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Luisa Miller

Giuseppe Verdi (1813-1901)

Melodramma tragico in drei Akten
Text von Salvadore Cammarano nach dem bürgerlichen Trauerspiel Kabale und Liebe von Friedrich Schiller
Uraufführung am 8. Dezember 1849, Teatro San Carlo, Neapel

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführungen aktuell nur als Video (verfügbar kurz vor der Wiederaufnahme hier und auf YouTube)

»Liebe – Intrige – Gift.« Mit den Überschriften der drei Akte ist die Handlung der auf Friedrich Schillers Kabale und Liebe zurückgehenden Oper von Giuseppe Verdi bereits umrissen: Die bürgerliche Luisa Miller und Rodolfo, der Sohn des Grafen Walter, lieben sich. Ihr Standesunterschied und der Starrsinn ihrer Väter machen eine Verbindung der beiden jedoch unmöglich. Walter und sein Angestellter Wurm, die bereits Walters Vorgänger, seinen eigenen Vetter, aus dem Weg geräumt hatten, schmieden eine gemeinsame Intrige, um Rodolfos Hochzeit mit Luisa zu verhindern. Er soll stattdessen die einflussreiche Federica heiraten. Schließlich vergiftet Rodolfo zuerst Luisa und dann sich selbst. Im Sterben erkennen die beiden, dass sie um ihre Liebe betrogen wurden.

Aus Schillers Schauspiel, das Verdi selbst als Stoff vorschlug, ist ein musikalisches Kammerspiel geworden. Der Komponist und sein Librettist Cammarano siedeln die Handlung jedoch nicht in einer deutschen Residenzstadt, sondern in einem Tiroler Alpendorf an, um so etwa einen den gängigen Opernkonventionen entsprechenden Chor zum Einsatz zu bringen. Weitere Abwandlungen finden sich u.a. in der Figurenkonstellation und der Namensgebung. Der Fokus der Oper verlagert sich – vor allem auch durch die Macht der Zensur – weg vom politischen Zündstoff ihrer Vorlage hin zum emotionalen Gehalt des Dramas. Das Innere der Figuren, das, was sie bewegt, steht im Vordergrund. Mit seiner musikalischen Sprache verweist dieses 1849 uraufgeführte und bis heute eher selten gespielte Werk bereits auf die mittlere Schaffensperiode des Komponisten, in welcher er zu seiner Meisterschaft und Eigenständigkeit im Stil gelangt. Gerade der dritte Akt spannt in seiner szenenübergreifenden Struktur jenen großen dramatischen Bogen, der für die späteren Werke Verdis wesentlich sein wird.

Mit freundlicher Unterstützung