemble derzeit glänzend in Form ist. Chor und natürlich das Opern- und Museumsorchester – diesmal unter der Leitung von Lorenzo Viotti – hielten mit.

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse


(…) Gut aufgelegt präsentiert sich das Orchester unter der Leitung von Lorenzo Viotti. Der junge Dirigent ist ein aufmerksamer Begleiter. In den Einleitungen zu den einzelnen Akten beweist er ein gutes Gespür für die klangfarblichen Finessen der Partitur, in der Puccini eine erstaunliche Nähe zum französischen Impressionismus zeigt. Angenehm, dass das „Te Deum“ trotz angemessener Wucht nicht dröhnt. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Am 14. Januar 1900 herrscht Hochspannung im überfüllten Teatro Costanzi in Rom — »teils auf Grund der Premierenaufregung, teils wegen Drohbriefen an die Darsteller und Gerüchten von einem wahrscheinlichen Attentat«: Giacomo Puccinis Tosca wird uraufgeführt. Ganz so wie die Uraufführung steht das Verismo-Meisterwerk selbst unter Strom. Vor dem historischen Hintergrund der Schlacht bei Marengo, in der sich im Juni 1800 Frankreich und auf der anderen Seite die vereinigten Königreiche Österreich, Preußen und Russland gegenüberstehen, ereignet sich jene fiktive, kaum 48 Stunden dauernde Geschichte um Künstlertum und Gesellschaft, Macht und Politik, Liebe und Tod — Melodram und Politthriller zugleich. Im Zentrum: die kapriziöse und tief religiöse Sängerin Floria Tosca, ihr Geliebter, der Maler und Republikaner-Sympathisant Mario Cavaradossi und der sadistische Polizeichef Scarpia. Szenen, die auch musikalisch in schockierendem Naturalismus gezeichnet werden, stellt Puccini den heftigen Handlungsvorgängen bisweilen feierliche oder heitere Klänge gegenüber und erreicht in diesem Widerspruch eine zusätzliche Zuspitzung des Geschehens. Regisseur Andreas Kriegenburg entwickelt Charaktere, die mit zeitlosen Kostümen in einem abstrakt-strengen Bühnenbild konzentriert unter die Lupe genommen werden. Der klar definierte Raum, »gebaut aus ehrlichen Materialien wie Holz und Glas« (Harald Thor) steht dabei im Kontrast zur emotionalen Kraft der Musik.