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The Burning Fiery Furnace / The Prodigal Son

Die Jünglinge im Feuerofen / Der verlorene Sohn

Benjamin Britten (1913-1976)

The Burning Fiery Furnace - Die Jünglinge im Feuerofen
Zweite Kirchenparabel
Text von William Plomer nach der Heiligen Schrift
Uraufführung 9. Juni 1966, Orford Parish Church, Suffolk

The Prodigal Son - Der verlorene Sohn
Dritte Kirchenparabel
Text von William Plomer nach der Heiligen Schrift
Uraufführung 10. Juni 1968 Orford Parish Church, Suffolk

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot

Musikalische Leitung Mario Antonio Marra

The burning fiery furnace

Nebukadnezar Peter Marsh
Astrologe (Abt) Domen Križaj
Hananja Gabriel Rollinson°
Misael Jonathan Abernethy
Azarja Barnaby Rea
Herold und Führer der Höflinge Danylo Matviienko°

The prodigal son

Versucher (Abt) Peter Marsh
Vater Magnús Baldvinsson
Älterer Sohn Domen Križaj
Jüngerer Sohn Jonathan Abernethy

°Mitglied des Opernstudios

Für diese beiden Kirchenparabeln griff Britten zwei biblische Gleichnisse auf und schuf eine höchst eigenwillige Theaterform.

Drei hebräische Jünglinge weigern sich, das von König Nebukadnezar errichtete goldene Götzenbild anzubeten, und werden zur Strafe in einen glühenden Feuerofen geworfen. Durch ein Wunder überleben sie die Flammen unversehrt. Daraufhin bekehrt sich der babylonische König zum israelitischen Gott.

Ein Vater hat zwei ungleiche Söhne: Der jüngere lässt sich sein Erbe auszahlen und verprasst es, von einem Verführer angestiftet. Als er vollkommen verarmt zurückkehrt, nimmt ihn der Vater in Liebe auf und verzeiht ihm – sehr zum Unmut des älteren, fleißigen Bruders. Die Freude über die Rückkehr des verlorenen Sohns überwiegt allen Tadel.

Für das 1948 von ihm gegründete Aldeburgh Festival in seiner geliebten ostenglischen Heimat schrieb Benjamin Britten 1964 mit Curlew River, fußend auf einem Stoff aus dem japanischen Nô-Theater, einen Einakter zum Zweck der Aufführung in einer Kirche. 1966 und 1968 folgten darauf die beiden anderen »Kirchenopern«. Alle drei Werke wurden in der Pfarrkirche von Orford, Suffolk, uraufgeführt. Gemeinsam ist ihnen der rituelle Ansatz: Ein Abt zieht mit seinen Mönchen und Laienbrüdern in die Kirche ein, um das stark formalisierte Geschehen aufzuführen. Vor den Augen des Publikums schlüpfen die Darsteller in ihre Kostüme. Von diesem quasiliturgischen Rahmen ließ sich der Komponist unter Verwendung mittelalterlicher Choräle, der szenischen Einbindung der Musiker und dem Einsatz zum Teil exotischer Instrumente zu einer sehr besonderen Klangsprache anregen.