Spielplan

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Manon Lescaut

Giacomo Puccini (1858-1924)

Dramma lirico in vier Akten
Text von Luigi Illica, Domenico Oliva, Giulio Ricordi und Marco Praga nach dem Roman Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut (1731) von Abbé Prévost
Uraufführung am 1. Februar 1893, Teatro Regio, Turin

Premiere vom 6. Oktober 2019

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar auf YouTube)

Musikalische Leitung Sesto Quatrini

Manon Lescaut Jessica Rose Cambio
Chevalier Renato des Grieux Martin Muehle
Lescaut Domen Križaj
Geronte de Ravoir Alfred Reiter
Edmondo Jonathan Abernethy
Der Wirt / Der Kaiptän Magnús Baldvinsson
Ein Musiker Kelsey Lauritano
Ein Tanzmeister / Der Laternenanzünder Carlos Andrés Cárdenas°
Der Sergeant Božidar Smiljanić

°Mitglied des Opernstudios

(…) Es ist beeindruckend, wie geschmeidig und flexibel sich die Oper Frankfurt angesichts der Herausforderungen und Unwägbarkeiten in der Pandemie-Lage zeigt. In kürzester Zeit werden Premierenstücke ausgetauscht und maßgeschneiderte Neuproduktionen herausgebracht. Daneben wird in hoher Frequenz das Repertoire angepasst und in überzeugenden, ja herausragenden Besetzungen (Figaro! Puritani! Werther!) präsentiert. Die Künstler zeigen geradezu eine unbändige Lust zu spielen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Rückgang der Infektionszahlen recht bald wieder die Aufnahme des Spielbetriebs ab Dezember erlaubt. Noch stehen im Spielplan Folgevorstellungen dieser unbedingt sehens- und hörenswerten Wiederaufnahme der Manon. Ob es bei dieser Programmplanung bleibt, wollte die Oper Frankfurt auf Nachfrage derzeit nicht bestätigen. Zu unwägbar sind die weiteren Entwicklungen. Zu empfehlen ist daher ein regelmäßiger Blick auf die aktualisierte Internetseite https://oper-frankfurt.de/de.

Michael Demel, www.deropernfreund.de

Das Glücksversprechen im Paradies Europa ist trügerisch. Getrieben vom Wunsch nach einem besseren Leben geht ein junges Mädchen jedes Risiko ein: Bei der ersten Gelegenheit flieht sie mit dem Studenten Des Grieux, der ihr bis zur Selbstaufgabe verfällt. Bei der nächsten gibt sie sich einem geilen Alten hin, der ihr vermeintlich mehr bieten kann, ihre Jugend und ihren Körper jedoch schamlos ausnutzt. Ein sprunghaftes Leben voller Abhängigkeiten, ohne Netz und doppelten Boden – und mit einer herzzerreißenden Liebe als einzigem Rettungsanker. Puccini gelingt mit seiner dritten Oper eine Partitur der puren Emotion. Mit ergreifender Leidenschaft und starken Kontrasten werden Figuren lebendig, deren Schicksal unmittelbar berührt. Die gefeierte Inszenierung von Àlex Ollé zeigt sie als unsere Zeitgenossen auf dem verzweifelten Weg in eine mehr als ungewisse Zukunft.