Spielplan

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Norma

Vincenzo Bellini 1801-1835

Tragedia lirica in zwei Akten, Text von Felice Romani
nach der Tragödie Norma ou L’Infanticide (1831) von Alexandre Soumet
Uraufführung am 26. Dezember 1831, Teatro alla Scala, Mailand

Premiere vom 10. Juni 2018

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti
Norma Elza van den Heever
Pollione Stefano La Colla
Adalgisa Carmen Topciu
Oroveso James Creswell
Clotilde Julia Moorman*
Flavio Matthew Swensen

*Mitglied des Opernstudios

Bellinis Norma wurde lange Zeit als reines Diven-Stück angesehen — kein Wunder, gehört doch die Titelpartie zu den anspruchsvollsten der Gattung. In den letzten Jahren ist der musiktheatralische Rang des Werks wieder mehr ins Bewusstsein getreten. Es geht um ewig aktuell drängende Fragen: Wie umgehen mit den Widersprüchen zwischen öffentlicher Führungsrolle und privatem Glück? Wie sehr bestimmt die Verantwortung für die eigenen Kinder das Leben? Welche Rolle spielen Rituale in einer Gemeinschaft? Was kann die Freundschaft zweier Frauen, die denselben Mann lieben, bewirken? Diese Themen spiegeln sich in der Geschichte um die gallische Seherin Norma, die eine Verbindung mit dem römischen Prokonsul Pollione, ärgster Feind ihres Volkes, eingegangen ist. Als er ihre Liebe verrät, geht sie durch ein Wechselbad der Gefühle, das im heroischen Selbstopfer als Ausdruck der Erkenntnis ihrer eigenen Schuld gipfelt. Dafür findet Bellini eine Tonsprache, die den Gesang ins Zentrum stellt — und der ist, obgleich Belcanto in vollkommenster Form, keineswegs nur »schön«, vielmehr in seiner Wahrhaftigkeit unmittelbar berührend.