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Romeo und Julia auf dem Dorfe

Frederick Delius 1862-1934


Lyrisches Drama in sechs Bildern
Text vom Komponisten, Jelka Rosen-Delius und Charles Francis Keary nach der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe (1855) aus Die Leute von Seldwyla von Gottfried Keller. Englische Übersetzung von Tom Hammond.
Uraufführung der englischen Fassung am 22. Februar 1910, Covent Garden, London

Premiere vom 22. Juni 2014

In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer.
Am 22. März mit kostenloser Kinderbetreuung.

Musikalische Leitung Elias Grandy

Sali, Manzens Sohn Jonathan Abernethy
Vreli, Martis Tochter Simone Osborne
Manz, reicher Bauer Dietrich Volle
Marti, reicher Bauer Magnús Baldvinsson
Der schwarze Geiger Johannes Martin Kränzle
Sali als Kind Solist des Kinderchores der Oper Frankfurt
Vreli als Kind Solistin des Kinderchores der Oper Frankfurt

(…) Die erste Wiederaufnahme seit der Premiere 2014 ist eine zwingende Gelegenheit, dieser Rarität in großer Form zu begegnen. Elias Grandy bietet mit dem Opern- und Museumsorchester große, empfindliche, wagnerisch angehauchte Trauer-, Tanz-, Todes- und Erlösungsmusik. (…)
(…) Zwei Rollendebüts sind zu erleben. Jonathan Abernethy mit angenehm metallhaltigem Tenor und die erstmals in Deutschland engagierte Kanadierin Simone Osborne mit einem beweglichen, jugendlichen Sopran sind auch optisch ein echtes Königskinderpaar.
Aus der Premiere sind noch einige Sänger dabei, vor allem ist der selbst geigende Johannes Martin Kränzle erneut der „Schwarze Geiger“: dämonisch und verstört und doch eine lockend sympathische Alternative. Dietrich Volle und Magnús Baldvinsson sind wie gehabt die stumpfen Alten, denen Delius großartige Wutanfälle und Schimpfereien geschrieben hat.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau


(…) In Frankfurts Oper hört man dem unter Leitung von Elias Grandy prächtig spielenden Opern- und Museumsorchester gebannt zu. (…)
Aus der Premierenbesetzung sind der sonore „Geiger" Johann Martin Kränzle und die derben Bauern Dietrich Volle (Manz) und Magnús Baldvinssson (Marti) noch dabei. Jugendlich frisch und betö­rend gefallen Jonathan Abernethy (Sali) und Simone Osborne (Vreli), dazu namentlich nicht genannte Solisten aus Chor und Kinder­chor. Optisches Aufsehen, erregt auch der in strenge Schweizer Trachten (…) gewandete Chor. Unbedingt sehens- und hörenswert!

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse

Delius’ 1907 in Berlin uraufgeführte Oper basiert auf Gottfried Kellers im poetischen Realismus verankerter Version von Shakespeares Tragödie: Spielort ist nicht Verona, sondern ein Schweizer Dorf, die Protagonisten heißen nicht Romeo und Julia, sondern Sali und Vreli. Ewiger Begleiter der Liebenden, die nicht zusammenkommen können und schließlich gemeinsam in den Tod gehen, ist ein mysteriöser schwarzer Geiger, der sowohl eine Ahnung von Freiheit als auch den Schicksalsweg der beiden verkörpert. Mit A Village Romeo and Juliet schafft der viel zu lange unbeachtet gebliebene britische Komponist Frederick Delius eine Einheit aus Text und Musik, die nuanciert in Klang gefasste Empfindungen mit farbenreichen Naturpanoramen verbindet und mitunter an Claude Debussy oder Richard Strauss erinnert. Regisseurin Eva-Maria Höckmayr und Bühnenbildner Christian Schmidt verlegen das Werk in unsere Gegenwart und lassen dabei Traum und Wirklichkeit, Jugend und Alter, Leben und Tod ineinander aufgehen.