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Manon Lescaut

Giacomo Puccini 1858-1924

Dramma lirico in vier Akten
Text von Luigi Illica, Domenico Oliva, Giulio Ricordi und Marco Praga nach Abbé Prévost.
Uraufführung am 1. Februar 1893, Teatro Regio, Turin


In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Musikalische Leitung Lorenzo Viotti / Takeshi Moriuchi (18. 10. / 9., 15., 23. 11.)

Manon Lescaut Asmik Grigorian
Lescaut Iurii Samoilov
Chevalier Renato des Grieux Joshua Guerrero
Geronte De Ravoir Donato Di Stefano
Edmondo Michael Porter
Der Wirt Magnús Baldvinsson
Ein Musiker Bianca Andrew
Ein Tanzmeister Jaeil Kim
Der Laternenanzünder Santiago Sánchez
Der Sergeant Božidar Smiljanić
Der Kapitän Pilgoo Kang°

°Mitglied des Opernstudios

Kein Ankommen. Ein Leben in immenser Leidenschaft und Verausgabung, im permanenten Transitzustand, dem erst der Tod den ersehnten Hafen bietet.

In ihrer Sehnsucht nach einer besseren Existenz verfolgt die betörende Manon mit unbedingtem Willen und Ehrgeiz die Veränderung ihrer sozialen Situation. Bald muss sie erkennen, dass die sich ihr bietende Möglichkeit »grenzenloser Freiheit« erschütterbar ist. Sie opfert zunächst ihre Liebe zu dem Studenten Des Grieux, die letztendlich zum einzigen Anker im Abgrund ihrer und auch seiner Zukunft wird. Die tragische Liebesgeschichte der Manon Lescaut ist eine Erzählung des Falls, des Scheiterns – an den oberflächlich glänzenden Verlockungen dieser Welt ebenso wie an einer grausamen, unmenschlichen Wirklichkeit.

Aus dem Rokoko-gewandeten Skandalroman des Abbé Prevost, über die Jahrhunderte hinweg Sujet für zahlreiche Komponisten, formt Giacomo Puccini eine Version, die in ihrer »verzweifelten Leidenschaft«, ihrer Radikalität, ihrem unverstellten Realismus weit über die Vorlage hinausgeht. Statt eines idealisierenden, »gepuderten « Blicks auf eine unmögliche Amour fou konzentriert sich der Komponist auf Szenen der Erschütterung. Ohne die Schilderung des Liebesglücks und ohne moralische Verurteilung seiner ambivalenten Titelfigur auskommend, fokussiert er Momentaufnahmen, die den Diskontinuitäten unserer eigenen Gegenwart besonders nahekommen. Reich an orchestralen Farben und Kontrasten steht in Manon Lescaut, mit der Puccini 1893 seinen Weltruhm begründete, die pure Emotion als menschlicher Lebensantrieb im Mittelpunkt.

Mit freundlicher Unterstützung